Kelly GmbH

Kelly GmbH
Kelly
Unternehmensform GmbH
Gründung 1955
Unternehmenssitz Wien
Mitarbeiter 409
Umsatz 106,4 Mio. Euro
Branche Lebens- bzw. Genussmittel
Produkte

Knabbergebäck

Website

www.kelly.at

Die Kelly GmbH ist ein österreichischer Hersteller von Knabbergebäck, der mit den Markennamen Kelly's und Soletti am Markt auftritt.

Inhaltsverzeichnis

Unternehmensgeschichte

Im Nachkriegs-Österreich von 1955 gründete der US-Amerikaner und - aufgrund des staatsvertragsbedingten Abzugs der US-Armee ehemalige - Major Howard Morse Kelly gemeinsam mit dem Österreicher Herbert Rast die „American Popcorn Company“. Die Produkte fanden guten Absatz, und aus den 80.000 Schilling Jahresumsatz im ersten Jahr wurden schnell mehr. 1965 wurde das Unternehmen dann in Kelly Ges.m.b.H. umbenannt und im selben Jahr vom deutschen Unternehmen Bahlsen übernommen.

1976 erwarb das Unternehmen die Hollabrunner Chips-Produktion, und in weiterer Folge 1985 auch die Feldbacher Backwarenfabrik, welche sich durch Zwieback-Produktion einen Namen gemacht hatte. Diese wurde zur größten Backstraße für Salzstangen (Soletti) in Europa ausgebaut. Zusätzlich wurde eine Nussverarbeitungsfirma aufgekauft.

1994 übergibt Herbert Rast nach fast 40 Jahren Geschäftsführung diese an Dr. Wolfgang Hötschl. Unter seiner Leitung wird im Frühjahr 1997 ein modernes Logistik- und Verwaltungszentrum am heutigen 58.000 m² großen Standort im Industriezentrum Nord in Wien-Donaustadt eröffnet. Dieses wurde als Drehscheibe für Österreich und dessen Nachbarländer konzipiert, weshalb seither auch die Expansion verstärkt vorangetrieben wird.

2003 übersiedelte die Kartoffelchips-Produktion von Hollabrunn in die Donaustädter Produktionshallen, da eine Expansion am alten Standort nicht mehr möglich war, und Synergieeffekte erzielt werden konnten. 37 der ehemals 99 Hollabrunner Mitarbeiter nahmen das Angebot einer Mitübersiedelung an den neuen Standort an, die restlichen benötigten Mitarbeiter wurden neu aufgenommen.

Zur internationalen Expansion, vor allem in den mittel- und osteuropäischen Ländern, wurde 2005 eine Chips-Fabrik in Zavidovici in Bosnien übernommen. Mittlerweile ist Bosnien mit einem Umsatz von 9,5 Millionen Euro Kellys größter Auslandsmarkt.

Kelly gehörte bis zu deren Spaltung zur Bahlsen Gruppe aus Hannover. Im Jahr 1999 kam es zu einer (dritten) Teilung des Unternehmens zwischen den drei Eignern, bei der Werner Michael Bahlsen die Leitung des Bereichs „Süß“ in Hannover und die Fortführung der Marke „Bahlsen“ übertragen wurde. Sein Bruder Lorenz Bahlsen übernahm den Bereich „Snack“ in Neu-Isenburg bei Frankfurt am Main, wobei er sich zur Aufgabe des Markennamens bis 2006 verpflichtete. Der ehemalige Bahlsen-Snack Bereich heißt heute Lorenz Snack-World. Der Ehemann der ein Jahr zuvor verstorbenen Bahlsen-Schwester Andrea, Gisbert von Nordeck, bekam u.a. die Geschäftsbereiche der österreichischen Kelly- und der Schweizer Wernli-Marken zugesprochen.

2007 wurde Kelly´s von dem Unternehmen Intersnack aus Köln übernommen. Zu diesem Zeitpunkt war die Kelly GmbH zu 62,4 % im Besitz der v. Nordeck International Holding AG, zu 25,1 % der Raiffeisen Ware Austria (welche wiederum zu 50 % im Besitz der bayerischen Landwirtschaftsbank BayWa ist) und zu 10 % von Josef Wolfgang Zach und zu 2,5 % von Maria Elisabeth Zach. Das Ehepaar Zach hatte sich einige Jahren zuvor mit der Marke Soletti in die Kelly-Gruppe eingebracht. Alle Anteilseigner verkauften im Juli 2007 ihre Anteile an Intersnack. Der Kaufpreis für den mit einem Anteil von etwa 30 Prozent (2007) unumstrittenen österreichischen Marktführer Kelly liegt bei 84 Mio. Euro. Dies errechnet sich aus einer Ad-hoc-Mitteilung der BayWa anlässlich des Verkaufs ihres Anteilspakets.

