Hans Günter Schlegel


Hans Günter Schlegel

Hans Günter Schlegel (* 24. Oktober 1924 bei Leipzig) ist ein deutscher Mikrobiologe. Er wirkte ab 1958 als Hochschulprofessor an der Georg-August-Universität Göttingen; sein Arbeitsschwerpunkt war die Bakteriologie.

Inhaltsverzeichnis

Lebensweg

Hans Günter Schlegel wurde in eine Lehrerfamilie hineingeboren. Nach seinem Notabitur wurde er für drei Jahre zur Luftwaffe eingezogen. Nach dem Krieg studierte Schlegel Naturwissenschaften in Leipzig und Halle, mit dem Ziel Gymnasiallehrer zu werden.

Während seiner experimentellen Doktorarbeit bei Johannes Buder, Leiter der Botanischen Anstalten der Uni Halle, über die Photobiologie von Chromatium okenii und Thiospirillum jenense entdeckte er seinen Hang zur Forschung. Promotion (Hauptfach Botanik) 1950, Universität Halle. Anschließend arbeitete er als Assistent am Labor von Kurt Mothes in Gatersleben, wo er seine Erfahrungen in Pflanzenphysiologie und allgemeiner Mikrobiologie erweitern konnte. Er erhielt seine venia legendi (Mikrobiologie und Pflanzen-Biochemie) 1954 an der Universität Halle.

Mit Hilfe von Studienkollegen konnte er die Deutsche Demokratische Republik verlassen und wurde nach München (Feodor Lynen) und später nach Cleveland (Lester O. Krampitz) berufen.

1958 wurde er als Nachfolger von Karl Kroemer auf den Lehrstuhl für Mikrobiologie an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen berufen und ihm wurde der Titel Ordentlicher Professor verliehen. Hans Günter Schlegel wurde 1959 Herausgeber des Archivs für Mikrobiologie und übernahm 1969 (vol. 66) die Funktion des Chefredakteurs von seinem Vorgänger August Rippel-Baldes

Schlegels Buch „Allgemeine Mikrobiologie“ gilt als das erste umfassende Lehr- und Handbuch über diese Thematik und erscheint noch heute mittlerweile in 8. Auflage. Es gilt als Standardwerk der Mikrobiologie. Es wurde in acht Sprachen übersetzt.

Schlegel gilt mit seinen Erfahrungen und seiner Fachkompetenz bei seinen Kollegen und Schülern im In- und Ausland als ein gefragter Gesprächspartner und hochgeschätzter Pädagoge. Über seine überwiegend praxisnahen Forschungsarbeiten hat er über 350 Beiträge veröffentlicht und die wichtigsten Ergebnisse in mehreren Büchern zusammengefasst.

Wichtigste Veröffentlichungen

1. Auflage: Hans Günther Schlegel, 1969
  • Geschichte der Mikrobiologie, Acta Historica Bd. 28, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2. Auflage 2004, 280 S., 93 Abb. ISBN 3-8047-2086-2
  • Archiv für Mikrobiologie erstmals 1930 neu erschienen bei Julius Springer, Berlin ISSN 0302-8933[1]

Ehrungen

Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, der er seit 1966 als Mitglied angehört, ehrte Hans Günter Schlegel (Göttingen) mit der Cothenius-Medaille für sein, wie es in der Urkunde heißt, „der Mikrobiologie in Forschung und Lehre gewidmetes umfangreiches Lebenswerk“.

Einzelnachweise

  1. 100 Bände “Archiv für Mikrobiologie”



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