Iceland


Iceland
Lýðveldið Ísland

Republik Island

Flagge Islands
Wappen Islands
Flagge Wappen
Amtssprache Isländisch
Hauptstadt Reykjavík
Staatsform Parlamentarische Republik
Staatsoberhaupt Ólafur Ragnar Grímsson
Regierungschef Jóhanna Sigurðardóttir
Fläche 103.125 km²
Einwohnerzahl 316.252 (1. April 2008)
Bevölkerungsdichte 3,1 Einwohner pro km²
BIP nominal (2007)[1] 20.003 Mio. US$ (93.)
BIP/Einwohner 63.830 US$ (4.)
HDI (1.) 0,968 [2]
Währung Isländische Krone
Nationalhymne Lofsöngur
Nationalfeiertag 17. Juni
Zeitzone UTC +0
Kfz-Kennzeichen IS
Internet-TLD .is
Telefonvorwahl +354
Lage Islands zu Kontinentaleuropa
Lage Islands zu Kontinentaleuropa
Lage Islands im Nordatlantik
Lage Islands im Nordatlantik
Island im Juli; deutlich sichtbar die Gletschergebiete, Satellitenbild der NASA
Island im Winter, aufgenommen vom NASA-Satelliten Aqua am 28. Januar 2004
Tiefdruckgebiet über Island
Klimadiagramm von Reykjavik

Island (amtlich Republik Island, isl. Lýðveldið Ísland; vgl. mhd. îs und isl. ís – Eis) ist mit rund 103.000 km² (Landfläche: 100.250 km², Wasserfläche: 2750 km², mit Fischereizone 758.000 km²) nach dem Vereinigten Königreich der flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat Europas. Die im Nordatlantik liegende Hauptinsel ist die größte Vulkaninsel der Welt und befindet sich knapp südlich des nördlichen Polarkreises.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Hauptartikel: Geographie Islands

Geologie

Island liegt auf dem Mittelatlantischen Rücken und damit sowohl auf der Nordamerikanischen als auch auf der Eurasischen Platte, wobei sich die Plattengrenzen von Südwesten nach Nordosten in etwa diagonal über die Insel ziehen. Die Platten entfernen sich jährlich etwa 2 cm voneinander. Ein Mantelplume unter der Insel, der sogenannte Island-Plume, sorgt jedoch mittels Vulkanismus für ständigen Nachschub von geschmolzenem Gesteinsmaterial aus dem Erdinneren, so dass die Insel nicht auseinanderbricht. Etwa 130 aktive Vulkane befinden sich derzeit auf Island, die man etwa 30 Vulkansystemen zuordnen kann.

Island war in den Eiszeiten fast vollständig vergletschert. Noch heute bedecken Gletscher 11,1 % der Landesoberfläche. Der Gletscher mit Europas größtem Eisvolumen ist der Vatnajökull. Seine Eiskappe ist bis zu 900 m dick.

Landschaftsbild

Die Landschaft ist einerseits durch Vulkanismus geprägt, andererseits auch durch den Wasserreichtum. Es gibt zahlreiche Flüsse, Seen und Wasserfälle, darunter mit dem Dettifoss den energiereichsten (Wasservolumen pro Sekunde × Fallhöhe) Europas. Das Isländische Hochland im Zentrum der Insel bildet eine Periglazial-Wüste und ist nahezu unbewohnt.

Die Küstenlinie, deren Länge 4970 km beträgt, ist im Bereich der Fjorde stark zerfurcht. Island ist relativ dünn besiedelt: Auf 40 km² befinden sich im Schnitt zwei bis vier Häuser. Die höchste Erhebung der Insel ist der Hvannadalshnúkur mit 2118 m.

Siehe auch: Fjorde Islands, Gletscher Islands, Liste isländischer Inseln, Vulkane Islands, Wasserfälle Islands, Liste der Hochebenen und Bergpässe in Island, Flüsse.

Klima

Das Klima ist ozeanisch kühl, geprägt vom relativ warmen Irmingerstrom (5 °C) an der Südküste und vom kalten Grönlandstrom an der Nordost- und Südwestküste. Die Niederschläge betragen bis zu 2000 mm im Jahr.

Aufgrund des warmen Golfstroms ist das Klima in Island milder als in anderen Regionen dieser Breitengrade. Die Winter sind vergleichsweise mild und die Sommer eher kühl. In den letzten Jahrzehnten macht sich die Klimaerwärmung durch einen leichten Anstieg der Durchschnittstemperaturen bemerkbar, was am Rückzug einzelner Gletscherzungen bis hin zum völligen Abschmelzen kleinerer Gletscher (zum Beispiel der heute verschwundene Ok-Gletscher) drastisch beobachtbar ist. Am wärmsten ist es in Island in der Zeit von Mitte Juni bis Ende August/Mitte September.

Die Tagestemperaturen schwanken zwischen 0 und 3 °C im Winter und zwischen 12 und 15 °C im Sommer, wobei es im Landesinneren teils deutlich kühler sein kann. Aber auch wesentlich höhere Temperaturen treten im Sommer (über 20 °C bis Mitte/Ende September) in einigen privilegierten Lagen auf. Vor allem wegen des Golfstroms fällt im Süden der Insel vergleichsweise selten Schnee.

Die geringsten Niederschläge fallen in Island in den frühen Sommermonaten, wobei es hier signifikante lokale Unterschiede gibt. Im Nordosten ist es tendenziell trockener, da sich die von Süden kommenden Wolken häufig über dem 8100 km² großen Gletscher Vatnajökull ausregnen. Auch die Sonnenscheindauer ist daher etwa im Gebiet des Sees Mývatn höher als in anderen Regionen des Landes. Bei Nordwind ist der Effekt umgekehrt: Im Norden regnen sich die Wolken ab, während es in den südlichen Regionen sonnig und warm ist (siehe auch Föhn).

Uhrzeit

In Island ist die amtliche Zeit UTC, also die Greenwich-Zeit, obwohl es geografisch gesehen UTC-2 beziehungsweise UTC-1 Stunde sein müsste, vgl. Zeitzonen.

Aus diesem Grund ist in den Sommermonaten im Norden Islands eine „unechte Mitternachtssonne“ zu sehen, da der Sonnenuntergang nach Mitternacht liegt. Eine echte Mitternachtssonne ist lediglich auf der Insel Grímsey zu erleben, da diese sich genau auf 66° 30′ nördlicher Breite (nördlicher Polarkreis) befindet.

In Island gibt es keine Sommerzeit.

Tier- und Pflanzenwelt

Die Tier- und Pflanzenwelt hat sich dem arktischen Klima anpassen müssen und ist daher im Vergleich etwa zu Mittel- und Südeuropa wenig artenreich.

Fauna

Landsäugetiere

Isländische Schafe

Der Polarfuchs ist das einzige Landsäugetier Islands, das schon vor der Ankunft des Menschen hier lebte. Der aus Pelztierfarmen entwichene Mink stellt eine Gefahr für die Vogelwelt dar. An den Küsten, insbesondere im Norden der Insel, kann man Seehunde beobachten. Aber auch Mäuse und Ratten wurden auf Schiffen eingeschleppt.

1771 wurden 13 Rentiere aus Norwegen eingeführt, die sich vermehren sollten, um vom Menschen gejagt werden zu können und dann aus der Haltung Gewinne zu erwirtschaften. Heute leben etwa 3000 Tiere dieser Art im östlichen Hochland der Insel. Sie haben jedoch nie die gewünschte wirtschaftliche Bedeutung erlangt und leben heute wild.

Rentiere auf dem Miðheiðarháls

Schafe, wie auch alle anderen Nutztiere, wurden von den nordischen Siedlern bei der Landnahme eingeführt. Die Rodung der ursprünglichen Birkenwälder und anschließende extensive Beweidung, aber auch Klimaveränderungen, haben das Landschaftsbild Islands nachhaltig verändert. Dabei werden die gut markierten Schafe bis heute den kurzen Sommer über in Freiheit entlassen und können sich innerhalb definierter Landwirtschaftsbezirke frei bewegen, sollten sie dennoch die entsprechenden Zäune oder erfahrungsgemäß unüberwindlichen Naturgrenzen (Flüsse, Wüsten, Berge) passieren, müssen sie zur Verhinderung möglicher Epidemien sofort getötet werden. Erst im Herbst werden sie beim Viehabtrieb (Réttir) wieder eingefangen. Die Schafhaltung ist quotiert, um Überweidung zu verhindern. Anfang des 20. Jahrhunderts versuchte man auch, den Moschusochsen anzusiedeln – jedoch ohne größeren Erfolg.

Ein besonderes Nutztier ist das Islandpferd. Es beherrscht als eine von wenigen Pferderassen den Tölt, eine schnelle und/oder langsame, trittsichere und bequem zu sitzende Gangart, bei der das Pferd immer ein Bein am Boden hat, da es keine Sprungphase gibt. Eine fünfte Gangart, die vor allem bei Zuchtrennen als Königsdisziplin besonderes Interesse genießt, ist der Passgang oder auch einfach Pass beziehungsweise Rennpass genannt. Islandpferde, wie alle lebenden Nutztiere, dürfen ausgeführt, aber nicht wieder eingeführt werden. Man will dadurch das Einschleppen von Krankheiten verhindern. Vor allem will man aber verhindern, dass nicht reinrassige Islandpferde fremdes Erbgut mitbringen (zum Beispiel tragende Stuten) und so die Ursprünglichkeit der Rasse gefährden würden.

Vogelwelt

Island ist berühmt für seine Vogelwelt, besonders die zahlreichen Vogelfelsen sind ein Magnet für Vogelbeobachter aus aller Welt. Unter den Vögeln verdient der Papageitaucher besondere Erwähnung, der als inoffizielles Wappentier der Insel gilt. An den Vogelfelsen sind unter anderem Trottellummen, Dickschnabellummen, Eissturmvögel, Gryllteisten und auch der Basstölpel anzutreffen.

Im Landesinneren trifft man auf den Goldregenpfeifer, das Odinshühnchen, das Thorshühnchen, und auch der Sterntaucher ist an Gletscherseen zu beobachten. Auf den Sandern kann man häufig Skuas und Küstenseeschwalben beobachten, vor deren Angriffen man sich in Acht nehmen muss.

Weiterhin kommen in größerem Umfang Singschwan, Zwergschwan und als einziger europäischer Brutstandort der eigentlich in Nordamerika beheimatete Trompeterschwan vor.

Der See Mývatn ist ein Ort ungewöhnlichen Artenreichtums an Wasservögeln, zum Beispiel Bergente und Spatelente. Überhaupt findet sich an diesem See in den Frühjahrs-, Sommer- und frühen Herbstmonaten die weltweit größte Vielfalt an Entenarten. Etwa ein Drittel der Enten- und Sägerarten überwintert auch am See. Auch die Greifvogelwelt Islands ist beachtlich, so kommen Gerfalke und Wanderfalke relativ häufig vor.

Meer und Binnengewässer

Die Gewässer um Island sind besonders fischreich, da der warme Irmingerstrom (Golfstrom) und der kalte Ostgrönlandstrom vor der Küste aufeinandertreffen. Zudem ist das Wasser kaum mit Giftstoffen belastet. Pflanzen wachsen bis zu einer Tiefe von 40 m, und in den Gewässern um Island leben rund 270 Fischarten.

Benannt nach Island ist die Islandmuschel, die ein Alter von über 400 Jahren erreichen kann.

