Joni Mitchell


Joni Mitchell
Joni Mitchell (2004)

Joni Mitchell, CC (* 7. November 1943 in Fort Macleod, Alberta/Kanada; als Roberta Joan Anderson) ist eine kanadische Musikerin und Malerin. Neben Carole King und Laura Nyro gehört sie zu den bedeutendsten Singer-Songwritern der ersten Generation. Sie begleitet sich selbst auf Gitarre oder Piano, in den frühen Siebzigern gelegentlich auch auf dem Dulcimer.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Joni Mitchell wuchs in einer kanadischen Kleinstadt auf. Bereits hier hatten die Lieder von Pete Seeger einen großen Einfluss auf sie. Nach dem Abitur begann sie in Toronto ein Kunststudium, das sie jedoch abbrach, nachdem sie schwanger geworden war. Vor ihrer konservativen Familie verheimlichte sie die Schwangerschaft und gab das Kind zur Adoption frei. 1965 lernte Mitchell ihren künftigen Ehemann Chuck Mitchell kennen, mit dem sie nach Detroit in die USA zog, wo sie gemeinsam Musik machten. Das junge Ehepaar blieb jedoch nicht lange zusammen, und in der Zeit der Trennung schrieb sie ihre ersten Lieder. 1968 wurde die Ehe geschieden.[1]

Die Künstlerin ging nach New York und wurde mit ihren Songs schnell zu einem Insidertipp in der dortigen Clubszene, die in den 1960er Jahren in Greenwich Village der Nabel der Folkmusik war. David Crosby, der die Byrds verlassen hatte und später Crosby, Stills, Nash and Young angehören sollte, bot sich an, ihr erstes Album zu produzieren, welches 1968 erschien. Nun begann sich ihr Bekanntheitsgrad auf die gesamten Vereinigten Staaten auszuweiten, und in der Folkszene errang sie schnell einen Kultstatus, der bis heute anhält.

1969 wurde sie eingeladen, auf dem legendären Festival in Woodstock aufzutreten, konnte das Festivalgelände jedoch aufgrund des enormen Andrangs nicht erreichen. Aufgewühlt von der Energie, die von diesem Festival auf die gesamte Generation ausging, schrieb sie mit dem Song Woodstock die Hymne auf das Festival, und Crosby, Stills, Nash and Young hatten mit diesem Lied einen großen Hit. Joni Mitchell beeinflusste selbst auch andere Musiker: So landete die schottische Rockband Nazareth 1974 einen Single-Hit mit einer Coverversion ihres Songs This Flight Tonight vom Album Blue. Für Judy Collins schrieb sie 1967 den Hit Both Sides Now, den sie später (1968) auch selbst mit Gitarren-Begleitung sang (Album Clouds).

Joni Mitchell ist bis heute als Liedermacherin tätig, aber die Einflüsse auf ihre Musik sind nicht nur Folkmusik, sondern ab etwa Mitte der 1970er Jahre auch Jazzeinflüsse (z.B. Jaco Pastorius auf Hejira oder das Tribut-Album Mingus für Charles Mingus). 1976 war sie beim The Last Waltz, dem Abschiedskonzert von The Band, mit ihrem Lied Coyote dabei. In den 1980er Jahren kamen Einflüsse aus der elektronischen Musik und Rockmusik hinzu (zum Beispiel mit Thomas Dolby).

Ein nicht unumstrittener Abschnitt ihrer Karriere sollte das Doppelalbum Travelogue werden, welches inspiriert von den Ereignissen des Terrorangriffes vom 11. September 2001 eine Sammlung der Lieder aus drei Jahrzehnten enthält. Begleitet wurde Joni Mitchell bei den Aufnahmen von einem 70-köpfigen Orchester und Jazzmusikern wie Herbie Hancock oder Wayne Shorter. Das Album erschien im Oktober 2002, und Joni Mitchell verkündete, das sei ihr letztes Album und sie sei der Musikindustrie müde. Sie wollte sich nun voll und ganz der Malerei widmen, die sie zeit ihres Lebens nicht aus den Augen verloren hatte. Entgegen diesen Ankündigungen nahm Joni Mitchell Anfang 2007 das Album Shine mit fast vollständig neuem Material auf, das im Herbst 2007 erschien und musikalisch eine Wiederannäherung an die eigenen musikalischen Wurzeln bedeute.

Auszeichnungen

Drei von Joni Mitchells Alben wurden mit einem Grammy ausgezeichnet.

1996 erhielt sie den Polar Music Prize.

1997 wurde Joni Mitchell in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen[2].

2002 erhielt sie als eine der herausragendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts einen Ehrengrammy für ihr Lebenswerk (Lifetime Achievement Award).

