Microsoft Command Shell


Microsoft Command Shell
Windows PowerShell
Windows PowerShell
Screenshot von PowerShell 1.0
Basisdaten
Entwickler: Microsoft Corporation
Aktuelle Version: 1.0
(14. November 2006)
Betriebssystem: Windows XP
Windows Server 2003
Windows Vista
Windows Server 2008
Kategorie: Betriebssystem-Shell
Lizenz: MS-EULA
Deutschsprachig: ja
Windows PowerShell

Die Windows PowerShell, zeitweise auch bekannt unter den Codenamen Monad und Microsoft Command Shell (MSH), ist eine von Microsoft entwickelte Alternative zum Windows-Kommandozeilenprogramm cmd.exe und zum Windows Script Host.

Die auf dem .NET-Framework in der Version 2.0 basierende Windows PowerShell verbindet die aus Unix-Shells bekannte Philosophie von Pipes und Filtern mit dem Paradigma der objektorientierten Programmierung. Der Benutzer kann wie bisher einfache Befehle an einer Kommandozeile ausführen und miteinander verknüpfen oder aber auch komplexe Skript-Programme mit der eigens dafür entwickelten PowerShell Scripting Language schreiben.

Nachdem die Veröffentlichung von Windows PowerShell ursprünglich als Bestandteil von Windows Vista geplant war, hat PowerShell einen eigenen, unabhängigen Release-Zeitplan angenommen und wird nun Teil von Microsoft Exchange Server 2007 sein. Auch beim System Center Virtual Machine Manager und beim System Center Operations Manager soll PowerShell zum Einsatz kommen. Windows Server 2008 wird die erste Version von Windows sein, bei der Windows PowerShell bereits im Lieferumfang des Betriebssystems enthalten ist.[1]

Die aktuelle Version 1.0 ist für die Betriebssysteme Windows XP und Windows Server 2003 sowie für Windows Vista zum kostenlosen Herunterladen verfügbar.[2] Version 2.0 kommt mit Windows 7 und beinhaltet unter anderem eine grafische Benutzeroberfläche.

Inhaltsverzeichnis

Details

Den Kern der PowerShell bilden kleine Funktionseinheiten, genannt Cmdlets (gesprochen command-lets), die dem Benennungsschema Verb-Substantiv folgen, also beispielsweise Get-Help oder Set-Location, wobei Groß- und Kleinschreibung keine Rolle spielt. Da die Bezeichnungen einiger Cmdlets relativ lang sind, können kürzere Alias-Namen vergeben werden, von denen bereits einige standardmäßig vordefiniert sind, unter anderem als Hilfe für Umsteiger von Unix-Shells oder der DOS/NT-Kommandozeile (beispielsweise ls, dir, cp, …).

Die Cmdlets sind als spezielle .NET-Klassen implementiert, welche als Eingabe bestimmte Parameter (gekennzeichnet durch ein vorangestelltes „-“) und Objekte annehmen und als Ausgabe wiederum Objekte zurückliefern, die dann beispielsweise als Tabelle formatiert ausgegeben oder zur weiteren Verarbeitung an andere Cmdlets weitergeleitet werden können. Da die Ausgabe nicht als Textstrom erfolgt, sondern als strukturiertes Objekt, lassen sich bestimmte Eigenschaften leicht ohne aufwändige Textanalyse selektieren und manipulieren. Analysen über Reguläre Ausdrücke sind jedoch ebenfalls möglich. Zurückgelieferte Objekte können auch in Variablen gespeichert und an anderer Stelle wiederverwendet werden.

Die Funktionalität der PowerShell lässt sich durch sogenannte Snap-Ins erweitern, welche auf einen Schlag ganze Sätze von Cmdlets importieren und dem Benutzer zur Verfügung stellen. Mittels Get-Help werden Hilfeseiten zu Cmdlets angezeigt, die dem Format von Unix-Manpages ähnlich sind. Falls Cmdlets mit dem speziellen Parameter „-whatif“ aufgerufen werden, wird der Benutzer darüber informiert, was passiert wäre, eine Aktion findet jedoch nicht statt.

