Al Stewart

Al Stewart
Al Stewart 2010

Al Stewart (* 5. September 1945 in Glasgow) ist ein britischer Singer-Songwriter.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Nach dem Tod seines Vaters zog er mit seiner Mutter in das südenglische Bournemouth, wo er bis 1962 die Schule besuchte. Während dieser Zeit erlernte er das Gitarrenspiel bei Robert Fripp, was ihm Auftritte als Mitglied einiger Bands seiner Heimatstadt ermöglichte. Sein Umzug nach London lag vor allem in der lebendigeren Musikszene der Hauptstadt begründet, die Stewart reizte. Er trat dort regelmäßig in Clubs auf, mit Bob-Dylan-Coverversionen, eigenen Titeln und als Ansager für Interpreten wie Paul Simon, dessen Zimmernachbar er einige Monate lang war. 1966 erhielt er seinen ersten Plattenvertrag bei Decca Records.

Künstlerisches Schaffen

Seine erste Single, The Elf, verkaufte sich weniger als 500 Mal. Er wechselte zu Columbia Records, wo er 1967 sein Debütalbum veröffentlichte. Auf Bedsitter Images lieferte Stewart Studien eines zumeist bürgerlichen Milieus und persönlich gefärbte Erzählungen. Die Nachfolge-LP Love Chronicles, eine Liebeserklärung an seine damalige Freundin, wurde von der Zeitschrift Melody Maker zum Folkalbum des Jahres gewählt. Stewarts drittes Album, Zero She Flies, wurde, wie beide Vorgänger, von Roy Guest produziert. Der akustischen Musik verschrieben blieb Stewart – trotz Produzentenwechsel – auf Orange, seinem vierten Langspieler. Der kommerzielle Erfolg fiel weiter bescheiden aus.

1973 erschien Stewarts erstes Konzeptalbum: Past, Present & Future. Das gewachsene historische Interesse des Künstlers trat in den Vordergrund. Inspiriert durch die Prophezeiungen des Nostradamus, über den das Album einen gleichnamigen Titel enthält, sollte jedem bis dato vergangenen Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts ein Titel gewidmet werden. Auch wenn das Konzept nicht in dieser Form umgesetzt wurde, bemühte sich Stewart um eine kritische Betrachtung neuerer amerikanischer und europäischer Geschichte. Wie bereits seine erste Nordamerika-Tournee 1974 vermuten ließ, visierte er in den folgenden Jahren zunehmend den US-amerikanischen Markt an.

Erstmals in der US-Hitparade vertreten war er 1975 mit dem Album Modern times, produziert von Alan Parsons. Dieser zeichnete ebenfalls verantwortlich für die zwei kommerziell erfolgreichsten Alben, die Stewart veröffentlichte: Year of the Cat (1976) und Time Passages (1978). Unter denselben Titeln gelangten Singles sowohl in Großbritannien als auch in den USA in die Top 40. In niedrigeren Regionen der Charts vertreten waren Songs wie On the Border, Song on the Radio und zuletzt Midnight Rocks von seinem 1980 erschienenen Album 24 carrots. Trotz deutlicher Ausrichtung auf kommerziellen Erfolg fanden sich auch auf seinen bestverkauften Alben einzelne Lieder mit historischer Thematik.

Stewarts Erfolgsserie riss so abrupt, wie sie begonnen hatte. Dem scheuen Künstler fehlte es neben hittauglichen Songs vor allem an Medienwirksamkeit. Weder das mit Liveaufnahmen ergänzte Studioalbum Indian Summer (1981) noch dessen Nachfolger Russians & Americans (1984) konnten an vergangene Erfolge anknüpfen. Vertragliche Schwierigkeiten hinderten Stewart vier Jahre lang, neues Material zu veröffentlichten. Wenig experimentierfreudig präsentierte er sich auf dem 1988 erschienenen Album Last Days of the Century, ebenso wie auf Famous Last Words (1993). Beide Alben wurden produziert von Peter White, mit dem Stewart auf dem Live-Album Rhymes in Rooms gespielt hatte.

Sein Konzeptalbum Between the wars (1995) über die Zeit zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg entstand in Kooperation mit dem Ex-Gitarristen der Wings, Laurence Juber. Stewart beschäftigte sich unter anderem mit Josef Stalin (Joe the Georgian), dem Fliegerpionier Charles Lindbergh (Lindy Comes to Town) und der US-amerikanischen Schauspielerin Marion Davies (Marion the Châtelaine). Im Jahr 2000 setzte sich der leidenschaftliche Hobbykellermeister auf einem weiteren Konzeptalbum namens Down in the Cellar mit dem Thema Wein auseinander. Da sein US-amerikanisches Label Miramar Records vor der Veröffentlichung Konkurs anmelden musste, erschien die CD nur in Europa bei EMI. Dies- wie jenseits des Atlantiks erfuhr das Album eine weniger breite und zudem kritische Rezeption; so wurde die erneute Zusammenarbeit mit Laurence Juber als Fehler gewertet.

