Ligue 1

Ligue 1
Ligue 1
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Erstaustragung 1932/33
Hierarchie 1. Liga
Mannschaften 20
Meister OSC Lille
Rekordmeister AS Saint-Étienne (10)
Rekordspieler Jean-Luc Ettori (602)
Rekordtorschütze Delio Onnis (299)
Website lfp.frVorlage:InfoboxFußballwettbwerb/Wartung/Webseite
Qualifikation zu Champions League
Europa League
Ligue 2 (II)
Ligue-1-Atmosphäre im Prinzenparkstadion bei einem Spiel Paris SG gegen SM Caen im Jahr 2004

Die Ligue 1 [liːgˈʔœ̃] ist die höchste Spielklasse im französischen Männerfußball; von 1932 bis 2002 hieß sie Division 1 oder Première Division (D1). Sie war von Anbeginn an eine Profiliga. Es gab zwar schon seit 1894 französische Meisterschaften, aber erst seit 1932 zählt der Gewinn der Meisterschaft (Championnat de France) als offizieller Titel.

In einem Land, in dem diese Sportart in der Publikumsgunst noch bis in das letzte Drittel des 20. Jahrhunderts hinter Radsport, Boule und Rugby zurückstand, hat der professionelle Fußballspielbetrieb lange gebraucht, bis er um die Jahrtausendwende zu den fünf stärksten Ligen Europas gerechnet werden konnte. Der Spitzenfußball in Frankreich ist heute sehr viel globalisierter und damit verwechselbarer, hat dabei aber immer noch einige sehr „französische“ Eigenheiten bewahrt (siehe unten).

Zu dieser Entwicklung haben sowohl außerfranzösische als auch landesspezifische Rahmenbedingungen, Organisationsformen und Strukturen beigetragen, die in der bisher rund 75-jährigen Ligageschichte das Gesicht des französischen Fußballs – weit über seine drei „großen Namen“ Kopa, Platini und Zidane und erste, inselhafte Erfolge (Ende der 1950er und in den 1980er Jahren) hinaus – geprägt haben und die hier en detail dargestellt werden.

Hinweis: Zahlreiche französische Vereine haben in diesem Zeitraum ihren Namen geändert; hier wird stets die zum Zeitpunkt ihrer Erwähnung jeweils gültige Bezeichnung verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Der späte Beginn: Ursachen

Von den ersten Landesmeisterschaften (1894, noch auf Paris beschränkt) bis zur Bildung einer das ganze Land umfassenden, einheitlichen Spielklasse vergingen knapp vier Jahrzehnte, in denen gleichwohl bereits Meisterschaften und Pokalwettbewerbe ausgetragen wurden. Für diese – jedenfalls im Vergleich zum „Fußballmutterland“ England – lange Anlaufzeit gibt es eine Reihe von Ursachen, die teilweise typisch für die Frühgeschichte des Fußballs in ganz Europa sind, teilweise aber auch mit spezifisch französischen Bedingungen zusammenhängen. Ein wesentlicher Grund lag in der Verbandsvielfalt (oder, negativ ausgedrückt, in der organisatorischen Zerrissenheit) des französischen Sportes bis nach dem Ersten Weltkrieg: ein einheitlicher Verband, die Union des Sociétés Françaises de Sports Athlétiques (USFSA), existierte nur von 1887 bis 1905; zwischen 1905 und 1919 gab es hingegen bis zu fünf konkurrierende Verbände, in denen Fußballvereine organisiert waren und ihre jeweiligen Meister ermittelten (Genaueres hier). Zwar schufen diese 1908 einen gemeinsamen Dachverband (Comité Français Interfédéral, CFI), dem aber erst 1913 alle Organisationen des Fußballsports beigetreten waren; und schon 1914 unterbrach die Grande Guerre für mehr als vier Jahre alle Einigungsbestrebungen, ehe diese Bemühungen 1919 zur Gründung der Fédération Française de Football Association (FFFA, später nur noch FFF) führten.

Damit war der Weg zu einer landesweiten, professionellen Liga aber noch keineswegs frei, denn der CFI hatte mit dem Verlag Édition Hachette eine Abmachung getroffen, die dies zunächst verhinderte: Hachette sponserte den 1917/18 ins Leben gerufenen Landespokalwettbewerb, die Coupe de France, mit jährlich 5.000 Francs und hatte sich im Gegenzug dafür das Recht zusichern lassen, dass bis 1928 kein anderer landesweiter Wettbewerb ausgetragen werden dürfe. Zudem verzögerte sich der Start der Liga in den Jahren danach auch aufgrund der Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise und wegen der Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern und Gegnern einer Professionalisierung des Sportes.

Entstehung eines verkappten Professionalismus

Professionalisierung im Fußball war in Frankreich kein gänzlich neues Thema.[1] So erhielt Frankreichs Nationaltorwart Pierre Chayriguès, wie er Ende der 1920er selbst bekannte, 1911 für seinen Wechsel zu Red Star Paris 500 Francs und verdiente anschließend ein monatliches Fixum von 400 FF zuzüglich Siegprämien von jeweils 50 FF. Nach Länderspielen holte er sich regelmäßig einen vierstelligen Betrag aus der FFFA-Geschäftsstelle ab, den der Verband – dessen Präsident Jules Rimet erklärter Verfechter des Amateurgedankens war – als „Reisespesen“, „Verdienstausfallerstattung“ oder „Arzneikosten“ deklarierte. Deswegen konnte Chayriguès es sich erlauben, 1913 ein lukratives Angebot von Tottenham Hotspur (die Rede war von 25.000 FF), in England zu spielen, auszuschlagen.[2]

Virulent wurde die Thematik aber erst nach dem Ersten Weltkrieg, weil ab 1919 die FFFA eine Vereinheitlichung zugunsten des Amateurismus durchzusetzen vermochte, während bis 1914/18 die Verbände unterschiedlich „großzügig“ mit dieser Frage umgegangen waren. Bei etlichen Vereinen kam es daraufhin zu verschiedenen Formen eines heimlichen Berufsspielertums, wie sie auch in Deutschland vor Einführung der Bundesliga existierten. Manche Klubs wurden durch örtliche Unternehmen unterstützt, die sich einen Betriebssportverein hielten und dadurch Arbeitsplätze oder direkte Zahlungen bieten konnten (wie etwa der Automobilhersteller Peugeot in Sochaux, die Einzelhandelskette Casino in Saint-Étienne oder die Sektkellerei Pommery & Greno in Reims).

Andere Vereine lockten umworbene Spieler mit der Existenzsicherung durch Übernahme eines kleinen Geschäfts: was früher in Deutschland die Lotto-Toto-Annahmestelle war, war in Frankreich oft ein Bar-Tabac.[3] Einzelne populäre Spieler vermarkteten auch schon frühzeitig ihren Ruhm; so warben die Nationalspieler Eugène Maës und Henri Bard für Fußballstiefel, die ihren Namen trugen. Bei einigen Klubs waren Zahlungen an Spieler in den 1920ern ein offenes Geheimnis. Zu Olympique Marseille beispielsweise kamen Saison für Saison französische und ausländische Nationalspieler keineswegs nur wegen des angenehmen mediterranen Klimas; bei Red Star Paris spielten nach 1924 zwei Spieler, die kurz zuvor mit Uruguay Olympiasieger geworden waren; Sports Olympiques Montpelliérains hatte 1929 vier namhafte Spieler aus der Schweiz und Jugoslawien in seinen Reihen; der FC Sète ergänzte 1930 das „Ausländerkontingent“ in seinem Kader (drei Briten und ein Jugoslawe) um einen Ungarn, einen Algerier und einen weiteren serbischen Nationalspieler …

Der Nachweis dieses verkappten Professionalismus, den die Franzosen l'amateurisme marron (etwa mit „trickreicher Amateurismus“ zu übersetzen) nennen, fiel der FFFA jedoch schwer: so schloss sie 1923 den FC Cette (heute Sète) aus dem Pokalwettbewerb aus, weil dessen Schweizer Spieler Georges Kramer noch kein halbes Jahr in Frankreich ansässig war – doch ein anderes Verbandsgremium entschied Monate später mit einer Stimme Mehrheit, dies rechtfertige nicht die harte Strafe (weshalb Sète sogar die verpassten Pokalrunden nachholen durfte; Genaueres siehe hier). Zwangsläufig gehörte Sètes langjähriger Präsident Georges Bayrou zu den hartnäckigsten Befürwortern der Einführung eines offiziellen Berufsspielertums, für das er in der Presse und auf allen Verbandsebenen immer wieder warb.

Wenn also die FFFA die Bezahlung von Spielern schon nicht verhindern konnte, so musste ihr Interesse darin bestehen, diese Entwicklung in geordnete Bahnen zu lenken und dadurch zu kontrollieren. Der französische Verband hat sich dann – anders als beispielsweise der Deutsche Fußballbund, der sich 1929/30 („Fall Schalke“, Gründung des Deutschen Professional-Fußballbundes) ebenfalls massiv mit diesem Schisma auseinandersetzen musste – relativ zügig für einen offensiven Umgang mit dem Scheinamateurismus entschieden.

Die „Coupe Sochaux“

Ausgerechnet der erst kurz vorher gegründete FC Sochaux leistete entscheidende Schrittmacherdienste für die Einführung eines landesweiten Ligabetriebes: 1930 stiftete der Vereinssponsor mit Genehmigung der FFF einen Pokal, die Coupe Sochaux, und lud zu diesem weitgehend im Ligamodus[4] ausgetragenen Wettbewerb neben dem FC Sochaux die sieben vermeintlich stärksten Mannschaften ein: je zwei aus dem Norden (Lille Olympique, RC Roubaix), dem Süden (Olympique Marseille, FC Sète) und Paris (Red Star, Club Français) sowie eine aus dem Osten (FC Mulhouse). Dieser Wettbewerb endete 1931 mit dem 6:1-Endspielsieg des Ausrichters gegen Lille. Im Jahr darauf (1931/32) wurde der Wettbewerb wiederholt, diesmal bereits mit 20 Teilnehmern (Sieger: FC Mulhouse, 4:2 gegen Stade Français Paris), und das öffentliche Echo verdeutlichte das große Interesse an einer höchsten nationalen Spielklasse.

Die „Stunde Null“

Am 16. Januar 1932 beschloss eine zwölf Monate vorher eigens dafür von der FFF eingesetzte Kommission unter Jean Bernard-Lévy die endgültigen Modalitäten des zukünftigen Berufsfußballs in Frankreich. Verabschiedet wurde u. a. auch ein Profispielerstatut, nach dem die Spieler mit monatlich höchstens 2.000 alten Francs entlohnt werden durften. Außerdem wurden zwei Aufsichtsgremien geschaffen: Das eine war für Spieler- und Vertragsfragen zuständig; ihm stand der ehemalige Nationalspieler und Journalist Gabriel Hanot vor. Das zweite (Groupement des Clubs Professionnels) befasste sich unter dem späteren Verbandspräsidenten (ab 1949) Emmanuel Gambardella mit Ligabetrieb und Meisterschaft; in ihm waren auch mehrere Vereinsvertreter stimmberechtigt.

Die ersten Jahre (1932–1939)

Meister
(in Klammern: Zahl der Titel)
1932/33: Olympique Lille
1933/34: FC Sète
1934/35: FC Sochaux
1935/36: Racing Paris
1936/37: Olympique Marseille
1937/38: FC Sochaux (2.)
1938/39: FC Sète (2.)

Mit der Spielzeit 1932/33 (exakt am 11. September 1932) begann in Frankreich der professionelle Spielbetrieb. Dazu mussten – und müssen sich bis heute – die teilnehmenden Klubs ein Profistatut geben. 20 Vereine erhielten 1932 die Zulassung für diese erste Spielzeit und gelten somit als die Gründungsmitglieder der Liga. Sie wurden in zwei Spielstaffeln eingeteilt, aber nicht nach regionalen Gesichtspunkten, sondern in jeder Gruppe spielten Vereine aus dem gesamten Staatsgebiet.

Der Gruppe A wurden zugeordnet: FC Hyères, Olympique Lillois, Olympique Marseille, FC Mulhouse, SC Nîmes, OGC Nizza, Excelsior AC Roubaix, FC Sète sowie aus Paris Racing Club und Club Français.
In Gruppe B spielten: Olympique Alésien, Olympique Antibes, AS Cannes, SC Fivois, FC Metz, Sports Olympiques Montpelliérains, Stade Rennais UC, FC Sochaux-Montbéliard und aus Paris Red Star Olympique sowie Cercle Athlétique.

Die beiden Gruppensieger (Lille Olympique und Olympique Antibes) sollten in einem Endspiel den ersten französischen Meister ermitteln – das allerdings gewann Lille gegen die AS Cannes, den Zweiten der Gruppe B, weil Antibes der Bestechung eines Gegners überführt und auf Platz Zwei zurückgestuft wurde. Am Ende der ersten Saison stiegen gleich sechs Klubs ab (Club Français, Red Star, Hyères, Metz, Mulhouse und Alès), keiner kam neu hinzu – die D1 wurde vorübergehend auf 14 Mannschaften verkleinert und fortan nur noch in einer Gruppe ausgespielt.

In den Vorkriegsspielzeiten bis 1938/39 litt der Ligabetrieb zunächst unter manchen „Kinderkrankheiten“. Der Spielmodus wurde häufig verändert (siehe unten), 1933 eine zweite und 1936 eine dritte, allerdings nicht professionelle Liga eingeführt. Neun Vereine übernahmen sich wirtschaftlich und mussten nach kurzer Zeit den Berufsfußball zumindest vorübergehend wieder aufgeben (1934 OGC Nizza, US Suisse Paris, FC Lyon; 1935 US Tourcoing, FC Hispano-Bastidien Bordeaux, SC Nîmes, Club Français, US Saint-Servan-Saint-Malo; 1936 AS Villeurbanne).

Andererseits erhöhte sich die Zahl der Profiklubs in D1 und D2 von 20 (1932/33) über 34 (1935/36) auf 37 (1938/39), und der französische Fußball zog Spieler aus vielen anderen Ländern an, was zweifellos seiner Qualität zugute kam: 1933/34 beispielsweise standen u. a. dreizehn Österreicher, zehn Engländer, sieben Ungarn, fünf Schotten und fünf Deutsche in Frankreichs Eliteklasse unter Vertrag – mit steigender Tendenz, was 1938 zur Beschränkung der Höchstzahl spielberechtigter Ausländer auf zwei pro Mannschaft führte (siehe auch unten). In dieser Zeit gab es noch keinen Verein, der die Liga eindeutig dominiert hätte; vielmehr teilten sich fünf Klubs die sieben Meistertitel: der FC Sochaux und der FC Sète waren je zweimal, Olympique Marseille, Lille Olympique und der Racing Club je einmal erfolgreich.

Die „Kriegsmeisterschaften“

Von 1940 bis 1945 war Frankreich in weiten Teilen von der deutschen Wehrmacht besetzt, ein landesweiter, einheitlicher Spielbetrieb unter Profibedingungen auch aus anderen Gründen nicht möglich. So gab es zwar einen Ligabetrieb in zwei bzw. drei regionalen Gruppen, aber die Aufteilung des Landes in eine freie, eine besetzte und eine verbotene Zone (zone libre, zone occupée, zone interdite) ließ (außer 1945) keine Endspiele zu. Zudem versuchte die dem professionellen Sport ablehnend gegenüberstehende Vichy-Regierung, ihren bei Sportlern und Sportanhängern unpopulären Standpunkt in kleinen Schritten durchzusetzen: in der Saison 1941/42 setzte das Comité national des sports unter Leitung des Staatskommissars Colonel Pascot[5] die Spieldauer von 90 auf 80 Minuten herab. Zwar wurde diese Entscheidung nach einem Jahr rückgängig gemacht, aber dafür musste 1942/43 jeder Profiverein mindestens vier Amateure einsetzen. 1943/44 spielten überhaupt keine Vereinsteams mehr um Meisterschaft und Pokal, sondern nur noch neu gebildete Regionalauswahlen, deren Spieler zu Staatsangestellten wurden. De facto bestanden diese Équipes Fédérales allerdings ganz überwiegend aus den Spielern eines oder höchstens zweier Klubs, und schon 1944/45 wurde auch dieser Versuch wieder aufgegeben. Dennoch dürften diese Experimente sich kontraproduktiv bezüglich einer Steigerung des Fußballsports in der Zuschauergunst ausgewirkt haben.

Darum finden diese Kriegs-Spielzeiten in Frankreich in keinerlei (Spieler-, Mannschafts-, Titel-) Statistiken Berücksichtigung; hingegen wurde der Landespokal weiterhin ausgetragen und auch in den Statistiken offiziell gewertet.

Krieg, Besetzung und Widerstand sorgten auch im professionellen Fußball für eine deutliche Zäsur. Für Spieler, Trainer und Funktionäre unterbrachen bzw. beendeten diese Jahre eine berufliche Karriere (vgl. etwa die Biografien von Jean Snella, Roger Courtois, Étienne Mattler und Larbi Ben Barek). Ebenso überstand mancher Traditionsverein, insbesondere aus der im Grenzgebiet zu Belgien gelegenen zone interdite, die auch wirtschaftlich schwierigen Jahre nicht und war zur Fusion oder Auflösung gezwungen (wie beispielsweise der SC Fivois, US Tourcoing und RC Roubaix).

Meisterschaften ab 1945

Nach der Befreiung Frankreichs änderte sich die oben angesprochene relative Ausgewogenheit der Division 1 nachhaltig und es lassen sich bis in die Gegenwart vier Epochen definieren, die jeweils durch die Dominanz eines oder weniger Vereine geprägt sind.

1945: Rückkehr zur Normalität

Meister
(in Klammern: Zahl der Titel)
1945/46: OSC Lille (2.)
1946/47: CO Roubaix-Tourcoing
1947/48: Olympique Marseille (2.)
1948/49: Stade Reims
1949/50: Girondins Bordeaux
1950/51: OGC Nizza
1951/52: OGC Nizza (2.)
1952/53: Stade Reims (2.)
1953/54: OSC Lille (3.)
1954/55: Stade Reims (3.)
1955/56: OGC Nizza (3.)
1956/57: AS Saint-Étienne
1957/58: Stade Reims (4.)
1958/59: OGC Nizza (4.)
1959/60: Stade Reims (5.)
1960/61: AS Monaco
1961/62: Stade Reims (6.)
1962/63: AS Monaco (2.)
1963/64: AS Saint-Étienne (2.)
1964/65: FC Nantes
1965/66: FC Nantes (2.)
1966/67: AS Saint-Étienne (3.)
1967/68: AS Saint-Étienne (4.)
1968/69: AS Saint-Étienne (5.)
1969/70: AS Saint-Étienne (6.)
1970/71: Olympique Marseille (3.)
1971/72: Olympique Marseille (4.)
1972/73: FC Nantes (3.)
1973/74: AS Saint-Étienne (7.)
1974/75: AS Saint-Étienne (8.)
1975/76: AS Saint-Étienne (9.)
1976/77: FC Nantes (4.)
1977/78: AS Monaco (3.)
1978/79: Racing Strasbourg
1979/80: FC Nantes (5.)
1980/81: AS Saint-Étienne (10.)
1981/82: AS Monaco (4.)
1982/83: FC Nantes (6.)
1983/84: Girondins Bordeaux (2.)
1984/85: Girondins Bordeaux (3.)
1985/86: Paris Saint-Germain
1986/87: Girondins Bordeaux (4.)
1987/88: AS Monaco (5.)
1988/89: Olympique Marseille (5.)
1989/90: Olympique Marseille (6.)
1990/91: Olympique Marseille (7.)
1991/92: Olympique Marseille (8.)
1992/93: kein Titel vergeben
1993/94: Paris Saint-Germain (2.)
1994/95: FC Nantes (7.)
1995/96: AJ Auxerre
1996/97: AS Monaco (6.)
1997/98: Racing Lens
1998/99: Girondins Bordeaux (5.)
1999/2000: AS Monaco (7.)
2000/01: FC Nantes (8.)
2001/02: Olympique Lyon
2002/03: Olympique Lyon (2.)
2003/04: Olympique Lyon (3.)
2004/05: Olympique Lyon (4.)
2005/06: Olympique Lyon (5.)
2006/07: Olympique Lyon (6.)
2007/08: Olympique Lyon (7.)
2008/09: Girondins Bordeaux (6.)
2009/10: Olympique Marseille (9.)
2010/11: OSC Lille (4.)