Neben den Cmdlets lassen sich direkt von der Kommandozeile auch herkömmliche Programme, selbstdefinierte Funktionen, Skripte und Batch-Dateien starten, ebenso Dokumente, die beim Aufrufen mit dem dazugehörigen Anwendungsprogramm geöffnet werden.

Die PowerShell erlaubt Zugriff auf WMI-Klassen, COM-Objekte sowie auf das gesamte .NET-Framework.

Über sogenannte Provider können hierarchische Strukturen wie die Windows-Registrierungsdatenbank, der Variablen-Namensraum und andere als virtuelle Laufwerke eingebunden und wie ein Dateisystem navigiert, referenziert und bearbeitet werden, zum Beispiel „Env:“, „HKLM:“, „Variable:“ oder „Function:“. Diese werden jedoch nicht im Windows Explorer angezeigt.

Für den interaktiven Betrieb bietet die PowerShell eine automatische Befehlszeilenergänzung per Tabulatortaste für Cmdlets, Parameter, Eigenschaften sowie Datei- und Verzeichnisnamen, die bei Bedarf vom Benutzer an seine eigenen Bedürfnisse angepasst werden kann.

Anders als bei bisher existierenden objektorientierten Skript-Interpretern (BeanShell, Smalltalk, Python Shell) ist die Syntax der PowerShell-Skriptsprache, welche sich unter anderem Anleihen bei Perl, Unix-Shells, SQL und C# nimmt, darauf ausgelegt auch für den täglichen interaktiven Gebrauch als Shell für administrative Aufgaben wie etwa Dateiverwaltung geeignet zu sein.

Cmdlets

Die folgende Tabelle stellt eine Auswahl der insgesamt 129 mitgelieferten Cmdlets den vergleichbaren Befehlen anderer Kommandozeileninterpreter gegenüber.

Windows PowerShell
(Cmdlet)
Windows PowerShell
(Alias)
cmd.exe bzw. command.com
(MS-DOS, Windows, OS/2, etc.)
Shell
(Unix, BSD, Linux, etc.)
Beschreibung
Get-Location gl, pwd cd pwd Ausgabe des aktuellen Verzeichnisses
Set-Location sl, cd, chdir cd, chdir cd Wechseln des aktuellen Verzeichnisses
Clear-Host cls, clear cls clear Löschen des Bildschirms
Copy-Item cpi, copy, cp copy cp Kopieren einer oder mehrerer Dateien / eines ganzen Verzeichnisbaums
Get-Help help, man help man Hilfe zu Befehlen
Remove-Item ri, del, rmdir, rd, rm del, rmdir, rd rm, rmdir Löschen einer Datei / eines Verzeichnisses
Rename-Item rni, ren ren mv Umbenennen einer Datei / eines Verzeichnisses
Move-Item mi, move, mv move mv Verschieben einer Datei / eines Verzeichnisses
Get-ChildItem gci, dir, ls dir ls Liste aller Dateien / Verzeichnisse im (aktuellen) Verzeichnis
Write-Output echo, write echo echo Ausgabe von Zeichenketten, Variablen etc. auf dem Bildschirm
Pop-Location popd popd popd In Verzeichnis wechseln, welches zuletzt auf dem Stack abgelegt wurde
Push-Location pushd pushd pushd Verzeichnis auf dem Stack ablegen
Set-Variable sv, set set set Wert einer Variable setzen / Variable anlegen
Get-Content gc, type, cat type cat Ausgabe einer Datei
Get-Process gps, ps tasklist ps Liste aller momentan laufenden Prozesse
Stop-Process spps, kill taskkill kill Beenden eines laufenden Prozesses
Tee-Object tee nicht vorhanden tee Standardeingabe in eine Datei oder Variable umleiten und entlang der Pipeline weiterreichen (Standardausgabe)

