His Dark Materials


His Dark Materials

His Dark Materials ist eine Romanreihe des Autors Philip Pullman, bestehend aus Northern Lights (1995) (dt. Der Goldene Kompass, The Golden Compass in den USA), The Subtle Knife (1997) (dt. Das Magische Messer) und The Amber Spyglass (2000) (dt. Das Bernstein-Teleskop). Eine deutsche Übersetzung ist beim Heyne-Verlag erschienen. Der Titel der Reihe wurde jedoch nicht übersetzt und wurde als „His Dark Materials“ beibehalten. Im Dezember 2007 erschien die Verfilmung des ersten Buches Der Goldene Kompass mit Nicole Kidman und Daniel Craig in den Hauptrollen.

Die Romanreihe beschreibt die Abenteuer des Mädchens Lyra, das aus einer Parallelwelt stammt, und des Jungen Will, der in unserer Welt geboren wurde. Pullman vermischt phantastische Realitäten mit der menschlichen Wirklichkeit sowie wissenschaftliche Erkenntnisse mit Religion und Schamanismus. Ausgangspunkt ist eine dem Steampunk ähnelnde viktorianische Kulisse, welche in Lyras eigener, sehr von einer strengen Kirche dominierten Welt den Hintergrund bildet. Thema der Trilogie ist das Erwachsenwerden, Erkenntnis und Verantwortung. Das Werk hat einen religiösen Grundton mit einer deutlichen antiklerikalen Haltung und war vom Autor bewusst als Gegensatz zur Reihe Die Chroniken von Narnia, verfasst von C. S. Lewis, konzipiert. Die Trilogie wurde von bestimmten katholischen Gruppen in den USA scharf kritisiert.[1] Sie wurde über 15 Millionen mal verkauft.[2]

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Lyra macht sich auf zu ergründen, welche Bedeutung der kosmische „Staub“ für die Menschen hat. Sie bereist dabei zunächst ihre Welt, dann unsere und schließlich mehrere Parallelwelten.

Der Goldene Kompass (erstes Buch)

Der erste Band spielt in Lyras Welt. Diese lebt mit ihrem Dæmon Pantalaimon im Jordan College in Oxford. Ihr einziger bekannter Verwandter ist ihr Onkel Lord Asriel, zu dem sie keine enge Beziehung hat. Trotzdem erfährt sie von ihm, dass die Welt kurz vor einem Krieg steht. Als sie zufällig sieht, wie der Rektor Gift in den Wein ihres Onkels schüttet, rettet sie ihm das Leben. Bald danach wird Lyra von der glamourösen Mrs. Coulter angeboten, bei ihr in London zu wohnen. Mrs. Coulter bietet ihr an, sie zu unterrichten und sie in den Norden mitzunehmen.

Mrs. Coulter jedoch ist die Leiterin einer geheimen Organisation, die für das Magisterium arbeitet und für das Verschwinden vieler Kinder verantwortlich ist, darunter Lyras Freund Roger. Als das Mädchen erfährt, dass ihr Onkel in der Arktis gefangen gehalten wird und auch die verschwundenen Kinder dorthin gebracht werden, begibt sie sich auf eine Reise in den hohen Norden, wo sie mit Hilfe neuer Freunde, u. a. einem Panserbjørn namens Iorek Byrnison, sowohl Roger als auch ihren Onkel befreien kann. Auf ihrer Flucht vor den Häschern der Kirche und Mrs. Coulter erkennen sie, dass ihre Welt mit einer anderen Welt verbunden ist. Lord Asriel macht sich auf den Weg in diese Welt und opfert, um eine Verbindung der Welten herzustellen, Lyras Freund Roger, der daraufhin stirbt. Mit Lyras Entschluss, Asriel in die unbekannte Welt zu folgen, endet der 1. Band.

Der titelgebende „Goldene Kompass“ ist ein Alethiometer, ein Instrument, das dem Menschen, der es lesen kann (darunter auch Lyra), immer die Wahrheit sagt.

Der ursprünglich geplante englische Originaltitel „The Golden Compasses“ bezieht sich hingegen auf einen Zirkel.

Das Magische Messer (zweites Buch)

Im zweiten Band der Trilogie geht es zu Beginn vorrangig um den Jungen Will, welcher aus unserer Welt stammt. Er macht sich auf den Weg, seinen verschollenen Vater zu finden. Zufällig entdeckt er eine Art Fenster, durch das er in eine andere Welt gelangt und dort auf Lyra trifft. Die Stadt, in der sich die beiden nun befinden, Cittàgazze, ist fast leer. Alle Erwachsenen sind in die Berge geflüchtet, da sich in Cittàgazze aufhaltende, geisterhafte Gebilde die Erwachsenen anfallen und deren Dæmonen vernichten. Die Kinder können diese Gespenster nicht sehen und sind vor ihnen sicher, solange sie die Pubertät noch nicht erreicht haben und anfangen, Staub um sich zu sammeln. Die Gespenster lauern ihnen aber bereits auf und warten auf den Augenblick ihres Erwachsenwerdens. In einem Kampf gewinnt Will das Magische Messer (er verliert dabei zwei Finger, was ihn als vorbestimmten „Träger des Messers“ kennzeichnet) und kann damit Fenster zu anderen Welten öffnen. Die Suche nach seinem Vater geht weiter. Lyra begleitet ihn dabei. Will findet am Ende des Bandes seinen Vater. Diese Begegnung ist jedoch nur von kurzer Dauer, da John Parry schon kurz darauf von einer Hexe, die er einst zurückwies und damit in ihrem Stolz verletzte, getötet wird.