Fast so, als hätte es nur eine kurze Sommerpause zwischen dem Ende der letzten Vorkriegssaison und der Wiederaufnahme des regulären Ligabetriebes im August 1945 gegeben, entschied der Fußballverband, dass die besten 14 Erstligisten und die beiden Aufsteiger der Saison 1938/39 die neue Division 1 bilden sollten; diese wurde zudem auf 18 Teilnehmer aufgestockt, so dass sich Mannschaften Hoffnungen machen konnten, in diesen Kreis aufgenommen zu werden, die während der Kriegsmeisterschaften besonders erfolgreich abgeschnitten hatten. Weil der SC Fivois mit Lille Olympique-Iris Club fusionierte, gab es schließlich sogar drei freie Plätze, die an Girondins-AS du Port de Bordeaux, Lyon Olympique Universitaire und Stade de Reims fielen – alle drei waren bis dahin ohne Erstligaerfahrung. Ebenfalls neu war der CO Roubaix-Tourcoing, eine Fusion dreier Profiklubs, der den Platz von Excelsior AC Roubaix einnahm.

1945–1963: Aus der Champagne nach Europa

Ausgerechnet zwei dieser Neulinge sorgten gleich zu Anfang für Furore: CORT wurde 1946 Dritter und gewann 1947 die Meisterschaft. Anschließend beherrschte Stade Reims das fußballerische Oberhaus für fast zwei Jahrzehnte: sechsmal gewann der anfangs als „Provinzfußballer“ belächelte Verein aus der Champagne in dieser Zeit die Meisterschaft, wurde dazu dreimal Vizemeister und schloss in diesen 18 Jahren mit einer Ausnahme nie schlechter als auf Platz Vier ab. Dazu machten die Rot-Weißen auch in der Coupe de France (zwei Erfolge) und mehr noch auf europäischer Ebene von sich reden, gewannen 1953 die Coupe Latine und standen 1956 und 1959 jeweils gegen Real Madrid in den Endspielen um den Europapokal der Landesmeister. Die Mannschaft unternahm ausgedehnte Reisen zu Freundschaftsspielen auf sämtlichen Kontinenten, beileibe nicht nur in der frankophonen Welt. Mit sechs aktuellen und zwei langjährigen Reimser Profis stellte sie auch das Gerüst der Nationalelf bei Frankreichs bis dahin größtem Weltmeisterschaftserfolg (Dritter der WM in Schweden). Noch heute spricht man in Anspielung auf den jahrzehntelangen Vereinssponsor, eine Sektkellerei, vom „foot petillant“, dem „prickelnden Fußball“ der Elf aus der Champagne.

Die Rolle als „Kronprinz der Liga“ teilten sich während dieser langen Vorherrschaft der Rémois drei Vereine: Lille OSC wurde zwischen 1945 und 1954 zweimal Meister und tat sich mehr noch im Pokal (fünf Titel) hervor; etwas später löste OGC Nizza (vier Meistertitel zwischen 1950 und 1959) Lille ab, dann folgte die AS Monaco (zweimal Erster zwischen 1956 und 1964). Für Spannung in der Division 1 sorgten ab Mitte der 1950er-Jahre zudem Racing Paris und Nîmes Olympique, die zwei- bzw. dreimal mit dem undankbaren zweiten Platz vorlieb nehmen mussten.

1963–1981: Doppelherrschaft von „Grünen“ und „Gelben“

Mit dem Verlust der vorherrschenden Stellung von Stade Reims, das zeitweilig sogar nur noch zweitklassig spielte, ging der Aufstieg der AS Saint-Étienne einher, die wegen ihrer Spieltracht les Verts (die Grünen) genannt wurde. Von den 18 Titeln dieser Ära gewann der Verein alleine neun, davon vier in Serie (1967–1970), fügte zwei Vizemeisterschaften sowie fünf Pokalsiege hinzu und erreichte 1976 ebenfalls das Europapokalfinale. Ähnlich wie Reims anderthalb Jahrzehnte zuvor stellten die Stéphanois das Gerüst der Nationalelf – und sie wurden während einiger dieser Jahre sogar vom ehemaligen Reimser Trainer Albert Batteux gecoacht.

Allerdings war die Dominanz der „Grünen“ während dieser Ära ständig bedroht, und dies von einem Klub, der überhaupt erst 1963 in die D1 aufgestiegen war: der FC Nantes (oder les Canaris wegen seines gelben Dresses) wurde seinerseits zwischen 1964 und 1986 sechsmal Landesmeister, landete dazu in sieben Spielzeiten auf Platz Zwei, war allerdings im Pokal (nur ein Titel) und auf europäischer Ebene weniger erfolgreich als Saint-Étienne.

Lediglich am Ende der Saison 1971/72 stand weder die ASSE noch der FCN auf einem der beiden ersten Plätze: das war die kurze Zeit, in der Olympique Marseille sich anschickte, in die Phalanx von Grün und Gelb einzubrechen; die Südfranzosen wurden zwischen 1970 und 1972 auch zweimal französischer Meister, aber danach dominierten Saint-Étienne und Nantes noch ein Jahrzehnt lang die Liga wieder alleine.

Auf europäischer Ebene allerdings zog ein Außenseiter mit den Verts gleich: 1978 erreichte der Liga-Nobody SEC Bastia das Endspiel im UEFA-Pokal, konnte es aber auch nicht gewinnen.

In diese Zeit fällt auch eine Neuerung, die ganz maßgeblich dazu beigetragen hat, dass französische Vereine und insbesondere die Nationalmannschaft auf lange Sicht besser mit den anderen starken Nationen des Weltfußballs mithalten konnten: die Pflicht aller Profiklubs zu systematischer Ausbildung und Förderung des Nachwuchses (siehe eigenes Kapitel unten).

1981–1999: Beständig war nur der Wechsel

In diesem Zeitraum gab es keine einzelne Mannschaft, die nahezu durchgehend als sicherer Titelaspirant gelten konnte, sondern sieben Vereine teilten sich die 18 Meisterschaften, und es gelang sogar nur zweien von ihnen, in aufeinanderfolgenden Jahren ihren Titel zu verteidigen: das waren Girondins Bordeaux (zwischen 1980 und 1990 viermal auf Platz Eins, dazu dreimal Vizemeister) und Olympique Marseille (zwischen 1986 und 1994 vier Meisterschaften – 1989–1992 in Serie –, dazu zwei zweite Plätze).

Marseille beendete zudem die Saison 1992/93 als Tabellenführer, allerdings wurde ihm dieser Titel wegen einer Spielmanipulation nachträglich aberkannt, auch nicht an den Tabellenzweiten vergeben, und OM wurde 1994 in die zweite Liga zurückgestuft.

Weitere Spitzenteams dieses Abschnittes waren AS Monaco (drei Titel und drei zweite Plätze zwischen 1978 und 1993), Paris Saint-Germain (zwei erste, vier zweite Plätze 1982–1997) und der FC Nantes (zwei Titel 1983 und 1995 sowie zweimal Vizemeister). Zudem gelang der AJ Auxerre (1996) und dem RC Lens (1998) jeweils ihre bisher einzige Meisterschaft.

Möglicherweise trug allerdings diese Verbreiterung der Leistungsspitze in der D1, die die Mannschaften regelmäßig stärker forderte, dazu bei, dass die französischen Vertreter in den Europapokalwettbewerben häufiger als je zuvor die Endspiele erreichten. Im UEFA-Pokal gelang dies Bordeaux (1996) und Marseille (1999), im Pokalsiegerwettbewerb Monaco (1992) und Paris (1996, 1997) und in der Champions League Marseille (1991, 1993). Zum ersten Mal holten dabei zwei Teams aus der Division 1 sogar den jeweiligen Pokal, nämlich Marseille 1993 und PSG 1996.

Seit 1999: Hegemonie eines einzelnen Klubs

In den bisherigen zwölf Spielzeiten dieses Zeitraums hat sich ein Alleingang entwickelt: zwar gewannen anfangs mit AS Monaco und FC Nantes zwei „Altmeister“ den Titel, aber von 2002 bis 2008 konnte sich nur noch Olympique Lyon in die Meisterliste eintragen, nachdem die Elf aus dem Stade Gerland 2001 schon Platz Zwei belegt hatte. Erstmals misslang OL die erneute Titelverteidigung 2009, als bereits nach dem drittletzten Spieltag rechnerisch feststand, dass die Trophäe in einer anderen Vereinsvitrine Platz finden würde, und auch in den folgenden beiden Jahren ging sie in andere Städte. Dennoch beendete Lyon auch in diesen Jahren die Saison stets auf dem zweiten oder dritten Rang. Mit Olympique Marseille (2010) und OSC Lille (2011) wurden zwei Klubs Meister, deren letzter Titelgewinn jeweils schon sehr lange zurücklag – bei Lille sogar weit über ein halbes Jahrhundert. Dafür erreichte mit der US Boulogne (2009) und AC Arles-Avignon (2010) der 67. beziehungsweise der 68. Klub in der Ligageschichte die sportliche Qualifikation für die L1, wenn auch in beiden Fällen nur für eine Saison. Im Sommer 2011 kamen mit dem FC Évian Thonon Gaillard und dem FCO Dijon sogar gleich zwei Erstliganeulinge hinzu.

Ohnehin folgte auch in den zurückliegenden Jahrzehnten für die dominierenden Klubs der Liga auf einige Jahre voller Triumphe der Alltag im Mittelfeld und gelegentlich sogar der tiefe Fall in die Ligue 2. Dass vergangene Größe wenig zählt, musste beispielsweise der FC Nantes erfahren, der 2007 nach 44 Jahren ununterbrochener Erstligazugehörigkeit abstieg; 2008 sind mit Racing Lens, Racing Strasbourg und dem FC Metz gleich drei Klubs abgestiegen, die in der Vergangenheit manch wichtiges Kapitel im „Buch des französischen Ligafußballs“ geschrieben haben. Und die AS Monaco spielt 2011/12 zum ersten Mal seit 34 Jahren nicht mehr in der Ligue 1.

Dabei hat die Ligue 1 gerade im zurückliegenden Jahrzehnt derart an Stärke und Renommee gewonnen, dass sie neben Premier League, Primera División, Serie A und Bundesliga zu den bedeutendsten Fußballligen weltweit gezählt wird. AS Monaco gelang 2004 der Einzug in das Champions-League-Finale; Serienmeister Olympique Lyon erreichte je dreimal das CL-Viertel- und Achtelfinale, ehe er sich 2010 nach einem „innerfranzösischen“ Viertelfinale gegen Girondins Bordeaux für die Vorschlussrunde qualifizierte.

Ligue 1 in der Saison 2011/12

Karte Ligue-1-2-Klubs 2011-2012.png

In der Saison 2011/12 gehören der Ligue 1 folgende Vereine an (in Klammern Platzierung und eventuelle Titel der Vorsaison):

Die abgelaufene Saison 2010/11 war nur in der Abstiegszone bis zum Ende von Spannung gekennzeichnet: gleich sieben Mannschaften konnten nach dem vorletzten Spieltag noch auf dem die Relegation bedeutenden 18. Platz enden. Dieses Los traf schließlich die AS Monaco, die die bereits seit längerem für die zweite Liga planenden RC Lens und Neuling AC Arles-Avignon begleiten musste. An der Tabellenspitze hingegen entschied sich zu diesem Zeitpunkt lediglich noch die Frage, ob Lyon oder Paris den dritten französischen Champions-League-Platz 2011/12 einnehmen würde. Hingegen standen die ersten beiden Ränge bereits vorzeitig fest; Meister Lille, das sich auch auf den erfolgreichsten Angriff und den besten Torjäger der Liga stützen konnte, hatte zudem zwei Wochen zuvor bereits den Landespokal gewonnen.

Keiner der Vorjahresabsteiger kehrt in die Ligue 1 zurück, wenngleich Le Mans FC nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz gescheitert ist; Grenoble Foot wurde sogar in die dritte Liga „durchgereicht“. Dafür sind mit Évian Thonon Gaillard (spielte vor zwei Jahren noch in der drittklassigen National) und Dijon zwei Mannschaften aufgestiegen, die noch nie zuvor der höchsten Profispielklasse angehört haben; begleitet werden sie vom AC Ajaccio.

Der erste Spieltag der neuen Spielzeit wurde auf den 6. August 2011 terminiert, der achtunddreißigste und letzte für den 20. Mai 2012. Erneut wird es nur eine kurze Winterpause von Weihnachten bis Mitte Januar geben. Die Zeitfenster für Spielertransfers werden vom 9. Juni bis 31. August 2011 sowie um den Jahreswechsel 2011/2012 (noch nicht exakt terminiert) geöffnet sein.[6]

UEFA-Fünfjahreswertung und Europapokalplätze 2011/12

Nach Abschluss der Saison 2010/11 liegt Frankreich in der UEFA-Fünfjahreswertung hinter England, Spanien, Deutschland und Italien weiterhin – vor Portugal – auf dem fünften Platz. Somit stehen der Ligue 1 auch weiterhin zwei sichere Startplätze (für den Meister OSC Lille und den Vizemeister Olympique Marseille) in der Champions League 2011/12 zu, für die sich zudem auch der Ligadritte Olympique Lyon qualifizieren kann. Hinzu kommen drei feste Plätze in der UEFA Europa League für den Viertplatzierten (Paris SG) sowie die Sieger des Landes- und des Ligapokals; da diese 2011/12 beide in der Champions League antreten, spielen diesmal auch der Fünft- und Sechstplatzierte (FC Sochaux, Stade Rennes) auf europäischer Ebene mit. Auch 2012/13 hat die Ligue 1 Anspruch auf drei plus drei Plätze.[7] Frankreichs Abstand zu Russland auf dem siebten Rang der Fünfjahreswertung – gleichbedeutend mit dem Verlust des dritten CL-Platzes – hat sich in dieser Spielzeit kaum verringert.[8]

Die Ligue 1 im Vergleich mit den vier „großen“ europäischen Ligen

Einer auf Basis der Zahlen von 2007 erhobenen schweizerisch-französischen Untersuchung zufolge weist der Spitzenfußball in Frankreich eine Reihe typischer Besonderheiten auf, die ihn von den Ligen in England, Italien, Spanien und Deutschland signifikant unterscheiden:[9]

  • Nur 31,1 % der Profis sind auch Nationalspieler; bei den vier „Großen“ liegen die entsprechenden Werte zwischen 41,2 (Spanien) und 67,7 % (England)
  • 32,5 % der Spieler stehen bei dem Klub unter Vertrag, bei dem sie als Jugendliche ausgebildet wurden; dagegen bewegen sich die Vergleichszahlen nur zwischen 8,5 (Italien) und 20,5 % (Spanien)
  • Französische Erstligaspieler sind mit einem Durchschnittsalter von 24,9 Jahren etwas jünger als ihre Kollegen (zwischen 25,5 in Deutschland und 26,4 Jahren in Italien)
  • In Frankreich besitzen nur 33,1 % der Profis eine andere Staatsangehörigkeit, während deren Anteil in den Vergleichsligen zwischen 36,8 (Italien) und 59,4 % (England) liegt
  • 78 Franzosen, aber nur 16 Italiener, 15 Spanier, zehn Deutsche und kein einziger Engländer spielen in einer der vier anderen ausländischen Ligen, die hier verglichen werden
  • Die Vereinstreue ist in Frankreich relativ hoch und wird lediglich von der Bundesliga übertroffen: seit mindestens drei Jahren beim selben Verein spielen in Deutschland 39,0, in Frankreich 36,2, in den drei anderen Ligen nur zwischen 31,1 und 34,6 % der Profis

Nach Fortschreibung dieser Studie haben sich die Spezifika der Ligue 1 in den Jahren 2008 und 2009 nur graduell, nicht jedoch grundsätzlich verändert.[10] Insbesondere ist der französische Fußball mit 85 Auslandsprofis weiterhin die „europäische Spielerquelle Nummer eins“; weltweit „exportieren“ nur Brasilien (139) und Argentinien (95) mehr Spieler als Frankreich. Auf dem vierten Rang folgen, mit weitem Abstand, die Niederlande (36).[11]

Meisterschaftsmodus im Wandel

Die Aufteilung der Division 1 in zwei Gruppen wurde nach dem ersten Jahr aufgegeben: seit 1933 war die höchste Spielklasse, mit Ausnahme der Kriegs- und Besatzungsjahre (1939–1945), stets eingleisig. Ansonsten wurde der Ligacharakter (Heim- und Auswärtsspiel jedes Klubs gegen jeden anderen; die erreichten Punkte und das Torverhältnis entscheiden am Ende der Saison über die Platzierung) von 1932 bis in die Gegenwart beibehalten. Die Meisterschaft wird nicht kalenderjährlich, sondern über den Jahreswechsel hinweg ausgetragen; der Meister des Jahres x hat also seinen Parcours im Jahr x–1 begonnen.