Blauwal mit Kalb

In den isländischen Gewässern leben zahlreiche Walarten, wie zum Beispiel Nördlicher Zwergwal (Balaenoptera acutorostrata), Blauwal (Balaenoptera musculus), Finnwal (Balaenoptera physalus), Seiwal (Balaenoptera borealis), Buckelwal (Megaptera novaeangliae), Schweinswal (Phocoena phocoena), Weißschnauzendelfin (Lagenorhynchus albirostris), Weißseitendelfin (Lagenorhynchus acutus), Grindwal (Globicephala melas), Schwertwal (Orcinus orca), Nördlicher Entenwal (Hyperoodon ampullatus) und der Pottwal (Physeter macrocephalus). Aktuellen Bestandszählungen zufolge gibt es in den Gewässern um Island derzeit circa 50.000 Zwergwale und 17.000 Finnwale. Die Gesamtzahl der Wale wird auf rund 230.000 geschätzt.

Island hat 2003, nach knapp 20 Jahren erzwungener Pause und trotz internationaler Proteste, wieder ein als wissenschaftlich eingestuftes Walfangprogramm aufgenommen, das über den Zeitraum von drei Jahren bis zu 250 Zwergwale und etwa 40 Finnwale umfassen sollte. In Island selbst wird über die Einstellung des Walfangs diskutiert, da die Anbieter von Walbeobachtungstouren einen Einbruch der Besucherzahlen befürchten, was aber nach Umfragen unter Touristen vor Ort kaum oder nicht zu befürchten ist. Die überwiegende Meinung der Bevölkerung ist dem Walfang gegenüber wohlgesinnt, wenn auch das Interesse an Walfleisch trotz intensiver Vermarktung stark nachgelassen hat. Letztendlich muss die Auseinandersetzung um den Walfang, allen Argumenten zum Trotz, jedoch unter dem Aspekt gesehen werden, dass man sich als kleine Nation als von den großen Nationen und internationalen Organisationen bevormundet empfindet. Der Walfang ist damit auch als Instrument zur Demonstration der Selbstbestimmung zu verstehen.

2006 hat Island dann beschlossen, zusätzlich zum wissenschaftlich eingestuften, auch den kommerziellen Walfang wieder zuzulassen. 30 Zwergwale und 9 Finnwale, die zu den bedrohten Arten zählen, dürfen vor den Küsten getötet werden – allen weltweiten Protesten zum Trotz. Inzwischen wurden die ersten Wale erlegt – am 22. Oktober 2006 wurde der erste getötete Finnwal an Land geschleppt.

In Islands Gewässern ist die Vielfalt an Fischen nicht so artenreich wie vor der Küste. In den Flüssen und Seen leben Aale, Forellen, Lachse, Stichlinge und Saiblinge, also fast ausschließlich Lachsartige (Salmonidae), die teilweise für Wochen und Monate ins Meer wandern.

Flora

Das Aufgeblasene Leimkraut, eine typisch isländische Lavawüstenpflanze
Waldpflanzungen am Skorradalsvatn
Die berühmten Bananenpflanzen in Hveragerði

Die Flora Islands weist einige endemische Arten auf. Besonders häufig trifft man unterschiedliche, in verschiedenen Farben wachsende Flechten und Moose an.

Mit den Eiszeiten sind die meisten der ehedem gemäßigten und subtropischen Zonen angehörenden Pflanzenarten von der Insel verschwunden, darunter auch der Mammutbaum und Ahorn.

Die restlichen Pflanzenarten waren und sind dem rauen Klima angepasst. Man findet zum Beispiel zahlreiche Steinbrecharten und auch diverse Unterarten des Leimkrauts, zum Beispiel ist das Aufgeblasene Leimkraut eine der ersten Pflanzenarten, die Lavafelder besiedeln und daher viel im Hochland zu finden. Auch die Doldengewächse sind an feuchten Bachrändern und Seeufern verbreitet, besonders beliebt ist die Engelwurz, die man traditionell auch zur Teeherstellung und als Heilkraut kennt. Auf den Hofwiesen blüht viel Löwenzahn und in den Bergen das Alpenröschen.

Die im Juni in großer Menge violett blühenden Lupinen wurden allerdings erst nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführt. Sie fixieren mit ihrem dichten Wurzelwerk den tonarmen und dadurch stark der Windverwehung ausgesetzten Mutter- und Wüstenboden und dienen damit der Stickstoffanreicherung und dem Kampf gegen die Erosion. Außerdem wurden Dünengräser, vor allem Strandhafer, gesät, um der Winderosion zu begegnen.

Auffallend für den Mitteleuropäer ist der Mangel an Wäldern. Zur Zeit der Landnahme war dies anders, etwa 20 % des Landes waren bewaldet, die alten Chroniken Isländerbuch und Landnahmebuch berichten gar, das Land sei „… von der Küste bis in die Berge“ bewaldet gewesen. Vor allem traf man ausgedehnte Birkenwälder an, wie Forschungen erwiesen haben. Durch Rodung zur Gewinnung von Weiden, Feuerholz und Holzkohle und die anschließende Beweidung, die Sprösslinge nicht mehr aufkommen ließ, verschwanden diese Wälder jedoch bereits in den ersten Jahrhunderten der Besiedlung. Nur spärliche Reste der niedrigwachsenden Birkenwälder überlebten. Lediglich an einigen, oft abgelegenen Stellen, aber vor allem am See Lögurinn/Lagarfljót in Ostisland, dem Vaglaskogur, in Nordost-Island (südlich von Akureyri) sowie in den Westfjorden findet man noch ausgedehnte Waldflächen, bestehend aus Birken, Ebereschen und Wollweide. Bauholz wurde aus Norwegen eingeführt, beziehungsweise wurden geeignete Stücke des Treibholzes zu allerlei Zimmer- und Tischlerarbeiten benutzt. Heute bemüht man sich um Wiederaufforstung des Landes.

Vor allem im Norden und Osten, aber auch zum Beispiel am Skorradalsvatn oder im Urstromtal Þórsmörk im Süden des Landes hat man hierbei schon Erfolge erzielt. Der größte zusammenhängende Wald aus alter Zeit steht am Lagarfljót in Ostisland (ebenfalls hauptsächlich Birkenwald).

An warmen Quellen und Bächen stößt man häufig auf eine üppige Vegetation, vorausgesetzt die Beschaffenheit des Bodens lässt diese zu. Die Erdwärme und das auf natürliche Weise aufgeheizte Wasser nutzt man in Island auch für Gewächshäuser. Aus diesem Grund wachsen sogar knapp unterhalb des Polarkreises Bananen – die nördlichsten der Welt –, aber auch verschiedene Schnittblumen und auch Weinreben werden hier gezüchtet. Besonders gut lassen sich die genannten Pflanzen- und (teilweise auch) Tierarten in den drei Nationalparks Islands beobachten.

Bevölkerung

Bevölkerungswachstum

Im Gegensatz zu vielen anderen westlichen Staaten hat sich die Bevölkerungszahl auf Island in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht, und in den letzten fünf Jahren beschleunigte sich diese Entwicklung sogar noch. Unterstützt wird dieser Trend auch durch einen Anstieg des Ausländeranteils, der sich von durchschnittlich circa 1,5 % in den Jahren 1950–1990 auf 3,5 % im Jahr 2003 erhöhte. Unter den Ausländern haben Polen (18,2 %) den größten Anteil, gefolgt von Dänen (8,6 %), Philippinos (6,0 %) und Deutschen (5,4 %).

Nach offiziellen Berechnungen der statistischen Landesämter wird die Bevölkerungszahl Islands in den nächsten Jahren kontinuierlich weiter ansteigen. Am 9. Januar 2006 wurde die 300.000-Marke überschritten. Am Stichtag 1. April 2008 gibt das statistische Landesamt 316.252 Einwohner an. Setzt sich diese Entwicklung fort, werden für das Jahr 2012 oder 2013 über 350.000 Einwohner erwartet. Ursprünglich war diese Einwohnerzahl für den Zeitraum von etwa 2038 bis 2040 erwartet worden. Für diesen Zeitraum werden jetzt 438.000 (niedrige Variante) bis 453.000 (hohe Variante) Einwohner prognostiziert. Allerdings könnte die schwere Wirtschaftskrise des Jahres 2008 zu einer erhöhten Abwanderung ins Ausland führen,[3] sodass die prognostizierten Werte nicht erreicht werden.

Religion

Die evangelisch-lutherische Isländische Staatskirche wird vom Staat unterstützt und geschützt (Art. 62 der Verfassung). 82,09 % der Einwohner gehören der Staatskirche an; es bestehen unter anderem folgende Minderheiten: verschiedene evangelische Freikirchen insgesamt mehr als 5 %; Katholiken 2,39 %, Pfingstkirche 0,61 %, Ásatrúgemeinde (seit 1972 anerkannte Religion) 0,34 %, Siebenten-Tags-Adventisten 0,25 %, Zeugen Jehovas 0,22 %, Buddhisten 0,21 %, Bahai 0,13 %, Muslime 0,11 %. 2,60 % der Bevölkerung gehören keiner Religionsgemeinschaft an.[4]

Sprache

Auf Island wird die isländische Sprache gesprochen. Sie ist de facto Amtssprache, wurde allerdings mangels Bedarfs nie offiziell dazu erklärt. Entwickelt hat sie sich aus dem Altnordischen. Bis heute hat sie viele historische Eigenschaften bewahrt. Der isländische Sprachpurismus sorgt dafür, dass Fremdwörter durch isländische Wortschöpfungen ersetzt werden. Über die Reinhaltung der Sprache wachen die Isländer so sehr, dass es oftmals sowohl die isländischen Begriffe als auch deren fremdsprachlichen Varianten in der jeweiligen Fachsprache gibt, obwohl dieses in der Zeit, da die Informatik die Welt mit neuen Wörtern überflutet, nicht hundertprozentig durchgesetzt werden kann. Isländer können noch heute die Texte aus den ersten Jahrhunderten nach der Besiedlung relativ problemlos lesen. Hat die deutsche Sprache schon eine umfangreiche Satzbauregelung und Flexion, so wird diese im Isländischen noch umfangreicher. Die Buchstaben Ð und ð beziehungsweise Þ und þ werden ähnlich wie das englische th ausgesprochen, für die Aussprache dieser Buchstaben biegt man jedoch die Zunge nach unten. Die nächste verwandte Sprache ist Färöisch. Isländer und Färinger haben dennoch Verständigungsprobleme, wenn sie in ihren Sprachen miteinander kommunizieren wollen, noch schlechter sieht dies für Sprecher des Norwegischen, Dänischen und Schwedischen aus. Isländisch gehört zusammen mit Färöisch und dem norwegischen Nynorsk (alt: landsmål) zum westlichen Zweig der skandinavischen Sprachen. Alles in allem sind die Isländer stolz auf ihre Sprache, die der (Schrift-)Sprache der Einwanderer vor über 1100 Jahren entspricht, was auch an der isolierten Lage der Insel im Nordatlantik liegt. Die Aussprache hat sich jedoch in dieser Zeit durchaus drastisch gewandelt.

Geschichte

Karte von Island um 1888
Druckausgabe der Snorra-Edda von 1666

Hauptartikel: Geschichte Islands

Als Entdecker Islands gilt der schwedische Wikinger Garðar Svavarsson, der um 870 in Húsavík in Nordisland überwinterte und die Insel kurzerhand nach sich selbst Garðarsholmur (Gardarsholm) benannte.