Das Bernstein-Teleskop (drittes Buch)

Im dritten Band reisen Will, Lord Asriel und Lyra mit Hilfe des magischen Messers in viele Welten auf der Suche nach der Welt der Toten. Dort will Lyra ihren Freund Roger wiedertreffen und ihn um Verzeihung bitten. Sie finden diese Welt und müssen unter großen Schmerzen ihre Dæmonen am Eingang derselben zurücklassen. Lyra findet Roger, und im weiteren Verlauf der Handlung durchqueren sie und Will die Welt der Toten, bis sie den Geistern der Verstorbenen ein Tor zu einer anderen Dimension, der Welt der Mulefa, öffnen können, wo diese sich in Staub auflösen. In dieser Welt lebt auch Dr. Mary Malone seit einiger Zeit, der es hier gelungen ist, den Staub mithilfe eines „Teleskops“ aus Bernsteinplatten, die mit einem speziellen Öl bestrichen sind, sichtbar zu machen. Dr. Malone kam, wie Will, aus unserer Welt und arbeitete dort an der Erforschung der dunklen Materie, dem Synonym zum Staub in den anderen Welten. Währenddessen versammelt Lord Asriel eine große Armee von Freiwilligen aus verschiedenen Welten, um damit den Kampf gegen den Allmächtigen (Gott) selbst zu beginnen und die „Republik des Himmels“ zu gründen. Später entwickelt sich eine Liebesbeziehung, unter anderem von Dr. Malone als Versucherin angestiftet, zwischen Will und Lyra, die jedoch aus dem gleichen Grund, warum Lord Asriels Republik nicht erfolgreich sein kann, nur von kurzer Dauer ist: Einem Lebewesen ist der Wechsel in andere Welten durch die Fenster des magischen Messers zwar für kurze Zeit möglich, muss es sich jedoch länger außerhalb seiner angestammten Welt aufhalten, wird es unweigerlich verenden.

Letztlich zerstört Will das magische Messer endgültig durch seine Liebe zu Lyra, da das Erschaffen eines Fensters immer ein Gespenst entstehen lässt und das Fenster, wenn es nicht geschlossen wird, den Staub und damit die Essenz intelligenten Lebens verschwinden lässt. Engeln unter Lord Asriel wird aufgetragen, alle Fenster in allen Welten, abgesehen von dem einen aus der Welt der Toten, zu schließen und damit die Vernichtung des Staubes zu verhindern. Die Dæmonen der Kinder nehmen eine feste Gestalt an, der von Lyra nimmt die Gestalt eines Baummarders an und Wills Dæmon die einer Katze. Da sie nur kurzfristig in der Welt des jeweils anderen überleben könnten, müssen sie sich trennen. Lyra geht zurück zum Jordan College ihrer Welt und Will kehrt mit Dr. Mary Malone zurück in ihrer beiden Welt. Lyra und Will verabreden, sich jeweils zur Sommersonnenwende in einem Park auf einer Bank zu treffen, welcher in beiden Welten existiert, um sich geistig nahe zu sein.

Begriffserklärungen

Alethiometer

Ein Alethiometer (gr. aletheia = „Wahrheit, Wirklichkeit“ und metron = „Maß, -messer“), ist eine Vorrichtung mit Zeigern und 36 am Rand umlaufenden Symbolen. Es ähnelt einer goldenen Taschenuhr oder einem Kompass (namensgebend für den deutschen und amerikanischen Titel des ersten Bandes).

Bei richtiger Bedienung liefert das Alethiometer Antworten auf beliebige Fragen. Dazu stellt man die drei Zeiger mit Hilfe der Rädchen wie bei einer Uhr auf die bestimmten Zeichen und konzentriert sich auf seine Frage. Der vierte Zeiger läuft nun mehrmals im Kreis und bleibt bei den Symbolen stehen, die auf die Antwort hinweisen. So steht eine Ameise unter anderem für Fleiß.[3] Da es jedoch viele Bedeutungsebenen für jedes Zeichen gibt, bedarf es viel Übung, um sie richtig deuten zu können. Alethiometristen müssen dazu in der Regel Nachschlagewerke benutzen, Lyra jedoch hat die Gabe, das Alethiometer instinktiv in einer Art Trance zu verstehen. Später in der Trilogie hat sie sogar die Begabung, „Stimmungen“ des Alethiometers zu spüren, wenn sie beispielsweise zu persönliche Fragen über ihren Freund Will an das Alethiometer stellt. Da nur sechs dieser Alethiometer hergestellt wurden und nur noch 2 Exemplare in Lyras Welt existieren, sind sie sehr wertvolle Instrumente.

Magisches Messer

Das magische Messer (auch Æsahættr oder Gottesvernichter genannt) wurde vor ca. 300 Jahren erschaffen und ist ein etwa 20 cm langer Dolch mit einer zweischneidigen Klinge. Die eine Seite schneidet ohne Widerstand durch jedes Material, mit der anderen Seite kann man Fenster in andere parallele Welten öffnen. Es gibt nur einen Träger, der das Messer richtig benutzen kann. Das Messer selbst erwählt ihn, und als Zeichen verliert er zwei Finger der linken Hand. Die Benutzung des Messers hat zwei Katastrophen ausgelöst: Zum einen entsteht bei jedem Schnitt in eine andere Realität ein Gespensterwesen, das sich von „Staub“ nährt und den Menschen ihre Dæmonen nimmt, so dass sie antriebslos und wie tot werden. Zum anderen entweicht durch nicht wieder verschlossene Risse der „Staub“, von dem alles Bewusstsein und jeder Lebenstrieb abhängig sind. Es wird am Ende des Bernstein-Teleskops von Will zerstört.

