Gedenkstätte der Sozialisten


Gedenkstätte der Sozialisten
Gedenkstätte der Sozialisten, eingeweiht 1951

Die Gedenkstätte der Sozialisten ist eine Grab- und Gedenkstätte innerhalb des Zentralfriedhofs Friedrichsfelde in Berlin. Die 1951 offiziell eingeweihte Anlage diente zusammen mit der angrenzenden Gräberanlage „Pergolenweg“ zu Zeiten der DDR als Ehrenfriedhof für Personen, die sich nach Ansicht der SED um die „sozialistische Idee“ verdient gemacht hatten. Sie schließt an die Tradition des Friedhofs Friedrichsfelde als Begräbnisstätte der Arbeiterbewegung an, die im späten 19. Jahrhundert begann.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte der Gedenkstätte und ihrer Vorläufer

Friedrichsfelde als „Sozialistenfriedhof“

Beerdigung der Revolutionsopfer 1919
Grabstätte von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, 1919

Als der Zentralfriedhof Friedrichsfelde 1881 eröffnet wurde, waren hier erstmals für Berlin auch Armenbegräbnisse möglich, weil die Stadt die Kosten übernahm. Im August 1900 wurde der Central-Friedhof Friedrichsfelde in ganz Deutschland bekannt, als der SPD-Gründer Wilhelm Liebknecht hier beerdigt wurde. Bei seiner Beisetzung zogen rund 150.000 Personen von Charlottenburg nach Friedrichsfelde. Weil später auch Paul Singer, Ignaz Auer, Emma Ihrer und weitere Sozialdemokraten dort bestattet wurden, erhielt der Friedhof bald den Beinamen „Sozialistenfriedhof“. Die unmittelbar am Haupteingang eingerichtete Grabstätte der meisten dieser Personen befand sich auf einem leichten Hügel, der umgangssprachlich bei den politischen Anhängern auch „Feldherrnhügel“ genannt wurde.[1]

Nach dem Spartakusaufstand (5. bis 12. Januar 1919) wurden am 25. Januar 1919 alle 33 Opfer des Aufstandes, darunter der ermordete KPD-Gründer Karl Liebknecht, nach einer Massendemonstration durch die Berliner Innenstadt nach einer bewegenden Großkundgebung auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in einem Massengrab beigesetzt. Einige Tage später bettete man weiter inzwischen identifizierte tote Revolutionäre hier zur Ruhe, darunter Leo Jogiches. Dieser war ein Freund der ebenfalls ermordeten Rosa Luxemburg, deren Leiche zunächst nicht auffindbar war. Eine am 31. Mai 1919 aus dem Landwehrkanal geborgene Frauenleiche wurde später als diejenige Luxemburgs bezeichnet und am 12. Juni 1919 im Gräberfeld der Toten des Spartakusaufstandes beigesetzt. Die Berliner Arbeiterschaft erschien dazu zahlreich zu einem Trauerzug durch die östlichen Berliner Bezirke.

Das Revolutionsdenkmal von 1926

Das Revolutionsdenkmal, 1926
Einweihung des Denkmals durch Wilhelm Pieck im Juni 1926

