Martin Antoine Ryerson

Martin Antoine Ryerson
Martin A. Ryerson

Martin A. Ryerson (* 26. Oktober 1856 in Grand Rapids, Michigan; † 11. August 1932 in Lake Geneva, Wisconsin) war ein amerikanischer Jurist, Unternehmer, Kunstsammler und Mäzen. Der Großteil seiner Kunstsammlungen befindet sich heute als Stiftung im Art Institute of Chicago

Inhaltsverzeichnis

Leben

Seine Eltern, der Holzhändler Martin Reyerson und seine Frau Mary Antoine Campau, siedelten sich 1851 in Chicago an. Neben dem Holzgeschäft investierte der Vater zudem erfolgreich in Immobilien, Bankgeschäften und der Elgin Watch Company und erwirtschaftete so ein beachtliches Vermögen. Standesgemäß erhielt der Sohn Martin Antoine Ryerson kostspieligen Unterricht an Privatschulen in Paris und Genf. Es folgte ein Jura–Studium an der Harvard Law School, welches er 1878 mit Diplom abschloss. Bis zum Tode seines Vaters 1887 arbeitete Martin A. Ryerson als Rechtsanwalt, bevor er mit 34 Jahren die Leitung des Unternehmens Martin Ryerson & Company übernahm. In den 1890er Jahren zog er sich jedoch aus dem Unternehmen zurück, um sich fortan den Aufbau seiner Kunstsammlung und philanthropischen Aufgaben zu widmen. Seit 1881 war Ryerson mit Caroline Huchtinson verheiratet.

Der engagierte Bürger

Ryerson gehörte 1890 zu den Mitbegründern der University of Chicago, wo er Mitglied im Gründungskuratorium war und bis 1922 blieb. Zu seinen Stiftungen an die Universität gehörte das nach seinem Vater benannte Ryerson Physical Laboratory. Beeinflusst durch die World Columbian Exposition im Jahr 1893 wurde Ryerson Mitbegründer des Field Museum of Natural History und wirkte viele Jahre im Kuratorium dieses Museumes. Bereits seit 1890 war er im Kuratorium des Art Institute of Chicago und gehörte diesem Gremium bis zu seinem Tod 1932 an. Dem Museum stiftete er eine Kunstbibliothek (Ryerson Library) und nach seinem Tod den Großteil seiner umfangreichen Kunstsammlung. Bis heute ist dies die größte Stiftung, die das Museum jemals erhielt. Seine Frau Caroline vermachte nach ihrem Tod weitere Kunstwerke der Sammlung dem Museum. Die Universität und die Museen, welche Ryerson bereits zu Lebzeiten wiederholt finanziell unterstützt hatte, erbten zudem nach seinem Tod weitere beträchtliche Geldmittel. Die 1904 gegründete öffentliche Bibliothek seiner Geburtsstadt Grand Rapids, ist ebenfalls eine Stiftung von Martin A. Ryerson und trägt ebenso den Namen Ryerson Library.

Die Kunstsammlung

Martin A. und Caroline Ryerson sammelten zunächst Gemälde alter Meister und statteten damit ihre Villa am Chicagoer South Drexel Boulevard aus. Hierzu zählten Werke von Gerard David, Johann Koerbecke, Hans Memling, Rogier van der Weyden, Jacopo da Pontormo, Giovanni di Paolo, Antoine Watteau und Francisco de Goya. Angeregt durch die Weltausstellung 1893 und den dort gezeigten französischen Impressionisten wandte sich das Sammlerpaar auch der modernen Malerei zu. Schwerpunkte dieser Sammlung waren fünf Gemälde von Pierre-Auguste Renoir und 16 Arbeiten von Claude Monet. Letzteren besuchte Ryerson 1920 persönlich in dessen Landhaus in Giverny. Zu den anderen französischen Malern der Jahrhundertwende in der Sammlung Ryerson gehörten Édouard Manet, Edgar Degas, Paul Cézanne, Paul Gauguin, Paul Signac und Odilon Redon. Die bevorzugten US-amerikanischen Künstler in der Sammlung waren Mary Cassatt, John Singer Sargent und Winslow Homer.

Bilder der Sammlung Ryerson

Literatur

  • Art Institute of Chicago (Hrsg.): Martin A Ryerson Collection of Paintings and Sculpture XIII to XVIII Century Chicago 1930
  • Chicago University, Board of trustees: Martin A. Ryerson 1856-1932 Chicago 1932
  • Aline Bernstein Louchheim Saarinen: The Proud Possessors: the lives, times and tastes of some adventurous American art collectors. Random House, New York 1958
  • Frederick A. Sweet: Great Chicago Collectors in Apollo Magazine September 1966
  • Patricia Erens: Masterpieces. Chicago Review Press, Chicago 1979 ISBN 0-914090-75-5
  • Helen Lefkowitz Horowitz: Culture & the city: cultural philanthropy in Chicago from the 1880s to 1917. University of Chicago Press, 1989 ISBN 0-226-35374-5
  • Sue Ann Prince (Hrsg.): The Old Guard and the Avant-Garde: modernism in Chicago 1910-1940. University of Chicago Press, 1990 ISBN 0-226-68284-6
  • Debra N. Mancoff, James N. Wood: Art Institute of Chicago, Treasures from the Art Institute of Chicago. Hudson Hill Pr., New York 2000 ISBN 0-86559-182-2

Weblinks


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