HOCHTIEF


HOCHTIEF
Hochtief Aktiengesellschaft
Logo der Hochtief Aktiengesellschaft
Unternehmensform Aktiengesellschaft
ISIN DE0006070006
Gründung 1875
Unternehmenssitz Essen, Deutschland
Unternehmensleitung

Herbert Lütkestratkötter,
Vorsitzender

Mitarbeiter 64.527 (2008)
Umsatz 19.103 Mio (2008)
Branche Bauunternehmen
Website

www.hochtief.de

Neubau der Telekom-Zentrale von Hochtief in Bonn

Die Hochtief Aktiengesellschaft ist ein internationaler Baudienstleister mit Sitz in Essen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gründung und Aufstieg

1875 gründeten die aus Kelsterbach stammenden Schlosser Philipp Helfmann und Balthasar Helfmann in Frankfurt am Main die Firma Gebrüder Helfmann. Nach dem Tod von Balthasar wandelte Philipp Helfmann das Unternehmen 1896 in die Aktiengesellschaft für Hoch- und Tiefbauten um. 1922 wurde der Firmensitz nach Essen verlegt. Hintergrund dieser Änderung war ein Vertrag vom 10. Februar 1921 mit Hugo Stinnes. Stinnes beteiligte sich an Hochtief und verpflichtet sich im Gegenzug, Baumaßnahmen des Stinnes-Konzerns nur über Hochtief ausführen zu lassen. Nach Stinnes Tod 1924 und dem Zerfall seines Konzerns geriet auch Hochtief in Zahlungsschwierigkeiten. Hierbei wirkte auch die Hyperinflation sehr negativ auf die Baukonjunktur. Die Aktien des Stinneskonzerns wurden nun von RWE und AEG übernommen.

Hochtief im Dritten Reich

Ab 1933 war auch Hochtief in die Strukturen und Verbrechen der Nazi-Diktatur verstrickt. Der Vorstandsvorsitzende Eugen Vögler trat 1937 in die NSDAP ein und die Einbindung von Hochtief in die Strukturen und Verbrechen des Naziregimes wurde vorangetrieben. Vögler selbst agierte als Führer der Wirtschaftsgruppe Bau und Ehrenbannführer der Hitlerjugend, der Konzern selbst trennte sich von Juden. 1935 waren alle Juden aus Aufsichtsrat und verantwortlichen Stellen entfernt.

Als Bauunternehmen profitierte Hochtief von der Wirtschaftserholung und umfangreichen Bauaufträgen des Staates. Hierzu zählten neben zivilen Objekten zunehmend militärisch genutzte Bauten. Unter Leitung der Organisation Todt war Hochtief am Bau wesentlicher Militäreinrichtungen beteiligt.

Ab 1939/1940 beschäftigte Hochtief auf den Baustellen in zunehmendem Maße Zwangsarbeiter.

Wiederaufbau und neuere Geschichte

Nach dem Zusammenbruch 1945 hatte Hochtief neben dem Auslandsgeschäft auch die ostdeutschen Niederlassungen eingebüßt. Unter Leitung des neuen Vorstandsvorsitzenden Artur Konrad wurde die Arbeit fortgesetzt. Das Wirtschaftswunder begann mit dem Wiederaufbau Deutschlands, von dem die Bauindustrie aufgrund der starken Zerstörungen besonders profitierte. Bereits Anfang der 50er Jahre begann daher auch der Wiederaufbau des Auslandsgeschäftes. Dieses sollte aber bis Mitte der 70er Jahre nur einen kleinen Teil des Geschäftsfeldes ausmachen. Ein wesentlicher Schwerpunkt in den 60er und 70er Jahren war hingegen der Kraftwerkebau. 1975 versetzte Hochtief infolge des Bau des Assuan-Staudamms den Tempel von Kalabscha.[1] Anfang der 80er Jahre stieg das Auslandsengagement des Konzerns sprunghaft an.

