Horní Benešov


Horní Benešov
Horní Benešov
Wappen von Horní Benešov
Horní Benešov (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Moravskoslezský kraj
Bezirk: Bruntál
Fläche: 2040 ha
Geographische Lage: 49° 58′ N, 17° 36′ O49.96388888888917.601944444444568Koordinaten: 49° 57′ 50″ N, 17° 36′ 7″ O
Höhe: 568 m n.m.
Einwohner: 2.444 (1. Jan. 2011) [1]
Postleitzahl: 793 12
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 2
Verwaltung
Bürgermeister: Josef Klech (Stand: 2006)
Adresse: Masarykova 32
793 12 Horní Benešov
Gemeindenummer: 597350
Website: www.hbenesov.cz

Horní Benešov (bis 1926 Benešov, deutsch Bennisch oder Benisch) ist eine Stadt im Okres Bruntál in Tschechien. Sie liegt in Mährisch-Schlesien an der Hauptstraße von Opava nach Bruntál, nahe der Grenze zu Polen. Im gespaltenen Stadtwappen befindet sich links die Hälfte des schlesischen Adlers und rechts zwei Rodehauen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Katharinenkirche in Horní Benešov

Benisch wurde erstmals am 11. April 1253 erwähnt, als der „subcamerarius regis Bohemie“ Beneš/Benesch die beiden Lokatoren Erwig und Guido mit der Anlage einer Stadt nach Leobschützer Recht beauftragte, die seinen Namen tragen sollte. Den Lokatoren wurde eine Erbvogtei zugewiesen. Von überragender wirtschaftlicher Bedeutung war bis in das 16. Jahrhundert der Silberbergbau. Gefördert wurden außerdem Gold, Kupfer und Eisenerze.

Zusammen mit dem Herzogtum Jägerndorf gelangte Beneschau 1523 an Georg von Ansbach, wodurch sich der Protestantismus ausbreitete. Georg Friedrich erhob Benisch 1567 zur Freien Bergstadt, für die er 1590 eine Bergordnung erließ. Im Dreißigjährigen Krieg kam der Bergbau zum Erliegen. Wegen der Religionspolitik der Habsburger, die seit 1526 Könige von Böhmen waren, kehrte nach 1630 der größte Teil der Einwohner zum katholischen Glauben zurück. Mehrmals wurde die Stadt von Bränden heimgesucht.

Ein wirtschaftlicher Aufschwung erfolgte im 19. Jahrhundert mit der Textilindustrie (Bennischer Leinen) sowie dem Abbau von Schiefer. 1898 wurde eine Bürgerschule errichtet.

Die Stadt Bennisch hatte am 1. Dezember 1930 3.409 Einwohner, am 17. Mai 1939 3.414. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 lebten in Bennisch fast ausschließlich Deutsche. Sie wurden 1945 enteignet und vertrieben. Am 22. Mai 1947 betrug die Einwohnerzahl 1.530. 1970 musste der Eisenbahnbetrieb nach Troppau wegen Bodensenkung infolge des Bergbaus stillgelegt werden, heute befindet sich der nächste Bahnhof in Svobodné Heřmanice. 1992 wurde das Bergwerk stillgelegt und die Textilproduktion stark reduziert.

Bürgermeister

  • 1885 bis 1891 Wilhelm Machold
  • 1891 bis 1897 Friedrich Philipp, Webereifabrikant
  • 1897 bis 1900 Josef Reichel, Grossbauer
  • 1900 bis 1904 Karl Massl
  • 1904 bis 1912 Friedrich Philipp, Webereifabrikant
  • 1912 bis 1919 Adolf Schmeidel, Webereifabrikant
  • 1919 bis 1923 Hogo Schindler, Färbermeister
  • 1923 bis 1931 Adolf Rieger, Baumeister
  • 1931 bis 1936 Heinrich Bernt, Konsumdirektor
  • 1936 bis 1938 Richard Gerlich, Orthop. Schuhmachermeister
  • 1938 bis 1945 Eduard Preuß, Buchhalter
  • Mai/Juni 1945 Anton Wiener

Sehenswürdigkeiten

  • Die gotische Katharinenkirche stammt aus dem Jahr 1253. Sie wurde nach dem Stadtbrand von 1820 umgebaut.

Söhne und Töchter der Stadt

  • Fritz Kohn (1873–1921); jüdischer Brauereipächter und Großvater von John Kerry
  • Walter Gotschke (1912–2000); deutscher Grafiker, Pressezeichner und Automobil-Illustrator
  • Anton K. Gebauer (1872–1942); Asienforscher, Reiseschriftsteller

Partnerstädte

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2011 (XLS, 1,3 MB)



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