Microsoft Access

Microsoft Access
Microsoft Access
Microsoft Access
Basisdaten
Entwickler Microsoft Corporation
Aktuelle Version Access 2010 (Windows)
Betriebssystem Microsoft Windows XP SP3, Windows Vista, Windows 7
Kategorie Datenbankanwendung
Lizenz Proprietär
Deutschsprachig ja
www.microsoft.com/germany

Microsoft Access [ˈmaɪ.kɹoʊ.sɒft ˈæk.sɛs] (kurz MS Access, nach engl. access, „Zugang“), ist ein proprietäres Datenbankmanagementsystem des Softwareherstellers Microsoft zur Verwaltung von Daten in Datenbanken und zur Entwicklung von Datenbankanwendungen. MS Access ist Bestandteil des Office-Professional-Pakets und unterstützt (mit Einschränkungen) SQL-92.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Der Erfolg von Desktop-Datenbankanwendungen wie dBASE und Foxpro veranlasste Microsoft schon Mitte der 1980er Jahre zu der Überlegung, eine eigene Datenbankanwendung für das damals neue Betriebssystem Windows zu entwickeln. Unter dem Projektnamen Omega[1] verzögerte sich die Entwicklung allerdings immer wieder, bis die noch fehlerhafte Version 1.0 und bald darauf die stabile Version 1.1 von Access Anfang der 1990er Jahre auf den Markt kam.

Die aktuelle Version ist Access 2010. Im Gegensatz zu den anderen Office-Programmen, Word, Excel und Powerpoint, die auch für das Betriebssystem Mac OS X von Apple angeboten werden, ist Access nur für Windows erhältlich.

Eigenschaften

Falls gewünscht speichert Access alle Daten einer Datenbank in eine einzelne Datei des eigenen mdb-Dateiformates ab. Dies schließt dann sowohl Elemente der Oberfläche als auch die Datenbanktabellen ein. Es ist allerdings ebenfalls sehr einfach möglich, die Daten (Tabellendefinitionen und den Datenbestand) im Unterschied zur Oberfläche (und weiteren VisualBasic Modulen und Makros, Reports usw.) in verschiedenen Dateien zu halten (Front- bzw. Backend). Beim Einbinden bzw. Verknüpfen von externen Datenquellen (Tabellen) können verschiedene Access Versionen, aber auch Access-fremde Formate wie DBase, so wie viele gängige Datenquellen z. B. über ODBC angesprochen werden.

Im Gegensatz zu früheren PC-basierenden Datenbanksystemen unterstützt MS Access ein relationales Datenbank-Modell mit referentiellen Integritätsprüfungen. Um extern auf Access-Datenbanken zuzugreifen, eignet sich am besten das ebenfalls von Microsoft entwickelte ODBC-API. Ferner kann auf Access-Datenbanken auch von anderen Programmiersprachen, zum Beispiel Delphi, Visual Basic etc. durch den Einsatz von ADO oder dem etwas älteren, aber auf MDBs zugeschnittene DAO zugegriffen werden. Um lediglich dieses Format einzubinden, braucht Access weder lizenziert noch installiert zu sein. Ab Windows 2000 ist ADO als Teil von MDAC ein Bestandteil des Betriebssystems. Für frühere Windowsversionen kann es kostenfrei nachinstalliert werden.

MS Access, das auf der Microsoft Jet Engine als Datenbank-Backend basiert, eignet sich gut für kleinere bis mittlere Datenbanken mit (etwa) bis zu zehn konkurrierenden Benutzern. Darüber hinaus empfiehlt Microsoft die recht einfache Migration zum MS-SQL-Server (die Migration zu anderen SQL-Servern ist ebenfalls vergleichsweise unkompliziert). Um den Mehrbenutzerzugriff innerhalb des MDB-Datei-Formats einfach zu gestalten, erfolgen Schreibzugriffe bei älteren Versionen einer Access-MDB-Datenbank immer am Dateiende. Gelöschte oder abgeänderte Elemente bleiben als „Löcher“ in der Datei stehen, bis die Access-Datei komprimiert (im engeren Sinne ist es ein Defragmentieren der Datenbankdatei selbst) wird. Bei neueren Versionen ist ein regelmäßiges Komprimieren nicht mehr erforderlich. Durch schrittweise erweiterte, unter anderem Cache-basierte Zugriffstechniken, war es bereits ab Version 1.0 möglich, auch in Netzwerken beachtliche Zugriffsgeschwindigkeiten zu erreichen.

