Königswinter


Königswinter
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Königswinter
Königswinter
Deutschlandkarte, Position der Stadt Königswinter hervorgehoben
50.6766666666677.191388888888980
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis:
Höhe: 80 m ü. NN
Fläche: 76,19 km²
Einwohner:

40.771 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 535 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53639
Vorwahlen: 02223 (Ortsnetz Königswinter) und 02244 (Ortsnetz Königswinter-Oberpleis)
Kfz-Kennzeichen: SU
Gemeindeschlüssel: 05 3 82 024
Adresse der
Stadtverwaltung:
Drachenfelsstraße 9–11
53639 Königswinter
Webpräsenz: www.koenigswinter.de
Bürgermeister: Peter Wirtz (CDU)
Lage der Stadt Königswinter im Rhein-Sieg-Kreis
Rheinland-Pfalz Bonn Köln Kreis Euskirchen Oberbergischer Kreis Rheinisch-Bergischer Kreis Rhein-Erft-Kreis Alfter Bad Honnef Bornheim (Rheinland) Eitorf Hennef (Sieg) Königswinter Lohmar Meckenheim (Rheinland) Much Neunkirchen-Seelscheid Niederkassel Rheinbach Ruppichteroth Sankt Augustin Siegburg Swisttal Troisdorf Wachtberg WindeckKarte
Über dieses Bild
Königswinter vom Drachenfels aus, Post Tower und Langer Eugen im Hintergrund
Königswinter vom Rhein aus, Drachenfels und Drachenburg im Hintergrund

Königswinter ist eine Stadt im Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen mit über 40.000 Einwohnern, auf der östlichen Rheinseite gegenüber dem Bonner Stadtbezirk Bad Godesberg gelegen. Die Stadt liegt zu Füßen des Siebengebirges mit dem Petersberg, der als Standort des Bundesgästehauses vielfach Stätte von Konferenzen mit nationaler und internationaler Ausstrahlung wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Stadt liegt zwischen Bad Honnef und Bonn-Beuel gegenüber von Bad Godesberg auf der rechten Seite des Rheins, der sich an dieser Stelle im Übergangsbereich vom Mittel- in den Niederrhein befindet. Naturräumlich lässt sich der Westen des Stadtgebiets dem Siebengebirge zuordnen, der größere Teil des Ostens dem Pleiser Hügelland und ein kleinerer Teil der Asbacher Hochfläche. Damit umfasst es ein Gebiet, das vom Rheintal bis zu den nordwestlichen Ausläufern des Westerwalds reicht. Das Rheintal weitet sich bei Königswinter nördlich von Drachenfels und Petersberg schrittweise in die beginnende Niederrheinische Bucht aus. Weitere prominente Anhöhen sind die Dollendorfer Hardt, der Lohrberg, der Nonnenstromberg, der Stenzelberg, der Weilberg sowie die Wolkenburg. Der höchste Punkt im Stadtgebiet Königswinter liegt bei 461 Metern über NN auf dem Großen Ölberg. Dieser Punkt ist gleichzeitig der höchste Punkt im Rhein-Sieg-Kreis.

Die Königswinterer Altstadt liegt bei 74 m ü. NN auf einer rund 500 m breiten Terrasse, am nordwestlichen Beginn des Drachenfels sowie am Fuße des Petersbergs. Die Gemarkung des Ortsteils Alstadt bzw. Stadtteils Königswinter erstreckt sich im Nordosten bis auf dessen Gipfel, den sie sich mit der Niederdollendorfs teilt. Die Wohnbebauung des Stadtteils reicht auf Höhe der Altstadt bis unmittelbar an den Rhein heran, wird weiter nördlich durch einen breiteren Auenstreifen begrenzt und geht im Norden in die Niederdollendorfs zum Teil nahtlos über. Nach Süden wird sie durch eine Engstelle begrenzt und verjüngt, die der zwischen Rhöndorf im Süden und Königswinter im Norden bis an den Rhein heranreichende Drachenfels an diesem Punkt bildet und dort nur noch zwei Straßen und zwei Bahnstrecken Platz lässt. Dort befindet sich auch der Drachenfelsgrund, eine historisch als Reih[2] bezeichnete Untiefe im Rhein. Östlich und oberhalb der Trasse der Bundesstraße sowie im breiten Tal zwischen Petersberg und Hirschberg bestehen kleinere Wohngebiete, Schrebergärten und Einzelhäuser, ebenso auf einem westlichen Bergrücken (Rüdenet) unterhalb des Drachenfels.

Die Lage Königswinter wird durch die Nähe zu Bonn und insbesondere das sechs Kilometer entfernte Bundesviertel begünstigt, das durch die dort ansässigen nationalen und supranationalen Institutionen wie Bundesministerien, Bundesbehörden, internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen sowie mehreren Global Players einen Arbeitsplatzschwerpunkt darstellt.

Die Hänge der Berge in Königswinter und Oberdollendorf werden seit jeher zum Weinanbau genutzt. Die Rebflächen zählen im Bestimmten Anbaugebiet Mittelrhein zum Bereich Siebengebirge und zur Großlage Petersberg. Der Rheinsteig, der 2005 eröffnete rechtsrheinische Fernwanderweg, führt von Bonn über den Drachenfels nach Wiesbaden. Königswinter bietet Zugang zu Deutschlands meistbestiegenem Berg, dem Drachenfels. Dieser hat mit der Burgruine aus dem 12. Jahrhundert, unterstützt durch die seit 1883 betriebene Zahnradbahn zu seinen Höhen hinauf, Königswinters Namen als Fremdenverkehrsort entscheidend mitgeprägt.

Ausdehnung des Stadtgebiets

Das Stadtgebiet Königswinter erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung vom Bonner Stadtbezirk Beuel bis zur Grenze zum Bad Honnefer Stadtteil Rhöndorf mit einer Ausdehnung von etwa zehn Kilometern.

In Ost-West-Richtung erstreckt es sich von der rheinland-pfälzischen Gemeinde Buchholz bis zur Grenze in der Mitte des Rheins mit dem Bonner Stadtbezirk Bad Godesberg. Die Ausdehnung beträgt hier ungefähr 14,5 Kilometer.