Der Entdecker Flóki Vilgerðarson fuhr aus, um Garðarsholmur (Island) zu finden. Dazu bediente er sich eines ausgefallenen Navigationsinstruments, nämlich dreier Raben. Der Bericht darüber befindet sich im Landnámabók.

Den schriftlichen Quellen nach wurde Island im späten 9. und frühen 10. Jahrhundert durch Auswanderer aus Norwegen und anderen skandinavischen Ländern sowie durch keltische Siedler bevölkert. Es handelt sich dabei aber offenbar um einen Gründungsmythos. Denn archäologisch ist eine frühere Besiedlung nachweisbar. Auf den Westmännerinseln wurden die Grundmauern eines typisch norwegischen Langhauses unterhalb einer Lavaschicht aus dem 7. Jahrhundert entdeckt.[5] Während in Zentraleuropa die Königtümer um die Kaiserwürde wetteiferten, steht am Anfang der isländischen Geschichte die einzigartige Entwicklung eines oligarchischen Gesellschaftssystems. Das Althing als Versammlung gleichgestellter Goden ist damit zusammen mit dem färöischen Løgting eines der ersten parlamentarischen Systeme in Europa überhaupt (nach der Demokratie im Griechenland des Altertums). Die sowohl gesetzgebende als auch rechtsprechende Versammlung trat alljährlich in der Almannagjá in Þingvellir zusammen. Entscheidungsträger waren alle freien Männer. Zu bedenken ist jedoch, dass der Großteil der Bevölkerung damals entweder unfrei oder nicht männlich war.

Nach häufiger Darstellung entdeckte Erik der Rote 982 n. Chr. von Island aus Grönland. In Wirklichkeit war der erste Seefahrer, der nach Ostgrönland segelte Gunnbjörn Úlfsson, kurz danach Snæbjörn Galti, der dort sein Winterquartier aufschlug. Erik der Rote umrundete aber die Südspitze und kam an die Westküste.

Das Godentum, welches sich im Anschluss an die Landnahme durch 400 norwegische Häuptlingsfamilien entwickelt hatte, überdauerte fast 300 Jahre, ehe es mit der Unterwerfung unter die Norweger im Jahre 1262 endete. Eine der wichtigsten Persönlichkeiten in diesem Zusammenhang war der zuletzt in Reykholt beheimatete Snorri Sturluson.

Im Jahre 1000 landete der Isländer Leifur Eiríksson an der Nordspitze von Neufundland und gründete dort eine – nicht dauerhafte – Ansiedlung: L'Anse aux Meadows. Entdeckt hatte den neuen Kontinent schon etwas früher Bjarni Herjólfsson, der sich verirrt hatte, die amerikanische Küste sah, aber nicht landete, sondern umkehrte und nach Grönland fuhr. Im selben Jahr beschlossen die Isländer durch das Althing in Þingvellir die Annahme des Christentums. 1262 kam Island unter norwegische Herrschaft. 1380 kam Norwegen unter dänische Herrschaft; 1397 entstand die Kalmarer Union und Island wurde mit Norwegen unter dänischer Krone regiert.

Im Jahre 1552 wurde der isländischen Bevölkerung auf Befehl des dänischen Königtums die Reformation aufgezwungen. Auch heute noch sind die meisten Isländer evangelisch. Handelsmonopole, erst durch die Norweger, später durch die Dänen, blockierten über lange Zeit die Entwicklung Islands. Der Frieden von Kiel 1814 besiegelte noch einmal die dänische Oberhoheit, während das alte Mutterland Norwegen zwar an Schweden fiel, sich aber auf den Weg in die Unabhängigkeit machen konnte. Mit einer Rückbesinnung auf die alten Traditionen, dem Wiederaufleben des Althings und dem Durchbrechen der Handelsbeschränkungen beging Island 1874 mit einer Verfassung und der Finanzautonomie die Tausendjahrfeier der Landnahme. 1904 gewährte Dänemark den Isländern die Autonomie (Hjemmestyre nach dem Vorbild der irischen Home Rule). Am 1. Dezember 1918 erlangte Island die Souveränität. Der dänische König Christian X. blieb aber bis zur Gründung der Republik, am 17. Juni 1944, das isländische Staatsoberhaupt.

1911 wurde die Universität von Island gegründet. 1915 wurde das Frauenwahlrecht eingeführt, 1917 kam es zur ersten isländischen Regierungsbildung. 1940 besetzten britische Truppen Island unter Verletzung seiner Neutralität, um einer möglichen Invasion durch Deutschland zu begegnen, 1941 wurden sie von US-amerikanischen Truppen verstärkt und größtenteils ersetzt. In den Wirren des Zweiten Weltkrieges wurde am 17. Juni 1944 die demokratische Republik Island ausgerufen, die seither erfolgreich für ihre Unabhängigkeit einsteht. Seit 1946 ist Island Mitglied der Vereinten Nationen und war 1949 ein Gründungsmitglied der NATO.

Seit 1994 ist Island Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR). 2001 trat Island dem Schengener Abkommen bei.

In der isländischen Politik herrscht derzeit keine klare Position zu einem EU-Beitritt. Problematisch ist für Island vor allem der Status der isländischen Fischereirechte, da Island wie kein anderes Land auf diese angewiesen ist. Falls die Frage der isländischen Fischereiwirtschaft geklärt werden kann, ist ein EU-Beitritt Islands in den nächsten Jahren jedoch durchaus realistisch.[6]

Politik

Hauptartikel: Politisches System Islands

Staatsaufbau

Das Haus des isländischen Parlaments Althing

Island ist seit dem 17. Juni 1944 eine unabhängige parlamentarisch-demokratische Republik. Staatsoberhaupt ist der isländische Präsident, seit 1996 Ólafur Ragnar Grímsson. Die eigentlichen Regierungsgeschäfte führt der isländische Premierminister. Seit 1. Februar 2009 hat Jóhanna Sigurðardóttir dieses Amt inne und führt eine Minderheitsregierung. Zuvor war die seit der Parlamentswahl 2007 regierende Koalition von Unabhängigkeitspartei (Sjálfstæðisflokkurinn; SF) und der sozialdemokratischen Allianz (Samfylkingin) unter Premierminister Geir Haarde an der Wirtschaftskrise zerbrochen.

Die Gesetzgebung findet im isländischen Parlament, dem Althing statt, das aus 63 Abgeordneten besteht.

Die Judikative ist in Island zweistufig ausgebildet. Die untere Ebene bilden die Bezirksgerichte, die obere Ebene das Obergericht Hæstiréttur, der oberste Gerichtshof, das auch als Verfassungsgericht fungiert.

Island erreicht auf dem Demokratieindex der Zeitschrift The Economist den 2. Platz.

Parteien

Siehe auch: Liste der politischen Parteien in Island

Seit Mitte der 1970er Jahre wurde das in Island vorherrschende traditionelle Vier-Parteien-System aufgebrochen. Diese vier bedeutenden Parteien waren die Unabhängigkeitspartei (Sjálfstæðisflokkur, SF, konservativ), die Fortschrittspartei (Framsóknarflokkur, FF, liberal), die Sozialdemokratische Volkspartei (Alþýðuflokkurinn, AF, sozialdemokratisch) sowie die Volksallianz (Alþýðubandalagið, AL, sozialistisch).

Der Versuch der Vereinigung aller linken Parteien führte zu der Herausbildung zweier neuer Parteien, der sozialdemokratischen und europafreundlichen Allianz (Samfylkingin; Sf) und der links-grün-patriotisch orientierten Links-Grünen-Bewegung (Vinstri hreyfing-Grænt framboð; VG). In die Allianz ging auch die Frauenallianz auf, die als erste Frauenpartei der Welt in ein nationales Parlament einzog und dort bis zur Fusion durchgängig vertreten war.

Gewerkschaften

Es gibt in Island verschiedene Branchengewerkschaften und einen Gewerkschaftsbund (ASÍ); mehr als 90 % der abhängig Beschäftigten sind darin organisiert. Das Genossenschaftswesen spielt, wenn auch tendenziell abnehmend, eine weltweit fast einmalig starke Rolle. Nahezu alle wichtigen Lebensbereiche (Renten, Urlaubssonderzahlungen, Gesundheitswesen, der Schule nachgeordnete Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, viele Kulturveranstaltungen, Fischereifahrzeug-Poole und deren Ertragsverteilung uvm.) sind teilweise oder vollständig genossenschaftlich geregelt.

Mitgliedschaften in internationalen Organisationen

Island ist Mitglied bei folgenden Organisationen: FAO (seit 1945), Vereinte Nationen (seit 1946), NATO (seit 1949), Europarat (seit 1949), Nordischer Rat (seit 1952), EFTA (seit 1960), OECD (seit 1961), UNESCO (seit 1964), OSZE (seit 1975/1992), Westnordischer Rat (seit 1985/1997), Barentssee-Rat (seit 1993), EWR (seit 1994), WTO (seit 1995), Ostseerat (1995), Arktischer Rat (seit 1996), seit Oktober 2002 wieder Mitglied in der Internationalen Walfangkommission, neben diesen Mitgliedschaften ist für Island das Verteidigungsabkommen mit den USA (seit 1951) besonders wichtig.

Einteilung Islands in Syssel

Verwaltungsgliederung

Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Islands

Politisch ist Island in acht Regionen unterteilt: Höfuðborgarsvæðið, Suðurnes, Vesturland, Vestfirðir, Norðurland vestra, Norðurland eystra, Austurland und Suðurland.

Die acht Regionen werden (traditionell, aber nicht administrativ) in 22 sýslur (Syssel, etwa Landkreise) und 20 kreisfreie Gemeinden (acht kaupstaðir, sieben bæir, ein borg und vier weitere) gegliedert.

Auf der untersten Verwaltungsebene gibt es 79 Sveitarfélög (Gemeinden) (Stand 2007), einschließlich der acht kaupstaðir (Stand 2005).

Militär

Siehe auch: Militärische Situation Islands

Bewaffnete Kräfte Islands

Island besitzt offiziell kein eigenes Militär; den Küstenschutz übernimmt die circa 120 Mann starke Isländische Küstenwache, die ihren Stützpunkt in Reykjavík hat. Diese ist mit drei Patrouillenbooten, einem Überwachungsflugzeug und mehreren Hubschraubern ausgerüstet. Letztere übernehmen auch SAR-Aufgaben und Rettungsflüge für die Bevölkerung bei Unwettern oder Unfällen. Daneben stellt Island zivile Kontingente für UNO- und NATO-Missionen (Íslenska friðargæslan) aus Kräften der Polizei und des Küstenschutzes. Island ist seit 1949 Gründungsmitglied der NATO. Im Bündnisfall hat es sich zu medizinischer Hilfsleistung bereit erklärt.

Kooperationen mit ausländischen Truppen

Frühere US-amerikanische Truppenpräsenz

Die USA hatten im Rahmen der NATO (Kommando: ISCOMICE) die so genannte Iceland Defense Force in Keflavík mit circa 1650 Soldaten, davon 960 von US Navy, 600 US Air Force und 80 vom US Marine Corps, stationiert. Die amerikanischen Einheiten waren bereits seit 1941 auf Island stationiert. Die Soldaten dienten zur Sicherung der strategisch gelegenen Insel, die wichtig zur Sicherung von Nachschubrouten im Zweiten Weltkrieg war, und später – im Kalten Krieg – als Stützpunkt zur Bekämpfung von U-Booten im Falle eines Konfliktes mit der Sowjetunion.