Zur Erinnerung an die 1919 ermordeten KPD-Führer sowie die Opfer der Reichstagsunruhen von 1920 und einige weitere später gestorbene Revolutionäre aus der Arbeiterbewegung sollte auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde ein angemessenes Denk- und Mahnmal errichtet werden. Dieser Plan wurde von einem eigenen Denkmalkomitee verfolgt, das sich auf Initiative von Wilhelm Pieck gebildet hatte. Am 15. Juni 1924 wurde feierlich die Grundsteinlegung begangen. Allerdings gab es noch keine klaren Vorstellungen über das Aussehen und vor allem die Finanzierung eines Denkmals. Alle Anhänger der Kommunisten wurden 1925 im Zusammenhang mit der Abhaltung eines Parteitages zu Vorschlägen aufgerufen. Als Grundidee konnte ein Entwurf von Auguste Rodin präsentiert werden, der den Namen „Die Empörung“ trug und eine Bronzestatue (Genie de la Guerre) vor einer Mauer darstellte. Die Mauer diente als Symbol sowohl für die Niederschlagung der Revolution in Frankreich 1871 als auch für die Verbundenheit mit der Sowjetunion und den an der Kremlmauer bestatteten Revolutionären. Das Denkmal wurde in dieser Form dann nicht verwirklicht. Stattdessen entwarf Ludwig Mies van der Rohe im Auftrag des Kunstmäzens Eduard Fuchs ein „Denkmal für Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg“ bzw. das „Revolutionsdenkmal“ mit dem wesentlichen Element einer Wand aus vorspringenden oder zurückgesetzten Hartbrandziegeln. Das Denkmal wurde von Arbeitern der „Bauhütte Berlin“ im Frühjahr 1926 errichtet und am 13. Juni 1926 - noch unfertig, weil das gesammelte Geld nicht ausgereicht hatte - enthüllt. In den folgenden Wochen konnte der schlichte Klinkerbau am Ort der Grundsteinlegung fertig gestellt und am 11. Juli 1926 endgültig feierlich eingeweiht werden. Die Kommunisten Ernst Meyer, Paul Schwenk und Paul Scholze sowie das Mitglied des „Sozialistischen Bunds“ Georg Ledebour hielten aus diesem Anlass Ansprachen an die Teilnehmer der Einweihungsfeier. Bis 1933 fanden auf dem Friedhof beim „Revolutionsdenkmal“ jährlich Aufmärsche und Gedenkfeiern zu Ehren von Lenin, Liebknecht und Luxemburg (sogenannte „LLL-Wochen“) statt. Im Februar 1933 begannen Nationalsozialisten mit der Zerstörung des Mahnmals, indem der fünfzackige Stern und die Fahnenstange abgerissen wurden. Anfang des Jahres 1935 ließen die Machthaber den Bau bis auf sein Fundament abtragen und die Gräber einebnen.[1]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das zerstörte Revolutionsdenkmal nicht wiederhergestellt. Die Tradition der Gedenkmärsche und der Kundgebung wurden jedoch wiederbelebt, wozu 1946 eine provisorische Nachbildung des van-der Rohe-Baus aufgestellt wurde.

Wiederholt gab es Initiativen, das zerstörte Mahnmal von 1926–1935 dauerhaft zu rekonstruieren. Eine 1968 in West-Berlin gegründete Liebknecht-Luxemburg-Gesellschaft versuchte einige Zeit, das van-der-Rohe Mahnmal im Tiergarten neu errichten zu lassen. Zahlreiche Unterstützer wie die Sozialdemokraten Kurt Neubauer, Werner Sickert und Geisteswissenschaftler wie Wolfgang Abendroth, Ernst Bloch oder Walter Jens schafften es jedoch nicht, eine Finanzierung zu erreichen. Auch hatte der Architekt seine Zustimmung verweigert. So wurde diese Idee nicht verwirklicht.[1]

Gedenktafel (1982) für das abgerissene Revolutionsdenkmal

1982 wurde auf seinem ursprünglichen Standort eine Tafel nach Entwürfen von Günther Stahn (Architekt) und Gerhard Thieme (Bildhauer) aufgestellt mit der Inschrift:[1] „Auf diesem Fundament stand das Revolutionsdenkmal für Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und viele andere revolutionäre Kämpfer der deutschen Arbeiterbewegung. 1926 errichtet von der Kommunistischen Partei Deutschlands nach Plänen von Ludwig Mies van der Rohe.“ Dieses Erinnerungsmal befindet sich in der Berliner Denkmalliste.[2]

Im Jahr 1984 fand aus Anlass des 80. Jahrestages der Grundsteinlegung ein Symposium zu Fragen der Entwurfs- und Zerstörungsgeschichte des Revolutionsdenkmals statt. Dabei wurden auch die Beziehung von Mies van der Rohe zur kommunistischen Arbeiterbewegung, die Archiv- und Aktenlage zum Denkmal und allgemeine Fragen der Erinnerungskultur erörtert.[3]