Saisondauer und Spielpausen

  • Abhängig von der Zahl der teilnehmenden Mannschaften fand der erste Spieltag der D1 meist Anfang August jeden Jahres, im Einzelfall auch bereits ab Mitte Juli statt. Die Auftaktsaison 1932/33 startete sogar erst im September, allerdings hatten die Mannschaften da insgesamt auch nur je 18 Begegnungen auszutragen.
  • Saisonende ist normalerweise im Mai, aber auch hier gab und gibt es Ausnahmen: so endete die erste Nachkriegssaison erst am 26. Juni 1946, in Jahren einer Weltmeisterschaft mit Beteiligung der Équipe tricolore hingegen auch deutlich früher (1985/86 etwa bereits am 12. April).
  • Die rund zweimonatige Sommerpause ist zum einen den klimatischen Bedingungen im südlichen Teil Frankreichs geschuldet, hängt aber auch mit den Besonderheiten der französischen Urlaubsregelung zusammen: nach dem Zweiten Weltkrieg schälte sich ein System heraus, wonach insbesondere Angestellte (die „Juilletistes“) im Juli und Arbeiter (die „Aoûtistes“) ab dem ersten Augustwochenende ihren Jahresurlaub nehmen mussten – die großen Industriebetriebe schlossen bis in die jüngste Zeit im August wegen Betriebsferien –; auch die Ferien an Schulen und Hochschulen erstrecken sich über diese beiden Monate.
  • Zwischen den Jahren wurde bis einschließlich 1963/64 ohne Unterbrechung durchgespielt, auch an den Weihnachtstagen und Silvester. Eine Winterpause wurde erstmalig 1964/65 eingeführt, die in der Regel aber kürzer als beispielsweise die deutsche ist und nur ca. vom 20. Dezember bis 15. Januar dauert.
  • Abendspiele unter Flutlicht wurden für die gesamte Liga erstmals am 19. September 1957, dem 5. Spieltag der Saison 1957/58, angesetzt.[12]

Teilnehmerzahl und Verfahrensregelungen

  • Meist spielten 20 Mannschaften (1932/33, 1946/47, 1958–1963, 1965–1968, 1970–1997 und seit 2002) um den Titel; eine 18er-Liga gab es 1945/46, 1947–1958, 1963–1965, 1968–1970 und 1997–2002, 16 Konkurrenten 1934–1939 und nur 14 in der zweiten Saison (1933/34).
  • Die Zahl der Ab- und damit auch der Aufsteiger variierte häufig: es gab Spielzeiten, in denen nur der Tabellenletzte in die zweite Liga musste (1968–1970), maximal betraf dies sogar die letzten vier Teams (1958–1963); sehr häufig gab es auch eine Kombination aus feststehenden Abstiegsplätzen (z. B. die letzten beiden) und Ausscheidungsspielen (Barrages) zwischen den nächstschlechteren Mannschaften gegen den Dritten (und Vierten) der Division 2, von deren Ausgang der Verbleib in der Liga abhing. Seit 1997 gilt hier, dass die letzten Drei absteigen.
  • Die Zwei-Punkte-Regelung für einen Sieg galt von 1932 bis 1988; 1988/89 wurden versuchsweise für einen Sieg drei Punkte vergeben. Dann kehrte man zur alten Regelung zurück, ehe mit der Saison 1994/95 endgültig die Drei-Punkte-Regel eingeführt wurde. Zudem hat man kurzzeitig versucht, den attraktiven Angriffsfußball durch Zusatzpunkte zu fördern: pro Spiel bekam jede Mannschaft einen Punkt mehr, die mindestens drei Tore geschossen (1973–1975) bzw. die ihr Spiel mit mindestens drei Toren Unterschied gewonnen hatte (1975/76). Die unterhalb der D3 bestehende Vier-Punkte-Regel, wonach jede Mannschaft für jedes ausgetragene Spiel – unabhängig vom Ergebnis – einen zusätzlichen Punkt erhält, hat sich im Profibereich nie durchgesetzt. Veränderungen des Meisterschaftsmodus zur Steigerung der Torquote und zur Förderung der Spannung sind auch aktuell im Gespräch: in der Saison 2006/07 werden Geldprämien für offensivfreudige D1-Teams ausgeschüttet (siehe unten); allerdings blieb der Verband damit hinter einem weitergehenden Vorschlag zurück, der u. a. eine Zusatzpunkteregelung analog derjenigen der 70er Jahre vorsah.
  • Bei Punktgleichheit von Mannschaften wurde bis einschließlich der Saison 1964/65 der Torquotient, seither die Tordifferenz (und bei Gleichstand auch in dieser Frage: die höhere Zahl der erzielten Treffer) zur Ermittlung der Reihenfolge herangezogen; diese Neuerung bevorteilt Teams, die offensiver spielen. Von der alten Regelung profitierte beispielsweise 1961/62 Stade de Reims: mit einem Torverhältnis von 83:60 (Quotient 1,383) wurde es Meister vor dem punkt- und tordifferenzgleichen RC Paris (86:63 Tore, Quotient 1,365), der bei Anwendung der Differenzregel wegen seiner mehr erzielten Treffer die Nase vorn gehabt hätte.
  • 1958/59 wurde die Möglichkeit eingeführt, für einen verletzten Spieler einen Ersatzmann einzuwechseln; Auslöser war das Halbfinalspiel bei der WM 1958, in dem Frankreichs Robert Jonquet fast 60 Minuten lang mit einem doppelten Schienbeinbruch auf dem Spielfeld herumstand, damit die Équipe Tricolore nicht zu zehnt gegen Brasilien weiterspielen musste. 1976 wurde das Austauschkontingent auf zwei Spieler erhöht, zudem zu einem grundsätzlichen Recht erweitert, bei dem es nicht mehr darauf ankam, ob der Ausgewechselte tatsächlich verletzt war; heute sind maximal drei Wechsel zulässig. Dazu müssen die möglichen Einwechselspieler vor Anpfiff auf dem Spielberichtsbogen vermerkt werden, der aktuell (2010/11) in der D1 insgesamt 18 Namen enthalten darf, in der D2 nur 16.
  • Rückennummern auf den Spielertrikots wurden ab 1948 üblich, zuerst in der Nationalmannschaft, bald darauf auch in den Vereinen. Zwar haben heutzutage die klassischen Zahlen 1 bis 11 ausgedient, die zugleich ja auch die Spielposition ihres Trägers charakterisierten. Aber „Phantasienummern“ in großer Höhe sind auch weiterhin nicht zulässig – das Reglement der Liga untersagt Nummern über 30 mit zwei Ausnahmen: die 33 ist für einen Spieler reserviert, der kurzfristig und nachträglich einen anderen auf dem Spielberichtsbogen ersetzt, und im zu begründenden Einzelfall darf von der Regel abgewichen werden. Weiterhin sind die 1, 16 und 30 den Torhütern jeder Mannschaft vorbehalten.[13]
  • Kommerzielle Werbung auf den Trikots ist seit 1968/69 zulässig.
  • Bis 1962 galt die Regelung, dass bei allen Ligaspielen die Einnahmen zwischen den beiden beteiligten Klubs im Verhältnis 60:40 zugunsten des Heimvereins geteilt wurden, wovon vorrangig Vereine profitierten, die aufgrund ihrer spielerischen Attraktivität auswärts deutlich mehr Zuschauer als bei Heimspielen anzogen (wie es insbesondere für Stade de Reims bis Anfang der 1960er Jahre zutraf).

Freiwillige und Zwangsabstiege, Lizenzkauf und Fusion

  • Erstmals schon in den 30er Jahren (siehe oben), dann wieder Anfang der 1960er gab es eine regelrechte Welle freiwilliger, wirtschaftlich begründeter Ausstiege aus dem Profibereich, wovon auch ehemalige Landesmeister (FC Sète, CO Roubaix-Tourcoing) und Traditionsvereine (CA Paris, AC Troyes, Le Havre AC, FC Nancy) nicht verschont blieben. Ebenso sind die Jahre um 1990 von mehreren Konkursen gekennzeichnet, meist gefolgt von einer sofortigen Wiedergründung unter neuem Namen.
  • Zwangsabstiege, meist aus wirtschaftlichen Gründen bis hin zum Konkurs, hat es insbesondere seit den 1980ern auch gegeben: so wurden 1991 gleich drei Vereine trotz sportlicher Qualifikation (Girondins Bordeaux als 10., Brest Armorique als 11. und OGC Nizza als 14. der Tabelle) zum Abstieg verurteilt.
  • Teils wurden Vereine auch wegen rechtlicher Unregelmäßigkeiten relegiert: schon 1932/33 hatte Olympique Antibes sich einen Sieg erkauft und durfte deshalb nicht das Endspiel um die Meisterschaft bestreiten. Olympique Marseille erhielt nachträglich den Meistertitel für 1993 aberkannt („Affaire OM-VA“, Bestechung von Spielern der US Valenciennes-Anzin) und wurde ein Jahr später ebenfalls in die zweite Liga „strafversetzt“. Red Star Paris wurde sogar zweimal (1954 und 1960) wegen Bestechungsversuchen gegnerischer Mannschaften vorübergehend aus dem Profibereich ausgeschlossen. Man kann also feststellen, dass Verband bzw. Liga in Frankreich bei bekannt gewordenen Manipulationen konsequent durchgriffen. Das gilt auch für Dopingfälle: 1995/96 beispielsweise erhielten mehrere Spieler wegen nachgewiesenen Cannabis-Konsums Sperren (darunter, für zwei Spiele, Fabien Barthez), und 1998 wurde ein Profi wegen Nandrolon-Dopings für 18 Monate gesperrt.
  • Als Besonderheiten gab es auch den Kauf des Ligaplatzes eines Klubs durch einen anderen (Red Star Paris 1967 von Toulouse FC) bzw. die Fusion zweier Vereine zwecks Ligaerhalt (aus RC Paris und UA Sedan-Torcy wurde 1966 dadurch zeitweise der RC Paris-Sedan; zwischen beiden Städten liegen rund 250 km).

Die Meisterschaftstrophäe

Der erste französische Meister, Olympique Lille, erhielt nach dem Endspiel 1933 eine große Blumenvase überreicht, die von der Tageszeitung Le Petit Parisien gestiftet worden war und in Lilles Besitz blieb. Der Zeitungsverlag stellte deshalb ab 1934 eine neue Trophäe zur Verfügung, nunmehr als Wanderpokal; mit dieser – nach 1945 lediglich mit einer anderen Plakette versehen, weil die Zeitung ab dann Le Parisien Libéré hieß – wurde bis 2002 der jeweilige Meister der Division 1 ausgezeichnet. Allerdings fand nur gelegentlich eine offizielle Übergabezeremonie am letzten Spieltag einer Saison statt.

Mit der Umbenennung der Liga wurde ein von der Designerin Andrée Putman entworfener neuer Meisterpokal („Trophée de Ligue 1“) geschaffen und erstmals 2003, direkt nach dem Schlusspfiff des letzten Spieltages, an die Meistermannschaft übergeben. 2006 entschied der Ligaverband, dass Olympique Lyon die Trophäe für seine fünf in Folge errungenen Meisterschaften behalten dürfe; deshalb beauftragte der Verband den Bildhauer Pablo Reinoso mit der Herstellung eines neuen Wanderpokals, der seit Mai 2007 den Meister auszeichnet. Diese Trophäe trägt den Namen „Hexagoal“, ein Wortspiel aus Hexagone (Sechseck), wie Frankreich auch bezeichnet wird, und dem englischen Wort Goal (Tor).

Systematische Nachwuchsförderung

In der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre wurde ein heute eher noch intensiviertes System der Talentförderung eingeführt, das alle Profivereine dazu verpflichtet, ein Sportinternat (Centre de Formation, CdF) aufzubauen. Dies erfordert zwar hohe Investitionen, doch ermöglicht es auch den weniger finanzstarken Klubs, immer wieder gute, junge Spieler in die eigenen Reihen einzubauen und nennenswerte Erlöse aus deren Transfers an Vereine im In- und Ausland zu erzielen. Gelegentlich behalten sogar Vereine, die in den Amateurbereich zurückkehren, ihr CdF (wie 2004 die AS Cannes), weil die Existenz einer solchen Einrichtung durchaus auch bei einem Dritt- oder Viertligisten für begabte Jugendliche attraktiv sein kann. Sicherlich kann sich nicht jeder Klub eine Anlage wie Girondins Bordeaux leisten, die ihr Sportinternat im „Château Bel Air“, einem 1746 errichteten Schloss mit weitläufigem Trainingsgelände in Le Haillan, untergebracht haben; aber zahlreiche Vereine beschäftigen für den Nachwuchsbereich hochqualifiziertes Personal, oft auch ehemalige Profis: bei Bordeaux beispielsweise leitete Gernot Rohr viele Jahre deren Ausbildungszentrum. Die Mannschaften des ältesten Jugendjahrganges nehmen an der französischen Jugendmeisterschaft (Coupe Gambardella) teil.

Seit der Saison 2002/03 bewertet die FFF diese Nachwuchsarbeit jährlich mithilfe eines differenzierten Punktesystems („Classement des centres de formation“) und zeichnet die jeweils besten drei Vereine aus. Die bisherigen Gewinner waren AJ Auxerre (2003), Montpellier HSC (2004, 2005) und Stade Rennes (2006, 2007, 2008, 2009, 2010).[14]

Auch die FIFA bewertet diese Investitionen hoch: pro Spieler und Jahr kalkuliert sie deren Kosten mit 90.000 Euro (für einen 16- bis 18-jährigen); für jedes Ausbildungsjahr vor dem 16. Geburtstag werden weitere 10.000 Euro zu einem eventuellen Transferwert dazugerechnet. Im Gegenzug für diese nicht nur fußballerische, sondern auch schulische Ausbildung sind in Frankreich die Absolventen verpflichtet, ihren ersten Profivertrag für maximal drei Jahre bei dem ausbildenden Verein zu unterschreiben. Diese Regelung wird gelegentlich umgangen, indem Nachwuchsspieler – häufig aufgrund des Drängens ihrer wirtschaftlich interessierten Berater – einen Vertrag mit einem ausländischen Klub abschließen. Das ist aber die Ausnahme: von 1998 bis 2006 betraf dies 17 Fälle, die bekanntesten darunter Mickaël Silvestre (von Rennes zu Inter Mailand), Guy Demel (von Nîmes zu Arsenal) und Mathieu Flamini (von Marseille gleichfalls zu Arsenal).[15]

Dass die Internate sich für Vereine und junge Spieler gleichermaßen lohnen, lässt sich an der Saison 2007/08 exemplarisch nachweisen: von den insgesamt 518 Fußballern in den 20 Ligue-1-Kadern stehen 173 (entsprechend 33,4 %) bei dem Klub unter Vertrag, aus dessen Centre de Formation sie stammen, also im Mittel neun „Eigengewächse“ in einem 26 Spieler umfassenden Kader. Es ist nicht ungewöhnlich, dass diese mit Erreichen der Volljährigkeit zunächst für ein Jahr an einen Zweit- oder Drittdivisionär ausgeliehen werden, um dort Spielpraxis zu sammeln; anschließend wird aber ein nennenswerter Anteil vom Stammverein zurückgeholt und in das eigene Erstligaaufgebot eingebaut. So verfahren auch nicht etwa nur Klubs, die sportlich bzw. finanziell zu den schwächeren gehören – Bordeaux, Lille und Rennes liegen mit einem Anteil von über 40 % sogar noch weit über dem Ligadurchschnitt. Spitzenreiter sind Aufsteiger FC Metz und die AS Nancy, deren Profis nahezu zur Hälfte schon vor ihrer Volljährigkeit bei diesen Klubs spielten, während bei den Vorjahresaufsteigern Lorient und Valenciennes (11 bzw. 12 %) sowie bei Marseille und Paris (um 20 %) nur sehr wenige Spieler aus dem eigenen Internat stammen.[16]

In der Saison 2008/09 hat sich Aufsteiger Le Havre AC in dieser Hinsicht an die Ligaspitze katapultiert: 16 Spieler entsprechend zwei Dritteln seines Kaders stammen aus der eigenen Nachwuchsförderung; hinzu kommen acht weitere in Le Havre ausgebildete Fußballer, die bei Ligakonkurrenten unter Vertrag stehen. Auch Nancy, Lille, Monaco und Bordeaux setzen auf eine zweistellige Zahl von Eigengewächsen. Schlusslichter dieser Wertung sind Nizza, Lorient (je 4), Marseille (3) und Valenciennes (1).[17]

Auch der französische Fußballverband selbst betreibt in den verschiedenen Regionen des Landes solche „Talentschmieden“, die eng mit den jeweiligen Vereinsinternaten kooperieren, sowie in Clairefontaine-en-Yvelines bei Paris das INF (Institut national de formation), das sich insbesondere der jugendspezifischen Trainerausbildung verschrieben hat, und das Centre technique national Fernand-Sastre.

Außerdem müssen alle Profiklubs eine zweite Mannschaft für Nachwuchsspieler (Reserve Pro) unterhalten. Diese Reserveteams nehmen am Spielbetrieb der Amateurligen teil, können also nicht höher als in die viertklassige CFA aufsteigen. In der Saison 2007/08 spielen 22 Reservemannschaften in den vier Staffeln dieser höchsten Amateurliga, 2008/09 nur noch 18.

Die Fachwelt ist sich weitestgehend darüber einig, dass gerade diese Maßnahmen wesentlich zur dauerhaften Etablierung des französischen Fußballs in der europäischen Spitze beigetragen haben – neben der Tatsache, dass die Liga schon frühzeitig bevorzugtes Ziel für Immigranten aus der frankophonen Welt war.

Die französische Liga als Magnet für ausländische Spieler

Die ab 1932 klare Trennung zwischen bezahltem und Amateurfußball führte dazu, dass in Frankreich schon in den 1930er Jahren Spieler aus vielen europäischen Staaten ihrem Sport legal gegen Bezahlung nachgingen, insbesondere von den britischen Inseln, aus Österreich und Ungarn, aber auch einzelne Deutsche wie Willibald Kreß, der vom DFB wegen angeblichen Berufsspielertums für die Saison 1932/33 gesperrt worden war, und Oskar Rohr. Begünstigt wurde dies im Einzelfall auch durch die politische Entwicklung in den deutschsprachigen Ländern; so nahmen manche Spieler insbesondere nach dem „Anschluss“ Österreichs die französische Staatsbürgerschaft an und spielten danach auch für die französische Fußballnationalmannschaft (z.B. Rudolf „Rodolphe“ Hiden oder Gustav „Auguste“ Jordan). Auf diese Weise konnten die Klubs zudem die anfängliche Regelung umgehen, dass pro Mannschaft nicht mehr als vier Ausländer spielen durften. Aufgrund des Spanischen Bürgerkriegs (1936–1939) zog es zahlreiche Spieler katalanischer und baskischer Herkunft insbesondere zu Klubs im Süden Frankreichs. Darüber hinaus haben sich viele Einwanderer aus Italien und Polen, die vor allem im nordfranzösischen Bergbau tätig waren, bzw. ihre Söhne und Enkel in der Ligue 1 einen Namen gemacht; stellvertretend seien aus den frühen Jahren Roger Piantoni, Michel Platini, Raymond Kopaczewski und Léon Glovacki genannt. Auch Spieler aus den französischen überseeischen Besitzungen und den ehemaligen Kolonien der Grande Nation prägten die Liga zunehmend (von Larbi Ben Barek über Marius Trésor bis Zinédine Zidane). Ihrer aller Geschichte ist ein „verkleinertes und zeitlich verzögertes Abbild der französischen Immigration des 20. Jahrhunderts“.[18]

Zahlen ausländischer Profis in Frankreich

(Jeweils ohne naturalisierte Spieler)

  • Von 1932 bis 1939 standen insgesamt 541 Ausländer bei den Profiklubs der D1 und der D2 unter Vertrag, davon 132 Briten, 108 Österreicher, 84 Ungarn, 44 Tschechen, 34 Spanier, 22 Schweizer und 21 Argentinier.
  • Von 1944 bis 1997 spielten insgesamt 2.281 Ausländer in D1 und D2, als größte Gruppen 265 Jugoslawen, 147 Algerier, 145 Argentinier, 142 Polen, 121 Spanier, 92 Senegalesen, 87 Italiener, 81 Marokkaner, 75 Kameruner, 74 Ivorer, 68 Niederländer, 67 Brasilianer, 66 Ungarn, 60 Deutsche, 50 Tschechen und 49 Dänen.
  • Nach 1997 liegen keine den gesamten Zeitraum abdeckenden Zahlen vor, aber der hierüber ablesbare Trend (von „Fußballmigranten“ aus West-/Mitteleuropa hin zu Spielern aus Schwarzafrika und Osteuropa) hat sich nicht signifikant verändert, ebenso wenig die Attraktivität, die Frankreich speziell auf Argentinier ausübt, von denen zwei (Delio Onnis und Carlos Bianchi) zu den erfolgreichsten Ligue-1-Torschützen aller Zeiten gehören. Der massenhafte „Exodus“ brasilianischer Fußballer ist ein relativ neues Phänomen,[19] das nicht nur in Frankreich zu beobachten ist. Dies bestätigen aktuell (Saison 2010/11) die folgenden Zahlen: von insgesamt 199 Ausländern (entsprechend einem Anteil von 41 % aller Ligue-1-Spieler) stammen 112 aus Afrika (darunter 19 Senegalesen, 15 Malier und je 12 Ivorer bzw. Kameruner), 38 aus Südamerika (hauptsächlich Brasilianer und Argentinier) und 45 aus Europa.[20]

Was sich allerdings seit den 1990er Jahren stark verändert hat, ist die „umgekehrte Richtung“: die Zahl französischer Kicker gehobener Spielstärke hat stark zugenommen, die die Ligue 1 verlassen, um ihrerseits im Ausland – und da vor allem in den drei europäischen Spitzenligen (England, Spanien, Italien) – Geld zu verdienen. In der englischen Premier League bilden die 36 Franzosen sogar das größte Ausländerkontingent, noch vor Iren und Schotten.[20] Dafür ist einerseits das Bosman-Urteil verantwortlich, andererseits aber auch die gute, systematische Ausbildung sehr vieler französischer Kicker seit frühester Jugend; hinzu kommt, dass selbst führende Klubs der Liga nur in den seltensten Fällen mit den finanziellen Möglichkeiten der G-14 und anderer ausländischer Vereine Schritt halten können (siehe auch unten).