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet Königswinters streckt sich auf eine Fläche von 76,19 Quadratkilometern aus und besitzt damit die viertgrößte Ausdehnung im Rhein-Sieg-Kreis. Es gliedert sich in einen Berg- und Talbereich mit 79 Ortsteilen/Gehöften, in die sich die neun Stadtteile Stieldorf, Königswinter, Niederdollendorf, Oberdollendorf, Heisterbacherrott, Ittenbach, Oberpleis, Eudenbach und Thomasberg gliedern:

Altstadt, Bellinghausen, Bellinghauserhof, Bennerscheid, Berghausen, Bönschenhof, Bockeroth, Boseroth, Dahlhausen, Düferoth, Döttscheid, Eisbach, Elsfeld, Eudenbach, Eudenberg, Faulenbitze, Frankenforst, Freckwinkel, Friedrichshöhe, Frohnhardt, Gratzfeld, Gräfenhohn, Hartenberg, Hasenboseroth, Heiderhof, Heisterbach, Heisterbacherrott, Höhnchen, Höhnerhof, Hühnerberg, Hünscheiderhof, Hüscheid, Ittenbach, Jüngsfeld, Kappesbungert, Kellersboseroth, Kippenhohn, Kochenbach, Komp, Kotthausen, Lahr, Margarethenhöhe, Niederbuchholz, Niederdollendorf, Niederscheuren, Nonnenberg, Oberbuchholz, Oberdollendorf, Oberpleis, Oberscheuren, Oelinghoven, Perlenhardt, Pleiserhohn, Pützstück, Quirrenbach, Rauschendorf, Rostingen, Ruttscheid, Rübhausen, Römlinghoven, Sand, Sandscheid, Sassenberg, Schnepperroth, Schwirzpohl, Siefen, Sonderbusch, Sonnenbergerhof, Stieldorf, Stieldorferhohn, Thelenbitze, Thomasberg, Uthweiler, Vinxel, Wahlfeld, Wahlfelderhof, Waschpohl, Weiler, Willmeroth.

Die Kernstadt Königswinter hat 4417 Einwohner mit Hauptwohnsitz (Stand: 31. März 2011).[3]

14 Ortsteile in der Bergregion werden auch mit der inoffiziellen Bezeichnung Oberhau zusammengefasst.

Nachbarstädte und -gemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Königswinter. Sie werden im Uhrzeigersinn, im Norden beginnend, genannt:

Bundesstadt Bonn (Stadtbezirk Beuel), Stadt Sankt Augustin (Rhein-Sieg-Kreis), Stadt Hennef (Rhein-Sieg-Kreis), Gemeinde Buchholz (Verbandsgemeinde Asbach, Landkreis Neuwied), Stadt Bad Honnef (Rhein-Sieg-Kreis), Bundesstadt Bonn (Stadtbezirk Bad Godesberg).

Klima

Das Königswinterer Klima ist im Bundesvergleich mild. Die Jahresdurchschnittstemperatur (Mittel 1971 bis 2000) liegt bei 10,9 Grad Celsius, wobei es bedeutende Schwankungen zwischen Tal- und Bergbereich gibt. Nach Prognosen des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung wird die Jahresdurchschnittstemperatur, errechnet aus den Jahren 2001 bis 2030, 11,9 Grad Celsius betragen, zudem werde die Vegetationsperiode länger.

Geschichte

Königswinter bis zum Ende der kurkölnischen Zeit

Belagerung von Königswinter durch Pfalzgraf Johann Kasimir 1583; Kupferstich einer Flugschrift des Truchsessischen Krieges

Eine im 1. Jahrhundert v. Chr. durch die Kelten errichtete Fluchtburg mit einem Stein- und Palisadenwall lässt sich auf dem Petersberg nachweisen. Archäologische Funde belegen jedoch, dass bereits 3500 v. Chr. Menschen auf dem Petersberg in Königswinter siedelten.

Spuren römischer Steinbruchtätigkeit ab 50 n. Chr. am Drachenfels und der Gebrauch dieser Steine in römischen Gebäuden in den Orten rheinabwärts sind weitere Zeugnisse menschlicher Tätigkeit in der Region. Königswinter entstand vermutlich aus einer fränkischen Siedlung.[4]

Bei dem im Jahr 882 bzw. 893 erwähnten Ort Uintre (Vintre) handelt es sich nachweislich um den Ort Oberwinter.[5] Der Ort Königswinter wurde am 25. Februar 1015 erstmalig urkundlich als Winetre erwähnt. In dieser Urkunde schenkte Kaiser Heinrich II. dem Bonner Frauenstift Dietkirchen ein Gut, das ihm Graf Wilhelm und dessen Bruder Boppo in dem im Auelgau gelegenen Ort Winetre überlassen hatten. Es gibt jedoch Funde (so zum Beispiel in Form eines fränkischen Grabsteines in Niederdollendorf), die auf das Jahr 680 n. Chr. zurückdatiert werden. Somit gab es zu dieser Zeit vermutlich schon Bewohner in der Region.[4]

Das Stift Essen und das Kloster Heisterbach besaßen einen Hof im Ort. Königswinter gehörte zum kurkölnischen Amt Wolkenburg, welches die beiden Burgen Drachenfels und Wolkenburg sowie die Orte Königswinter und Ittenbach umfasste. Obwohl Königswinter eine Stadtmauer und damit eines der für eine Stadt typischen Merkmale hatte, besaß der Ort kein Stadtrecht, so dass er als so genannter Flecken anzusehen war. Ein Angriff auf den Ort im September 1583 durch Truppen des Pfalzgrafen Johann Kasimir im Truchsessischen Krieg blieb erfolglos. Im Februar 1643 überfielen hessische Truppen Königswinter und plünderten den Ort. 1689 brannten fast alle Gebäude ab, weil französische Soldaten Königswinter plünderten. 1795 marschierten erneut französische Truppen in Königswinter ein.

1780 entstand die neue Pfarrkirche St. Remigius. Nach der Säkularisierung des Erzstiftes Kurköln 1803 fiel Königswinter an das Fürstentum Nassau-Usingen, 1806 an das napoleonische Großherzogtum Berg und schließlich 1815 an das Königreich Preußen.