Die USA haben sich 1951 in einem bilateralen Verteidigungsabkommen zur Verteidigung Islands verpflichtet. Dabei spielte vor allem die Unterstützung der isländischen Küstenwache durch die fünf stationierten Hubschrauber und die Patrouillen im isländischen Luftraum durch vier F-15 Kampfflugzeuge eine Rolle. Die Stationierung kostete die Vereinigten Staaten zuletzt etwa 260 Millionen US-Dollar pro Jahr.

Am 19. März 2006 beschlossen die USA einseitig und für Island überraschend, ihre Streitkräfte abzuziehen. Am 30. September 2006 verließen die letzten auf Island stationierten US-Soldaten das Land. Davon waren auch etwa 600 Isländer betroffen, die ihre Arbeit in der Militärbasis verloren. Die Vereinigten Staaten garantieren der isländischen Regierung aber weiterhin militärischen Schutz aufgrund des bilateralen Vertrages. Es wurde eine Behörde für Fragen der Landesverteidigung errichtet, welche die elektronische Luftraumüberwachung aus amerikanischer Regie übernommen hat. Um physische Militärpräsenz zu gewährleisten, hat man mit mehreren NATO-Partnern regelmäßige (2 bis 3 mal jährliche) Flugpatrouillen-Kampagnen vereinbart, zu denen befreundete Geschwader auf dem ehemaligen amerikanischen Stützpunkt einquartiert werden. Erstmals kam so im April 2008 ein französisches Geschwader mit Mirage-Jägern nach Island.

Heutige Kooperation mit nordeuropäischen Streitkräften

Wie die Osloer Zeitung Aftenposten berichtete, haben sich die Regierungen in Oslo und Reykjavik auf die Übernahme von Sicherheits-, Überwachungs- und Rettungsaufgaben durch die norwegische Luftwaffe geeinigt. Zur Überwachung der isländischen Küste hat Reykjavik eine Zusammenarbeit mit der dänischen Marine vereinbart.

Obwohl Island nicht über eigene Streitkräfte verfügt, war es in der Koalition der Willigen vertreten.

Städte

Siehe auch: Liste der Städte in Island

Blick über Reykjavík

Rund 93 % der isländischen Bevölkerung leben in Städten. Die meisten Menschen leben in Reykjavík und Umgebung, derzeit etwa 196.000 von insgesamt 316.252 Einwohnern des Landes (Stand 1. April 2008). Ein Problem stellt nach wie vor die Landflucht dar. Allerdings ist in der Mehrzahl der Gemeinden außerhalb des Hauptstadtgebietes inzwischen auch wieder ein Bevölkerungswachstum zu verzeichnen. Von den acht Regionen Islands haben inzwischen fünf ein stabil positives Bevölkerungswachstum. Nur die Mehrzahl der Gemeinden der Region Nordwestisland verlieren nach wie vor Einwohner.

Größte Gemeinden

Island hat 78 Gemeinden, die größten sind nachfolgend aufgeführt.

Gemeinde Einwohner
(1. Dezember 2007)
Reykjavík ¹ 117.721
Kópavogur ¹ 28.561
Hafnarfjörður ¹ 24.839
Akureyri 17.253
Reykjanesbær 13.256
Garðabær ¹ 9913
Mosfellsbær ¹ 8147
Árborg 7565
Akranes 6345
Gemeinde Einwohner
(1. Dezember 2007)
Fjarðabyggð 5111
Fljótsdalshérað 4073
Seltjarnarnes ¹ 4428
Skagafjörður 4027
Vestmannaeyjar 4040
Ísafjarðarbær 3963
Borgarbyggð 3742
Norðurþing 2970

¹ Ballungsraum Reykjavík

Infrastruktur

Verkehr

Typisches isländisches Verkehrsschild, das den Weg zu vielen Farmen weist

In Island gibt es 13.004 km Straßen, von denen 4331 km asphaltiert sind. Die Ringstraße Nr. 1 ist Islands längste Straße und folgt grob dem Küstenlauf, schneidet aber alle großen Halbinseln ab. Sie ist derzeit 1336 km lang und konnte erst 1974 fertiggestellt werden, nachdem die letzten Brücken im Gebiet von Skaftafell gebaut wurden. Heute ist sie bis auf einige wenige Teilstücke, bei Hvalnes, Djúpivogur und über die Berge nach Egilsstaðir asphaltiert, vor einigen Jahren war das nur in der Nähe von Reykjavík der Fall. Die Ringstraße (isländisch Hringvegur) heißt je nach Landesteil Suðurlandsvegur, Vesturlandsvegur, Norðurlandsvegur und Austurlandsvegur gemäß dem Brauch, dass alle Straßen im Land Namen haben und eigentlich nicht mit der Straßennummer bezeichnet werden. Es wird aber auch die Bezeichnung Þjóðvegur Nr 1 (wörtlich: Nationalstraße Nr. 1) verwendet. Bis 1968 gab es in Island Linksverkehr.

Es gibt in Island keine Autobahnen und keinen Schienenverkehr, allerdings wurde die Straße zwischen Keflavík und Reykjavík bis in den Vorort Hafnarfjörður zur vierspurigen Schnellstraße ausgebaut. Im Hauptstadtgebiet bestehen inzwischen einige bis zu sechsspurige Stadtautobahnen.

Der größte internationale Flughafen, der Flughafen Leifur Eiríksson, liegt bei Keflavík, etwa 60 km westlich von Reykjavík. Außerdem gibt es einen Ausweichflughafen in Egilsstaðir im Osten Islands und drei weitere Flughäfen in Akureyri, Ísafjörður und Höfn. Insgesamt gibt es 98 Flugplätze im Land.

Bedeutende Häfen des Landes sind Akureyri, Grundartangi, Hafnarfjörður, Hornafjörður, Reykjavík, Seyðisfjörður. Letzterer bietet mit der Fähre Norröna die einzige Autofährverbindung zwischen Island und dem europäischen Kontinent (Häfen in Dänemark und auf den Färöer-Inseln, bis Ende 2008 auch Norwegen und Schottland). Es gibt in Island keine Flussschifffahrt.

Telekommunikation

In Island gibt es 190.500 Telefonanschlüsse und 290.100 Mobiltelefone (Stand 2004). Per Telefon ist die Direktdurchwahl innerhalb Islands überall möglich. Die Landeskennzahl Islands für Ferngespräche aus dem Ausland lautet +354, gefolgt von der siebenstelligen Anschlussnummer, Ortsvorwahlen existieren nicht mehr. Auslandsgespräche nach Europa und den USA: Vorwahl 00 und entsprechende Landesvorwahlnummer, dann Teilnehmernummer des gewünschten Gesprächspartners.

Es gibt in Island zwei GSM-Netzbetreiber: Síminn und Vodafone Iceland (TAL). Zusammen decken sie den größten Teil der Insel einschließlich aller Gemeinden über 200 Einwohner ab. Diese und weitere Anbieter verkaufen vorausbezahlte GSM-Telefonkarten und bieten GSM/GPRS-Service an. Telefonkarten sind an allen Tankstellen erhältlich. Síminn unterhielt außerdem bis Ende 2007 ein Netz für NMT-Mobiltelefone (Nordic Mobile Telephone), das fast ganz Island einschließlich des Hochlandes abdeckt. NMT-Mobiltelefone arbeiteten im Vergleich zum GSM-Netz mit geringerer Frequenz (450 MHz), wodurch allerdings eine erheblich erhöhte Reichweite möglich ist. Als Ersatz für das abgeschaltete NMT-Netz haben die GSM-Betreiber auch im Hochland Sendemasten großer Reichweite aufgestellt, wodurch die flächendeckende Erreichbarkeit weitgehend gegeben ist. Für Rettungsdienste und Polizei wurde weiterhin digitale Technik im Tetra Netz (Terrestrial Trunked Radio) eingeführt.

Internet

Es gibt in Island 190.140 Internetanschlüsse (Stand 2004) und 225.000 Internetnutzer (Stand 2005). Da Island nur über zwei Seekabel (Cantat-3 und Farice-1) angebunden ist, kommt es durch Kabelbrüche oder sonstige Beschädigungen vergleichsweise oft zu Ausfällen von Internet und teilweise auch Telekommunikation.

Post

Postämter der Íslandspóstur gibt es in jeder größeren Gemeinde Islands. Postämter in Island sind normalerweise montags bis freitags von 8.30 bis 16.30 Uhr geöffnet.

Wirtschaft

Hauptartikel: Wirtschaft Islands

Währung

Die Währung Islands ist die Isländische Krone (ISK), 1 ISK hat den Gegenwert von 0,68265 Cent, entsprechend 1 € = 146,49 ISK (Stand: 13. Februar 2009). Die Krone war in 100 Aurar unterteilt, wobei die Aurarmünzen nicht mehr im Umlauf sind. Im Umlauf befinden sich 1-, 5-, 10-, 50- und 100-Kronen-Münzen und 500-, 1000-, 2000- und 5000-Kronen-Scheine.

Basisdaten

Die Wirtschaftslage Islands war bis zum Zusammenbruch und zur Verstaatlichung aller großen Banken im Oktober 2008 stabil. Nach sechs Jahren eines starken Wirtschaftsaufschwungs kam es ab 2001 zu Überhitzungserscheinungen. Im Jahre 2002 sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,6 %. 2003 lag das Wachstum bei fast 4 %. Gleichzeitig konnte die Inflation zurückgeführt und ein hohes Leistungsbilanzdefizit ausgeglichen werden.

Für die kommenden Jahre wurde ein robustes Wirtschaftswachstum erwartet. Allerdings hat sich wieder ein zweistelliges Außenhandelsdefizit eingestellt. Banken verzeichnen eine hohe Auslandsverschuldung. Im Laufe des Jahres 2008 wurde die isländische Krone aufgrund der Finanzkrise ab 2007 massiv abgewertet. So stieg der Kurs des Euro gegenüber der ISK im Zeitraum Oktober 2007 bis Oktober 2008 um mehr als 208 % an.[7] Durch die Währungsabwertung stieg die Inflation von September 2007 bis September 2008 von knapp unter 4 % auf 14 %.[8] Der isländische Leitzins wurde im Oktober 2008 auf 18 % erhöht.

Das pro-Kopf-Einkommen in Island lag vor der Finanzkrise an der Weltspitze, dies galt allerdings aufgrund der hohen Steuern und Lebenshaltungskosten auch für die Ausgaben. Die Lebenserwartung der Isländer ist eine der höchsten der Welt. In der Liste des menschlichen Entwicklungsstandes, dem Human Development Index (HDI), lag Island weltweit ab November 2007 erstmals auf Platz eins, knapp vor Norwegen, das sechs Jahre an der Spitze des Indices stand. Im Vergleich mit dem durchschnittlichen Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf der EU (EU27=100) erreichte Island 2005 einen Index von 129.[9] Die Arbeitslosenquote lag im Februar 2009 bei 8,2 % nach 1,9 % im Oktober 2008[10]. Island ist als Staat de facto bankrott.

10 % der Isländer sind Fischer, und mehr als die Hälfte führen Dienstleistungen aus. Exportiert werden Fisch und Maschinen. Die Landwirtschaft besteht hauptsächlich aus der Haltung von Schafen, Islandpferden und Rindern.

