Herrenmagazin

Herrenmagazin
Dieser Artikel beschäftigt sich mit einem Segment der Publikumszeitschriften. Für die deutsche Indie-Band Herrenmagazin siehe Herrenmagazin (Band).

Männermagazine sind ein Segment der Publikumszeitschriften. Sie zählen hier wie Frauen- oder Jugendzeitschriften zu den Zielgruppenzeitschriften und sind damit gegen die themenzentrierten Special-Interest-Zeitschriften abgegrenzt.

Inhaltsverzeichnis

Definition und Abgrenzung

Historisch wurde der Begriff Männermagazin zunächst synonym für „Herrenmagazin“ und damit euphemistisch für Erotikzeitschriften verwendet. Erst mit der Entwicklung redaktioneller Konzepte, die auf eine Themenerweiterung setzten und den Anteil sexualitätsorientierter Inhalte verringerten (oder diese zumindest in einen redaktionellen Kontext einbetteten), bildeten sich die Männermagazine ab den 1990er-Jahren als eigenes Segment heraus und werden nunmehr zur Lifestyle-Presse gerechnet. In der heute gebräuchlichen, engen Definition wird ein Männermagazin also typischerweise durch eine inhaltliche Mischung aus Technik-, Automobil-, Reise-, Mode-, Erotik- und eventuell Karrierethemen bestimmt, entsprechend wird von den Verlagen gelegentlich auch die Segmentbezeichnung „Männer-Lifestyle-Magazin“ benutzt. Die zahlreich existierenden, jeweils allerdings vergleichsweise auflagenschwachen Zeitschriften für homosexuelle Männer werden üblicherweise nicht zu den Männerzeitschriften im engeren Sinn gerechnet und bilden ein eigenes Segment.

Historische Entwicklung

Die späte Entwicklung des Segments – Frauenzeitschriften in ihrer modernen Form etablierten sich bereits mehr als 30 Jahre früher - kann über die Ausrichtung auf den Anzeigenmarkt erklärt werden: Bereits bei allgemeinen Zeitschriften ist der Anteil der männlichen Leser so hoch, dass eine zielgruppenorientierte Anzeigenbelegung nicht auf Spezialmagazine angewiesen ist. So liegt der Männeranteil zum Beispiel beim Spiegel bei 64 Prozent[1], bei der Wirtschaftswoche sogar bei 89 Prozent[2]. Dabei ist zudem zu berücksichtigen, dass auch bei dedizierten Männermagazinen der Frauenanteil unter den Lesern bis zu 25 Prozent beträgt. Entsprechend argumentieren die Verlage der Männermagazine im Anzeigenvertrieb typischerweise nicht über die Geschlechterzusammensetzung ihrer Leserschaft, sondern über deren hohe Trend- und Konsumorientierung und das produktaffine redaktionelle Umfeld. Als ältestes deutschsprachiges Männermagazin wird heute der Playboy gesehen, der 1972 – damals allerdings mit deutlicherer Erotik-Ausrichtung – in Deutschland eingeführt wurde. Zwar existiert bereits seit 1950 die deutsche Zeitschrift ER, die sich bis heute als „ältestes Männermagazin der Welt“ bezeichnet, jedoch wandelte sich dieses Heft im Laufe der Jahrzehnte vom Männermagazin hin zum Schwerpunkt Erotik. Als weiterer Vorläufer gilt die Männer Vogue, 1984 ebenfalls aus den USA adaptiert. Die eigentliche Gründungsphase fand allerdings im boomenden Anzeigenmarkt der späten 1990er-Jahre statt. Zu den damals gegründeten Zeitschriften zählen Men’s Health, GQ als Nachfolger der Männer Vogue, FHM oder Maxim; später folgten Amico, Matador und Best Life.[3]

Lesermarkt in Deutschland

Die sechs in der Media-Analyse erhobenen Männermagazine in Deutschland erreichten im Jahr 2007 zusammen eine Bruttoreichweite von 3,3 Millionen Leserinnen und Lesern. Reichweitenstärkster Titel ist Playboy mit knapp einer Million Lesern beiderlei Geschlechts, gefolgt von Men´s Health mit 685.000 und FHM mit 500.000 Leserinnen und Lesern.[4]

Siehe auch

Quellen

  1. Soziodemografie der SPIEGEL-Leser, spiegel.de, Version: 23. Jänner 2008
  2. Wirtschaftswoche - Leserschaftserhebung 2007, gwp.de, Zugriff: 6. Mai 2008
  3. Focus-Lexikon - „Männerzeitschriften“, medialine.de, Zugriff: 6. Mai 2008
  4. Leserschaftsstrukturen - Männer-Lifestyle-Magazine - Marktanalyse 2008 1. Quartal, Egmont Cultfish Media, 7. Februar 2008

Weblinks


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