Beispiele

  • Beende alle Prozesse, deren Namen mit dem Buchstaben „p“ beginnen:
 PS> get-process p* | stop-process
  • Suche alle Prozesse, die mehr als 10 MB Hauptspeicher verwenden, und beende sie:
 PS> get-process | where { $_.WS -gt 10MB } | stop-process
  • Berechne die Gesamtanzahl der Bytes aller Dateien in einem Verzeichnis:
 PS> get-childitem | measure-object -property length -sum
  • Warte, bis ein bestimmter Prozess beendet wurde:
 PS> $processToWatch = get-process notepad
 PS> $processToWatch.WaitForExit()
  • Ändere eine Zeichenkette von Kleinbuchstaben in Großbuchstaben:
 PS> "hallo welt!".ToUpper()
  • Füge die Zeichenfolge „ABC“ nach dem ersten Buchstaben des Wortes „string“ ein, um als Ergebnis „sABCtring“ zu erhalten:
 PS> "string".Insert(1, "ABC")
  • Lade einen bestimmten RSS-Feed herunter und zeige die Überschriften der acht neuesten Einträge:
PS> $rssUrl = "http://blogs.msdn.com/powershell/rss.aspx"
PS> $blog = [xml](new-object System.Net.WebClient).DownloadString($rssUrl)
PS> $blog.rss.channel.item | select title -first 8

Dateiendungen

  • .ps1 – Windows PowerShell Shell-Skript
  • .ps1xml – Windows PowerShell Format- und Typdefinitionen
  • .psc1 – Windows PowerShell Konsolendatei (exportierte Shell-Konfiguration)
  • .psd1 – Windows PowerShell Datendatei
  • .psm1 – Windows PowerShell Moduldatei

Software-Unterstützung

Software Version Cmdlets Provider Grafische Benutzeroberfläche
Microsoft Exchange Server 2007   Ja (402)   Ja   Ja
Microsoft Windows Server 2008   Ja   Ja Nein Nein
Microsoft SQL Server 2008   Ja   Ja Nein Nein
Microsoft System Center Operations Manager 2007   Ja (74)   Ja Nein Nein
Microsoft System Center Virtual Machine Manager 2007   Ja   Ja   Ja
Microsoft System Center Data Protection Manager 2007   Ja Nein Nein Nein Nein
Microsoft Windows Compute Cluster Server 2007   Ja   Ja Nein Nein
Microsoft Transporter Suite for Lotus Domino[3] 08.02.0012   Ja (47) Nein Nein Nein Nein
Microsoft PowerTools for Open XML[4] 1.0   Ja (33) Nein Nein Nein Nein
IBM WebSphere MQ[5] 6.0.2.2   Ja (44) Nein Nein Nein Nein
Quest Management Shell for Active Directory[6] 1.1   Ja (40) Nein Nein Nein Nein
Special Operations Software Specops Command[7] 1.0   Ja Nein Nein   Ja
VMware Infrastructure Toolkit[8] 1.0 Update 1   Ja (125) Nein Nein Nein Nein
Internet Information Services[9] 7.0   Ja (54)   Ja Nein Nein
Microsoft Windows 7 2010   Ja   Ja   Ja

Zukunft

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Der Arbeitstitel für die nächste Version lautet Aspen, was gleichzeitig auch der Arbeitstitel für die nächste Generation der Microsoft Management Console (MMC) ist. Chef-Architekt des zuständigen Teams ist Jeffrey Snover. Zukünftig sollen alle Windows-Administrationswerkzeuge der MMC unter der grafischen Oberfläche auf der Windows PowerShell aufbauen, so dass sich Windows sowohl komplett über die grafische Benutzeroberfläche als auch alternativ über die Kommandozeile administrieren lässt. Während der Schwerpunkt der Entwicklung für die erste Version vor allem auf der Skriptsprache lag, sind für die Nachfolge-Version unter anderem ein flexibleres Terminal-Fenster und weitere Cmdlets geplant.

