Gestade


Gestade

Das Wort Gestade bezeichnet das Ufer eines Flusses oder eines Meeres.

Herkunft und Verwendung

Das schon im Mittelhochdeutschen als „gestat“ gebräuchliche Wort entstand als Verstärkung des gleichbedeutenden Substantivs „stade“, althochdeutsch „stad[o]“. Das eigentlich mittel- und niederdeutsche Wort „Ufer“ wurde im oberdeutschen Sprachraum bis in die Frühe Neuzeit nicht verwendet und wohl auch nicht verstanden; so war es notwendig, dass in der Basler Ausgabe der Luther-Bibel von 1523 das Wort „Ufer“ durch „gestad“ erklärt wurde.[1]

Als geographisches Fachwort und in der Alltagssprache wurde „Gestade“ seither vollständig vom Wort „Ufer“ verdrängt. Im deutschen Sprachraum wird es daher heute nur noch gelegentlich als Archaismus oder in gehobener Stilebene verwendet.

Die berühmteste Verwendung in der klassischen deutschen Literatur ist der zum geflügelten Wort gewordene Beginn von Schillers Schauspiel Wilhelm Tell (1804):

Es lächelt der See, er ladet zum Bade,
Der Knabe schlief ein am grünen Gestade[2]

Vor allem in Österreich ist das Wort „Gestade“ als Bestandteil hergebrachter geografischer Namen noch weiter verbreitet. Beispiele:

Auch die Namen der Gstättengasse und des Gstättentors in der Salzburger Altstadt rühren vom Wort „Gestade“.

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Gestade – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Duden, Band 7, Herkunftswörterbuch. Etymologie der Deutschen Sprache, 2. Auflage 1989, S. 237. Grimm: Deutsches Wörterbuch (woerterbuchnetz.de)
  2. Erster Aufzug auf Wikisource

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  • Gestade — Sn per. Wortschatz arch. (8. Jh., Form 13. Jh.), mhd. gestat, stade, ahd. stado m., stad m./n., as. stath m. Stammwort. Aus g. * staþa n. Gestade , auch in gt. staþa (Dat. Sg.), ae. stæþ, afr. sted(e); die Kollektivbildung mit ge seit… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Gestade — Gestade, so v.w. Küste …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Gestade — Gestade, s. Küste …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Gestade — Gestade: Das Wort, das heute nur noch in der gehobenen Sprache der Dichtung verwendet wird, ist durch das ursprünglich niederd. Wort ↑ Ufer zurückgedrängt worden. Mhd. gestat »Ufer« ist eine Kollektivbildung zu dem altgerm. Substantiv mhd. stade …   Das Herkunftswörterbuch

  • Gestade — Strand; Küste; Ufer * * * Ge|sta|de [gə ʃta:də], das; s, (geh.): Teil des festen Landes, der an das Wasser grenzt: fremde, ferne, heimatliche Gestade; die Gestade des Meeres, des Flusses, des Sees. Syn.: ↑ Küste, ↑ Strand, ↑ Ufer …   Universal-Lexikon

  • Gestade — das Gestade, (Oberstufe) geh.: Streifen des Festlandes, der unmittelbar ans Meer angrenzt Synonyme: Küste, Küstenstreifen, Ufer Beispiele: Wir machten einen langen Spaziergang am Gestade. Das Reisebüro versucht die Kunden, mit günstigen Preisen… …   Extremes Deutsch

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  • Gestade — pajūris statusas T sritis ekologija ir aplinkotyra apibrėžtis Sausumos dalis nuo dabartinės jūros kranto linijos iki tos jūros ribos, kurią ji siekė ankstesniais savo raidos laikotarpiais. Šiame ruože yra jūrinių arba lagūninių nuosėdų, aptinkama …   Ekologijos terminų aiškinamasis žodynas

  • Gestade — pakrantė statusas T sritis ekologija ir aplinkotyra apibrėžtis Sausumos juosta išilgai jūros, ežero ar kito vandens telkinio kranto, kurioje yra sausumos ir vandens sąveikos žymių – tam tikrų reljefo formų. atitikmenys: angl. coast; coastal zone; …   Ekologijos terminų aiškinamasis žodynas


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