Lectorium Rosicrucianum

Lectorium Rosicrucianum
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Lectorium Rosicrucianum
Konferenzzentrum Westdeutschland in Birnbach
Konferenzzentrum Süddeutschland in Calw
Konferenzzentrum Norddeutschland in Bad Münder

Die Internationale Schule des Goldenen Rosenkreuzes – Lectorium Rosicrucianum ist eine Neue Religiöse Bewegung mit Hauptsitz in Haarlem, Niederlande. Sie ging 1935 aus einer niederländischen Gruppe der Rosicrucian Fellowship hervor und beruft sich auf die Tradition der Rosenkreuzer. Als Gründer wurde Jan Leene (1896–1968) angesehen, der sich später Jan van Rijckenborgh nannte, sowie sein Bruder Zwier Willem Leene (1892–1938) und Henriette Stok-Huyser (1902–1990), die später den Namen Catharose de Petri trug.

Seit 1949 ist das Lectorium Rosicrucianum auch im deutschsprachigen Raum tätig, anfangs unter dem Namen „Neue Internationale Transfiguristische Schule (NITS)“. Im Mai 1955 wurde der gemeinnützige Verein im deutschen Vereinsregister als „Internationale Schule des Rosenkreuzes“ eingetragen, seit 1998 nennt sich die Gemeinschaft „Internationale Schule des Goldenen Rosenkreuzes, Lectorium Rosicrucianum e.V.“.[1] Der Verein verfügt in Deutschland über insgesamt drei Konferenzzentren in Calw, Bad Münder und Birnbach. Die Anzahl der aktiven Mitglieder in Deutschland wird für das Jahr 2005 auf 2500 geschätzt.[2][3][4]

Inhaltsverzeichnis

Etymologie

„Lectorium“ ist ein aus dem Mittellatein abgeleitetes Wort für „Lettner“, das einen Pult bezeichnet, auf dem das “lectionarium”, das Lesungsbuch im Gottesdienst liegt. Der Begriff “Lettner” bezeichnet vom Wortstamm her den Leseort der Liturgie.[5][6][7]

Das Wort „Rosicrucianum“ ist eine moderne Latinisierung des deutschen „Rosenkreuzer“, aus lateinisch „rosa“ für „Rose“ und dem Wortstamm des lateinischen „crux“ (Genitiv: „crucis“) für „Kreuz“.[8][9]

Stellung in der Rosenkreuzerbewegung

Der Name Rosenkreuz steht für unterschiedliche Rosenkreuzer-Bewegungen in der Neuzeit und beinhaltet verschiedene Strömungen:

  • Im frühen 17. Jahrhundert bezeichnete man mit dem Begriff Rosenkreuzer zunächst eine Reformbewegung protestantischer, insbesondere lutherischer Intellektueller um den Theologen Johann Valentin Andreae und den Juristen Tobias Hess. In diesem Kreis wurden drei (zunächst anonyme) pansophische Rosenkreuzer-Traktate (1614–1616) zur Erneuerung von Kirche, Staat und Gesellschaft verfasst.[Anmerkung 1] Aus diesen „älteren Rosenkreuzern“ gingen die sogenannten „mittleren Rosenkreuzer“ hervor, die sich erstmals auf die Rosenkreuzer-Tradition beriefen, wie Robert Fludd oder Michael Maier die sich jedoch lediglich als Einzelpersonen ohne Bezug zu einer existierenden Organisation profilierten.
  • Im 18. Jahrhundert wurden die mittlerweile weitreichend verbreiteten Anekdoten von einer fiktiven „Rosenkreuzer-Bruderschaft“ und das Vorbild aus den Rosenkreuzer-Traktaten in Gestalt des legendenumwobenen Christian Rosencreutz von antiaufklärerischen Richtungen im Umfeld der Freimaurerei erneut aufgegriffen und von den sich gründenden so genannten „Spätrosenkreuzern“ wiederbelebt. Die sogenannten „älteren Rosenkreuzer“ des 17. Jahrhunderts waren lediglich ein fiktiver Kunstbegriff, also keine Organisation. Erst 100 Jahre nach dem Auftreten der Legende von den Rosenkreuzern entstand aus dem Umfeld der Hochgradfreimaurerei die erste historisch nachweisbare Organisation, die sich explizit auch durch ihre Namensgebung auf die Rosenkreuzer-Tradition berief. Dabei handelt es sich um den „Orden der Gold- und Rosenkreuzer“, der als Keimzelle für das organisierte „Spät-Rosenkreuzertum“ gilt.
  • Seit Ende des 19. Jahrhunderts dient der Begriff „Rosenkreuzer“ vor allem als Selbstbezeichnung verschiedener Okkultgruppen und neugnostischer Gemeinschaften. Zu den Vertretern dieses modernen Okkultismus gehört die 1865 in London von Freimaurern gegründete Societas Rosicruciana in Angelia, zu deren prominenten Mitgliedern der Theosoph Franz Hartmann gehörte und der 1888 gegründete Hermetic Order of the Golden Dawn, dem unter anderem Aleister Crowley und Bram Stoker angehörten.

Verhältnis zum Initiatorischen und zum Theosophischen Rosenkreuzertum

In der modernen Neu-Rosenkreuzerbewegung vollzog sich die Entwicklung von geheimen Bruderschaften über lockere mehr oder weniger geheim arbeitende Zirkel zu rechtlich definierten Geheimgesellschaften. Innerhalb dieser Bewegung sind drei Strömungen zu unterscheiden:

  1. Das Initiatorische Rosenkreuzertum, in dem wie bei den Freimaurern neue Gruppen durch Stiftung und Einweihung durch bereits bestehende Gruppen autorisiert werden, entwickelte sich hauptsächlich in amerikanischen Gemeinschaften, die sich anhand von Stammbäumen legitimierten, die bis auf die Rosenkreuzer des 17. Jahrhunderts zurückgehen. Der älteste Orden dieser Art ist die Fraternitas Rosaecrucis (FRC). Der Größte ist der Antiquus Mysticus Ordo Rosaecrucis (AMORC), dessen Mitglieder sich in lebensfroher und weltzugewandter Lebensweise in Resonanz mit den studierten kosmischen Gesetzmäßigkeiten begeben, wodurch sie sich unmittelbaren Gewinn und Erfolg für ihren aktuellen Seinszustand versprechen.
  2. Das Theosophische Rosenkreuzertum, das aus der Theosophischen Gesellschaft um Helena Petrovna Blavatsky hervor ging, entwickelte ein gewandeltes Verständnis des Rosenkreuzertums. Insbesondere die Apologeten Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie, und Max Heindel, der Begründer der Rosicrucian Fellowship, sahen in Christian Rosencreutz nun keinen Weltverbesserer mehr, sondern eine hohe spirituelle Wesenheit, die die Welt- und Menschheitsentwicklung lenkt. Dieses Rosenkreuzer-System vertritt ein exklusives Weltbild, in dem sich die Erlösung durch Evolution und schrittweise Vergeistigung vollzieht. Die Auffassung, dass es eine wesensmäßige Einheit zwischen der irdischen und der geistigen Welt gibt, wirkt sich in der Praxis durch gesellschaftliche Reformkonzepte, wie zum Beispiel die anthroposophischen Einrichtungen, aus, was ansatzweise auch bei der Rosicrucian Fellowship zu erkennen ist.
  3. Das Gnostische Rosenkreuzertum, zu dem das Lectorium Rosicrucianum gehört, ist in seiner elitären Weltverachtung eine Art erneuerter Manichäismus, dessen asketische Auffassung auf die Katharer und Albigenser zurück geht. Kennzeichnend ist ein Erlösungsgedanke, bei dem das Streben nach einer besseren Gesellschaftsordnung als vergebliche Liebesmüh abgelehnt wird. Durch diese radikale und exklusive Forderung nach einer Distanzierung und letztlich Trennung von der „bösen“ Welt weist das Lectorium Rosicrucianum nur noch sehr wenige Gemeinsamkeiten mit den anderen Rosenkreuzergemeinschaften auf.[10]

Bezug zur Theosophie und zum Kundalini-Yoga

Die Lehre des Lectorium Rosicrucianum stellt den Menschen als komplexes mehrschichtiges Wesen dar. Dabei verbindet sie die u.a. von Max Heindel beschriebene vierfache Körperlichkeit (physischer oder stofflicher Körper, Äther-, Astral- und Mentalkörper) mit eigenen Anschauungen und Elementen aus dem Kundalini-Yoga. Dieselbe Beschreibung des Menschen findet sich auch in den Schriften der Theosophischen Gesellschaft, bei Rudolf Steiner und Max Heindel.[11] Darüber hinaus wird der Mensch als "Mikrokosmos" angesehen, in dessen „aurischem Atemfeld“ oder „Offenbarungsfeld“ diese vierfache Persönlichkeit als vorübergehende Offenbarung für ein „Geistfunkenatom“ geboren wird. Die Oberfläche des Mikrokosmos sei ein energetisches Feld, das aus einem siebenfach zusammengesetzten Netz magnetischer Punkte bestehe.[12]

Abgrenzung von der Theosophie und anderen Systemen

In der Reinkarnationslehre der Theosophen Rudolf Steiner und Max Heindel wird die Kontinuität des Ich-Bewusstseins über den Tod hinaus bejaht und das Ich als unvergänglicher „Wesenskern“ des Menschen angesehen, der als „Instrument zur Vollendung des Menschen“ dienen soll und dazu nach Steiner der Reinkarnation unterliegt, um sich zu immer höheren Bewusstseins-Stufen entwickeln zu können. Das Ich-Bewusstsein wird in diesem Weltbild von Inkarnation zu Inkarnation bewahrt und nicht überwunden.[13][14] Diese Reinkarnationslehre wird vom Lectorium Rosicrucianum in aller Schärfe abgelehnt. So geht man davon aus, dass der Mensch voll und ganz stirbt und neben dem physischen Körper auch der Ätherkörper, das Ich-Bewusstsein und die Seele des Menschen stirbt. Gemäß der Lehre des Lectorium Rosicrucianum bleibt von der menschlichen Persönlichkeit nach dem Tod nichts zurück. Diese These besagt jedoch auch, dass stattdessen im als unvergänglich angesehenen Mikrokosmos, als dessen vorübergehender Bewohner der Mensch in seiner Lebenszeit gesehen wird, nur die Erfahrungsernte, Karma genannt, eingespeichert wird. Wenn in einem dermaßen entleerten Mikrokosmos die Reinkarnation eines neuen Geistfunkens stattfindet, was gemäß der Doktrin des Lectorium Rosicrucianum in Abständen von etwa 700 Jahren geschieht, dann soll sich das gesamte Karma aller ehemaligen Bewohner dieses Mikrokosmos bei dem jeweils neu inkarnierten Menschen organisch am unteren Ende des Rückgrats in der so genannten „Kundalinischlange“ manifestieren. Ergreife der Mensch nicht den Weg der Befreiung, wie ihn das Lectorium Rosicrucianum weist und lehrt, so sei er immer wieder dazu verdammt, in diesem Samsara-Kreislauf der Todesnatur restlos unterzugehen. Aufgrund dieser sich diametral gegenüber stehenden Anschauungen, lehnt das Lectorium Rosicrucianum die diesbezüglichen Ansichten der Anthroposophie und der Theosophie vehement ab, da deren Gesellschaften sich den veränderten atmosphärischen und kosmischen Bedingungen nicht wie das Lectorium angepasst hätten, weshalb sie in der heutigen Zeit ungeeignete Einweihungssysteme seien, deren überholte Methoden keinen Einfluss mehr, auf die in okkulten Prozessen wichtigen Organe der inneren Sekretion hätten. Darüber hinaus vertritt das Lectorium Rosicrucianum die Ansicht, dass die eine wahre Befreiung des Menschen heute nur noch durch das Einweihungsmysterium der Transfiguration, wie sie die Rosenkreuzerschule des Lectorium Rosicrucianum lehrt, möglich ist.[15][16]

Ursprünge

Schon vor dem ersten Weltkrieg spaltete sich in den Niederlanden eine Gruppe aus der niederländischen Theosophischen Vereinigung ab, um eine Rosenkreuzer-Gruppe, die die Philosophie Max Heindels studierte, aufzubauen. Diesen Anhängern Max Heindels schlossen sich die späteren Gründer des Lectorium Rosicrucianum in den Jahren 1924/25 an.[17]

Orientierungsphase

Jan Leene (der später unter den Pseudonymen John Twine und Jan van Rijckenborgh auftrat) und sein Bruder Zwier Willem Leene besuchten regelmäßig die Vorträge des reformierten Predigers Arnold Hendrik de Hartog (1869–1938). Beide wurden durch die Lehren des Philosophen Eduard von Hartmann (1842-1906) und durch die Werke Jakob Böhmes beeinflusst.

  • Im April/Mai 1924 schlossen sich die Brüder Jan und Zwier Willem Leene aus Haarlem einer Amsterdamer Studiengruppe der von Max Heindel gegründeten Rosicrucian Fellowship (Rosenkreuzer-Gemeinschaft) an.
  • 1925 wurde ein Verlag und eine Versandbuchhandlung gegründet.
  • Im Dezember 1927 erschien erstmalig die Monatszeitschrift „Het Rozekruis“. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits Zentren in Amsterdem, Den Haag, Haarlem und Baarn.
  • Am 15. Februar 1928 wurden der Verlag und die Versandbuchhandlung in das „Publicatie Bureau van het Rozekruisers genootschap“ umgewandelt.
  • Im Dezember 1929 erkrankte die Leiterin der Amsterdamer Studiengruppe Agatha van Warendorp längerfristig. Während ihrer Abwesenheit übernahmen Jan Leene (der spätere Jan van Rijckenborgh) und sein Bruder Zwier Willem Leene die stellvertretende Leitung des Amsterdamer Zentrums. Nach ihrer Genesung und Rückkehr verweigerten die Brüder Leene die Rückgabe der Leitung an Frau van Warendorp. Der Führungswechsel wurde dem Hauptquartier der Rosicrucian Fellowship in Oceanside, Vereinigte Staaten, mitgeteilt und von Augusta Foss (1865–1949), der dritten Ehefrau Max Heindels genehmigt. Während die Zentrale der Rosicrucian Fellowship in Kalifornien von inneren Krisen durch konkurrierende Parteien betroffen war, wurde das Haarlemer Zentrum zunehmend autonom.
  • 1933 gaben die Brüder Leene die elterliche Textilgroßhandlung aus Rentabilitätsgründen auf. Aus existentiellen Gründen und um die Expansion ihrer Studiengemeinschaft voranzubringen wurde die Max Heindel-Stiftung ins Leben gerufen, um Geld zum Erwerb der von der Heindel-Gemeinschaft genutzten Immobilien in Holland zu sammeln, wozu auch die Räume des Haarlemer Zentrums in der Hedastraat 8 und die Häuser in der Bakenessergracht zählten, in der sich noch heute die Weltzentrale des Lectorium Rosicrucianum befindet.
  • Am 5. April 1935 scheiterte ein Versuch der kalifornischen Zentrale, die niederländische Gruppe wieder stärker in die Gesamtorganisation einzubinden. Damit war der Endpunkt des Ablösungsprozesses der Haarlemer Gruppe von der Rosicrucian Fellowship erreicht.

