Machaon


Machaon
Machaon als Chirurg, versorgt die Wunde des Menelaos.

Machaon (griechisch Μαχάων) ist in der griechischen Mythologie einer der heilkundigen Söhne des Asklepios[1][2] und der Epione[3] (oder, bei Hesiod, der Sohn von Xanthione,[4] nach einer anderen Version, Koronis[2] oder Hesione, des Merops Tochter) somit Enkel des Apollon, der Bruder der Hygeia, Panazee und des Podaleirios.

Inhaltsverzeichnis

Stand und Taten

Nach Pausanias war er ein großer Arzt und Wundertäter, den die Messenier göttlich verehrten. Er besaß ein kleines Königreich in Messenien im Peloponnes.[5] Mit seinem jüngeren Bruder soll er zudem in Thessalien über die drei Städte Trikka, Ithome und Oechalia regiert haben.[1][6][2] Er war unter den Freiern der Helena.[7]

Zusammen mit seinem Bruder Podaleirios nahm er von Aulis aus, mit 30 thessalischen Schiffen am Zug nach Troja teil,[8] er allein hatte zwanzig davon mit Leuten aus Attika besetzt.[2] Er war dort ein berühmter Arzt (und nach damaliger Art vielmehr Wundheiler) der Griechen,[9] aber auch tapferer Mitkämpfer.[10] Seine Heilkünste lernte er von seinem Vater und von seinem Lehrer Cheiron.[11][12] Er heilte die Wunde des durch den Pfeil des Pandaros verletzten Menelaos.[1]

Bei der Belagerung schoss ihn Paris (Alexandros) mit einem Pfeil in die Schulter: Es musste ihn aber Nestor – auf des Idomeneus Zurufen – sogleich aus der Schlacht hinweg und in Sicherheit bringen, da den Griechen insgesamt allzu viel an ihm als ihrem gemeinschaftlichen Arzt gelegen war.[13][14] So heilte er endlich des – auf der Insel Lemnos ausgesetzten – Philoktetes' lange Zeit unheilbare Wunde.[15] Einige wollen daher auch, die Griechen hätten ihm seiner Wissenschaft wegen die meisten Kriegsarbeiten und Gefährlichkeiten erlassen.[16] Gleichwohl kroch er mit in das hölzerne Pferd, und ließ sich also in die Stadt Troja schleppen.[17][18]

Er wurde aber doch nachher – da er des Nireus Tod rächen wollte –[19] von Eurypylos von Mysia, Sohn des Telephos, getötet.[20][21][22][23] Nach anderen von der Königin der Amazonen Penthesilea.[24] Seine Gebeine wurden von Nestor nach Messenien gebracht, wo er in Gerenia (Enope) ein Grabmal und ein Heiligtum mit Krankenheilungen hatte.[25]

Gemahlin und Söhne

Zur ersteren macht man des Diokles (Sohn des Orsilochos), Königs zu Pherai Tochter, Antiklea, mit welcher er den Nikomachos (Nicomachus) und Gorgasus zeugte.[26] Außer diesen sollen ohne Anzeige der Mutter auch noch Sphyrus und Alexanor, im gleichen Polemokrates,[27] und endlich Asklepios der jüngere, seine Söhne gewesen sein.[28]

Verehrung

Er hatte seinen besonderen Tempel zu Gerenia, dort glaubte man, dass er den Menschen zeigte, was sie gegen die Krankheiten brauchen sollten. Seine Bildsäule in solchem Tempel, hatte eine Krone auf dem Haupte, das umliegende Ländchen aber, welches ihm auch geheiligt war, hieß Rhodos. Zu Pergamon wurde er so hoch gehalten, dass niemand des Eurypylus Namen in des Aeskulapius Tempel nennen durfte, weil er den Machaon umgebracht hatte.[29] Es soll aber Glaukos zuerst ihm in Gerenia Opfer gebracht haben.[30]

Literatur

Eponym

Einzelnachweise

  1. a b c Homer Ilias IV. 193-217
  2. a b c d Hyginus Fabulae 97
  3. Pausanias Cor. c. 29. p. 138.; Aristides ap. Schol. Pindar. ad Pyth.
  4. Hesiod. Liste der Frauen fr.53 M.-U.; Schol. Homer, Ilias Δ. v. 163.
  5. Pausanias Messen. c. 3. p. 220.
  6. Dictys Cretensis I. c. 14.
  7. Hyginus Fabulae 81
  8. Homer, Ilias II. 733
  9. Arktin. Die Zerstörung von Ilion, Fr.4 Bernabe
  10. Pseudo-Apollodor. Mythologische Bibliothek III 10, 8; E III 14; Diodor. Historische Bibliothek IV 1971, 4
  11. Aurel. Vict. de O. G. R. c. 1.
  12. Cels. praef. p. 1, 12 D. Prop. 2, 1, 59
  13. Homer, Ilias XI. 506
  14. Pseudo-Apollodor. Mythologische Bibliothek E IV 5
  15. Lesh. Kleine Ilias, Synopsis, Propert. l. II. Elegien 1 v. 59. Tzetz. ad Lycop. 911.
  16. Diod. Sie. l. IV. c. 73. p. 190.
  17. Hyginus Fabulae 108
  18. Virgil Aeneis II. v. 233, 263
  19. Quintus von Smyrna, Posthomerica VI. 408.
  20. Hyginus Fabulae 113
  21. Lesches Kleine Ilias, fr.8
  22. Pausanias Beschreibung Griechenlands III 26.9; IX 5.15
  23. Dictys Cretensis l. IV. c. 17.
  24. Pseudo-Apollodor. Mythologische Bibliothek E V 1
  25. Auctor. Iliad. parvæ ap. Pausanias Lacon. c. ult. p. 214
  26. Pausanias Beschreibung Griechenlands IV 30.3 (Messen. p. 273)
  27. Pausanias Beschreibung Griechenlands II 23.4; II 11, 6 (Cor. [1510] c. 23. p. 127.; Id.ib. c. ult. p. 157.)
  28. Augustin. ap. Boccacc. l. V. c. 21
  29. Pausanias Lacon. c. ult p. 214.
  30. Pausanias Beschreibung Griechenlands IV 3.9 (Id. Messen. c. 3. p. 221.)

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