Napoleonische Zeit

In der Franzosenzeit wurde das Großherzogtum neu gegliedert. Königswinter gehörte 1806 zum Arrondissement Siegburg, 1809 wurden größere Einheiten gebildet und Siegburg und Königswinter als Kantone dem Arrondissement Mülheim am Rhein unterstellt. Die Kantone gliederten sich in Mairien und diese in Kommunen. Auch Königswinter war eine Mairie. Bei den Befreiungskriegen war der preußische Major Ferdinand Wilhelm Franz Bolstern von Boltenstern einer der Initiatoren des 1813 gegründeten Freiwilligen Landsturms Banner des Siebengebirges, der aktiv unter dem Adjudanten Franz Bernhard de Claer bei der Befreiung von der Franzosenherrschaft mitwirkte. Bei Angriffen auf die französischen Truppen auf dem linken Rheinufer nach Blüchers Übersetzen über den Rhein bei Kaub in der Neujahrsnacht 1813/14 fiel der Kommandant der Vorposten auf der Insel Nonnenwerth, der Steinhauermeister Johann Joseph Genger. Nach Boltenstern wurde im Zentrum Königswinters ein Platz benannt. Genger und de Claer wurden mit angrenzenden Straßen geehrt. Auch ein Denkmal auf dem Drachenfels wurde ihnen gewidmet. Am 14. Januar zogen die französischen Truppen vom linken Rheinufer ab.

Preußische Zeit

Die aus der Mairie hervorgegangene Bürgermeisterei Königswinter umfasste die Gemeinden Honnef, Königswinter, Aegidienberg und Ittenbach. 1862 löste sich Honnef von der Bürgermeisterei und erhielt als Stadt seine Selbstständigkeit als eigene Bürgermeisterei Honnef. Königswinter erhielt 1889 die Stadtrechte. Die Gemeinden Aegidienberg und Ittenbach verblieben im Verwaltungsbereich der Bürgermeisterei, die nunmehr Königswinter-Land wurde. Der Bürgermeister der Stadt war in Personalunion auch Vorsteher der Landbürgermeisterei. Wohnplätze der Stadt Königswinter waren im Jahr 1885 Burghof, Dömchen, Drachenburg, Drachenfels, Elsigerfeld, Heidsfeld, Hirschburg, Kreuzmühle, Kuckstein, Liebesbrünnchen, Marienhöhe, Pottscheid, Rosenau, Rüdenet, Sonntagsmühle, Sprengfeld, Wintermühlenhof und Wülsdorferhof.[6]

Anfang des 19. Jahrhunderts war in Königswinter die einzige befestigte Straße die heutige Hauptstraße, an der man auch die ältesten Gebäude findet. Weinanbau, Forstwirtschaft, Steinbruch und eine Mine waren die Arbeitgeber. Der bereits im 18. Jahrhundert einsetzende und im 19. Jahrhundert sich verstärkende Fremdenverkehr erschloss dem Ort eine neue wirtschaftliche Grundlage. 1827 wurde die Dampfschifffahrt auf dem Rhein aufgenommen. Bereits 1833 gab es auf dem Drachenfels ein Gasthaus.[7] Als 1841 Bürgermeister August Mirbach sein Amt antrat, war sein Ziel, die touristischen Möglichkeiten des Siebengebirges weiter zu nutzen. Der Aufstieg zum Drachenfels ist vor allem am Anfang sehr steil und die Hilfe von Eseln war unbequem, deshalb versuchte er, die Technik des 19. Jahrhunderts zu nutzen. Nach einiger Zeit konnte er eine Firma für das Projekt Drachenfelsbahn gewinnen, die am 17. Juli 1883 eröffnet wurde. Der Drachenfels erlangte durch Richard Wagners Version der Nibelungensage internationale Berühmtheit. Hier erschlug Siegfried den legendären Drachen und badete anschließend in dessen Blut, um sich unverwundbar zu machen. Jedoch verdeckte ein Lindenblatt eine Stelle zwischen seinen Schulterblättern, was ihm später zum Verhängnis wurde. Somit besiegelte sich Siegfrieds Schicksal in Königswinter am Rhein.

1889 wurde mit der Petersbergbahn eine zweite Zahnradbahn eröffnet. Mit dem Bau der Bahnen kam der Massentourismus in die Stadt. Industrie siedelte sich erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts an: das Stella-Werk. 1919 gründete Paul Lemmerz seine Felgenfabrik, die sich heute von der Altstadt bis nach Niederdollendorf erstreckt und immer noch das wichtigste Unternehmen der Stadt ist. Seine Brüder Franz und Simon Lemmerz besaßen eine Automatenfabrik, die heute in der dritten Generation existiert. Eine weitere Gründung aus den 1920er Jahren ist die Zera.

Im Zweiten Weltkrieg blieb Königswinter von Bombenangriffen weitgehend verschont. Allerdings wurde die Stadt am 22. April 1944 zum Ziel eines Luftangriffs, bei dem schwere Zerstörungen im nördlichen Siedlungsgebiet angerichtet wurden. In der damaligen Hindenburgstraße (heute Generalkonsul-von-Weiß-Straße) erhielt ein Haus einen Treffer und obwohl das Haus zerstört war, blieb das vor dem Haus befindliche Kreuz unbeschädigt. Zerstört wurde auch das Hotel Berliner Hof. Das Gelände blieb unbebaut und wurde zu einer Gartenanlage, dem Berliner Platz, umgebaut. Heute steht an dieser Stelle das Sea Life Center Königswinter.

Königswinter nach 1945

Altes Rathaus Königswinter mit dem bis 1969 gültigen Wappen

Als Sitz der Hohen Kommissare erlangte der Petersberg große Berühmtheit. 1949 wurde hier das „Petersberger Abkommen“ geschlossen, das für die junge Bundesrepublik einen ersten außenpolitischen Erfolg bedeutete.

