Glucksberg - Najdorf, Warschau 1930


Glucksberg - Najdorf, Warschau 1930
Miguel Najdorf, Manila 1992

Miguel Najdorf (* 15. April 1910 in Grodzisk Mazowiecki als Mieczysław (bzw. Mendel) Najdorf; † 5. Juli 1997 in Málaga, Spanien) war ein bedeutender polnisch-argentinischer Schachgroßmeister.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Miguel Najdorf spielte bei der inoffiziellen Schacholympiade 1936 in München für Polen sehr erfolgreich (16 aus 20). 1939 nahm er für Polen an der Schacholympiade in Buenos Aires teil und blieb nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in Argentinien. Als Jude war für ihn eine Rückkehr nach Polen unmöglich. Er verlor seine Frau, sein Kind, Vater, Mutter und vier Brüder im Holocaust in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten.

Obwohl er nie um die Weltmeisterschaft spielte, gehörte Najdorf stets zu den Großen der internationalen Schachszene, um die Mitte des Jahrhunderts auch regelmäßig zu den weltbesten fünf Spielern.

Während seiner Laufbahn spielte er gegen alle Schachweltmeister von Emanuel Lasker bis Garri Kasparow und schlug immerhin Michail Botwinnik, Wassili Wassiljewitsch Smyslow, Michail Tal, Tigran Petrosjan und Robert Fischer. Darüber hinaus nahm er an zahlreichen nationalen und internationalen Turnieren mit beachtlichem Erfolg teil. So gewann er die Turniere Prag 1946, Venedig 1948, Bled 1950, Amsterdam 1950, Mar del Plata 1959 und Havanna 1961. Er spielte bei 14 Schacholympiaden (ab 1950 für Argentinien), zumeist am 1. Brett seiner Mannschaft.

Najdorf ist der Vater einer populären Eröffnungsvariante in der Sizilianischen Partie, der nach ihm benannten Najdorf-Variante.

Seine beste historische Elo-Zahl betrug im Februar 1948 2797. Er war über 33 Monate die Nummer zwei in der Welt.

Beeindruckend sind auch die Leistungen Najdorfs im Blindschach: In seiner Blütezeit gab er Blindsimultanvorstellungen gegen mehr als 40 Gegner.

In den 1950er Jahren verdiente Najdorf viel Geld mit Ölgeschäften in Venezuela.

Bis ins hohe Alter in der Schachszene präsent, starb Miguel Najdorf im Jahre 1997 nach einer Herzoperation.

Partie

a b c d e f g h
8 8
7 7
6 6
5 5
4 4
3 3
2 2
1 1
a b c d e f g h
Die Mattstellung nach dem 22. Zug von Schwarz

Als „Visitenkarte“ diente Najdorf die folgende Partie, die er 1930 (nicht wie oft angegeben bei der Schacholympiade 1935, wo er sie aber vorführte) in Warschau spielte.[1][2] Savielly Tartakower nannte sie die Polnische Unsterbliche. Schwarz opfert alle vier Leichtfiguren, um mattzusetzen.

Glucksberg - Najdorf

1.d2-d4 f7-f5 2.c2-c4 Sg8-f6 3.Sb1-c3 e7-e6 4.Sg1-f3 d7-d5 5.e2-e3 c7-c6 6.Lf1-d3 Lf8-d6 7.0-0 0-0 8.Sc3-e2 Sb8-d7 9.Sf3-g5 Ld6xh2+ 10.Kg1-h1 Sf6-g4 11.f2-f4 Dd8-e8 12.g2-g3 De8-h5 13.Kh1-g2 Lh2-g1 14.Se2xg1 Dh5-h2+ 15.Kg2-f3 e6-e5 16.d4xe5 Sd7xe5+ 17.f4xe5 Sg4xe5+ 18.Kf3-f4 Se5-g6+ 19.Kf4-f3 f5-f4 20.e3xf4 Lc8-g4+ 21.Kf3xg4 Sg6-e5+ 22.f4xe5 h7-h5 matt

Einzelnachweise

  1. Edward Winter: The Polish Immortal. Siehe auch E. Winter: Kings, Commoners and Knaves. Further Chess Explorations. Russell Enterprises, Milford 1999, S. 306
  2. Miguel Najdorf in Pravo Lidu 1. November 1930

Literatur

  • Tomasz Lissowski, Adrian Mikhalchishin: Najdorf: life and games. Batsford, London 2005. ISBN 0-7134-8920-0

Weblinks


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