Jan Heemskerk

Jan Heemskerk
Jan Heemskerk

Jan Heemskerk Azn. (* 30. Juli 1818 in Amsterdam; † 9. Oktober 1897 in Den Haag) war ein liberaler, später konservativer niederländischer Staatsmann. 1874–1877 und 1883–1888 war er Vorsitzender des Ministerrats.

Leben

Nach einer gymnasialen Ausbildung am Atheneum Illustre in Amsterdam studierte er an der Universität Utrecht Rechtswissenschaft und Literaturwissenschaft und schloss beide Fächer 1839 mit der Promotion ab. Anschließend wurde er Rechtsanwalt in Amsterdam.

Heemskerk begann seine politische Karriere als Liberaler, war dann aber der Anführer der gemäßigt konservativen Partei in der Zweiten Kammer der Generalstaaten und wurde 1866-1868 Minister des Innern, musste aber wegen der von dem damaligen Kabinett van Zuylen van Nijevelt in der Luxemburgkrise befolgten Politik abtreten. Er wurde hierauf Mitglied des obersten Gerichtshofs. 1874 wurde er Innenminister und zugleich Vorsitzender des Ministerrats, bis er 1877 die nachgesuchte Entlassung erhielt. Er entwickelte während seines ersten Ministeriums bedeutende administrative Fähigkeiten, und seinen Gegnern trat er stets mit schlagfertiger Dialektik entgegen. Während seines zweiten Ministeriums brachte er das Gesetz über den höheren Unterricht zustande. 1883-1888 war er erneut Innenminister und Kabinettschef. Auch nach dem Wahlsieg der Liberalen 1886 blieb Heemskerk an der Spitze der Regierung und begann eine durchgreifende Verfassungsreform. Nach seinem Rücktritt 1888 lehnte er eine Erhebung in den Adelsstand ab.

1885 wurde ihm der Ehrentitel eines Staatsministers verliehen.

Sein Politikstil wird als pragmatisch beschrieben, seine Lebenshaltung wurde mit der Zeit immer konservativer. Er paarte ruhige Besonnenheit mit mildem Humor.

In literarischer Hinsicht machte er sich durch einige Biographien hervorragender niederländischer Gelehrten und Staatsmänner sowie durch verschiedene juristische Abhandlungen einen Namen, von denen besonders die auf die Verfassungsurkunde sich beziehenden das tiefe Studium wie die außerordentliche Schärfe des Urteils bezeugen.

Siehe auch

Weblinks


Vorgänger Amt Nachfolger
Gerrit de Vries Vorsitzender des Ministerrats der Niederlande
1874-1877
Joannes Kappeyne van de Coppello
Vorgänger Amt Nachfolger
Constantijn Theodoor van Lynden van Sandenburg Vorsitzender des Ministerrats der Niederlande
1883-1888
Æneas Mackay d. J.

Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Поможем написать реферат

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Jan Heemskerk — Mandats 16e et 19e Président du Conseil des ministres des Pays Bas 27  …   Wikipédia en Français

  • Jan Heemskerk — Infobox Prime Minister name Jan Heemskerk order =Prime Minister of the Netherlands term start = 23 April 1883 term end = 21 April 1888 deputy = predecessor = Teo van Lynden van Sandenburg successor = Æneas Mackay order2 =Prime Minister of the… …   Wikipedia

  • Jan Heemskerk Azn. — Jan Heemskerk Jan Heemskerk Azn. (* 30. Juli 1818 in Amsterdam; † 9. Oktober 1897 in Den Haag) war ein liberaler, später konservativer niederländischer Staatsmann. 1874 1877 und 1883 1888 war er Vorsitzender des Ministerrats. Nach einer… …   Deutsch Wikipedia

  • Jan-Peter Balkenende —  anhören?/i (* 7. Mai 1956 in Biezelinge) ist ein niederländischer …   Deutsch Wikipedia

  • Jan Eduard de Quay — (* 26. August 1901 in Hertogenbosch; † 4. Juli 1985 in Beers, heute zu Cuijk) war ein niederländischer Politiker der Katholischen Volkspartei (KVP). Er war 1940 Mitbegründer der Kollaborationsbewegung Niederländische Union und bis zu ihrem Verbot …   Deutsch Wikipedia

  • Jan Kappeyne van de Coppello — Mandats 17e Président du Conseil des ministres des Pays Bas …   Wikipédia en Français

  • Jan Peter Balkenende — Portrait de Jan Peter Balkenende Mandats 15e …   Wikipédia en Français

  • Jan Peter Balkenende — Jan Peter Balkenende, 2007 Jan Pieter (Rufname: Jan Peter) Balkenende …   Deutsch Wikipedia

  • Jan Kappeyne Van De Coppello — Néerlandaise Président du Conseil néerl …   Wikipédia en Français

  • Jan kappeyne van de coppello — Néerlandaise Président du Conseil néerl …   Wikipédia en Français

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”