Nach der Wiedervereinigung profitierte der Konzern von der Baukonjunktur, um jedoch ab 1993 mit der nachlassenden Konjunktur einem erhöhten Konkurrenzdruck ausgesetzt zu sein.

2004 wandelte sich Hochtief von der Tochter- zur Publikumsgesellschaft: Hochtief erhielt durch den Verkauf der Anteile von Mehrheitsaktionär RWE eine neue internationale Aktionärsstruktur. Der Streubesitz lag zum Ende des Geschäftsjahres 2004 bei über 80 Prozent. Anfang 2006 erwarb August von Finck mit seiner Custodia-Holding eine indirekte Beteiligung in Höhe von 25,01% an dem deutschen Baukonzern Hochtief Aktiengesellschaft, Essen. Im Dezember 2006 kündigte der Milliardär von Finck an, den Verkauf seines mehr als 900 Millionen Euro schweren Aktienpakets zu erwägen. Grund für die Überlegungen seien die steigenden Aktienkurse - das Hochtief-Paket hat seit Februar fast ein Viertel an Wert gewonnen -, aber auch die Konzentration unter den weltweit agierenden Bauunternehmen. Am 21. März 2007 gab der führende spanische Baukonzern ACS bekannt, die Anteile von Custodia für 72 Euro pro Aktie übernommen zu haben. Die Transaktion hatte damit ein Volumen von 1,264 Milliarden Euro.

Durch Zukauf der Dienstleistungsgesellschaften Siemens Gebäudemanagement und Lufthansa Gebäudemanagement 2004 vergrößerte sich das Tochterunternehmen Hochtief Facility Management GmbH von 800 Mitarbeiter auf ca. 4.500 Mitarbeiter.

Organisation

Konzernstruktur

Die Hochtief Aktiengesellschaft verfügt über sechs Unternehmensbereiche:

  • Hochtief Americas
  • Hochtief Asia Pacific
  • Hochtief Europe
  • Hochtief Real Estate
  • Hochtief Services
  • Hochtief Concessions

Daneben besitzt das Unternehmen zahlreiche Töchter wie beispielsweise den Flughafenbetreiber Hochtief AirPort.

Kennzahlen

  • Leistung 2008: 21.643 Mio. Euro
  • Umsatz 2008: 19.103 Mio. Euro
  • Konzerngewinn 2008: 175 Mio. Euro[2]
  • Auftragsbestand Ende 2008: 30.922 Mio. Euro
  • Mitarbeiter 2008 (Jahresdurchschnitt): 64.527, davon 11.004 im Inland

Vorstand

  • Herbert Lütkestratkötter, Vorsitzender
  • Martin Rohr
  • Peter Noé
  • Burkhard Lohr
  • Frank Stieler

Aufsichtsrat

Produkte und Dienstleistungen

Hochtief bietet eine Angebotspalette, die Entwicklung, Bau und Dienstleistungen sowie Konzessionen und Betrieb umfasst. Die Kernkompetenz des Unternehmens ist das Bauen – im weitesten Sinn. Dazu zählt der Bau und die Rundumbetreuung von Bauprojekten, aber auch der Abbau von Bodenschätzen mit bautypischer Logistik, Airport-Management, Facility Management, Asset-Management und Property-Management basierend auf Kenntnissen aus dem Immobiliengeschäft; Konzeption, Planung und Berechnung komplexer Lösungen; Strukturierung innovativer Finanzierungen. Schließlich ist Bauen bei Hochtief auch Projektentwicklung, Konzessionsgeschäft und Public Private Partnership.

Herausragende Baumaßnahmen

Literatur

  • Manfred Pohl, Birgit Siekmann: HOCHTIEF und seine Geschichte, ISBN 3-492-04270-8

Einzelnachweise

  1. Hochtief versetzt ägyptischen Tempel - aus geschichte.nrw.de
  2. Geschäftszahlen nach Unternehmenswebsite - [1]

Weblinks


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