Hsinchu


Hsinchu
Hsinchu
新竹市
TRA Hsinchu Station.jpg
Bahnhof in Hsinchu, der während der japanischen Okkupation errichtet wurde
Flagge
Flagge
Staat: Republik China Republik China
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Koordinaten: 24° 49′ N, 120° 59′ O24.816666666667120.98333333333Koordinaten: 24° 49′ 0″ N, 120° 59′ 0″ O
Fläche: 104,15 km²
 
Einwohner: 415.004 (November 2010)
Bevölkerungsdichte: 3.985 Einwohner je km²
Zeitzone: UTC+8 (Chungyuan-Standardzeit)
Telefonvorwahl: (+886) 03
Postleitzahl: 300
 
Gliederung: 3 Bezirke
Bürgermeister: Lin Junq-Tzer
Webpräsenz:
 
Stadtvogel: Elster
Stadtblume: Azalee
Stadtbaum: Schwarzkiefer
Hsinchu (Taiwan)
Hsinchu
Hsinchu
Flagge der Stadt und des Landes am Hsinchu Mülldepot
Das alte Osttor Yíngxī (Willkommen Sonnenlicht)
Mülldepot der Stadt Hsinchu

Hsinchu (chinesisch 新竹市 Xīnzhú Shì, Tongyong Pinyin Sinjhú Shìh, W.-G. Hsin-chu Shih ‚Neuer Bambus‘) ist eine kreisfreie Stadt im Nordwesten der Republik China auf Taiwan mit 397.577 Einwohnern und einer Fläche von 104,1526 km². (Stand: September 2007) Sie wird oftmals die „windige Stadt“ genannt (chinesisch 風城 / 风城 fēngchéng), wegen ihres starken Windes aus der Taiwanstraße.

Hsinchu ist vor allem durch die hohe Konzentration von Halbleiterherstellern bekannt geworden. Hier wurde eine zollfreie Zone - der Technologiepark Hsinchu (Hsinchu Science-based Industrial Park) - eingerichtet, in dem mehr als 20 Halbleiter-Werke errichtet wurden. Unter anderem befinden sich in dem Gewerbepark die Unternehmenssitze des LCD-Flachbildschirmherstellers AU Optronics und der zwei weltgrößten Halbleiter-Foundries: TSMC und UMC, aber auch anderer Halbleiterunternehmen wie Elan, Winbond und Powerchip. Die Unternehmen Sinonar und NexPower stellen hier Solarzellen und Solarmodule her.

In Hsinchu sind ebenfalls die Staatliche Tsing Hua Universität und die Staatliche Chiao Tung Universität ansässig. Erstere geht auf die alte kaiserliche Universität in Peking zurück. Während des Chinesischen Bürgerkrieges bzw. 2. Weltkrieges vereinigte sich die Staatliche Universität Peking mit der Staatlichen Universität Nankai und zog 1956 nach Hsinchu, wo sie ihr erstes Institut für Nuklearwissenschaften gründete.

Beide Universitäten stehen seit ihrer Gründung in starker Konkurrenz. Die Rivalität zeigt sich besonders im jährlichen Mei-Chu-Turnier (梅竹賽), einer Serie von Sport- und Spielwettkämpfen im März. Das Verhältnis wird gern mit dem von Athen (NTHU) und Sparta (NCTU) verglichen oder mit Cambridge und Oxford.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Stadt Hsinchu war einst die Heimat der Taokas, eines der Ureinwohnerstämme Taiwans. Ihr alter Name war „Chuchien“, was so viel wie „Seeküste“ bedeutet. Die Taokas lebten ursprünglich in den Feuchtgebieten um Siangshan und erschlossen sich die nördlichen Gebiete Taiwans erst später.

Im Jahr 1711, dem 50. Jahr der Qing-Dynastie unter Kaiser Kangxi (康熙 Kāngxī) wanderte Wang Shijie (王世傑 / 王世杰 Wáng Shìjié), der erste Siedler aus Süd-Fujian, nach Hsinchu ein. Er lebte in der Gasse 36 der Dongqian Straße (東前街36傑 / 东前街36杰 Dōngqiánjiē 36 Jié), der ältesten Straße in Hsinchu, die auch die "dunkle Straße" genannt wird. Viele der heutigen Felder wurden zu dieser Zeit angelegt.