Bernsteinteleskop

Das Bernsteinteleskop wird von Dr. Mary Malone, einer Wissenschaftlerin aus Wills Welt, gebaut. Es besteht aus zwei geschliffenen Harzplatten, die mit einem speziellen Öl eingerieben wurden und parallel in einem bestimmten Abstand (etwa eine Handspanne) zueinander gehalten wurden. Das Öl stammt aus den Samenkapseln einiger Bäume, die nur in der Welt der Mulefa (ein Volk aus einer weiteren Parallelwelt) vorkommen. Mit Hilfe dieses Teleskops kann Mary genauso wie die Mulefa den Staub sehen.

Staub

Staub (in Wills Welt auch Schatten oder Dunkle Materie genannt und bei den Mulefa als Sraf bekannt) ist ein Phänomen, das überall auftritt, wo bewusst handelndes Leben wirksam ist; er scheint kosmische Ausmaße zu haben und ist mit Intelligenz und Geschlechtsreife verbunden. Er gibt die Antworten auf alle Fragen und tritt auch in Form der Engel auf, auf die Lyra im dritten Buch trifft. Er steuert das Alethiometer, aber auch andere Werkzeuge übergeordneten Bewusstseins, z. B. das chinesische Orakel I Ging oder besondere Computervorgänge. Auf Fotos, die mit einer speziellen Emulsion entwickelt wurden, kann man den Staub sichtbar machen, ebenso wie durch das Bernsteinteleskop, das mit einem bestimmten Öl eingerieben wurde. Interessant ist die Tatsache, dass der Staub in der Umgebung von Kindern nicht zu sehen ist. Erst ab der Pubertät sammelt sich der Staub um die Menschen. Dieses Verhalten von Staub wollen Mrs. Coulter, Lord Asriel und zahlreiche Wissenschaftler erforschen.

Magisterium

Das Magisterium ist die Institution, die in Lyras Welt aus dem Papsttum hervorging. Als der letzte Papst den Sitz des Papsttums nach Genf verlegte, wurde das Papsttum abgeschafft. Es entstand eine undurchsichtige Institution, welche aus Gerichten, Gesellschaften und Subbehörden bestand. Diese wurden zusammen das Magisterium genannt. Die mächtigsten Abteilungen des Magisteriums sind das geistliche Disziplinargericht und die Heilig-Geist-Gesellschaft. Die Schweizergarde bildet die „Armee“ des Magisteriums. Mrs. Coulter ist eine Agentin des Magisteriums und Chefin der General-Oblations-Behörde, den sogenannten Gobblern.

Wesen und Gattungen

Physische Wesen

(Dies ist nur eine Auswahl)

Dæmonen

In Lyras Welt hat jeder Mensch einen sichtbaren Dæmonen, einen sprechenden ständigen Begleiter und Freund in Tiergestalt. Dieser ist Teil seines Menschen und mit diesem so verbunden, dass sie sich nie weit voneinander entfernen können. Ein Mensch ohne Dæmon gilt in Lyras Welt als ein Schatten seiner selbst, ein Monstrum und lebender Toter. Selten sind ein Mensch und sein Dæmon desselben Geschlechts. Solange die Menschen noch nicht erwachsen sind, können ihre Dæmonen die Gestalt wandeln. Mit Eintritt der Pubertät nehmen sie eine feste Form an; die bleibende Tierart deutet immer auch auf den Charakter des Menschen hin. So tritt der Dæmon eines Dienstboten oftmals in Gestalt eines Hundes auf. Es ist selbst im Krieg tabu, den Dæmonen eines anderen Menschen zu berühren, wenn auch die Dæmonen selbst sich ohne Scheu einander nähern und verständigen können, ganz gleich, welche Sprachen ihre Menschen sprechen. Kommt ein Dæmon doch mit einem fremden Menschen in Kontakt, so empfindet er einen starken Ekel.[4] Auch in den anderen Welten gibt es Repräsentanzen des Menschen, die den Dæmonen entsprechen, nur sind sie nicht unbedingt sichtbar. Die Verbindung zwischen Mensch und seinem Dæmon ist derart stark, dass ein Bruch des Tabus, also beispielsweise ein Anfassen oder gar Festhalten des Dæmons bei dessen Menschen eine Art Angst- oder Schwächezustand auslöst. Empfindet ein Dæmon Schmerzen, so werden auch diese an seinen Besitzer übertragen.

In den Büchern ist von der Einteilung des Menschen in Geist, Seele und Körper die Rede. Der Geist lebt im Körper, während der Dæmon die Seele darstellt. Stirbt ein Mensch, löst sich sein Dæemon (und damit seine Seele) in Feuer auf, während sein Geist in die Welt der Toten wechselt. Der Körper bleibt in seiner Welt. Am Ende des Bernsteinteleskops öffnen Will und Lyra ein Tor von der Welt der Toten in eine andere Welt (die der Mulefa), sodass die Geister aus der Welt der Toten ausziehen können. Dabei lösen sie sich wie die Dæmonen auf und werden zu Staub.

Gypter

Die Gypter sind eine Art „Zigeunervolk“ (engl. „gypsies“) in Lyras Welt, das auf Schiffen, Hausbooten und Kähnen die Flüsse, Seen und Sümpfe rings um London bewohnt. Sie sind in Clans unterteilt, werden aber durch einen höhergestellten Ältestenrat und ihren Fürsten John Faa regiert, der oft von dem weisen Farder Coram unterstützt wird. Droht ihnen eine Gefahr oder bedürfen interne Entscheidungen einer Klärung, so können sie eine Versammlung, den sogenannten Thing, in den Fens, einer nie vollständig kartografierten Sumpf-Wildnis in East Anglia, abhalten.