Am 11. Mai 1950 wurde hier die CDU auf Bundesebene gegründet.[8]

1967 hatte Königswinter 5.974 Einwohner, von denen 47 in der Land- und Forstwirtschaft, 1.237 im verarbeitenden Gewerbe und 1.094 im Dienstleistungsbereich tätig waren. 881 Auspendlern standen 2.667 Einpendler gegenüber. In industriellen Arbeitsstätten waren 3.887 Personen beschäftigt. An öffentlichen Einrichtungen waren 1967 vorhanden: 2 Volksschulen, eine Realschule, ein Gymnasium, ein Freibad, ein Sportplatz, 2 Turnhallen, 2 Kindergärten und 2 Büchereien.[7]

Bei der kommunalen Neuordnung im Jahre 1969 entstand die neue Stadt Königswinter aus der Stadt Königswinter, der Gemeinde Ittenbach aus dem ehemaligen Amt Königswinter, den Gemeinden Oberpleis und Stieldorf aus dem ehemaligen Amt Oberpleis, und den Gemeinden Heisterbacherrott, Niederdollendorf und Oberdollendorf aus dem ehemaligen Amt Oberkassel. Die Tagungen auf dem Petersberg (Afghanistan-Konferenz) haben den Namen der Stadt in alle Welt getragen.

Im Stadtgebiet von Königswinter befanden sich die Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Laos sowie die Residenz des Botschafters der Islamischen Republik Pakistan. Dies waren zwei der wenigen Botschaftsgebäude außerhalb von Bonn. Mit dem Wechsel des Regierungssitzes wurden sie nach Berlin verlegt. Direkt auf der anderen Seite des Rheins befand sich die US-amerikanische Botschaft. Diesen Umstand nutzte am 13. Februar 1991 ein Kommando der RAF und schoss von einer Außenmauer auf dem Gelände der pakistanischen Residenz mehrere Gewehrkugeln auf das amerikanische Botschaftsgebäude. Dabei entstand aber nur Sachschaden. Auf der Bonner Rheinseite befindet sich heute nur noch eine Botschafts-Außenstelle.

1991 wurde in der Königswinterer Altstadt eine Fußgängerzone eingerichtet. Der spätestens seit den 1990er-Jahren immer mehr abnehmende Tagestourismus z.B. aus den Niederlanden und dem Ruhrgebiet nach Königswinter, der vor allem vom Drachenfels angezogen wurde, führte in und um die Altstadt zu großen Veränderungen. Zahlreiche Hotels und Tanzlokale wurden seitdem geschlossen, einer neuen Verwendung zugeführt oder abgerissen. Die Stadt unternahm Anstrengungen, die Altstadt aufzuwerten und ließ sie 2004 als Sanierungsgebiet ausweisen. Die Drachenfelsbahn erhielt 2005 eine neue Talstation. Im Vorfeld der Regionale 2010 investierten Stadt und Land in die Neugestaltung des Aufstiegs zum Drachenfels. Neben einer Modernisierung der Wege und Plätze tragen zur Attraktivitätssteigerung auch die Restaurierung von Schloss Drachenburg inkl. Park (1995–2011) sowie die Neugestaltung des Gipfelplateaus inkl. der Niederlegung des Restaurants aus den 1970er-Jahren bei (2010–2012).[9]

Der Name Königswinter

Der Name Königswinter entstand angeblich, nachdem Karl der Große am Drachenfels eine Weindomäne erwarb, und Königswinter somit ein königlicher Winzerort (lat: Vinitiorium) wurde. Einen Nachweis gibt es nicht. Im Jahre 893 taucht zum ersten Male der Name Uintre auf. In einer Urkunde der Abtei Prüm (Eifel) werden als Abteibesitz Weinberge bei Uintre genannt. Hierbei handelt es sich jedoch wahrscheinlicher um das stromaufwärts gelegene Oberwinter. 1015 nennt man in einer Urkunde vom 25. Februar erstmals Königswinter, aber noch in der Form Winetre; 1064 und 1269 dann Wintere. 1316 erscheint der Ort als Wynteren inferior (Niederwinter).[10] 1342 tritt zum ersten Male der Name Kuoningwinteren statt Wintere auf.[4]


Bahnhof der Zahnradbahn Königswinter 1883

Einwohnerentwicklung

In den vergangenen Jahren stieg die Einwohnerzahl Königswinters wie im gesamten Rhein-Sieg-Kreis stark an, 2003 lag die Bevölkerung um 9,1 Prozent höher als 1996. Nach einer Prognose der Bertelsmann Stiftung soll sich diese Entwicklung fortsetzen, sie rechnet mit einer Zunahme bis 2020 um 8,1 Prozent. Das Wachstum ist hauptsächlich durch die Ausweisung einer wachsenden Zahl von Baugebieten im Bergbereich bedingt, wobei Nachbarstädte Königswinter vorwerfen, durch starkes Wachstum in unzureichend erschlossenen Gebieten in der ganzen Region Verkehrsprobleme zu schaffen und Zersiedelung zu betreiben. Einwohnerzahlen (bis 1970 umgerechnet auf den heutigen Gebietsstand):

Jahr Einwohner
1816 7.786
1905 14.907
1925 16.596
1939 16.753
1946 21.501
1961 26.209
1970 31.106
1980 33.041
1987 33.783
1990 35.013
1992 35.916
1995 37.341
2003 40.356
2005 41.268

Eingemeindungen

Im Zuge der Gebietsreform wurden am 1. August 1969 die Gemeinden Ittenbach, Heisterbacherrott, Niederdollendorf, Oberdollendorf, Oberpleis und Stieldorf (ohne die Orte Birlinghoven, Hoholz, und Ungarten) mit der Stadt Königswinter zur neuen Stadt Königswinter zusammengelegt.[11]

Petersberg

Petersberg mit Bundesgästehaus

Hauptartikel: Petersberg (Siebengebirge)

Das Gästehaus auf dem Petersberg war nach der Ansiedlung der Bundesregierung in Bonn zur Residenz der Staatsgäste geworden. Dort wurde 1949 auch das Petersberger Abkommen unterzeichnet, das Königswinter einen Platz in den Geschichtsbüchern sicherte. Nach einer zwischenzeitlichen Schließung erwarb der Bund 1979 das Gebäude und ließ es von 1985 bis 1990 aufwändig umbauen. Dort werden gelegentlich bedeutende internationale Konferenzen, wie 2001 und 2002 die Afghanistan-Konferenz ausgerichtet. Bei Bedarf wird dann die Zufahrtsstraße gesperrt. Durch die Tagungen in dem bundeseigenen Gebäude wurde der Name der Stadt international bekannt. Das 5-Sterne-Hotel auf dem Berg wird außerhalb der Nutzung für größere Tagungen auch privat genutzt. Manchmal kommt es bei bedeutenderen Ereignissen zu Protesten am Petersberg und in Königswinter.

Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Königswinter

Wettbewerbsentwurf für das Kaiser-Wilhelm-Denkmal von Georg Frentzen, 1890

1890 entschied der Rheinische Provinziallandtag, ein Denkmal für den zwei Jahre zuvor verstorbenen Kaiser Wilhelm I. zu errichten. Als Standort waren Koblenz als Sitz des Oberpräsidenten der Rheinprovinz und das Siebengebirge im Gespräch. Es gab nur eine knappe Mehrheit für das Siebengebirge, deshalb überließ man die Entscheidung Kaiser Wilhelm II. Dieser entschied im März 1891, dass das Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Koblenz gebaut werden sollte. Für das Denkmal in der Region des Siebengebirges gab es zahlreiche Vorschläge, von einigen sind Entwurfszeichnungen erhalten. Standorte sollten danach der Drachenfels, der Hardtberg, aber auch die Insel Grafenwerth sein. Die Entscheidung für Koblenz wurde in Königswinter bedauert. Das Denkmal in Koblenz wurde 1945 zerstört, das Deutsche Eck zum Mahnmal für die deutsche Einheit umgewandelt. Als ein Koblenzer Geld für die Wiedererrichtung zur Verfügung stellte, entbrannte in Koblenz, aber auch überregional ein Streit um die Aufstellung und insbesondere um die Person Kaiser Wilhelms, der als „Kartätschenprinz“ 1848 die Revolution bekämpft hatte. Der damalige Königswinterer Bürgermeister bot an, das Denkmal im Siebengebirge zu errichten, so wie es ursprünglich einmal überlegt worden war. Letztendlich erfolgte die Wiederaufstellung dann doch in Koblenz.

Politik

Königswinter ist eine mittlere kreisangehörige Stadt und nimmt als solche zusätzliche Aufgaben wahr.[12]

Gemeinderat

Die 48 Sitze des Gemeinderats verteilen sich wie folgt:

  • CDU 21 Sitze
  • SPD 8 Sitze
  • Grüne 5 Sitze
  • FDP 5 Sitze
  • Königswinterer Wählerinitiative 5 Sitze
  • Freie Wähler Königswinter 2 Sitze
  • Freie und LINKE Königswinter 2 Sitze

(Stand: 20. Juli 2010)

Es regiert eine Koalition aus CDU und FDP.

Bürgermeister

Zeitraum Bürgermeister
1808–1814 Clemens August Freiherr von Schall
1814–1835 Clemens August Schäfer
1835–1841 Georg Karl Bülle
1841–1890 August Mirbach
1890–1909 Fritz Kreitz
1909–1933 Josef Clever
1933 kom. Ludwig Buttlar
1933–1938 Heinrich Lorenz
1938–1944 August Müller
1944–1945 Paul Wilhelm Müller
1945 Jakob Mehlkop
1945–1949 Peter Liedgens
1949–1952 Wilhelm Kirfel
1952–1956 Wilhelm Peerenboom
1956–1961 Heinrich Reingen
1961–1969 Richard Faßbender
1969–1990 Günther Hank
1990–1999 Herbert Krämer
seit 1999 Peter Wirtz

Wappen

Wappen von Königswinter

Das Wappen zeigt die Stadtmauern von Königswinter. Das Kreuz symbolisiert die ehemalige Zugehörigkeit zum Kurfürstentum Köln, der Löwe ist Symbol des Herzogtums Berg, dem große Teile Königswinters angehörten. Das Wappen in seiner jetzigen Form wurde offiziell am 6. Juni 1972 vom damaligen Kölner Regierungspräsidenten zum Königswinterer Stadtwappen erklärt.

Die amtliche Blasonierung des Wappens lautet: „Das Wappen zeigt in Rot eine silberne Torburg mit zwei dreifenstrigen Zinnentürmen und einem spitzbogigen Tor, das durch ein goldenes Fallgitter etwa zur Hälfte ausgefüllt wird. Zwischen den Türmen schwebt ein großes Schild, der auf gespaltenem Feld in Silber vorne einen linksgewendeten, doppelschwänzigen, blaugekrönten, -bezungten und -bewehrten roten Löwen, hinten ein durchgehendes Schwarzes Kreuz zeigt.“[13]

Städtepartnerschaften

Königswinter unterhält eine Städtepartnerschaft mit North East Lincolnshire (früher: Cleethorpes) in England und mit Cognac in Frankreich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Bauwerke

Schloss Drachenburg
Eingangsseite von St. Remigius (2009)
Christuskirche Königswinter

Naturdenkmäler

Königswinter liegt am und im Siebengebirge, dem ältesten Naturschutzgebiet in Deutschland.

Der nahe Heisterbacherrott gelegene Weilberg ist als Steinbruch genutzt worden. Dank dieser Nutzung kann hier die Erdgeschichte etwa 30 Millionen Jahre zurückverfolgt werden.

Regelmäßige Veranstaltungen

Der imposante Erntedankzug am Winzerfest (Stiftungsfest der Sankt Sebastianus Junggesellen Schützenbruderschaft 1604)
  • Rhein in Flammen: am 1. Samstag im Mai. Großfeuerwerke und Schiffsrundfahrt von Linz am Rhein entlang Erpel, Unkel, Remagen, Rheinbreitbach, Rheininsel Nonnenwerth bei Bad Honnef, Bad Godesberg, Königswinter zur Bonner Rheinaue bei Bonn.
  • Maifest in Oelinghoven (1. Mai)
  • Pfingstkirmes in Römlinghoven
  • Pfingstfest in Stieldorferhohn
  • Kirchenchorfest in Ittenbach (Mai)
  • Jassekirmes in Niederdollendorf (Fronleichnam)
  • Kinderfest in Oelinghoven (Juni)
  • Kirmes in Oberdollendorf (St. Laurentius, August)
  • Weiherfest in Heisterbacherrott (August)
  • Waldfest im „Heestern Bösch“ (August, Männerchor Quirrenbach)
  • Kirmes in Eudenbach (Mitte September)
  • Kirmes in Niederdollendorf (St. Michael, September)
  • Erntedankfest in Oelinghoven (Ende August/Anfang September)
  • Erntedankfest in Vinxel (September)
  • Kirmes in Ittenbach (Hl. Lukas September/ Oktober)
  • Winzerfest (Fr-Mo, immer um den ersten Sonntag im Oktober)
  • Schützenfest (St. Sebastianus Schützenbruderschaften, alle zwei Jahre. Zuletzt im Juni 2008)