Abspaltung von der Rosicrucian Fellowship

  • Am 27. März 1935 versuchten die Brüder Jan und Zwier Willem Leene, die Leitung des Weltwerks der Rosicrucian Fellowship (Rosenkreuzer-Gemeinschaft) an sich zu reißen, indem sie alle Ihnen bekannten Adressen der über die ganze Welt verteilten Rosicrucian-Fellowship-Ortsgruppen und Studenten anschrieben, um mitzuteilen, dass sie von einem unsichtbaren „Orden vom Rosenkreuz“ [sic!] beauftragt wurden, die international zerrüttete Rosicrucian-Fellowship vor dem Untergang zu bewahren. So teilte man den Schülern und Prüflingen der Rosicrucian Fellowship weltweit mit, dass es sich für sie gehören würde, sich ohne zu zögern der holländischen Gruppe anzuschließen. In diesem Schreiben behaupteten die Leenes die Führung der esoterischen Arbeit des Weltwerkes der Rosicrucian Fellowship fortan inne zu haben, und man die neue Weltzentrale vorläufig in den Niederlanden angesiedelt sehen wollte. Die arglosen Fellowship-Studenten wurden in diesem Schreiben aufgefordert Geld für einen Tempel-Neubau in Holland zur Verfügung zu stellen.
    Einen zweiten Brief schickten die Gebrüder Leene an alle Patienten, die in der okkulten Fernheilungsabteilung der Fellowship in Oceanside/ Vereinigte Staaten eingetragen waren. Darin wurden diese aufgefordert ihre Beiträge zukünftig an die holländische Verwaltung zu überweisen, da die holländische Heindel-Gruppe vorgab die okkulten Fernheilungsdienstleistungen zukünftig selbst durchzuführen zu können. Der Streit um die Einnahmen für die den erkrankten Schülern angebotenen Geistheilungsdienstleistungen soll schließlich mit dazu beigetragen haben, dass es schließlich zu einem Bruch zwischen Heindels Rosicrucian Fellowship und der holländischen Heindel-Gruppe kam.
  • Am 25. September 1935 wurde die Satzung der Leene-Gruppe durch die niederländische Regierung anerkannt.[18] Dadurch erhielt die ehemalige Haarlemer Zweigstelle eine rechtliche Bestätigung ihrer Selbständigkeit. Daher könnte dies das historisch belegbare Gründungsdatum des Lectorium Rosicrucianum sein. Innerhalb des Lectorium Rosicrucianum wird das Gründungsjahr in den eigenen Schriften jedoch unterschiedlich und widersprüchlich angegeben:
  1. 17. Dezember 1915 („Der kommende Neue Mensch“, Haarlem 1954, S.173),
  2. 24. August 1924 (Titelseite des L.R.-Gebetbuches „Rosa Mystica“),
  3. 1924 („Die Gnosis in aktueller Offenbarung“, Haarlem 1956, S.18),
  4. 1924, 1925 und 1935 („Elementare Philosophie des modernen Rosenkreuzes“, Haarlem 1955 u. 1970, S. 246/247, S.252).
  • Am 1. November 1935 konterte die Muttergesellschaft in Oceanside den Okkupationsversuch der Leene-Brüder aus Holland, indem die Mitglieder informiert wurden, dass das Haarlemer Zentrum in der Hedastraat 36 in seinen Handlungen nicht befugt sei „The Rosicrucian Fellowship“ in Oceanside zu vertreten. So warnte Augusta Heindel, die Ehefrau von Max Heindel, in einem internationalen Rundbrief vor der abtrünnigen, unautorisierten niederländischen Studiengruppe, die aus offensichtlich kommerziellen Gründen versucht Gelder für einen eigenen Tempel zu sammeln und illegal Schwarzdrucke von urheberrechtlich geschützten Heindel-Büchern ohne Genehmigung in holländischer Sprache nachdrucken lässt. Ferner beklagte Sie, dass die Holländer den urheberrechtlich geschützten Namen und das Emblem der Fellowship, ohne Einwilligung des Aufsichtsrates des Internationalen Hauptquartiers der Rosicrucian Fellowship benutzt um Spendengelder für okkulte feinstoffliche Fernheilungs-Praktiken für das neue „Fernheilungszentrum Rosenhof" zu vereinnahmen.
    Die Gebrüder Leene waren in der Rosenkreuzer-Gemeinschaft Rosicrucian Fellowship von Max Heindel keine initiierten Rosenkreuzer geworden, da sie weder die kleinen noch die großen Einweihungen empfangen hatten, und nur den untersten Grad des Novizen’ (= Neuaufgenommene) erreicht hatten. Da der feindliche Übernahmeversuch scheiterte, wurden die beiden Brüder aus der Rosicrucian Fellowship ausgeschlossen.
  • 1936 gaben die Leene-Brüder ihrer Studiengruppe den Namen „Manichäer-Orden“.
  • 1938 führte man jedoch immer noch die alte Heindel-Bezeichnung „Rozenkruisers Genootschap“ (= „Rosenkreuzer-Genossenschaft“) und „Max Heindel Stichting“ (= „Max Heindel Stiftung“).
  • Am 17. Juli 1938 starb der Gründer des Lectorium Rosicrucianum Zwier Willem Leene. Nach dessen Tod ging die Leitung an seinen Bruder Jan über.
  • Seine ersten Schriften verfasste Jan Leene unter dem Pseudonym John Twine. Dann legte er sich den Künstlernamen Jan van Rijckenborgh zu.
  • 1941 legte Jan Leene den Namen „Rosenkreuz“ für seine Studiengruppe ab, da er nicht mehr befugt war das rosenkreuzlerische theosophische Gedankengut Max Heindels zu vertreten und benannte seine Gruppe in „Jakob-Böhme-Gesellschaft“ um.[19][20][21]
  • Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Gruppe durch die deutsche Besatzungsmacht verboten, ihr Eigentum teilweise konfisziert und einige Mitglieder hingerichtet.[22]

Gründung und Entwicklung des Lectorium Rosicrucianum nach dem Zweiten Weltkrieg

  • 1945 gründete Jan Leene zusammen mit seiner Frau in Haarlem das Lectorium Rosicrucianum. Diese Gruppe ging aus der „Niederländischen Theosophischen Vereinigung“ (Nederlandsche Theosofische Vereeniging) hervor. Von nun an widmete sich die Familie Leene ausschließlich dem Aufbau des Lectorium Rosicrucianum, dem sich mit Beginn der 1950er Jahre auch in Deutschland neue Anhänger anschlossen.[23][24]
  • Am 1. Dezember 1951 wurde eine von der niederländischen Leitung in Haarlem kurzzeitig autonom arbeitende Gruppe unter der Bezeichnung NITS (Neue Internationale Transfiguristische Schule, Frankfurt) tätig.
  • 1952 wurde in Wiesbaden eine kleine Konferenz unter dem Motto "Weckruf" veranstaltet. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Lektüre noch von der niederländischen Zentrale bezogen.
  • Seit 1955 ist das Lectorium Rosicrucianum in Deutschland in der Rechtsform des eingetragenen Vereines aktiv.
  • Ostern 1956 fand in Calw (Nordschwarzwald, Baden-Württemberg) die erste deutsche Konferenz mit ca. 120 Teilnehmern statt.[25]
  • Am 30. März 1957 wurde der Grundstein des heutigen Haupttempels in Haarlem gelegt.
  • Am 8. März 1958 wurde in Calw das Christian-Rosenkreuz-Heim als 1. deutscher Konferenzort eröffnet und 1964 anlässlich der 2. Aquarius-Konferenz der Christian-Rosenkreuz-Tempel eingeweiht.
  • 1965 proklamierte Jan van Rijckenborgh seinen Sohn Henk Leene, zu seinem Nachfolger als Großmeister. Zuletzt beklagte der Großmeister Rijckenborgh, dass seine Arbeit wohl umsonst gewesen sei, weil man seine Mission nicht verstanden hätte.[26]
  • 1965 wurde in Bad Münder bei Hannover mit dem Aufbau eines zweiten Konferenzortes begonnen. In diesem Jahr fand die dritte große Aquarius-Konferenz in Anwesenheit der Grossmeister statt. Am 21. August 1965 wurde in Bad Münder der Jan-van-Rijckenborgh-Tempel fertig gestellt.
  • Am 9. September 1978 wurde in Caux oberhalb von Montreux das Konferenzzentrum „Foyer Catharose de Petri“ eröffnet. Darüber hinaus sind in weiteren Schweizer Städten, so in Basel, Zürich, Lausanne, Lenzburg und Thun Zentren des Lectorium Rosicrucianum angesiedelt.
  • Im Jahr 1966 fand in Basel die Vierte der fünf großen Aquarius-Erneuerungskonferenzen statt.
  • 1997 wurde mit dem Bau des dritten deutschen Konferenzortes in Birnbach im Westerwald (40 km östlich von Bonn) begonnen. Dieser Konferenzort wurde im Jahr 2000 in Betrieb genommen.

Die drei deutschen „Konferenzorte“ arbeiten kooperativ zusammen, werden aber unabhängig voneinander verwaltet.

Ausgehend von den Konferenzzentren als geistliche und organisatorische Mittelpunkte entstanden lokale „Zentren“ in vielen deutschen Städten, wobei es auch in der DDR vereinzelte Schüler gab. Die Mitgliedschaft gestaltete sich dort jedoch schwierig, da eine Teilnahme an den Konferenzen auf Grund der Ausreisebeschränkungen nur im Rentenalter möglich war. Nach der politischen Wende begann das Lectorium Rosicrucianum mit der Arbeit in den neuen deutschen Bundesländern. So konnte nach eigener Aussage im Jahr 2006 in Dresden das erste Zentrum eröffnet werden. Der Verein verfügt in Deutschland in 23 Städten über sogenannte „Zentren“ mit insgesamt etwa 2500 aktiven Schülern und weiteren 2000 „Mitgliedern“, die zum äußeren Interessentenkreis gehören.[27][28]

Monument „Galaad“ in Ornolac-Ussat-les-Bains (Ariège)
Antonin Gadal (1877 bis 1962) erläutert eine ägyptische Ushbati-Figur

Übertragung des Erbes der Katharer

Im Jahr 1954 kam es zu einer ersten Begegnung von Jan van Rijckenborgh und Catharose de Petri mit Antonin Gadal (* 1877 in Tarascon-sur-Ariege; † 1962) während einer Frankreichreise, die als Beginn der Verbindung des Lectorium Rosicrucianum mit der Tradition der Katharer gilt. Gadal, ein französischer Mystiker, Historiker und Höhlenforscher, hatte sein Leben der historischen und spirituellen Erforschung des Erbes der Katharer und der Geschichte des Sabarthes gewidmet und bezeichnete sich als letzten Patriarch der Katharerbruderschaft.

Zur Erinnerung an das Zusammentreffen mit Antonin Gadal wurde am 5. Mai 1957 in Ornolac-Ussat-les-Bains im Tal der Ariège in Frankreich das Monument „Galaad“ errichtet, das die Übernahme des katharischen Erbes durch das Lectorium Rosicrucianum zum Ausdruck bringen soll.[29]

Antonin Gadal war von Beruf Lehrer und hat sich nach seiner Pensionierung durch seine Forschungstätigkeiten nach dem historischen Erbe der Katharer den Ruf eines Neukatharer-Fachmanns erworben. So erforschte er die französische Historie der katharischen Häresie und betätigte sich als Höhlenforscher. Gadals paläontologische Untersuchungen der Höhlen im Tal der Ariège und seine umfangreichen Recherchen im südfranzösischen Languedoc ließen ihn schließlich glauben, dass er dem geheimnisvollen Katharerschatz auf die Spur gekommen sei, den er als den Gral identifizierte, der erstmalig von dem provenzalischen Dichter des 12. Jahrhunderts Guyot, dem Erfinder der Gralssage, erwähnt wurde. Gadal vermutete, dass der Katharerschatz in den Höhlen des Sabarthes verborgen liegt und ermutigte zeitlebends auch andere Forscher zur romantisch motivierten Gralssuche und Recherchen über die Geschichte der für die Katharer des Mittelalters so bedeutungsvollen Burg Montsegur, die er für die Gralsburg Montsalvatge (Montsalvatsch) aus Wolfram von Eschenbachs Epos Parzival hielt.[30] Aus diesem mythologischen Themenkomplex und den Thesen Gadals konstruierte das Lectorium Rosicrucianum einen fiktiven Rezeptionsstrang, um einen Zusammenhang der verschiedenen Bruderschaften des Rosenkreuzes, der Katharer und des Gral zu begründen, der seit Anbeginn der Zeit existiere und bis in alle Ewigkeit fortdauern würde und im Lectorium symbolisch als der „Dreibund des Lichts“ bezeichnet wird.

Antonin Gadal bezeichnete sich selbst als der letzte Patriarch der voran gegangenen Bruderschaft der Katharer und verlieh dem Gründer des Lectorium Rosicrucianum Jan van Rijckenborgh die Großmeister-Würde, und zeichnete Catharose de Petri mit dem Titel „Archidiakonesse“ aus.[31][32]

Krisen und Abspaltungen

Im Laufe der Geschichte des Lectorium Rosicrucianum gab es viele Reformversuche, Machtkämpfe und mehrere größere Austrittswellen.

