Herbert Stenger


Herbert Stenger

Herbert Stenger (* 11. Januar 1948) ist ein ehemaliger deutscher Bergrennfahrer im Automobilsport. Er wird auch „Der Berglöwe“ genannt. Stenger stammt aus dem unterfränkischen Sommerkahl, legt aber selbst großen Wert darauf, dass er in Bayern wohnt, zumindest am äußersten nordwestlichen Rand. Diese Region führt auch die geografische Bezeichnung Main-Franken. Unter der Woche und außerhalb der Rennsportsaison betreibt er eine Installations-Firma.

Inhaltsverzeichnis

Anfänge im Rennsport

1966 machte er erste erfolgreiche Motorsportversuche bei Geschicklichkeitsturnieren, Slalom- und Rallye-Veranstaltungen, mit einem Opel Caravan. Der Überrollbügel war selbst gefertigt, das Rallyefahrzeug selbst ausgebaut. 1969 hatte er mit einem Ford Escort sein erstes eigenes Auto, welches er für die Bergrennen Schlüchtern und Schottenring umgebaut hatte. In den Jahren zwischen 1970 und 1972 nahm er an großen Rallye–Veranstaltungen wie der „Marienberg-“ und „Edelweiß-Rally“ teil. Er fuhr Slaloms mit den selbst umgebauten und getunten Ford-Fahrzeugen der Modelle Escort und Capri.

1973 schaffte er sich Anhänger und Zugfahrzeug an, und bereitete mit freiwilligen Mechanikern und Helfern das Fahrzeug, einen Ford Capri, in seiner kleinen Garage für die jeweiligen Bergrennen vor. Den ersten Gruppensieg konnte Herbert Stenger in Deutschland beim „Bergpreis Oberpfalz“ bei Weiden erringen.

In den Jahren 1974 und 1975 konnte er zahlreiche Klassen- und Gruppensiege für sich verbuchen. Ab 1976 wollte er als erfolgreicher Gruppe 1-Fahrer auf deutschen Bergrennstrecken sein Können auch international auf die Probe stellen. Herbert Stenger stieg folglich in die laufende Europa-Bergmeisterschaft am Dobratsch in Kärnten ein. Bereits zum ersten Saisonende lag er in der österreichischen Meisterschaft auf dem 3. Platz.

Im Jahre 1977 wurde Stenger schon Vize–Europabergmeister mit einem Ford Escort, einem Tourenwagen der damaligen Gruppe 1.

Sportliche Erfolge und Meisterschaften

  • 1978 gewann er die Europabergmeisterschaft Division I auf Ford Escort Gruppe 1. (FIA Championnat d’Europe de la Montagne)
  • 1979 wurde er Vize – Europabergmeister mit einem Zakspeed Ford Escort Gruppe II und
  • Deutscher Bergmeister 1979. In 25 Rennen gab es 23 Siege.
  • 1980: Vize – Europabergmeister mit dem Zakspeed Escort Gruppe II.
  • 1981: Egal, ob deutscher oder Europa-Berg, der Escort war nicht zu schlagen und gewann die Europabergmeisterschaft Division II mit max. Punktzahl 200.
  • 1982: Wurde ihm das vom Team Zakspeed der Gruppe V Zakspeed – Turbo – Capri (ehemaliges Harald- Ertl-Fahrzeug) zur Verfügung gestellt.

Es fanden sich Sponsoren und so konnte auch der erste Lkw angeschafft werden.

Der Zakspeed – Capri, den man nur von der Rundstrecke kannte, war die Sensation bei den europäischen und deutschen Bergrennen. Mit diesem Fahrzeug konnte er die Europabergmeisterschaft DIV III gewinnen. Gleichzeitig belegte er den 2. Platz bei der "Internationalen Deutschen Bergmeisterschaft".

  • 1983: Vize – Europabergmeister Division III auf Zakspeed Turbo Capri.
  • 1984: Das Reglement wurde geändert und Herbert Stenger konnte den Zakspeed – Turbo, den er zwischenzeitlich zum Gruppe-C-Fahrzeug umgebaut hatte, nicht mehr mit Erfolg an den Start bringen. Also wurde ein italienischer Osella mit BMW-Motor gekauft. Es war schon eine Umstellung vom Tourenwagen zum offenen Zweisitzer.

Das Ergebnis war der Titel des Vize – Europabergmeisters DIV III.