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Straßenverkehr

Brücke der Landesstraße 331 mit Anschlussstelle zur B 42 und Blick auf Petersberg

Die Tallage von Königswinter ist mit den Anschlussstellen Königswinter und Königswinter-Oberdollendorf über die vierstreifige Bundesstraße 42 angebunden und verfügt damit über eine direkte Verbindung zur angrenzenden Bundesstadt Bonn und über die sich anschließende Flughafenautobahn A 59 nach Köln. Die südliche Nachbarstadt Bad Honnef wird ebenfalls über die Bundesstraße erreicht, die danach in Richtung Unkel zweispurig ausgebaut ist.

Im Bergbereich gibt es einen direkten Zugang zur sechsspurigen A 3 über die Anschlussstelle Siebengebirge (Nr. 33). Man erreicht sie vom Talbereich über die Landesstraße 331 (Stadtkern) und über die Landesstraße 268 (Oberdollendorf), die durch das Siebengebirge führen.

Insgesamt sind die durch Königswinterer Stadtgebiet führenden Straßen des überörtlichen Verkehrs (Bundes-, Landes- und Kreisstraßen) 61 km lang.

Die Autofähren im Bereich der Altstadt und in Niederdollendorf ermöglichen das Übersetzen nach Bonn-Mehlem bzw. Bonn-Bad Godesberg.

In der Stadt sind 25.801 Kraftfahrzeuge zugelassen, darunter 22.134 Pkw [14].

Schienen- und Busverkehr

Bahnhofsgebäude Königswinter
Eisenbahn

Königswinter liegt an der rechten Rheinstrecke (KBS 465) mit zwei Bahnhöfen im Stadtgebiet: einen am Rand der Altstadt von Königswinter und einen weiteren in Niederdollendorf. Beide werden von den im Halbstunden-Takt verkehrenden Regionalverkehrslinien RE 8 (Rhein-Erft-Express) und RB 27 (Rhein-Erft-Bahn) bedient, die Richtung Köln und Koblenz fahren. Seit Juni 2004 ist Königswinter über die Linie RE 8 über die neu gebaute Flughafenschleife auch an den Flughafen Köln/Bonn angebunden.

Stadtbahn
Stadtbahnhaltestelle Longenburg – CJD Königswinter

Die Siebengebirgsbahn (Stadtbahnlinie 66) der SSB fährt Richtung Bad Honnef bzw. Siegburg über Bonn und Sankt Augustin. Die Trasse führt im Altstadtbereich am Rheinufer vorbei und befindet sich in Oberdollendorf im Tunnel; auf Stadtgebiet von Königswinter befinden sich dabei sechs Haltestellen. Die Linie verkehrt tagsüber montags bis freitags im 20-Minuten-Takt, sonst im 30-Minuten-Takt. Im Berufsverkehr wird sie teilweise auf einen 10-Minuten-Takt verdichtet. Weiter nördlich auf der Strecke RamersdorfBonn HauptbahnhofSiegburg wird tagsüber montags bis freitags ständig im 10-Minuten-Takt gefahren. Bei besonderen Veranstaltungen werden Sonderzüge von Bonn aus kommend bis zur Abstellanlage Oberkassel Süd/Römlinghoven eingesetzt. Sofern in Königswinter das Rheinufer wegen Hochwasser gesperrt ist, verkehrt die Linie 66 je nach Grad der Überflutung nur bis zu den Haltepunkten Clemens-August-Straße, Longenburg (CJD Königswinter) bzw. Oberdollendorf. Auf der restlichen Strecke wird dann ein Schienenersatzverkehr angeboten.

Bus

Während die Tallagen durch die Stadtbahn für den öffentlichen Nahverkehr erschlossen sind, wird die Verbindung in die Berglagen durch mehrere Buslinien mit teilweise wechselnden Linienwegen, hauptsächlich die Linien 520 und 521, hergestellt.

Verkehrsverbund

Königswinter gehört dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) an.

Fahrrad

An Rheinpromenade (Altstadt) und -ufer entlang führen besonders im Sommer häufig genutzte und ausgebaute Rad- und Fußwege in Richtung Bonn. Zum Süden hin sind die Radwege noch bis Erpel in unmittelbarer Rheinnähe, im weiteren Verlauf führen sie dem Berg zugewandt neben der B 42 entlang.

Tourismus

Königswinter ist mit dem Siebengebirge ein beliebter Tourismusort. Neben dem Kottenforst ist es das wichtigste Fremdenverkehrsziel und Naherholungsraum für die Bewohner der Region Bonn/Rhein-Sieg und hat auch überregional Bedeutung. Mit Drachenfels, Großem Ölberg und Petersberg liegen auf dem Stadtgebiet neben Bad Honnef mit der Löwenburg die touristisch wertvollsten Berge des Naturparks. Die Rheinpromenade ist im Sommer hochfrequentiert, weshalb es dort viel Gastronomie gibt. Seit 2005 beherbergt die Stadt auch das Sea Life Königswinter. Das Schloss Drachenburg hat einen Haltepunkt an der Drachenfelsbahn. Das Lemmerz-Freibad am Sauren Berg (1952/53) ist aufgrund seiner Lage unterhalb des Drachenfels mit Blick ins Rheintal ebenfalls ein beliebtes Reiseziel.

Seit Mai 2009 führt die bundesweit von der Ostsee bis zum Bodensee verlaufende Deutsche Alleenstraße im Abschnitt 10 durch das Stadtgebiet von Königswinter.

