Geckoartige


Geckoartige
Geckoartige
Leopardgecko (Eublepharis macularius)

Leopardgecko (Eublepharis macularius)

Systematik
Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Überordnung: Schuppenechsen (Lepidosauria)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Geckoartige
Wissenschaftlicher Name
Gekkota
Cuvier, 1817

Die Geckoartigen (Gekkota) sind ein Taxon der Schuppenkriechtiere (Squamata). Sie vereinigen die Geckos (Gekkonidae), die seltsamen australischen Flossenfüße (Pygopodidae), fünf weitere Familien, die erst in jüngster Zeit von den Geckos getrennt wurden, und einige fossile Taxa.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Die Geckoartigen haben eine von allen anderen Echsen abweichenden Karyotyp und einen besonderen Muskel im Ohrbereich. Die Wirbel der meisten Geckoartigen sind amphicoel, das heißt sie sind an beiden Enden eingebuchtet. Dies wird als Rückkehr zu einem Primitivzustand gesehen, einige primitive Gattungen und fossile Wirbel von Geckoartigen aus dem Jura haben procoele (vorn konkav, hinten konvex) Wirbel. Die Stapes haben ein Loch. Meistens fehlt der Jochbogen, das Zungenbein ist flügelförmig. Die Zungen sind fleischig und dick. Die vielen nachtaktiven Arten können sich durch Rufe verständigen. Schlüpfenden Geckoartigen hilft ein paariger Eizahn die pergamentartige Eihülle zu durchstoßen.

Stammesgeschichte

Die Echse Ardeosaurus brevipes, deren fossilen Überreste in Sandsteinablagerungen des oberen Jura (Tithonium) in Bayern gefunden wurden, könnte ein früher Vertreter dieses Taxon sein. Die Geckoartigen sind gesichert aus der Oberkreide bekannt (die Zugehörigkeit der deutlich älteren jurassischen Gattung Eichstaettisaurus zu den Gekkota ist umstritten)[1], die Familie der Geckos ist seit dem oberen Eozän fossil überliefert, von den Flossenfüßen fehlt jeder fossile Nachweis. Es gibt heute über 1000 beschriebene Arten aus ca. 100 Gattungen.

Systematik

Mauergecko (Tarentola mauritanica)

Heute werden sieben Familien von geckoartigen Echsen unterschieden. Eine basale Dichotomie trennt die australasiatischen Familien Doppelfingergeckos (Diplodactylidae), Flossenfüße (Pygopodidae) und Carphodactylidae von den anderen vier Familien.[2][3]


 Geckoartige (Gekkota) 

 Pygopodomorpha 

 Doppelfingergeckos (Diplodactylidae) (etwa 90 Arten)


     

 Carphodactylidae (etwa 30 Arten)


     

 Flossenfüße (Pygopodidae) (37 Arten)





 Gekkomorpha 

 Lidgeckos (Eublepharidae) (etwa 25 Arten)


     

 Sphaerodactylidae (etwa 200 Arten)


     

 Geckos (Gekkonidae) (etwa 500 Arten)


     

 Phyllodactylidae (über 100 Arten)







Einzelbelege

  1. Aaron M. Bauer, Wolfgang Böhme und Wolfgang Weitschat: An Early gecko from Baltic amber and its implications for the evolution of gecko adhesion. In: Journal of Zoology, 265, pp. 327-332, London 2005
  2. Gamble, T., Bauer, A. M., Greenbaum, E. & Jackman, T. R. (2008). Out of the blue: a novel, trans-Atlantic clade of geckos (Gekkota, Squamata). — Zoologica Scripta, 37, 355–366. doi:10.1111/j.1463-6409.2008.00330.x
  3. Nicolas Vidal, S. Blair Hedges:Lizards, snakes and amphisbaenias (Squamata) PDF

Literatur

  • V. Storch, U. Welsch: Spezielle Zoologie, Teil 2: Wirbel- oder Schädeltiere, 6. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg • Berlin 2004, ISBN 3-8274-0307-3
  • Hans-Eckard Gruner, Horst Füller, Kurt Günther: Urania Tierreich, Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag, 1991, ISBN 3-332-00491-3
  • Robert L. Carroll: Paläontologie und Evolution der Wirbeltiere. Thieme-Verlag, Stuttgart 1993, ISBN 3-13774-401-6
  • D. Han, K. Zhou, A. M. Bauer: Phylogenetic relationships among gekkotan lizards inferred from C-mos nuclear DNA sequences and a new classification of the Gekkota. PDF
  • Arnold G. Kluge: Cladistic Relationships in the Gekkonoidea (Squamata, Sauria). PDF

Weblinks

 Commons: Gekkota – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Integrated Taxonomic Information System Gekkota
  • Bildarchiv: Gekkota - Geckoartige [1]

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