Zulässige Zahl ausländischer Kicker

1938 sah sich die FFF genötigt, wegen des starken Zustroms von Ausländern deren Zahl auf zwei je Mannschaft zu beschränken; während der „Kriegsmeisterschaften“ versuchte das Vichy-Regime – wenn auch angesichts seiner Kurzlebigkeit erfolglos – sogar durchzusetzen, dass ausschließlich eigene Staatsangehörige Leistungssport betrieben. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass Frankreich damals noch über zahlreiche Kolonien verfügte, deren Bewohner ebenfalls als Franzosen betrachtet wurden. Insofern ging der rechtsradikale Politiker Jean-Marie Le Pen mit seiner Kritik an der Zusammensetzung der Nationalmannschaft sogar noch einen Schritt weiter, als er um die Jahrtausendwende monierte, er könne darin keine französische Mannschaft mehr erkennen.

1958 verbot der französische Verband vorübergehend die Verpflichtung neuer Ausländer. Mit der Einführung der Freizügigkeit von Personen innerhalb des Europäischen Binnenmarktes ist in den 1990ern eine veränderte Situation entstanden; Profifußballer aus anderen EU-Staaten dürfen ihre Arbeitskraft ohne quantitative Beschränkung auch in Frankreich anbieten und fallen nicht mehr unter entsprechende Ausländerregelungen. Dem haben sich Verband und Liga inzwischen angepasst: Heutzutage (Stand: 2006) ist es Vereinen der Ligue 1 erlaubt, bis zu vier (Ligue 2: zwei) Spieler unter Vertrag zu nehmen, die nicht aus einem der Staaten des EWR oder einem mit der EU assoziierten Gebiet stammen. Diese dürfen bei Ligabegegnungen auch gleichzeitig eingesetzt werden. Spieler aus Frankreichs überseeischen Besitzungen, Doppelstaatsbürger und eingebürgerte („naturalisierte“) Berufsfußballer fallen ohnehin nicht unter diese einschränkende Klausel.

Der Unterbau: Ligue 2

siehe Hauptartikel Ligue 2

Einführung 1933/34

Zur Saison 1933/34 wurde eine zweite Liga, die Division 2 (heute: Ligue 2; D2 bzw. L2), geschaffen. Damit kam der Fußballverband dem Bedürfnis mehrerer Vereine nach, unter professionellen Bedingungen spielen zu können, ohne die leistungsmäßige Spitze durch eine zu große Ligue 1 zu verwässern; außerdem verhinderte diese Maßnahme, dass die Absteiger aus der D1 sofort wieder unter Amateurbedingungen spielen mussten. In diesem ersten Jahr bestand die D2 aus den sechs D1-Absteigern der Saison 1932/33 und 15 neu für den Profibereich zugelassenen Klubs, die in zwei regionalen Staffeln (Nord mit 13, Süd mit acht Vereinen) antraten. Bereits ein Jahr später spielte auch die D2 in nur noch einer landesweiten Staffel und wurde auf 14 Mannschaften verkleinert; dazu trug bei, dass für 1934/35 nur zwei neuen Vereinen (Lens, Caen) der Profistatus zuerkannt wurde, während er mehreren anderen Klubs (Monaco, Hyères, Béziers) wegen finanziellen Defizits aberkannt wurde oder diese (wie D1-Absteiger Nizza) freiwillig in den Amateurbereich zurückgingen.

Entwicklung bis in die Gegenwart

Die Ligue 2 hat ihr Gesicht häufiger verändert als die höchste Spielklasse. Dafür gibt es mehrere Gründe: der Fußball war bis mindestens in die 1980er Jahre in Frankreich in Zuschauergunst und Medieninteresse keineswegs so stark verwurzelt, dass für viel mehr als etwa zwei Dutzend Vereine eine tragfähige finanzielle Basis bestanden hätte, zumal die Tatsache, dass das Hexagon großflächig und nicht so dicht wie Deutschland besiedelt ist, zu erhöhten Fahrtstrecken und Reisekosten führt und auch weniger zuschauerträchtige Lokalderbys ermöglicht. Zur Veranschaulichung mag dienen, dass selbst ein absoluter Spitzenklub der 50er und frühen 60er Jahre wie Stade de Reims in 16 von 17 Spielzeiten lediglich einen Saisondurchschnitt zwischen 7.000 und 10.000 Zuschauern aufwies – und das in der höchsten Spielklasse.

Die verbreitete Diskrepanz zwischen relativ hohen Kosten und niedrigen Einnahmen hatte zur Folge, dass die D2 über längere Zeitabschnitte nicht ein-, sondern mehrgleisig organisiert war:

  • zwei Gruppen (Nord und Süd) 1933/34, 1945/46, 1972–1993
  • drei Gruppen (Nord, Mitte und Süd) 1970–1972
  • vier Gruppen (Nord, Ost, Süd und West) 1937/38 mit einer sich anschließenden „Meisterrunde“ (phase finale) der je vier bestplatzierten Mannschaften

Von 1970 bis 1992 war die Division 2 eine „offene“ Liga, in der sowohl Amateur- als auch Profiklubs antreten durften; vor 1970 und wieder ab 1992 handelt(e) es sich um eine reine Profiliga.

In der Saison 1948/49 spielte nach kurzfristigem Rückzug der AS Angoulême übrigens der 1. FC Saarbrücken als FC Sarrebruck in der D2 mit – sehr erfolgreich, aber nur außer Konkurrenz: deswegen zeigt die offizielle Abschlusstabelle dieser Spielzeit auch bloß 19 Teilnehmer (mit Racing Lens und Girondins-AS du Port Bordeaux auf den Plätzen Eins und Zwei). Wären die 38 Begegnungen der Saarländer gewertet worden, hätten die beiden Aufsteiger Sarrebruck und Bordeaux heißen müssen. (Zu den politisch-geschichtlichen Hintergründen dieses Intermezzos siehe hier.)

Die grundsätzlichen Probleme der zweiten Liga sind erst recht in der 1936/37 eingeführten dritten Spielklasse (D3) festzustellen, die den Übergang zwischen Amateurismus und Professionalismus erleichtern sollte, aber in ihrer „Zwitterrolle“ (in ihr können sowohl Vereine mit professionellen Strukturen als auch Amateurklubs spielen) treffend mit dem Satz „Profis der Ausgaben, Amateure der Einnahmen“ charakterisiert werden kann.

Nach dem Zweiten Weltkrieg haben sich zwar die Zahl der Spielstaffeln, die Zahl der Vereine und die Bezeichnungen für D2 und D3 zeitweise verändert, aber diese dreistufige Struktur der Leistungsspitze existiert bis heute und sie stützt sich auf ein breites Fundament von Amateurspielklassen:

Ebene Liga/Division
1 Ligue 1 (L1, bis 2002 D1)
(20 Vereine)
2 Ligue 2 (L2, bis 2002 D2)
(20 Vereine)
3
National (D3)
(20 Vereine)
4 Championnat de France Amateur (CFA)
(je 18 Klubs in vier regionalen Staffeln)
5 Championnat de France Amateur 2 (CFA 2)
(je 16 Klubs in acht regionalen Staffeln)
6 Division d’Honneur (DH)
(auf regionaler bzw. teilweise auf Département-Ebene)
7 Division Supérieure d’Élite (DSE)
8 Division Supérieure Régionale (DSR)
9 Division d’Honneur Régionale (DHR)
10–
17+
Darunter weitere Liga-Stufen (Promotion d’Honneur, Promotion d’Honneur Régionale, Interrégionale, Régionale, Promotion Interdistrict, Promotion de Ligue, Départementale 1, Départementale 2 usw.)

Unterhalb der Division d'Honneur haben sich die Ligenbezeichnungen in jüngster Zeit geändert; hierüber werden nur die aktuell (2006/07) gültigen Bezeichnungen genannt. Übrigens wird in jüngerer Zeit auch der Erstplatzierte der Ligue 2 als Französischer Meister bezeichnet, wenn auch mit dem Ligazusatz (Championnat de France D2 bzw. L2), und mancher Klub führt diesen Zweitligatitel durchaus bei seinen Erfolgen auf.

Organisation des Profifußballs heute

Struktur der Vereine

Bis in die erste Hälfte der 1990er waren viele Klubs nach Vereinsrecht (in Frankreich Association loi 1901 à statut renforcé) organisiert; sie wurden von einzelnen Männern [21] geführt, die oft erhebliche private Mittel in den Verein investiert hatten und ihn dann – teilweise über Jahrzehnte – nach ihrem persönlichen Gusto führten. Dieser Typus des „hemdsärmeligen Sonnenkönigs“ auf dem Präsidentensessel ist auch in den deutschsprachigen Ländern nicht unbekannt. Diese stellten insgesamt zwar nur eine Minderheit dar, während zahlreiche andere wie Roger Rocher in Saint-Étienne oder Henri Germain in Reims ihre Vereine über lange Jahre sportlich außerordentlich erfolgreich und finanziell grundsolide geführt haben. Aber es sorgten eben auch immer wieder Präsidenten für negative Schlagzeilen, die ihren Klub um des kurzfristigen Erfolges willen und aus Gründen persönlicher Eitelkeit in die roten Zahlen manövrierten, weil sie auf kaufmännische Sorgfalt wenig Wert legten und fußballerische Experten neben sich auf Dauer nicht duldeten.

Deshalb ist die Liste französischer Profivereine lang, die zwischen etwa 1965 und 1995 Konkurs anmelden mussten oder sich nach anhaltenden sportlichen Misserfolgen im Amateurlager wiederfanden: FC Nancy, Toulouse FC, US Valenciennes, Brest Armorique, auch ehemalige Meister wie der FC Sète und Stade Reims, … Einige wenige Klubs wurden auch vom Verband wegen ihrer Verstöße gegen die Statuten zum Zwangsabstieg verurteilt (siehe oben).

Um dies zukünftig zu vermeiden, müssen seither alle Profiklubs nach Aktien- oder Kapitalgesellschaftsrecht strukturiert sein, wobei unterschiedliche Organisationsformen zulässig sind. Verbreitet sind die SASP (Société Anonyme Sportive Professionnelle) und die SAOS (Société Anonyme à Objet Sportif), also Aktiengesellschaften; sehr viel seltener kommen SEMS (Société d'Économie Mixte Sportive), SARL (Société à Responsabilité Limitée, in etwa der deutschen GmbH vergleichbar) und EUSRL (Entreprise Unipersonelle Sportive à Responsabilité Limitée, eine Ein-Personen-Gesellschaft) vor.

Von den 61 Mannschaften in den obersten drei Ligen gehörten in der Saison 2010/11 45 einer SASP, drei einer SAOS, zwei einer SARL (darunter die AS Monaco, eine Société Anonyme nach monegassischem Recht) und eine einem EUSRL. Lediglich zehn (allesamt Drittligisten) waren noch ausschließlich nach Vereinsrecht organisiert.[22]

Die Kapitalgesellschaften sind jeweils als unabhängige Abteilungen in den Gesamtverein eingebettet. Auch in Frankreich sind die Rechte der Vereinsmitglieder in diesen Gesellschaften gering; Präsident, Generaldirektor und Vorstand entscheiden über das operative Geschäft auch im sportlichen Bereich, deren Kontrolle obliegt dem Aufsichtsrat und der Aktionärs- bzw. Gesellschafterversammlung. Die Präsidenten bzw. Vorstandsvorsitzenden dieser Gesellschaften sind es auch, die – im Vergleich zu den Vorsitzenden des Gesamtvereins – im medialen Rampenlicht stehen. Über die Berufsfußballabteilung hinaus müssen die Vereine auch Amateur- und Jugendmannschaften unterhalten und Nachwuchsspieler ausbilden (siehe oben).

Der französische Profiverein des 21. Jahrhunderts kennt trotzdem auch noch die einflussreiche Einzelperson, ohne die im Klub keine größeren Entscheidungen getroffen werden können; allerdings können sich diese, oft als Haupt-Kapitalgeber in Präsidium oder Aufsichtsrat agierend, in der Regel keine Alleingänge alter Prägung leisten und sind in Finanzfragen aufgrund ihrer Biografie alles andere als unbedarft. Zu diesem neuen Typus zählen unter anderem der Modeschöpfer Daniel Hechter (in den 70er und 80er Jahren bei Paris Saint-Germain und Strasbourg) und der Milliardär Robert Louis-Dreyfus, der Ende 2006 seinen Mehrheitsanteil an Olympique Marseille für 115 Mio. € an den Kanadier Jack Kachkar verkaufen wollte.[23] An der Börse sind bisher erst zwei Vereine notiert. Vorreiter war Olympique Lyon, der sich auf diesem Weg Anfang 2007 etwa 100 Mio. € an frischem Kapital beschaffte. Ermöglicht wurde dies wurde erst durch eine Gesetzesänderung, die der Senat im Dezember 2006 auf den Weg gebracht hatte. Im Juni 2007 folgte mit dem FC Istres ein Klub, der zu diesem Zeitpunkt gerade in die dritte Liga abgestiegen war.[24]

Paris Saint-Germain FC beispielsweise hat sich im Sommer 2006 neu strukturiert, nachdem der bisherige Hauptgesellschafter Canal+ den Verein entschuldet hat; in den zurückliegenden Jahren waren etwa 230 Mio. € Defizit aufgelaufen. Jetzt ist PSG eine SAOS, an der drei Investmentfonds (Colony Capital, Butler Capital und Morgan Stanley) je 20 % der Anteile halten; die restlichen 40 % sollen in Streubesitz übergehen. Der aktuelle Börsenwert der Gesellschaft wird mit rund 200 Mio. € beziffert. Eine Diskussion darüber, inwieweit sich Renditeerwartungen solcher „sportferner“ Kapitaleigner auf die Betriebsabläufe innerhalb des Vereins auswirken können, ist erst in den Anfängen begriffen. [25]

Der Präsident der Gesellschaft, Alain Cayzac, ist jedenfalls dem Trainer gegenüber direkt weisungsberechtigt und hat mit Alain Roche einen ehemaligen Berufsfußballspieler als Berater (in Deutschland entspricht dem am ehesten die Funktion eines Sportdirektors oder Managers) an seiner Seite, der vom Trainer gleichfalls bei allen Grundsatzentscheidungen zu konsultieren ist.

Am Beispiel von Olympique Lyon lässt sich erkennen, auf welchen Feldern zumindest die erfolgreichsten Klubs wirtschaften. Unter dem Dach einer gemeinsamen Holding, der OL Groupe, gibt es die SASP Olympique Lyonnais, die das Kerngeschäft des Konzerns ausmacht, nämlich die Fußballabteilung. Daneben existieren als selbständige Unternehmen, aber unter einheitlicher Marke OL Phone, OL Voyages, OL Café, OL Boisson, OL Music, OL Coiffure, OL Taxi, Restaurant Argenson Gerland und Cro Lyon Boulangeries (eine OL Land für den geplanten Stadionneubau soll 2007 dazukommen) – insgesamt also ein breit gefächertes Geschäftsfeld, an dessen Umsatz der Fußball inzwischen nur noch mit ca. 70 % beteiligt ist. Allerdings gibt es in der Ligue 1 nicht einmal eine Handvoll Vereine, die die Grundlagen dafür besitzen, sich in einen ähnlich diversifizierten Konzern umzuwandeln (siehe auch unten).

Die LFP – Vertretung der Profivereine

Die Interessenunterschiede zwischen dem Gros der unter Amateurbedingungen arbeitenden Vereine und der schmalen Schicht professionell organisierter Klubs brachen unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg offen aus. Letztere warfen der FFF nicht zu Unrecht vor, während der Kriegsjahre kaum Widerstand gegen die politischen Versuche, den Professionalismus im Sport abzuschaffen, geleistet zu haben. Die Fronten zwischen beiden Teilen des organisierten Fußballs verhärteten sich bis in die späten 1960er Jahre; im bewegten Mai 1968 besetzten Vertreter mehrerer Amateurvereine unter der Parole „Le football aux footballeurs!“ („Der Fußball den Fußballern!“) sogar den Sitz der FFF in Paris. Erst danach kam es zu einer Annäherung, die 1970 in einen dauerhaften Kompromiss mündete.

Seither untersteht die Ligue 1 nicht mehr dem französischen Verband bzw. dessen Groupement des Clubs Professionnels, sondern der Ligue de Football Professionnel, die unter dem Dach der FFF weitestgehend autonom über alle Fragen des Ligabetriebes entscheidet. Die LFP umfasst die beiden höchsten Spielklassen (Ligue 1 und Ligue 2); diese sind gegenüber der dritten Liga, der ebenfalls eingleisigen National (D3), durch eine feste Auf- und Abstiegsregelung (derzeit je drei Mannschaften) allerdings offen – die Liga kann sich also ihre Bewerber so wenig aussuchen wie ihre Abgänge, sondern darüber entscheiden alleine sportliche Kriterien. Es gibt allerdings die Möglichkeit, Vereinen aus finanziellen Gründen den Profistatus zu verweigern, denn Aufsteiger müssen generell auch ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweisen. Das hat vor einigen Jahren beispielsweise dazu geführt, dass einem zweiten Verein aus der korsischen Hauptstadt Ajaccio (dem Gazélec FCO) die Zulassung zum Profibereich verwehrt wurde, weil angesichts niedriger, überwiegend nur vierstelliger Zuschauerzahlen unterhalb der Ligue 1 das Potential für zwei Klubs aus derselben Stadt, wenn sie nicht wenigstens 100.000 Einwohner zählt, als nicht ausreichend bewertet wurde und wird.