Ein thematisch freieres Werk lieferte er 2005 mit A Beach Full of Shells ab. Er konzentrierte sich dabei ein weiteres Mal auf seine „Kernkompetenzen“: liebevoll erzählte Geschichten in Form verdaulich instrumentierter Mid- bis Uptempo-Songs, die von der Kritik als gelungene Qualitätssicherung freundlich aufgenommen wurden. Persönlichkeiten, die ihn zu einem Titel inspirierten, waren der deutsche Pilot Max Immelmann (The Immelman turn), der britische Schriftsteller Edward Lear (Mr. Lear) und die erste Frau Heinrichs VIII., Katharina von Aragón (Katherine of Oregon). Weitere Lieder beschäftigten sich mit Leonardos Mona Lisa (Mona lisa talking) sowie der britischen Premierministertochter Violet Bonham Carter (Somewhere in England 1915). Wie auf den meisten vorangegangenen Alben hatte Al Stewart alle Titel selbst komponiert und getextet.

Diskografie

Studioalben

  • 1967: Bedsitter Images
  • 1969: Love Chronicles
  • 1970: Zero She Flies
  • 1972: Orange
  • 1973: Past, Present & Future
  • 1975: Modern Times
  • 1976: Year of the Cat
  • 1978: Time Passages
  • 1980: 24 Carrots
  • 1984: Russians & Americans
  • 1988: Last Days of the Century
  • 1993: Famous Last Words
  • 1995: Between the Wars
  • 2000: Down in the Cellar
  • 2005: A Beach Full of Shells
  • 2008: Sparks of ancient light

Live-Alben / Kompilationen

  • 1981: Indian Summer (teilweise live)
  • 1992: Rhymes in Rooms (live)
  • 2003: The Essential
  • 2003: On the Border – Best (1969-2001, Zounds, alle Titel digital remastert, CD-Text)
  • 2006: A Piece of Yesterday – The Anthology
  • 2009: Uncorked (live)

Weblinks

 Commons: Al Stewart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Поможем решить контрольную работу

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Stewart (Familienname) — Stewart ist ein Familienname. Für den Clan, siehe Stewart (Clan). Für weitere Varianten siehe Stuart (Name) und Steward. Namensträger Inhaltsverzeichnis A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S …   Deutsch Wikipedia

  • Stewart International Airport — New sign at main entrance on NY 207 reflecting Port Authority takeover IATA: SWF – ICAO: KSWF …   Wikipedia

  • Stewart's Melville College — Motto Never Unprepared! Established 1832 (Melville College) 1855 (Daniel Stewart s College), merged 1972 Type Independent School …   Wikipedia

  • Stewart Island/Rakiura — Stewart Island/RakiuraTerritorial AuthorityNameStewart Island/RakiuraPopulation402 (2006)Land area1,746 km²Regional CouncilNameSouthland Stewart Island / Rakiura is the third largest island of New Zealand. It lies convert|30|km south of South… …   Wikipedia

  • Stewart SF01 — La Stewart SF01 de Jan Magnussen au musée de Donington Park Présentation Équipe HSBC Malaysia Stewart Ford Constructeur Stewart Grand Prix …   Wikipédia en Français

  • Stewart SF02 — La Stewart SF02 de Jos Verstappen exposé au National Museum of Scotland Présentation Équipe HSBC Stewart Ford Constructeur Stewart Grand P …   Wikipédia en Français

  • Stewart: Blondes have more Fun —   Rod Stewart wurde am 10. Januar 1945 in London geboren. 1999 blickte er auf eine 35 jährige Karriere zurück, die ihn von der tristen Arbeitersiedlung Highgate in die VIP Lounges des internationalen Jetset geführt hat. Der Multimillionär… …   Universal-Lexikon

  • Stewart (Beavis and Butt-head) — Stewart Stevenson (born ca. 1979) is a fictional character from the MTV animated series Beavis and Butt head . He was voiced by Adam Welsh.DebutStewart debuted in the episode Stewart s House as he allowed Beavis and Butt head to watch the Death… …   Wikipedia

  • Stewart of Darnley — was a notable Scots family, a branch of the House of Stewart, whose claim to the throne of England provided the dynastic basis for the ultimate union of the two main kingdoms of Great Britain: England and Scotland. In 1565 the House of Stewart of …   Wikipedia

  • Stewart SF-3 — Rubens Barrichello au GP du Canada 1999 à bord de la Stewart SF 3 Présentation Équipe HSBC Stewart Ford Constructeur …   Wikipédia en Français

  • Stewart — is a popular given name and surname; it may also refer to:In places: *Northern Ireland: **Portstewart *Canada: **Stewart, British Columbia *England **Stewartby, Bedfordshire *New Zealand **Stewart Island *Scotland **Newton Stewart *United States… …   Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”