Jedes Jahr seit der Ermordung der beiden Revolutionsführer Liebknecht und Luxemburg findet am zweiten Sonntag im Januar der „Gedenktag der Sozialisten“ statt. Hierbei werden Kränze, am meisten jedoch rote Nelken an den Gräbern der Sozialisten niedergelegt. Der Tag wurde in der DDR gleichzeitig für eine alljährliche Großdemonstration der DDR-Staatsführung genutzt. Diese Liebknecht-Luxemburg-Demonstrationen werden seit 1990 von einem Bündnis verschiedener linksgerichteter Gruppen, Parteien und Einzelpersonen fortgesetzt.

Die neue Gedenkstätte von 1951

(von links nach rechts): Willi Stoph, Joachim Herrmann (Redner), Erich Honecker, Erich Mielke am 15. Januar 1989 bei der Gedenkfeier zum 70. Jahrestag der Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg in Berlin-Friedrichsfelde

Anstatt das zerstörte Revolutionsdenkmal von 1926 nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in seiner alten Form wiederherzustellen, wurde 1947 ein Ideenwettbewerb zu einer völligen Neugestaltung der Anlage veranstaltet. Unter anderem beteiligte sich die Gartenarchitektin Herta Hammerbacher daran, deren Entwürfe sich im Architekturmuseum der TU Berlin befinden.[4] Im September 1949 gab der Berliner Magistrat dann den Auftrag zum Bau einer gemeinsamen Gedenkstätte für Sozialdemokraten und Kommunisten im vorderen Teil des Zentralfriedhofs Friedrichsfelde. Die Umgestaltungsarbeiten einschließlich der Umbettung der Särge erfolgten ab 1950 unter Leitung des Stadtrats Arnold Munter. Im Zuge der Bauarbeiten wurden auch ältere Grabplatten, Grabsteine und Stelen von prominenten Sozialdemokraten und Kommunisten aus der Zeit der Monarchie und der Weimarer Republik an den Standort der neuen Gedenkstätte übertragen. Ebenfalls 1950 beschloss das Politbüro der SED, weitere Persönlichkeiten der Arbeiterbewegung in der Gedenkstätte zu bestatten. Dies sollte in Form von Urnen geschehen, die entweder in der Gedenkstätte selbst oder in der daran anschließenden Grabanlage „Pergolenweg“ (siehe unten) beigesetzt werden sollten.

Am 14. Januar 1951 wurde die neue Anlage unter Anwesenheit von führenden Politikern der DDR wie Wilhelm Pieck, Friedrich Ebert junior und Erich Honecker in ihrer heutigen Form unter dem Namen „Gedenkstätte der Sozialisten“ eingeweiht. Bis zum Ende der DDR dienten Gedenkstätte und Pergolenweg dann als Ehrenfriedhof der DDR. Die Entscheidung, wer hier ein Ehrengrab erhalten sollte, behielt sich das Politbüro der SED vor. Die Auswahl der solcherart Geehrten spiegelt deshalb in besonderem Maße die Geschichte der DDR wider. Neue Grabanlagen werden hier seit dem Ende der DDR im Jahr 1989 nicht mehr vergeben.

Im Jahr 2005 war der Bezirk Lichtenberg kurz davor, die Gedenkstätte zu sperren. Durch die unterirdische Warmluftheizung hatten sich die großen Steinplatten gravierend verschoben. Der 2000 gegründete „Förderkreis Erinnerungsstätte der Deutschen Arbeiterbewegung Berlin-Friedrichsfelde“ schaffte es, Geld für die Sanierung zu organisieren und den Friedhof zudem mit einem Wegeleitsystem und Erläuterungstafeln auszustatten.

