Hahnemühle


Hahnemühle
Hahnemühle FineArt GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1584
Sitz Dassel, DeutschlandDeutschland Deutschland

Leitung

  • Michael Siekiera, Geschäftsführer
  • Friedrich Nebel, Geschäftsführer
Mitarbeiter 150 (31. Dezember 2010)
Umsatz ca. 26 Millionen EUR (2010)
Branche Papierindustrie
Website www.hahnemuehle.de


Das Unternehmen Hahnemühle FineArt GmbH mit Firmensitz im niedersächsischen Dassel (Ortsteil Relliehausen) ist ein papierherstellendes Unternehmen. Im Bereich beschichteter Papiere für den Tintenstrahldruck ist Hahnemühle Weltmarktführer. Weitere Tätigkeiten sind Produktion und Vertrieb von Künstlerpapieren für traditionelle Maltechnik sowie Filterpapieren für Industrie und Forschung.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Unternehmen geht zurück auf die Gründung einer Papiermühle durch Merten Spieß am 27. Februar 1584 in Relliehausen im Solling, an einem Quellfluss, der aufgrund der Filterwirkung des Sandsteins im Solling das für hohe Papierqualität entscheidende, besonders weiche und reine Quellwasser bot und bis heute bietet. Der mit Bezug auf die ältere Zeit in der Literatur als Papiermühle Relliehausen oder Dassel bekannte Betrieb, zunächst nur einer von vielen dieser Art zwischen Weser und Leine, konnte sich als einziger von ihnen über die Jahrhunderte erhalten.

Bis ins Jahr 1769 blieb die Fabrik im Besitz der Familie Spieß. Am 30. August 1769 kaufte Johann Jacob Heinrich Andrae aus Petershütte bei Osterode die Papiermühle für 4500 Reichsthaler. Nach dem frühen Tod Andraes übernahm dessen Sohn die Mühle. Am 13. August 1884 erwarb H. J. Heinemann aus Hannover die Papiermühle von Oskar Andrae und begann sofort mit der Errichtung einer neuen Produktionsstätte. Als hierbei unvorhergesehene Schwierigkeiten und Kosten anfielen, sah er sich schließlich genötigt, die Fabrik wieder abzugeben und verkaufte an die Familie Hahne. Seit der Übernahme durch Carl Hahne im Jahr 1886 wird die Firma unter dem heutigen Namen Hahnemühle weitergeführt.

Während des Zweiten Weltkriegs fälschten die Papiermacher und Techniker des Unternehmens im Auftrag des Reichssicherheitshauptamts als Teil der Operation Bernhard erfolgreich das Banknotenpapier des Britischen Pfundes.[2]

Heute werden von etwa 150 Mitarbeitern (weltweit) Papiere für Maler, Grafiker, Illustratoren, Buchbinder, Fotografen, Druckdienstleister, sowie Papiere für industrielle Spezialanwendungen und für chemische und biologische Analysen hergestellt. Die Hahnemühle hat Tochtergesellschaften in den USA, Großbritannien, Frankreich, Spanien und China.

Vor allem als Papierfabrik für hochwertigen Künstlerpapiere für Mal- und Drucktechniken ist die Hahnemühle aktiv.

Hahnemühle gilt als Erfinder der Digitalen Fine Art InkJet Papiere[1]. Auf den echten Künstlerpapieren, die mit einer speziellen Tintenaufnahmeschicht veredelt sind, entstehen mit langlebigen Pigment-Tinten konservatorisch wertvolle Drucke in Museumsqualität. Die Hahnemühle Digital FineArt Collection bietet Papiere und Leinwände für exklusive Fotografie, Computerkunst sowie Gemälde- und Fotoreproduktionen.

Literatur

  • Wolfgang Hein / Wilhelm Willemer: Neutral geleimte Papiere für wertvolle Objekte. In: Dauerhaftigkeit von Papier: Vorträge des 4. Internationalen graphischen Restauratorentages, veranstaltet von der Internationalen Arbeitsgemeinschaft der Archiv-, Bibliotheks- und Graphikrestauratoren (IADA)in Zusammenarbeit mit der Niedersächsischen Staats-und Universitätsbibliothek Göttingen und dem Niedersächsischen Staatsarchiv Bückeburg 1979, Klostermann, Frankfurt a.M. 1980 (= Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie, Sonderheft 31; ISBN 3-465-01448-0), S. 91-99
  • E. Tacke: Urkundliche Beiträge zur Geschichte der Papiermühle Relliehausen während der Zeit der Papiermacherfamilie Spieß 1584-1789. In: Jahresbericht des Vereins für Geschichte und Altertümer der Stadt Einbeck und Umgebung 21 (1953/54), S. 48-56
  • 425 Jahre Hahnemühle 1584-2009

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.
  2. http://www.moneymuseum.com/moneymuseum/library/texts/text.jsp?lang=de&id=70062

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