Krone (Kopfbedeckung)


Krone (Kopfbedeckung)
Die Reichskrone in der Wiener Schatzkammer

Eine Krone (lateinisch corona - der Kranz, griechisch κορώνα - Kranz, Krone) ist eine kostbare, meist aus Gold und Edelsteinen gearbeitete Kopfzierde vorwiegend christlich-abendländischer Herrscher, Ausdruck ihrer Macht und Würde sowie Symbol ihrer Herrschaft über ein bestimmtes Volk oder ein Territorium. Daher wird „die Krone“ auch als Synonym für ein mit staatlicher Würde ausgestattetes König- oder Kaisertum benutzt.

Das Tragen von Kronen kam im alten Orient in Gebrauch. Bereits im alten Ägypten und im antiken Griechenland trugen Herrscher einen Stirnreif oder ein Diadem. Die Perserkönige gehörten zu den ersten, die eine geschlossene Krone, eine Tiara, trugen. Diese Form wurde später von den byzantinischen Kaisern übernommen sowie von den Päpsten, die eine dreifache Krone trugen.

Die römischen Kaiser nutzten das Diadem oder den Lorbeerkranz der Imperatoren als Symbole ihrer Macht. Die Herrscher der Germanen trugen einen Helm oder einen Stirnreif. Seit der Zeit der Karolinger wurden geschlossene Kronen üblich, die von einem oder mehreren Bügeln überwölbt wurden.

Inhaltsverzeichnis

Die Krönung

Im europäischen Mittelalter verlieh erst die korrekt vollzogene Krönung mit der richtigen Krone am richtigen Ort durch den richtigen, d. h. dazu berechtigten Königskröner (Coronator) einem Herrscher seine Legitimität. Im Heiligen Römischen Reich etwa musste der gewählte König durch den Erzbischof von Köln in Aachen – ab dem 16. Jahrhundert in Frankfurt am Main – mit der Reichskrone gekrönt werden. Die Kaiserkrönung musste – ebenfalls bis ins 16. Jahrhundert – durch den Papst in Rom oder durch einen päpstlichen Legaten erfolgen. Die Krönungskirche der französischen Könige war die Kathedrale von Reims, die der Englischen Königinnen und Könige ist die Westminster Abbey zu London.

Kronenarten

Regierende Fürsten und Adlige, die in der Rangfolge unter Kaisern und Königen standen, trugen ursprünglich Rangkronen, deren Formen durch den Adelrang bestimmt waren. Seit dem 17. Jahrhundert existieren die so genannten Rangperlen. Gegenwärtig (2007) werden Rangkronen von Adeligen auch ohne Weiteres im Wappen geführt.

Bekannte Kronen

Die Reichskrone ist die Krone der Könige und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches seit dem Hochmittelalter. Sie war Symbol für die Herrschaft des Königs bzw. Kaisers, sodass eine Krönung ohne die Reichsinsignien häufig als illegitim angesehen wurde.
Die Edwardskrone und Imperial State Crown ist die älteste der britischen Königskronen und Teil der Britischen Kronjuwelen. Sie wird im Tower von London aufbewahrt.
Die Eiserne Krone ist die Königskrone der Langobarden. Im Innern befindet sich ein eiserner Reif, der angeblich aus einem Nagel vom Kreuz Christi hergestellt wurde.
Die Erikskrone des schwedischen Königs Erik XIV. ist eine Traditionskrone, die als Krönungsinsignie an Bedeutung verloren hat und nur noch als Ausstellungsstück verwendet wird.
Vom Erzherzogshut Österreichs gibt es zwei Exemplare. Er ist Symbol der Einheit der österreichischen Erblande.
Die Mütze des Monomach, der Moskowiter Zarenhut war die Krönungsinsignie aller gekrönten Großfürsten von Moskau und Zaren von Dmitri Donskoi bis Peter dem Großen.
Als Österreichische Kaiserkrone wurde bei Ausrufung des Kaisertums Österreich 1804 die Rudolfskrone, die Privatkrone Kaiser Rudolfs II. bestimmt.
Die Stählerne Krone des Königreichs Rumänien wurde aus einer Gussstahlkanone, die die rumänische Armee im Rumänischen Unabhängigkeitskrieg erbeutet hatte, angefertigt.
Die Stephanskrone des Königreiches Ungarn war die Krone der Länder der heiligen Stephanskrone.
Die Tiara ist die früher bei feierlichen Anlässen getragene außerliturgische Krone des Papstes mit später dreifachem Kronreif.
Die Wenzelskrone ist die Königskrone des ehemaligen Königreichs Böhmen und der älteste Bestandteil der böhmischen Krönungsinsignien.
Die Zarenkrone war die offizielle Krone der Kaiser von Russland bis zum Sturz der Monarchie im Jahr 1917. Sie befindet sich heute in der Schatzkammer des Moskauer Kremls.

Siehe auch

Literatur

  • Jürgen Abeler: Kronen. Herrschaftszeichen der Welt. 1. Auflage, Düsseldorf/Wien (Econ) 1972; ISBN 3430110025

Weblinks


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