Maximiliane von Arnim

Maximiliane von Arnim
Maximiliane v. Oriola. Gemälde von Eduard Jakob von Steinle

Maximiliane Gräfin von Oriola, geb. von Arnim (* 23. Oktober 1818 in Berlin; † 31. Dezember 1894 in Berlin) war eine Berliner Salonière des 19. Jahrhunderts und Tochter von Achim und Bettine von Arnim.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Maximiliane ("Maxe") v. Arnim wuchs als Tochter des Dichterehepaares Achim (1781-1831) und Bettine von Arnim (1785-1859) auf Schloss Wiepersdorf in der Mark Brandenburg sowie in Berlin auf. In den 1840er Jahren spielte sie eine gesellschaftliche Rolle am Hof König Friedrich Wilhelms IV. von Preußen, mit dessen Cousin Prinz Waldemar von Preußen sie eng befreundet war. Auch mit dem Staatsmann Felix Fürst Lichnowsky stand sie in Verbindung. Nach der Heirat mit Graf Oriola, einem aus Portugal stammenden Husarenoffizier, im Jahr 1853 lebte sie abwechselnd in Bonn, Koblenz, Berlin und Breslau, wo ihr Gatte jeweils ein militärisches Kommando führte. Bereits in dieser Zeit führte sie ein salonartiges Haus.

Nach dem Tod Eduards 1862 nicht wieder verheiratet, trat sie während der deutschen Einigungskriege in der Krankenfürsorge hervor und gründete sogar eine Stiftung: Invalidendank. Später trat sie dem Vorstand des Vereins für Frauen und Jungfrauen bei und wurde 1866 und 1873/74 mit dem Luisenorden (erst Kriegs-, dann Friedensklasse) ausgezeichnet. Mit vielen anderen Salonnièren der Zeit verband sie Freundschaft, so Hedwig von Olfers. Am Silvestertag 1894 starb sie in Berlin.

Familie

Ehe und Nachkommen

Maxe v. Arnim heiratete am 28. Juni 1853 in Wiepersdorf den späteren preußischen Generalleutnant Eduard Graf von Oriola (1809-1862). Das Paar hatte fünf Kinder:

Berühmte Verwandte

Maxe Oriola war mütterlicherseits die Nichte von Friedrich Karl und Kunigunde von Savigny sowie von Clemens Brentano. Väterlicherseits war sie Enkelin von Maximiliane von La Roche. Sie war verschwägert mit Herman Grimm, dem Mann ihrer Schwester Gisela, und Luise Gräfin von Oriola (1824-1899), Schwester ihres Gatten und Palastdame der Kaiserin Augusta. Ihre Cousins waren der Philosoph Franz Brentano und der Nationalökonom Lujo Brentano.

Salon

Nach dem Tod ihres Mannes zog Gräfin Oriola 1866, im Jahr des Deutschen Krieges, wieder nach Berlin, wo sie seit den Siebziger Jahren ihre "Freitage" abhielt, die nach und nach zu einer festen Institution in der Berliner Gesellschaft wurden. Ihr Salon - erst in der Bellevuestraße, seit 1872 in der Potsdamer Straße, in den Achtziger Jahren schließlich in der Bülowstraße - war, ähnlich wie jener der Gräfin Schleinitz, literarisch-musikalisch ausgerichtet, zählte aber gleichwohl viele Politiker zu seinen Habitués, was mit der speziellen Situation Berlins als neuer Reichshauptstadt nach 1871 zusammenhing. Neben Künstlern und Intellektuellen waren vor allem Hofkreise stark vertreten, die Generaladjutanten des Kaisers ebenso wie die Hofdamen der Kaiserin.

Maxe Oriola teilte nicht den überschwänglichen Bismarckkult, der etwa für die Baronin Spitzemberg typisch war, gehörte aber auch nicht zu seinen Gegnerinnen, wie etwa die Gräfin Schleinitz. Im Ganzen hatte ihr Salon ein bildungsbürgerliches, spätbiedermeierliches Gepräge, was sicher mit ihrer Herkunft aus einem Dichterhaushalt und ihrer Sozialisation im Vormärz zu tun hatte. Obwohl selber adlig geboren und Gräfin, pflegte sie wenig Standesvorurteile und vertrat tendenziell eher die bürgerlich-romantische denn die adlig-höfische Salontradition, wenngleich ihr Haus viele Aristokraten und Fürstlichkeiten anzog. Zu Beginn der 1890er Jahre schloss ihr Salon seine Türen.

Berühmte Habitués

Mit dem musikliebenden Feldmarschall Moltke veranstaltete Gräfin Oriola Wohltätigkeitskonzerte. Gemälde von Franz von Lenbach
Mit Maxe Oriola lange befreundet: Chlodwig Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürst. Gemälde von Lenbach, 1896

Literatur

Quellen

  • Bettine von Arnim, Werke und Briefe, 4 Bde., Frankfurt/Main 1986-2004.
  • Johannes Werner (Hrsg.), Maxe von Arnim, Tochter Bettinas, Gräfin Oriola, 1818-1894. Ein Lebens- u. Zeitbild aus alten Quellen geschöpft, Leipzig 1937.

Sekundärliteratur

  • Petra Wilhelmy, Der Berliner Salon im 19. Jahrhundert, Berlin u.a. 1989.

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