Kunstmuseum Walter

Kunstmuseum Walter

Das Kunstmuseum Walter ist ein im Jahre 2002 eröffnetes, privat finanziertes und unterhaltenes Kunstmuseum in Augsburg. Das Museum ist nach dem Bauunternehmer Ignaz Walter benannt, und befindet sich im Glaspalast, der Walter gehört.

Inhaltsverzeichnis

Ausstellung

Das Museum befindet sich im ersten und zweiten Geschoss des denkmalgeschützten Glaspalastes und enthält die Sammlung Walter, eine der größten privaten Kunstsammlungen Deutschlands. Zu sehen sind auf 6.000 m² über 1.600 Werke zeitgenössischer und moderner Kunst (u.a. Gerhard Richter, Sigmar Polke, Jörg Immendorff, Max Ernst, Markus Lüpertz, A. R. Penck, Arnulf Rainer, Otto Geiss, und Georg Baselitz). Die Sammlung beinhaltet zahlreiche Werke von Künstlern der „Leipziger Schule“ (Bernhard Heisig, Werner Tübke, Wolfgang Mattheuer).

Als einer der Höhepunkte des Museums gilt die Glaskunst von Egidio Costantini, dessen zahlreiche Werke in Zusammenarbeit mit Künstlern wie Picasso, Chagall, Miró und Braque entstanden.

2006 wurde das Museum neu gestaltet und zeigt seitdem neben der Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch einen Querschnitt der klassischen Moderne. Im zweiten Geschoss werden nun auch etwa Arbeiten von Victor Vasarely, Max Pechstein, Max Liebermann, Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde und Christian Rohlfs präsentiert.

Ein weiterer Schwerpunkt der Sammeltätigkeit Walters ist die regionale zeitgenössische Kunst. Neben Arbeiten Peter Michls und Wolfgang Lettls wird auch eine umfangreiche Auswahl des Schaffens der Münchner Kunstmalerin Gisela Franz-Osterwald ausgestellt.

Architektur

Den architektonischen Rahmen der Sammlung bilden die von zahlreichen Säulen gestützten offenen ehemaligen Produktionshallen des Werks IV der Mechanischen Baumwollspinnerei und Weberei Augsburg (SWA). Die Hallen werden durch niedrige Zwischenwände unterteilt, die das ursprüngliche Raumkonzept nur wenig beeinträchtigen. Durch die großen verglasten Fensterflächen („Glaspalast“) fällt das Tageslicht ungehindert in den Ausstellungsbereich. Das bedeutende Industriedenkmal Glaspalast wurde ab 1999 durch Ignaz Walter saniert.

Im Erdgeschoss und ersten Stock des Palastes ergänzen die Staatsgalerie Moderne Kunst, die Galerie Noah und das H2 – Zentrum für Gegenwartskunst die Bestände der Privatsammlung von Ignaz Walter.

Zusammen bilden diese vier Institutionen das Zentrum für Gegenwartskunst, das zu den bedeutendsten Kulturzentren der Moderne in Deutschland gezählt wird. Trotz seiner Bedeutung und der Fülle der Exponate ist das Museum auch regional noch wenig bekannt. Sogar an Wochenenden besuchen nur wenige Kunstinteressierte das am Rand der Altstadt in der Nähe der neuen Citygalerie gelegene Museum.

Galerie Noah

Logo der Galerie Noah

Die Galerie Noah ist eine Galerie für Gegenwartskunst im Glaspalast, die 2002 als Bestandteil des sogenannten „Zentrums für moderne Kunst“ im Glaspalast eingerichtet wurde. Die Galerie befindet sich auf dem selben Stockwerk wie das Kunstmuseum Walter. Bis 2007 war Nicole Walter-Höret (* 1971) eine der Geschäftsführer der Galerie Noah GmbH.[1] Walter-Höret ist Tochter von Ignaz Walter, der 2000 als stiller Gesellschafter in die GmbH eintrat.[2] Thomas Höret, Schwiegersohn von Ignaz Walter und Vorstand der Walter Beteiligungen und Immobilien AG, ist weiterhin Vorstand der Galerie Noah GmbH.

Die Galerie dient regelmäßig als Ausstellungsort für Einzelausstellungen des Lebenswerks oder bestimmter Schaffensperioden von Künstlern. Daneben werden die Räume auch als Erweiterungsfläche für Kunstmuseum Walter genutzt, wenn dessen Räumlichkeiten für eine Ausstellung nicht ausreichen. In der Galerie Noah waren unter anderem Werke folgender Künstler zu sehen:[3]

Die Galerie Noah war mehrfach als Aussteller an Kunstmessen beteiligt, so 2007 auf der Art Moscow[8] und 2008 an der Art Cologne.[9]

Literatur

Ausstellungskataloge der Galerie Noah

  • Medusa. Anlässlich der Ausstellung Felix Weinold - medusa in der Galerie Noah im Glaspalast, Augsburg, creativ collection, 2003, ISBN 9783929709155
  • Felix Weinold: Serendipity, Kehrer, Heidelberg, 2010, ISBN 978-3868281361

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Galerie Noah GmbH, Registereintrag beim Amtsgericht Augsburg, Registernummer HRB 17972. Bekanntmachung vom 27. Februar 2007 über die Veränderung der Geschäftsführung vom 26. Februar 2007.
  2. Galerie Noah GmbH, Augsburg, Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 2008
  3. Galerie Noah: Ausstellungen im Rückblick
  4. Medienberichterstattung zur Ausstellung Lüppertz
  5. Medienberichterstattung zur Ausstellung Brandl
  6. Medienberichterstattung zur Ausstellung Weinold
  7. Medienberichterstattung zur Ausstellung Baselitz
  8. Art Moscow 2007 auf kunstaspekte.de (Abgerufen am 26. Oktober 2011)
  9. 42. Art Cologne 2008 auf kunstaspekte.de (Abgerufen am 26. Oktober 2011)

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