Panserbjørne

Die Panserbjørne (dänisch für gepanzerte Eisbären, auch Panzerbären genannt) sind eine Art sprechender Eisbären, die im hohen Norden von Lyras Welt (vor allem Svalbard) leben und metallene Rüstungen tragen. Der auffälligste Unterschied zu normalen Eisbären ist (neben ihrer Fähigkeit zu sprechen), dass sie, wie Menschen, Hände mit Daumen besitzen, durch welche sie ein unglaubliches Geschick im Umgang mit Metallen haben und trotz ihrer Größe mit sehr viel Feingefühl in ihren langen Krallen Dinge bearbeiten können. Sie sind auf allen vier Beinen etwa zwei Meter groß und tragen Rüstungen, die sie sich aus dem sogenannten Himmelseisen schmieden. Himmelseisen ist wesentlich härter und stabiler als gewöhnliches Eisen und wird aus den Meteoriten gewonnen, die in Svalbard landen. Außerdem lassen sie sich von Menschen nicht täuschen. Ein Panserbjørn merkt sofort, ob ein Mensch ihn wirklich mit einer Waffe treffen will oder nicht, und bleibt demnach ruhig sitzen oder blockt den Schlag ab. Das findet Lyra heraus, die sich mit dem Bären Iorek Byrnison, dem späteren König der Panserbjørne, anfreundet. Der Grund, weshalb Lyra den König der Bären Iofur Raknison täuschen konnte, lag darin, dass dieser menschlich sein wollte. Panserbjørne haben viele Rituale, bei denen z. B. kein Bär einen anderen Bären töten darf, außer in nach Ritualen befolgten Zweikämpfen. Sollte jemand dieses Gebot nicht beachten, wird er verbannt (wie Iorek Byrnison) und darf nie wieder zurück. Iofur Raknison hat zwar auch gegen diese Regel verstoßen, verheimlichte es aber, seinen Vater getötet zu haben.

Hexen

Hexen gibt es nicht nur in Lyras Welt, sondern auch in einigen Parallelwelten. Hexen sind in Lyras Welt weiblich. Sie sind verschiedenen Clans zugehörig und fliegen auf Zweigen der Wolkenkiefer durch die Luft. Die Hexen spüren zwar Kälte, können sie jedoch ausblenden und werden nicht von ihr geschädigt, weshalb sie immer mit leichter, meist schwarzer Kleidung aus Seide fliegen um sich nicht von anderen Wahrnehmungen abzuschneiden. Sie können 800 Jahre und älter werden. Neben schamanischen Fähigkeiten besitzen sie die Gabe, sich in der Wahrnehmung naher Menschen unsichtbar zu machen. Sie können über weite Entfernungen von ihren Dæmonen getrennt sein. Als Lyra und Will die Totenwelt betreten, müssen sie ihren Dæmonen unter großem Leiden hinter sich lassen; eine Initiation, die auch die Hexen durchmachen, ehe sie zur Hexe werden. Eine bekannte Hexe, die Anführerin eines Clans ist und Lyra in ihren Abenteuern unterstützt, ist Serafina Pekkala.

Mulefa

Die Mulefa sind ein friedliebendes, 33.000 Jahre altes Volk aus der Parallelwelt, in die Dr. Malone gelangt, um den „Staub“ mit Hilfe des Bernsteinteleskops zu erforschen. Sie begegnet den Mulefa, lernt ihre Sprache und lebt eine Zeit lang bei ihnen. Dabei erkennt sie, dass die Mulefa als erste Spezies überhaupt in Symbiose mit dem „Staub“ und der gesamten Natur lebten und leben. Der Körperbau unterscheidet sich erheblich von dem des Menschen: Sie sind etwa so groß wie Ponys, haben ein graues Fell, aber keine Wirbelsäule. Ihre Körperform ist, wie bei allen Spezies in dieser Welt, auf die Rhombenform ausgerichtet. Die Vorder- und Hinterläufe haben eine große sehr gepflegte Kralle ausgebildet, welche die Mulefa in die Mitte von kreisrunden Baumsamen stecken und diese dann wie Räder benutzen. Dabei stoßen sie sich mit den Seitenläufen ab. Sie benutzen alte erkaltete Vulkanflüsse als Straßen. Mulefa haben nur ein einzelnes Greiforgan, einen Rüssel. Dennoch sind sie handwerklich sehr begabt, knüpfen Netze zum Fischen, betreiben Ackerbau und Viehzucht, töpfern, schnitzen und bauen einfache Hütten aus Lehm. Da komplexe „Handgriffe“ mindestens zwei Rüssel bedingen, ist die Notwendigkeit zur Kooperation den Mulefa offensichtlich. Der Greifrüssel dient auch der Sprache, die auf Tönen und Gesten basiert. Die Mulefa leben mit den Bäumen in Symbiose, da sie deren Samenkapseln nutzen und sich durch die mechanische Belastung die Kapseln zur Vermehrung der Bäume erst öffnen. Der „Staub“ bestäubt die Samenkapseln, welche die Mulefa wiederum an ihre Krallen stecken. Somit gelangt der Staub in die Mulefa, und sie erlangen so Bewusstsein.

Gallivespier

Gallivespier sind ca. handbreit hohe Wesen, mit einer Lebenserwartung von nur etwa 9 Menschenjahren. An ihren Füßen tragen sie giftige Dornen, mit denen sie ein Wesen entweder nur betäuben oder sofort töten können. Ihr Volk ist aufgeteilt in Adelsfamilien. Sie reiten auf großen Libellen, wobei jede Familie ihre eigenen Libellen züchtet. Diese Libellen haben dann die Farbe der jeweiligen Familie (ähnlich der Wappenausrichtung im Mittelalter). Gallivespier stehen größtenteils auf der Seite Lord Asriels und dienen ihm als Spione (sie werden in ihrer eigenen Welt von den dortigen Menschen verfolgt), da sie durch ihre Größe sehr unauffällig sind. Über einen Bogen und einen Resonanzstein können sie über sehr weite Entfernungen miteinander kommunizieren. Als Will Lyra wiedergefunden hat und er sie ohne Hilfe zu befreien versucht, schickt ihm Lord Asriel zwei Gallivespier zu Hilfe, Chevalier Tialys und Lady Salmakia. Diese begleiten Will und Lyra bis in die Welt der Toten und retten ihnen mehrfach das Leben, obwohl Will beiden anfangs sehr misstraut.

