Ken Wharton

Ken Wharton
Ken Wharton
Automobil-/Formel-1-Weltmeisterschaft
Nation: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Erster Start: Großer Preis der Schweiz 1952
Letzter Start: Großer Preis von Italien 1955
Teams
1952 Scuderia Franera · 1953 Ken Wharton · 1954 Owen Racing Organisation · 1955 Vanderwell Products Ltd. 
Statistik
WM-Bilanz: WM-13. (1952)
Starts Siege Poles SR
16
WM-Punkte: 3
Podestplätze:
Führungsrunden: — über 0 km

Vorlage:Infobox Formel-1-Fahrer/Wartung/Alte Parameter

Ken Wharton (* 1. März 1916 in Smethwick bei Birmingham; † 12. Januar 1957 in Ardmore, Neuseeland) war ein englischer Formel-1-Rennfahrer.

Inhaltsverzeichnis

Beginn der Karriere

Bereits in den späten 1930er-Jahren probierte sich der Garagenbesitzer am Steuer eines kleinen Austin Seven mit Kompressor bei Rennen in Donington Park aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg wollte er seine unterbrochene Rennfahrerkarriere fortsetzen und startete daher bei diversen Trial- und Bergrennen sowie einigen Rallyes auf den britischen Inseln und dem Kontinent.

Begegnung mit dem Idol

Zeichnete sich anfangs der Stil des untersetzten Mannes mit den Boxerschultern durch grimmige Entschlossenheit aus, so sollte er sich in vielen Dingen durch die Begegnung mit seinem Idol wandeln: In Zandvoort traf er den französischen Grand-Prix-Fahrer und Europameister von 1946 Raymond Sommer. Dieser schien von der ungekünstelten Begeisterung des Briten angetan, so dass er sich die Zeit nahm, ihn noch vor Ort in die tieferen Geheimnisse der Abstimmung, der Bremspunkte und der Ideallinie einzuweihen. Wharton wollte nun auch in die höheren Grand-Prix-Klassen aufsteigen.

Der britische „Bergkönig“

Um dieses Ziel zu erreichen, wollte er in möglichst vielen verschiedenartigen Rennen seine Fahrkunst unter Beweis stellen – eine Strategie, die nach dem Krieg viele Piloten verfolgten. Hat er bisher erfolgreich Rallyes und Trials bestritten, wie der Klassensieg bei der Tulpen-Rallye in den Jahren 1949 und 1950 und derjenigen in Lissabon sowie das Championat der Trialmeisterschaft des Royal Automobile Club (RAC) auf einem Ford V8 Pilot bewiesen, so wendete er sich nun verstärkt den Bergrennen zu, da dort die Starterfelder übersichtlicher sind und die Rennen auch mit Formel-Wagen bestritten werden.

Daher erwarb er zunächst einen Cooper-Formel-3-Rennwagen, dessen 500-cm3-Motor er schnell durch einen 1000-cm3-JAP-Motorradmotor ersetzte, schließlich einen Zweiliter-Formel-ERA, wobei er mit beiden Modellen schon 1950 erste Klassensiege verbuchen konnte.

Bereits im Folgejahr errang er zum ersten Mal den Titel eines RAC-Bergmeisters, den er auch in den folgenden drei Jahren erfolgreich verteidigen sollte. Dies sollte auch seine eigentliche Domäne bleiben, aber sein eigentliches Ziel verlor er nicht aus den Augen.

Einsätze als Werksfahrer

Folgerichtig wurde er auch als Werksfahrer für Frazer-Nash und Jaguar bei Langstrecken-, Sportwagen- und Formel-1-Rennen eingesetzt. Später erlebte man ihn auch auf B.R.M. und Vanwall in der Formel 1. Insgesamt bestritt er in der so genannten „Königsklasse“ des Motorsports zwischen 1952 und 1955 15 Rennen. Gleich seine erste Saison war allerdings auch die erfolgreichste, als er sich mit dem Frazer-Nash-Bristol beim Grand Prix der Schweiz in Bremgarten einen vierten Platz erkämpfte. Dies sollten seine einzigen Wertungspunkte bleiben, da in den Jahren der Ferrari-Dominanz in der Regel nur vierte und fünfte Plätze zu holen waren.

Bei Sportwagenrennen, wie dem „August Bank Holiday Saturday“ in Boreham im selben Jahr auf einem Frazer Nash MkII Le Mans Replica im selben Jahr oder zwei Jahr später als Werksfahrer bei dem 12-Stunden-Rennen von Reims auf einem Jaguar D-Type sah man ihn jedoch wieder als Sieger.

Die Legende von Goodwood

1954 gelang ihm auch sein erfolgreichstes Jahr mit einem Grand-Prix-Wagen. Bei dem nicht zur Weltmeisterschaft zählenden berühmten Rennen im Easter-Monday-Goodwood-Meeting gelang ihm auf dem kapriziösen B.R.M. Type 15 mit kompressorgeladenem 1,5 Liter V16-Aggregat ein von der Startlinie an heißerkämpfter Sieg gegen seinen Erzrivalen Roy Salvadori, der einen eigentlich überlegenen Maserati steuerte. Lediglich der bessere Start und das konsequente Blockieren hielten Ken vor seinem Gegner, der den in Kurven deutlich langsameren B.R.M., der ihm aufgrund seiner Breite auch noch die Ideallinie sichtmäßig versperrte, nicht überholen konnte. Wharton fuhr konsequent Kampflinie, was ihm noch durch den Umstand erleichtert wurde, dass sein Monoposto permanent Öl spuckte, welches sich auf der Windschutzscheibe und der Brille seines Verfolgers niederschlug. Salvadori verlor die Nerven, fuchtelte wild mit den Armen und versuchte in einer Verzweifelungstat während der 19. Runde in der Lavant-Kurve innen reinzustechen – die Kollision war unvermeidlich. Beide Fahrer konnten zwar nach dem Dreher weiterfahren, aber Roy musste mit einem Kupplungsschaden aufgeben, während Ken Wharton das Rennen gewann. „Ken war einer der allerhärtesten Fahrer, ich hätte es besser wissen müssen …“, urteilte Roy Salvadori im Rückblick dazu.