1723, im ersten Regierungsjahr des Kaisers Yong Zheng (雍正 Yōngzhēng), wurde die Unter-Präfektur Danshui in Hsinchu gegründet. Um die Sicherheit der Stadt zu verbessern, wurden elf Jahre später Bambus für eine Stadtmauer angebaut und vier Turmtore errichtet. Nun passte der Name Hsinchu (新竹市 Xīnzhú Shì ‚Neue Bambus Stadt‘).

Während des sechsten Jahres der Herrschaft Kaisers Daoguang (道光 Dàoguāng) 1826 forderten 47 Mitglieder des lokalen Adels, u.a. der erste Mandarin Jinshi Taiwans Zheng Yong-Xi (鄭用錫 / 郑用锡 Zhèng Yòngxí), eine Mauer aus Stein zu errichten, welche von den Einwohnern finanziert werden sollte. Dem Anliegen wurde stattgegeben und eine neue Stadtmauer mit Graben und vier Turmtoren wurden gebaut: Das Yingxi Südtor (迎曦 Yíngxī ‚Willkommen Sonnenlicht‘), das Yishuang Westtor (挹爽 Yìshuǎng ‚Geraudeaus ausschöpfen‘), das Gexun Südtor (歌薰 Gēxūn ‚Das Lied des Ylang-Ylang-Baumes‘) und das Gongchen Nordtor (拱辰 Gǒngchén ‚Dem Morgen Salutieren‘). Des Weiteren wurden die zu den Toren führenden Straßen auf 3,8 m erweitert. Heutzutage sind nur noch das Südtor und Teile des Grabens erhalten geblieben.

Als im Jahre 1875 Kaiser Guangxu (光绪 Guāngxù) sein Erbe antritt, löste der kaiserliche Qing-Hof die Unter-Präfektur Danshui auf und gliederte Nordtaiwan in die drei Bezirke Danshui, Hsinchu und Yilan. Die Landkreise Hsinchu und Yilan bestehen noch heute.

Im 21. Jahr Guangxus Herrschaft musste der kaiserliche Qing-Hof Taiwan an Japan abtreten. Unter der neuen Herrschaft der Japaner wurde Hsinchu als Sub-Präfektur organisiert. Während der folgenden 20 Jahre japanischer Kolonialverwaltung änderte sich das Bild der Stadt grundlegend. Es wurden eine Bahnlinie gebaut, die Straßen erweitert und viele alte Gebäude und die Stadtmauer niedergerissen.

Im Jahr 1945 nahm die Regierung der Republik China, die zu dieser Zeit noch ganz China regierte, ihre Aufgaben in Taiwan nach der Übergabe durch Japan wahr und konzentrierte ihre Arbeit auf die industrielle Entwicklung, um die reichen mineralischen und energetischen Ressourcen zu nutzen. 1980 wurde in Hsinchu der „Science-Based Industrial Park“ – oder auch „Hsinchu Science Park“ genannt – gegründet und brachte der Stadt High-Tech und technische Erzeugnisse in hoher Qualität aus eigener Produktion.

Administrative Gliederung

Hsinchu ist in drei Bezirke (區 Qu) eingeteilt, die wiederum in zusammen 120 Stadtteile ( ) unterteilt sind:

Bezirk Einwohner Fläche
Districts of Hsinchu-Taiwan.png Stand 2010 km²
Bei-qu (北區 „Bezirk Nord“) 145.328 15,73
Dong-qu (東區 „Bezirk Ost“) 197.057 33,58
Xiangshan-qu (香山區) 72.488 54,85

Wirtschaft

Schwesterstädte

Die Stadt Hsinchu hat folgende neun Schwesterstädte (姊妹市 Jǐemèi Shì, engl. Sister Cities):

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

Lin, Junq-Tzer: The Garden City: Hsinchu City Edition 2007, Hsinchu 2006, 167 Seiten

Weblinks

 Commons: Hsinchu – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
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