Isaak Iselin


Isaak Iselin
Isaak Iselin

Isaak Iselin (* 7. März 1728 in Basel; † 15. Juli 1782 ebenda) war ein vielfältig engagierter publizistisch tätiger Geschichtsphilosoph in der Zeit der Aufklärung.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Ab 1742 studierte Iselin in Basel Philosophie und schloss diesen Studiengang als Magister Artium ab. Danach begann er, wiederum in Basel, das Studium der Jurisprudenz. 1747 wechselte er an die juristische Fakultät der Universität Göttingen. 1751 wurde Iselin in seiner Heimatstadt Basel zum Doctor iuris utriusque promoviert.

Nachdem Bemühungen des Privatdozenten Iselin um ein Staatsamt oder eine Professur scheiterten, verlegte Iselin seine berufliche Tätigkeit zunehmend auf den publizistischen Sektor. 1755 erschienen die Philosophischen und patriotischen Träume eines Menschenfreundes, die Iselin erste Anerkennung als Schriftsteller verschafften.

1756 dann wurde Iselin zum Ratsschreiber der Stadt Basel berufen, welches Amt er mit kurzer Unterbrechung von 1758 bis 1760 bis zu seinem Tode innehaben sollte.

Auch seine sozialpolitische und pädagogische schriftstellerische Tätigkeit setzte Iselin fort: 1764 erschien seine großangelegte Geschichte der Menschheit. Ab 1767 wirkte er an der Allgemeinen Deutschen Bibliothek Friedrich Nicolais mit. 1776 veröffentlichte Iselin die Träume eines Menschenfreundes. Als Publizist war er Philanthrop und Physiokrat. Gegen die Ideen Jean-Jacques Rousseaus sah er die Geschichte als linearen Fortschritt zur Humanität. 1776 bis 1778 und 1780 bis 1782 war er Herausgeber der Ephemeriden der Menschheit. Iselin war Mitglied der Helvetischen Gesellschaft und wird als Affiliierter des Illuminatenordens angeführt. Iselin war Freund und Förderer Johann Heinrich Pestalozzis.

Als wahrer Menschenfreund nahm er sich besonders der Armen und der Kranken an und war im Jahr 1777 Hauptinitiant und Gründungsmitglied der Gesellschaft zur Aufmunterung und Beförderung des Guten und Gemeinnützigen, kurz Gemeinnützige Gesellschaft oder GGG genannt. Diese Gesellschaft hat Großes für die Stadt Basel und für deren arme und kranke Einwohner geleistet und unterstützt bis heute zahlreiche gemeinnützige Werke.

Werke

  • Philosophische Muthmassungen über die Geschichte der Menschheit (2 Bände, Frankfurt und Leipzig; zuerst 1764 anonym erschienen, 2. Auflage Zürich 1768)
    • Band 2 enthielt eine „Charte der Menschheit“
  • Vermischte Schriften, 2 Bände, Zürich 1770

Seine über die Heimatstadt weit hinausreichende Bedeutung erlangte Iselin als Begründer der spekulativ-universalistischen Geschichtsphilosophie im deutschsprachigen Raum. Damit wurde Geschichte zum ersten Mal philosophisch verstehbar.

Literatur

  • August von Miaskowski: Isaak Iselin. Basel 1876.
  • Ulrich Im Hof: Isaak Iselin. Sein Leben und die Entwicklung seines Denkens bis zur Abfassung der „Geschichte der Menschheit“ von 1764. Erster Teil: Isaak Iselins Leben und Bildungsgang bis 1764. Zweiter Teil: Iselins Stellung in der Geistesgeschichte des XVIII. Jahrhunderts. Basel 1947 (Diss. phil. Basel 1944).
  • Ulrich Im Hof: Isaak Iselin und die Spätaufklärung. Bern und München 1967.
  • Friedrich Nicolai – Isaak Iselin. Briefwechsel (1767–1782). In: Holger Jacob-Friesen (Hg.): Profile der Aufklärung. Bern/Stuttgart/Wien 1997
  • Sigrid-Ursula Follmann: Gesellschaftsbild, Bildung und Geschlechterordnung bei Isaak Iselin in der Spätaufklärung. LIT Verlag, Münster 2002.
  • Andreas Urs Sommer: Geschichte als Trost. Isaak Iselins Geschichtsphilosophie. Schwabe & Co. AG, Basel 2002 (= Schwabe Horizonte) ISBN 3-7965-1940-7.
  • Bernoulli.: Iselin, Isaak. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 23, Duncker & Humblot, Leipzig 1886, S. 772–776.
  • Ulrich Im Hof: Iselin, Isaak. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 10, Duncker & Humblot, Berlin 1974, S. 188 f.
  • Lucas Marco Gisi, Wolfgang Rother (Hg.): Isaak Iselin und die Geschichtsphilosophie der europäischen Aufklärung. Basel: Schwabe 2011 (Studien zur Geschichte der Wissenschaften in Basel. Neue Folge; 6) ISBN 978-3-7965-2597-1

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