Der Rennfahrertod

Nach vielversprechenden Einsätzen auf einem Sportwagen von Ferrari 1957 sollte er sich auch bei einem Rennen im neuseeländischen Ardmore versuchen. Dort trug ihn der Ferrari nach einem Drift auf eine Rasenfläche, wo die Bremsen des Boliden unwirksam wurden. Seitlich prallte der Wagen gegen die Streckenbegrenzung, wobei Ken Wharton auf der Stelle getötet wurde.

Dank seines Kampfgeistes war Wharton bei den Briten zeitweilig sehr populär und galt als einer der vielseitigsten Fahrer seiner Zeit. Mangelndes Talent machte er anfangs durch Begeisterung und Einsatz weg, erst in den späteren Jahren pflegte er einen ökonomischen Fahrstil.

Le-Mans-Ergebnisse

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1953 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Automobiles Frazer Nash Ltd. Frazer Nash Le Mans Touring Coupé Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Laurence Mitchell Rang 13
1954 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jaguar Cars Ltd. Jaguar D-Type Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Peter Whitehead Ausfall Getriebeschaden
1956 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jaguar Cars Ltd. Jaguar D-Type Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jack Fairman Ausfall Unfall

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Нужно сделать НИР?

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Ken Wharton — Former F1 driver Name = Ken Wharton Nationality = flagicon|UK British Years = F1|1952 F1|1955 Team(s) = privateer Frazer Nash Cooper, BRM, Vanwall Races = 16 (15 starts) Championships = 0 Wins = 0 Podiums = 0 Points = 3 Poles = 0 Fastest laps = 0 …   Wikipedia

  • Wharton — most often refers to the Wharton School of the University of Pennsylvania.Other uses of the name may include:Places*Wharton, Cheshire, England *Wharton, New Jersey *Wharton, Ohio *Wharton, Texas *Wharton, West Virginia *Wharton Township,… …   Wikipedia

  • Wharton — ist der Familienname folgender Personen: Arthur Wharton (1865–1930), britischer Fußballspieler Charles S. Wharton (1875–1939), US amerikanischer Politiker Clifton R. Wharton junior (* 1926), US amerikanischer Unternehmer, Wirtschaftsmanager und… …   Deutsch Wikipedia

  • Ken (Vorname) — Ken ist ein männlicher Vorname, der vor allem im englischen Sprachraum verbreitet ist. Er bildet die Kurzform des Vornamens Kenneth. Daneben gibt es die japanischen Namen Kenichi, welche als Ken im lateinischen Alphabet ausgeschrieben werden.… …   Deutsch Wikipedia

  • Ken'ichi Omae — Ken ichi Ōmae Ken ichi Ōmae ou Kenichi Ohmae (né en 1943 sur l’île de Kyūshū, au sud du Japon) est l’un des plus grands spécialistes mondiaux de stratégie économique des entreprises. Connu sous le surnom de Mr. Strategy [1], il fait ses études à… …   Wikipédia en Français

  • Ken'ichi Ōmae — ou Kenichi Ohmae (né en 1943 sur l’île de Kyūshū, au sud du Japon) est l’un des plus grands spécialistes mondiaux de stratégie économique des entreprises. Sommaire 1 Formation 2 Travaux 3 Vie familiale …   Wikipédia en Français

  • Ken Dodd — Infobox Comedian name = Ken Dodd image size = caption = Ken Dodd in December 2007 birth name = Kenneth Arthur Dodd birth date = birth date and age|1927|11|8|df=yes birth place = Knotty Ash, Liverpool, Lancashire, England medium = Stand up… …   Wikipedia

  • Ken'ichi Omae — Ohmae Kenichi (jap. 大前 研一 Ōmae Ken ichi; * 1943) ist ein japanischer Unternehmensberater und Autor von mehr als 140 Büchern über Management und gesellschaftspolitische Themen. Er ist ein Vertreter des Neoliberalismus.[1] Inhaltsverzeichnis 1… …   Deutsch Wikipedia

  • Alex Wharton — Infobox Person name = Alex Wharton image size = caption = birth date = 1939 birth place = death date = death place = other names = known for = occupation = nationality =Persondata NAME=Wharton, Alex ALTERNATIVE NAMES= SHORT DESCRIPTION=later also …   Wikipedia

  • Ōmae Ken'ichi — Ohmae Kenichi (jap. 大前 研一 Ōmae Ken ichi; * 1943) ist ein japanischer Unternehmensberater und Autor von mehr als 140 Büchern über Management und gesellschaftspolitische Themen. Er ist ein Vertreter des Neoliberalismus.[1] Inhaltsverzeichnis 1… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”