Außerdem richtet die LFP den Ligapokal (Coupe de la Ligue) aus, an dem nur Profimannschaften (2007/08 die 40 Erst- und Zweitligisten sowie fünf Klubs aus der D3) teilnehmen und der, wie in vielen anderen Ländern, nur eine vergleichsweise geringe Attraktivität besitzt. Des Weiteren ist die LFP neuerdings für alle französischen Jugendnationalmannschaften, die B-Elf der Männer und alle Frauennationalteams zuständig. Dafür bezahlt sie der FFF jährlich rund 10 % ihrer Einnahmen aus dem Rechtehandel.

Präsident der LFP ist seit Mai 2002 Frédéric Thiriez. Die Liga hat sich inzwischen eine Ethik- und eine Antirassismus-Charta gegeben, letztere unter dem Titel „Den Rassismus ins Abseits stellen“.

Mitte Oktober 2007 haben sieben Klubs (Girondins Bordeaux, RC Lens, OSC Lille, Olympique Lyon, AS Monaco, Paris SG und der FC Toulouse) einen „elitären Zirkel der Großen“, den Verein Football avenir professionnel (FAP) gegründet, der nach eigenem Verständnis für alle Ligamitglieder offen sein soll und Einfluss auf die Zukunft des Spitzenfußballs nehmen will. Nach Aussage des auf fünf Jahre gewählten Präsidenten Jean-Michel Aulas wichen die Interessen der stärksten Erstligisten von denen der anderen Profivereine so stark ab, dass die FAP-Gründung erforderlich geworden sei. Dieser Vorgang stößt in den Medien, aber auch bei anderen Vereinen – so sind beispielsweise Olympique Marseille und die AS Saint-Étienne der FAP bewusst nicht beigetreten – auf Kritik, weil er neben den weit auseinanderklaffenden finanziellen Möglichkeiten der LFP-Mitglieder und der Beteiligung dreier Vereine an der G-14 als ein weiterer Schritt zur Spaltung des Profifußballs verstanden wird.[26] Im Mai 2008 hat der FAP seine Auflösung bekanntgegeben.[27]

Die Spielergewerkschaft UNFP

Die Erkenntnis, dass Berufsfußballer sich organisieren müssen, um ihre Interessen gegenüber ihren Arbeitgebern durchsetzen zu können, ist in Frankreich nahezu so alt wie der Professionalismus. 1934 entstand die Amicale des joueurs professionnels, die sich 1936 zu einem gewerkschaftsähnlichen Verein (syndicat) weiterentwickelte. Sein Hauptthemen waren Regelungen bezüglich der Spielertransfers, die die Betroffenen mit einbezog, und die Krankheitskostenerstattung im Verletzungsfall. Zu den Hauptinitiatoren der Organisation zählten Jacques Mairesse, Edmond Delfour, Étienne Mattler, Raoul Diagne und einige andere, überwiegend Nationalspieler. Ende 1937 kündigten diese einen Spielerstreik für ein Länderspiel an, der aufgrund massiver Drohungen der FFFA und zu geringer Unterstützung aus Spielerkreisen folgenlos blieb. Mit Mairesses Tod im Weltkrieg schlief diese Bewegung für anderthalb Jahrzehnte ein.[28]

Im November 1961 kam es zur Neugründung einer Interessenvertretung in Form der Union Nationale des Footballeurs Professionnels, die heutzutage einflussreicher ist als ihre deutsche Schwester und über Sitz und Stimme in der LFP verfügt. Treibende Kraft hinter ihrer Gründung war der kamerunische Spieler Eugène Njo-Léa, ein brandgefährlicher Torschütze und 1957 auch Landesmeister mit der AS Saint-Étienne, der später zum Doktor der Rechte promovierte. Die ersten Vorsitzenden der UNFP waren Just Fontaine (bis 1964) und Michel Hidalgo (1964 bis 1968). Aktueller Präsident ist seit 1969 Philippe Piat (zwischen 1965 und 1972 erfolgreicher D1-Torjäger bei Racing Strasbourg, AS Monaco und FC Sochaux), der neuerdings auch der Internationalen Spielergewerkschaft FIFPro vorsteht. Inzwischen besitzt die UNFP eine „Doppelspitze“: Co-Präsident neben Piat ist Sylvain Kastendeuch, langjähriger Profi mit über 570 Erstligaeinsätzen bei drei Vereinen.

Heute bestehen ihre Haupttätigkeitsfelder in der Beratung und Vertretung der Profifußballer bei vertrags- und sportrechtlichen Fragen. Des Weiteren organisiert sie für vorübergehend arbeitslos gewordene Spieler Möglichkeiten, sich fit zu halten, geht dabei auch neue Wege: im Sommer 2006 können diese freiwillig an einem Trainerlehrgang in Clairefontaine teilnehmen, um den angehenden Fußballlehrern die praktische Anwendung ihres theoretischen Lernstoffs zu ermöglichen und ggf. auch selbst Interesse an einer Übungsleiterausbildung zu bekommen.

Entstanden war die Idee zu dieser Interessenvertretung in einer Zeit, in der die Spieler „Sklaven der Vereine“ waren (so Raymond Kopa im Juni 1963 in einem Interview mit der Tageszeitung France Dimanche): seit den 1940ern bedeutete die Unterschrift eines in Vertragsangelegenheiten meist unerfahrenen, jungen Spielers, dass er bis zu seinem 35. Geburtstag den Verein nicht ohne dessen Zustimmung verlassen konnte. Zwar hieß es in den Profistatuten auch, Verein und Spieler sollten eine vorzeitige Vertragsauflösung „einvernehmlich regeln“; doch wenn sich der Klub dagegen sperrte, hatte der Spieler keinerlei rechtlichen Anspruch darauf. Von der Ablösesumme, die der abgebende Verein im Falle eines Wechsels frei aushandeln konnte, standen dem Spieler etwa 10 % zu. Durch eine unrealistisch hohe Forderung konnte der Klub den Weggang eines Spielers aber jederzeit verhindern. Umgekehrt besaßen Spieler keinerlei Mitspracherecht, wenn ihr Verein sie an einen anderen verkaufte.

Dass der zu deutlichen Worten neigende Kopa mit seiner Charakterisierung der Bestimmungen keineswegs übertrieb, lässt sich am Beispiel von Roger Piantoni veranschaulichen. Der begnadete Linksfuß, der aus einfachsten proletarischen Verhältnissen (Bergarbeiterfamilie) stammte, unterschrieb 1950 im Alter von 18 Jahren seinen ersten Vertrag beim FC Nancy, einem eher mittelmäßigen Klub der Division 1, und hat sich für seine Elf und seinen Arbeitgeber immer bis zum Letzten eingesetzt. 1954 bemühten sich sowohl Internazionale Mailand als auch Juventus Turin darum, ihn zu verpflichten, und der Enkel italienischer Einwanderer bat seinen Präsidenten darum, ihm diese Chance der Rückkehr zu seinen Wurzeln zu ermöglichen. Hinzuzufügen ist, dass Piantoni ein ungemein bescheidener Mensch war, der, auch als er längst Nationalspieler geworden war, mit Frau und Kindern in einer alles andere als luxuriösen Stadtwohnung lebte und sich lediglich einen Kleinwagen leistete. Seine Enttäuschung war gewaltig, als sein Präsident ihm schlichtweg mitteilte, der FC Nancy wolle sich nicht von seinem besten Spieler trennen. 1957 stieg Nancy aus der ersten Liga ab und verkaufte Piantoni dann an Stade de Reims, was rein sportlich sicher eine deutliche Verbesserung für den Halbstürmer war. Aber erst Jahre später erfuhr er von Reims' Präsidenten Henri Germain, was ihm sein alter Verein immer verschwiegen hatte, dass nämlich sein neuer Arbeitgeber bereits seit 1952 jährliche Zahlungen an Nancy leistete, um sich für den Fall einer vorzeitigen Vertragsauflösung ein Vorkaufsrecht auf den Spieler zu sichern.

Kopa wurde übrigens 1963 für seine Äußerungen vom Groupement des Clubs Professionnels für ein halbes Jahr gesperrt, wenn auch auf Bewährung. Und es dauerte nahezu ein Jahrzehnt, bis es der UNFP gelang, die „ewige“ Bindung von Spielern an ihren ersten Verein abzuschaffen: ab der Saison 1969/70 wurden Spielerverträge grundsätzlich nur noch für eine frei aushandelbare Dauer abgeschlossen.

Heutzutage können solche Verträge jederzeit aufgehoben werden, wenn sich Verein und Spieler darüber einig sind. Einseitige Auflösungen hingegen sind in Übereinstimmung mit der 2001 erlassenen Regel des Weltverbandes für Spieler bis zu ihrem 28. Geburtstag drei, für ältere zwei Jahre lang untersagt; Verstöße dagegen werden sanktioniert. In der Praxis geben Klubs allerdings ihren Widerstand gegen einen vorzeitigen Vereinswechsel häufig auf, wenn die Ablösesumme entsprechend erhöht wird (vgl. Michael Essien, der 2005 für 38 Mio. € schließlich doch von Olympique Lyon zu Chelsea wechseln durfte).[29]

Das Schiedsrichterwesen

Anders als Spieler, Trainer, Vereins- und Verbandsfunktionäre sind die Schiedsrichter der beiden Profiligen in Frankreich zwar keine Amateure mehr – denn sie erhalten für ihre Einsätze inzwischen auch einen vierstelligen Euro-Betrag –, gehen aber meist noch einem anderen Broterwerb nach. Die Einführung von hauptberuflich tätigen Referees ist auch in Frankreich alle Jahre wieder Teil des öffentlichen Diskurses: 2001 hat die FFF mit der Direction Technique Nationale de l’Arbitrage (DTNA, seit 2004 DNA) ein Gremium eingesetzt, das sich seither mit dieser und anderen Fragen rund um das Schiedsrichterwesen (beispielsweise verbesserte Ausbildung, Einführung von Torkameras u. a.) befasst.

Nachdem kein Franzose bei der Weltmeisterschaft 2010 als Schiedsrichter berücksichtigt wurde, wird weiterhin über Schritte in Richtung Profischiedsrichter diskutiert. Derzeit (Saison 2010/11) erhält ein Spielleiter 2.430 € pro Partie sowie ein monatliches Fixum von 2.751 €. Bei einer mittleren Zahl von Einsätzen wird ein Monatsgehalt von 6.083 € erreicht. Die Ligue-1-Unparteiischen fordern eine Erhöhung der Einsatzvergütung auf 4.500 € je Spielleitung, zumal die FFF seit Anfang 2011 durch den Sponsorenwechsel von Adidas zu Nike erheblich höhere Einnahmen habe.[30]

In Frankreich wird – auch dies ist keine nationale Besonderheit – allerdings bezweifelt, ob für ein solches Salär genügend viele geeignete Personen bereit sind, auf einen anderen Beruf zu verzichten; denn ein Schiedsrichter kann seine Tätigkeit bis zum Erreichen der Altersgrenze (derzeit bei 46 Jahren) auf diesem Niveau für maximal ca. 20 Jahre ausüben.

Zudem besaßen französische Spielleiter in der Vergangenheit auch als Amateure durchaus internationales Renommee: Georges Capdeville, Maurice Guigue (sie leiteten die WM-Endspiele 1938 bzw. 1958), Robert Wurtz, Michel Vautrot oder Joël Quiniou (dieser sogar bei drei WM-Turnieren eingesetzt) galten in ihrer aktiven Zeit als ausgewiesene Meister ihres Faches.

Im April 1996 pfiff Nelly Viennot, die 2007 ihre Karriere beendete und seither in der Schiedsrichterinnenförderung arbeitet, als erste Frau ein Profispiel in Frankreich. Ihr folgten bis einschließlich 2011 Karin Vives-Solana, Séverine Zinck und Stéphanie Frappart.[31]

Momentan sind die 235 französischen Spitzenschiedsricher (Arbitres de Fédération) in fünf Kategorien eingeteilt, von denen die Angehörigen der beiden obersten Stufen bei Spielen der Profiligen eingesetzt werden – in der Saison 2010/11: 37 Referees, darunter keine Frau –[32] und aus deren Kreis sich auch diejenigen rekrutieren, die die FFF dem Weltverband für internationale Einsätze meldet. Zwischen diesen fünf Leistungsstufen und der darunter befindlichen Basis kommt es nach Saisonende zu Auf- und Abstieg wie zwischen den Fußballligen auch, der von einem Leistungsbewertungssystem jedes einzelnen Schiedsrichters abhängt und durch eine Kommission (Commission d'Arbitrage) entschieden wird.

Seit 1967 existiert ein nationaler Schiedsrichterverband, die Union Nationale des Arbitres de Football (UNAF); 2004 kam mit der Amicale Française des Arbitres de Football (AFAF) eine stärker „basisdemokratisch“ strukturierte Konkurrenz hinzu. Die Mitgliedschaft in diesen Organisationen ist freiwillig. Die in Ligue 1 und 2 eingesetzten Spielleiter haben sich im Juli 2006 zusätzlich ein eigenes Organ (Syndicat des arbitres de football d'élite, SAFE) zur Vertretung ihrer Interessen gegenüber der LFP, aber auch der veröffentlichten Meinung geschaffen und als ihren ersten Vorsitzenden Tony Chapron gewählt. Um ihrer Forderung nach einer Erhöhung ihres Salärs Nachdruck zu verleihen, wollten die Erstligaschiedsrichter am ersten Märzwochenende 2011 die Spiele der ersten und zweiten Liga in einer konzertierten Aktion mit einer viertelstündigen Verspätung anpfeifen und dazu nicht die Trikots des neuen Verbandssponsors tragen. Die FFF reagierte darauf, indem sie sehr kurzfristig die Ansetzungen änderte: in der Ligue 1 kamen mit einer Ausnahme Unparteiische zum Einsatz, die normalerweise Partien der dritten und vierten Liga leiten.[33]

Seit 2002 tragen die Unparteiischen in den beiden Profiligen, im Landes- und im Ligapokal Werbung für eine Haushaltsgeräte-Handelskette auf den Ärmeln, die dafür jährlich etwa 650.000 € bezahlt und zusätzlich erhebliche finanzielle und organisatorische Ressourcen in die Ausbildung des Schiedsrichternachwuchses investiert. So veranstaltet die Firma BUT (übersetzt sinnigerweise TOR) gemeinsam mit der FFF die jährlichen „Tage der Schiedsrichterei“, bei denen auf über 300 Sportplätzen in ganz Frankreich junge Menschen für eine solche Tätigkeit interessiert werden sollen – was in den vergangenen vier Jahren immerhin zu mehr als 6.000 neuen Referees geführt hat.[34]

Finanzierung: Einnahmen und Ausgaben

Zuschauerzahlen

Die durchschnittlichen Zuschauerzahlen in den Erstliga-Stadien überschreiten zwar seit der Saison 1999/2000 die 20.000er-Marke (Saison 2008/09: 21.050 Besucher je Spiel, 2010/11 hingegen nur 19.750),[35] aber die Zahlen schwanken naturgemäß zwischen den einzelnen Vereinen sehr stark, und selbst die Publikumsmagneten wie Olympique Marseille (seit der Saison 1997/98 regelmäßig die meisten Zuschauer), der derzeitige Abonnementsmeister Olympique Lyon (in der Saison 2005/06: 26.000 Dauerkarten verkauft) und Paris Saint-Germain decken ihre Etats zu weniger als der Hälfte durch den Umsatz an den Kassenhäuschen (zu den Eintrittspreisen siehe unten). Erst 2007/08 wurde der bereits aus der Spielzeit 1998/99 datierende Rekord für ein einzelnes Spiel (57.714 zahlende Zuschauer bei der Begegnung Marseille gegen Lyon) überboten, als das Duell Lille gegen Lyon 77.840 Zuschauer anzog – im Pariser Stade de France. In der Spielzeit 2010/11 hatten die jeweils 19 Heimspiele der Vereine folgende mittlere Besucherzahlen: Marseille 51.081, Lyon 35.266, Absteiger Lens 31.452, Paris 29.317, Saint-Étienne 25.096, Bordeaux 24.967; Meister Lille kam als Zehnter auf 16.426. Am unteren Ende dieser Rangfolge standen Auxerre mit 11.302 vor Arles-Avignon (9.208), Nizza (8.455) und Monaco (6.905).[36]

Dabei haben sich diese Zahlen jahrzehntelang nur sehr schleppend entwickelt. In der Saison 1947/48 (für die vorangehende Zeit liegen keine gesicherten Gesamtzahlen vor) besuchten durchschnittlich 9.700 Zuschauer die Spiele der Division 1 und 1952/53 wurde mit 11.100 Besuchern ein vorläufiger Höchststand erreicht. Noch zwanzig Jahre später (1973/74: 10.400 Zahlende im Mittel) und selbst nach den Erfolgen der Nationalmannschaft in den 1980ern (Europameister 1984, Weltmeisterschafts-Halbfinalist 1982 und 1986) pendelte die Zuschauerzahl alljährlich nur um 10.000. Erst 1997/98 wurde die 15.000er-, zwei Jahre später die 20.000er-Grenze überschritten; dies ist zweifellos maßgeblich durch den Gewinn des Weltmeistertitels im eigenen Land beeinflusst worden, zeigt aber zugleich, wie schwer es dem Fußball fiel, sich in der Publikumsgunst gegen die eingangs genannten, traditionellen französischen Sportarten durchzusetzen.

Fernsehgelder

Die Anfänge

Für die allererste Liveübertragung eines Ligaspiels – am 29. Dezember 1956 – erhielt der gastgebende Stade de Reims von RTF lediglich eine Ausgleichszahlung, die die Differenz zwischen den Zuschauereinnahmen dieser Partie gegen den FC Metz und den durchschnittlichen Einnahmen der sonstigen Heimspiele kompensierte; geschätzte 700.000 Zuschauer verfolgten das Spiel an den Fernsehempfängern.[37] Aber erst ab Mitte der 1960er Jahre wurden wieder Spiele der Division 1 live gezeigt: vier in der Saison 1965/66, sieben 1968/69. Zur Spielzeit 1969/70 erklärte sich der Sender bereit, pro Liveübertragung mindestens 120.000 FF (umgerechnet knapp 40.000 €) zu bezahlen; angesichts des geringen Zuschauerechos beendete RTF diesen Versuch aber schon im November 1969.

Erst im September 1977 – zeitgleich mit dem Höhepunkt der Erfolgskurve der AS Saint-Étienne – kehrte der Ligafußball auf die französischen Bildschirme zurück; für insgesamt 450.000 FF erhielt TF1 das Recht, am späten Sonnabend in seinem Magazin Téléfoot Zusammenfassungen aller Meisterschaftsbegegnungen zu zeigen. Zwei Jahre später bezahlte der staatliche Sender dafür bereits 3 Mio. FF pro Saison. Liveübertragungen gab es aber erst wieder ab November 1984, als der Privatsender Canal+ begann, für je 250.000 FF eine Partie pro Spieltag in voller Länge zu zeigen.[38] Seit dem 3. September 1996 können sämtliche Erstligaspiele bei diesem Anbieter gegen Bezahlung live gesehen werden.

