Kanton Schwyz


Kanton Schwyz
Kanton Schwyz
Wappen
Wappen
Basisdaten
Staat: Schweiz
Amtssprache: Deutsch
Hauptort: Schwyz
Grösster Ort: Freienbach
Beitritt zum Bund: 1291
Kürzel/Kontrollschild: SZ
ISO 3166-2: CH-SZ
Fläche: 908 km²
Einwohner: 144'600[1] (31. Dezember 2009)
Bevölkerungsdichte: 159 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 18,6 %[2] (April 2011)
Arbeitslosenquote: 1,3 %[3] (Juli 2011)
Website: www.sz.ch
Lage des Kantons in der Schweiz
Lage des Kantons in der Schweiz
Karte des Kantons
Karte des Kantons
Gemeinden des Kantons
Gemeinden des Kantons

Schwyz [ʃviːts] (französisch Schwytz[4] oder Schwyz, italienisch Svitto, rätoromanisch Sviz) ist ein deutschsprachiger Kanton der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Der Hauptort ist Schwyz.

Inhaltsverzeichnis

Name

Benannt ist der Kanton nach seinem Hauptort Schwyz.

Da der Kanton Schwyz der wichtigste der drei Schweizer Urkantone war, wurde sein Name bald auf die gesamte Eidgenossenschaft verallgemeinert. Die ins Mittelhochdeutsche übertragene Form Schweiz (mit dem typisch nicht-alemannischen Diphthong) wurde in der Folge im gesamten deutschen Sprachraum als Bezeichnung des Staates üblich; die einheimische Form (ohne Diphthong) wurde hingegen als Suisse ins Französische übernommen. Die Schwyzer- und die Schweizerfahne sind dagegen unabhängig voneinander entstanden.

Geographie

Der Kanton Schwyz liegt in der Zentralschweiz, zwischen Zugersee, Vierwaldstättersee und Zürichsee und grenzt an die sieben Kantone Uri, Glarus, St. Gallen, Zürich, Zug, Luzern und Nidwalden. Er gehört grösstenteils zu den Schwyzer Voralpen, einem Teil der Zentralschweizer Voralpen. Ein kleiner Teil im Südosten gehört mit u. a. dem höchsten Berg, dem Grisset bzw. Guete Fulen, 2'721 m hoch, zu den Glarner Alpen.

Bevölkerung

Die im Kantonsgebiet gesprochenen deutschen Mundarten gehören mit Ausnahme des Bezirks Höfe, in dem Zürichdeutsch gesprochen wird, dem Höchstalemannischen an.

Religionen – Konfessionen

Religionen im Kanton Schwyz

Bevölkerungsanteil nach Religionszugehörigkeit
nach der Eidgenössischen Volkszählung 2000[5]
Religionsgemeinschaft absolut in Prozent
Römisch-katholisch 92'868 72,20 %
Evangelisch-reformiert 15'140 11,80 %
Konfessionslos 6331 4,90 %
Islamische Gemeinschaften 5598 4,35 %
ohne Angabe 3752 2,92 %
Orthodox 2758 2,14 %
Evangelische Freikirchen 724 0,56 %
Hinduistische Vereinigungen 429 0,33 %
Neuapostolische Kirche 343 0,27 %
Buddhistische Vereinigungen 272 0,21 %
Zeugen Jehovas 177 0,14 %
Andere christliche Gemeinschaften 136 0,11 %
übrige Religionsgemeinschaften 62 0,05 %
Jüdische Gemeinschaft 51 0,04 %
Christkatholische Kirche 46 0,04 %
Evangelisch-methodistische Kirche 17 0,01 %
Wohnbevölkerung 128'704 100,00 %

Mit 72 Prozent ist die römisch-katholische Kirche die grösste Konfession im Kanton Schwyz. Der Kanton Schwyz gehörte zu den fünf inneren katholischen Berg-Kantonen, die an den zwei Kappeler Kriegen teilnahmen. Infolge des zweiten Kappeler Landfriedens durften im Kanton Schwyz keine Angehörige anderer Konfession wohnen. Erst die Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 12. September 1848 garantierte die Religions- und Niederlassungsfreiheit. Mit der «Verfassung des eidgenössischen Standes Schwyz» vom 11. Juni 1876 wurde die vollständige Religionsfreiheit, auch für nichtchristliche Religionen, eingeführt.
Die katholische Kirche blieb bis 1957 einzige anerkannte Religionsgemeinschaft (Staatskirche) für den Kanton Schwyz. Am 27. September 1992 stimmten die Bürger des Kantons Schwyz einer Neuordnung des Verhältnisses zwischen Kirchen und Staat zu. Sie sprachen sich damit für eine Aufgabenentflechtung und die Schaffung zweier konfessionsgebundener Kantonalkirchen aus. Diese wie auch die Kirchgemeinden sind in finanz- wie steuerrechtlicher Hinsicht vom Kanton und von den Gemeinden unabhängig.