Ansässige Unternehmen

Zu den bedeutenden Unternehmen in Königswinter gehören:

  • B+R Maschinenbau GmbH – Blasform- und Rationalisierungtechnik für Kunststoffteile
  • Brähler ICS Konferenztechnik AG – Konferenztechnik in Königswinter-Oberpleis
  • Brune GmbH – Möbelfabrik in Königswinter-Oberpleis
  • Dinova GmbH & Co. KG – Hersteller von Farben in Königswinter-Oberdollendorf
  • C. Gerhardt GmbH & Co. KG – Hersteller von Laborgeräten in Königswinter-Oberdollendorf, gegründet 1846
  • IUL Instruments GmbH, Vertrieb von Laborgeräten, Königswinter-Ittenbach
  • Schlund Electronic, A.M. Schlund – Tonstudios – Videoproduktion – Ü-Wagen – Ü-Wagen-Technik, Beschallung (Niederdollendorf)
  • RHI Didier – Feuerfestmaterialien (Niederdollendorf)
  • Hayes Lemmerz – Felgen-Hersteller (Altstadt und Niederdollendorf)
  • Heel Verlag – Gut Pottscheidt bei Königswinter
  • Jass Baubedarf GmbH & Co. KG – Baustoffe (Altstadt)
  • Limbach Flugmotoren GmbH & Co. KG – Motoren für Kleinflugzeuge
  • Twintec GmbH – Hersteller für Rußfilter und Katalysatoren (Ruttscheid)
  • Vodafone, Seminar- und Tagungszentrum (in und an der Hirschburg), seit 2003[15]
  • Zera GmbH – Zählerprüfeinrichtungen (Altstadt)
  • KMA Umwelttechnik GmbH – Hersteller von Luftabsauganlagen und Abluftreinigungsanlagen (Ruttscheid)
Außenansicht des Sea Life Königswinter

Im Oktober 2011 wurde Pläne veröffentlicht, nach denen Königswinter einer der beiden in Nordrhein-Westfalen zu schließenden Bundeswehr-Standorte ist.[16]

Vereinigungen, Verbände und sonstige Institutionen

Aufgrund der räumlichen Nähe zur Bundesstadt Bonn sind in Königswinter zahlreiche überregionale Verbände und Institutionen ansässig, darunter:

  • „Agenda21-Königswinter“ e. V. Gemeinnütziger Förderverein der Lokalen Agenda-21 in Königswinter
  • Arbeitnehmer-Zentrum Königswinter (AZK; Bildungshaus und Tagungszentrum der Stiftung Christlich-Soziale Politik e. V.)
  • Arbeitsgemeinschaft Berufstätiger Frauen in der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft
  • Blühende-Landschaft-Königswinter, Arbeitsgruppe der Lokalen Agenda21-Königswinter, Lokales Netzwerk für Naturschutz

Von 1984 bis 1999 war der „Margarethenhof“ im Stadtteil Margarethenhöhe Sitz der Friedrich-Naumann-Stiftung, einer FDP-nahen Stiftung.

Medien

  • 1873–1941: Echo des Siebengebirges
  • 1963–2004: Siebengebirgszeitung
  • 1996–1998: Königswinterer Zeitung
  • seit 1996: Oberhau-aktuell e. V.
  • seit Nov. 2010: KönigswinterDirekt (Internetzeitung)
  • General-Anzeiger mit Lokalausgabe „Honnefer Volkszeitung“

Der weithin sichtbare Sendemast auf dem Königswinterer Großen Ölberg versorgt die Siebengebirgsregion und die Bundesstadt Bonn mit Radioprogrammen und sendet auf den Frequenzen für den Mobilfunk. Seit 2004 strahlt der Sendemast auf dem Bonner Venusberg das digitale Antennenfernsehen DVB-T aus.

Bildung

Grundschulen

  • Königswinter (Johann-Lemmerz-Grundschule)
  • Niederdollendorf (Longenburgschule)
  • Oberdollendorf
  • Heisterbacherrott (Stenzelbergschule)
  • Stieldorf (Grundschule am Lauterbach)
  • Ittenbach (Katholische Grundschule Ittenbach)
  • Oberpleis (Grundschule Sonnenhügel)
  • Eudenbach

Sonderschulen

  • Drachenfelsschule (Sonderschule für Lernbehinderte)
  • Paul-Moor-Schule (Förderschule für geistig Behinderte)

Weiterführende Schulen

Sonstige Bildungseinrichtungen

  • VHS Siebengebirge
  • Musikschule der Stadt Königswinter
  • Studienhaus für keltische Sprachen und Kulturen
  • Arbeitnehmerzentrum Königswinter (Bildungswerk)

Öffentliche Einrichtungen

Gericht

In Königswinter hat ein Amtsgericht seinen Sitz, das für die Städte Königswinter und Bad Honnef zuständig ist. Es gehört zum Bezirk des Landgerichtes Bonn.

Post

Eine Postexpedition wird in Königswinter im Jahre 1808 erwähnt, 1817 eine Postwärterei. Die 1825 genannte Postexpedition wird 1863 zur Postexpedition 1. Klasse. 1871 gibt es eine Postverwaltung, 1876 wird sie zum Postamt 2. Klasse und 1901 schließlich zum Postamt 1. Klasse erhoben.

Ab 1880 existierte auf dem Drachenfels eine Postagentur, die nur im Sommer geöffnet war. Heute gibt es sie nicht mehr.

In Ittenbach bestand seit 1904 eine Postagentur.

In Oberdollendorf gibt es seit 1871 eine Postexpedition, die 1876 zum Postamt 3. Klasse wird.

Im Bereich der Stadt Königswinter gibt es heute nur noch Postagenturen. Sie befinden sich in den Stadtteilen Altstadt, Berghausen, Ittenbach, Oberdollendorf, Oberpleis, Stieldorf und Thomasberg.