  • 1934/35 wanderten Caroline Sandvoss und ihr Mann nach São Paulo / Brasilien aus, wo sie eine Zweigstelle des Lectorium Rosicrucianum gründeten. 1951 trennte sich Herr Sandvoss jedoch wieder vom Lectorium Rosicrucianum und kehrte zur Rosicrucian Fellowship zurück, wodurch die Arbeit des Lectorium Rosicrucianum in Südamerika wieder zum Erliegen kam.
  • Bereits 1951/52 versuchten die deutschen Zentren sich von der niederländischen Leitung abzunabeln um einen eigenständigen Weg zu gehen. Dazu wurde am 1. Dezember 1951 die „Neue Internationale Transfiguristische Schule für deutschsprechende Länder“ (N.I.T.S.) mit Sitz in Frankfurt a. M. gegründet, um eine vom niederländischen Lectorium Rosicrucianum „geistig und organisatorisch“ unabhängige Schule aufzubauen. Dieses Reformprojekt scheiterte jedoch bereits nach ca. 2 Monaten und die deutsche Gruppe wurde wieder der niederländischen Zentralverwaltung unterstellt.
  • Am 17. Oktober 1965 hatte Jan van Rijckenborgh seinen Sohn, Henk Leene, zu seinem Nachfolger bestimmt. Rijckenborghs engste Mitarbeiterin, Catharose de Petri und die Spirituelle Leitung wollten diese Entscheidung jedoch nicht anerkennen, weshalb es in der Führung des Lectorium Rosicrucianum zu jahrelangen Streitereien kam. Jan van Rijckenborgh beharrte jedoch bis zu seinem Tod darauf, dass es keine „Großmeisterin“ geben wird, und bestand darauf, seinen Sohn als „Großmeister“ einzusetzen, weil dies der Wunsch der „Bruderschaft“ [sic!] sei. Es begann ein jahrelanger Machtkampf, weshalb der Großmeister Jan van Rijckenborgh resigniert resümierte, dass seine Arbeit wohl umsonst gewesen sei.
  • Ende der 60er Jahre trennte sich kurz vor dem Tod Jan van Rijckenborghs eine Gruppe unter Leitung eines der langjährigsten Schüler vom Lectorium Rosicrucianum. Herr Van der Kuyp begründete seinen Austritt mit einem innerlichen Konflikt in den er geraten sei, weil es nach seinem Empfinden aufgrund der Größe der Organisation nicht mehr möglich sei die richtige innere Seelenqualität zu gewinnen, auf die es ankomme. Van der Kuyp gründete deshalb eine kleinere Gruppe mit Sitz in den Niederlanden und eröffnete eine deutsche Zweigstelle in Köln.
  • Am 17. Juli 1968 starb Jan van Rijckenborgh. In der Folge erlebte das Lectorium Rosicrucianum dann seine bisher schwerste Krise, deren Beginn sich seit der autoritären Nachfolgeregelung 1965 abgezeichnete. 1969 kam es in der Leitung der Gruppe zu einem offenen Machtkampf, in den auch die Mitglieder des Lectorium Rosicrucianum einbezogen waren. Der Konflikt manifestierte sich in zwei Standpunkten. Henk Leene trat für größere Eigenverantwortung und eine individuellere Gestaltung des Heilsweges der Mitglieder im Lectorium Rosicrucianum ein. Er lehnte die bisherigen streng hierarchischen Führungsprinzipien als zu starr und unflexibel ab. Ihm schwebte eine kleine nach innen gerichtete Gruppierung, die mehr in die geistige Tiefe arbeiten sollte, vor. Er befürwortete zudem die Öffnung der Lehre und verstand seine Gemeinschaft nicht mehr als exklusiv. Catharose de Petri hingegen stand für eine straffere Organisation mit einer stärkeren weltweiten Ausdehnung der Arbeit. Henk Leene sah in dieser Entwicklung die Gefahr, das Werk seines Vaters könne verflachen.
    Die tief greifenden Unstimmigkeiten an der Spitze der Hierarchie stellten für eine größere Anzahl Mitglieder die Glaubwürdigkeit des Systems in Frage. Die Auseinandersetzungen endeten im März 1969 mit einem Angriff der Spirituellen Leitung: Diese beschuldigte den Großmeister Henk Leene mit agnostischen und sogar schwarzmagischen Kräften zu arbeiten. Daraufhin verließ Henk Leene das Lectorium Rosicrucianum mit etwa 200 Anhängern und gründete eine neue Gruppe, die „Gemeinschaft R+C, Rosae Crucis“, die 1972 den Namen „Esoterische Gemeinschaft Sivas“ annahm. Zu ihnen gehörte der Leiter des Kasseler Zentrums Heinz Borkowski, der der Aussteigergruppe sein Zentrum zur Verfügung stellte.
    Catharose de Petri setzte sich in der Folgezeit als Großmeisterin innerhalb des Lectorium Rosicrucianum durch, wobei dieser Titel für sie zunächst umstritten war, weil der Patriarch A. Gadal sie seinerzeit nur als Mitarbeiterin (Archidiakoness) bezeichnet hatte, und nur Jan van Rijckenborg von Gadal den Großmeistertitel verliehen bekam. So hat Horst E. Miers beobachtet, dass bei etlichen Büchern Rijckenborghs erst in den Neuauflagen nach dessen Tod Catharose de Petri als Mitautorin erscheint.[33] Catharose de Petri übergab später die Leitung des Lectorium Rosicrucianum einem Gremium, der „Internationalen Spirituellen Leitung“. Über das Datum der Übergabe liegen abweichende Angaben vor. Als gesichert kann jedoch gelten, dass die Leitung der Gruppe seit dem Tod von Catharose de Petri im Jahr 1990 nicht mehr bei einzelnen Personen, sondern bei einem Gremium liegt.
  • 1978 spaltete sich im Raum Braunschweig eine ca. 40 Personen starke Gruppe unter Leitung des Ehepaares Gottschalk ab. Herr Gottschalk leitete in den 50er und 60er Jahren den Buchvertrieb des Lectorium Rosicrucianum. Diese Aussteiger-Gruppe ist heute noch aktiv.
  • Mit Beginn der 80er Jahre wandte sich unter Leitung von Joachim Schulz in Freiburg i.Br. eine weitere Schülergruppe enttäuscht vom Lectorium Rosicrucianum ab. Auch für diese Gruppe soll in toto der Eindruck, dass die Gruppierung des Lectorium Rosicrucianum gar keine echte „Geistesschule“ mehr darstelle, der maßgebliche Grund für die Abspaltung gewesen sein. Die Gruppe gründete das „Institut für Biosophie“, löste sich aber nach 10 Jahren wieder auf.
  • Mitte bis Ende der 80er Jahre kam es im Ruhrgebiet erneut zu einem größeren Rückschlag, als das Leiterehepaar des Zentrums Essen, das zugleich auch das Jugendwerk in Norddeutschland leitete, zusammen mit etwa 40-50 Mitgliedern austrat.[34][35][36]

Lehre und Symbolik

Die Lehre des Lectorium Rosicrucianum ist eine neognostisch geprägte Weltanschauung auf christozentrischer Grundlage. Die auch von hermetischen und alchemistischen Elementen geprägte Philosophie beruft sich unter anderem auf das Gedankengut von Christian Rosenkreuz, dem Namensgeber der gesamten Rosenkreuzer-Bewegung, von Max Heindel und auf die theosophischen Ansätze Rudolf Steiners.[37][38]

Verhältnis zum Christentum

Die grundlegende Differenz zum Christentum ist in der gnostischen Weltsicht des Lectorium Rosicrucianum angelegt, in der konsequent ein weltablehnender Dualismus vertreten wird, mit der grundsätzlichen Unterscheidung zwischen der irdischen und einer unbekannten göttlichen Welt. In der Philosophie des Lectorium Rosicrucianum ist unsere Welt das Produkt eines kosmischen Unfalles, bei dem die Schöpfung von Gott getrennt wurde. Diese Unterscheidung zwischen einem guten, göttlichen und einem negativen, irdischen Pol durchziehe alle Daseinsbereiche. Die traditionelle christliche Lehre lehnt diese dualistische Unterscheidung des Lectorium Rosicrucianum von zwei Daseinsbereichen jedoch ab, zumal die Bibel beschreibt, wie Gott die Welt aus freiem Entschluss geschaffen hat und abschließend in Genesis 1,31 sogar konstatiert: "und siehe, es war sehr gut.". Daher wird der Anspruch des Lectorium Rosicrucianum, eine christliche Gemeinschaft zu sein, bestritten.[39] Das „Kompaktlexikon Religionen“ bezeichnet die esoterisch-neugnostisch geprägte Ausrichtung des Lectorium Rosicrucianum dem Wesen nach kategorisch als antichristlich.[40]

Stellenwert der Bibel

Die Stellung des Lectorium Rosicrucianum zur Bibel ist ambivalent: So komme die Bibel als Offenbarungsträger nicht in Frage, weil ihr Inhalt im Laufe der Geschichte als zu stark verfälscht angesehen wird. Das kategorisch abgelehnte Alte Testament wird als ein Zeugnis des Demiurgen, des Naturgottes, angesehen, welcher dem Gott des Neuen Testaments diametral gegenüber stehe. So werden einzelne Schriftworte aus dem Neuen Testament allegorisch ausgelegt und zur Bestätigung der eigenen „Universellen Lehre“ herangezogen.[41] Für den ernsthaften Schüler des Lectorium Rosicrucianum sei der Christenglauben ausgesprochen schädlich, da die Verbundenheit mit diesem Glauben, wenn es um die transfiguristische Rückkehr in die ursprüngliche Heimat gehe, Grenzen setze. Versatzstücke aus der Bibel werden zitiert. Dem Gedankengut des Buddhismus wird im gnostischen System des Lectorium jedoch größere Bedeutung beigemessen.[42]

Christusverständnis

Christus wird in der Lehre des Lectorium Rosicrucianum nicht als historische Erscheinung begriffen, sondern als die allerhöchste vernunftgemäße Erklärung der Wirklichkeit definiert, die als unpersönliche elektromagnetische Kraft helfen könne, dem Menschen die Sünden zu erlassen, und die sogar die Welt hinweg nehmen könne. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass es dem Menschen zuvor gelungen sei, sein Karma durch die vom Lectorium Rosicrucianum geforderte Lebenshaltung abzulegen. Die Wiederkunft Christi sei gemäß dieser Interpretationen des Lectorium Rosicrucianum bereits geschehen und manifestiere sich in einem von der Gruppe aufgebauten Kraftfeld als unpersönliche Christuskraft, wobei das Teilhaben der Gruppenmitglieder an der Auferstehung Christi bedeute, die gleiche Heilsrealität im eigenen Leben zu verwirklichen.[43] F.W. Haack stellt fest, dass es zur Person Christi im System des Lectorium keinen Bezug gibt, während jedoch die freiwillig inkarnierten zwei Abgesandten der Bruderschaft Jan van Rijckenborgh und Catharose de Petri als Lichtboten angesehen werden. Deshalb entbehre die Eigendarstellung, dass der Körper des Lectorium rein christozentrisch ausgerichtet sei, jeder Grundlage, weshalb zwischen dem Christus des Lectorium Rosicrucianum und dem gestorbenen und auferstandenen Jesus Christus der Bibel keinerlei Zusammenhang bestehe.[44]

Jesusbild, Jesus-Atom und Christusäther

In der Spitze der rechten Herzkammer befindet sich gemäß der Doktrin des Lectorium ein Berührungs- oder Anknüpfungspunkt zur Entfaltung des ursprünglichen Wesens, welcher auch das „Samenkorn Jesu“, „Uratom“ oder „Geistfunkenatom“ genannt wird. Wird dieses „Samenkorn Jesu“ durch die im Lectorium frei gemachte gnostische Lichtkraft geweckt, so könne die Thymusdrüse plötzlich latent vorhandene Fähigkeiten entfalten und Tätigkeiten aufnehmen, wodurch die Lichtkraft des Jesus-Atoms über den Kleinen Blutkreislauf ins Gehirn gelangen könne, wo das mit Lichtenergie imprägnierte Blut neue Gedankenwesen erschaffen könne. Durch diese „Lichtkraftgedanken“ würden dann so genannte "Christus- oder Feueräther" angezogen werden, die ein Verfeinern der physischen Atomstruktur des Menschen bewirken sollen, wodurch scheinbar auch rein biologisch durch eine Transformation der Körpergestalt die Überwindung des Todes vonstattengehe.[45][46]

Die Lehre des Lectorium Rosicrucianum betrachtet die Existenz Jesu und sein Leiden und Sterben am Kreuz als „Schein“, da der ewige Logos und seine Manifestation in Christus sich in der unreinen Stofflichkeit nicht ausdrücken könne. Das Leben Jesu sei eine Allegorie auf den individuellen Weg der (Selbst-)Erlösung. Die Lehre des gnostisch geprägten Lectorium Rosicrucianum ist doketisch und vertritt die Ansicht, dass Jesus Christus am Kreuz keine Leiden empfunden habe, weil er nur einen physischen Scheinleib besessen habe. So bezeichnet das Lectorium Rosicrucianum das christliche Dogma des Sühneopfers Jesu am Kreuz als entsetzliche Täuschung, orthodoxe Ungeheuerlichkeit und als eine von der alten Kirche untergeschobene Irrlehre. So werden die 12 Jünger, die Jesus in den Evangelien des Neuen Testamentes unterrichtet, im Lectorium nicht als Menschen, sondern als Symbol für die 12 Gehirnnerven angesehen. So wird die in den Evangelien mit der Gebetformel „nimm diesen Kelch von mir“ in Gethsemane zum Ausdruck kommende Todesangst Jesu im Lectorium Rosicrucianum doketisch umgeformt zu „lasse diesen Kelch nicht von mir gehen.“.

Fachbuchautor Harald Lamprecht vertritt die Ansicht, dass das Lectorium Rosicrucianum aufgrund der radikalen Ansichten, der gnostischen Grundstruktur des dualistischen Lehrsystems und aufgrund der doketischen Leugnung der Heilsbedeutung des Kreuzestodes nicht als „freikirchliche Christengemeinschaft“ angesehen werden kann.[47]

Bezug zum klassischen Rosenkreuz und zur Hermetischen Lehre

Johann Valentin Andreä (1586–1654) im Alter von 42 Jahren

Die Lehre des Lectorium Rosicrucianum bezieht sich auf die Rosenkreuzerischen Urschriften des Johann Valentin Andreä. Der Freundeskreis um Johann Valentin Andreä wird als Ausgangspunkt der Rosenkreuzerbewegung und Urheber der Rosenkreuzer-Urschriften angenommen. Das Lectorium Rosicrucianum vermutet, dass das Erscheinen der Manifeste der klassischen Rosenkreuzer kein Zufall war und führt es auf das gezielte Wirken befreiter Gottmenschen einer sogenannten „Universellen Bruderschaft“ in der Übernatur zurück. So übersetzte Rijckenborgh die Fama Fraternitatis, die Confessio Fraternitatis, sieben Kapitel aus der Christianopolis und die Chymische Hochzeit ins Niederländische und versah sie mit sehr umfangreichen Interpretationen und Kommentaren, aus denen man heute die Lehren des Lectorium Rosicrucianum entnehmen kann. So hat Rijckenborgh zum Beispiel zur 23 Seiten umfassenden deutschen Edition der Fama Fraternitatis einen 400 Seiten langen Kommentar verfasst. Der Bezug Rijckenborghs zu den „alten Rosenkreuzern“ ist jedoch ambivalent. So gehört das Lectorium Rosicrucianum zu den wenigen Rosenkreuzergruppen, für die Christian Rosenkreuz keine reale Person aus dem 15. Jahrhundert sei, sondern die Versinnbildlichung einer gottmenschlichen Wesenheit, die verwirklicht werden könne durch den Prozess der Geistseelenentwicklung. Das Lectorium Rosicrucianum glaubt, dass seine Lehren identisch mit denen der Rosenkreuzer-Urschriften seien, in denen also die Lehre des Lectorium Rosicrucianum bereits im Barock, jedoch in verschlüsselter Form in diesen Rosenkreuzer-Urschriften niedergelegt worden sei. Das Lectorium Rosicrucianum vertritt die Auffassung, dass die verschlüsselte Form und Sprache dieser Urschriften von Jan van Rijckenborgh dechiffriert wurde. Dabei hält man insbesondere den Großmeister des Lectorium Rosicrucianum für einen Abgesandten einer sogenannten jung-gnostischen „Universellen Bruderschaft“, der die Arbeit von Christian Rosenkreuz eigenständig fortgesetzt habe.