Römisch-katholische Kirche

Die römisch-katholische Kirche ist die zahlenmässig grösste Konfessionsgemeinschaft im Kanton Schwyz. Die römisch-katholische Kantonalkirche Schwyz wurde 1998 gegründet. Sie gehört zum Bistum Chur.
Grosse Ausstrahlungskraft hat das Benediktinerkloster Einsiedeln.

Evangelisch-reformierte Kirche

Heute leben circa 15'000 Reformierte im Kanton Schwyz, das entspricht etwa zwölf Prozent der Bevölkerung. 15,9 Prozent sind es im an Zürich orientierten Ausserschwyz, das schon um 1830 erste Reformierte ansiedeln liess. In Innerschwyz sind nur 7,7 Prozent der Bevölkerung reformiert. Die erste evangelisch-reformierte Kirchgemeinde wurde 1868 im Bezirk March gegründet. Die Kirche von Siebnen wurde 1878 eingeweiht. 1886 wurde der erste reformierte Pfarrer in Brunnen angestellt. Diese Entwicklung wurde massgeblich durch den protestantisch-kirchlichen Hilfsverein des Kantons Zürich unterstützt, der seine Aufgabe in der Förderung des evangelischen Glaubenslebens in der Diaspora sah.

Die Anerkennung der sechs evangelisch-reformierten Kirchgemeinden als öffentlich-rechtliche Körperschaft mit dem Recht Steuern einzuziehen erfolgte mit dem Kantonsratsbeschluss vom Oktober 1957. Die Gründung einer evangelisch-reformierten Kantonalkirche erfolgte 1998. Die evangelisch-reformierte Kantonalkirche Schwyz umfasst sechs evangelisch-reformierte Kirchgemeinden.

Freikirchen und andere christliche Gemeinschaften

Gründung

  • Neuapostolische Kirche Lachen, 1931
  • Neuapostolische Kirche Immensee, 1961
  • FEG Lachen, 1979
  • FEG Höfe Wilen, 1977
  • FEG Einsiedeln, 1987
  • Chrischona Arth-Goldau, 1984
  • Chrischona Brunnen-Schwyz, 1986
  • FEG Siebnen, 1994
  • ICF Wollerau 2011

Verfassung und Politik

Die gegenwärtige Kantonsverfassung datiert vom 24. November 2010 und ist in der Volksabstimmung vom 15. Mai 2011 angenommen worden. Sie löste die bisherige, vielfach geänderte Verfassung von 1898 ab.

Legislative

Gesetzgebende Behörde ist der Kantonsrat mit 100 Mitgliedern. Diese werden vom Volk gemäss Verhältniswahlrecht fest auf vier Jahre gewählt, wobei jede Gemeinde einen Wahlkreis bildet.

Verfassungsänderungen, Gesetzeserlasse bzw. -änderungen sowie Ausgabenbeschlüsse über einmalige Ausgaben von mehr als 5 Millionen Franken bzw. jährlich wiederkehrende Ausgaben von mehr als 500'000 Franken, die mit weniger als drei Viertel der an der Schlussabstimmung teilnehmenden Kantonsräte angenommen worden sind, unterliegen zwingend der Volksabstimmung (obligatorisches Referendum), die übrigen Gesetzeserlasse und -änderungen dann, wenn es von 1000 Stimmberechtigten verlangt wird (fakultatives Referendum). Das Volk kann selbst Verfassungs- und Gesetzesänderungen vorschlagen, wenn 2000 Wahlberechtigte einen dahingehenden Vorschlag unterstützen (Volksinitiative).

Bei den Wahlen zum Kantonsrat erhielten die Parteien folgende Sitzzahlen:

Sitzverteilung Schwyz 2008.svg
Partei 1996 2000 2004 2008
SVP 12 20 27 41
CVP 46 43 34 29
FDP 29 26 24 21
SP 11 11 15 9

Bundesversammlung: Der Kanton Schwyz entsendet zwei Vertreter in den Ständerat und vier Vertreter in den Nationalrat.

Exekutive

Vollziehende Behörde ist der Regierungsrat, dessen sieben Mitgliedern direkt vom Volk gemäss Mehrheitswahlrecht fest auf vier Jahre gewählt werden. Den Vorsitz hat der Landammann auf zwei Jahre inne, sein Stellvertreter ist der Landesstatthalter.

Gemäss den Wahlen von 2008 stellt die CVP 3, die SVP 2, die SP 1 und die FDP ebenfalls 1 Regierungsrat. Nach dem Rücktritt von Lorenz Bösch und Landammann Georg Hess, kam es 2010 zu Ersatzwahlen. Im zweiten Wahlgang gewannen Othmar Reichmuth (CVP) und Kaspar Michel (FDP) die freiwerdenden Sitze. Die CVP verlor damit einen Regierungsratssitz an die FDP. Seit dem 1. Oktober 2010 stellt die CVP 2, die FDP 2, die SVP 2 und die SP 1 Regierungsrat. Für den Rest der Legislaturperiode 2010–2012 ist Armin Hüppin Landammann und Peter Reuteler Statthalter.

