Köln-Marienburg


Köln-Marienburg
Wappen von Köln

Marienburg
Stadtteil 202 von Köln

Lage des Stadtteils Marienburg im Stadtbezirk 2
Koordinaten 50° 54′ 1″ N, 6° 58′ 12″ O50.9002777777786.97Koordinaten: 50° 54′ 1″ N, 6° 58′ 12″ O
Fläche 3,05 km²
Einwohner 5530 (31. Dez. 2010)
Bevölkerungsdichte 1813 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Apr. 1888
Postleitzahl 50968
Vorwahl 0221
Stadtbezirk Rodenkirchen (2)
Verkehrsanbindung
Autobahn Bundesautobahn 4 number.svg Bundesautobahn 555 number.svg
Bundesstraße Bundesstraße 9 number.svg Bundesstraße 51 number.svg
Stadtbahn-Linie 16
Bus-Linien 106 130 132
Quelle: Strukturdaten Stadt Köln

Der Stadtteil Marienburg liegt im Süden der Stadt Köln. Politisch gehört er dem Stadtbezirk Rodenkirchen an.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Marienburg grenzt im Osten an den Rhein, im Süden mit der Bundesautobahn 4 an Rodenkirchen, im Westen an Raderthal und im Norden an Raderberg und Bayenthal. Rechtsrheinisch liegt Poll gegenüber.

Geschichte

Köln-Marienburg im Sommer 1953, am unteren Bildrand eine Mole des Poller Rheinufers

Etwa Mitte des 1. Jahrhunderts nach Christus wurde südlich der damaligen Stadt Colonia Claudia Ara Agrippinensium das Flottenkastell Alteburg errichtet. Auf einer Fläche von etwa 6 bis 7 Hektar dürfte es mehr als tausend Personen Platz geboten haben. Das Lager wurde 276 bei Angriffen der Franken zerstört. Ende des 18. Jahrhunderts wurde auf dem Gelände des Kastells die bis heute erhalten gebliebene Alteburger Mühle (An der Alteburger Mühle 6) errichtet.

Der heutige Name des noblen Stadtteils geht auf den Mitte des 19. Jahrhunderts nachweisbaren Gutshof Marienburg zurück. Das Anwesen wird um 1840 erstmals erwähnt und war von weitläufigem Grundbesitz – wie hier die meisten Villen – umgeben. 1870 bis 1872 folgten südlich der Mühle die Industriebauten der „Rheinischen Aktienbrauerei Alteburg“ und des Wasserwerkes „Alteburg“. Nach Gründung der „Kölnischen Immobilien-Gesellschaft“ im Jahre 1891 durch den Spediteur Ernst Leybold begann der systematische Ausbau von Marienburg zur parkartigen Villensiedlung mit repräsentativen Anwesen nach den Vorstellungen des Industriellen. Noch heute sind zahlreiche Villen aus dieser Zeit erhalten. Besonders erwähnenswert sind die Villa Vorster, die Villa Pferdmenges oder die Villa Schröder.

Am rheinseitigen Endpunkt des Bayenthalgürtels errichtete man 1902 den 27 Meter hohen Bismarckturm nach Entwurf des Berliner Architekten Arnold Hartmann. Die Baukosten wurden überwiegend von Heinrich Stollwerck finanziert, der in unmittelbarer Nachbarschaft auf dem Grundstück Bayenthalgürtel 2 eine Villa erbauen ließ, die er „Bismarckburg“ nannte. Rheinuferstraße bzw. Oberländer Ufer wurden zwischen 1895 und 1897 als breite Promenade angelegt.

Die Eingemeindung nach Köln erfolgte im Jahre 1888. Im Jahre 1896 wurde seitens der Kölner Stadtverwaltung eine Zonenbauordnung erlassen, die für Marienburg eine offene Bauweise festschrieb. Die meisten großen Residenzen sind bis zum Jahre 1920 entstanden. Einige der Großvillen dienen heute als Büros, u. a. als Gebäude des Generalkonsulats der Republik Polen.

Seit Januar 1954 lag in der Lindenallee der britische Militärsender BFBS, der dort in der Villa Tietz bis Oktober 1990 residierte. Auch der Deutschlandfunk hatte seinen ehemaligen Standort zwischen Januar 1962 und Februar 1979 in der Lindenallee 7 – ebenfalls in einer als Funkhaus umgebauten Villa.

Kirchen

Evangelische Kirche in Marienburg
Evangelische Garnisonskirche Allerheiligen

Die evangelische Reformationskirche (Goethestraße) entstand zwischen 1903 und 1905 nach den Plänen des Berliner Architekten Otto March. Ebenfalls in der Goethestraße steht die katholische Pfarrkirche St. Maria Königin, die 1952 bis 1954 von Dominikus Böhm gebaut wurde. Das Gotteshaus erhebt sich über einem quadratischen Grundriss. Es öffnet sich auf der ganzen Länge der Südwand zum umgebenden Park. Der Turm wurde von Gottfried Böhm 1960 erbaut.

In der Lindenallee, Ecke Bonner Straße, befindet sich die Evangelische Garnisonskirche Allerheiligen des Evangelischen Militärpfarramtes Köln I. Die anglikanische Gemeinde nutzt die Kirche als All Saints-Chapel.

Sehenswertes

Bekannte Einwohner

Literatur

  • Wolfram Hagspiel: Köln. Marienburg. (= Stadtspuren, Denkmäler in Köln, Bände 8.I und 8.II.) J. P. Bachem Verlag, Köln 1995, ISBN 3-7616-1147-1.
  • Wolfram Hagspiel: Marienburg. Ein Kölner Villenviertel und seine architektonische Entwicklung. J. P. Bachem Verlag, Köln 2007, ISBN 978-3-7616-2012-0.

Weblinks

 Commons: Köln-Marienburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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