In der Überzeugung, dass die Bibel ebenfalls einen verborgenen Sinn und versteckte Botschaften enthalte, studierten die Gründer des Lectorium Rosicrucianum auch die Esoterik des Pentateuch, die Evangelien sowie die Offenbarung des Johannes. Aus seiner neuen eigenen Bibel-Entschlüsselung und -Interpretation entwickelte Rijckenborgh im Anschluss an den Manichäismus eine gnostische Lehre, die der Lehre und Weltanschauung der Katharer sehr ähnelt.

Zu den Hermetischen Schriften Rijckenborgs zählen eine von ihm kommentierte vierbändige Interpretation über das Corpus Hermeticum sowie ein unvollendetes Buch zur Pistis Sophia, die gemäß Harald Lamprecht nicht von historischer Bedeutung sind, da der Autor im Wesentlichen lediglich bereits bekanntes Material wohl aus konkret existentiellen Gründen aufgriff.[48]

Fachbuchautor Horst E. Miers konstatiert in seinem „Lexikon des Geheimwissens" (1993), dass er auf Basis seiner Quellenforschung beim Lectorium Rosicrucianum keinen Bezug zum klassischen Rosenkreuzertum feststellen konnte. Der Namenszusatz „Rosenkreuz“ in der Eigenbezeichnung des Lectorium Rosicrucianum sei mangels Bezug zu den alten Rosenkreuzern zwar irreführend, aber da der Begriff „Rosenkreuzer“ rechtlich nicht geschützt sei, könne er von jedermann nach Belieben benutzt werden.[49]

Bezug zur klassischen Gnosis

Das Lehrsystem des Lectorium Rosicrucianum ist durch die Aufnahme spätantiker gnostischer Elemente stark geprägt. Charakteristisch für die gnostizistische Ausrichtung dieser Lehre ist insbesondere die Abwertung der Materie und des Leiblichen zugunsten des Geistigen (Dualismus) und die Vorstellung von der Existenz eines in die Todesnatur gefallenen göttlichen Funkens im Menschen, der durch Selbsterkenntnis zur Erlösung durch ein völlig jenseitiges und bislang völlig unbekanntes göttliches Gegenstück wiederhergestellt werden könne. Konsequent wird dabei, den Thesen der klassischen Gnosis folgend, ein weltablehnender Dualismus vertreten, wodurch sich das Lectorium Rosicrucianum von den anderen neuen Rosenkreuzerbewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts unterscheidet.

Das Lectorium Rosicrucianum versteht sich selbst ganz explizit als neu-gnostische Gruppierung, was auch an den Selbstbezeichnungen „junge gnostische Bruderschaft“ und „junge Gnosis“ zu erkennen ist. [50]

Erlösung durch Transfiguration

Die Weltanschauung des Lectorium Rosicrucianum geht davon aus, dass der Mensch, der nicht den Weg der Befreiung geht, wie ihn das Lectorium propagiert, in einem ständigen Kreislauf von Geburt und Tod, gefangen bleibt. Dieser durch karmische Kräfte in Gang gehaltene Zyklus, könne durch das Wiedererwecken eines dem Menschen immanenten Geistfunkenatoms durchbrochen werden. Zentraler Kernpunkt in der Erlösungslehre des Lectorium Rosicrucianum ist die Umwandlung des Menschen auf einem transfiguristischen Stufenweg innerhalb der Gruppe. Diese so genannte "Transfiguration" solle dem Menschen Zugang in eine völlig neue Naturordnung außerhalb unserer dialektischen Diesseits/Jenseits-Welt ermöglichen. Der Transfigurationsprozess könne jedoch nicht individuell im Alleingang vollzogen werden, weil er sich nur im Rahmen des durch das Kollektiv aufgerufenen Kraftfeldes realisieren lasse.[51][52]

Endura: Ich-Zerbrechung und Persönlichkeitswechsel

Im Anschluss an den Manichäismus entwickelte Rijckenborgh seine gnostische Transfigurationslehre, die er als Erziehungsmethode zur Erschaffung des neuen Menschen verstanden wissen wollte, da es der Auftrag des Menschen sei, einen neuen Trägerkörper zu entwickeln, um die Übernatur betreten zu können, die er als das ursprüngliche Lebensfeld des Menschen ansah. Diesem Vorgang, dem ein planmäßiger Untergang des eigenen Selbst voran gehen müsse, hat das Lectorium den Namen "Endura" gegeben. Diese Bezeichnung wurde dem Wortschatz der Albigenser und Katharersekte des Mittelalters entnommen, die beim Lectorium Rosicrucianum zum Dreibund des Lichts gehört. Mit Endura ist der Vorgang der Ich-Zerbrechung und der Pfad der Selbstverleumdung gemeint. So sei ein Persönlichkeitswechsel im Mikrokosmos und die Ich-Ersterbung zwingende Voraussetzung für das Verlassen der niederen Natur, die Überwindung des Todes und ein Übergehen in das göttliche Selbst.[53][54][55] Um sich optimal auf den Transfigurationsprozess einzustimmen, muss bereits der Vorbereitende Schüler im ersten Jahr sein Leben nach einem aus 10 Geboten bestehenden asketischen Programm ausrichten. So sei der Schüler gehalten sich vegetarisch zu ernähren, auf Nikotin, Spirituosen und Narkotika gänzlich zu verzichten, die Schule mit einem möglichst hohen finanziellen Beitrag zu unterstützen und Dienstbereitschaft zur Mitarbeit zu zeigen. („Schlüssel zum Transfigurismus in siebzig Fragen und Antworten“, Haarlem 1954/59, S.21f) Entschließt sich der Kandidat nach dieser Probezeit den Transfigurationspfad zu beschreiten, muss er sich den verpflichtenden Bedingungen für die Teilnahme am Schülertum unterordnen, wie Austritt aus Parteien, Kirchen und anderen Okkultgruppen oder Orden.[56][57]

Das Vakuum von Shamballa

Schüler die das Ziel des Stufenweges der Transfiguration zu Lebzeiten nicht erreichen konnten, bei denen der Persönlichkeitswechsel im Zuge der Ich-Ersterbung aber bereits ein embryonales Seelenprinzip zustande gebracht hat, kämen nach ihrem Tode nicht ins Jenseits, sondern in das zweite Arbeitsgebiet des Lectorium Rosicrucianum, das so genannte Vakuum von Shamballa. In diesem Vakuum von Shamballa könne die begonnene Transfiguration durch eine energetische Interaktion mit der Gruppe auf Erden vollendet werden, indem sich das bereits latente Seelenprinzip zu einem bewussten Zustand entwickelt. Die scheinbare Erlösung oder Errettung auf diesem Weg, ist jedoch zeitlich limitiert, da alle Bewohner von Shamballa, deren Wohnort in der Wüste Gobi lokalisiert sei, erneut reinkarnieren müssen, wenn sich der Verein des Lectorium Rosicrucianum im irdischen Daseinsfeld auflösen sollte.[58][59][60]

Veranstaltungen, Liturgie und Kultus

Veranstaltungen

Der Weg der Transfiguration kann von einem Mitglied nicht individuell im Heimstudium beschritten werden. So soll der befreiende Transfigurationsprozess nur durch die Teilnahme an den Gruppenveranstaltungen des Lectorium Rosicrucianum zu realisieren sein, weil es nur durch die gleichzeitige Ausrichtung vieler Menschen möglich sein soll, erforderliche spirituelle Lichtkräfte aufzurufen, die dann die Teilnehmer gebündelt erreicht. Aus diesem Grund besteht der religiöse Kultus vorrangig aus sogenannten Tempeldiensten und Konferenzen. Der regelmäßige Besuch der Tempeldienste und die regelmäßige Teilnahme an den Wochenendkonferenzen ist für Schüler des Lectorium Rosicrucianum verpflichtend. Die Teilnahme an den übrigen angebotenen gemeinschaftlichen Veranstaltungen wird erwartet. Dabei werden für die verschiedenen Mitgliedsstufen unterschiedliche Zusammenkünfte veranstaltet. So dürfen Vorhofmitglieder nur an ausgewählten Veranstaltungen teilnehmen.

Kulthandlungen, Liturgie und Gesang

Ein Tempeldienst wir in der Regel von einem Paar gehalten. Der liturgische Ablauf ähnelt christlichen Gottesdienstformen. Die Dienste werden in der Regel von einer Frau mit einem kultisch rituellen Teil, der aus liturgischen Formeln, Meditation und gemeinsamem Gesang besteht, eröffnet. Bei bestimmten rituellen Diensten wird von einer besonders befugten Person eine bestimmte Anzahl von Kerzen entzündet. Danach übernimmt der Mann den intellektuellen Teil und hält eine Ansprache. Während dieser Versammlungen, beschränkt sich die Mitwirkung der "Gemeinde" auf das gemeinsame, von Klaviermusik begleitete Singen. Die Lieder stammen aus dem Tempelliederbuch des Lectorium Rosicrucianum und erinnern an die Choräle kirchlicher Gesangbücher. Am Ende dieser kultischen Veranstaltungen treffen sich die verschiedenen Graden angehörenden Schülergruppen zu getrennten Gesprächsrunden.

Besondere Bedeutung wird den ähnlich verlaufenden Tempeldiensten während der regelmäigen Besuche der Mitglieder von Wochenendkonferenzen beigemessen, zu denen zwischen 200 und 600 Mitglieder aus allen Landesteilen anreisen.

Der formelle Ablauf der Tempeldienste weist noch heute gewisse Übereinstimmungen zum ursprünglichen kirchennahen Brauchtum und zur Liturgie der Rosicrucian Fellowship auf. Dagegen hat sich das Lectorium Rosicrucianum von seinen ursprünglich theosophisch geprägten Lehrinhalten der Rosicrucian Fellowship wenig bewahrt. Stattdessen wird in den Ansprachen, durch die Aufnahme gnostischer und albigensischer Elemente in das Lehrsystem, konsequent ein weltablehnender Dualismus vertreten.[61]

Sakramentale Handlungen

Im Lectorium Rosicrucianum werden auch sakramentale Handlungen angeboten, die allerdings im Lehrsystem keine zentrale Rolle einnehmen.

Taufe

Beim Sakrament der Taufe wird der Täufling nicht automatisch Mitglied des Lectorium Rosicrucianum. Die diesem Sakrament zugrunde liegende Motivation, ist der Gedanke, dass es eine zweifache göttliche Bemühung um die Menschheit gibt: Eine herabsteigende und den Gläubigen auf seinem Lebensweg begleitende Kraft und eine zu Gott heraufsteigende, transformierende Sogkraft. Bei der Taufe wird das Kind symbolisch mit der sich herabsenkenden Kraft verbunden.

Ehesakrament

Das Sakrament der Ehe wird nur verliehen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, die das bisherige Leben der beiden Partner und ihre Bereitschaft betreffen, zukünftig gemeinsam den Weg einer neuen Seelengeburt zu gehen, wie ihn das Lectorium Rosicrucianum weist.

Sterbesakrament

Im Lectorium Rosicrucianum wird im Todesfall eine Bestattungshandlung vollzogen, die vom Rosenhof anberaumt wird. Dabei wird der verstorbene Schüler im Rahmen einer Totenmesse namentlich dreimal beschwörend durch ein Mitglied des 5. Schülergrades herbei zitiert um ihn dem ewigen Lichtfeld des Rosenkreuzes anzuvertrauen. Schülern wird die Feuerbestattung nahegelegt.[62][63]

Asketische Lebensformen

Die Lehre des Lectorium Rosicrucianum erwartet von den Schülern in vielen Lebensbereichen eine asketische Lebensführung. So wird den Mitgliedern der Gruppe geraten, sich nicht in den weltlichen Meinungsstreit und weltverbessernde Aktivitäten hineinziehen zu lassen und insbesondere den Humanismus abzuweisen. Der vermittelte Heilsweg untersagt dem Schüler in seiner weltablehnenden, radikalen Exklusivität die Zugehörigkeit zu politischen Parteien und karitativen Gruppen, wobei die meisten Verbote mit konkreten okkulten Zusammenhängen begründet werden:

Ernährung und Kleidung

Prinzipiell werden alle Stoffe dieser irdischen Welt, die im Lectorium Rosicrucianum „Dialektik“ genannt wird, abgelehnt. Während in der dem Lectorium vorangegangenen Bruderschaft der Katharer deshalb die Vollendeten nach der Versiegelung mit dem Geist durch das „Consolamentum“ konsequent den Hungertod wählten, hat man im Lectorium den damals dafür gebräuchlichen Begriff „Endura“ zwar beibehalten, verwendet ihn aber in der Literatur stattdessen für die „Ich-Ersterbung“, zu deren Vollzug, zwecks Instandhaltung des physischen Körpers von allen Übeln dieser Natur nur das geringste Übel auszuwählen ist. Zu diesen geringsten Übeln, aus denen der Schüler seine vegetarische Diät zusammenstellen soll, zählen: Früchte, Gemüse, Getreideprodukte, Kräuter, Milch- und Molkereiprodukte, jedoch nur wenig Käse und Butter sowie Wasser und Lehmerde.

Fleischliche Nahrung wird wegen großer damit verbundener Gefahren abgelehnt und weil darin erdbindende niedere Äther- und Triebkräfte gebunden seien, weshalb von den Schülern auch das Tragen von Lederkleidung, Pelzwerk und Federn unterlassen werden soll. Der Verzehr einzelner Fleischsorten verursacht nach Ansicht des Lectorium unterschiedliche Schäden: So fördere der Verzehr von Fisch Perversität, Pferdefleisch verursache Jähzorn, Rindfleisch die Dummheit und ungeheuren Zankgeist, Schweinefleisch führe zu Grausamkeit, Grobheit und Frechheit, Hammelfleisch begünstige Falschheit, während Geflügelverzehr den Idiotismus fördere.

Die Genussmittel Alkohol und Nikotin sind für Schüler des Lectorium verboten, weil angenommen wird, dass diese den Transfigurationsprozess unterbinden und Raucher und Trinker sich nach ihrem Tod als Ätherparasiten als erdgebundene Geister an Lokalitäten und Plätzen aufhalten, an denen sie sich an Nikotin- und Alkoholdünsten laben können. Alkoholische Getränke werden abgelehnt, weil diese zeitweilig über die Zirbeldrüse und die Hypophyse das menschliche Bewusstsein eintrüben und teilweise für jenseitige Geister öffnen könnten. Als noch gefährlicher gilt das "Marsnarkotikum" Nikotin, das strikt zu meiden ist, weil es den Menschen von erdgebundenen Geistern abhängig machen könne. Drogen, außer Tee und Kaffee, sind tabu. Vor synthetischen Stoffen in Nahrungs- und Arzneimitteln wird gewarnt, weil man die Ansicht vertritt, dass diese den Ätherkörper entmenschlichen und den Menschen mineralartig machen.