Quellen

  1. Windows Server 2008: Windows PowerShell: Now Part of Windows Server 2008 Beta 3. Microsoft, 13. November 2006. Abgerufen am 2007-05-16.
  2. Windows PowerShell 1.0 Download. Microsoft. Abgerufen am 2007-09-26.
  3. Microsoft Transporter Suite for Lotus Domino. Abgerufen am 2008-02-18.
  4. PowerTools for Open XML. Abgerufen am 2008-06-20.
  5. MO74: WebSphere MQ – Windows Powershell Library. Abgerufen am 2008-02-18.
  6. PowerShell Commands for Active Directory by Quest Software. Abgerufen am 2008-07-02.
  7. PowerShell Remoting through Group Policy. Abgerufen am 2008-02-18.
  8. VMware Infrastructure Toolkit for Windows. Abgerufen am 2008-11-26.
  9. Windows PowerShell : IIS7 PowerShell Provider Tech Preview 2. Abgerufen am 2008-07-03.

Siehe auch

Literatur

Deutsch

  • Ulrich Cuber: Windows PowerShell. Mitp-Verlag 2007, ISBN 978-3826616730.
  • Lee Holmes: Windows PowerShell – kurz & gut. O’Reilly Verlag 2007, ISBN 978-3-89721-532-0.
  • Peter Monadjemi: Windows PowerShell – Crashkurs. Microsoft Press Deutschland 2007, ISBN 978-3866456174.
  • Andy Oakley: Schnelleinstieg in die Windows PowerShell. O’Reilly Verlag 2007, ISBN 978-3-89721-487-3.
  • Bruce Payette: Windows PowerShell im Einsatz. Hanser Fachbuchverlag 2007, ISBN 978-3446412392.
  • Holger Schwichtenberg: Windows PowerShell. Addison-Wesley 2007, ISBN 978-38273-2533-4.
  • Holger Schwichtenberg: Windows Scripting. Automatisierte Systemadministration mit dem Windows Script Host und der Windows PowerShell. Addison-Wesley 2007, ISBN 978-3827324238.
  • Helma Spona: Windows PowerShell. Sprachgrundlagen, Dateisystem, Datenbankzugriffe, WMI-Steuerung. Galileo Press 2007, ISBN 978-3898428804.
  • Tobias Weltner: Scripting mit Windows PowerShell – Einsteiger-Workshop. Microsoft Press Deutschland 2007, ISBN 978-3866456204.
  • Tobias Weltner: PowerShell Scripting für Administratoren. Microsoft Press Deutschland 2008, ISBN 978-3-86645-635-8.

Englisch

  • Jerry Lee Ford Jr.: Microsoft Windows Powershell Programming for the Absolute Beginner. Course Technology Ptr 2007, ISBN 1598633546.
  • Lee Holmes: Windows PowerShell Quick Reference. O’Reilly 2006, ISBN 0-596-52813-2.
  • Don Jones: An Introduction to Microsoft® PowerShell™. Realtimepublishers.com 2006.
  • Don Jones, Jeffery Hicks: Windows PowerShell™: TFM®. SAPIEN Press 2006, ISBN 0-9776597-1-2.
  • Tyson Kopczynski: Microsoft Powershell Unleashed. Sams Publishing 2007, ISBN 0672329530.
  • Andy Oakley: Monad – Introducing the MSH Command Shell and Language. O’Reilly 2006, ISBN 0-596-10009-4.
  • Bruce Payette: Windows PowerShell in Action. Manning Publications, ISBN 1932394-90-7.
  • Andrew Watt: Professional Windows PowerShell. Wrox Press 2007, ISBN 0471946931.
  • Ed Wilson: Microsoft® Windows PowerShell™ Step By Step. Microsoft Press 2007, ISBN 0-7356-2395-3.

Weblinks


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