Archegonium

Archegonium
Archegonium (unreif, reif, und befruchtet) von Marchantia polymorpha.
Zwei Archegonien des Laubmooses Physcomitrella patens. Die blaue Farbe (rechts) beruht auf der Expression des Polycomb-Gens FIE in der unbefruchteten Eizelle. Nach der Befruchtung wird das Gen abgeschaltet und die blaue Farbe verschwindet (links). [1]

Das Archegonium ist das weibliche Fortpflanzungsorgan (Gametangium) der Landpflanzen (der Moose, Gefäßsporenpflanzen und Nacktsamigen Pflanzen), in denen die Eizelle gebildet wird. Das männliche Gegenstück ist das Antheridium.

Aufbau

Die Archegonien stehen an der Oberfläche des Gametophyten oder sind in diesen eingesenkt. In der typischen Ausprägung, bei den Moosen und Gefäßsporenpflanzen (die zusammen auch als Archegoniaten bezeichnet werden), besteht das Archegonium aus einem verdickten Bauchteil, in dem die Eizelle sitzt, und einem schlanken Halsteil. Die Wand von Bauch und Hals besteht meist aus einer Zellschicht. Im Bauchteil sitzt im Inneren eine große Zelle, die sich in die Eizelle und in die kleinere Bauchkanalzelle teilt. Nach oben schließen sich eine oder mehrere Halskanalzellen an. Bauch- und Halskanalzellen verschleimen und ermöglichen so das Eindringen der männlichen Gameten.

Bei den Nacktsamern sind die Archegonien reduziert, aber noch als solche erkennbar.

Bei den Bedecktsamern sind die weiblichen Gametophyten so stark reduziert, dass kein Archegonium mehr ausgebildet wird. „Es ist möglich, dass die Synergiden den Halswandzellen von Archegonien homolog sind.“[2]

Belege

Einzelnachweise

  1. Assaf Mosquna, Aviva Katz, Eva L. Decker, Stefan A. Rensing, Ralf Reski, Nir Ohad (2009): Regulation of stem cell maintenance by the Polycomb protein FIE has been conserved during land plant evolution. Development 136, 2433-2444. doi:10.1242/10.1242/dev.035048
  2. Eduard Strasburger (Begr.), Peter Sitte, Elmar Weiler, Joachim W. Kadereit, Andreas Bresinsky, Christian Körner: Lehrbuch der Botanik für Hochschulen. 35. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2002, ISBN 3-8274-1010-X, S. 767. 

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