Fernsehen, Kino, Literaturauswahl und Printmedien

Fernsehen stellt für den Schüler eine beträchtliche Gefahr dar und soll vermieden werden, weil die Programminhalte das Unterbewusstsein manipulieren. Durch das Fernsehen werde der Mensch astral gefesselt und ihm würden Äther geraubt, wodurch er im astralen Feld der Todesnatur gefangen gehalten werde. Vor Kathodenstrahl-Bildröhren wird generell aus technischen Gründen gewarnt, weil die von diesen ausgehende Strahlung eine negative schädigende Auswirkung auf das "Fohat-Licht" im Kopf habe.

Neben dem empfohlenen Verzicht auf das Fernsehen seien in der Gruppe auch Kinobesuche und Zeitungslektüre und so weiter verpönt. So sei den Schülern ausschließlich das Lesen derjenigen esoterischen Bücher gestattet, die vom Lectorium Rosicrucianum stammen.

Überwindung der Sexualität - Zölibat

Vom Schüler des Lectorium Rosicrucianum wird im Laufe des Schülertums eine prozessmäßige Überwindung des Sexualtriebes gefordert: So heißt es bereits in den Aufnahmebedingungen für das Bekennende Schülertum, dass Sexualität ein, wie auch immer, gearteter astraler Zustand sei, der prozessmäßig durch Seelenwachstum überwunden werden muss. Die Sexualität soll vom Schüler kontinuierlich schrittweise, aber zwanglos bekämpft werden. Am Ende dieser prozessmäßigen Überwindung der Sexualität tritt der Schüler des Lectorium Rosicrucianum in das Zölibat. Ab einer bestimmten Entwicklung auf dem Schülerpfad muss das Gelöbnis des Zölibats abgelegt werden, weil gemäß der Philosophie des Lectorium Rosicrucianum die Geschlechtskraft beim Transfigurationsprozess eine wichtige Rolle im Kundalini-Schlangenfeuer-System spielt. Zum Beispiel werde die natürliche Überproduktion des männlichen Samens bei völliger Ausrichtung auf den Transfigurationsprozess gebunden, und die männliche Schöpfungskraft werde dann ausschließlich für den Bau des neuen transfiguristischen Körpers durch das Kundalini-Schlangenfeuer-System umgeleitet.[64][45][36][65][66][67]

Symbolik

Mittwochs- oder Uranus-Pantakel
L.R.-Emblem heute
Philosophic Seal of the Society of Rosicrucians
Hermesstab mit zwei sich paarenden Schlangen
Internes Emblem
Externes und internes Emblem

Die vom Lectorium Rosicrucianum benutzten Embleme sind Ausdruck der internen und öffentlichen (externen) Arbeit. Beide Embleme haben einen Bezug zum astrologischen Zeichen des Wassermann (lat. Aquarius) und dem Planeten Uranus.

  • Das externe Hauptemblem
    Das Hauptemblem des Lectorium Rosicrucianum, welches in der Werbung verwendet wird, besteht aus den drei ineinander verschränkten geometrischen Formen Kreis, Dreieck und Viereck. So symbolisiere der Kreis die Ewigkeit und den Mikrokosmos, das Dreieck stehe für die Logoskräfte die als Vater, Sohn, und Heiliger Geist angedeutet werden, und das Viereck symbolisiere das Fundament für die neue Menschwerdung. Außerdem sollen diese verschränkten drei geometrischen Figuren die Aspekte der Verbindung, Erfahrung und Verwirklichung der Impulse der geistigen Welt darstellen.
    Der Fachbuchautor Horst E. Miers macht auf die ältere Deutung dieses Hauptemblems aufmerksam. So handele es sich dabei um das magische Mittwochs- oder Uranus-Pantakel, zur Anrufung des Uranus-Geistes aus dem im Jahre 1518 erschienenen Zauberbuch The Secret Grimoire of Turiel. Ein Grimoire [gʀiˈmwaːʀ] ist ein mittelalterliches Zauberbuch, welches Rituale zur Beschwörung von Dämonen enthält. Die 6. Auflage des Lexikon des Geheimwissens aus dem Jahre 1986, erwähnt auf Seite 249 im Zusammenhang mit diesem Mittwochs-Pantakel, dass die meisten Veranstaltungen des Lectorium Rosicrucianum seinerzeit auf einen Mittwoch fielen. Der Autor H.J. Ruppert von der EZW vermisst bei diesem Symbol den konkreten Bezug zur Rosenkreuzersymbolik.[68]

Harald Lamprecht entdeckte eine weitere okkulte Parallele zu dem Hauptemblem des Lectorium Rosicrucianum (Dreieck und Quadrat im Kreis): So ist das geometrische Symbol im Hintergrund des abgedruckten „Philosophic Seal of the Society of Rosicrucians“ von Arthur E. Waite in dessen Buch „The real history of the Rosicrucians“ (1887) identisch mit dem Hauptemblem des Lectorium. Arthur E. Waite war prominentes Mitglied des Hermetic Order of the Golden Dawn, in den auf seine Empfehlung im Jahre 1898 Crowley aufgenommen wurde.[69][70]

  • Das interne Emblem
    Das interne Emblem, bestehend aus dem Uranussymbol und zwei Wellenlinien für den Wassermann, ist symbolischer Ausdruck der Verbindung der Menschheit durch Uranus mit dem Aquarius.[71][72]
Das Kreuz mit Rose

In den Tempelräumen der Zentren des Lectorium Rosicrucianum befindet sich ein Rosenkreuz an der Wand. Dabei handelt es sich um ein Kreuz mit einer angehefteten Rose. Nach Gerhard Wehr steht das Rosenkreuz im Sinne Martin Luthers für Erneuerung und Wiedergeburt und ist das Hauptsymbol einer christlichen Spiritualität die auf der Erfahrung des täglichen Sterbens des alten Menschen basiert, um daraus den neuen Menschen auferstehen zu lassen.

Der Hermesstab

In den Tempelräumen der Konferenzorte wird zusätzlich das Symbol des Hermesstabes verwendet.[73][74]

Arbeitsweise

Die Anwerbung neuer Mitglieder erfolgt durch Schülerteams des Lectorium Rosicrucianum die werbewirksam durch öffentliche Plakataktionen sowie Annoncen in Zeitungen und Zeitschriften für Vortragszyklen und Einführungskurse Werbung betreiben, um auf ihr exklusives Heilsverständnis aufmerksam zu machen.

  • Einführungsvorträge: Das Lectorium Rosicrucianum verfügt in vielen deutschen Städten über Räumlichkeiten, so genannten Zentren. Dort werden regelmäßig Einführungsvorträge zur Vermittlung der eigenen Weltsicht angeboten.
  • Informationsbriefe: Wer an einem Vortrag teilgenommen hat und mehr über die Weltanschauung, Ideologie und Ziele des Lectorium erfahren will, kann sich 5 einführende Briefe zusenden lassen.
  • Einführungskurs: Interessenten der Lehre können an einem zwölf Abende umfassenden Einführungskurs zu festgelegten Themen teilnehmen. An jedem dieser 12 Abende wird jeweils ein vorgedruckter Text verlesen, der im Anschluss auch in gedruckter Form gekauft werden kann. Im Anschluss können bei Bedarf Fragen mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern besprochen werden. Nach Absolvierung der 12 Kursusabende umfassenden Lesungen wird der Besuch eines Vorhoftempeldienstes nahegelegt und die Entscheidung zwischen einer Mitgliedschaft, Schülerschaft oder Trennung von der Schule nahe gelegt.[75]

Aufbau

Das Lectorium Rosicrucianum ist zentralistisch und ohne demokratische Elemente organisiert.[76] Die Rechtsform ist in Deutschland der eingetragene gemeinnützige Verein. Als Vereinsorgane gibt es den Vorstand und die Mitgliederversammlung. Der Verein finanziert sich nach eigener Aussage aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Für die Teilnahme an sogenannten Wochenendkonferenzen werden ebenfalls Gebühren erhoben.[77][78]

Gnostische Kirche - Dreibund des Lichts

Das Lectorium Rosicrucianum wird kategorisch zu den Gnostischen Kirchen gezählt. (Neo-) „Gnostische Kirchen“ sind Kirchen, die sich auf gnostisches Gedankengut berufend, zu den Anschauungen der herkömmlichen Kirchen oft im Widerspruch stehen. Dass das Lectorium Rosicrucianum sich als Kirche versteht, kommt in der niederländischen Eigenbezeichnung Kerkgenootschap (Kerk = Kirche) zum Ausdruck.

In der Ideologie des Lectorium Rosicrucianum wurde der dualistische Konflikt zwischen zwei gegensätzlichen Prinzipien (wie Gut und Böse oder Geist und Fleisch) wie er in der christlichen Gedankenwelt bereits zum Ausdruck kommt, durch den katharisch/ albigensischen Einfluss sogar noch mehr verschärft, als selbst der orthodoxe Katholizismus dies zu tun bereit war, indem eine doketische dualistische Auffassung der spätantiken Gnosis vertreten wird, in der sich das ursprüngliche göttliche Lichtreich und das Reich der Finsternis als Gegner gegenüber stehen. In der Terminologie des Lectorium gehören die Katharer zum so genannten „Dreibund des Lichts“. Mit diesem Begriff soll angedeutet werden, dass man sich als Rosenkreuzer-Gruppe als letztes geistverwandtes Glied einer durch alle Zeiten hinweg bestehenden langen Kette von Abgesandten einer imaginierten Universellen Bruderschaft versteht, zu denen der Gral, und als unmittelbare Vorgänger, die Katharer, gerechnet werden, deren Erbe man angetreten zu haben glaubt. Das Ziel der Mission dieser Bruderschaftskette sei es, die Lehren der spätantiken gnostischen Mysterien in der heutigen Zeit zu überbringen, um die Menschheit mit der unsichtbaren Kirche, als deren Teil sich das Lectorium Rosicrucianum sieht, durch Vermittlung seiner Arkandisziplin und Philosophie zu verbinden.[79][80][81] Während der Katholizismus das Vorhandensein eines höchsten Gottes postuliert, dessen Gegner, der Satan ihm letztlich untergeordnet ist, kennt die katharisch geprägte Doktrin des Lectorium Rosicrucianum zwei mehr oder minder ebenbürtige Gottheiten. Dabei wird die materielle Welt als böse Schöpfung eines eigenen Schöpfergottes (Demiurg), mithin auch der menschliche Körper negativ beurteilt. Von diesem Demiurgen unterschieden wird ein vollkommen jenseitiger, oberster Gott. Von diesem obersten Gott stamme ein göttliches Element, welches – wie in einem mythologischen Drama erklärt wird – als göttlicher Funke im Menschenherz schlummert, welches in der materiellen Welt „fremd“ ist. Dieser verborgene Funke müsse vom Menschen erkannt werden, um nicht der materiellen Welt verhaftet zu bleiben. Solche Anschauungen fanden vereinzelt zwar Aufnahme in den gnostischen Mythen anderer „Gnostische Kirchen“, etwa der „Gnostisch-Katholischen Kirche“, wurden dort jedoch nicht konsequent im Glaubenssystem verankert.[82][83]

Geheimgesellschaft, Universelle Bruderschaftskette und Ecksteinfreimaurerei

Das Lectorium Rosicrucianum fühle sich berufen seinen Schülern den Weg aus dieser Welt, die als „gebrochene Realität“ angesehen wird, zur Wahrheit zu weisen und sie damit zu verbinden und beruft sich dazu in seiner Lehre und Kultpraxis auf uralte Mysterienreligionen, Mysterienschulen und die Gnosis. Der zu einem Paradigmenwechsel führende gewiesene Mysterienpfad bestehe im Einzelnen aus einem mehrstufigen Transfigurationsweg zur Befreiung. Die Transfiguration zu einem göttlichen Wesen werde durch den regelmäßigen Besuch der „Erneuerungskonferenzen“ und „Tempeldienste“ ermöglicht.[84]

Das Lectorium Rosicrucianum bezeichne seine auf der Freimaurer-Arbeit und der Ecksteinfreimaurerei basierende synkretistische Lehre gemäß „Lexikon des Geheimwissens“ als „Universelle Lehre“. Die Gruppe betrachte sich als Glied einer „Universellen Bruderschaft(skette)“ und wird in diesem Lexikon den subversiven und kommerziellen Geheimgesellschaften zugeordnet, die kategorisch als „Dialektische Gesellschaften“ bezeichnet werden. „Dialektische Gesellschaften“ verfolgen gemäß Horst E. Miers geheime Ziele, die den Neophyten erst im Laufe des Schülerweges nach und nach enthüllt werden. Diese geheimen Ziele seien teils kommerziell, teils subversiv und „nach einer Neuordnung der Welt strebend“. Bevorzugt eingesetzte Mittel dialektischer Gruppen seien Dialektik, Exegese und Schlagwörter, wobei das eigene Lehrmaterial durch Annexion anderer Lehren entstehe, deren Synthese mit dem davorgesetzten Schlagwort „wahr“ aufgewertet werde, wobei Thesen gelegentlich als „gnostische“ oder „geheime“ Lehren, als göttliche Offenbarungen, oder als „Uralte Weisheit“ ausgegeben werden. So spreche das Lectorium zum Beispiel davon, dass es den einzig wahren transfiguristischen Prozess der Freimaurerei realisiere.[85]

Gemäß R. Passian bezieht sich das Lectorium Rosicrucianum auf den katharischen Mysterien-Geheimbund und sieht sich als wahre universelle Kirche, die die wahre Lehre des gnostischen Transfigurismus auf Basis einer „neuen transfiguristischen Weltfreimaurerei des 3. Tempels“ und der „Eckstein-Freimaurerei“ vertrete. So habe die Gruppe direkte Kontakte zur so genannten 9. Sphäre, in der die Reinkarnation nicht mehr erforderlich sei. Weiterhin verfüge die Gruppe über mystische geistige Verbindungskanäle nach Shamballa.[86]

Lamprecht führt aus, dass die Neurosenkreuzer des Lectorium Rosicrucianum ihre Schulungen als Einweihungs-Stufenweg begreifen, bei dem es darum gehe die Ordenslehre durch innere Entwicklungsschritte mittels Zeremonien und Ritualen bis zur Erlösung zu durchlaufen. Die primären Lehrinhalte des Lectorium Rosicrucianum seien zwar nicht geheim, soweit sie in den Büchern Jan van Rijckenborghs publiziert wurden, aber die sekundär während der Konferenzen und Tempeldienste übermittelten Lehrinhalte würden nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit übertragen werden, weil daran ausschließlich Schüler teilnehmen dürften. Als Grund für die hermetische Abschottung vor der Öffentlichkeit wird nicht primär Geheimhaltung angegeben, sondern der negative Einfluss genannt, den interessierte Besucher auf das imaginierte Kraftfeld ausüben könnten, welches sich nur durch die straffe Organisationsstruktur mit Ordenscharakter in der so genannten Gruppeneinheit ausbilden könne, welches durch Fremde gestört werden würde.[87]

