Lokalfarbe

Lokalfarbe
Allegorie der Künste von Sebastiano Ricci. Das Buch hat seine Lokalfarbe

Lokalfarbe, auch Lokalton, ist in der Malerei der eigene, einzelne Farbenton eines Gegenstands in seiner ursprünglichen, ungebrochenen Reinheit.

Die Lokalfarbe ist nicht durch die Modellierung oder Schattierung beeinflusst. Die Gegenstandsfarbe, also die Farbe des Objektes, wird ins Bild übernommen. Die verändernde, also dämpfende oder hebende Wirkung im Gesamtton oder die passende Angleichung trifft für das lokale Objekt nicht zu, es wird gesondert gemalt oder nachgemischt. Hell-Dunkel-Abstufungen modellieren meist starke plastische Wirkungen, die sogenannte Körperillusion. Die spätmittelalterliche Malerei verbindet oft Lokalfarbigkeit mit Symbolfarben.

Im Gegensatz zur Lokalfarbe bezieht die Erscheinungsfarbe die Farbreflexe der Umgebung mit ein. So etwa wenn bei einer weißen Vase auf einem blauen Tischtuch die Schattenseite einen blauen Schimmer bekommt. Den Gesamtton eines Bildes beschreibt der Begriff Raumfarbe.

Im Beispielbild erscheinen die Objekte und Personen in ihrer „natürlichen“ Farbe: der Himmel ist blau, das in Leder gebundene Buch in der rechten unteren Ecke des Bildes hat einen braunen Einband. Das Beispielbild ist in Lokalfarben gehalten. Ein symbolischer Gehalt, wie beim roten Umhang bleibt hiervon unberührt.


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  • Lokalfarbe — Lo|kal|far|be 〈f.; Gen.: , Pl.: n〉 1. kräftige Farbe eines gemalten Gegenstandes ohne Zwischentöne zu den Farben der anderen Gegenstände od. zum Gesamtfarbton des Bildes 2. 〈fig.〉 Ortseigentümlichkeit, Lokalort …   Lexikalische Deutsches Wörterbuch

  • Lokalfarbe — Lo|kal|far|be die; , n: die einem Gegenstand eigentümliche Farbe, wenn sie auf dem Bild nicht durch Schattierungen od. Anpassung an die Farben der Umgebung verändert wird …   Das große Fremdwörterbuch

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