Der Betrieb von Access-Anwendungen im LAN ist an eine stabile Netzwerkumgebung gebunden. Bereits kleine Aussetzer lassen die Verbindung zum Backend abreißen. Access bleibt dabei meist stabil, lediglich die betroffenen Anwender müssen ihre Datenbankapplikation neu starten. Bei stabiler Hardware und Netzwerk wird nur in seltenen Fällen eine Reorganisation (Reparatur und Komprimierung) der Datenbank erforderlich. Access ist mit seinem MDB-Format im Vergleich zu anderen dateibasierten Datenbanken stabil, wenngleich klassisch SQL-Server üblicherweise natürlich weit stabiler sind. In der Praxis sind in standardmäßig eingerichteten Netzwerken, zum Beispiel auf Ethernet-Basis, keine Probleme zu erwarten. Für den Einsatz in heterogenen Netzwerken oder im WLAN ist Access allerdings - wie alle dateibasierenden (statusgebundenen) Zugriffsverfahren, die konkurrierend über das Dateisystem erfolgen - weniger geeignet, hier sollten Datenbankserver (DB2-Server, MS-SQL-Server, MySql-Server, usw.) bevorzugt werden.

Um diese Schwächen zu überwinden, basiert der Datenbankzugriff von MS-Access schon seit den ersten Versionen auf einer SQL-Engine, die eine Migration zu einem SQL-Server besonders einfach gestaltet. Dazu hat Microsoft, ab der Version 2000, Access so erweitert, dass Anwendungen direkt auf einer Datenbank, die auf einem Microsoft SQL Server betrieben wird, aufgebaut werden können, anstatt sie über ODBC einzubinden. Für diesen Zweck wurde ein neues Dateiformat mit der Endung adp entwickelt und der Dateizugriff von DAO (Data Access Objects) auf das vielseitigere ADO (Active Data Objects) umgestellt. ADO abstrahiert wesentlich stärker von den verwendeten Datenbankquellen als sein Vorgänger und hat daher eine höhere Zugriffsgeschwindigkeit.

Mit Access wird ab Version 2000 eine kostenfreie Desktop-Version des Microsoft SQL Server ausgeliefert, die sich direkt über die Access-Oberfläche verwalten lässt. Daher ist es nicht nötig, eine zusätzliche Programmlizenz zu erwerben. Allerdings sind die Verwaltungsmöglichkeiten der SQL-Server-basierten Funktionen (z.B. Berechtigungen) im Vergleich zur Vollversion stark eingeschränkt, weswegen für größere Projekte die Verwendung des MSSQL-Servers zweckmäßig ist. Seit SQL Server 2005 trifft dies aber nur noch bedingt zu, da mit dieser Version das Management Studio Express kostenlos mitangeboten wird.

Durch die Bereitstellung von visuellen Programmierobjekten, die speziell im Hinblick auf den Datenbankzugriff optimiert sind, ist es mit Access möglich, innerhalb von kurzer Zeit datenbankbasierte Anwendungen zu erstellen (Rapid Prototyping), ohne umfangreiche Programmierarbeiten (wie sie z. B. in C oder C++ notwendig sind) durchführen zu müssen. Dabei ist es möglich, auch auf Skripte, die in einer speziellen Makro-Sprache erstellt werden müssen, zurückzugreifen. Um jedoch auch umfangreiche Anwendungen erstellen zu können, ist in Access eine Entwicklungsumgebung für Visual Basic for Applications integriert. Zur Verbesserung der Geschwindigkeit der Programmausführung kann der auf Basis von VBA erstellte Quelltext kompiliert und zusätzlich als Pseudocode in der Datenbankdatei (wie *.MDE) gespeichert werden.

Zur Weitergabe entwickelter Datenbanken an Benutzer, die kein Access besitzen, gibt es die Runtime-Versionen, diese können mit der Office Developer Edition erstellt werden. Je nach verwendeter Access-Version ist diese entweder nur kostenpflichtig oder auch als kostenfreie Laufzeitversion verfügbar.

Objektarten

Zur Erstellung einer Datenbank werden vom Entwickler mehrere Objektarten erstellt:

  • Tabellen zur Speicherung der Daten
  • Abfragen zur Aufbereitung (Filterung, Sortierung usw.) der Daten
  • Formulare zur Dateneingabe per Bildschirmmaske
  • Berichte zur Ausgabe der Daten auf dem Bildschirm oder an einen Drucker
  • Makros zur einfachen Automation
  • Visual Basic Module zur Programmierung in Visual Basic for Applications (VBA)

Produktversionen

  • Access 2: „Access Developer's Toolkit“ (ADT) für Access2
  • Access 95: „Access Developer's Toolkit“ (ADT) für Access95
  • Access 97: „Office Developer's Edition“ (ODE)
  • Access 2000: „Microsoft Office Developer“ (MOD)
  • Access XP: „Office XP Developer“
  • Access 2003: „Access 2003 Developer Extensions“
  • Access 2007
  • Access 2010

Ähnliche Produkte

Einzelnachweise

  1. encyclopedia.com: Microsoft's latest baby: code-named Omega

Literatur

Weblinks


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