Gemäß EZW-Autorin H. Schilling vertrete das Lectorium Rosicrucianum das „reine christliche Einweihungsmysterium des Heiligen Rosenkreuzes für das neue Zeitalter“, durch dessen wissenschaftlich angewandte Methode der Selbstfreimaurerei alle christlichen Kirchen und alle okkulten und esoterischen Strömungen abgelöst werden würden. So bekundete der Großmeister Jan van Rijckenborgh, dass sich der Heilige Geist beginnend mit dem 20. August 1953 über die Gruppe des Lectorium Rosicrucianum auszugießen begann, was sich daraufhin in sieben Strahlen und sieben Eigenschaften manifestieren sollte. Dementsprechend vollziehe sich die Einweihung und die damit einhergehende Transfiguration auf dem Mysterienpfad durch eine stufenweise Aufnahme in die Hierarchie in drei Einweihungskreisen mit je sieben Aspekten und Kräften die sakramental im wiedergeborenen neuen Kandidaten versiegelt werden würden. Im Jahr 1953 sei das Lectorium in die „Kette der Universellen Gnostischen Bruderschaften“ aufgenommen worden, die auch als „Bruderschaft von Shamballa“ (lokalisiert in der Wüste Gobi) , Geistesschule und Christushierarchie angedeutet wird und zu denen wesenseins die Essäer, die Gnostiker, die Manichäer, die Albigenser, die Freimaurer und die klassischen Rosenkreuzer gezählt werden. Am 1. September 1954 sei dem Lectorium das Erbe der vorangegangenen Mysterienbruderschaft der Katharer übertragen worden. Aus all dem leitet das Lectorium Rosicrucianum den Anspruch eine „Universelle Erlösungslehre“ zu vertreten ab.[88]

Gemäß EZW-Autor C. Grötzinger vertrete die Gruppe ein exklusives Heilssystem, welches von der Transmutation zum schließlichen Ziel der Transfiguration führe und vom Lectorium mit dem Begriff Ecksteinfreimaurerei bezeichnet wird. Der Neophyt der die „Universellen Mysterien“ der „Universellen Transfiguristischen Weisheitslehren“ der „äonenalten gnostisch esoterischen Bruderschaft“, der das Lectorium anzugehören glaubt, studiert, wird „Selbst-Freimaurer“ genannt. Nach der Schülerstufe „Höhere Bewusstseinsschule“ folge als Resultat eines alchimistischen Prozesses der Eintritt in die „eigentliche Mysterienschule“ deren „dritte Berührung“ lediglich mit dem Mysterien-Begriff „Schlangenfeuergeburt“ angedeutet werden könne, da es dafür keine irdischen Namensbezeichnungen mehr gäbe.[89]

Geistliche und spirituelle Leitung

Die geistliche Leitung des Lectorium Rosicrucianum ist weltweit streng hierarchisch organisiert. Eine deutlich herausgehobene Stellung nehmen die geistigen Führungspersonen Jan van Rijckenborg und Catharose de Petri ein, die die Organisation aufgebaut haben. Diese beiden Grossmeister haben die Lehre maßgeblich fundamental gestaltet und geprägt. Beide gelten als freiwillig Inkarnierte, die bereits in ihrem letzten Leben die Unsterblichkeit erlangt haben. Bis zu seinem Tod 1968 lagen sowohl die spirituelle als auch die organisatorische Leitung des Lectorium Rosicrucianum bei Jan van Rijckenborg und Catharose de Petri. Im Juni 1968 wurde die aus dreizehn Personen bestehende „Internationale Spirituelle Leitung“ gegründet, die spätestens seit dem Tod von Catharose de Petri im Jahr 1990 die alleinige Leitung innehat. Darüber hinaus kennt die Gruppe noch „Landesleitungen“ und „Zentrumsleitungen“, deren Mitglieder periodisch berufen werden.[90]

Das Lectorium Rosicrucianum kennt zwei Formen der Zugehörigkeit. Wer in die Vereinigung eintreten möchte, kann sich nach einer Phase der Orientierung im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen entweder für das aktive Schülertum oder für die allgemeine Mitgliedschaft entscheiden.

Der Vorhof

Mit Vorhof wird die sogenannte „Mitgliedschaft“ bezeichnet, eine lockerere Form der Verbindung mit dem Lectorium Rosicrucianum, aus der keine weitergehenden Verpflichtungen erwachsen. Zum Vorhof gehört auch das Jugendwerk für Kinder ab 6 Jahren da ein Beitritt zum Lectorium Rosicrucianum erst ab 18 Jahren möglich ist.[91]

Das Schülertum

Mit Schülertum wird der aus sieben Stufen bestehende „Weg“ eines Schülers bezeichnet. Auf den Vorhof folgt für 1-2 Jahre die Teilnahme am „vorbereitenden Schülertum“. Diese Zeit dient der Orientierung und Ausrichtung auf den vom Lectorium Rosicrucianum gewiesenen Weg.

Danach kann ein Antrag zur Teilnahme am „Probeschülertum“ gestellt werden. Dieses Schülerstadium dient der vertiefenden Besinnung auf die Lehre, sodass der Schüler Klarheit über seinen kommenden Weg gewinnen kann.

Die dritte Schülerstufe nennt sich „bekennendes Schülertum". In dieser Phase beginnt der Schüler sich verstärkt zu seinem neuen Lebensweg in seinem Umfeld zu bekennen.

Nach dieser Orientierungs- und Einführungsschule mündet die Mitgliedschaft in der von Jan van Rijckenborgh entwickelten Hierarchie in die "Höhere Bewußtseinschule“, in der der begonnene Vorprozess fortgeführt wird, bis der Schüler schließlich im so genannten „Apostolischen Kreis“ direkt mit der Gnosiskraft verbunden wird. Dieser „Apostolischen Kreis“ besteht aus den 4 Stufen „Ekklesia“, „Goldenes Haupt“ und zwei weiteren immateriellen namenlosen Stufen.[92]

Sieben Stufen oder Grade

  • 1. Vorbereitendes Schülertum und Probeschülertum
  • 2. Bekennendes Schülertum
  • 3. Höhere Bewusstseinsschule
  • 4. Ekklesia (auch "priesterliche Schar")
  • 5. Gemeinschaft des Goldenen Hauptes
  • 6. und 7. Stufe, „die sich nicht mehr im materiellen Bereich befinden und darum keine Namen tragen.“

Andere Quellen sagen:

  • 6. Rat der Ältesten
  • 7. Großmeister

Die Grade 3 bis 7 bilden die sogenannte „Innere Schule“. Gemäß Horst E. Miers wurde aus den älteren Mitgliedern der Ekklesia die "Gralsgemeinschaft" gegründet, die jedoch keinen eigenen Grad darstellt. Bei der Erreichung jedes folgenden Grades kommen neue spirituelle Aufgaben hinzu. Dies seien graduelle Unterschiede, bei denen eine Verinnerlichung bzw. Vertiefung der Glaubensinhalte deutlich werde. Daher gebe es Tempeldienste besonderen Inhalts, die für den Schüler ab der dritten Stufe vorbehalten seien.[45][93]

Jugend

Für Kinder und Jugendliche gibt es ein sogenanntes Jugendwerk. Die Kinder und Jugendlichen bis zum Ende des 18. Lebensjahres werden in vier Altersgruppen betreut. Der internationale Jugend-Konferenzort des Lectorium Rosicrucianum heißt „Noverosa“ und befindet sich in Dornspijk/ Niederlande. Das Lectorium Rosicrucianum hat die Stiftung "Schulen des Rosenkreuzes" gegründet, die in den Niederlanden zwei eigene Grundschulen betreibt: Die Jan van Rijckenborghschool mit Sitz in Heiloo und Hilversum/ Niederlande.[94][95][78]

Internationale Ausbreitung

Internationaler Konferenzort Bilthoven, Niederlande „Renova Tempel“

Das Lectorium Rosicrucianum ist in den meisten europäischen Ländern, in Nord- und Südamerika, Afrika, Australien und Neuseeland aktiv. Weltweit gibt die Gruppe etwa 10.000 aktive Mitglieder und Schüler an.

In Südamerika ist das Lectorium Rosicrucianum in Brasilien, Bolivien und Kolumbien vertreten. In Brasilien hat das Lectorium Rosicrucianum über 1000 Mitglieder im Erwachsenenwerk, Jugendwerk und Vorhof.[36][96]

In den Niederlanden wurde 1935 mit den – später regelmäßig stattfindenden – sogenannten „Konferenzen“ begonnen, die in den ersten Jahren in Zelten stattfanden. Am 27. November 1945 erwarb das Lectorium Rosicrucianum das Grundstück Elckerlyck in Laage Vuursche bei Bilthoven, wo in den folgenden Jahren der zentrale Konferenzort „Renova“ entstand.

1951 wurde der so genannte Renova-Tempel in Bilthoven, Niederlande eingeweiht.

1965 wurde in in São Paulo der „ Aquarius-Tempel“ als Zentrum der brasilianischen Arbeit eingeweiht. 1982 gab es in Brasilien darüber hinaus noch einen Konferenzort in Patos de Minas, einen kleineren Konferenzort in Marilia und einen eigenen Jugendtempel in Fortaleza. Neben Brasilien ist das Lectorium Rosicrucianum in Südamerika noch in Bolivien und Kolumbien vertreten.

In Frankreich hatte sich die Arbeit zehn Jahre nach der Übernahme des katharischen Erbes so weit entwickelt, dass in Toulouse die sogenannte 5. Aquarius-Konferenz stattfinden konnte. Mittlerweile sind in Frankreich vier Konferenzorte und zahlreiche Zentren entstanden.

Die Arbeit in Polen konnte intensiviert werden, nachdem das Lectorium Rosicrucianum 1986 als religiöse Richtung behördlich anerkannt worden war, und es fand eine erste Zusammenkunft in Wroclaw (Breslau) statt, wo dann 1988 das erste polnische Zentrum eröffnet wurde. Im Jahr 1990 fand dann eine Konferenz in Rynia nördlich von Warschau statt. Nach eigener Aussage verfügt das Lectorium Rosicrucianum aktuell über einen Konferenzort in Wielun.

In Russland trat die Gruppe erstmalig im Jahr 1992 öffentlich auf. Dies geschah im Zusammenhang mit einem Kongress zum Thema „500 Jahre Gnosis in Russland“, der durch die Bibliotheca Philosophica Hermetica organisiert worden war. Zwei Jahre später hat das Lectorium Rosicrucianum die kontinuierliche Arbeit in St. Petersburg und Moskau aufgenommen.[97][45]

Kritik

Das Lectorium Rosicrucianum wurde als eine Religionsgemeinschaft außerhalb der großen Kirchen im Laufe seiner Geschichte oft für seinen weltabweisenden, extrem gnostischen Dualismus, insbesondere der Überbetonung der zwei prinzipiell geteilten Naturordnungen, kritisiert, weil darin unter anderem die Gefahr gesehen wird, dass humanitäre und soziale Bemühungen zu stark abgewertet und verachtet werden. Kritisch wird auch der gigantische, ehrenamtliche Einsatz der Schüler betrachtet, die zur Anwerbung neuer Mitglieder Teams bilden, die kräftezehrende Werbeaktionen unternehmen (Annoncen, Vortragszyklen, Einführungskurse, Plakatieren, u.s.w.), um ihr exklusives Heilsverständnis zu präsentieren.[98][99] Hintergrund von Befürchtungen ist eine Abnahme der religiösen Homogenität der Gesellschaft einerseits und eine zunehmende Zahl von Medien-Berichten über die Schwere der kriminellen Machenschaften gewisser Sekten, die auf extreme Abwege geraten sind, andererseits, was die öffentliche Meinung sensibilisiert und wachgerufen hat: So sorgt das Sektenphänomen seit dreißig Jahren durch kollektive Dramen (Angriffe, Giftgasanschläge, Selbstmorde, Meuchelmorde, kollektive Selbstmorde) und individuelle Dramen (Tod von Kindern, sexueller Missbrauch…) für Aufruhr und ist durch zahlreiche Prozesse heute aktueller denn je.[100][101]

Kritik der Zentralstelle für Weltanschauungsfragen

Die deutsche Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW), die zur Beobachtung von „Jugendsekten“ und neuen religiösen Bewegungen eingerichtet wurde, brachte im Materialdienst dieses Instituts mehrere-Informationshefte heraus, die sich mit dem Lectorium Rosicrucianum auch kritisch auseinander setzten. Hintergrund der neuesten kritischen EZW-Betrachtung der Aktivitäten des radikal weltablehnenden totalitären Lectorium Rosicrucianum sind die kollektiven Mord- und Selbstmord-Aktionen der Rosenkreuzer des esoterischen absolutistischen Ordens des Sonnentempels, bei denen im Jahre 1994 durch die „treuen Diener des unsterblichen Rosenkreuzes“ 74 Sektenanhänger in Kanada, Frankreich und der Schweiz den Tod fanden. Die Mitglieder hinterließen der schockierten Weltöffentlichkeit testamentarische Texte, Manifeste und 2 Videokassetten, die mit "Testament des Rosenkreuzes" betitelt waren und in denen sie sich als "treue Diener des Rosenkreuzes" [sic] bezeichneten. In den Manifesten der Sonnentempler wurde ein esoterischer Bezug zur Cheops-Pyramide von Gizeh, zu einer großen unsichtbaren weißen Loge, zum Heiligen Gral und zur Artussage hergestellt.