Gedenkstein für die Opfer des Stalinismus

Gedenkstein für die Opfer des Stalinismus

Anfang 2006 wurde neben der Gedenkstätte ein Gedenkstein mit der Aufschrift „Den Opfern des Stalinismus“ aufgestellt, der den Gedenkkanon um die während des stalinistischen Terrors ermordeten, inhaftierten oder an die Nationalsozialisten ausgelieferten Sozialisten und Kommunisten erweitern soll. Der Stein wurde vom Präsidenten des Abgeordnetenhauses Walter Momper und der PDS-Bezirksbürgermeisterin Christina Emmrich eingeweiht. Momper bezeichnete den Stein als notwendige Ergänzung, der explizit kein Gegenstück zur sonstigen Gedenkstätte ist. Emmrich verband den Stein mit der Geschichte ihrer Partei, insbesondere mit dem Bruch mit dem Stalinismus als System der SED-PDS im Winter 1989.[5] Der Gedenkstein war vor allem in der Kommunistischen Plattform der PDS, die als größte Fraktion in der Lichtenberger Bezirksverordnetenfraktion politisch für die Aufstellung verantwortlich war, aus verschiedenen Gründen umstritten.[6] Bis in die Gegenwart gibt es Versuche von Anhängern dogmatischer, maoistischer oder stalinistischer Gruppen, den Gedenkstein zu schänden. Finanziert und aufgestellt wurde der Stein vom Förderkreis Erinnerungsstätte der deutschen Arbeiterbewegung.

Architektur und Aufbau der Gedenkstätte

Zentrales Rondell der Gedenkstätte mit Stele aus Naturstein

Die 1951 eingeweihte Gedenkstätte befindet sich unmittelbar rechts vom Haupteingang des Friedhofs hinter einem großen geschotterten Platz. Die Anlage ist kreisrund, ihr Durchmesser beträgt etwa 25 Meter. Ihre äußere Begrenzung bildet eine vier Meter hohe Klinkermauer, während der zentrale Punkt der Gedenkstätte von einer etwa vier Meter hohen Stele aus Rochlitzer Porphyr mit der Inschrift „Die Toten mahnen uns“ gebildet wird.

Im zentralen Rondell um diese Stele ließ das Politbüro der SED die Gedenkplatten für zehn besonders bedeutende Personen aus der Arbeiterbewegung anbringen. Die um das Denkmal laufende Ringmauer aus Klinkern enthält an der Innenseite ältere Grabplatten, Grabsteine und Stelen von prominenten Sozialdemokraten und Kommunisten aus der Zeit der Monarchie und der Weimarer Republik, die im Zuge der Neuerrichtung der Gedenkstätte ab 1950 hierher übertragen wurden. Außerdem befinden sich in dieser Mauer die Urnen zahlreicher weiterer Persönlichkeiten, wobei hier Kurt Fischer 1951 als erster beigesetzt wurde.

Gräber und Denkmäler im Rondell

Unmittelbar um die Porphyrstele mit der Inschrift „Die Toten mahnen uns“ erinnern zehn Gedenkplatten am Boden an (in alphabetischer Reihenfolge): Rudolf Breitscheid, Otto Grotewohl, Franz Künstler, Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Franz Mehring, Wilhelm Pieck, John Schehr, Ernst Thälmann und Walter Ulbricht. Die Inschriften lauten, im Uhrzeigersinn gelesen: „Rosa Luxemburg ermordet 15. Januar 1919“, „Karl Liebknecht ermordet 15. Januar 1919“, „Ernst Thälmann ermordet 18. August 1944“, „Rudolf Breitscheid ermordet 24. August 1944“, „Franz Künstler ermordet 10. September 1942“, „Franz Mehring verstorben 28. Januar 1919“, „John Schehr ermordet 1. Februar 1934“, „Walter Ulbricht verstorben 1. August 1973“, „Otto Grotewohl verstorben 21. September 1964“ und „Wilhelm Pieck verstorben 7. September 1960“. Nicht alle diese Personen sind jedoch tatsächlich in der Gedenkstätte bestattet. Pieck, Grotewohl und Ulbricht wurden gleich nach ihrem Tod im Rondell begraben, Schehr und Mehring wurden nachträglich hierher überführt, und Breitscheids Grab befindet sich auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf. Thälmanns Leiche ist verschollen, und ob die als Rosa Luxemburg aufgefundene Leiche wirklich die der toten Arbeiterführerin ist, ist nicht absolut gesichert.[7]