Klippenalbe

Klippenalbe (auch: Klippenalpe) sind aasfressende Wesen von niederer Intelligenz und eingeschränktem Sprachschatz, verstehen aber die Sprache der Tiere. Sie besitzen hautbespannte Flügel und können Aas schon aus weiter Entfernung riechen. Ihre Behausungen gleichen eher Nestern und liegen auf Bergrücken oder Felsvorsprüngen in großen Höhen. Klippenalbe haben eine Vorliebe für Fuchsfleisch. Ihr Futterneid geht sogar so weit, dass sie eigene Artgenossen töten.

Harpyien

Harpyien sind geflügelte sphinxähnliche Wesen mit Frauengesichtern. Sie bewachen die Insel der Toten, die Ödnis. Nur vor Wills Messer haben sie Angst. Sie entlarven jedes Wesen, da sie in ihr Innerstes sehen können und erkennen, wenn jemand lügt. Sie zerren jeden negativen Gedanken ans Tageslicht. Erst Lyra und Will gelingt es, sie durch einen Handel aus ihrer destruktiven Energie hinaus zu heben: Die Harpyien zeigen beiden den Weg aus der Totenwelt, und diese erzählen ihnen dafür ihre Lebensgeschichte. Später werden sie die Toten aus der Welt begleiten, die ihnen ihr Leben in Form einer Erzählung schenken. Eine der Harpyien nennt sich „Niemand“; Lyra gibt ihr den Namen „Sanfter Flügel“, nachdem diese Lyra das Leben rettet.

Energie- und Geistwesen

Engel

Engel sind Wesen, die ursprünglich aus dem „Staub“ entstanden sind. Sie unterteilen sich in zwei Gruppen - die Engel des Allmächtigen und die abtrünnigen, gefallenen Engel, die auf der Seite von Lord Asriel kämpfen. In beiden Gruppen gibt es eine hierarchische Ordnung - sehr starke Engel, die aus sich heraus durch den Staub leuchten, und Engel, die kaum wahrzunehmen und eher im Zwielicht erkennbar sind. Engel entstammen allen Welten und sprechen alle Sprachen. Unter Anstrengung können Engel Formen anderer Wesen annehmen. Auch Engel sind sterblich, wenngleich sie eine weit höhere Lebensspanne zu erwarten haben als Menschen und sogar Hexen. Zwei Engel der unteren Kategorie, Balthamos und Baruch, begleiten im Auftrag Lord Asriels Will auf der Suche nach Lyra. Gott wird als der erste Engel beschrieben, der den Engeln, die nach ihm kamen, weismachte, er habe sie erschaffen.

Geister

Geister sind die Seelen der Verstorbenen, die in der Welt der Toten verbleiben müssen. Sie beginnen ihr Leben zu vergessen und suchen ihre Dæmonen, die sich wieder in „Staub“ verwandelt haben. Erst Will und Lyra schaffen ein Fenster in die Welt der Mulefa, durch das die Geister in die Welt der Lebenden zurückkehren können, um sich mit dem „Staub“ zu vereinigen.

Der Tod

Jedes Wesen wird Zeit seines Lebens von seinem ihm eigenen Tod begleitet. Wenn der Tod sichtbar ist, erscheint er als aschgrauer scheuer Schatten, der ständig dem Blick entweicht, ein nahezu unsichtbarer Mitbewohner des Haushalts. Lyra und Will sehen die Tode der Menschen erstmals in der Welt der Verstorbenen. Lyra und Will müssen ihren Tod finden, damit sie auf die Insel der Geister gelangen können. Er weist ihnen den Weg über den See und führt sie zum Fährmann.

Gespenster

Gespenster sind Wesen, die entstehen, wenn jemand ein Fenster oder einen Riss von einer Welt in eine andere öffnet. Sie zehren von den Dæmonen der erwachsenen Menschen. Kinder können Gespenster im Gegensatz zu den Erwachsenen nicht sehen und werden von diesen nicht angegriffen, was darin begründet ist, dass Kinder noch keinen Staub um sich sammeln. Nur mit dem magischen Messer Æsahættr oder von Geistern können Gespenster vernichtet werden.

Die wichtigsten Figuren

Lyra Belacqua

Lyra ist ein lebhaftes, blondes, zwölfjähriges Mädchen, das im Jordan College in dem Oxford ihrer Welt aufwächst. Sie weiß nicht, dass ihre Eltern Lord Asriel und Mrs. Coulter sind, sondern glaubt, eine Waise zu sein. Sie ist besonders stolz darauf, sich komplexe Geschichten ausdenken zu können, die ihr schon viele Male aus einer Klemme halfen. Wegen dieser Eigenschaft wird ihr von dem Bären Iorek Byrnison der Name „Lyra Listenreich“ (original: Lyra Silvertongue) verliehen, nachdem es ihr gelungen ist, den Emporkömmling Iofur Raknison mit einer Lüge aus der Reserve zu locken. Ihr ständiger Begleiter ist ihr Dæmon Pantalaimon. Seine endgültige Form ist am Ende die eines Baummarders. Lyra hat eine natürliche Begabung, das Alethiometer ohne Hilfsmittel zu verstehen, welche sie jedoch am Ende des dritten Bandes verliert, da sie ihren Auftrag ausgeführt hat.