Die apokalyptischen Sonderlehren und die radikale esoterische Philosophie dieser Sonnentempler-Sekte zeigen esoterische Parallelen und waren von ähnlich gnostisch-elitärer Weltverachtung geprägt wie die der neo-rosenkreuzerischen Okkultgruppe des Lectorium Rosicrucianum. Die verantwortlichen Führer der Sonnentempler-Sekte inszenierten das Massaker als Teil eines Mythos, der sich theoretisch an denselben Rezeptionsstrang der Rosenkreuzer-Idee anlehnt, der auch zum Kern der Ideologie des Lectorium Rosicrucianum gehört und in dem namentlich die „Älteren Brüder des Rosenkreuzes", als Teil einer überirdischen Bruderschaft, genannt werden. Wie das Lectorium Rosicrucianum beziehen die Rosenkreuzer des rechtsextremen Sonnentempler-Geheimordens ihre Weltanschauung aus allen möglichen esoterischen, religiösen und okkulten Quellen, vor allem aber aus der modernen Theosophie des Mediums Helena Blavatskys und einer elitären rosenkreuzerischen Richtung: So behaupteten die Sonnentempler wie das Lectorium exklusives Wissen einer tatsächlich existierenden, aber „unsichtbaren“ geheimen „Rosenkreuzer-Bruderschaft“ zu besitzen, als dessen Repräsentanten sie sich verstanden. Aufgrund dieser in der weltverachtenden neognostischen Rosenkreuzer-Szene begangenen Schwerstverbrechen weist die EZW ausdrücklich darauf hin, dass, abgesehen von Gewalttaten, die diesen zugrunde liegende gnostisch elitäre Weltverachtung als solche mit der klassischen „Rosenkreuzer-Idee“ völlig unvereinbar ist: Johann Valentin Andreaes Rosenkreuzer-Impuls beabsichtigte die Kultivierung der Erde durch ständige Reformierung von Wissenschaft, Ethik und Religion. Als Gegenpol zu dieser reformfreudigen „Rosenkreuzer-Idee“ wird die fundamentale Distanzierung des Lectorium Rosicrucianum zur „bösen Welt“ gesehen, der man durch Selbstverleugnung und Ich-Ersterbung im weltablehnenden, katharisch geprägten Endura zu entsteigen trachtet.[102][103][32][104]

Theologische und wissenschaftliche Kritik

Wissenschaftler beschreiben das Selbstverständnis des Lectorium Rosicrucianum als überheblich und die bevormundenden Vorschriften der Schule als unzeitgemäß. Es wird festgestellt, dass das Lectorium Rosicrucianum in einer Feindschaft zu Theologen und den Kirchen steht. Kritisiert wird insbesondere die Beschneidung der persönlichen Freiheitsrechte der Mitglieder: Viele Verbote und die asketischen Lebensregeln seien aus einer Verbindung von niederländischem Puritanismus und viktorianischen Moralvorstellungen entstanden, die aus der theosophischen Lehre des spiritistischen Schreibmediums Helena Petrovna Blavatsky eingeflossen seien. Das Lectorium Rosicrucianum ist an einer ökumenischen Zusammenarbeit nicht interessiert, und fordere ab einer bestimmten Zugehörigkeitsstufe von den Mitgliedern den Austritt aus Kirchen und freikirchlichen Gemeinschaften, was zu persönlichen Entscheidungskonflikten führen könne.

Die Lehre wirke inkohärent, da die im Laufe der Zeit nur marginal und inkonsequent vorgenommenen Änderungen widersprüchliche Aussagen und Unklarheiten belassen hätten, weil das Lectorium Rosicrucianum diese sämtlich als Teilaspekte der Lehre betrachte, statt sich von ehemals vertretenen Lehrideen konsequent zu verabschieden. Der beim Lectorium Rosicrucianum vermittelte Heilsweg untersagt in seiner weltablehnenden, radikalen Exklusivität seinen Schülern die Mitgliedschaft und Zugehörigkeit zu Kirchen, (Welt-)Religionen, freikirchlichen religiösen Gruppen, politischen Parteien und humanitären oder karitativen Gruppen. Die Aufforderung an die Mitglieder des Lectorium Rosicrucianum, sich nicht in den weltlichen Meinungsstreit und weltverbessernde Aktivitäten hineinziehen zu lassen und insbesondere den Humanismus abzuweisen, wird als rigoroser ethischer Eingriff in die persönliche Handlungs- und Entscheidungsfreiheit beschrieben.

Durch die Lehre der zwei getrennten Weltordnungen (Dualismus) und der in Aussicht gestellten Transfiguration adaptierten die Mitglieder der Schule zudem eine Weltanschauung, die leicht in Weltflucht und Intoleranz ausarten könne. Die Gruppe wirke überheblich, da sie sich als Vertreterin einer seit Anbeginn der Zeit bestehenden universellen Bruderschaftskette beschreibe. Aufgrund der einschneidenden Verbote, Moralvorstellungen, der Lehre von zwei Weltordnungen und der Transfigurationsphilosophie entstünde potentiell eine Lebenshaltung, die leicht in Weltflucht und Intoleranz ausarten könne.

Da das Lectorium Rosicrucianum strikten Gehorsam einfordere und eine restriktive asketische Lebensführung selbst in intimsten Bereichen als Voraussetzung für weiter führende Schülerstufen verbindlich vorschreibt, wird dieser vergleichsweise stark asketische, letztlich das Zölibat anstrebende Einfluss auf die gesamte Lebensgestaltung der Mitglieder als schroff weltabweisend, nicht mehr zeitgemäß und als dogmatisch bezeichnet. Die Ordensmitgliedschaft führe in großem Umfang zu Persönlichkeitseinschränkungen und Entwicklungshemmungen, da der beim Lectorium Rosicrucianum vermittelte Heilsweg in seiner weltablehnenden, radikalen Exklusivität die Zugehörigkeit zu politischen Parteien und humanitären sowie karitativen Gruppen ausschließt.[105][45][36][106]

Kritik seitens der kirchlichen Sektenbeauftragten

Verschiedene Sektenbeauftragte führen aus, das Lectorium Rosicrucianum lehre, dass nur das esoterische Christentum der wahren Botschaft Jesu Christi entspreche und man dadurch mit den christlichen Glaubensinhalten nicht mehr als die äußeren Vokabeln gemein hat. Zudem sei der Mensch nach Ansicht der Rosenkreuzer nicht einmalig und müsse im Gegensatz zum Inhalt der christlichen Glaubenslehre ständig wiederkehren (Reinkarnationslehre). Der Sektenbeauftragte Ferdinand Rauch kritisiert, dass die Rosenkreuzer aus dem Drang, vollkommen sein zu wollen, eine Tendenz zum Elitären lebten. Es gehe dabei um das Handhaben von geheimem Wissen und Riten, bisweilen auch von Techniken und Verhaltensweisen. Die Rosenkreuzer haben mit den christlichen Glaubensinhalten nicht mehr als die äußeren Worte gemein. Sie kennen nicht das “Geliebtsein des Menschen durch Gott”. Der Mensch sei nach Ansicht des Lectorium Rosicrucianum nicht einmalig. Der Christ habe seinen Glauben, der darin bestehe, dass der unvollkommene sündige Mensch vollkommen von Gott durch Christus in seiner historischen Einmaligkeit geliebt werde. Im Gegensatz zu dieser christlichen Glaubenslehre müsse der Rosenkreuzer ständig reinkarnieren. Christentum sei daher unvereinbar mit der Weltanschauung der Rosenkreuzer. Die Rosenkreuzer lebten eine Tendenz zum Elitären aus dem Drang, vollkommen sein zu wollen. Es gehe dabei um das Handhaben von geheimem Wissen und Riten, bisweilen auch Techniken und Verhaltensweisen.[107][108]

Der Theologe, zeitweilige Beauftragte für Sekten- und Weltanschauungsfragen und Wissenschaftler Friedrich Wilhelm Haack sieht die Lehre des Lectorium Rosicrucianum wegen des vertretenen Glaubens an die Reinkarnation stärker im Buddhismus als im Christentum verwurzelt, weil die großen christlichen Kirchen und entsprechend auch die meisten Theologen die Vorstellung der Reinkarnation ablehnen. Der Theologe Haack zieht daraus den Schluss, dass Lectorium Rosicrucianum weise dem Christenglauben den Rang einer niederen Erkenntnisstufe zu. Es werde zwar die Bibel zitiert, der „Person“ Christi jedoch keine Stellung im Glaubenssystem der Gruppe zuerkannt.[109]

Persönliche Kritik ehemaliger Mitglieder

Im Jahr 2006 veröffentlichte die niederländische Aussteigerin Elly Sterk nach 25 Jahren Mitgliedschaft ein Buch über die geheimen Praktiken und okkulten Hintergründe des Lectorium Rosicrucianum.[110] Eine besondere Form der Kritik ist die subjektive, von persönlicher Erfahrung geprägte Kritik ehemaliger Mitglieder und Schüler des Lectorium Rosicrucianum, die in einem Dossier im Internet eingesehen werden kann. Das Dossier, enthält auch diverse Dokumente aus der Geschichte des Lectorium Rosicrucianum. In der Einleitung schreiben die Autoren, dass sie und ihre Informanten anonym bleiben und auch Anfragen bezüglich gewünschter Aussagen vor Gericht nicht beantworten wollen. Diese vollständige Anonymität macht eine neutrale wissenschaftliche Überprüfung der Inhalte unmöglich und schränkt die Vertrauenswürdigkeit der Dokumentation ein.[111]

Nahestehende Organisationen und Stiftungen

Stiftung Rosenkreuz

Die Stiftung Rosenkreuz nennt sich vollständig: „Stiftung Rosenkreuz zur Förderung hermetischen und gnostischen Gedankenguts“.[112] Gründer ist die niederländische Stiftung Stichting Rozekruis Pers, die eng zusammen arbeitet mit der Bibliotheca Philosophica Hermetica, Amsterdam.[113]

Druckerei und Buchhandlung „De Rozekruis Pers“, Niederlande

Die Druckerei und Buchhandlung „De Rozekruis Pers“, in Haarlem/Niederlande bringt die Schriften von Jan van Rijckenborgh, Catharose de Petri und anderer Autoren wie Antoine Gadal heraus. [45]

DRP Rosenkreuz Verlag GmbH

Der „DRP Rosenkreuz Verlag GmbH“, ist aus der deutschen Abteilung des niederländischen Verlags Rozekruis Pers hervorgegangen und vertreibt unter der Adresse des Konferenzortes in Birnbach im Westerwald Kinder- und Jugendliteratur sowie die Bücher von Jan van Rijckenborgh und Catharose de Petri und anderer Autoren und bringt die Zweimonats-Zeitschrift „Pentagramm“ heraus. Seit Anfang 2007 gehört der DRP Rosenkreuz Verlag zur Stiftung Rosenkreuz.[114]

Stiftung Internationale Spirituelle Leitung, Niederlande

Das Leitungsgremium des Lectorium Rosicrucianum, die „Internationale Spirituelle Leitung“, betreibt in den Niederlanden die „Stiftung Internationale Spirituelle Leitung" (niederländisch: „Stichting Internationale Spirituele Leiding van het Kerkgenootschap Lectorium Rosicrucianum“). [115]

Kirchliche Gemeinschaft Rosenhof / De Rozenhof, Niederlande

Das Lectorium Rosicrucianum unterhält in den Niederlanden ein kirchliche Gemeinschaft (niederländisch “Kerkgenootschapp”)[116], den so genannten „Rosenhof" (niederländisch: "De Rozenhof“). Der „Rosenhof“ in Santpoort/ Niederlande ist zugleich Sitz der „Internationalen Spirituellen Leitung“ des Lectorium Rosicrucianum. [117][118]

Internationale Stiftung Schweiz

Die „Stiftung zur Förderung der internationalen Arbeit der religiösen Gemeinschaft Lectorium Rosicrucianum (INS)“ wurde am 22. November 1990 ins Handelsregister eingetragen, der Rechtssitz ist Zürich. Sie wurde nach eigenen Angaben gegründet zum Zweck der „Weltweiten Bekanntmachung der Mysterien der ursprünglichen universellen Religion sowie Verbindung der Menschheit mit der unsichtbaren Kirche und der fundamentalen Religion, der sogenannten Disciplina Arcani, durch weltweite finanzielle Unterstützung der internationalen Aktivitäten der religiösen Gemeinschaft Lectorium Rosicrucianum“.[119]

Stiftung „Fundacion Rosacruz“, Spanien

Die Stiftung „Fundacion Rosacruz“ wurde 1982 in Zaragoza / Spanien gegründet. Nach eigenen Angaben ist ihr Ziel, die gnostisch-hermetische Lebensweise einem möglichst breiten Publikum nahe zu bringen. [120][121]

Stiftung "Schulen des Rosenkreuzes"

Das Lectorium Rosicrucianum gründete die Stiftung „Stichting Scholen van het Rozenkruis", die in den Niederlanden zwei Grundschulen betreibt: Die „Jan van Rijckenborghschool" mit Sitz in Heiloo und Hilversum/ Niederlande. Zwischenzeitlich gab es auch eine dritte Grundschule in Duiven/ Niederlande.[122]

Literatur

  • Friedrich Wilhelm Haack: Geheimreligion der Wissenden. Neugnostische Bewegungen. Kreuz, Stuttgart 1966; 7. Auflage. München 1989, ISBN 3-921513-24-3, S. 37-43.
  • Harald Lamprecht: Neue Rosenkreuzer. Ein Handbuch. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, ISBN 3-525-56549-6 (Auszüge online), S. 249–286.
  • Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens. 3. aktualisierte Auflage. Wilhelm-Goldmann-Verlag, München 1993, ISBN 3-442-12179-5. S. 373–377.
  • Hans Krech, Matthias Kleiminger (Hrsg.): Handbuch Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen. 6. neubearb. und erw. Aufl. Gütersloher Verlagshaus 2006, ISBN 3-579-03585-1, S. 694-700, 703-708.
  • Christoph Grötzinger: Die universelle Wahrheit des Goldenen Rosenkreuzes. Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Information Nr. 23, Stuttgart IX/1966.
  • Hannelore Schilling: Im Zeichen von Rose und Kreuz. Historische und moderne Rosenkreuzer. Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Information Nr. 71, Stuttgart XI/1977.
  • Hans-Jürgen Ruppert: Der Mythos der Rosenkreuzer. Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, EZW-Texte 2001, Nr. 160.
  • Ger Westenberg: "CHRONOLOGY ABOUT MAX HEINDEL AND THE ROSICRUCIAN FELLOWSHIP".

Aussteiger

  • Elly Sterk: Uit de school geklapt. Importantia Publishing, Dordrecht 2006, ISBN 90-6659-149-8.