Gräber und Denkmäler an der Ringmauer

An Persönlichkeiten der deutschen Sozialdemokratie erinnern Monumente für Carl Legien, Emma Ihrer, Hermann Müller-Franken, Hugo Haase. Grabplatten, Grabsteine und Stelen aus verschiedenen Epochen existieren ferner für folgende Vertreter der deutschen und internationalen sozialistischen Gewerkschaftsbewegung (in alphabetischer Reihenfolge): Ignaz Auer, Friedrich Bartels, Adolf Braun, Egon Brückner, Richard Fischer, Adolph Hoffmann, Alwin Krösten, Theodor Leipart, Wilhelm Liebknecht, Waldeck Manasse, Hermann Molkenbuhr, Adolf Ritter, Paul Singer, Johannes Stelling, Margarethe und Robert Wengels, Hermann und Klara Weyl und Luise Zietz.

Gräber in der Ringmauer

In Mauernischen, die mit einheitlichen roten Steinplatten verschlossen sind, finden sich die Urnen von (in alphabetischer Reihenfolge): Alexander Abusch, Anton Ackermann, Erich Apel, Bruno Apitz, Rudolf Appelt, Martha Arendsee, Bruno Baum, Edith Baumann, Willi Bredel, Otto Büchner, Erich Correns, Franz Dahlem, Hermann Duncker, Friedrich Ebert jr., Gerhart Eisler, Georg Ewald, Arthur Ewert, Max Fechner, Werner Felfe, Kurt Fischer, Wilhelm Florin, Otto Franke, Paul Fröhlich, Fritz Gäbler, Ottomar Geschke, Fritz Große, Gerhard Grüneberg, Georg Handke, Edwin Hoernle, Heinz Hoffmann, Max Keilson, Katharina Kern, Hans Kiefert, Bernhard und Wilhelm Koenen, Alfred Kurella, Werner Lamberz, Helmut Lehmann, Bruno Leuschner, Karl Litke, Paul Markowski, Karl Maron, Hermann und Jenny Matern, Otto Meier, Ernst Melsheimer, Karl Mewis, Josef Miller, Franz Moericke, Albert Norden, Alfred und Fred Oelßner, Paul Oestreich, Josef Orlopp, Heinrich Rau, Hans Rodenberg, Frida Rubiner, Florian Schenk, Hermann Schlimme, Otto Schön, Eugen Schönhaar, Rudolf Schwarz, Paul Schwenk, Fritz Selbmann, Gustav Sobottka, Erich Steinfurth, Rosa Thälmann, Paul Verner, Herbert Warnke, Erich Weinert, Franz Carl Weiskopf, Otto Winzer sowie Friedrich Wolf. Insgesamt sind 68 Urnen bestattet, darunter sechs von Frauen. Mit Ausnahme einiger Politiker der Nachkriegszeit waren alle hier Geehrten im antifaschistischen Widerstand aktiv.

Große Gedenktafel

Außer den Urnenstätten befindet sich auf der rechten Seite der Ringmauer eine große aus rotem Löbejüner Porphyr bestehende Gedenktafel mit den Namen der Toten und Ermordeten aus der Weimarer Republik, aus dem Spanischen Freiheitskampf und 327 im Antifaschistischen Widerstand 1933–1945 ums Leben gekommener Personen.

Grabanlage Pergolenweg

Außerhalb der eigentlichen „Gedenkstätte der Sozialisten“ befindet sich die Gräberanlage „Pergolenweg“. Die Gräberanlage beginnt unmittelbar hinter der Ringmauer der Gedenkstätte und erstreckt sich auf der linken Seite des Friedhofs in Richtung Feierhalle. Dieser Bereich war ursprünglich nicht für Ehrengräber vorgesehen, wurde aber seit 1951 schrittweise dafür adaptiert. Die Beisetzung erfolgte ebenfalls in Urnen (maximal vier pro Grab), doch konnten – im Unterschied zur Gedenkstätte – auch Ehepartner und nahe Verwandte der geehrten Persönlichkeiten hier ihre letzte Ruhestätte finden.

