Marie de Rohan-Montbazon


Marie de Rohan-Montbazon
Marie de Chevreuse

Marie Aimée de Rohan-Montbazon, duchesse de Chevreuse (* Dezember 1600; † 12. August 1679 in Gagny, Frankreich) war berühmt für ihre Liebesaffären und ihre Intrigen.

Ihr Leben war bestimmt von ihren Affären, ihrer Freundschaft zu Anna von Österreich und ihrer Feindschaft zu Kardinal Richelieu und später Kardinal Mazarin, gegen die sie zahlreiche erfolglose Intrigen und Komplotte spann. Zu ihren Liebhabern zählte unter anderem der französische Schriftsteller François de la Rochefoucauld.

Inhaltsverzeichnis

Familie und Kindheit

Marie de Rohan-Montbazon stammte aus einem alten Adelsgeschlecht, das seine Abstammung bis auf die vor-römischen Fürsten der Bretagne zurückführte. Ihr Vater war Hercule de Rohan, Herzog von Montbazon und Graf von Rochefort-en-Yvelines, ein Vertrauter König Heinrich IV., der die Ämter eines Pair von Frankreich, grand veneur de France und Gouverneur von Paris und der Île de France innehatte.

Ihre Mutter, Madeleine de Lenoncourt, starb, als Marie 2 Jahre alt war. Gemeinsam mit ihrem 2 Jahre älteren Bruder wuchs sie auf Schloss Couzières in der Obhut von Bediensteten auf. Das Geschwisterpaar war unzertrennlich. Marie soll oft die Kleider ihres Bruders getragen und sich mit ihm und seinen Freunden die Zeit mit Reiten, Jagen und Pferderennen vertrieben haben.

Die Ehen

Marie de Chevreuse als Göttin Diana

Als Ludwig XIII. im Jahre 1615 mit Anna von Österreich vermählt wurde, wurde Marie für den Hofstaat der jungen Königin ausgewählt und erregte mit ihrem Unternehmungsgeist, ihrer ungezügelten Lebensfreude und ihrer außergewöhnlichen Schönheit einiges Aufsehen bei Hof. Nachdem der damalige Favorit Königs Ludwig XIII., Charles d'Albert, Herzog de Luynes mit dem erfolgreichen Staatsstreich gegen Concino Concini der einflussreichste Mann Frankreichs geworden war, hielt er um ihre Hand an und nahm sie am 13. September 1617 zur Frau. Aus dieser Ehe stammen zwei Kinder:

  • Louis Charles, Duc de Luynes (* 25. Dezember 1620 im Louvre; † 20. Oktober 1699 in Paris)
  • Anne Marie (* 1622 im Louvre; † 21. September 1646)

König Ludwig war begeistert von der jungen Frau, die sich wie er für Pferde, Jagd und Falknerei begeistern konnte, und machte sie nach der Geburt ihres ersten Kindes zur ersten Hofdame der Königin. Schnell stieg sie zur engsten Vertrauten Annas auf. Nach dem Tod Luynes am 15. Dezember 1621 heiratete sie am 21. April 1622 Claude de Lorraine, den Herzog von Chevreuse. Mit ihm hatte sie drei Töchter:

  • Anne Marie, Äbtissin von Pont-aux-Dames (* 1624; † 5. August 1652 in Paris)
  • Charlotte-Marie (* 1627 in Richmond; † 7. November 1652 in Paris)
  • Henriette, Äbtissin von Jouarre (* 1631; † 25. Januar 1693 in Paris)

Die Intrigen

1625 bahnte sie eine Liaison zwischen Anna und George Villiers, 1. Herzog von Buckingham an.

1626 waren sie und ihr Geliebter, Henri de Talleyrand-Périgord, der Graf Chalais, in eine Verschwörung zur Ermordung Richelieus verwickelt, die der Kardinal aufdecken konnte. Chalais wurde hingerichtet, Marie nach Poitou verbannt. Sie zog sich an den lothringischen Hof zurück und gewann Herzog Karl IV. für Buckinghams anti-französische Koalition. 1628 durfte sie nach Frankreich zurückkehren.

1633 wurde sie nach Tour verbannt, weil sie ihren Liebhaber, den königlichen Siegelbewahrer Charles de L’Aubespine, marquis de Châteauneuf ausgehorcht und Staatsgeheimnisse an Spanien verraten haben soll. 1637, Frankreich befand sich inzwischen im Krieg mit Spanien, entdeckte Richelieu, dass die Königin Anna mit ihrer Hilfe eine verräterische Korrespondenz mit ihren spanischen Verwandten unterhielt. Daraufhin floh die Herzogin nach Spanien. Diesmal konnte sie erst nach dem Tod von König und Kardinal nach Frankreich zurückkehren.

Aber ihr Verhältnis zur Königin zerbrach an deren Zuneigung für Kardinal Mazarin, der dadurch zum Ziel für Maries Feindschaft avancierte. Sie beteiligte sich an der Cabale des Importants zur Ermordung Mazarins und wurde wieder verbannt, aber zu Beginn der Fronde kehrte sie zurück und schloss sich der Partei des Prinzen von Condé, Louis II. de Bourbon, prince de Condé, an.

1652 versöhnte sie sich mit der Königin und zog sich endgültig von der politischen Bühne zurück.

Fortleben

Maries Affäre mit Chalais steht im Zentrum der Oper Maria di Rohan von Gaetano Donizetti (1843). Ihre Rolle in der Affäre zwischen Anna und Buckingham inspirierte auch Alexandre Dumas, der sie als geheimnisvolle Geliebte seiner Musketiere Aramis und Athos in Die drei Musketiere auftauchen ließ.

Literatur

  • Dorothy De Brissac Campbell: The Intriguing Duchess. Covici Friede Publishers, New York 1930.
  • Michael Prawdin: Marie De Rohan Duchesse De Chevreuse. George Allen & Unwin Ltd, London 1971.

Weblinks


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