Henri Clarke d'Hunebourg


Henri Clarke d'Hunebourg
Henri Clarke d'Hunebourg

Henri-Jacques-Guillaume Clarke, comte d’Hunebourg, duc de Feltre (* 17. Oktober 1765 in Landrecies im Hennegau; † 28. Oktober 1818) war ein französischer General und Staatsmann irischer Abstammung, Marschall und Pair von Frankreich.

Leben

Clarke kam als Waise in die Militärschule von Paris und wurde 1782 Soldat, stieg nach der Schlacht bei Landau 1793 zum Brigadegeneral auf, befehligte darauf die Vorhut der Rheinarmee und wurde dort auch Stabschef, 1795 aber als verdächtig abgesetzt und verhaftet.

Nach seiner Freilassung lebte er im Elsass, wurde aber bald durch Carnot Chef des topographischen Büros, später vom Direktorium als Divisionsgeneral mit geheimen Aufträgen nach Wien und Italien gesandt, zugleich um Bonaparte zu beobachten. Beide aber verständigten sich, und Clarke sandte nur Berichte ab, die der General gelesen hatte. Nach längerer Untätigkeit wurde er zum Abschluss einer Allianz nach Sardinien geschickt. Nach dem 18. Brumaire machte ihn Bonaparte wieder zum Chef des topographischen Büros, sandte ihn während des Kongresses als Kommandanten nach Lunéville und dann zur Auswechselung der russischen Kriegsgefangenen nach Lille.

Zwischen 1801 und 1803 wirkte Henri Clarke d'Huneborg in Florenz als Gesandter am Hofe Ludwig I., König von Etrurien und wurde dann Staatsrat und Kabinettssekretär des Kaisers für das Kriegs- und Seewesen.

Im Feldzug gegen Österreich 1805 wurde er Gouverneur von Wien, 1806 Gouverneur in Erfurt, dann in Berlin. 1807 kehrte er nach Paris zurück und wurde Kriegsminister. Er verwaltete dieses schwierige Amt mit großem Geschick und seltener Uneigennützigkeit, aber auch mit rücksichtsloser Strenge.

Die glückliche Vereitelung der Unternehmung der Engländer gegen Vlissingen verschaffte ihm 1809 den Titel eines Herzogs von Feltre, nachdem er bereits zum Grafen von Hüneburg erhoben worden war.

Bei Napoleons Sturz zeigte er sich unzuverlässig und gewissenlos, stimmte für die Absetzung des Kaisers und wurde dafür von Ludwig XVIII. zum Pair ernannt; nach Napoleons Landung bei Cannes wurde er an Soults Stelle Kriegsminister, floh mit dem König nach Gent, übernahm eine Sendung an den Prinz-Regenten von Großbritannien und wurde 1815 aufs neue zur Verwaltung des Kriegsministeriums an die Stelle Gouvion Saint-Cyrs berufen, musste es aber 1817 an diesen zurückgeben und wurde zum Marschall des Reichs und zum Gouverneur der 15. Militärdivision ernannt.

Er starb am 28. Oktober 1818.

Literatur

  • Karl Bleibtreu: Marschälle, Generale, Soldaten Napoleons I. VRZ, Hamburg 1999, ISBN 3-931482-63-4 (Repr. d. Ausg. Berlin 1898)



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