Gegenwärtige Entwicklungen

In der Gegenwart sind die Vereine der beiden höchsten Spielklassen, wie in anderen Ländern auch, in sehr hohem Maße von den Zahlungen der Fernsehanstalten, ihrer Sponsoren und vom Ertrag des Merchandisings (hauptsächlich Trikotverkauf und dergleichen Fanartikel) abhängig. In der Saison 2006/07 zahlten Canal+ rund 600 Mio., Eurosport 15 Mio. und der Mobilfunkanbieter Orange 29 Mio. Euro an die LFP, die daraus die Klubs der beiden höchsten Spielklassen sowie die aktuell sechs Profivereine in der dritten Liga bediente; auch für Erfolge im Ligapokal (Coupe de la Ligue) werden aus diesem Gesamtbudget Beträge ausgeschüttet. Ab der Saison 2008/09 wird die französische Liga – abgesehen von je anderthalb Minuten langen Kurzspielberichten auf Basis des französischen Informationsrechtes – ausschließlich für Fernseh-, Internet- und Mobiltelefon-Abonnenten zu sehen sein; Canal+ (465 Mio.) und Orange (203 Mio.) bezahlen dafür bis 2011 668 Mio. € je Saison. Diese Entscheidung der LFP hat in Frankreich einen Sturm der Empörung ausgelöst und auch die Aufsichtsbehörde Conseil supérieur de l'audiovisuel auf den Plan gerufen; der CSA hat später ein Recht auf mehrminütige kostenfreie Berichterstattung festgestellt. Bereits Anfang März 2008 hatten Canal+ und die Liga eingelenkt: es soll zukünftig eine unverschlüsselte Zusammenfassung des Spieltags geben, die der Sender am Sonntag nachmittag – also ohne das Sonntagabend-Spiel – ausstrahlen wird. Von 2012 bis 2016 wird außer Canal+ erstmalig auch der in Katar beheimatete Sender Al Jazeera regelmäßig L1-Spiele übertragen, der zudem für 195 Mio. Euro pro Saison bis 2018 bereits die Auslandsrechte besitzt und zum Januar 2012 einen französischsprachigen, reinen Sportkanal einrichtet. Die vergebenen fünf attraktivsten Pakete von Emissionsrechten kosten insgesamt 510 Mio. Euro jährlich, wovon Canal+ 420 tragen wird. Für die restlichen Pakete, darunter das bisher von Orange betriebene Mobilfunkangebot, startet der Ligaverband wegen der zu niedrigen Offerten eine weitere Bieterrunde.[39]

Die Fernseheinnahmen blieben von 2000 bis 2003 praktisch konstant, wuchsen dann rapide an: betrugen sie in der Saison 2003/04 noch 256,3 Mio. €, stiegen sie 2004/05 auf 351,4 und 2005/06 auf 559,4 Mio. €. Davon erhielten in der Saison 2008/09 die Klubs der Ligue 1 alleine 490,0 Mio. €. Es gilt ein Verteilerschlüssel, der sich aus einem für alle gleich hohen Grundbetrag (12,6 Mio. €) sowie erfolgsabhängigen Prämien (Tabellenplatz, Einschaltquoten und Fünf-Jahres-Wertung für beide Kriterien) zusammensetzt. 2010/11 standen Vizemeister Marseille hieraus 50,0 Mio., dem Drittplatzierten Lyon 45,9 Mio. und Meister Lille 42,5 Mio. zu, Paris, Bordeaux und Rennes je zwischen 39,1 und 30,7 Mio., Nancy (als Einnahmen-Elftem) noch 19,7 Mio. €. Demgegenüber flossen in die Kassen des Auf- und gleich wieder Absteigers Arles-Avignon nur 13,7 Mio. – also nicht viel mehr als ein Viertel dessen, was Marseille erhielt –, die beiden anderen Neulinge Brest und Caen etwas über 16 Mio. €.[40]

Diese Verteilung ist regelmäßig in der Sommerpause Gegenstand der Kritik, weil beispielsweise nach Ende der Saison 2008/09 der siebzehntplatzierte Beinahe-Absteiger aus Saint-Étienne rund 23,5 Mio., der sportlich erfolgreichere FC Valenciennes (Platz 12) aber nur gut zwei Drittel davon erhalten hat. Dem wird vor allem von Seiten der begünstigten Klubs entgegengehalten, dass sie aus Gründen der Solidarität mit den kleineren, weniger attraktiven Vereinen die eigentlichen Benachteiligten seien, weil sie bei einer freien Vermarktung deutlich höhere Einnahmen erzielen könnten.

Eine Kommission unter Michel Hidalgo hat Pläne zur Attraktivitätssteigerung der Spiele durch Förderung des Angriffsfußballs unterbreitet; ab der Saison 2006/07 gibt es deshalb in der D1 eine zusätzliche Punktetabelle (Challenge d'offensive), in der Siege mit mindestens zwei Toren Differenz höher gewichtet werden. Am Ende der Spielzeit werden insgesamt 16,7 Mio. € Prämien nach dieser Tabelle verteilt, wovon die offensivfreudigste Mannschaft 2,4 Mio. erhält, das Schlusslicht hingegen nur knapp 150.000 €. Dass diese Maßnahme nicht zwangsläufig mehr Treffer nach sich zieht, zeigte sich in aller Deutlichkeit am 32. Spieltag: in zehn Spielen fielen insgesamt nur acht Tore, sechs Begegnungen endeten 0:0 – absoluter Negativrekord in 75 Jahren.

Etliche Klubs sind inzwischen nahezu auf Gedeih und Verderb von den Zahlungen der Fernsehsender abhängig: bei Auxerre machen diese Zahlungen in der Saison 2005/06 79 % der Gesamteinnahmen aus, bei Troyes, Valenciennes und Sedan knapp unter 70 %. Selbst Marseille und Saint-Étienne, die aufgrund ihrer vergangenen Erfolge hohe Popularität und überdurchschnittliche Zuschauerzahlen vorweisen können, decken ihre Etats zu annähernd 50 % aus diesen Fernsehgeldern. Der Mittelwert aller Profiklubs (erste und zweite Liga) lag in der Saison 2009/10 bei 54 % – in Ligue 1 alleine sogar bei 57 % –, während durch Sponsoring 19 % und aus dem Ticketverkauf 14 % erlöst werden.[41]

Klubsponsoren

Exakte Angaben über Einnahmen aus dem Trikot- und Bandensponsoring sind auch in Frankreich angesichts einer sehr eingeschränkten Veröffentlichungspflicht häufig eher Schätzungen und entsprechend nur mit Vorsicht zu genießen. Paris Saint-Germain beispielsweise hat für 2006–2009 Emirates Airlines als Trikotsponsor gewonnen, der dafür ca. 5 Mio. € pro Saison bezahlt.[42] Noch mehr ist die Brust der Spieler des Titelverteidigers wert: angeblich überweist die Hotelkette Accor dafür jährlich 15 Mio € an Lyon.[43]

In Frankreich dürfen außer den Bekleidungsausrüstern, anders als in Deutschland, auch mehrere Sponsoren auf Trikots und Hosen genannt werden. Außerdem sind bei vielen Vereinen die Heim- und die Auswärtshemden mit unterschiedlicher Werbung beflockt. Eine weitere Besonderheit besteht darin, dass etliche französische Kommunen, Départements und Regionen ihren Verein durch Sponsoring als Werbeträger nutzen; das ist derzeit bei Auxerre, Lorient, Lyon, Nantes, Rennes, Saint-Étienne und Sochaux der Fall.[44] Im Spätsommer 2006 wurde auch in Frankreich die Werbung für Online-Sportwetten-Anbieter untersagt, was einige Vereine angesichts kurzfristig wegfallender Einnahmen finanziell in die Bredouille gebracht hat.

Ligasponsor

Ligue 1.jpg

In der Saison 2007/08 besaß das Mobilfunkunternehmen Orange das Namensrecht an den beiden höchsten Spielklassen, die offiziell also Ligue 1 Orange und Ligue 2 Orange hießen. Wie in anderen Ländern auch haben sich diese Bezeichnungen allerdings weder im allgemeinen Sprachgebrauch noch in den Printmedien durchgesetzt; lediglich die Fernseh- und Radiostationen verwenden diese Namen häufiger. Seit der Saison 2008/09 heißt die höchste Spielklasse wieder Ligue 1, ohne Sponsor.

Ausgaben der Vereine 2006/07

Die 20 Klubs der Ligue 1 beabsichtigten in diesem Spieljahr insgesamt Ausgaben von gut 850 Mio. €, also im Mittel 42,5 Mio. €. Sieben Klubs liegen deutlich darüber, wobei die 110 Mio. von „Krösus“ Lyon nur das Budget der SASP (Aktiengesellschaft des reinen Sportbereiches) beinhalten, während die Holding OL Groupe (siehe oben) insgesamt sogar 160 Mio. € veranschlagt hat. Paris SG hat keine Zahlen bekanntgegeben, aber verlauten lassen, sein Etat liege etwa in der gleichen Größenordnung wie im Vorjahr. Die reichsten und die „ärmsten“ (darin die drei Aufsteiger) Vereine sind hierunter dargestellt; das Ausgaben-Mittelfeld bilden sechs Klubs, deren anfängliche Etatplanungen zwischen 31,5 und 42,5 Mio. € vorsehen.[45]

Vereine mit dem
höchsten Budget
Etat
(Mio. €)
Olympique Lyon 110
Olympique Marseille 075
PSG ~70
RC Lens 060
Girondins Bordeaux 055
AS Monaco 050
FC Nantes 050
Vereine mit dem
geringsten Budget
Etat
(Mio. €)
OGC Nizza 027
UC Le Mans 022,5
ES Troyes AC 022,5
FC Valenciennes 022,5
AS Nancy 022
CS Sedan 022
FC Lorient 020,5

Im internationalen Vergleich mit anderen G-14-Unternehmen wie Real Madrid (276 Mio. €) und Manchester United (247 Mio. €) stehen allerdings selbst die drei französischen Spitzenklubs nur auf relativ „bescheidenen“ Mittelfeldrängen.

Andererseits haben die 20 Erstligisten dem Rechnungsabschluss zum 30. Juni 2006 zufolge einen kumulierten Einnahmenüberschuss von 27,7 Mio. € erwirtschaftet (nach 32,4 Mio. € Verlust in der Vorsaison) – womit die Ligue 1 zumindest auf einem finanziell seriöseren Weg zu sein scheint als beispielsweise die italienische Serie A (um und bei 400 Mio. € Defizit) oder der englische FC Chelsea, der es alleine auf ein Minus von 204 Mio. € bringt. In der Saison 2006/07 hat sich dieser Trend fortgesetzt und der Überschuss ist auf 42,7 Mio. € angewachsen, wozu insbesondere Lyon (18,6 Mio.), Marseille (14,2 Mio.) und Bordeaux (11 Mio.) beigetragen haben, während die Bilanzen von Paris SG (-18,9 Mio.), Absteiger Nantes (-3,8 Mio.) und Nizza (-2,6 Mio.) die höchsten Defizite aufwiesen.

Die Ausgaben der französischen Vereine haben sich seit Mitte der 1990er analog den steigenden Einnahmen aus den Fernsehrechten entwickelt und dabei mehr als verdreifacht: hatte ein Erstligist 1994/95 durchschnittlich 13,2 Mio. € zur Verfügung, konnte er zwei Jahre später 18 Mio., 1999/2000 bereits 33,7 Mio., 2004/05 36,5 Mio. und in der laufenden Saison 42,5 Mio. € ausgeben – im Mittel, wohlgemerkt.

Spielertransfers zu Beginn der Saison 2009/10

Nach Abschluss der offiziellen Wechselperiode (31. August 2009) haben die 20 Ligaklubs insgesamt 230 Mio. € für den Einkauf neuer Spieler ausgegeben und 185 Mio. durch die Abgabe von Spielern eingenommen. Trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise lagen die Transferausgaben nur um 14 Mio. unter denen des Vorjahres, aber 24 Mio. € höher als 2007. Vor allem aber haben 2009 die Ligamitglieder insgesamt eine negative Transferbilanz in Höhe von rund 45 Mio., während diese zwei Jahre zuvor noch positiv war (in der Größenordnung von gut 105  Mio. €).[46] Allerdings haben 20 Ligue-1-Klubs diesmal insgesamt weniger Geld für Spielerwechsel bezahlt als ein einzelner spanischer Verein (Real Madrid mit geschätzten 250 Mio. €).

Die höchsten Investitionen in neue Spieler tätigten 2009 Lyon (70 Mio. Euro), Marseille (41,4 Mio.) und Meister Bordeaux (28 Mio.), wobei deren Ausgaben nur Verkaufserlöse in Höhe von 49, 27 bzw. 10,3 Mio. gegenüberstanden. Die höchsten Transferüberschüsse erzielten Lille (10,5 Mio. Euro), Sochaux und Lorient (je 5,5 Mio.). Zwei der drei Aufsteiger, Lens und Montpellier, hatten auf dem diesjährigen Mercato – so die in Frankreich geläufige Bezeichnung für den Spielermarkt – keinerlei Einnahmen vorzuweisen, mussten aber auch keinerlei Ablösesummen für ihre neuen Spieler bezahlen.

Die drei teuersten Neuzugänge waren López (Lyon, 24 Mio. Euro), Lucho González (Marseille) und Bastos (Lyon, je 18 Mio.), Letzterer zugleich auch der teuerste Transfer zwischen zwei Ligue-1-Vereinen. Am meisten für einen französischen Fußballer bezahlte Bordeaux, das Gourcuff nach einem Leihjahr für 13,5 Mio. endgültig unter Vertrag nahm. Spektakulär auch die Verkäufe von Benzema (von Lyon zu Real Madrid für 35 Mio. €) sowie zwei weitere innerfranzösische Transfers (Gomis für 13 Mio. von Saint-Étienne zum „Erzfeind“ Lyon und Mbia für 12 Mio. von Rennes nach Marseille).

Spielergehälter

Ende der 1930er galt eine Verdienstobergrenze von 42.000 alten Francs pro Jahr einschließlich aller Prämien.[47] Auch nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Einkommensmöglichkeiten selbst für Spitzenspieler eher bescheiden; 1954 legte der Verband eine Spanne von 30.000 bis 65.000 FF fest, wobei Nationalspielern bis zu 90.000 FF bezahlt werden durften.[48] Mit der Erhöhung der Fernsehgelder und insbesondere nach dem Bosman-Urteil in den 1990ern kam es auch in Frankreich zu einer nahezu explosionsartigen Steigerung der Gehälter. Allerdings besteht dort ebenso wenig eine Offenlegungspflicht wie in anderen Staaten, so dass die veröffentlichten Zahlen nur als Annäherung zu verstehen sind. Außerdem machen die von den Vereinen zu bezahlenden Saläre (Grundeinkommen und Erfolgsprämien) geschätzt nur etwa 40 bis 60 % des Gesamtbetrages aus; dazu kommen insbesondere Einmalzahlungen bei Vertragsabschluss („Handgeld“), von Sponsoren oder Förderern übernommene Gehaltsanteile und Werbeeinnahmen.

In der Saison 2008/09 belegte Karim Benzema mit jährlich 4,8 Mio. € brutto den Spitzenplatz (Festeinkommen, Prämien, Werbeverträge u.a.), gefolgt von Claude Makelele (4,6 Mio.), Juninho (4,5 Mio.), Cris (4,2 Mio.), Fabio Grosso (3,9 Mio.), Kim Källström (3,7 Mio.), Boudewijn Zenden (3,3 Mio.), Sidney Govou (3,2 Mio.), Kader Keita (3,1 Mio.) und Ludovic Giuly (3,0 Mio.). Auch der 20., Yohann Gourcuff, brachte es noch auf 1,9 Mio. €. Weiterhin rangierten unter den 20 Großverdienern 2008/09 mit zwei Ausnahmen (Ivan Klasnić bei Nantes und Gourcuff bei Bordeaux) nur Spieler von Lyon (10), Paris und Marseille (je 4).
2009/10 hießen die Spitzenreiter Gabriel Heinze (4,5 Mio.), Gourcuff (4,4 Mio.), Lucho González (4,3 Mio.), Cris (4,2 Mio.), Lisandro López (4,1 Mio.), Mamadou Niang (3,8 Mio.), Källström (3,7 Mio.), Makelele (3,6 Mio.), Bafétimbi Gomis (3,5 Mio.) und Michel Bastos (3,4 Mio.). Weitere 15 Spieler lagen zwischen 2,1 und 3,2 Mio.. Nach Vereinen sortiert, standen von den 20 Höchstverdienern sieben bei Lyon, fünf bei Marseille, vier bei Paris, zwei bei Bordeaux und je einer bei Rennes und Toulouse unter Vertrag.
Sieben der zehn Bestverdiener besitzen keine französische Staatsbürgerschaft. Zu dieser Entwicklung hat eine 2008 eingeführte Sonderregelung des Einkommenssteuergesetzes für Spitzenverdiener (§ 81C des Code général des impôts) beigetragen, wonach Ausländer, die zuvor in Frankreich nicht steuerpflichtig waren, und Franzosen, die wenigstens die fünf vorangegangenen Jahre ihr Einkommen im Ausland erzielt haben – so wie beispielsweise Makelele –, zwischen 30 und 50%  ihrer Bruttoeinkünfte steuerfrei genießen können, und das auf maximal fünf Jahre. Mit den zweistelligen Millionensummen, die ein Messi, Beckham, Ronaldo (jeweils gut 30 Mio.) oder Tévez in Spanien, Italien und England jährlich versteuern müssen, können allerdings auch die bestverdienenden Kicker in der Ligue weiterhin nicht mithalten.[49]

Die Einkommenshöhe der Spitzenverdiener hat sich 2008/09 gegenüber 2007/08 kaum verändert, gestiegen ist allerdings der mittlere Verdienst aller Ligue-1-Profis, und zwar von 44.600 auf 51.300 € (+ 15 %). Fünf Jahre zuvor lag dieser Wert erst bei gut 29.300 €. Der Durchschnitt aller Zweitligaprofis liegt hingegen 2008/09 nur bei 15.000 € Monatsbrutto.[50]

Gleichzeitig zeigt sich aber, dass die wachsenden Fernseheinnahmen in erster Linie für Spielerverpflichtungen und -gehälter ausgegeben werden. Die Bruttolohnsummen der D1-Klubs stiegen 2005/06 gegenüber 2004/05 um 2 (Marseille; allerdings auf sehr hohem Niveau) bis 80 % (Lille), lediglich einer der in der Liga verbleibenden 17 Vereine reduzierte seine Ausgaben (Monaco, −10 %). Bei diesen 17 stieg die Gesamtsumme von 321,3 auf 397,3 Mio. €, im Mittel also von 18,9 auf 23,4 Mio. €, was einem Zuwachs von knapp 24 % binnen eines Jahres entspricht.[51]

Zu berücksichtigen ist dabei, dass bei den Vereinen über die Gehälter für ihre Profis hinaus erhebliche Personalkosten entstehen, zumal ja auch die Amateure nicht nur „für Luft und Liebe“ spielen. Bei einem in dieser Hinsicht eher durchschnittlichen Verein wie Racing Lens beispielsweise umfasste die Zahl der bezahlten Angestellten Anfang 2008 rund 200 Personen: 70 Spieler und Trainer (einschließlich des Centre de formation), 70 Beschäftigte in der Hauptgeschäftsstelle und etwa 60 in den externen Niederlassungen (Kartenverkauf, Merchandising u.ä.).[52]

Spieltage und Berichterstattung

Im Regelfall finden die Spieltage am Wochenende und abends statt, und zwar (wegen der Wünsche des Bezahlfernsehsenders Canal+) acht Spiele der Ligue 1 am Sonnabend (teilweise zeitversetzt, ab 17.15 bzw. 20 Uhr) und zwei am Sonntag (Anstoßzeiten: 18 bzw. 21 Uhr), so dass insgesamt vier Partien live übertragen werden können. Die Ligue 2 spielt üblicherweise freitags abends; inzwischen gibt es auch in Frankreich eine Zweitligapartie am Montag. Als nicht unproblematisch gilt die mögliche Interessenkollision, die darin besteht, dass Canal+ nicht nur erheblichen Einfluss auf die Spielplangestaltung nehmen kann, sondern dazu auch noch selbst als Mitinhaber bzw. Sponsor einzelner Vereine (beispielsweise jahrelang bei PSG) tätig ist.