Gegenwärtig umfasst diese Anlage rund 350 Grabstellen mit über 500 Toten, darunter sind (in alphabetischer Reihenfolge): Bruno Beater, Hilde Benjamin, Jacob Boulanger, Otto Braun, Walter und Luise Buchheim, Anna und Max Christiansen-Clausen, Friederike und Robert Coppi, Emmy Damerius-Koenen, Adolf Deter, Wilhelm Eildermann, Klaus Fuchs, Paul Geisler, Franz Gold, Kurt Julius Goldstein, Otto Gotsche, Adolf Hennecke, Bluma Heumann, Stephan Heymann, Erich Jungmann, mehrere Familienmitglieder Wilhelm Liebknechts (Sophie, Wilhelm und Robert Liebknecht), Friedrich Kaul, Gerhard Kegel, Hans Koch, Michael Kohl, Greta Kuckhoff, Hermann Landwehr, Hans Marchwitza, Paul Merker, Mentona Moser, Zenzl Mühsam, Max Nierich, Karl Oltersdorf, Helene Overlach, mehrere Familienmitglieder Wilhelm Piecks (Christine, Arthur, Margarete und Johanna Pieck), Willi Sänger, Franz Scheffel, Alfred Scholz, Karl Schulz, Josef Schütz, Hans Seigewasser, Robert Siewert, Fritz Sperling, Karl Spontaczyk, Richard Staimer, Richard Stahlmann, Georg Stibi, Hans Teubner, Milda Voß, Paul Voß, Jacob und Hertha Walcher, Paulus Walter, Gerhard Weiß, Ernst Wildangel, Konrad und Markus Wolf, Ernst Wollweber, Maxim Zetkin und Gerhart Ziller.

Die meisten der am Pergolenweg bestatteten Personen nahmen aktiv am Widerstand gegen die Nazi-Diktatur und den Krieg teil. Sie gehörten zur SPD, KPD, KPO, zur SAPD und anderen politischen Strömungen und Gruppierungen. Sie bewährten sich in Illegalität und Gefängnissen, in vielen Emigrationsländern wie auch in Streitkräften der Anti-Hitler-Koalition. Sie kamen aus verschiedenen Berufen und Bevölkerungsgruppen, unter ihnen waren Parlamentarier, Gewerkschafter, Wissenschaftler, Journalisten und Künstler. Nicht wenige von ihnen erlitten stalinistische Repressionen in der früheren Sowjetunion oder wurden in den 1950er-Jahren seitens der SED diskriminiert. Ihnen beigeordnet sind weitere Führungspersönlichkeiten der DDR, darunter auch einige bekannt gewordene Offiziere der Staatssicherheit. Neue Grabanlagen werden seit Ende der DDR nicht mehr vergeben, doch können Angehörige von bereits bestatteten Personen weiterhin hier beigesetzt werden.

Nicht zur Anlage Pergolenweg gehört jenes daran anschließende Gräberfeld für anonyme Bestattungen, auf dem die Urne Erich Mielkes beigesetzt wurde.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b c d Joachim Hoffmann: Berlin-Friedrichsfelde. Ein deutscher Nationalfriedhof – kulturhistorischer Reiseführer. Das Neue Berlin, Berlin 2001, ISBN 3-360-00959-2.
  2. Gudrunstraße, Erinnerungsmal an das Revolutionsdenkmal von 1926
  3. Wita Noack (Mies van der Rohe Haus) zur Denkmalsgeschichte
  4. 3 Blätter zur neuen Gedenkstätte der Sozialisten von Herta Hammerbacher
  5. Website des Förderkreises Erinnerungsstätte der deutschen Arbeiterbewegung Berlin-Friedrichsfelde e.V.
  6. Stalin ist kein Klassiker, Mitteilungen der Kommunistischen Plattform, Februar 2007
  7. Etliche Informationen in den Tagesnachrichten des Jahres 2009.
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