Export / Import

Wirtschaftsgeschichte

Island war bis in das 20. Jahrhundert ein landwirtschaftlich geprägtes Land. Bei einer Volkszählung im Jahr 1703 waren 69 % der Bevölkerung ausschließlich in der Landwirtschaft tätig, 30 % betrieben neben der Landwirtschaft noch Fischerei. Zu dieser Zeit waren also rund 99 % der Bevölkerung in der Landwirtschaft beschäftigt. Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte dann der Übergang zur Hochseefischerei. Die Landbevölkerung fand hier neue Arbeitsplätze und so war 1901 nur noch die Hälfte der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig. Der Trend hat bis heute angehalten; zur Zeit arbeiten nur noch etwa 10 % der isländischen Bevölkerung in der Landwirtschaft (inklusive Fischfang). In der Industrie arbeiten etwa 18 %, im Dienstleistungsbereich 72 % der Beschäftigten (Stand: 2003).

Island ist besonders betroffen durch die seit 2007 andauernde Finanzkrise. Die drei größten Banken des Landes haben sich durch starke internationale Verflechtungen als besonders krisenanfällig erwiesen, weshalb die isländische Regierung Anfang Oktober 2008 die Verstaatlichung des gesamten Bankensektors beschlossen hatte. Neben der Abwendung eines drohenden Staatsbankrotts soll durch diese Notmaßnahme auch eine weitere Abwertung der isländischen Krone, die zwischen Oktober 2007 und Oktober 2008 mehr als 70 % ihres Wertes gegenüber dem Euro verloren hatte, verhindert werden.[11] Am 16. Oktober 2008 gab die Regierung Islands an, eine fällige Anleihe der verstaatlichten Glitnir-Bank in Höhe von 750 Millionen US-Dollar nicht zurückzuzahlen, womit Island de facto zahlungsunfähig ist.[12] Eine formale Zahlungsunfähigkeit besteht jedoch noch nicht, da die Anleihe nicht von Island selbst emittiert wurde. Der CDS-Spread Islands impliziert jedoch eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die formale Zahlungsunfähigkeit in wenigen Jahren eintritt.[13]

Island ist laut dem US-amerikanischen Ökonomen und Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman vor Irland und Österreich das Land mit dem größten Risiko einer Staatspleite.[14][15][16]

Landwirtschaft

Abtrieb der Schafe im Þjórsádalur nahe der Hekla

Ein großer Teil der Insel besteht aus Lavawüsten, die weder bewohnbar noch landwirtschaftlich nutzbar sind. Dies betrifft fast das ganze Inland (Isländisches Hochland). 11 % des Landes sind von Gletschern bedeckt.

Die bewohnten Gebiete befinden sich hauptsächlich entlang der Küste. 20 % des fruchtbaren Landesteils werden für die Viehzucht (vor allem Schafe und Pferde) genutzt, nur 1 % für den Anbau von Getreide oder anderen Feldfrüchten. Dies liegt an den relativ kühlen Sommertemperaturen, während im Winter der Golfstrom besonders im Südwesten für ein verhältnismäßig mildes Klima sorgt. Die Durchschnittstemperaturen betragen 11 °C im Juli und −1 °C im Januar.

Die Schafe und Pferde befinden sich im Sommer auf den Hochweiden im Hochland. Die Mutterschafe mit den Lämmern werden im Juni auf die Hochweiden getrieben oder im Lastwagen dorthin gebracht und laufen in einem großen Gebiet, das jeweils zu bestimmten Gemeinden gehört, frei umher. Sie folgen beim Weiden immer dem frischesten Pflanzenwuchs nach oben. Daher ist das Lammfleisch in Island besonders gut und von Natur aus gewürzt. Im Herbst, das heißt im September/Oktober, treibt man die Tiere zusammen und holt sie wieder herunter, wo sie den Winter auf den Weiden im bewohnten Gebiet bzw. im Stall verbringen. Der Abtrieb ist immer eine festliche Angelegenheit. Schulkinder fahren mit Bussen zu den jeweiligen Sammelstellen, großen Pferchen, sog. Réttir. Sie schauen bei der letzten Phase zu oder helfen auch mit. Abends gibt es immer einen großen Ball für die Erwachsenen.

Inzwischen nutzt man auch in zahlreichen Gewächshäusern die Geothermische Energie für den Anbau von Gemüse und Obst, so etwa in Hveragerði. Zudem werden immer mehr Wälder gepflanzt, etwa im Gebiet um die Hauptstadt Reykjavík oder rund um den Skorradalsvatn in Westisland.

Fischerei

Die Züge des Kapelan rund um Island
Traditionelles Fischerboot, Achtruderer

Aufgrund der Lage auf einem Schelfsockel des Mittelatlantischen Rückens sind die Fischgründe rund um Island besonders ergiebig. Das Meer rund um die Insel ist reich an Phytoplankton, der die Grundlage der Nahrungskette im Meer bildet.[17]

Island ist deutlich vom Fischfang abhängig (Fischprodukte machen 76 % der Exporte aus). Zum Schutz der Fischgründe wurde 1631 erstmals eine Schutzzone von 32 Seemeilen festgelegt. Sie wurde jedoch wieder aufgehoben, und erst im Jahr 1901 wurde eine neue Schutzzone von drei Seemeilen festgelegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte der Einsatz der modernen Fangflotte innerhalb weniger Jahre zur Überfischung der isländischen Gewässer. Deshalb wurde die Schutzzone 1952 auf vier Seemeilen ausgedehnt. Wegen erneuter Überfischung wurde die Zone 1959 dann auf zwölf Seemeilen erweitert. Anfang der 70er Jahre brachen die Bestände wirtschaftlich genutzter Fischarten wieder zusammen. Island erweiterte die Schutzzone auf 50 Seemeilen. Es kam zum Streit zwischen Island und Großbritannien, denn die Briten waren nicht bereit, die erweiterte Schutzzone zu akzeptieren. Der Streit eskalierte und britische Trawler wurden von Kriegsschiffen begleitet. Dieser erste Kabeljaukrieg wurde schließlich auf dem Verhandlungsweg beigelegt. Da die Erweiterung der Schutzzone auf 50 Seemeilen nicht die erhoffte Wirkung zeigte, wurde die Schutzzone 1975 auf 200 Seemeilen erweitert. Es kam erneut zum Streit zwischen Island und Großbritannien, aber auch der zweite „Kabeljaukrieg“ wurde auf dem Verhandlungsweg beigelegt. Die 200-Meilen-Zone ist heute internationaler Standard und völkerrechtlich anerkannt. Seit 1991 können isländische Fischereiprodukte zollfrei in die Europäische Union eingeführt werden.

Interessant ist die Tatsache, dass trotz der Bedeutung der Fischerei nur etwa 5,2 % der Arbeitnehmer direkt auf Booten und weitere 6,7 % in der Fischverarbeitung beschäftigt sind.

Tourismus

Hotel Borg, Reykjavík
Campingplatz in Landmannalaugar

Hauptartikel: Tourismus in Island

Der Tourismus bildet den zweitgrößten Wirtschaftszweig; insbesondere der Sommertourismus spielt eine große Rolle: Beliebt sind die Natur, die Gletscher, der Reittourismus und viele andere Aktivitäten. 2004 nahm die Zahl der ausländischen Touristen um 13 % zu und stieg auf 362.000. In der Besucherstatistik führen jetzt Briten vor Nordamerikanern und Deutschen. Der Tourismus ist in den letzten Jahrzehnten für Island zu einer immer wichtigeren Quelle für Deviseneinnahmen geworden. Der Anteil an den Exporterlösen liegt bei dieser Branche bei 13 %.

Während im Jahr 1950 lediglich rund 4000 Besucher nach Island kamen, stieg die Zahl auf etwa 190.000 im Jahr 1995. Seit Mitte der 1990er Jahre nimmt der Touristenstrom jährlich in großem Maße zu. Im Jahr 2000 zählte man mit über 300.000 Reisenden erstmals mehr Touristen, als Island damals Einwohner hatte. Zugleich stieg auch die Zahl der Übernachtungen in Hotels und Gästehäusern sowie auf Bauernhöfen auf dem Land deutlich.

Knapp 75 % der ausländischen Touristen stammen aus europäischen Ländern, insbesondere aus Deutschland, Frankreich und aus anderen Ländern Skandinaviens.

Durch die geographisch abgeschiedene Lage im Nordatlantik profitieren zudem Transportunternehmen von dem ansteigenden Tourismus, da man Island nur per Flugzeug – wie beispielsweise mit Germanwings, LTU oder den isländischen Fluggesellschaften Icelandair und Iceland Express – oder mit dem Schiff (Autofähre Norröna) erreichen kann.

Energieerzeugung

Die Stromerzeugung in Island ist vollständig regenerativ: Über 80 % wird durch Wasserkraft erbracht sowie knapp 20 % durch Geothermie (siehe auch Liste isländischer Kraftwerke; Geothermale Energie in Island).

Das Wasserkraftwerk Búrfellsvirkjun in der Nähe des Vulkans Hekla

In den Jahren 2000–2004 lag dabei der Anteil der Großindustrie am Stromverbrauch bei 63,4–64,9 %. Davon zeichnen die Aluminiumhütten für knappe 80 % verantwortlich, sodass deren Anteil am Gesamtstromverbrauch knapp über 50 % liegt, in den kommenden Jahren aber durch Erweiterungen und Neubau noch deutlich steigen soll. Die Regierung Islands versucht dabei, internationale Industrie nach eigenen Worten mit den niedrigsten Strompreisen Europas zu überzeugen. Für die benötigten Energiemengen müssen dabei mit Wasserkraft und neuerdings auch mit Geothermie betriebene Großkraftwerke errichtet werden, was zum Teil erhebliche Eingriffe in die Natur bedingt. Ein Beispiel für ein in diesem Zusammenhang umstrittenes Projekt ist der Bau von Kárahnjúkavirkjun, eines Wasserkraftwerkes im Osten Islands nahe der Ortschaft Reyðarfjörður. Den positiven wirtschaftlichen Folgen stehen unabsehbare, möglicherweise negative ökologische Folgen gegenüber.

In Kárahnjúkar, in den Bergen von Ost-Island wurde das neueste und größte Wasserkraftwerk errichtet, das Kárahnjúkavirkjun.

Derzeit ist Island auf dem Weg in eine Wasserstoffwirtschaft. Dies ist vor allem durch die heißen Quellen (siehe Geographie Islands) möglich, welche zur Stromerzeugung nutzbar gemacht werden. Mit dieser umweltfreundlichen Energiequelle lässt sich Wasserstoff relativ kostengünstig als Energieträger herstellen, der dann wieder in Haushalten, Pkw, Bussen etc. zu Strom und Wärme (meist in Brennstoffzellen) umgesetzt werden kann. Diese Entwicklung steckt jedoch noch in den Kinderschuhen und soll bis 2030 annähernd umgesetzt sein. Die Ankündigung der Wasserstoffwirtschaft hat Island sehr viel internationale Aufmerksamkeit beschert, wobei jedoch die Unterstützung der eigenen Bevölkerung und Politik sehr dürftig ist. So steht auch der weitere Verlauf dieses Projektes zur Zeit in Frage.

