Ibrahim Boubacar Keita


Ibrahim Boubacar Keita

Ibrahim Boubacar Keïta (* 29. Januar 1945 in Koutiala, Mali) war von 1994 bis 2000 Premierminister von Mali und ist seit 2002 Parlamentspräsident.

Frühe Jahre

Keïta besuchte das Lycée Janson de Sailly in Paris und später das Lycée Askia Mohamed in Bamako. Er studierte an der Universität von Dakar, an der Sorbonne und am Institut d'histoire des relations internationales contemporaines (IHRIC). Er schloss seine Studien mit einem Magister in Geschichte und einem Diplom in Politikwissenschaft und internationalen Beziehungen ab. Nach dem Studium war er für das Centre national de la recherche scientifique (CNRS) tätig und untersuchte die politischen Systeme in Ländern der Dritten Welt.

Nach seiner Rückkehr nach Mali arbeitete er für den Entwicklungsfonds der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Daneben wurde er Repräsentant des französischen Zweigs der nichtstaatlichen Organisation Terre des hommes für Mali, Burkina Faso und Niger.

Politische Laufbahn

Während des Übergangs zur Demokratie gehörte er zur Sammlungsbewegung Alliance pour la démocratie au Mali - Parti africain pour la solidarité et la justice (ADEMA-PASJ) und war Leiter der Wahlkampagne von Alpha Oumar Konaré, der nach gewonnener Wahl am 8. Juni 2002 Präsident wurde. Konaré berief ihn zu seinen Berater in diplomatischen Fragen. Im November 1992 wurde er Botschafter in der Elfenbeinküste, Gabun, Burkina Faso und Niger. Ein Jahr später übernahm er das Amt des Außenministers mit Zuständigkeit für im Ausland lebenden Malier und afrikanische Integration.

Am 4. Februar 1994 ernannte ihn Präsident Konaré zum Premierminister. Daneben wurde er Präsident der ADEMA-PASJ und 1999 Vizepräsident der Sozialistischen Internationale. Im Laufe seiner Amtszeit kam es zu Spannungen innerhalb seiner Partei. Nach seinem Rücktritt als Regierungschef am 14. Februar 2000 gab er im Oktober 2000 auch den Vorsitz über die ADEMA-PASJ auf und gründete mit einigen Gefolgsleuten die Partei Rassemblement pour le Mali (RPM). Im Juni 2001 wurde er Präsident der RPM. Zu dieser Zeit galt er als einer der reichsten Männer Malis.

Bei den Präsidentschaftswahlen 2002 bewarb er sich nach anfänglichem Zögern als Kandidat der PRM um die Nachfolge Konarés. Im ersten Wahlgang am 28. April 2002 erreichte er mit 21,03% der Stimmen den dritten Platz und schied aus. Das Ergebnis dieser Wahl war zunächst strittig, im Mai akzeptierte Keïta seine Niederlage und unterstützte den späteren Wahlsieger im zweiten Wahlgang, General Amadou Toumani Touré.

Bei den Parlamentswahlen im Juli 2002 wurde seine Gruppierung mit 46 der 147 Sitze stärkste Kraft und ist Teil einer Koalition mit dem Namen Espoir 2002, die insgesamt 66 Mandate gewann. Keïta wurde am 16. September 2002 zum Parlamentspräsidenten gewählt und ist Präsident des Exekutivkomitees der Afrikanischen Parlamentarischen Union.

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