Agentur für Arbeit

Die früher in Königswinter-Altstadt gelegene Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit Bonn befindet sich heute im Stadtteil Oberdollendorf.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

d. h. Personen, die hier geboren sind

Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

  • Carlo Mense (1886–1965), Künstler
  • Ernemann Sander (* 1925), Künstler
  • Reinhard Selten (* 1930), Wissenschaftler und Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften 1994
  • Norbert Blüm (* 1935), Politiker (CDU), Bundesvorsitzender der CDA von 1977 bis 1987, Bundesminister
  • Konrad Rufus Müller (* 1940), Fotograf
  • Peter Hintze (* 1950), Pastor der evangelischen Gemeinde von 1980 bis 1983, Politiker (CDU), MdB
  • Burkhard Mohr (* 1959), Künstler
  • Guido Westerwelle (* 1961), Politiker (FDP), MdB, Parteivorsitzender
  • Andrea Milz (* 1963), Politikerin (CDU), MdL
  • John le Carré (* 1931), Schriftsteller
  • Judith Merchant (* 1976 in Bonn) ist eine deutsche Krimi-Autorin und lebt in Königswinter
  • Michaela Kuepper (* 1965 in Alpen/ Niederrhein) ist eine deutsche Krimi und Kinderbuch-Autorin. Sie lebt in Königswinter [17]

Königswinter in der Weltliteratur

Königswinter war während der englischen Rheinromantik-Reisewelle der 1830er Jahre ein beliebtes Reiseziel und ist dadurch in die englische Literatur eingegangen. Königswinter und Nonnenwerth (ebenso Aachen, Köln, Wiesbaden und u. Ems) werden namentlich in dem 1847 erschienenen gesellschaftkritisch-satirischen Roman mit dem zum Sprichwort gewordenen Titel „Vanity Fair“ (Jahrmarkt der Eitelkeit) von William Makepeace Thackeray genannt (Kap. LXII mit der Originalüberschrift „Am Rhein“).

Bestseller-Autor John le Carré lebte in den 1960er Jahren in Königswinter und verfasste nach eigenen Aussagen in diversen Fernseh- und Presseinterviews sein bekanntestes Buch „Der Spion, der aus der Kälte kam“ in Königswinter, u. a. auf dem Weg zu seiner Arbeitsstelle auf der Rheinfähre zwischen Niederdollendorf und Bad Godesberg, wo er zu dieser Zeit in der Britischen Botschaft tätig war. In seinem Werk „Eine kleine Stadt in Deutschland“ wird Königswinter mehrfach erwähnt, ist Schauplatz und Kapitelüberschrift.[18]

Literatur

  • Heinz Friedrich Schulz: Zeittafel zur Geschichte der Stadt Königswinter mit ihren Stadtteilen und dem Siebengebirge. Königswinter in Geschichte und Gegenwart, Heft 2, Königswinter 1986.
  • Manfred van Rey: Königswinter im Mittelalter. Königswinter in Geschichte und Gegenwart, Heft 5, Königswinter 1994.
  • Angelika Schyma: Denkmäler im Rheinland, Stadt Königswinter. Köln 1992. ISBN 3-7927-1200-8
  • Dorothea F. Voigtländer: Geschichte und Geschichten vom Rhein – Vom Drachenfels zum Kaiserberg. 2. Aufl. Bad Honnef 2004. ISBN 3-87066-381-2
  • Herbert Menden: Königswinter in alten Ansichten. 2 Bd. Europäische Bibliothek, Zaltbommel 1981. ISBN 90-288-1305-5
  • Jean Assenmacher: Meine kleine Welt – Liebeserklärung an eine Stadt. Mit Zeichnungen und Fotos des Verfassers. Hrsg. v. Heimatverein Oberdollendorf und Römlinghoven e. V., Königswinter 1994.
  • Bruno P. Kremer: Das Siebengebirge. 2002. ISBN 3-87909-770-4
  • Karl Josef Klöhs: Kaiserwetter am Siebengebirge. Königswinter 2003. ISBN 3-00-012113-7
  • Michael Vaupel, Patrick Sandro Nonn: Neulich in der Wirtschaft – Anekdoten aus Königswinter (Schnarchenswinter), Deutschland und der Welt. Engelsdorfer Verlag, 2007. ISBN 3-86703-290-4
  • Karl Schumacher: Die Mühlen im Heisterbacher Tal – Wie sie klapperten vom Mittelalter bis zur Neuzeit – Wasserwirtschaft, Historische Entwicklung, Mühlentechnik, Legenden und Gedichte. Hrsg. v. Heimatverein Oberdollendorf und Römlinghoven e. V., Königswinter 2007.
  • Dieter Mechlinski: Der Geheime Regierungsrat Ottmar Edwin Strauss – Biografie eines vergessenen Königswinterer Mitbürgers. Hrsg. v. Heimatverein Oberdollendorf und Römlinghoven e. V.. 6. Auflage. Königswinter 2010.
  • Ansgar S. Klein: Aufstieg und Herrschaft des Nationalsozialismus im Siebengebirge. Essen 2008. ISBN 978-3-89861-915-8

Weblinks

 Commons: Königswinter – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011. (Hilfe dazu)
  2. General-Anzeiger vom 18. September 2009
  3. Liste der Stadtteile mit Anzahlen der Haupt- und Nebenwohnsitze
  4. a b c Heinz Friedrich Schulz: Zeittafel zur Geschichte der Stadt Königswinter mit ihren Stadtteilen und dem Siebengebirge. Königswinter 1986, S. 6 ff.
  5. Heinrich Beyer: Urkundenbuch zur Geschichte der, jetzt die Preussischen Regierungsbezirke Coblenz und Trier bildenden mittelrheinischen Territorien. 1.Bd./ Coblenz 1860, S. 125, 181, 817.
  6. Gemeindelexikon für das Königreich Preußen (PDF), Band XII Provinz Rheinpreußen, Verlag des Königlich statistischen Bureaus (Hrsg.), 1888, Seite 116
  7. a b Der Rhein-Sieg-Kreis. Herausgeber: Oberkreisdirektor Paul Kieras, Stuttgart 1983, S. 275.
  8. Uni Magdeburg
  9. Regionale 2010 – Königswinter
  10. Manfred an Rey: Königswinter im Mittelalter. Königswinter 1994, S. 9.
  11. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970.
  12. Verordnung zur Bestimmung der Großen kreisangehörigen Städte und der Mittleren kreisangehörigen Städte nach § 4 der Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen
  13. Hauptsatzung der Stadt Königswinter vom 31. Oktober 1999, § 1 Absatz 3
  14. Ministerium f. Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr: Mobilität in NRW. Daten und Fakten 2010
  15. Die Hirschburg ist als Tagungsort begehrt, General-Anzeiger, 25. September 2010
  16. <http://www.welt.de/politik/deutschland/article13681541/Diese-Bundeswehr-Standorte-werden-geschlossen.html „In Nordrhein-Westfalen sind es 9200 [Dienstposten] und die Standorte Kerpen und Königswinter.“ in: Welt online> abgerufen am: 26. Oktober 2011
  17. [1]
  18. Interview Dradio

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