Staatsausgaben

Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für

Kultur

Literatur

Grettir, einer der Helden der Isländersagas

Es ist die isländische Literatur, die die Kultur Islands über viele Jahrhunderte hinweg bis heute prägt. Zu den wohl bekanntesten Werken altisländischer Literatur zählt dabei die Edda. Unter diesem Namen werden zumeist zwei Werke zusammengefasst, die so genannte Lieder-Edda und die Snorra-Edda, welche Snorri Sturluson um das Jahr 1220 verfasste. Die Snorra-Edda ist eine einzigartige Quelle der alten nordischen Mythologie und Dichtkunst (Skalden-Prosa/Skáldskaparháttur). Mit den im 13. und 14. Jahrhundert nach mündlicher Überlieferung verfassten Isländersagas wurde nicht nur der Grundstein für die Entwicklung der nordeuropäischen Literatur gelegt, sondern schrieb sich Island in das literarische Weltkulturerbe ein. Die Zeit, in der sich die in ihnen geschilderten weltlichen Ereignisse zugetragen haben, reicht von der Landnahme Islands um 860 bis in das 11. Jahrhundert. Sie sind jedoch nur ein Teil jener isländischen Sagaliteratur, zu der im engeren Sinne auch die Königssagas (Konungasögur), die Vorzeitsagas (Fornaldarsögur), die Sturlungensaga (Sturlunga saga) sowie die Bischofssagas (Byskupasögur) zählen, die zu den Gegenwartssagas gerechnet werden.

Auch die moderne isländische Literatur findet seit langem außerhalb Islands viele Anhänger – nicht nur die Werke des Nobelpreisträgers Halldór Laxness. So erreichen die Krimis des Schriftstellers Arnaldur Indriðason in den letzten Jahren Bestsellerauflagen in deutscher Übersetzung.

Im Jahr 2011 wird Island unter dem Motto Sagenhaftes Island Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse sein. Der Schwerpunkt des isländischen Gastlandauftrittes liegt dabei auf der Neubearbeitung und Übersetzung der Isländersagas. Daneben ist der Fokus auf die Klassiker des 19. und 20. Jahrhunderts, bedeutende Autorinnen und Autoren der Gegenwart sowie die neuen Stimmen der isländischen Literatur gerichtet. Ein umfangreiches Kunst- und Kulturprogramm wird isländische Künstlerinnen und Künstler aller Kunstsparten von der Musik über die Bildende Kunst bis hin zu Film, Mode, Design, Architektur und Fotografie in Deutschland vorstellen.

Bildende Kunst

Wollte man eine Geschichte über die isländische Malerei und Bildhauerei und mithin der Kunst schreiben, so wären jene Seiten, die der Zeit von der ersten Besiedlung bis etwa in die Mitte des 19. Jahrhunderts vorbehalten wären, entweder kaum beschrieben oder würden nur einen Bruchteil des Gesamtwerkes ausmachen. Zwar brachten die ersten Siedler Islands die norwegische Volkskunst mit auf die Insel im Nordatlantik – und galten die Wikinger als künstlerisch begabt – doch wurden aufgrund des rauen Klimas und nur geringer Ressourcen viele Zeugnisse im Laufe der Jahrhunderte vernichtet. So setzte eine wirkliche Entwicklung, etwa der Malerei, erst in der Neuzeit ein und auch in anderen Bereichen entwickelte sich die isländische Kunst erst in den letzten 150 Jahren.

Daher kann, sieht man einmal von Sigurður Guðmundsson (1833–1874) ab, als erster moderner Maler Þórarinn B. Þorláksson (1867–1924) betrachtet werden, in dessen Nachfolge die isländische Malerei mit den Künstlern Ásgrímur Jónsson, Jón Stefánsson und Jóhannes Sveinsson Kjarval (1885–1972) zunehmend an Bedeutung gewann, während für die Anfänge der isländischen Bildhauerei Einar Jónsson (1874–1954) und in Folge Ásmundur Sveinsson (1893–1982), Sigurjón Ólafsson (1908–1982) und Gerður Helgadóttir (1928–1975) stehen.

Reisen und Studienaufenthalte im zumeist europäischen Ausland zeitigten eine Einflussnahme der europäischen, zeitaktuellen Kunstströmungen auf viele Künstlerinnen und Künstler Islands. So lassen sich in den frühen Bildern Jón Engilberts (1908–1972) Parallelen zum Deutschen Expressionismus finden, zeigt sich der Einfluss des Kubismus in den Werken von Nína Tryggvadóttir (1913–1968) oder findet sich, nicht von ungefähr, das Farb- und Formenspiel der Gruppe COBRA bei Svavar Guðnason (1909–1988), gehörte der Maler doch zu deren Mitgliedern. Seit den 1960er Jahren findet sich auch die Konzeptkunst in Island. Doch wird gerade diese Kunstrichtung, die für ihre geglätteten Formen und einfach strukturierten Gedankengänge bekannt ist, von dem zugleich internationalsten isländischen Vertreter, Sigurður Guðmundsson (* 1942), vielschichtig und mit beinahe konspirativer Energie transformiert. Sein Werk umfasst dokumentierte oder undokumentierte Performances, Fotografien, Zeichnungen, Drucke, Skulpturen, Installationen und sogar Musik-Kompositionen. Er unterwirft sich weder einem konventionellen Blick auf die Grenzen dieser Kunstform, noch lässt er sich durch Formprobleme oder andere technische Schwierigkeiten einengen. Einen nicht unerheblichen und bis heute anhaltenden Einfluss auf die jüngere isländische Kunst hatte der Wahlschweizer und seit 1960 auch in Island lebende Dieter Roth (1930–1998). Sein Werk, das die traditionell engen Grenzen der Kunst sprengte – war Roth doch zugleich Grafiker, Schmuck- und Möbeldesigner, Filmemacher, Maler und Bildhauer, Dichter und Musiker – findet sich noch heute in den prozesshaften Installationen vieler junger KünstlerInnen und ebenso seine Vorliebe für Kooperationen von Künstlern verschiedener Sparten, ja selbst die Zusammenarbeit mit Laien sind noch immer richtungsweisend und zugleich charakteristisch für die aktuelle isländische Kunst.

Zahlreiche Museen, Galerien und Projekträume, oder auch Institutionen wie das CIA.IS – Center for Icelandic Art, Festivals wie das jährlich stattfindende Reykjavik Arts Festival oder SEQUENCES real time festival sowie Magazine wie LIST icelandic art news zeugen von der wachsenden Bedeutung Bildender Kunst innerhalb der isländischen Kultur.

Fotografie

Die isländische Fotografie weist ein breites Spektrum auf. Dieses reicht u.a. von Magnús Ólafsson (1862–1937), der die Lebensbedingungen einer von technologischem Fortschritt, sozialen Veränderungen und urbanen Entwicklungen geprägten Jahrhunderthälfte beleuchtete, über den Porträtfotografen Sigriður Zoëga (1889–1968), den für seine Landschaftsaufnahmen berühmt gewordenen Vigfús Sigurgeirsson (1900–1984) bis hin zu dem seit Jahren als Fotojournalist für Morgunblaðið, National Geographic, Time, Life, Stern und Le Figaro tätigen und mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Fotografen Ragnar Axelsson (* 1958, bekannt unter dem Pseudonym RAX) und dem mit seiner künstlerisch-dokumentarischen Fotografie in der Tradition der amerikanischen New Topographics stehenden Fotografen Guðmundur Ingólfsson (* 1946). Zahlreiche isländische Fotografen haben sich mit Landschaftsaufnahmen und Buchveröffentlichungen befasst, so auch Páll Stefánsson, Sigurgeir Sigurjónsson und Guðmundur Páll Ólafsson.

Haraldur Jónsson (* 1961), Hrafnkell Sigurðsson (* 1963), Bjargey Ólafsdóttir (* 1972), Katrin Elvarsdóttir (* 1964) und mit fotografischen Werkgruppen auch die Künstlerinnengruppe Icelandic Love Corporation, Rúrí (* 1951) und Gabríela Friðriksdóttir (* 1971) vertreten dabei eindeutig künstlerische Positionen. Früher hatten Mitglieder der Künstlergruppe SÚM Aufsehen erregt, vor allem Sigurður Guðmundsson.

Musik

Generell hat man in Island großes Interesse an Musik. So gibt es im Lande Vertreter der verschiedensten Musikrichtungen.

Traditionelle und klassische Musik

Bekannt sind in Island die isländischen Zwiegesänge und die isländischen Reimweisen.

Eine beliebte Gruppe mit volkstümlicher Musik sind etwa die Álftagerðisbræður.

Zu den renommiertesten klassischen Komponisten gehören Jón Ásgeirsson, Hafliði Hallgrímsson und Jón Leifs. In Reykjavík residiert das Isländische Sinfonieorchester, das auch Konzerte im Ausland aufführt.

Rock, Pop, Jazz und Liedermacher

Björk

Die wohl bekannteste aus Island stammende Musikerin ist Björk, die wohl erfolgreichste Band ist Sigur Rós. Weitere bekannte Bands sind etwa Amiina, GusGus oder múm. Der Rocksänger Bubbi Morthens erfreut sich seit vielen Jahren großer Popularität. Eine jüngere isländische Künstlerin mit italienischem Namen hat derzeit sehr viel Erfolg in Island und Großbritannien: Emiliana Torrini. Weitere bekannte Musiker sind etwa Múgison und Megas.

Seit 1999 findet jährlich in Reykjavik das Rockfestival Iceland Airwaves statt.

Island hat auch eine aktive Jazz-Szene. Die seit 1977 bestehende Funk-Fusion-Band Mezzoforte hatte 1983 mit „Garden Party“ einen europaweiten Hit. Ein weiterer bekannter Musiker ist der Bassist Skúli Sverrisson. Bei dem jährlich abgehaltenen Reykjavik Jazz Festival treten auch international bekannte Künstler auf.

Der Liedermacher Hörður Torfason hat sich immer schon politisch engagiert, sich z.B. für die Gleichberechtigung von Homosexuellen eingesetzt, und in den letzten Monaten eine Führungsrolle bei den Demonstrationen in Reykjavík übernommen. Auch die Baggalútur sind eine beliebte Liedermacherband.

Großes Interesse herrscht in Island auch am jährlich stattfindenden Eurovisions-Wettbewerb. 2008 gelangten die Vertreter Islands Eurobandið mit dem Song This is my life auf Platz 16.

Theater und Film

Die wichtigste Spielstätte isländischen Theaters ist das Þjóðleikhúsið in der Hauptstadt Reykjavík. Ein weiteres großes dort stationiertes Theater ist das Borgarleikhúsið. Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich auch die Theater von Hafnarfjörður und Akureyri. In Reykjavík gibt es außerdem noch zahlreiche kleinere Theater. Eines davon befindet sich im Museum zur Landnahme (Landnámssetrið) in Borgarnes und führt Stücke auf, die auf der Saga um Egill Skallagrímsson basieren (im Sommer auch auf Englisch).

Sehr beliebt sind bei den Isländern auch die Laienspielgruppen.

Ferner ist der isländische Film auf dem Vormarsch. Im Jahr 1988 wurde Hrafn Gunnlaugssons Der Schatten des Raben (Í skugga hrafnsins) in zwei Kategorien für den neu eingeführten Felix, den Europäischen Filmpreis, nominiert. Der Filmemacher Friðrik Þór Friðriksson wurde im Jahr 1992 mit seinem Film Börn Náttúrunnar (dt. Children of Nature – Eine Reise) für den Oscar nominiert. Auch der Film Nói Albínói von Dagur Kári machte auf dem Festival von Rotterdam 2003 Furore. Ein weiterer prominenter Exponent des isländischen Kinos ist der Schauspieler und Regisseur Baltasar Kormákur der mit 101 Reykjavik und Die kalte See zwei der bislang erfolgreichsten isländischen Filme schuf.