  • 1985: Vize – Europabergmeister Division III auf Stenger C3.
  • 1986: Vize – Europabergmeister Division III auf Stenger C3.
  • 1987: Nach 2 technischen Totalausfällen in der Europabergmeisterschaft, entschloss sich Herbert Stenger in die laufende DM ab dem Schwanberg-Rennen einzusteigen. Am Ende hatte er den Titel: “Int. Deutscher Automobil – Bergmeister” auf Stenger Prototyp C3
  • 1989: Vize – Europabergmeister Division III auf Stenger C3.
  • 1990: Vize – Europabergmeister Division III auf Stenger C3.
  • 1991-1997: Herbert Stenger dachte schon so langsam ans aufhören.
  • 1993: Int. Deutscher “Vize” Bergmeister auf Stenger C3.
  • 1997: Int. Deutscher “Vize” Bergmeister auf Stenger CN.
  • 1998: Intern. Deutscher Challenge Berg Meister (Rennsportfahrzeuge), Int. FIA Hill Climb Europabergchampion Rg. West, Österreichischer Bergmeister DIV III Gruppe-C-Fahrzeuge
  • 1999: Intern. Deutscher Challenge Berg Meister (Rennsportfahrzeuge), Int. FIA Hill Climb Europabergmeister Rg. West, Österreichischer Bergmeister DIV III Gr.C FZ über 2000 cm³
  • 2000: Deutscher “Vize” Bergmeister, Int. FIA Hill Climb Europabergchampion Rg. West, Österreichischer Bergmeister DIV III über 2000 cm³, Bayrischer Bergmeister
  • 2001: Int. Deutscher Bergmeister für Rennsportfahrzeuge, Int. FIA Hill Climb Europabergchampion Rg. West, Österreichischer Bergmeister DIV III über 2000 cm³, Bayrischer und Nordbayrischer Bergmeister, ADAC Sportler des Jahres in Nordbayern, BMW Sports Trophy 2001
  • 2002: Int. Deutscher Bergmeister für Rennsportfahrzeuge, Österreichischer Bergmeister DIV III über 2000 cm³, Bayrischer- u. Nordbayrischer- Bergmeister, AvD Sportler des Jahres, Unterfränkischer Motorsportmeister, ausgezeichnet vom BMV mit dem Motorsportoskar, BMW Sports Trophy 2002
  • 2003: Int. Deutscher Bergmeister für Rennsportfahrzeuge Hattrick (’01 /’02 /’03), Österreichischer „Vize“ Bergmeister DIV III über 2000 cm³, Bayrischer Bergmeister, BMW Sports Trophy 2003, Nordbayerischer Bergmeister, Unterfränkischer Motorsportmeister

Gewinner des Sportwagen Bergcups, Großer DSK Sportpokal „Für hervorragende Erfolge in der Saison 2003“

  • 2004: Deutscher Bergmeister für Rennsportfahrzeuge, Gewinner des Sportwagen Berg-Cup’s, Bayerischer Bergmeister, Nordbayrischer Bergmeister, Unterfränkischer Bergmeister, AvD Auszeichnung, großer DSK Pokal 2004, BMW Sports Throphy 2004

Die Presse schrieb: Ungefährdeter denn je thronte Herbert Stenger 2004 am Berg über die Konkurrenz in der Kategorie der Rennsportfahrzeuge. Vier Rennen vor Schluss stand der selbst ernannte „Berg-Löwe“ zum achten Mal als Meister in seiner Division fest. Mit unglaublicher Präzision und großer Professionalität spulte der Unterfranke sein Pensum herunter.

  • 2005: Deutscher Bergmeister für Rennsportfahrzeuge, Nordbayerischer ADAC-Bergmeister, 3. Platz im Sportwagen-Berg-Cup, Unterfränkischer Bergmeister, AvD-Throphy, BMW-Sports-Throphy
  • 2006: Deutscher Bergmeister für Rennsport-Fahrzeuge, 1. Platz AvD-Sportwagenbergcup

Im Jahr 2006 erreichte Herbert Stenger den 10. DM Titel und konnte auf 40 Jahre Motorsport zurückblicken. Herbert Stenger ist Inhaber von über 100 Streckenrekorden mit Tourenwagen- und Gruppe-C-Fahrzeugen, sowie zahlreichen Meisterschaften, Titeln und Auszeichnungen für hervorragende motorsportliche Leistungen. Er gehört mit seinen vielen Titeln zu den erfolgreichsten Motorsportlern Europas und ist der erfolgreichste Bergrennsportler Deutschlands.

Zusammenfassung der wichtigsten Erfolge:

  • 7-facher Europa-Bergmeister
  • 9-facher Vize–Europa-Bergmeister
  • 9-facher Deutscher Automobil–Bergmeister
  • 4-facher Deutscher Automobil-Vize-Bergmeister
  • 4-facher Österreichischer Bergmeister
  • 3-facher Ford-Marken-Europameister
  • mehr als 10-maliger Bayerischer und Nordbayerischer ADAC-Bergmeister
  • 2-maliger ADAC-Sportler des Jahres für Nordbayern

Rezeption

Neben den ungezählten Einzelerwähnungen seiner Gesamtsiege und Streckenrekorde in der Presse gibt es auch eine 5-teilige Fernsehserie über die Equipe Stenger auf Sat.1

Weblinks


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