William Parry

Will ist ein sensibler aber zäher, moralisch denkender 12-jähriger Junge aus unserer Welt, der Träger des magischen Messers ist. Er ist ernst und selbstständig, da er sich viele Jahre um seine geistig kranke Mutter kümmern musste und dies vor den Behörden verheimlicht hat. Er ist für sein Alter sehr stark und weiß sich unauffällig zu verhalten. Gegen Ende des Abenteuers entdeckt er den Namen und die Gestalt seines Dæmons. Sie heißt Kirjava und ist eine Katze. Laut einem Anhang von Philip Pullman studiert er später Medizin.

John Parry

John Parry (in unserer Welt) oder auch Dr. Stan Grumman bzw. Jopari (in Lyras Welt), ist Wills verschollener Vater, ein ehemaliger Soldat, Forschungsreisender und späterer Schamane. Er stammt aus unserer Welt und entdeckte auf einer Forschungsreise ins Beringland im Schneesturm unbeabsichtigt einen Durchgang in Lyras Welt. Er fand seinen Dæmonen Sayan Kötör, einen Fischadler, und bereiste die ihm fremde Welt. Als er nicht zurück konnte, nahm er den Namen Grumman an. Er erforschte den „Staub“ und fand Hinweise auf das Magische Messer, seine Funktion und Macht. Ebenso fand er am eigenen Leib heraus, dass jedes Wesen nur in seiner eigenen Welt überleben kann - er erkrankte schwer und leidet seither unter einer Herzkrankheit. Seinen Sohn findet er erst kurz vor seinem Tod und erkennt ihn als Träger des Messers. Er stirbt im Moment der Erkenntnis, dass er seinen Sohn vor sich hat. Eine von ihm zurückgewiesene Hexe tötet ihn mit einem Pfeil - er war seiner Frau, Wills Mutter, immer treu geblieben. Als Geist kehrt er mit Will aus der Welt der Toten zurück und kämpft mit Lee Scoresby gegen die Gespenster, um Will, Lyra und deren Dæmonen zu retten.

Lord Asriel Belacqua

Lord Asriel ist der Vater von Lyra, den sie von kleinauf als Onkel kannte. Er ist ein charismatischer, selbstüberzeugter, aristokratisch auftretender Mensch, von Größenwahn beseelt. Auf der Suche nach dem mysteriösen „Staub“ schlägt er einen Riss in die Welt von Cittàgazze, die mit vielen anderen Welten verbunden ist. Sein Traum ist es, die Republik des Himmels zu gründen und die höchste Autorität (also Gott) zu stürzen. Er baut sich eine große Armee mit den verschiedensten Wesen aus den nun miteinander verbundenen Welten auf. Am Ende opfert er sich selbst, gemeinsam mit Mrs. Coulter, um den Regenten Metatron zu stürzen. Sein Dæmon ist eine Schneeleopardin mit dem Namen Stelmaria.

Mrs. Marisa Coulter

Mrs. Coulter ist eine sehr schöne, einnehmende, leidenschaftliche, aber kühl denkende Frau, die es versteht, andere Menschen zu ihrem Nutzen zu manipulieren. Sie ist Lord Asriels Geliebte und Gegenspielerin und die Mutter von Lyra. Sie unterstützt das Magisterium darin, Kinder, die für die Erforschung der Natur des „Staubes“ gebraucht werden, zu entführen. Später entführt sie auch Lyra mit dem Ziel, diese zu beschützen. Gleichzeitig setzt sie alles daran, um Lyra von ihrer Bestimmung abzuhalten. Im Verlauf der Geschichte wechselt sie die Seiten zwischen der „Autorität“ und Lord Asriels Republik. Zeitweise ist sie als Doppelspionin tätig, nur auf ihr eigenes Wohl und das ihrer Tochter bedacht. Ihr Dæmon, dessen Name nicht erwähnt wird, ist ein grausamer Affe mit goldenem Fell.

Dr. Mary Malone

Dr. Malone ist eine Wissenschaftlerin und ehemalige Nonne aus unserer Welt, die den „Staub“ (in unserer Welt „Dunkle Materie“ genannt) erforscht. Durch ein Fenster zwischen den Welten gelangt sie in die Welt der „Mulefa“, lebt sich dort ein und baut ein Bernsteinteleskop, durch das sie den „Staub“ sehen kann. In der Liebesgeschichte zwischen Lyra und Will übernimmt sie die Rolle der Versucherin, der paradiesischen Schlange. Sie erzählt ihnen von einer vergangenen Liebe aus ihrem Leben und trägt so dazu bei, dass Lyra und Will zueinander finden. Um dies zu verhindern, will die Macht des Magisteriums sie ermorden lassen. Schließlich entdeckt sie, dass sie einen Dæmonen in Gestalt einer Alpendohle hat (das ist die Gestalt, die Luzifer annahm, als er in „Paradise Lost“ den Garten Eden betrat).

Iorek Byrnison

Iorek ist ein riesiger Panserbjørn, der mit Lyras Hilfe seine Rüstung, seine Würde und seine Stellung als König der Panserbjørne zurückgewinnt, die er in einem Hinterhalt verlor. Anerkennend nennt er sie „Lyra Listenreich“, da es ihr als erstem Menschen gelang, einen Panserbjørn zu täuschen. Als das Magische Messer zerbricht, ist er zur Stelle und schmiedet es neu, da sich Panserbjørne hervorragend mit Metallen und der Schmiedekunst auskennen. Als machtvoller Krieger schließt er sich dem Kampf gegen die Autorität an, um Lyra und Will zu beschützen.