Museen und Sehenswürdigkeiten

Neben zahlreichen Museen für Kunst erinnern das Nationalmuseum in Reykjavík sowie zahlreiche kleinere Museen in der Hauptstadt Reykjavík und anderen Städten an das kulturelle Erbe Islands. Insbesondere die Freilichtmuseen dokumentieren das mühevolle Leben vergangener Jahrhunderte.

Þingvellir als traditioneller Versammlungsort des Althing wurde 1928 zum Nationalpark und 2004 zum Weltkulturerbe erklärt.

Þingvellir ist einer der drei Stopps des bei Besuchern sehr beliebten Goldenen Rings. Auf dieser Tagestour werden ebenfalls der Wasserfall Gullfoss und das Geothermalgebiet in Haukadalur mit seinen Geysiren besucht.

Sport

Der eingebürgerte Lette Alexander Petersson ist einer der Stars der isländischen Handballnationalmannschaft (2007)

Der traditionelle Nationalsport Islands ist Glíma, eine Art Ringen. Dabei dürfen sich die Kämpfer nur an ihren Gürteln packen und müssen versuchen, ihren Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen. Der Meisterschaftsgürtel Grettisbeltið hat seinen Namen von dem Sagahelden Grettir dem Starken. Glíma hat jedoch in letzter Zeit an Popularität verloren. Boxen ist erst seit 2002 in Island wieder erlaubt, es war 1956 „zum Schutze der Gesundheit“ verboten worden.[18]

Die olympische Silbermedaille des Leichtathleten Vilhjálmur Einarsson im Dreisprung 1956 ist der größte Erfolg eines einzelnen Isländers auf internationaler Ebene.

Obwohl es schon aufgrund der Bevölkerungszahl schwierig ist, bei Mannschaftssportarten zumindest europaweit konkurrenzfähig zu sein, ist dies beim Handball gelungen. Die Männer-Handballnationalmannschaft schaffte sowohl bei einer Europa- als auch bei einer Weltmeisterschaft eine Platzierung unter den ersten fünf. Der größte Mannschaftserfolg in der isländischen Sportgeschichte überhaupt war der Einzug in das olympische Finale 2008.

Die Fußballnationalmannschaft konnte sich zwar bislang nicht für eine Europa- oder Weltmeisterschaft qualifizieren, der isländische Fußball brachte jedoch Spieler mit internationalem Format wie Eiður Guðjohnsen, Ásgeir Sigurvinsson oder Eyjólfur Sverrisson hervor, die eine feste Größe in ausländischen Topvereinen wurden.

Das Reiten ist in Island immer noch ein Volkssport. Auch bei internationalen Wettbewerben erringen Isländer vor allem mit ihren eigenen Islandpferden viele Medaillen.

Das besonders hohe sportliche Niveau im Vergleich zu den anderen europäischen Kleinstaaten zeigt sich auch im ewigen Medaillenspiegel der Spiele der kleinen Staaten von Europa, bei dem Island den ersten Platz belegt.

Das Schachspiel besitzt in Island eine große Popularität. Mit neun aktiven Großmeistern erreicht Island mit einem Großmeister pro 35.000 Einwohner den weltweit höchsten Wert.

Sitten und Gebräuche

Sprache und Namen

Das isländische Alphabet hat 32 Buchstaben (siehe Isländische Sprache), vom A über Á und so weiter bis hin zum Æ und schließlich zum Ö. Anders als im Deutschen werden Umlaute wie Ö als selbständige Buchstaben behandelt und nicht als Oe umschrieben und einsortiert. Entsprechend sind die Wörter im Lexikon und auch die Namen in sämtlichen isländischen Registern wie unter anderem auch dem Telefonbuch gereiht. Dort sind die Einträge nach Vornamen sortiert; Familiennamen sind selten. Stattdessen tragen die Isländer den Vaternamen (seltener Mutternamen) mit der Endung „Tochter“ -dóttir beziehungsweise „Sohn“ -son (prominentes Beispiel: Björk Guðmundsdóttir = Björk, Guðmundurs Tochter) und behalten diesen daher bei der Eheschließung bei. In den Familien werden die Vornamen oft weitergegeben. Um Verwechslungen zu vermeiden, erhalten die Kinder oft mehrere Namen. Wenn man sich mit „Ich heiße …“ vorstellt, kommt häufig die Gegenfrage „Wessen Sohn/Tochter?“. Damit wird auch nach der Familie gefragt. Viele Isländer können ihre Abstammung bis zur Zeit der Landnahme zurückverfolgen.

Badekultur

Gvendalaug in den Westfjorden

Island ist für seine besondere Badekultur bekannt. Heiße Quellen wurden schon im Mittelalter zum Erholen und Baden genutzt, wie man zum Beispiel den Sagas entnehmen kann. Man hat auch einige noch erhaltene gefunden, wie zum Beispiel das Snorralaug in Reykholt oder das Gvendalaug.

Heute gibt es allein in Reykjavík sieben Freiluft-Thermalbäder, auch auf dem Lande finden sich zahlreiche Thermal-Freibäder (insgesamt etwa 250 im Lande). Schon im Babyalter werden die Säuglinge mit dem nassen Element vertraut gemacht. Viele Isländer sehen in ihrer Badekultur den Hauptgrund für ihre hohe Lebenserwartung. Mittlerweile zu einer touristischen Sehenswürdigkeit geworden ist das Freiluftbad Blaue Lagune bei Grindavík.

Elfen

Viele Isländer glauben an die Existenz von Elfen. Der Künstler Wolfgang Müller erfand in einem Artikel in der Jahresendausgabe (30. Dezember 1995) der Frankfurter Rundschau das Amt der Elfenbeauftragten, von der er behauptete, sie sei im Bauamt der Stadt Reykjavík beschäftigt. Als Amtsinhaberin nannte er die Professorin für Musik in der Fachrichtung Klavier, Erla Stefánsdóttir. Diese Nachricht verbreitete sich rasch über die Medien. Viele Isländer sind der Ansicht, Müller habe vor allem durch sein Interview und seine Vorträge über Island der hellsichtigen Klavierlehrerin zu großer Prominenz und einer einträglichen Einkunft verholfen. Tatsächlich gibt es dieses Amt jedoch nicht.

Alkohol und Rauchen

Wie auch in anderen skandinavischen Staaten gibt es alkoholische Getränke nur in staatlichen Monopolläden, Tabakwaren dürfen in den Geschäften nicht offen einsehbar sein. Alkoholkonsum (auch Bier) ist gesetzlich erst ab dem 20., Rauchen hingegen bereits ab dem 18. Lebensjahr gestattet. Bier ist in Island erst seit Ende der 1980er Jahre wieder erlaubt.

Seit 1. Juni 2007 ist das Rauchen in Island in Restaurants, Cafés und öffentlichen Gebäuden verboten.

Feiertage

1. Januar: Neujahr

variabel: Gründonnerstag

variabel: Karfreitag

variabel: Ostersonntag

variabel: Ostermontag

Donnerstag zwischen 19. bis 25. April: 1. Sommertag

1. Mai: Tag der Arbeit

variabel: Himmelfahrt

variabel: Pfingstsonntag

variabel: Pfingstmontag

1. Sonntag im Juni: Seemannstag

17. Juni: Nationalfeiertag

1. Montag im August: Kaufleutefeiertag

1. Dezember: Souveränitätstag

24. Dezember: Heiligabend (ab Mittag)

25. Dezember: 1. Weihnachtsfeiertag

26. Dezember: 2. Weihnachtsfeiertag

31. Dezember: Silvester (ab Mittag)

Feiertage

Nationalfeiertag

Island feiert seinen Nationalfeiertag am 17. Juni in Erinnerung an den Geburtstag von Jón Sigurðsson (1811–1879). Er war der Vorkämpfer für Islands Selbstständigkeit. Am 17. Juni 1944 wurde in Þingvellir die Republik ausgerufen.

Feiertag sumardagurinn fyrsti und isländische Monatsnamen

Eine Besonderheit ist der Feiertag sumardagurinn fyrsti, der erste Sommertag. Er fällt auf den ersten Donnerstag nach dem 18. April. Es ist der erste Tag des ersten Sommermonats harpa nach der alten isländischen Monatseinteilung. Schon lange bevor Weihnachtsgeschenke üblich wurden, gab es an diesem Tag sogenannte Sommer-Geschenke für die Kinder und Liebsten. Man wünscht sich gegenseitig einen „fröhlichen Sommer“ und bedankt sich für die miteinander verbrachte Zeit (hier den Winter). Entsprechend gibt es auch einen „ersten Wintertag“, zu dem man sich für gemeinsam verbrachte Stunden des vergangen Sommers bedankt, der jedoch ansonsten nicht speziell begangen wird. Die alten isländischen Monatsnamen sind auch heute noch teilweise bekannt. Früher wurden nur die Jahreszeiten Winter und Sommer unterschieden. So wird auch heute das Alter von Pferden in Wintern und nicht in Jahren angegeben.

Feiertage für Berufsgruppen

Der Seemannstag Sjómannadagur

Der Seemannstag wird jeweils am ersten Sonntag im Juni gefeiert. Er hat sich im 20. Jahrhundert entwickelt, ist aber erst seit 1986 ein offizieller Feiertag, an dem die gesamte Fischereiflotte von Gesetzes wegen im Hafen liegen muss. Früher waren einzig der Seemannstag und die Weihnachtsfeiertage Termine, welche die Seeleute sicher mit ihren Familien verbringen konnten. Auch heute noch wird dieser Tag mit viel Seemannsfolklore begangen und Häfen und Schiffe werden feierlich beflaggt. Gerade in den abgelegenen Fischerdörfern ist dieser Tag nach wie vor ein wichtiges, identitätsstiftendes Fest, nicht zuletzt auch, weil es nach einem langen Winter der erste größere Anlass für Zusammenkünfte im Freien ist.

Der Kaufleutefeiertag Verslunarmannadagur

Ein anderer Feiertag ist der Kauflautefeiertag Verslunarmannadagur am 1. Montag im August. Viele Isländer nutzen dieses verlängerte Kaufleute-Wochenende Verslunarmannahelgi für Ausflüge in die Natur, Besuche von OpenAir-Festivals und ausgelassene Feiern. Obwohl es sich ursprünglich um den Feiertag der Kaufleute handelt, sind Büros und Behörden sowie Fabriken und Baustellen verwaist. Paradoxerweise ist am ehesten noch der Einzelhandel davon ausgenommen, da es sich um den Höhepunkt des Reisesommers handelt, sowohl für Einheimische wie ausländische Touristen. Seit 2002 bemüht sich der Handel aber, Ladenöffnungen auf das Nötigste zu beschränken.

