Landkreis Lebus

Landkreis Lebus
Das Kreisgebiet 1905

Der Landkreis Lebus war ein Landkreis in Brandenburg und bestand als preußisch-deutscher Landkreis in der Zeit zwischen 1816 und 1950.

Der Landkreis Lebus umfasste am 1. Januar 1945:

Heute gehört das ehemalige Kreisgebiet zu den Landkreisen Märkisch-Oderland und Oder-Spree.

Inhaltsverzeichnis

Verwaltungsgeschichte

Königreich Preußen

Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress entstand 1816 der Kreis Lebus im Regierungsbezirk Frankfurt in der preußischen Provinz Brandenburg, seit 1939 „Mark Brandenburg“.

Das Landratsamt war in Frankfurt a. O. Diese Stadt lag außerhalb des Kreisgebietes. Sie bildete mit den umliegenden Ortschaften einen eigenen Stadtkreis.

1827 wurde der Stadtkreis Frankfurt a. O. aufgelöst. Die Stadt trat mit den Orten Carthaus, Cliestow, Boosen, Buschmühle, Lossow, Rosengarten, Schiffersruh, Tschetschnow und Ziegelei zum Kreis Lebus.

Zum 1. Januar 1836 wurde der Kreis Lebus durch Eingliederung der westlich der Oder gelegenen Teile des aufgelösten Kreises Cüstrin vergrößert.

1863 wurde das Landratsamt nach Seelow verlegt.

Norddeutscher Bund / Deutsches Reich

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich.

Im Jahre 1877 wurde der Stadtkreis Frankfurt a.O. erneut gebildet. Er umfasste jetzt nur noch das Stadtgebiet; die umliegenden Vororte blieben beim Kreis Lebus. Das Landratsamt wurde später von Frankfurt a.O. nach Lebus verlegt.

Zum 30. September 1929 fand im Kreis Lebus entsprechend der Entwicklung im übrigen Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle bisher selbstständigen Gutsbezirke bis auf vier aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden.

Zum 1. Januar 1939 führte der Kreis Lebus entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung die Bezeichnung Landkreis.

Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet nach schweren Kämpfen um die Seelower Höhen durch die Rote Armee besetzt.

Sowjetische Besatzungszone / Deutsche Demokratische Republik

Nach 1945 gehörte der Kreis zur Sowjetischen Besatzungszone.

1950 wurde der Landkreis Lebus in Landkreis Seelow umbenannt. Dieser Landkreis wurde 1952 um Teile des aufgelösten Landkreises Oberbarnim vergrößert und kam zum neugebildeten Bezirk Frankfurt (Oder).

Kommunalverfassung bis 1945

Die Landkreis Lebus gliederte sich zunächst in Stadtgemeinden, in Landgemeinden und – bis zu deren nahezu vollständiger Auflösung – in selbstständige Gutsbezirke.

Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle preußischen Gemeinden. Die bisherigen Stadtgemeinden Buckow, Fürstenwalde (Spree), Lebus, Müllrose, Müncheberg und Seelow führten jetzt die Bezeichnung Stadt.

Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 trat zum 1. April 1935 im Deutschen Reich eine einheitliche Kommunalverfassung in Kraft, wonach die bisherigen Landgemeinden nun als Gemeinden bezeichnet wurden. Diese waren in Amtsbezirken zusammengefasst.

Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Politik

Landräte

1809–1816 Johann Gottlieb Lehmann
1816–1851 Leopold Karbe
1850–1859 Leopold von Winter
1860–1879 Bernhard von der Marwitz
1879–1882 Rudolf von Raumer
1882 Alfred Hans Wilhelm Wagner
1882 Gerber
1883–1893 Paul von Steinau-Steinrück
1893–1897 Robert Ludwig August Jacobs
1894–1905 Heinrich von der Marwitz
1905–1915 Ernst Kleiner
1915 Fürst
1915 Hecker
1920–1926 Otto Pautsch
1926 Schabbehard
1926 Walter Breuer
1927–1933 Erik Hildebrandt
1933–1937 Adolf von Nassau
1937–1945 Hans Kreutzberger
1945–1946 Paul Papke

Ortsnamen

Die durchweg deutschen Ortsnamen wurden bis heute beibehalten. Umbenennungen gab es lediglich zu DDR-Zeiten. Das Dorf Neuhardenberg wurde am 19. Februar 1949 zu Ehren von Karl Marx in Marxwalde umbenannt und erhielt 1990 seinen traditionellen Namen zurück.

Literatur

Beiträge zur Geschichte des Bergbaues in der Provinz Brandenburg, Hermann Cramer, Halle 1872-1889, Heft 2, E-Book (Faksimilie), ISBN 978-3-941919-62-4, Potsdam 2010


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