Landgericht Limburg


Landgericht Limburg
Landgericht Limburg, Vorderansicht. Links im Hintergrund das Gebäude der Justizvollzugsanstalt.

Das Landgericht Limburg ist ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit im hessischen Limburg an der Lahn und eines von neun Landgerichten Hessens. Derzeitiger Präsident ist Ralf Gatzka.

Inhaltsverzeichnis

Gerichtssitz und Gerichtsbezirk

Seinen Sitz hat das Landgericht in der Schiede 14 in Limburg. Am Landgericht sind fünf Zivilkammern, zwei Kammern für Handelssachen, fünf Strafkammern, eine Strafvollstreckungskammer, zwei kleine Jugendkammern, zwei kleine Wirtschaftskammern und eine kleine Strafkammer eingerichtet. Der Gerichtsbezirk umfasst den Landkreis Limburg-Weilburg und den Lahn-Dill-Kreis. Dem Landgericht Limburg übergeordnet ist das Oberlandesgericht Frankfurt am Main, untergeordnet sind die Amtsgerichte Dillenburg, Limburg, Weilburg und Wetzlar.

Die Staatsanwaltschaft Limburg ist in einen eigenen Neubau ausgelagert. An das Landgerichtsgebäude schließt sich die Justizvollzugsanstalt Limburg an.

Geschichte

Gebäude der Staatsanwaltschaft

Im 1806 gegründeten Herzogtum Nassau war Limburg Sitz eines Amtes, das gleichzeitig unterste Verwaltungs- und Justizbehörde war. Nach der Annexion Nassaus durch Preußen 1866 wurden Verwaltung und Justiz institutionell getrennt. 1867 nahmen in Limburg ein Kreisgericht mit acht und ein Amtsgericht mit zwei Richtern die Arbeit auf. Das Kreisgericht hatte seinen Sitz in einer ehemaligen Zuckerfabrik am Limburger Neumarkt.

Nach der Gründung des Deutschen Reiches 1871 sollte die Justiz im gesamten Reichsgebiet vereinheitlicht werden. 1876 sollte das Limburger Kreisgericht aufgehoben und seine Aufgaben vom neu zu gründenden Landgericht in Wetzlar übernommen werden. Nach heftigen Protesten in der Region beschloss das preußische Abgeordnetenhaus am 14. Dezember 1877, ein Landgericht in Limburg statt in Wetzlar zu gründen. Am 1. Oktober 1879 trat das entsprechende Gesetz in Kraft. Neuer Sitz wurde das heutige Postgebäude an der Frankfurter Straße, das von Anfang an aber nur ein Provisorium sein sollte. 14 Amtsgerichte waren der Behörde untergeordnet. Die Stadt Limburg errichtete schließlich das heutige Gerichtsgebäude an der Schiede, für das die Justizverwaltung fortan Miete zahlte, bis sie das Gebäude 1942 kaufte. Am 29. März 1882 nahm das Landgericht dort seine Arbeit auf. Vom 1. April bis zum 30. November 1921 war der spätere Reichskanzler Wilhelm Marx Präsident des Limburger Landgerichts.

Hintere Front des Gerichtsgebäudes
Amtsgerichts-Außenstelle im ehemaligen Verwaltungsbau des Schlosses Hadamar

Im Juni 1945 gründete die amerikanische Militärregierung das Landgericht Limburg neu. Am 1. Oktober 1945 nahm es seine Arbeit wieder auf. Einen großen Teil seines Bezirks hatte es an die französische Besatzungszone und später an das Land Rheinland-Pfalz verloren. Zum Jahresanfang 1949 gab das Landgericht die Amtsgerichtsbezirke Gladenbach und Biedenkopf an das Landgericht Marburg ab. 1954 wurde das Gerichtsgebäude durch einen Anbau erweitert. Das untergeordnete Amtsgericht Bad Camberg wurde 1968 aufgelöst, das Amtsgericht Hadamar wird seit Anfang 2005 nur noch als Zweigstelle des Amtsgerichts Limburg betrieben. Die 1977 erwogene Auflösung des Landgerichts Limburg wegen zu geringer Bezirksgröße wurde nicht umgesetzt.

Siehe auch

Weblinks


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