GP2-Serie


GP2-Serie
Logo der Rennserie

Die GP2-Serie ist eine Nachwuchsklasse im Automobilsport und gilt als unmittelbare Vorstufe zur höchsten Motorsportkategorie Formel 1. Sie wird u. a. im Rahmen der europäischen Formel-1-Grand-Prix-Wochenenden ausgetragen und löste im Jahre 2005 die internationale Formel-3000-Meisterschaft ab. Die GP2-Serie wird wie die GP3-Serie von Bruno Michel organisiert.

Inhaltsverzeichnis

GP2-Fahrer in der Formel 1

Diverse Fahrer konnten sich in dieser Serie bisher für die Formel 1 empfehlen. Darunter sind die bisherigen GP2-Meister Nico Rosberg (2005), Lewis Hamilton (2006), der in der Formel-1-Saison 2008 Weltmeister wurde, Timo Glock (2007) und Nico Hülkenberg (2009). Der Champion der Saison 2008, Giorgio Pantano, der bereits in der Formel-1-Saison 2004 14 Rennen für Jordan Grand Prix absolvierte, fand wegen seines fortgeschrittenen Alters bisher nicht erneut ein Formel-1-Cockpit. Weitere ehemalige GP2-Piloten, die es in die Formel 1 geschafft haben, sind Heikki Kovalainen (Vizemeister 2005), Nelson Piquet jr. (Vizemeister 2006), Lucas di Grassi (Vizemeister 2007), Bruno Senna (Vizemeister 2008), Witali Petrow (Vizemeister 2009) sowie Sébastien Buemi, Karun Chandhok, Romain Grosjean, Kamui Kobayashi, Kazuki Nakajima und Scott Speed. Außerdem fuhren Gianmaria Bruni, Antonio Pizzonia und Sakon Yamamoto nach ihrem Formel-1-Engagement in der GP2-Serie.

Sportliches Reglement

Ablauf des Rennwochenendes

An einem GP2-Wochenende werden am Samstag und am Sonntag jeweils ein Rennen ausgetragen. Nach einem freien Training von 30 Minuten am Freitag entscheidet ein ebenfalls 30-minütiges Qualifying über die Startaufstellung des ersten Rennens am Samstag, welches über 180 Kilometer ausgetragen wird. Die Startaufstellung für das zweite Rennen am Sonntag über eine Distanz von 120 Kilometer gibt sich aus dem Ergebnis des ersten Rennens, wobei die ersten acht Piloten in umgekehrter Reihenfolge starten.

Punkteverteilung

Die Punktewertung orientiert sich am alten Punktesystem der Formel 1. So erhält der Erstplatzierte zehn, der Zweite acht, der Dritte sechs Punkte, bis hin zum Achtplatzierten, der einen Punkt erhält. Darüber hinaus werden Zusatzpunkte verteilt: Der Polesetter des ersten Rennens erhält zwei Bonuszähler. In jedem Rennen wird für den Piloten mit der schnellsten Rundenzeit ein weiterer Punkt gutgeschrieben. Die maximale Punktzahl, die ein Rennfahrer pro Rennwochenende erreichen kann, liegt damit bei 20 Zählern.

Übersicht:

  • Pole beim Samstagsrennen: 2 Punkte
  • Samstagsrennen: 10-8-6-5-4-3-2-1 für die besten 8
  • Sonntagsrennen: 6-5-4-3-2-1 für die besten 6
  • Schnellste Runde: 1 Punkt pro Rennen (Man muss allerdings unter den ersten zehn Fahrern sein.)

Technik

Chassis

In der im Vergleich zur Formel 1 deutlich kostengünstigeren Nachwuchsserie kommt einheitliche Technik zum Einsatz. In Aussehen, Technik und Leistung ähneln die Monoposti der GP2 den Wagen der Formel 1 jedoch stark. Das Chassis wird von der italienischen Firma Dallara hergestellt und ist nach den Sicherheitsstandards der Königsklasse aus dem Jahre 2003 konstruiert.

