Honda CB 50 SS


Honda CB 50 SS

Honda SS 50 (das SS steht als Kürzel für SuperSport) war Hondas Beitrag zur deutschen Kleinkraftrad-Szene der 1960er-1970er Jahre.

Die Vorgängerin war die Honda S50, die schon 1965 in Deutschland angeboten wurde. Diese Maschine hatte einen Pressstahlrahmen mit ölgedämpfter Teleskopgabel. Der Motor leistete 5 PS und hatte eine 4-Gang Fußschaltung. Die Höchstgeschwindigkeit war im Prospekt mit ca.80 km/h angegeben. In der Preisliste stand sie mit 1195.- DM.

Honda SS 50M deutsche Version
Honda SS 50 englische Version

Inhaltsverzeichnis

Technik

Im Gegensatz zu den deutschen Zweitakter-Maschinen (Hercules, Kreidler, Zündapp, Maico) hatte die Honda SS 50 einen leiseren Viertaktmotor. Er leistete 5,1 PS bei 9.960 min−1. Diese Honda-Maschinen besitzen einen liegenden Zylinder mit obenliegender Nockenwelle und ein, über eine Schaltwippe betätigtes Fünfganggetriebe mit Ölbad-Kupplung. Die Antriebskette lief in einem geschlossenen Kettenkasten. Anders als die sonst üblichen Kleinkrafträder verfügte die SS 50 bereits über eine 6-V-Batteriezündung, weshalb die bei der Konkurrenz vorhandene Schnarre serienmäßig durch eine richtige Hupe ersetzt werden konnte und am Rahmen oberhalb des Batteriekastens ein richtiges Zündschloss vorhanden war. Ebenfalls nicht an anderen Kleinkrafträdern zu finden war die Leerlaufkontrolleuchte im Tacho der SS 50. Im Test von "Motorrad" erreichte "Klacks" (Ernst Leverkus) etwa 76 km/h. Die Ur-SS 50 wurde in den Farben Schwarz und Rot ausgeliefert, wobei die Schutzbleche beider Varianten, vorne aus Blech hinten aus Kunststoff, hellgrau waren. Am 5,3 Liter fassenden Tank befanden sich rechts und links Chromblenden mit Gummikniepolstern. Die Lenkerarmaturen und Schalter entsprachen dem hohen Niveau der übrigen Honda-Motorradmodelle aus Aluminiumdruckguß, wozu auch die zwei serienmäßigen Rückspiegel gehörten und hoben sich daher wohltuend von den an der deutschen Kleinkraftradkonkurrenz vorhandenen Blecharmaturen ab. Die SS 50 kostete Ende 1970 ca. 990,- DM. Der Verbrauch lag bei 2,1 bis 2,3 Litern Superbenzin auf 100 km, woraus sich eine Reichweite von ca. 250 Kilometern ergab. Durch den geringen Verbrauch und den Umstand, nicht auf Zweitaktgemisch zurückgreifen zu müssen lagen die Betriebskosten der SS 50 deutlich unter denen der deutschen Mitbewerber, die dafür allerdings durchgängig eine höhere Endgeschwindigkeit erreichten. Es gab ein Standard- (horizontal liegender Auspuff) und ein De-Luxe-Modell (hochgezogener Auspuff, anderer Tank), später nur noch das De-Luxe-Modell (neues Styling in rot- oder blaumetallic ohne Chromblenden und Gummikniepolster am Tank).

Umbauten und Derivate

Honda-Schuh aus Frankfurt hat damals einen Umbausatz auf 65 cm³ mit Mustergutachten geliefert, wodurch die Nennleistung des Motors auf 11 PS gesteigert werden konnte. Die daraus resultierende Zulassung als Kraftrad führte zu einer Jahres-Kfz-Steuer von 11,-DM und einer Jahresversicherungsprämie von ca. 54,- DM, was gegenüber der bei einer Kleinkraftradzulassung fälligen Versicherungsprämie von ca. 300,-DM und Kfz-Steuerfreiheit eine Ersparnis bedeutete, welche die Kosten für den Umbausatz innerhalb eines Jahres eingespielt hat. (Führerschein Klasse 1 statt Klasse 4)

Zeitweise wurde ein Hubraumstärkeres Modell mit 90 cm³ produziert, die Honda SS 90, welches jedoch den Motorrad-Führerschein erforderte.

Ein Derivat der Honda SS 50 war die Honda Dax, später die Honda Monkey. Das Konzept des verwendeten Viertaktmotors war außergewöhnlich und hat soviel Liebhaber gefunden, das der Motor heute noch als Nachbau mit diversen Hubraum-Varianten in Fernost-Modelle eingebaut wird, die weitgehend als Plagiate der Dax und der Monkey angesehen werden können.

Technische Daten

  • Motor: 1 Zylinder, Viertakt OHC
  • Leistung: 5,1 PS bei 9.960 min−1
  • Kühlung: Fahrtwind
  • Getriebe: 5 Gang
  • Kraftübertragung: Kette
  • Tankinhalt: 7 Liter
  • Leergewicht: 75 kg
  • Höchstgeschwindigkeit: über 80 km/h

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