Diskographie

Studioalben

  • 1968 Song to a Seagull (also known as Joni Mitchell)
  • 1969 Clouds – ausgezeichnet mit einem Grammy in der Kategorie "Best Folk Performance"
  • 1970 Ladies of the Canyon
  • 1971 Blue
  • 1972 For the Roses
  • 1974 Court and Spark – ausgezeichnet mit einem Grammy für den Song Down to you in der Kategorie "Best Arrangement Accompanying Vocalists"
  • 1975 The Hissing of Summer Lawns
  • 1976 Hejira
  • 1977 Don Juan's Reckless Daughter
  • 1979 Mingus
  • 1982 Wild Things Run Fast (beim Remaster-Label Mobile Fidelity Sound Lab (MFSL) auch als 24 Karat Gold-CD erschienen)
  • 1985 Dog Eat Dog
  • 1988 Chalk Mark in a Rainstorm
  • 1991 Night Ride Home
  • 1994 Turbulent Indigo
  • 1998 Taming the Tiger
  • 2000 Both Sides Now – ausgezeichnet mit einem Grammy in der Kategorie "Best Traditional Pop Vocal Album"
  • 2002 Travelogue
  • 2007 Shine

Livealben

  • 1974 Miles of Aisles (live)
  • 1980 Shadows and Light (live)

Kompilationen

  • 1972 The World of Joni Mitchell
  • 1996 Hits
  • 1996 Misses
  • 2003 The Complete Geffen Recordings (4-CD-Box aus den Jahren 1982–91)
  • 2004 The Beginning of Survival
  • 2004 Dreamland
  • 2004 Starbucks Artist's Choice
  • 2005 Songs of a Prairie Girl (Remastered)

Singles

  • 1968 „Night in the City“
  • 1969 „Chelsea Morning“
  • 1970 „Big Yellow Taxi“
  • 1971 „Carey“
  • 1972 „You Turn Me On, I'm A Radio“
  • 1974 „Free Man in Paris“
  • 1974 „Help Me“
  • 1975 „Big Yellow Taxi“ (live)
  • 1975 „In France They Kiss On Main Street“
  • 1976 „Coyote“
  • 1977 „Off Night Backstreet“
  • 1979 „The Dry Cleaner from Des Moines“
  • 1980 „Why Do Fools Fall In Love“
  • 1982 „Chinese Cafe / Unchained Melody“
  • 1982 „(You're So Square) Baby, I Don't Care“
  • 1985 „Good Friends“
  • 1988 „My Secret Place“
  • 1988 „Snakes and Ladders“
  • 1991 „Come in from the Cold“
  • 1994 „How Do You Stop“
  • 1996 „Big Yellow Taxi“ (Remix)

DVDs

  • 2001 „Painting With Words And Music"
  • 2003 „Woman Of Heart And Mind: Joni Mitchell: A Life Story"
  • 2004 „Shadows And Light
  • 2005 „Refuge of the Roads"

Einzelnachweise

  1. https://www.mitchellsong.com/bio.php
  2. Rock and Roll Hall of Fame Joni Mitchell in der Rock and Roll Hall of Fame

Literatur

Weblinks

 Commons: Joni Mitchell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Joni Mitchell — Datos generales Nombre real Roberta Joan Anderson Nacimiento …   Wikipedia Español

  • Joni Mitchell — Infobox musical artist Name = Joni Mitchell Img capt = Joni Mitchell holding her guitar. Img size = Landscape = Background = solo singer Birth name = Roberta Joan Anderson Alias = Born = birth date and age|1943|11|7 Died = Origin = Fort Macleod,… …   Wikipedia

  • Joni Mitchell — Pour les articles homonymes, voir Mitchell. Joni Mitchell en 1974 Joni Mitchell, de son vrai nom Roberta Joan Anderson, (7 novembre  …   Wikipédia en Français

  • Joni Mitchell — …   Википедия

  • Joni Mitchell — Roberta Joan Anderson …   Eponyms, nicknames, and geographical games

  • JONI MITCHELL — …   Useful english dictionary

  • Shine (Joni Mitchell album) — Infobox Album Name = Shine Type = Album Artist = Joni Mitchell Background = Orange Released = September 25 2007 Recorded = 2006 2007 Genre = Folk, Jazz, Rock Length = 46:57 Label = Hear MusicUniversal Producer = Joni Mitchell Reviews = *Allmusic… …   Wikipedia

  • Clouds (Joni Mitchell album) — Clouds Studio album by Joni Mitchell Released May 1969 …   Wikipedia

  • Mingus (Joni-Mitchell-Album) — Mingus Studioalbum von Joni Mitchell Veröffentlichung 1979 Label Asylum Records Format …   Deutsch Wikipedia

  • Dog Eat Dog (Joni Mitchell album) — Dog Eat Dog Studio album by Joni Mitchell Released October 1985 Recorded 1984 1985 …   Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.