Motor und Getriebe

Die eingesetzten 4,0-Liter-V8-Motoren von Renault sind darauf ausgelegt, eine komplette GP2-Saison zu überstehen. Sie besitzen etwa 440 kW Leistung und werden von Mecachrome gefertigt und gewartet. Die Rundenzeiten der GP2-Boliden liegen im Rennen, je nach Streckenprofil, bis zu 10 Sekunden über denen der Formel 1. Die Getriebe basieren auf den früher vom Team Prost verwendeten. Sie gelten als zu schwer und sorgen für eine ausgeprägte Hecklastigkeit. Zudem gab es Schwierigkeiten beim Anfahren, wodurch öfter Motoren beim stehenden Start abgewürgt wurden. Einige Rennen wurden deshalb fliegend gestartet. Geschaltet wird per Wippe am Lenkrad. Zusätzliche Fahrhilfen wie Servolenkung oder Traktionskontrolle sind verboten.

Reifen

Als Bereifung kommen Slicks zum Einsatz. Von 2005 bis 2010 war Bridgestone der Reifenausstatter der GP2-Serie. 2011 übernahm Pirelli diese Funktion. Seit 2011 verwenden die GP2-Teams zudem die selben Reifenmischungen wie in der Formel 1.

Bisherige Meister

Jahr Meister Punkte Zweiter Punkte Dritter Punkte Bestes Team Punkte
2005 DeutschlandDeutschland Nico Rosberg 120 FinnlandFinnland Heikki Kovalainen 105 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Scott Speed 67,5 FrankreichFrankreich ART Grand Prix 187
2006 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lewis Hamilton 114 BrasilienBrasilien Nelson Piquet jr. 102 FrankreichFrankreich Alexandre Prémat 66,0 FrankreichFrankreich ART Grand Prix 179
2007 DeutschlandDeutschland Timo Glock 88 BrasilienBrasilien Lucas di Grassi 77 ItalienItalien Giorgio Pantano 59,0 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich iSport International 118
2008 ItalienItalien Giorgio Pantano 76 BrasilienBrasilien Bruno Senna 64 BrasilienBrasilien Lucas di Grassi 63,0 SpanienSpanien Campos Grand Prix 103
2009 DeutschlandDeutschland Nico Hülkenberg 100 RusslandRussland Witali Petrow 75 BrasilienBrasilien Lucas di Grassi 63,0 FrankreichFrankreich ART Grand Prix 136
2010 VenezuelaVenezuela Pastor Maldonado 87 MexikoMexiko Sergio Pérez 71 FrankreichFrankreich Jules Bianchi 53,0 ItalienItalien Rapax Team 114
2011 FrankreichFrankreich Romain Grosjean 89 ItalienItalien Luca Filippi 54 FrankreichFrankreich Jules Bianchi 53,0 SpanienSpanien Barwa Addax Team 101

GP2-Asia-Serie

Formel GP2 Asia Logo.svg

Hauptartikel: GP2-Asia-Serie

Seit 2008 wird neben der GP2-Serie auch die GP2-Asia-Serie ausgetragen. Der asiatische Ableger der GP2-Serie startete am 25. Januar 2008. Das erste Rennen dieser neuen Rennformel fand in Dubai statt. Der Rennablauf ist analog zur GP2-Serie aufgebaut. Neben Dubai finden auch Rennen in Indonesien, Malaysia und Bahrain statt. Diese Rennen werden zum Teil im Rahmen der Formel-1-Grand-Prix ausgetragen.

In der neuen Serie wurden von 2008 bis 2010 die alten Motoren und Chassis aus der GP2 verwendet. Seit 2011 werden in dieser Serie die selben Chassis verwendet. Der Reifenhersteller war zu jedem Zeitpunkt mit dem der GP2-Serie identisch.

Der Zeitplan der asiatischen GP2-Serie wurde so gestaltet, dass die teilnehmenden Teams im Anschluss an die in den Wintermonaten stattfindende Meisterschaft in der regulären GP2-Serie starten können.

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