Der Studentenfeiertag Fullveldisdagur

Der Souveränitätstag bezieht sich auf die Ausrufung des eigenständigen (souveränen) Königreichs Island in Personalunion mit Dänemark am 1. Dezember 1918. Wörtlich ist damit die Erlangung der „vollen staatlichen Gewalt“ gemeint, der Begriff „Selbständigkeits-“, oder „Unabhängigkeitstag“ wird hingegen umgangssprachlich mit der Ausrufung der Republik 1944 verbunden. Zur Feier dieses Tages haben die Studenten und Schüler unterrichtsfrei, ansonsten geht das Geschäftsleben aber seinen gewohnten Lauf. Allerdings hat der Staatspräsident bei einer Ansprache im Herbst 2008 gefordert, der isländischen Nation ihren Souveränitätstag wieder zu geben. Ob damit die Erhebung des 1. Dezembers zum offiziellen Feiertag gemeint ist, bleibt bis auf weiteres unklar.

Weihnachtsbräuche

Weihnachtsbäume haben sich wie andere kontinentaleuropäische Bräuche erst spät in Island eingebürgert. In Ermangelung geeigneter Bäume fertigte man zu Anfang des 20. Jahrhunderts noch baumartige Lattengestelle an und bemalte diese grün. Daran wurden Kerzen, immergrüne Zweige und Baumschmuck befestigt. Nadelbäume als Weihnachtsbäume gibt es erst etwa seit den 1960er Jahren. Heutzutage tritt neben die aus Skandinavien importierten Weihnachtsbäume auch die Produktion aus heimischen Aufforstungen, ebenso erfreuen sich Plastikbäume ungebrochener Beliebtheit.

In der Vorweihnachtszeit finden zahlreiche Kinderweihnachtsfeiern statt, und man veranstaltet Festessen, für die manche Bauern traditionell ein Weihnachtsschaf schlachten. Das weihnachtliche Festmahl besteht für viele aus einem geräucherten Schweinerücken (ähnlich dem Kasseler), was als Delikatesse gilt und auf dänischen Einfluss zurück geht. Für andere sind (selbst gejagte) wilde Alpenschneehühner ein unabdingbarer Bestandteil der Weihnachtstafel. Traditioneller, aber nicht weniger beliebt sind geräuchertes Hammelfleisch und Fisch, dazu wird Bier oder mit Malzbier gemischte Orangenlimonade („Weihnachtsbier“) getrunken. Eine weitere beliebte Weihnachtstradition ist der Mandel-Reisbrei mit unter anderem einer einzelnen ganzen Mandel darin; wer die Mandel in seinem Teller findet, hält dies möglichst bis zum Schluss der Mahlzeit geheim und bekommt dann ein Extrageschenk. Ein ungewöhnlicher Adventsbrauch ist der Verzehr von Gammelrochen am Tag vor Weihnachten, Þórláksmessa, nicht unähnlich der katholischen Fischessen zu Aschermittwoch. Der Tag ist nach dem heiligen isländischen Bischof Þórlákur von Skálholt benannt. Dieser Heiligengedenktag hat sich auch nach der Reformation, die in Island um die Mitte des 16. Jrhds. eingeführt wurde, erhalten.

Eine Besonderheit Islands ist die Tradition der Weihnachtsmänner, der jólasveinar (wörtlich Weihnachtsgesellen). Es gibt derer 13; sie wohnen mit ihrer Mutter, der Hexe Grýla und ihrem liederlichen Gefährten Leppalúði sowie der riesigen Weihnachtskatze in einer Höhle in den Bergen. In den 13 Nächten vor dem ersten Weihnachtsfeiertag (25. Dezember) kommen sie in die von Menschen bewohnten Gegenden; jeden Abend kommt einer und sie bleiben je 14 Tage, sodass der erste am 12. Dezember und der letzte an Heiligabend kommt, der erste am 25. Dezember die Menschen wieder verlässt und der letzte dementsprechend am 6. Januar. Dieser Tag wird dementsprechend auch „þrettandi“ = 13. Tag (des Weihnachtsfestes) genannt. Die Weihnachtsmänner entsprechen nicht der europäisch-amerikanischen Vorstellung des hl. Nikolaus respektive Santa Claus, sondern sind vielmehr verschmitzte Burschen, die ständig Schabernack im Sinne haben. Ursprünglich waren sie auch nur in schäbiges Häuslergewand gekleidet und von boshafter Wesensart, heute kommen sie ebenfalls mit Rauschebart und weiß bepelztem, leuchtend rotem Mantel daher, allerdings in schweren Stallschuhen und Zipfelmütze. Jeder ist dabei auf etwas anderes spezialisiert, zum Beispiel ist Hurðaskellur der „Türknaller“, Skyrgámur schleckt die Tonnen mit Skyr, dem isländischen Quark, aus u.s.w., der letzte, Kertasníkir stiehlt gar noch das in langer Winternacht so wichtige Kerzenlicht. Darüber hinaus erkunden sie aber auch noch, welche Kinder brav und welche unartig sind. Je nach Auslegung werden die braven Kinder in den 13 Nächten vor Weihnachten entweder von ihnen oder von den Eltern mit kleinen Geschenken bedacht, die in den dafür im oder unter dem Fenster aufgestellten Schuhen deponiert werden. Unartige Kinder bekommen hingegen gar nichts oder nur eine rohe Kartoffel oder ein Stück Kohle in den Schuh. Derartig markierte unartige Kinder sollen dann der Hexe Grýla oder der Weihnachtskatze zum Fraß vorgeworfen werden, was so manchem Kind unruhige Nächte beschert. Ist alles gut überstanden und hat auch der letzte Weihnachtsmann die Menschen wieder verlassen ohne Schaden anzurichten, wird am Abend des Dreikönigstages zum Ende der Weihnachtszeit an vielen Orten ähnlich wie schon zu Silvester ein großes Freudenfeuer entzündet und es werden nochmals wilde Feuerwerke abgebrannt. [19][20]

Feste und Feiertage in den Monaten Þorri und Góa

Im Þorri, dem vierten Wintermonat, findet das Fest Þorrablót statt. Ursprünglich ein Opferfest, hat es heute vornehmlich gesellige Bedeutung. Dieser Feiermonat beginnt mit dem Freitag im Zeitraum 19.–26. Januar, dem bóndadagur (wörtl. Bauerntag, das heißt Herrentag). An diesem Tag, der auch als Halbzeit des Winters gilt (vgl. erster Sommertag) werden die Ehemänner und Lebensgefährten traditionell von Ihren Partnerinnen besonders geehrt und ihnen zum Beispiel bei Feierlichkeiten Preisgedichte vorgetragen. Heutzutage wird anlässlich dieses Tages auch eine durchaus aufrichtige, aber nicht zu ernst gemeinte Wahl des „attraktivsten Mannes Islands“ durchgeführt.

An den folgenden vier bis fünf Wochenenden finden überall Partys und Bälle statt. Zum Essen gibt es dann althergebrachte Gerichte wie milchsauer eingelegte Hammelhoden (hrútspungar), Schweine- und Lammfleischsülze, Blut- und Leberwürste, milchsauren Walspeck und schwarzgesengte Schafsköpfe Svið.

Nach Þorri folgt der Monat Góa, dieser Monat beginnt stets an einem Sonntag, welcher als konudagur (wörtlich Frauentag, das heißt Damentag) ähnlich dem Herrentag begangen wird, wozu heute auch die Wahl der „attraktivsten Frau Islands“ gehört. Erst in den letzten Jahren treten der Valentinstag und der internationale Muttertag langsam aus dessen Schatten hervor.

Bildungssystem

Hauptgebäude der Universität Island

Island nimmt unter den OECD-Staaten eine Spitzenstellung in der Förderung der Bildung ein. Die Gesamtschule umfasst die Klassen 1–10, das Gymnasium die Klassen 11–14. Ein neuer Lehrplan setzt seit Herbst 1999 Englisch an die erste Stelle ab Klasse 5, Dänisch fällt auf Platz zwei zurück und wird erst ab Klasse 7 unterrichtet. Eine dritte Fremdsprache (zum Beispiel Deutsch) ist wahlweise möglich ab Klasse 9.

In der PISA-Studie nimmt Island mit Rang 27 von 57 im Jahr 2007 einen Mittelplatz ein.[21]

Das Land zählt insgesamt neun Hochschulen mit zusammen etwa 16.500 Studenten, die wichtigste ist die 1911 gegründete Universität Island.

Öffentliche und nichtöffentliche Einrichtungen bieten ein umfassendes Angebot zur Erlernung der isländischen Sprache (für Einwanderer) und Sprachkurse für Spezialgebiete (Pflegepersonal).

Medien

Rundfunk

In Island gibt es eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt Ríkisútvarpið (RÚV) und 13 Privatsender (davon drei religiös orientiert).

Fernsehen

Es gibt einen öffentlich-rechtlichen Fernsehsender und acht Privatsender (davon zwei religiös orientiert), darunter Stöð 2 und Sýn.

Zeitungen

Island hat eine Tageszeitungsgesamtauflage von 336 Exemplaren pro 1000 Einwohner.[22] Bekannte Zeitungen in Island sind: Morgunblaðið, Fréttablaðið, 24 stundir (früher Blaðið) und Dagblaðið Vísir.

Siehe auch

Portal
 Portal: Island – Alles zum Thema Island

Einzelnachweise

  1. International Monetary Fund, World Economic Outlook Database, April 2008
  2. Human Development Report: HDI 2007/2008 (beinhaltet die Zahlen aus 2005)
  3. DiePresse.com: Island: Jeder Dritte überlegt Auswanderung
  4. Stastistics Iceland
  5. Rudolf Simek: Neues Land im grünen Norden. Damals 2008 Heft 12 S. 16–22, 17.
  6. de.reuters.com „Island stellt Bedingungen für EU-Beitritt“, 7. Dezember 2008
  7. Euro exchange rate - Icelandic krona (ISK). Europäische Zentralbank (8. Oktober 2008). Abgerufen am 8. Oktober 2008.
  8. Price developments. Central Bank of Iceland. Abgerufen am 9. Oktober 2008.
  9. BIP pro Kopf in Kaufkraftstandards auf europa.eu 18. Dezember 2006
  10. Iceland unemployment figures for February. IceNews. Abgerufen am 15. März 2009.
  11. Spiegel Online: Island übernimmt totale Banken-Kontrolle vom 7. Oktober 2008.
  12. FTD: Island zahlt nicht mehr
  13. Verlorene Generation: Übersicht der Länderrisiken
  14. kurier.at vom 14. April 2009
  15. tagesanzeiger.ch vom 14. April 2009
  16. sueddeutsche.de vom 14. April 2009
  17. Auf dem Satellitenphoto der ESA erkennt man deutlich den Phytoplankton als hellblauen Schleier vor allem im Süden und Südosten von Island:[1]
  18. tagespiegel.de: „Ring frei auf Island“, 20. März 2002
  19. ZDF: Gryla und ihre Söhne. Abgerufen am 27. Dezember 2007.
  20. simnet.is: Yule in Island (engl.). Abgerufen am 27. Dezember 2007.
  21. Spiegel.de: PISA-Ergebnisse 2007
  22. http://dev.prenhall.com/divisions/hss/worldreference/IS/media.html

Weblinks

64.830555555556-17.9866666666677Koordinaten: 65° N, 18° W


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  • Iceland — noun /ˈaɪs.lənd/ a) A country in Europe. Official name: Republic of Iceland. b) An island in the North Atlantic Ocean. Syn: Republic of Iceland See Also: Icelandic …   Wiktionary

  • ICELAND —    (71), a volcanic island larger by a third than Scotland, lying just S. of the polar circle, between Greenland and Norway, distant 250 m. from the former and 500 from the latter; consists of a plateau 2000 ft. high, sometimes sloping to the sea …   The Nuttall Encyclopaedia


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