John Faa und Farder Coram

John Faa und Farder Coram sind die Anführer der Gemeinschaft der Gypter. Als Kinder der Gypter vom Magisterium in den Norden verschleppt werden, um an ihnen Experimente durchzuführen, riskieren sie eine Rettungsaktion, in der die Kinder befreit werden. Auch Ma Costa, Lyras Amme, gehört diesem Volk an.

Lee Scoresby

Lee ist ein texanischer Aeronaut, der einen Ballon für Lyra und die Gypter in den Norden fliegt. Er ist ebenso ein Freund von Iorek Byrnison und hilft Lyra in einigen ihrer Abenteuer. Sein Dæmon Hester hat die Gestalt eines Hasen. Er findet Wills Vater und opfert sich für ihn. Als Geist, von Will und Lyra aus der Welt der Toten befreit, kämpft er an der Seite John Parrys gegen die Gespenster.

Serafina Pekkala

Serafina ist die schöne Königin eines Hexenclans. Wie bei allen Hexen kann ihr Gänsedæmon Kaisa sich sehr viel weiter von ihr entfernen als die Dæmonen normaler Menschen. Auch sie und ihr Clan unterstützen den Kampf an Lyras Seite, da sie durch eine Prophezeiung von Lyras Bestimmung wissen. Farder Coram rettete ihr einst das Leben. Sie verliebten sich ineinander und bekamen einen Sohn, der allerdings sehr jung an einer Krankheit starb.

Balthamos und Baruch

Balthamos und Baruch sind zwei Engel niedrigen Ranges. Sie finden Will, nachdem Lyra von ihrer Mutter verschleppt wurde, und wollen ihn und sein Magisches Messer zu Lord Asriel bringen, um in dessen Gunst zu steigen. Beide kennen sich schon mehrere hundert Jahre lang und können nur schwer ohneeinander leben. Als sie sich trennen müssen, spüren sie jeden Schmerz des anderen, und Balthamos bricht zusammen, als Baruch in Erfüllung seines Auftrages stirbt. Balthamos begleitet Will und rettet schließlich Will und Lyra das Leben. Balthamos war zu Lebzeiten ein Mensch aus Lyras, Baruch ein Mensch aus Wills Welt.

Roger Parslow

Roger ist Lyras bester Freund und Küchenjunge am Jordan College. Sein Dæmon Salcilia nimmt meist die Gestalt eines Terriers an. Seine Entführung und die Expedition zu seiner Rettung sind Auslöser für das Abenteuer, in das die Protagonisten aufbrechen. Die Energie, die durch seinen Tod freigesetzt wird, nutzt Lord Asriel, um einen immensen Riss zwischen den Welten zu öffnen, durch den Lyra und Lord Asriel auf der Suche nach dem Ursprungs des „Staubes“ eine Parallelwelt betreten. Aufgrund ihres starken Schuldgefühls wegen Rogers Tod reist Lyra in die Welt der Toten, um ihn um Verzeihung zu bitten und ihn zu befreien. Indem Lyra und Will das tun, ermöglichen sie die Befreiung aller Toten aus der Unterwelt und ihre Vermischung mit der Materie.

Iofur Raknison

Iofur ist ein gerissener und hinterlistiger Panserbjørn, der Iorek Byrnison von seiner Nachfolge als Bärenkönig verdrängt hat. Er benebelte einen Bären mit einer Droge und ließ ihn dann in einem Zweikampf mit Iorek kämpfen. Er verlor, wollte es aber durch die Droge verwirrt nicht wahrhaben und reizte somit Iorek. Am Ende tötete Iorek den Herausforderer und verletzte so die Sitten der Panserbjørne. Man verbannte ihn, weshalb er auch nicht mehr König der Bären werden konnte. Iofur nutzte das und bestieg selbst den Thron. Als Iorek zurückkommt, kämpfen die beiden einen den Ritualen folgenden Zweikampf, in dem es erlaubt ist, den Verlierer zu töten. In diesem wird Iofur von Iorek getötet. Iofurs größter Wunsch ist es, wie die Menschen einen eigenen Dæmon zu erhalten; etwas, das Tieren in Lyras Welt nicht vergönnt ist.

Die wichtigsten Orte

Jordan College

Das Jordan College ist in Oxford in einer ähnlichen Welt wie unsere. Hier lebt Lyra die ersten zehn Jahre und genießt ein friedvolles Leben. Mit ihrem Freund Roger, dem Küchenjungen vom College, erlebt sie viele Abenteuer in Oxford. Sie spielten gerne auf den Dächern und eine Zeit lang in den Katakomben, wo sie sich das erste Mal betranken. Unter der Kapelle von Jordan spielte Lyra verstorbenen Wissenschaftlern einen Streich und wurde daraufhin von Geistern heimgesucht. Der Konditor Bernie Johansen aus der Küche, ein Halbgypter, berichtete den Gyptern von Lyra und ihrem Wohlbefinden, da Ma Costa Lyras Amme gewesen war und die Gypter von Lyras Bestimmung wussten.

Die Fens in East Anglia

In dieser Gegend von East Anglia, in Lyras Welt, leben zum Großteil Gypter. Sie haben hier ihr Zuhause, wenn man die Hausboote nicht einbezieht. Wenn es große Probleme gibt – wie die Entführung der Kinder im ersten Band – kommen Gypter aller Regionen hier her, um zu beraten was zu tun sei. Dies tun sie in sogenannten Things, in denen die Anführer aller Clans anwesend sind. Lord Faa leitet solche Tagungen mit seinem Freund, dem Clanführer Farder Coram.