An den fünf Canal+-Liveübertragungen von Ligabegegnungen mit den höchsten Einschaltquoten in der Saison 2005/06 waren viermal Olympique Marseille und je zweimal Meister Lyon, Paris SG und Saint-Étienne beteiligt – ein Indiz für die derzeitige Popularität der genannten Klubs. Diese Spiele sahen jeweils zwischen 2 und 2,5 Mio. Fernsehzuschauer, was in der Spitze einer Einschaltquote von gut 13 % entsprach. Die Verantwortlichen des Bezahlsenders und der LFP erhoffen sich eine weitere Steigerung der Zahlen nach dem Gewinn des Vizeweltmeistertitels in Deutschland. – Außer durch die Liveübertragungen von Canal+ und Eurosport können Sportinteressierte sich 2007 bei 13 weiteren französischen Fernsehsendern plus dem monegassischen Radio Monte Carlo regelmäßig über den einheimischen Spitzenfußball informieren. Dabei kommen rund 65 ehemalige oder aktuelle Profifußballer im Studio als Experten (frz.: consultants) zum Einsatz, darunter auch Trainer (z. B. Jacquet, Roux und Wenger) und Schiedsrichter (Quiniou).[53]

Bei den Printmedien findet der Fußballfan in Frankreich nahezu „paradiesische Verhältnisse“ vor: mit L’Équipe gibt es eine täglich – auch sonnabends und sonntags – erscheinende Zeitung (alle Sportarten) und dazu mit France Football, genannt „Die Bibel des Fußballs“, eine dienstags und freitags erscheinende Zeitschrift.

Stadien

Zur WM 1998 wurden mehrere Stadien in Frankreich neu errichtet oder umgebaut, und zwar sowohl städtische wie vereinseigene Anlagen, wobei letztere bisher noch die Ausnahme darstellen. Anlässlich der Vergabe der EM-Endrunde 2016 an Frankreich wird es erneut zu Neu- und Umbauten kommen. Vorschriften von FIFA und UEFA, die Finanzschwäche mancher Kommune und das Interesse der Klubs an der Erzielung höherer Einnahmen führen in den letzten Jahren zunehmend dazu, dass sich der französische Fußball auch in dieser Hinsicht mehr und mehr den Trends anderer europäischer Ligen annähert („Versitzplatzung“, mehr Komfort, Namensverkauf, Großbildschirme, besseres Merchandising in den Stadien usw.). Das typische französische Stadion früherer Jahrzehnte, das Stade Vélodrome mit dem Spielfeld innerhalb der Asphalt-Radrennbahn, existiert in den Profiligen nicht mehr: als letztes wurde bis 2008 das Stade Auguste-Delaune, traditionsreicher Spielort des Zweitligisten Stade Reims, um- (und das bedeutet: praktisch neu) gebaut; auch das Stadion in Marseille heißt nur noch so, hat aber keine Radbahn mehr. LFP-Präsident Thiriez konstatierte im Sommer 2007:

„Frankreich ist bezüglich seiner Stadien 15 Jahre hinter den anderen großen europäischen Ligen zurück. Bedauerlich für Nostalgiker, aber wir müssen den Standard anheben; das gilt für sämtliche Spielstätten, auch die seit der WM 1998 modernisierten.“

France Football vom 26. Juni 2007, S. 22

Zu den Besonderheiten gehört, dass in vielen Stadien einzelne Tribünen nach bedeutenden Spielern der Vergangenheit benannt sind, beispielsweise die Tribune Piantoni in Nancy oder die Tribune Méano in Reims. Der Verkauf von Stadionnamen an zahlungskräftige Unternehmen hingegen ist in Frankreich bisher noch verhindert worden. Die Begehrlichkeit, diese Einnahmequelle zu nutzen, existiert allerdings: um den Jahreswechsel 2009/10 steht die mögliche Umbenennung des städtischen Prinzenparks zugunsten einer Ausbaufinanzierung wieder im Raum. Bisher wehren sich zahlreiche PSG-Anhänger massiv dagegen: dort waren bereits Spruchbänder wie „Der Parc ist keine Hure“ und „Coca-Cola-Stadion für unser Heiligtum?“ zu lesen. Ähnliches spielte sich im Sommer 2010 in Marseille ab. Hingegen wird der Neubau einer Spielstätte für den Le Mans FC als erste in Frankreich den Namen eines Sponsors, der Versicherung Mutuelle du Mans Assurances, tragen und nach ihrer Fertigstellung MMArena heißen.[54]

Bei einem Ligadurchschnitt von 21.500 Zuschauern pro Partie (Saison 2005/06) fällt auf, dass das Fassungsvermögen von immerhin neun der zwanzig aktuellen Erstligastadien eine solche Zuschauerzahl nicht ermöglichte. Andererseits ist zu bedenken, dass beispielsweise das Stadion von Sochaux über eine größere Kapazität verfügt als die Stadt Einwohner hat.

In der Tabelle hierunter ist die von der LFP jeweils für Ligaspiele 2010/11 genehmigte Kapazität der Stadien angegeben;[55] sie kann bei anderen Veranstaltungen von diesen Zahlen abweichen, etwa durch Verringerung oder Vergrößerung der Stehplatzbereiche.

Rang Stadt Name Kapa-
zität
01 Marseille Stade Vélodromea 60.031
02 Paris Parc des Princes a 47.428
03 Lens Stade Félix-Bollaert a 41.233
04 Lyon Stade Gerland a c 40.494
05 Saint-Étienne Stade Geoffroy-Guichard a b 35.616
06 Toulouse Stadium Municipal a b 35.472
07 Bordeaux Stade Chaban-Delmas a 34.263
08 Montpellier Stade de la Mosson a 32.950
09 Rennes Stade de la Route de Lorient 29.778
10 Caen Stade Michel-d’Ornano 22.864
11 Auxerre Stade de l'Abbé-Deschamps 20.300
12 Nancy Stade Marcel-Picot g 20.085
13 Sochaux Stade Auguste-Bonal 20.005
14 Nizza Stade du Ray d 18.696
15 Monaco Stade Louis II b 18.523
16 Lorient Stade du Moustoir g 18.110
17 Villeneuve-d’Ascq Stadium Nord Lille Métropole e 17.754
18 Avignon Parc des Sports 17.500
19 Valenciennes Stade Nungesser f 16.547
20 Brest Stade Francis-Le Blé 16.000
a Stadion zur Weltmeisterschaft 1998 ausgebaut
b (nahezu) reines Sitzplatzstadion
c Olympique Lyon plant einen vereinseigenen, etwa 60.000 Plätze beinhaltenden Neubau in Décines, gegen den es aber auch Ende 2009 massiven örtlichen Widerstand gibt.
d OGC Nizza plant einen momentan allerdings gerichtlich „auf Eis gelegten“ Neubau für 32.000 Zuschauer in Saint-Isidore; derzeit (Oktober 2009) geht der Klub von einer Fertigstellung nicht vor Sommer 2013 aus.
e Ausweichstadion des OSC Lille bis zu einem Neubau des Stade Grimonprez-Jooris
f Ein Neubau (Stade du Hainaut) steht 2011 kurz vor der Fertugstellung
g ab der Saison 2010/11 mit einer Kunstrasen-Spielfläche

Anmerkung zur Schreibweise: In Frankreich werden Stadien meist mit Bindestrich zwischen Vor- und Nachnamen der Person geschrieben, nach der sie benannt sind.

Eintrittspreise 2006/07

Stadien weisen auch in Frankreich hinsichtlich Komfort, Nähe zum Spielfeld und Sichtqualität für den einzelnen Besucher erhebliche Unterschiede auf; ebenso gibt es innerhalb der Sitz- bzw. Stehplätze noch unterschiedliche Kategorien. Entsprechend fordern die Klubs der Ligue 1 für den Besuch eines normalen Punktspiels sehr weit auseinander liegende Eintrittspreise, wobei diese teilweise auch Ausdruck unterschiedlicher Kaufkraft im jeweiligen Einzugsgebiet und der Leistungsstärke der Mannschaft sind.

Die Kartenpreise für den einfachen Stehplatz in der Saison 2006/07 beginnen bei 5–6 € (in Le Mans, Rennes, Auxerre, Lille, Valenciennes und – nur auf den ersten Blick überraschenderweise – Monaco), während man in Bordeaux, Lens, Nantes, Paris, Saint-Étienne, Sochaux und Troyes 9–10 €, in Marseille und Sedan gar 15 € dafür bezahlen muss.

Diese Relation von 1:3 zwischen billigstem und teuerstem Mindestpreis wird von der Preis-Spannweite der jeweils besten Sitzplatzkategorie allerdings noch erheblich übertroffen. Letztere reicht von 24 (Auxerre) bis 330 € (Marseille), ergibt also ein Verhältnis von fast 1:14, wobei die Höchstpreise dieser beiden Klubs allerdings diejenigen in den restlichen 18 Stadien auch extrem unter- bzw. überschreiten. In Le Mans, Lorient, Sedan, Toulouse, Troyes und Valenciennes kostet der teuerste Platz 36–40 €, bei neun Erstligisten zwischen 45 und 62 €. Deutlich mehr, aber immer noch weitaus weniger als in Marseille, muss der Zuschauer in Bordeaux (72 €), Lyon (100 €) und Paris (140 €) bezahlen. Offenbar gibt es in Paris, Marseille und Lyon, den drei größten Städten Frankreichs, genügend viele Menschen, die auch einen dreistelligen Euro-Betrag für ein normales Fußballspiel zu zahlen bereit sind.

Organisierte Fangruppen und Wandel der Zuschauerstruktur

Schon in den 1950er-Jahren verfügten etliche Mannschaften über Fanclubs, die – wie der damals größte, Allez Reims! – teilweise sogar mit Unterstützung der Klubgeschäftsstellen operierten. Heute unterscheiden sich die Strukturen in der Fanszene kaum noch von denen in anderen europäischen Ligen: von der traditionsreichen, eher durch ein höheres Durchschnittsalter charakterisierten Mitgliederorganisation bis hin zu den eher jüngeren Ultras, die mit ihren „Choreos“ oft besonders zur Atmosphäre in den Stadien beitragen, ist die gesamte Spannweite vertreten. Auch Verband und Ligaorganisation betrachten die Fans („Supporters“ auf Französisch) inzwischen nicht mehr nur als zahlendes „Beiwerk“, sondern eher als Mitwirkende eines Events: die LFP veranstaltete 2006/07 erstmals eine „Landesmeisterschaft der Zuschauerränge“ (Championnat de France des tribunes), an deren Ende das beste Publikum in Ligue 1 (Sieger: die AS Saint-Étienne) und 2 (SM Caen) ausgezeichnet wurde. 2007/08 und 2008/09 konnten die Zuschauer im Stade Geoffroy-Guichard diesen Erfolg wiederholen.[56] Stimmung und Fairness sind die Kriterien, nach denen die Gewinner dieses Pokals ermittelt wurden. Dafür hat sich die LFP sogar dazu bereit erklärt, das kontrollierte Abbrennen auch in französischen Stadien normalerweise verbotener „Pyros“ zuzulassen: beim normannischen Zweitligaderby zwischen Le Havre AC und SM Caen Ende August 2006 durften einzelne Vertreter der beiden Fanlager eine Viertelstunde vor dem Anpfiff – im Innenraum und unter Aufsicht der Feuerwehr – ihre Feuerwerksbatterien zünden. Ansonsten wird der wiederholte Einsatz solcher „Stimmungsmittel“ aber streng geahndet; so musste beispielsweise Olympique Marseille Anfang 2007 und erneut im Frühjahr 2009 anschließend jeweils ein Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen.[57]

Hooliganismus und Gewaltbereitschaft im Umfeld von Ligaspielen sind in den letzten Jahren rückläufig. Es bestehen aber nach wie vor besondere gegenseitige „Hasslieben“, häufig zwischen Fangruppen benachbarter Vereine, deren meistzitierte die zwischen den Anhängern von AS Saint-Étienne und Olympique Lyon ist, die auch in der Rückrunde 2006/07 erneut zum Ausdruck kam. Dagegen ist die Gegnerschaft zwischen den Fans von Paris SG und Olympique Marseille eine künstlich erzeugte, mit der Ende der 1980er Jahre der Fernsehsender und PSG-Sponsor Canal+ sowie OMs Präsident Tapie – wie beide Seiten später zugaben – das Interesse an den Begegnungen zwischen beiden Mannschaften „anheizen“ wollten.[58] Nach der sehr kurzfristigen Absage eines Punktspiels zwischen OM und PSG im Oktober 2009 – viele Pariser Zuschauer waren bereits in Marseille eingetroffen – kam es im Stadtgebiet zu massiven Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der beiden Klubs.[59] Im Februar 2010 starb ein PSG-Fan am Rande des Rückspiels gegen Marseille bei Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten Pariser Fangruppen. Vor allem im und um den Parc des Princes kommt es seit einigen Jahren zunehmend zu gewalttätigen Konflikten zwischen Ultras aus der tribune Boulogne, die als „Kurve der weißen [sic!], eher politisch rechts stehenden Pariser“ gilt, und Anhängern aus der tribune Auteuil, auf der sich mehrheitlich „afrikanische und arabische Einwanderer aus den Vorstädten“ finden.[60]

Saint-Étienne hat 1979 und 1995 zwei Untersuchungen über die Zusammensetzung der Besucher im eigenen Stadion durchgeführt. Inwieweit diese statistisch verlässliche Ergebnisse erbracht haben, kann mangels näherer Informationen über die Methoden der Erhebung nicht bewertet werden, weshalb hier auch auf eine soziologische Analyse der Daten verzichtet wird. Sie sind wegen unterschiedlicher Einzugsgebiete zudem nicht einfach auf sämtliche Stadien der Ligue 1 übertragbar, decken sich allerdings in der Tendenz mit Beobachtungen aus deutschen Erstligastadien.

Der „typische Besucher“ eines Ligue-1-Spiels war danach 1995 im Vergleich zu 1979…[61]

  • jünger (Zuwachs des Anteils der unter 40-jährigen von 49 auf 80 %, was mit einer Zunahme von Schülern und Studenten von 26 auf 36 % und einer Abnahme des Rentneranteils von 6,5 auf 5,3 % korreliert)
  • beruflich häufiger im Dienstleistungssektor tätig (Zunahme der Angestellten von 20 auf 24 %, Abnahme der Arbeiter von 21 auf 13 % – worin sich auch der wirtschaftliche Strukturwandel der alten Industriestadt widerspiegelt)
  • weiblicher (1995 war jeder sechste Besucher eine Besucherin; 1979 wurde dies nicht gesondert ausgewiesen, in Mitteleuropa besteht allerdings ein genereller Trend zu mehr Frauen in den Fußballstadien)

Aktuelle Beliebtheit der Vereine

Eine repräsentative, landesweite Umfrage, die Anfang 2007 im Auftrag von France Football durchgeführt wurde,[62] erbrachte als Ergebnis, dass nicht etwa der aktuelle Serienmeister der Ligue 1, Olympique Lyon, sondern ein Klub in der Gunst der Bewohner Frankreichs an erster Stelle steht, dessen letzter bedeutender Titelgewinn schon 14 Jahre zurück liegt: 35,9 % der Fußballfans und 17,2 % aller Einwohner nannten Olympique Marseille als ihren einheimischen Lieblingsverein; Lyon kam lediglich auf 20,3 bzw. 12,5 %. Alle anderen Vereine folgen mit weitem Abstand – auf dem dritten Rang steht bei beiden befragten Gruppen Paris Saint-Germain (8,0 bzw. 4,6 %) vor Bordeaux, Saint-Étienne, Auxerre und Lille. Ein wesentlicher Unterschied zwischen Fußballinteressierten und „Normalbürgern“ findet sich auch: nur bei Ersteren taucht der FC Lorient (auf Rang 8), nur bei Letzteren der RC Lens (sogar auf dem 4. Platz) unter den zehn beliebtesten Klubs auf.

Statistik (1932–1939 und 1945–2011)

„Ewige Tabelle“

(Punkte für den gesamten Zeitraum nach der 3-Punkte-Regel; Vereine, die in der Saison 2011/12 in der Ligue 1 spielen, sind rosa unterlegt, Ligue-2-Vereine gelb)

Rang Verein Spiel-
zeiten
Titel Vize-
mstr.
Punkte Erst-
mals
Zu-
letzt
01 Girondins Bordeaux 58 6 9 3.367 1945/46 2010/11
02 Olympique Marseille x 61 9 10 3.351 1932/33 2010/11
03 AS Saint-Étienne 58 10 3 3.254 1938/39 2010/11
04 AS Monaco 54 7 5 3.151 1953/54 2010/11
05 FC Sochaux 63 2 3 3.086 1932/33 2010/11
06 OSC Lille y 58 4 6 2.923 1932/33 2010/11
07 Olympique Lyon 52 7 3 2.867 1951/52 2010/11
08 RC Lens 57 1 4 2.853 1937/38 2010/11
09 FC Nantes 45 8 7 2.687 1963/64 2008/09
10 FC Metz 57 1 2.618 1932/33 2007/08
11 RC Strasbourg 56 1 1 2.614 1935/36 2007/08
12 OGC Nizza 52 4 3 2.545 1932/33 2010/11
13 Stade Rennes 54 2.474 1932/33 2010/11
14 Paris Saint-Germain 38 2 6 2.176 1971/72 2010/11
15 FC Toulouse z 42 1 2.049 1946/47 2010/11
16 AJ Auxerre 31 1 1.761 1980/81 2010/11
17 Olympique Nîmes 36 4 1.759 1951/52 1992/93
18 Stade Reims 29 6 3 1.672 1945/46 1978/79
19 Racing Paris 30 1 2 1.504 1932/33 1989/90
20 SC Bastia 29 1.374 1968/69 2004/05
21 Valenciennes US/FC 30 1.344 1935/36 2010/11
22 AS Nancy 27 1.310 1970/71 2010/11
23 Montpellier SO/HSC 29 1.266 1932/33 2010/11
24 CS Sedan 23 1.102 1955/56 2006/07
25 SCO Angers 23 1.088 1956/57 1993/94
26 Le Havre AC 24 1.011 1938/39 2008/09
27 AS Cannes 22 1 932 1932/33 1997/98
28 FC Rouen 19 860 1936/37 1984/85
29 FC Sète 16 2 705 1932/33 1953/54
30 FC Nancy 15 666 1946/47 1962/63
31 Stade Français Paris 15 648 1946/47 1966/67
32 Stade Laval 13 616 1976/77 1988/89
33 Red Star Paris 16 568 1932/33 1974/75
34 Troyes AS/ES 14 552 1954/55 2006/07
35 SM Caen 12 538 1988/89 2010/11
36 SC Toulon 12 529 1958/59 1992/93
37 Armorique/Stade Brest 11 497 1979/80 2010/11
38 CO Roubaix-Tourcoing 10 1 473 1945/46 1954/55
39 AC Ajaccio 10 418 1967/68 2005/06
40 FC Lorient 07 319 1998/99 2010/11
41 EA Guingamp 07 313 1995/96 2003/04
42 Excelsior AC Roubaix 07 271 1932/33 1938/39
43 SC Fives 07 1 268 1932/33 1938/39
44 Le Mans UC/FC 06 264 2003/04 2009/10
45 Olympique Antibes 07 238 1932/33 1938/39
46 FC Mulhouse 06 188 1932/33 1989/90
47 Olympique Alès 06 170 1932/33 1958/59
Tours AFC/FC 04 170 1980/81 1984/85
49 Grenoble FC 04 141 1960/61 2009/10
50 FC Limoges 03 139 1958/59 1960/61
51 AS Angoulême 03 123 1969/70 1971/72
52 Paris FC 03 122 1972/73 1978/79
53 FC Martigues 03 117 1993/94 1995/96
54 RC Roubaix 03 98 1936/37 1938/39
55 SR Colmar 01 43 1948/49 1948/49
Chamois Niort 01 43 1987/88 1987/88
CA Paris 02 43 1932/33 1933/34
58 Lyon OU 01 42 1945/46 1945/46
59 FC Gueugnon 01 38 1995/96 1995/96
60 AS Béziers 01 33 1957/58 1957/58
61 FC Istres 01 32 2004/05 2004/05
62 LB Châteauroux 01 31 1997/98 1997/98
US Boulogne 01 31 2009/10 2009/10
64 Olympique Avignon 01 27 1975/76 1975/76
65 AS Aix 01 26 1967/68 1967/68
66 AC Arles-Avignon 01 20 2010/11 2010/11
67 Club Français Paris 01 18 1932/33 1932/33
68 FC Hyères 01 16 1932/33 1932/33
69 FC Évian Thonon Gaillard 00 0 2011/12
FCO Dijon 00 0 2011/12
x ohne die 75 P. aus der Saison der Titelaberkennung (1992/93)
y einschließlich 3 P. für das Endspiel der Gruppensieger 1932/33
z Hierunter sind zwei Vereine zusammengefasst, die beide phasenweise Toulouse FC hießen: der erste existierte von 1937 bis 1967 (19 D1-Saisons und 965 Punkte), der zweite ab 1970 (bisher 23 Spielzeiten, 1.084 Punkte).

