Hypochileae

Hypochileae
Hypochilidae
Hypochilus petrunkevitchi

Hypochilus petrunkevitchi

Systematik
Unterstamm: Kieferklauenträger (Chelicerata)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Teilordnung: Hypochileae
Familie: Hypochilidae
Wissenschaftlicher Name
Hypochilidae
Marx, 1888
Gattungen
  • Ectatosticta (Simon, 1892)
  • Hypochilus (Marx, 1888)

Die Spinnenfamilie der Hypochilidae umfasst nur 11 Arten. Ein älteres Synonym für die Familie ist auch Ectatostictidae. Mit ihren sehr langen Beinen und kleinen Körper können sie leicht mit Zitterspinnen verwechselt werden. Sie bevorzugen wie diese meist wärmere Klimate und geschützte Stellen.

Die heute anzutreffenden Vertreter dieser cribellaten Familie stammen vermutlich von bodenbewohnenden Vogelspinnen des Paläozoikums ab und nehmen heute, evolutionär betrachtet, eine verbindende Stellung zwischen den beiden Unterordnungen der Webspinnen, zwischen den Vogelspinnenartigen (Mygalomorphae) und den Echten Webspinnen (Araneomorphae) ein.

Inhaltsverzeichnis

Anatomische Besonderheiten, Evolution

Sie ist die einzige Familie der Echten Webspinnen, die zwei Paar Buchlungen besitzt. Während alle Vogelspinnenartigen zwei Paar Buchlungen besitzen, ist bei allen Echten Webspinnen das hintere Paar Buchlunge zu einem Paar Fächertracheen umgebildet - nur bei den Hypochilidae nicht. Die Atemöffnungen des hinteren Paares der Buchlungen liegen seitlich am Opisthosoma (Hinterleib). Ebenso wie die Vogelspinnenartigen hat das Herz vier Paare von Ostien.

Hypochilus thorelli mit Beute

Am deutlichsten wird die Stellung der Hypochilidae als Bindeglied zwischen den labidognathen Vogelspinnenartigen und den orthogonathen Echten Webspinnen anhand des Baus und der Stellung der Cheliceren. Die Giftdrüsen liegen wie bei den Vogelspinnenartigen vollständig in dem Basalglied der Cheliceren. Die Stellung der Cheliceren selber ist am deutlichsten eine Mittelstellung ein. Die Cheliceren klappen weder wie bei den Vogelspinnen taschenmesserartig zusammen, noch arbeiten sie wie ein Greifer zueinander, sondern sind halb auf einander zugedreht.

Das Rückenschild des Vorderkörpers (Carapax, Kopfbrust) weist, neben der bei den meisten Webspinnen deutliche Teilung des Vorderkörpers (Prosoma) in ein Kopfteil und in ein Brustteil, auch von der Mitte ausstrahlende Furchen zu den Hüften auf. Während die Unterscheidung von Kopfteil und Brustteil als Relikt der gemeinsamen Vorfahren der Spinnentiere und Insekten gewertet wird, ist nicht mehr zu klären, ob die ausstrahlenden Furchen auf dem Rücken des Brustteils ein Relikt einer ursprünglichen Segmentierung gesehen werden können (vgl. a. Gliederspinnen).

Systematik, Gattungen und Arten

Verbreitung

Die Gattung Ectatosticta ist mit Ectatosticta davidi (Simon, 1889) monophyletisch und bislang nur in China gefunden. Die 10 Arten der Gattung Hypochilus wurden bislang nur in den USA gefunden. Die Gattungen Austrochilus (Gertsch & Zapfe, 1955) und Hickmania (Gertsch, 1958) wurden zur Familie Austrochilidae transferiert.

Hypochilus

Hypochilus zeigt einen größeren Unterschied von den Vogelspinnenartigen in seiner Lebensweise als in seinen physischen merkmalen. Die bekannteste Vertreterin, H. thorelli, kommt in feuchten Tälern oder Bergen des Südostens der USA vor und ist dort in Höhen zwischen 350 und 1600 m, besonders in den Great Smokey, Nantahala und den südlichen Blue Ridge Mountains, außerordentlich häufig. Sie bevorzugt schattige und feuchte Plätze unter Felsvorsprüngen, Felsbögen und an Bächen in feuchten Wäldern.

Netz einer Hypochilus-Art

Die Netze von Hypochilus sind selbst aus der Entfernung auffällig und können oft in Aggregationen unter Felsvorsprüngen eng aneinander gefunden werden. Sie sind wie Lampenschirme geformt, dessen Oberseite an den überhängenden Felsen befestigt wird, und bestehen aus einem sehr dichten Gemasche trockener cribellater Fangseide. Die Spinne hängt kopfüber an der Unterseite ihres Netzes, so dass ihre langen Beine die Seiten ihres Abteils berühren.

Anscheinend besitzen Arten der Gattung Hypochilus nicht die Fähigkeit zur Autotomie und auch keine Sollbruchstellen an den Beinen, wie bei den meisten Echten Webspinnen. Die Männchen werden im Herbst Geschlechtsreif und unterscheiden sich dabei nur wenig von ihren gelblichen Jugendstadien. Die männlichen Geschlechtsorgane (Bulben) sind wie die weiblichen (Epigyne) relativ unkompliziert gebaut.


Hypochilus ist mit vier Arten in den USA vertreten:

Wissenschaftlicher Name Autor Verbreitung
H. bernardino Catley, 1994
H. bonneti Gertsch, 1964 südliches Colorado, in Höhlen, Felswänden, auf 3200 m;
H. coylei Platnick, 1987
H. gertschiv Hoffman, 1963 Apalachen, West Virginia, Virginia
H. jemez Catley, 1994
H. thorelli Marx, 1888 Apalachen
H. kastoni Platnick, 1987
H. petrunkevitchi Gertsch, 1958 Kalifornien
H. pococki Platnick, 1987
H. sheari Platnick, 1987
siehe auch Systematik der Echten Webspinnen

Quellen


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