Horst Völz

Horst Völz

Horst Völz (* 3. Mai 1930 in Bad Polzin/Pommern) ist ein Physiker und Informationswissenschaftler; Entwicklungen im Bereich der Magnetband-Speicherung und in der Theorie der Information und Kommunikation.

Leben

Horst Völz kam 1930 als Sohn des Dachdeckers Oskar Völz und der Hausfrau Berta Völz im ehemaligen Pommern zur Welt. Von 1936 bis 1945 besuchte er die dortige Volks- und Mittelschule. Nach Kriegsende leistete er ein Jahr lang Reparationsarbeiten für die Rote Armee und musste 1946 Pommern verlassen.

In Greifswald besuchte er von 1946 bis 1950 die Oberschule bis zum Abitur. Es folgte ein vierjähriges Physikstudium an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, daneben absolvierte er 1952 eine Rundfunkmechanikerlehre. Das Studium schloss Völz 1954 mit dem Diplom ab.

Zwischen 1954 und 1959 arbeitete er als Assistent und Oberassistent am Physikalischen Institut der Universität Greifswald, wo er 1958 über die Theorie der Frequenzmodulation bei der Videospeicherung promovierte.

Ab 1961 leitete er eine Außenstelle für Magnetische Signalspeicher, ab 1967 war er Direktor des Institutes für Optik und Spektroskopie. 1969 war er als Gründungsdirektor des Zentralinstituts für Kybernetik und Informationsprozesse (ZKI) tätig, ab 1977 arbeitete er als Bereichsleiter Magnetische Signalspeicher am ZKI. Das Ausscheiden als Direktor und später als Bereichsleiter erfolgte auf eigenen Wunsch und infolge von Auseinandersetzungen. Ab 1988 war er dann kurzzeitig als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am ZKI beschäftigt.

1964 habilitierte er an der Humboldt-Universität zu Berlin über eine Erweiterung der Informationstheorie, wurde jedoch erst 1968 zum Professor ernannt. Darüber hinaus erhielt er 1988 ein Vorlesungsverbot an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Nach der politischen Wende erhielt Völz von 1989 bis 1992 einen Fördervertrag durch KAI-Berlin und lehrte zwischen 1992 und 1995 an der Freien Universität, u.a. am Arbeitsbereich Informationswissenschaft sowie an der Technischen Universität in Berlin. Seit 1995 ist Völz im Ruhestand, führt jedoch weiterhin Lehrveranstaltungen an der TU-Berlin und an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam nahe Berlin durch.

Völz war von 1959 bis 1989 Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR zu Berlin. Er ist verheiratet mit der Sängerin Ruth Roma-Völz und hat zwei Töchter.

Publikationen (Auswahl)

  • Handbuch der Speicherung von Information
  • 2001: Wissen - Erkennen - Information. Allgemeine Grundlagen für Naturwissenschaft, Technik und Medizin. Aachen: Shaker Verlag, ISBN 3-8265-9366-9 und CD-ROM Directmedia, ISBN 978-3-89853-559-5
  • 1999: Das Mensch-Maschine-System. Renningen-Malmsheim: Expert-Verlag, ISBN 3-8169-1643-0 und Linde-Verlag, ISBN 3-85122-863-4
  • 1999: Das Mensch-Technik-System. Physiologische, physikalische und technische Grundlagen ? Software und Hardware. Expert-Verlag. ISBN 3-8169-1643-0
  • 1996: (mit P. Ackermann): Die Welt in Zahlen und Skalen, Heidelberg, Berlin, Oxford: Spektrum Akademischer Verlag
  • 1996: Informationsspeicher. Grundlagen - Funktionen - Geräte. Renningen-Malmsheim: Expertverlag, ISBN 3-8169-1287-7 und Linde-Verlag, ISBN 3-85122-569-4
  • 1994: Information verstehen. Facetten eines neuen Zugangs zur Welt. Braunschweig-Wiesbaden: Friedr. Vieweg & Sohn, ISBN 3-528-05395-X
  • 1991: Grundlagen der Information. Berlin: Akademie-Verlag, ISBN 3-05-500779-4
  • 1990: Computer und Kunst, Reihe akzent 87. 2. Aufl. Urania-Verlag Leipzig Jena - Berlin, ISBN 3332002201
  • 1988: Kunst und Computer (Akzent-Heft), Leipzig, Jena, Berlin: Urania-Verlag, ISBN 3-332-00220-1
  • 1983: Information II. Ergänzungsband zur Vielfalt und Einheit der Information. Berlin: Akademie-Verlag, ISSN 0232-1351
  • 1982: Information I. Studie zur Vielfalt und Einheit der Information. Berlin: Akademie-Verlag, ISSN 0232-1351
  • 1971: Einige Grundlagen zum Informationsbegriff. Elektronische Informationsverarbeitung und Kybernetik 7(2): 95-106
  • 1971: Eine mögliche Ordnung aller Informationsprozesse. Elektronische Informationsverarbeitung und Kybernetik 7(7): 447-456

Weblinks


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