Kommilitonin

Kommilitonin

Kommilitone ist eine in Deutschland übliche Bezeichnung von Studenten für ihre Studienkollegen, also den Mitstudenten oder Studiengenossen.

Inhaltsverzeichnis

Ursprüngliche Herkunft

Abgeleitet von lat. commilito (Gen. -onis) für „Mitstreiter“, „Kriegsgefährte, Kamerad“; ebenso commiles für „Waffenbruder“ (zu miles, Gen. militis „Soldat, Krieger, Streiter“). Dieses ist vielleicht verwandt mit gr. ὁ μῖλος „Haufe“.

Die Bezeichnung commilito war in der Antike eine gebräuchliche Anrede für römische Legionäre.

Bedeutungserweiterung

Schon gr. μῖλος, mit dem lat. miles möglicherweise verwandt, bezeichnet irgendeine zusammengehörende Gruppe und ist nicht auf den militärischen Bereich beschränkt. Das zunächst im militärischen Kontext gebrauchte lat. commilito selbst erweiterte seine Bedeutung auf ähnliche Weise wie das deutsche Wort „Mit-Streiter“. Die als Mitstreiter bezeichneten kämpften nicht mehr zwangsläufig gegen einen anderen, sondern für eine Sache: Sie verfolgten ein gemeinsames, möglicherweise durchaus friedliches Ziel. So ist die Bedeutung „Gemeinschaft der Studien“ für lat. commilitium schon bei Ovid belegt. Die Bezeichnung Kommilitone für einen Mitstudenten oder Studienkollegen ist spätestens seit dem 16. Jahrhundert in der Burschensprache nachgewiesen. Seit dem 20. Jahrhundert erscheint auch Kommilitonin.

Heutige Bedeutung

Der Begriff wird heute sowohl für Studenten des gleichen oder eines anderen Fachgebietes oder des gleichen oder anderen Semesters, als auch für Studenten oder von Dozenten gegenüber ihren Studenten an derselben Universität verwendet. Der Begriff des Mitstreiters leitet sich aus den genossenschaftlichen Organisationsformen der früheren Hochschulen – der Burse – her, aber auch eventuell aus den häufig auftretenden Konfliktsituationen zwischen Hochschule und Landesherren.

Siehe auch

Weblinks


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