Erfolgreichste Torschützen je Saison

siehe ausgelagerten Artikel Ligue 1/Torschützenkönige

Vereinsrekorde

  • Titelgewinne: AS Saint-Étienne, 10facher Meister
  • Titel in Serie: Olympique Lyon (2002–2008), sieben, vor AS Saint-Étienne (1967–1970) und Olympique Marseille (1989–1992), je vier
  • Aufsteiger, die auf Anhieb Meister wurden: Girondins Bordeaux (1950), AS Saint-Étienne (1964), AS Monaco (1978)
  • Am längsten ungeschlagen: FC Nantes, 32 Spiele (1.–32. Spieltag 1994/95)
  • Am längsten im eigenen Stadion ohne Niederlage FC Nantes, 92 Spiele zwischen Mai 1976 und April 1981
  • Die meisten Siege in einer Saison: Stade Reims (1959/60), AS Monaco (1960/61), FC Nantes (1965/66 und 1979/80), je 26 (in 20er-Liga); AS Saint-Étienne (1969/70), 25 (in 18er-Liga)
  • Höchste Zahl an Heimsiegen: AS Saint-Étienne, alle 19 Saisonheimspiele gewonnen (1974/75)
  • Höchste Zahl an Auswärtssiegen: AS Saint-Étienne (1969/70), Olympique Marseille (1971/72 und 2008/09) und Olympique Lyon (2005/06 und 2006/07), je 12
  • Geringste Zahl an Niederlagen: FC Nantes, 1 (1994/95)
  • Am längsten in der Ligue 1: FC Sochaux-Montbéliard, 63 Spielzeiten (einschließlich 2010/11)
  • Am längsten ununterbrochen in Ligue 1: FC Nantes (44 Spielzeiten, 1963–2007) vor Paris SG (2011/12 im 38. Jahr, seit 1974) und FC Metz (35 Spielzeiten, 1967–2002)
  • Am längsten von den aktuellen Erstligisten ununterbrochen in Ligue 1: Paris SG (seit 1974/75) vor Auxerre (seit 1980/81)
  • Die meisten Tore einer Spielzeit: 1.344 (1946/47; im Mittel 3,5 pro Spiel) in einer 20er-Liga bzw. 1.138 (1948/49; im Mittel 3,7 pro Spiel) in einer 18er-Liga
  • Treffsicherster Angriff: RC Paris (118 Tore), Stade Reims (109 Tore, beide in 38 Spielen 1959/60); OSC Lille (102 Tore, 1948/49 in 34 Spielen)
  • Beste Abwehr: Olympique Marseille, 21 Gegentore (1991/92)
  • Höchster Sieg: FC Sochaux mit 12:1 gegen US Valenciennes (1935/36)
  • Die meisten Platzverweise in einer Saison: SC Bastia (1998/99), Paris Saint-Germain (2002/03) und RC Lens (2003/04), je 13
  • Saison mit den meisten Zuschauern: 8.186.311 (2005/06)
  • Bester Zuschauerschnitt: 22.901 (2000/01)
  • Bestbesuchtes Spiel: 77.840 Zuschauer beim Duell Lille gegen Lyon (2008/09, im Stade de France)

Spieler- und Trainer-Rekorde

  • Die meisten Titel: Jean-Michel Larqué, Hervé Revelli (beide AS Saint-Étienne, 1967–1970 und 1974–1976), Grégory Coupet, Sidney Govou und Juninho (alle Olympique Lyon, 2002-2008), je 7 Meisterschaften
  • Die meisten Einsätze in Ligue 1: (siehe auch die ausgelagerte Liste der Rekordspieler)
  • Erfolgreichster Torschütze insgesamt: Delio Onnis, 299 Treffer (1972–1986)
  • Erfolgreichster französischer Torschütze insgesamt: Bernard Lacombe, 255 Treffer (1970–1987)
  • Bester Torschütze einer Saison: Josip Skoblar (Olympique Marseille), 44 Tore, vor Salif Keïta (AS Saint-Étienne), 42 Tore, beide in der Spielzeit 1970/71
  • Torschützenkönig mit der geringsten Trefferzahl: Pauleta (Paris Saint-Germain), 15 Tore in der Saison 2006/07, vor Bernard Zénier (FC Metz, 1986/87) und Mamadou Niang (Olympique Marseille, 2009/10), je 18 Treffer
  • Die meisten Tore in einem Spiel:
    • Vor dem Zweiten Weltkrieg: André Abegglen (FC Sochaux; 1935) und Jean Nicolas (FC Rouen; 1938), je 7 Treffer, jeweils gegen US Valenciennes
    • Nach dem Zweiten Weltkrieg: Roland Tylipski (FC Nancy; 1946, gegen Stade Rennes), Maurice Charpentier (RC Paris; 1963, gegen SO Montpellier), Ahmed Oudjani (RC Lens; 1963, gegen RC Paris), Salif Keïta (AS Saint-Étienne; 1971, gegen CS Sedan), Carlos Bianchi (Stade de Reims; 1974, gegen Paris Saint-Germain) und Zvonko „Tony“ Kurbos (FC Metz; 1984, gegen Nîmes Olympique), je 6 Treffer
  • Allererster Torschütze: der Österreicher Karl Klima[63] (Olympique Antibes) am 11. September 1932 nach acht Minuten
  • Jüngster eingesetzter Spieler: Laurent Paganelli (AS Saint-Étienne), im Alter von 15 Jahren und 10 Monaten am 25. August 1978
  • Am häufigsten des Feldes verwiesener Spieler: Cyril Rool, 20 Platzverweise
  • Größte Zahl von Ligue-1-Spielen als Trainer: Guy Roux (AJ Auxerre, RC Lens), 895 Spiele (1980–2005 und 2007), vor Kader Firoud (Nîmes Olympique, Toulouse FC, SO Montpellier) 782 Spiele (1955–1982)

Siehe auch

Literatur

  • Marc Barreaud: Dictionnaire des footballeurs étrangers du championnat professionnel français (1932–1997). L'Harmattan, Paris 1998 ISBN 2-7384-6608-7Wissenschaftliche Abhandlung über die Bedeutung von Ausländern im frz. Profifußball mit Kurzangaben (Vereine, Einsätze) zu jedem einzelnen Spieler
  • Hubert Beaudet: Le Championnat et ses champions. 70 ans de Football en France. Alan Sutton, Saint-Cyr-sur-Loire 2002 ISBN 2-84253-762-9Darstellung der D1 saisonweise (1932–2002) mit Besonderheiten, Anekdoten und Statistiken
  • Thierry Berthou/Collectif: Dictionnaire historique des clubs de football français. Pages de Foot, Créteil 1999 Band 1 (A-Mo) ISBN 2-913146-01-5, Band 2 (Mu-W) ISBN 2-913146-02-3Ausführliche Darstellung der Vereinsgeschichte jedes (Ex-)Profi- und vieler Amateurklubs
  • Stéphane Boisson/Raoul Vian: Il était une fois le Championnat de France de Football. Tous les joueurs de la première division de 1948/49 à 2003/04. Neofoot, Saint-Thibault o.J. (msch.) – Alphabetische Auflistung sämtlicher Erstligaspieler (1948–2004) mit allen Vereinen, Einsätzen und Toren
  • Pierre Delaunay/Jacques de Ryswick/Jean Cornu: 100 ans de football en France. Atlas, Paris 1982, 1983² ISBN 2-7312-0108-8Standardwerk über die Geschichte des französischen Fußballs (auch Pokal, Nationalmannschaft, Verbände), reich bebildert schon für die Jahre um 1900
  • Just Fontaine: Reprise de volée. Solar, o.O. 1970 – ähnlich auch: ders. (u.M.v. Jean-Pierre Bonenfant): Mes 13 vérités sur le foot. Solar, Paris 2006 ISBN 2-263-04107-9Standpunkte eines Beteiligten, der Spieler, Trainer und Gewerkschafter war
  • Alex Graham: Football in France. A statistical record 1894–2005. Soccer Books, Cleethorpes 2005 ISBN 1-86223-138-9Rein statistisches Werk (Meisterschaften seit 1894, Pokal, zweite Liga)
  • Sophie Guillet/François Laforge: Le guide français et international du football éd. 2007. Vecchi, Paris 2006 ISBN 2-7328-6842-6Über 600 Seiten Statistiken, Tabellen, Ergebnisse und Texte (erscheint jährlich)
  • Raymond Kopa (mit Patrice Burchkalter): Kopa. Jacob-Duvernet, Paris 2006 ISBN 2-84724-107-8Klarsichtige, meinungsfreudige Autobiographie
  • Nathalie Milion: Piantoni – Roger-la-Classe. La Nuée Bleue/Éd. de l'Est, Nancy 2003 ISBN 2-7165-0602-7Atmosphärisch dichte, nicht nur fußballerische Biographie einer ortskundigen Journalistin über Roger Piantoni
  • Jean-Philippe Rethacker/Jacques Thibert: La fabuleuse histoire du football. Minerva, Genève 1996, 20032 ISBN 978-2-8307-0661-1Voluminöse, detailfreudige Geschichte des französischen Fußballs, seit ihrem ersten Erscheinen (1974) mehrfach aktualisiert
  • Alfred Wahl/Pierre Lanfranchi: Les footballeurs professionnels des années trente à nos jours. Hachette, Paris 1995 ISBN 978-2-0123-5098-4Wissenschaftliche Darstellung der ökonomischen, sozialen und organisatorischen Entwicklung des Professionalismus in Frankreich

Anmerkungen

  1. Zaghafte Anfänge eines professionellen Spielbetriebs hatte es bereits vor 1900 gegeben (beispielsweise führte die Union des Sports de France 1897–1899 eine Meisterschaft für Berufsspieler durch), wenn auch nur mit wenigen Vereinen und für kurze Dauer; die Abspaltung der Ligue de Football Association von der Union des Sociétés Françaises des Sports Athlétiques (1910) beruhte ebenfalls wesentlich auf Meinungsunterschieden über die Frage der Bezahlung von Spielern. Diese Thematik ist insgesamt allerdings bisher noch nicht systematisch aufgearbeitet.
  2. Wahl/Lanfranchi, S. 20 und 34/35
  3. Wahl/Lanfranchi, S. 154ff.
  4. 1930/31 in zwei Vierergruppen (mit Heim- und Auswärtsspielen) mit anschließendem Finale der Gruppensieger, 1931/32 in vier Fünfergruppen (erneut jeder gegen jeden) mit nachfolgenden Halbfinal- und Endspielen im K.o.-Modus.
  5. Joseph Pascot (1897–1974), Rugby-Nationalspieler und mit USA Perpignan französischer Meister (1921, 1925); von 1940 bis 1942 Sportdirektor in der mit Nazideutschland kollaborierenden Regierung unter Marschall Pétain, dann bis Juli 1944 in der Nachfolge von Jean Borotra als Generalkommissar für Erziehung und Sport de facto Minister; 1945 auf fünf Jahre zum Entzug der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt, wurde diese Strafe kurz danach ausgesetzt.
  6. siehe den Spielplan bei France Football und Angaben zu den Wechselfenstern auf der Seite des Ligaverbands
  7. nach Kicker Sonderheft 2011/12, S. 240
  8. Zahlen nach dieser Seite
  9. Untersuchung des Observatoire des footballeurs professionnels der Universitäten Neuchâtel und Besançon, abgedruckt in France Football vom 26. Februar 2008, S. 22-27
  10. France Football vom 20. Oktober 2009, S. 30–33
  11. France Football vom 10. März 2009, S. 22-26
  12. Guillet/Laforge (éd. 2007), S. 159
  13. France Football vom 16. Januar 2007
  14. Aktuelle Rangfolge siehe hier und, für 2010, hier
  15. France Football vom 12. Dezember 2006, S.22-24
  16. Stand: 31. August 2007; nach France Football vom 16. Oktober 2007, S.22-25
  17. Untersuchung des Observatoire des footballeurs professionnels, abgedruckt in France Football vom 14. Oktober 2008, S. 26-29
  18. Didier Braun: L’équipe de France de football, c'est l'histoire en raccourci d'un siècle d'immigration. in Hommes & Migrations, Nr. 1226 (Juli/August 2000), hier als PDF abrufbar.
  19. Siehe die Auflistung sämtlicher Brasilianer in der Ligue 1 seit 1945, die France Football im Februar 2011 veröffentlicht hat.
  20. a b Stand: zu Saisonbeginn 2010/11; nach France Football vom 19. Oktober 2010, S. 36-38
  21. Frauen als Präsidentinnen eines Profivereins sind sehr selten: die erste war 1987 die Bürgermeisterin von Cannes, Anne-Marie Dupuy, bei der dortigen AS.
  22. zusammengestellt nach France Football Spécial: Guide de la Saison 2010-11 und Supplément
  23. France Football vom 23. Januar 2007; im März 2007 hat Louis-Dreyfus die Verhandlungen überraschend für beendet erklärt, weil Kachkar mehreren Zusagen nicht nachgekommen war (France Football vom 27. März 2007).
  24. France Football vom 9. und 30. Januar sowie vom 21. August 2007
  25. France Football vom 1. August 2006
  26. France Football vom 23. Oktober 2007, S. 26/27
  27. France Football vom 20. Mai 2008, S. 55
  28. Wahl/Lanfranchi, S. 69
  29. France Football vom 10. Juli 2007, S. 20/21
  30. France Football vom 8. März 2011, S. 20
  31. France Football vom 21. Juni 2011, S. 16
  32. Eine Liste der D1-Schiedsrichter findet sich hier, eine davon teilweise abweichende in France Football Spécial: Guide de la saison 2010-11., Supplément S. 18. Mit Corinne Lagrange und Christelle Laboureyras standen 2007/08 zwei Frauen in Ligaspielen an der Seitenlinie.
  33. France Football vom 8. März 2011, S. 18–21
  34. France Football vom 26. September 2006
  35. France Football vom 31. Mai 2011, S. 32
  36. nach dieser Tabelle auf der Seite des Ligaverbands
  37. Football 58. L’Équipe, Paris 1957, S. 5
  38. Alfred Wahl: Les archives du football. Sport et société en France (1880-1980). Gallimard, Paris 1989, S. 332
  39. Mitteilung der LFP bei France Football (abgerufen am 24. Juni 2011) und France Football vom 28. Juni 2011, S. 26/27
  40. Detaillierte Aufschlüsselung für 2010/11 in France Football vom 14. Juni 2011, S. 46; zum Vertrag ab 2008 siehe France Football vom 12. und 19. Februar sowie vom 4. und 11. März 2008.
  41. nach France Football vom 30. November 2010, S. 56/57, und vom 29. März 2011, S. 16f.
  42. France Football vom 18. Juli 2006
  43. France Football vom 1. August 2006
  44. France Football vom 8. August 2006
  45. alle Angaben in diesem Abschnitt: France Football vom 1. August 2006, konsolidierte Saisonbilanzen nach France Football vom 4. März 2008
  46. Alle Angaben in diesem Kapitel für die Saison 2009/10 nach France Football vom 4. September 2009, S. 16-19, für die Saison 2007/08 nach France Football vom 4. September 2007, S. 20-29. Die Transfersummenangaben enthalten generell keine Boni, die für den Fall bestimmter sportlicher Erfolge zusätzlich fällig würden.
  47. Guillet/Laforge (éd. 2007), S. 140
  48. Rethacker/Thibert, S. 240f.
  49. France Football vom 23. März 2010, S. 4–13
  50. Alle Angaben gerundet, aus France Football vom 31. März 2009, S. 4–17; erhoben wurden sie vom Observatoire UFF sport conseil des revenus et de l'épargne des sportifs professionnels.
  51. France Football vom 2. Mai 2007, S. 22
  52. France Football vom 20. Mai 2008, S. 49
  53. France Football vom 6. November 2007, S. 20-23
  54. France Football vom 1. Dezember 2009, S. 53
  55. nach dem Guide 2010–11 von France Football
  56. http://www.lfp.fr/ligue1/championnat_France_Tribunes.asp
  57. France Football vom 31. März 2009, S. 27
  58. Alain Pécheral: La grande histoire de l'OM. Des origines à nos jours. Éd. Prolongations, o.O. 2007 ISBN 978-2-916400-07-5, S. 362
  59. France Football online: „16 Personen festgenommen“; die Absage erfolgte wegen Schweinegrippe-Verdachts bei einigen PSG-Spielern (vgl. France Football online zum Termin der Neuansetzung).
  60. France Football vom 23. März 2010, S. 32–35
  61. Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse von hier (frz.)
  62. France Football vom 6. März 2007
  63. Laut der Mehrheit der französischsprachigen Literatur soll dies Karls Bruder Johann gewesen sein; siehe dagegen aber z.B. http://www.allezredstar.com/archives/fr_0209.htm (dort unter dem 11. September 2002, 1. und 2. Absatz).

Weblinks


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