Der Regierungsrat hat die Vollzugsverordnung über die Aufgaben und die Gliederung der Departemente und der Staatskanzlei revidiert und auf den 1. Juli 2008 in Kraft gesetzt. Am 28. März 2007 hatte der Kantonsrat einer Änderung der Organisationsverordnung zugestimmt und damit den Weg für eine neue Departementsstruktur freigemacht.

Departemente

Departement Regierungsrat Partei
Departement des Innern Landammann Armin Hüppin SP
Volkswirtschaftsdepartement Kurt Zibung CVP
Bildungsdepartement Walter Stählin SVP
Sicherheitsdepartement Statthalter Peter Reuteler FDP
Finanzdepartement Kaspar Michel FDP
Baudepartement Othmar Reichmuth CVP
Umweltdepartement Andreas Barraud SVP

Departemente bis Juni 2008

  • Departement des Innern
  • Volkswirtschaftsdepartement
  • Erziehungsdepartement
  • Justizdepartement
  • Militär- und Polizeidepartement
  • Finanzdepartement
  • Baudepartement

Judikative

In zweiter Rechtsinstanz gibt es auf kantonaler Ebene das Kantonsgericht und das Verwaltungsgericht. Erste Rechtsinstanz bilden die Bezirksgerichte, das Kantonale Straf- und Jugendgericht sowie das Zwangsmassnahmengericht. Den Bezirksgerichten vorgeschaltet sind die auf kommunaler Ebene angesiedelten Vermittler (in anderen Kantonen Friedensrichter genannt).

Gemeinden, Bezirke und Korporationen

Im Kanton Schwyz sind sowohl die Gemeinden wie, anders als in den meisten anderen Schweizer Kantonen, die Bezirke autonome Selbstverwaltungseinheiten. Während die Gemeinden aber auch einen eigenen, vom Kanton unabhängigen Wirkungskreis haben, erfüllen die Bezirke nur solche Aufgaben, die ihnen das kantonale Recht überträgt. Sowohl Gemeinden wie Bezirken kommt das Besteuerungsrecht zu; sie setzen die Höhe ihrer Steuern selbst fest.

Durch die Verfassung öffentlichrechtlich anerkannt sind überdies die römisch-katholischen und die evangelisch-reformierten Kirchgemeinden, die sich je innerhalb der jeweiligen Kantonalkirche formieren.

Die altherkommenen Korporationen sind ebenfalls öffentlich-rechtlich anerkannt. Bürgergemeinden hingegen gibt es im Kanton Schwyz, im Gegensatz zu vielen anderen Kantonen, nicht.

Wirtschaft

Am Volkseinkommen der Schweiz ist der Kanton mit einem Anteil von 1,9 Prozent beteiligt, seine Finanzkraft liegt nur einige Prozent unter dem gesamtschweizerischen Durchschnitt.

Geschichte

Städte und Orte

Bezirkswappen des Kantons Schwyz; Schwyz, Gersau, March, Einsiedeln, Küssnacht und Höfe

Nachfolgend aufgelistet sind die grössten Gemeinden per 31. Dezember 2009:[1]

Ort Einwohner
Freienbach 15'457
Schwyz 14'234
Einsiedeln 14'173
Küssnacht 12'126
Arth 10'549
Ingenbohl 8289
Schübelbach 8286
Lachen 7579
Wollerau 6960
Altendorf 5979

Bezirke

Bezirke des Kantons Schwyz

Der Kanton Schwyz unterteilt sich in 6 Bezirke und 30 Gemeinden, wobei die Bezirke Einsiedeln, Küssnacht und Gersau jeweils nur aus der gleichnamigen Gemeinde bestehen.

Bezirk Einwohner Gemeinden
Schwyz 51'044 Schwyz, Arth, Ingenbohl, Muotathal, Steinen, Sattel, Rothenthurm, Oberiberg, Unteriberg, Lauerz, Steinerberg, Morschach, Alpthal, Illgau, Riemenstalden
Einsiedeln 14'173 Einsiedeln
Gersau 2040 Gersau
Höfe 27'137 Wollerau, Freienbach, Feusisberg
Küssnacht 12'126 Küssnacht
March 38'080 Lachen, Altendorf, Galgenen, Vorderthal, Innerthal, Schübelbach, Tuggen, Wangen, Reichenburg

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Kanton Schwyz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Kanton Schwyz – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. a b Wohnbevölkerung im Kanton Schwyz per 31.12.2009 (PDF), Volkswirtschaftsdepartement, Amt für Wirtschaft, 16. Februar 2010
  2. Bestand der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung nach Wohnkanton und Ausländergruppe Ende April 2011 (PDF), Bundesamt für Migration (BFM), abgerufen am 31. August 2011
  3. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt – Juli 2011 (PDF), Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), Pressedokumentation, abgerufen am 31. August 2011
  4. Die Schreibweise mit tz wird vom Guide du Typographe romand verwendet und ist dementsprechend häufig anzutreffen.
  5. Bundesamt für Statistik: Volkszählung 2000

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