Keulung

Keulung

Keulung (eng: culling) bezeichnet das vorsorgliche Töten von Tieren, um die Weiterverbreitung von Tierseuchen zu verhindern.

Bei einer Keulung wird der komplette Tierbestand entweder einer festgelegten Zone, eines bestimmten Hofes (Bestandskeulung) oder eines gewissen Bestandteils eines Hofes (Kohortenkeulung) getötet. Keulungen können nach dem Tierseuchengesetz angeordnet werden. Nach einer Keulung findet eine Tierkörperbeseitigung, z. B. Verbrennung, statt.

Massenhaftes Keulen von Nutztieren, im Zusammenhang mit Tierseuchen, wie BSE, Maul- und Klauenseuche und Vogelgrippe, ist in Deutschland seit den 1990ern aufgetreten (Vogelgrippe: Rügen, 19. Februar 2006), aber auch in anderen europäischen Ländern, wie England. Dort sorgte 2001/2002 die Tötung von 6 Millionen Nutztieren, im Zusammenhang mit der Maul- und Klauenseuche (darunter 4,9 Mio. Schafe), für Aufsehen. Der wirtschaftliche Schaden belief sich auf 8 Milliarden Euro.

Am Samstag, dem 8. September 2007, wurde auf zwei Entenmasthöfen eines Unternehmens in der Oberpfalz die bisher größte Keulung in Deutschland eingeleitet: Nachdem die Vogelgrippe ausgebrochen war, wurde mit der Keulung von 205.000 Enten begonnen.[1] Als Dauer wurde eine Woche angesetzt.

2009 überrannten 6.000 Dromedare mehrfach das Dorf Kaltukatjara (englisch Docker River) im Südwesten des australischen Bundesstaats Northern Territory auf der Suche nach Wasser.[2] Es wurde eine Notkeulung von 3.604 Kamelen angeordnet.

Quellen

  1. 200'000 Enten werden gekeult, NZZ Online-Artikel vom 8. September 2007, abgerufen am 22. Dezember 2010
  2. Australian camel cull plan angers animal welfare groups, Guardian vom 26. November 2009, abgerufen am 22. Dezember 2010

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