Zahlen und Fakten (2006)

  • Mitarbeiter: 409
  • Absatz: 26.280 t
  • Umsatz: 106,4 Mio. €
  • Marktanteile in Österreich (nach Eigenangaben[1]):

Exportgeschäft

Das Exportgeschäft nimmt jährlich an Wichtigkeit für Kelly zu. Inzwischen trägt der Auslandsumsatz 34 % zum Gesamtumsatz bei. Dies ist beabsichtigt und Teil der ambitionierten Expansionspläne. Erkenntlich ist dies auch am Kartoffelverbrauch. Wurden im Jahr 1999 noch 17.000 Tonnen Kartoffeln verarbeitet, so waren 2004 rund 28.000 Tonnen vonnöten. Zurückzuführen ist dies zum allergrößten Teil auf das Exportgeschäft. 2005 wurden in etwa pro Tag 90 Tonnen Kartoffeln für die Chips-Produktion verarbeitet.

  • Exporte 2001: 4.800 t
  • Exporte 2002: 6.800 t
  • Exporte 2003: 8.200 t (+ 20 %)
  • Exporte 2005: 8.244 t
  • Exporte 2006: 8.901 t (34 % der Produktion)
  • Exporterlöse 2001: 17,6 Mio. €
  • Exporterlöse 2002: 27,0 Mio. €
  • Exporterlöse 2003 (HR): 34,0 Mio. € (+ 25 %)

Standorte

Kelly verfügt über drei Standorte in Wien-Donaustadt, Feldbach und in Zavidovici in Bosnien.

Am Hauptstandort in Donaustadt werden neben der Kommissionierung und Verteilung der gesamten von Kelly erzeugten Ware auch Extruderprodukte, Popcorn und Kartoffelchips erzeugt. Insgesamt sind am Donaustädter Standort 210 Personen beschäftigt, 50 davon in der Produktion.

Marken

Mit „Kelly's“ (Chips und verwandte Produkte) und „Soletti“ hat die Kelly GmbH zwei bekannte und beliebte Marken als Zugpferde. „Soletti“ hat am Heimmarkt Österreich eine Bekanntheit von 95 % und hält laut Erhebungen von ACNielsen den 4. Rang in der Beliebtheitswertung von Marken der österreichischen Nahrungs- und Genussmittelbranche. „Kelly's“ hält in dieser Studie sogar den 2. Rang.

Produkte und Rohstoffherkunft

Erzeugt werden allerlei Sorten von Kartoffelchips und Laugengebäck. Auch diverse Popcornsorten, sowohl zum sofortigen Verzehr, als auch zum zu Hause selber machen, gehören zum Sortiment. Produktinventionen wie z.B. das „Kelly's Airpack“ für Chips, oder „Soletti SuperSize“ sorgten nach deren Markteinführung für einen dauerhaften Umsatzanstieg um über 20 % und Rückgewinne am Marktanteil, der durch starke Konkurrenz und Diskontanbieter ständig in Bedrängnis ist.

Kelly strebt in allen Märkten die „Qualitätsführerschaft“ an. Nicht zuletzt deshalb werden bevorzugt österreichische Rohstoffe verwendet. So stammen rund zwei Drittel sämtlicher benötigter Kartoffel allein aus dem Wiener Marchfeld. Seit 2002 hat Kelly seine Kartoffelzulieferer auch unter Vertrag genommen. Den rund 180 Vertragsbauern werden nun vertraglich geregelte Abnahmemengen und Preise zugesichert. Zudem werden die Bauern auch zum langfristigen Umstieg auf Chips-Kartoffelanbau ermutigt, da Kelly am Standort in Wien-Donaustadt die Produktionsmengen aufgrund der stark vorangetriebenen Vertriebsexpansion jährlich teils massiv erhöht, und dem selbstauferlegten Prinzip der österreichischen Herkunft schließlich nachgekommen werden soll. Dabei ist es natürlich von Vorteil, die Bauern gleich in der Nähe zu haben.

Einzelnachweise

  1. Kelly GmbH 2006 – Zahlen

Weblinks


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