Bolvangar

Bolvangar ist ein Ort im hohen Norden, der bei den Kindern aus Lyras Welt Angst und Schrecken auslöst. Hierher wurden Lyras bester Freund Roger Parslow und Billy Costa von den Gobblern entführt. Die „General-Oblations-Behörde“ führt hier ein Labor, in dem den Kindern experimentell ihre Dæmone weggeschnitten werden, sie also von ihrer Seele getrennt werden. Dies ist Teil eines Plans des Magisteriums, den Einfluss des „Staubs“ zu beseitigen. Lyra gelingt es mit List das Labor zu zerstören, um dann mit den anderen Kindern die Flucht anzutreten.

Cittàgazze

Cittàgazze ist eine Stadt in einer Art Zwischenwelt. Vor einigen hundert Jahren wurde in dieser Stadt von der Zunft vom Torre degli Angeli das magische Messer geschmiedet. Sie begannen, durch die Welten zu reisen und ließen dabei auch immer wieder Fenster offen. Sie wussten nicht, dass jedes Mal, wenn sie ein Fenster öffneten, ein Gespenst entsteht. Da in dieser Welt so viele Fenster geöffnet sind, gibt es auch viele Gespenster und viele Städte, die nur von Kindern bewohnt sind, da ihre Eltern geflüchtet sind. Sowohl der Riss in Lyras Welt, als auch das Fenster in Wills Welt führen in diese Welt. Hier treffen die beiden sich zum ersten Mal, der zweite Band spielt überwiegend in dieser Welt.

Die Welt der Toten

Wenn ein Mensch stirbt, so löst sich sein Dæmon (seine Seele) auf und wird zu Staub, sein Körper bleibt in der Welt zurück. Sein Geist dagegen macht eine Reise durch die Welt der Verstorbenen. Nach einer Überfahrt über einen See gelangt er in die Welt der Toten, wo er für den Rest der Ewigkeit bleibt und langsam sein vergangenes Leben vergisst. Lyra und Will überqueren den See ebenfalls, müssen ihre Dæmonen jedoch am Seeufer zurücklassen. Will schneidet ein Fenster von der Welt der Toten zur Welt der Mulefa, wodurch alle Geister gehen können und dadurch ebenfalls wieder zu Staub werden.

Lyras Oxford

Die Kurzgeschichte spielt zwei Jahre nach dem Ende des dritten Buches. Lyra geht zwar mittlerweile in eine Schule, ist aber immer noch ein gern gesehener Gast im Jordan College. Als sie auf dem Dach des College liegt, sieht sie, wie ein Schwarm Vögel den Dæmon einer Hexe angreifen. Lyra beschließt daher dem Dæmon zu helfen und bringt ihn in Sicherheit. Da der Dæmon sehr verunsichert ist und in Oxford einen Auftrag zu erfüllen hat, hilft Lyra dem Dæmon einen Alchemisten zu finden.

Once Upon a Time in the North

Dieser zweite Ergänzungsband wurde 2008 veröffentlicht; eine deutsche Übersetzung ist bisher nicht erschienen. Erzählt wird die Geschichte des ersten Zusammentreffens des jungen Lee Scoresby mit Iorek Byrnison in einer kleinen Hafenstadt in der Arktis, 35 Jahre vor den Ereignissen von His Dark Materials. Lee hat beim Pokern einen Frachtballon gewonnen und versucht sich nun als Transportunternehmer. Dabei wird er wider Willen in die Auseinandersetzungen mit einer Bergbaugesellschaft verwickelt, welche mit Hilfe ihrer Interessenvertreter in der Politik, der Manipulation der öffentlichen Meinung, rechtsmissbräuchlicher Schikanen gegenüber Konkurrenten und nicht zuletzt mit offener Waffengewalt die wirtschaftliche und politische Kontrolle über die Region erringen will. Es handelt sich um eine Abenteuergeschichte mit Elementen einer klassischen Westernerzählung, welche jedoch auch als Kommentar zu aktuellen Themen wie der Macht internationaler Konzerne und dem Verhältnis der Wirtschaft zur Gesellschaft und Politik gelesen werden kann.

Verfilmung

Unter der Regie von Chris Weitz entstand eine Verfilmung des ersten Teils „Der Goldene Kompass“ durch New Line Cinema. Der Film, in dem Nicole Kidman (als Mrs. Coulter) und Daniel Craig (Lord Asriel) die wichtigsten Erwachsenenrollen übernahmen, kam am 6. Dezember 2007 in die deutschen Kinos.

Hörbücher und Hörspiele

Trivia

Der Titel His Dark Materials wurde aus John Miltons Paradise Lost entnommen, das Pullman auch eine große Inspiration war. Dieser sagte, er wolle die Geschichte umdrehen und bedauert, dass dieses Werk in Englands Schulen und Universitäten kaum noch gelesen wird. In der Einleitung der englischen Ausgabe zitiert Pullman einen Kommentar William Blakes über Paradise Lost, welcher impliziert, dass Milton auf der Seite des Teufels stehe, ohne es zu wissen: „The reason Milton wrote in fetters when he wrote of Angels & God, and at liberty when of Devils & Hell, is because he was a true Poet and of the Devil’s party without knowing it.“ (William Blake)

Die Reihe ist nach Angaben des Autors noch nicht abgeschlossen und es soll, neben den bereits veröffentlichten Kurzgeschichten Lyra’s Oxford und Once Upon a Time in the North, die als Zwischenhandlungen fungieren, noch mindestens ein weiteres Buch, genannt The Book of Dust folgen.[5]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Katholiken gegen Kirchenkritik. In: Focus-Online, 4. Dezember 2007
  2. New York Times über His Dark Materials
  3. Bild des Alethiometers mit Beschreibung der Symbole
  4. Der Goldene Kompass, Taschenbuch, 2007 S. 311
  5. Verschiedene Fragen an den Autor auf dessen Seite: philip-pullman.com (englisch)

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