Weblinks

Akademische Websites

Kirchliche Websites

Kritische Websites

Einzelnachweise

  1. Eintrag im Vereinsregister des Amtsgerichts Hannover – VR 3260
  2. Religionswissenschaftlicher Medien- und Informationsdienst REMID e.v., Marburg. [1]
  3. Harald Lamprecht, Neue Rosenkreuzer, Göttingen 2004, S. 250–253 ff.
  4. Ulrich Harbecke, Das Kölner Buch der Religionen, Reinfeld 2009, S. 186 ff
  5. "Lettner" und "Lectorium" bei Duden Online: [2]
  6. Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, Brockhaus Lexikon 2008
  7. Bertelsmann Lexikon Band 9. Bertelsmann Lexikothek Verlag, 1993, S. 193.
  8. Oxford English Reference Dictionary
  9. The Online Etymologie Dictionary [3]
  10. Lamprecht S. 40ff S.249 und S.299-301
  11. Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens. Goldmann Verlag, München 1993, ISBN 3-442-12179-5, S. 376.
  12. Lamprecht, S. 271-272f.
  13. Carlo Willmann: Waldorfpädagogik: Theologische und religionspädagogische Befunde. Böhlau 2001. S. 28f.
  14. Zusammenfassende Darstellung bei Helmut Zander, Geschichte der Seelenwanderung in Europa. 1999, S. 490-494.
  15. Lamprecht S. S. 271 - S. 273
  16. Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen: EZW-Information Nr. 23, Stuttgart IX/1966. S. 8-9, S.15 PDF-Download: [4]
  17. Karl R. H. Frick: Die Rosenkreuzer als erdichtete und wirkliche Geheimgesellschaft.. In: Gerd-Klaus Kaltenbrunner (Hrsg.): Geheimgesellschaften und der Mythos der Weltverschwörung. Herder, Freiburg (Breisgau) u. a. 1987, ISBN 3-451-09569-6, (Herderbücherei 9569), (Initiative 69), S. 126-127.
  18. Fincke/Pöhlmann: Kompass Sekten und religiöse Weltanschauungen. Ein Lexikon. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2004, S. 130-131.
  19. Harald Lamprecht: Neue Rosenkreuzer. Ein Handbuch. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, ISBN 3-525-56549-6, S. 250-256ff.
  20. Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens. Goldmann Verlag, München 1993, ISBN 3-442-12179-5. S. 282-283, 373-376, S. 530.
  21. Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen: EZW-Information Nr. 71. Stuttgart XI/1977, S. 1. PDF-Download: [5]
  22. Wouter H. Hanegraaff, Antoine Faivre, Roelof van den Broek, Jean-Pierre Brach: Dictionary of Gnosis & Western Esotericism. S. 1019.
  23. Karl R. H. Frick: Die Rosenkreuzer als erdichtete und wirkliche Geheimgesellschaft.. In: Gerd-Klaus Kaltenbrunner (Hrsg.): Geheimgesellschaften und der Mythos der Weltverschwörung. Herder, Freiburg (Breisgau) u. a. 1987, ISBN 3-451-09569-6, (Herderbücherei 9569), (Initiative 69), S. 126-127.
  24. Peisl/Mohler: Kursbuch der Weltanschauungen. Ullstein Verlag GmbH (März 1983). S.276-277 ISBN 3550079435.
  25. In der Stadt Calw wirkte ab 1620 Johann Valentin Andreä als Superintendent der evangelischen Kirche. Ihm wird die Autorschaft der drei grundlegenden Rosenkreuzerschriften zugeschrieben.
  26. Rudolf Passian: Licht und Schatten der Esoterik. Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. München 1991, S. 422.
  27. Lamprecht, S. 258-259, 284.
  28. Das Lectorium Rosicrucianum aus Sicht der schweizerischen Ev. Informationsstelle: Kirchen – Sekten – Religionen: [6]
  29. Lamprecht, S. 258-259, 284.
  30. Nicholas Goodrick-Clarke: Black Sun - Aryan Cults, Esoteric Nazism and the Politics of Identity. New York University Press, 2002, ISBN 0-8147-3124-4, S. 134-135.
  31. Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens. Goldmann Verlag, München 1993, ISBN 3-442-12179-5. S. 166, 230.
  32. a b Monika Hauf: Der Mythos der Rosenkreuzer. Patmos Verlag, 2007, S. 165-167.
  33. Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens. Goldmann Verlag, München 1993, S.526.
  34. Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen: EZW-Information Nr. 71. Stuttgart XI/1977, S. 32 PDF-Download: [7]
  35. Harald Lamprecht, Neue Rosenkreuzer, Göttingen 2004, S. 260, 286-289ff.
  36. a b c d Harald Lamprecht: Material und Ergänzungen zu dem Buch „Neue Rosenkreuzer“
  37. Roland Edighoffer: Die Rosenkreuzer. München 1995, S. 125.
  38. Lamprecht, S. 264, 275 ff.
  39. Harald Lamprecht, Neue Rosenkreuzer, Göttingen 2004, S. 256, S. 286, S. 309-310
  40. Rüdiger Hauth (Hrsg.): Kompaktlexikon Religionen. Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 208-209.
  41. Harald Lamprecht: Neue Rosenkreuzer. Ein Handbuch. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004. S. 307.
  42. Friedrich-Wilhelm Haack: Geheimreligion der Wissenden. Neugnostische Bewegungen Arbeitsgemeinschaft für Religions- und Weltanschauungsfragen, 7. Auflage, München 1989, S. 42, 43.
  43. Harald Lamprecht, Neue Rosenkreuzer, Göttingen 2004, S. 275–276 ff.
  44. Friedrich-Wilhelm Haack: Geheimreligion der Wissenden. Neugnostische Bewegungen Arbeitsgemeinschaft für Religions- und Weltanschauungsfragen, 7. Auflage, München 1989, S. 42 und S. 43.
  45. a b c d e f Website der Evangelischen Informationsstelle der evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich, Zuletzt bearbeitet im Jahr 2000 von Anna-K. Höpflinger, ©: ah 2000 [8]
  46. Friedrich-Wilhelm Haack: Geheimreligion der Wissenden. Neugnostische Bewegungen Arbeitsgemeinschaft für Religions- und Weltanschauungsfragen, 7. Auflage, München 1989, S. 41-42.
  47. Harald Lamprecht, Neue Rosenkreuzer, Göttingen 2004, S. 276-277.
  48. Lamprecht S. 265.
  49. Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens. Goldmann Verlag, München 1993, ISBN 3-442-12179-5. S. 376
  50. Lamprecht S. 249, 264 und 286.
  51. Lamprecht, S. 262, 265, 273-276, 279.
  52. Rüdiger Hauth (Hrsg.): Kompaktlexikon Religionen. Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 189, 209, 345, 291-300.
  53. Roland Edighoffer: Die Rosenkreuzer. München 1995, S. 79-80, 125.
  54. Hans-Jürgen Ruppert: Der Mythos der Rosenkreuzer. Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, EZW-Texte 2001, Nr. 160. S. 19-21.
  55. Lamprecht, S. 262, 274.
  56. Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen: EZW-Information Nr. 71. Stuttgart XI/1977, S. 29-31, 35-37. PDF-Download: [9]
  57. Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens. Goldmann Verlag, München 1993, ISBN 3-442-12179-5, S. 195, 340-341, 513, 629.
  58. Lamprecht, S. 278-279.
  59. Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen: EZW-Information Nr. 71. Stuttgart XI/1977, S. 29, 31, 35. PDF-Download: [10]
  60. Rudolf Passian: Licht und Schatten der Esoterik. Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München 1991, S. 422-423.
  61. Lamprecht S. 284-286 f.
  62. Hans Krech/Matthias Kleiminger (Hrsg.): Handbuch Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen. 6. neubearb. und erw. Aufl., Gütersloher Verlagshaus 2006. S. 703-704
  63. Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens. Goldmann Verlag, München 1993, ISBN 3-442-12179-5. S. 593
  64. Lamprecht, S. 273, 281-283.
  65. Peter-Robert König: Ein Leben für die Rose (Arnoldo Krumm-Heller), München 1995, ISBN 3-927890-21-9, S. 184.
  66. Rudolf Passian: Licht und Schatten der Esoterik. Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. München 1991, S. 431.
  67. Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen: EZW-Information Nr. 23, Stuttgart IX/1966. S. 7-8 und S. 10-11, PDF-Download: [11]
  68. Hans-Jürgen Ruppert: Der Mythos der Rosenkreuzer. Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, EZW-Texte 2001, Nr. 160. S. 19-21
  69. Arthur Edward Waite: The real history of the Rosicrucians founded on their own manifestoes, and on facts and documents collected from the writings of initiated brethren. London George Redway 1887, S. 414.
  70. Lamprecht, S. 61.
  71. Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens. Goldmann Verlag, 1993, ISBN 3-442-12179-5, S. 376, 265, 649.
  72. The Secret Grimoire of Turiel.
  73. Lamprecht, S. 285ff.
  74. Gerhard Wehr: Die Bruderschaft der Rosenkreuzer. Eugen Diederichs Verlag, Köln 1984, ISBN 3-424-00793-5, S. 18-21.
  75. Lamprecht, S. 261-262, 284ff, 295.
  76. Lamprecht, S.260
  77. Eigene Angaben auf der Internetseite des Vereins. Das Mindestalter für einen Beitritt beträgt 18 Jahre. Der Austritt aus dem Verein ist jederzeit problemlos möglich. [12]
  78. a b Verein „INFOREL, Information Religion“: Differenzierte und unabhängige Information über das Lectorium Rosicrucianum [13]
  79. Michael Hesemann: Hitlers Religion. Pattloch Verlag GmbH München 2004. Seite 345-348
  80. Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens. Goldmann Verlag, München 1993, ISBN 3-442-12179-5, S. 166, 251-252, 340-341.
  81. Lamprecht, S. 249-250.
  82. Lamprecht, S. 249-250, 307, 310.
  83. Deutsche Website der Gnostisch-Katholischen Kirche ("Ecclesia Gnostica Catholica"):[14]
  84. Fincke/Pöhlmann: Kompass Sekten und religiöse Weltanschauungen. Ein Lexikon. Gütersloher Verlagshaus GmbH, Gütersloh 2004, S. 131.
  85. Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens. München 1993, S. 179, 235-236, 635.
  86. Rudolf Passian: Licht und Schatten der Esoterik. Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München 1991, S. 422-423.
  87. Lamprecht, S. 239, 299, 303, 310.
  88. Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen: EZW-Information Nr. 71. Stuttgart XI/1977, S. 13-14, 29-32, 23. PDF-Download: [15]
  89. Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen: EZW-Information Nr. 23, Stuttgart IX/1966. S. 3-7, PDF-Download: [16]
  90. Harald Lamprecht: Neue Rosenkreuzer. Göttingen 2004, S. 259-260f.
  91. Lamprecht, S. 260 ff.
  92. Harald Lamprecht: Neue Rosenkreuzer. Göttingen 2004, S. 260f.
  93. Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens. Goldmann Verlag, München 1993, S. 176, 375.
  94. Website der “Jan van Rijckenborghschool” [17]
  95. Harald Lamprecht: Neue Rosenkreuzer. Göttingen 2004, S. 255, 261ff.
  96. Hans-Jürgen Ruppert: Rosenkreuzer. Heinrich Hugendubel Verlag, Kreuzlingen/München 2004, ISBN 3-7205-2533-3, S. 69-70.
  97. Harald Lamprecht: Neue Rosenkreuzer. Göttingen 2004.
  98. Lamprecht, S. 295.
  99. Winfried Müller in Zusammenarbeit mit dem „Dialog Zentrum Berlin DZB/DCI“ der Eltern- und Betroffeneninitiative gegen psychische Abhängigkeit für geistige Freiheit Berlin e.V.: Die Rosenkreuzer (LR). Beitrag aus: „Elektronische Bibliothek und Publikationsplattform religiöse und ideologische Gemeinschaften, Psychogruppen und Esoterik in Deutschland.“
  100. Stellungnahme des französisches Außenministeriums aus 2007 zum Sektenphänomen: [18]
  101. Bericht der Geschäftsprüfungskommission des Nationalrates vom 1. Juli 1999: "Sekten" oder vereinnahmende Bewegungen in der Schweiz. Die Notwendigkeit staatlichen Handelns oder: Wege zu einer eidgenössischen "Sekten"-Politik [19]
  102. Roland Edighoffer: Die Rosenkreuzer. München 1995, S. 79-80.
  103. Hans-Jürgen Ruppert: Der Mythos der Rosenkreuzer. EZW-Texte 2001, Nr. 160. S. 16-21.
  104. Das Geheimnis des Sonnentempels - Kein Selbstmord im menschlichen Sinne: [20]
  105. Lamprecht, S. 270, 273, 280, 283, 294f.
  106. Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen: EZW-Information Nr. 23, Stuttgart IX/1966. S. 9-12, 15. PDF-Download: [21]
  107. Ferdinand Rauch, Sektenbeauftragter der Diözese Fulda [22]
  108. H. Reller, M. Kiessig (Hrsg.): Handbuch religiöse Gemeinschaften. 3. Auflage. Gütersloh 1985, S. 421-442.
  109. Friedrich-Wilhelm Haack, S. 43.
  110. Elly Sterk: Uit de school geklapt. Importantia Publishing, Dordrecht 2006.
  111. Kritisches Dossier ehemaliger Mitglieder des Lectorium Rosicrucianum [23]
  112. Website der “Stiftung Rosenkreuz” / Ziele der Stiftung [24]
  113. Website der Bibliotheca Philosophica Hermetica [25]
  114. Website der DRP Rosenkreuz Verlag GmbH [www.drp-rosenkreuz-verlag.de] Website des DR-Webshops: [www.drpshop.de]
  115. Webeintrag der Firma „Stichting Internationale Spirituele Leiding van het Kerkgenootschap Lectorium Rosicrucianum“, Anna van Saksenlaan 3, 2082BE SANTPOORT-ZUID, Niederlande. Kvk 41227484 0000 [26]
  116. [Begriff und Rechtsform der "Kerkgenootschapp" in der niederländischen Wikipedia | http://nl.wikipedia.org/wiki/Kerkgenootschap]
  117. Firmeneintrag der nach niederländischem Recht anerkannten “Kerkgenootschapp” „De Rozenhof“, Anna van Saksenlaan 3-5, 2082 BE SANTPOORT-ZUID/Niederlande in der niederländischen Betriebsdatenbank „www.fbg.nl“ in der Kategorie Kirchen (Kerkgenootschappen): [27]
  118. Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens. Goldmann Verlag, München 1993, ISBN 3-442-12179-5, S. 216, 242, 530.
  119. Firmendaten aus dem Handelsregister des Kanton Zürich [28]
  120. Website der Stiftung „Fundacion Rosacruz“, Zaragoza: [29]
  121. Monika Hauf: Der Mythos der Rosenkreuzer. Patmos Verlag, 2007. S. 216.
  122. Website der “Jan van Rijckenborghschool” [30]

Anmerkungen

  1. Die kurz vor dem Dreißigjährigen Krieg im Tübinger Freundeskreis Johann Valentin Andreaes entstandenen beiden Rosenkreuzermanifeste „Fama Fraternitatis“ (1614) und „Confessio Fraternitatis“(1615) sowie die von ihm 1616 selbst verfasste "Chymische Hochzeit Christiani Rosencreutz" zählen zu den ersten historischen Spuren des Gerüchts vom Bestehen einer geheimen Rosenkreuzer-Bruderschaft. Diese drei Traktate erregten ein für damalige Begriffe unglaubliches Aufsehen.[31] Die Autoren bezweckten mit ihren Schriften gegenüber einer erstarrten protestantischen Orthodoxie eine Erneuerung des reformatorischen Impulses auf Basis einer harmonischen Beziehung zwischen Wissenschaft und christlichem Glauben („Pansophie“), wie man sie zum Beispiel bei Paracelsus fand. Als Vorbild für diesen Erneuerungsimpuls von Kirche, Staat und Gesellschaft wurde die literarische Fiktion einer „Bruderschaft“ geschaffen, die von einem zwischen 1378 und 1484 lebenden "Christian Rosencreutz" zum Zwecke einer Kirchenreform gegründet worden sei und dessen Grab 120 Jahre nach seinem Tod, im Jahre 1604, von ebendieser Bruderschaft wieder aufgefunden worden sei. Daraufhin sei die bis dahin im Verborgenen arbeitende Rosenkreuz-Bruderschaft an die Öffentlichkeit getreten.

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