Kaspar Wetli

Kaspar Wetli
Kaspar Wetli

Kaspar Wetli (* 1. September 1822 in Allenberg (Gemeinde Männedorf); † 30. März 1889) war ein Schweizer Ingenieur.

Wetli absolvierte ein Ingenieursstudium und immatrikulierte sich mit der Nummer 820 an der Universität in Zürich. Er wurde in der Folge Zürcher Kantonsingenieur und war dort für den Strassenbau zuständig. Seine der Nachwelt bekanntesten Erfolge erzielte er aber im Eisenbahnbau. So war er Initiator der rechten Zürichseelinie der Schweizerische Nordostbahn. Als die Gemeinde Wädenswil beabsichtigte, eine Strasse zum Wallfahrtsort Einsiedeln zu bauen, wandte sie sich an Kaspar Wetli als zuständigen Ingenieur. Dieser brachte auch Erfahrung im Eisenbahnbau mit und legte den Grundstein für die Wädenswil-Einsiedeln-Bahn, welche mit dem von ihm entwickelten Walzenradsystem Wetli betrieben werden sollte, um die Steilrampe von 5 % besser bewältigen zu können. (Die Eisenbahnlinie Wädenswil-Einsiedeln besteht noch heute und ist trotz der Steigung bzw. des Gefälles eine reine Adhäsionsbahn.) Das Walzenradsystem wurde von Experten des Polytechnikums in Zürich im Jahre 1869 wohlwollend beurteilt und die Vorteile gegenüber anderen Systemen hervorgehoben. Nach dem Bau einer Versuchsstrecke 1874 wurde bis 1876 die Strecke nach Einsiedeln fertiggestellt. Bei den ersten Probefahrten wurde ein Aufsteigen der Walze beobachtet und Wetli ordnete verschiedene Nacharbeiten an. Nachdem aber bei der offiziellen Probefahrt am 30. November 1876 - je nach Quelle - das Walzenrad wieder aufstieg [1] oder aber "nach einigen Störungen im Eingriff" ohne das Walzensystem zu Tal gefahren wurde [2][3] und der Versuchszug oberhalb von Wädenswil durchgebrannt war, hatte das System keine Chance mehr.

Daneben war Wetli auch noch Oberingenieur der Glattalbahn der Vereinigten Schweizerbahnen (VSB; nicht zu verwechseln mit der heute im Bau befindlichen Glattalbahn) und bei den Studien zur nie realisierten Lukmanierbahn beteiligt.

Er war auch dafür verantwortlich, dass der Orthogonalplanimeter verbessert wurde. Die von ihm verbesserte Bauart wird als Orthogonalplanimeter-Bauart Wetli-Hansen bezeichnet.

Quellen

  1. Hefti Walter, Unkonventionelle Bergbahnen. Birkhäuser, Basel und Stuttgart, 1978, ISBN 3-7643-1005-7
  2. Oswald Gerhard und Michel Kaspar, Die Südostbahn, Orell Füssli, Zürich, 1991, ISBN 3-280-02048-4
  3. Moser Alfred, Der Dampfbetrieb der schweizerischen Eisenbahnen 1847-1966. Birkhäuser, Basel und Stuttgart, 1967, keine ISBN

Weblinks


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