Fildern

Fildern

Die Hochebene der Filder (Filderebene, im Mittelalter Fild) erhebt sich südlich von Stuttgart mehr als 200 Meter über das Stadtzentrum der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Im Norden steil aus dem Tal des Nesenbachs aufsteigend, erreicht die Filderebene im Nordwesten eine Höhe von fast 500 m ü. NN, von wo aus sie mit einem Gefälle von etwa einem Prozent nach Südosten abfällt. Das Neckar- und das Aichtal umschließen im Osten und Süden die Filder. Im Südwesten schließt sich die Waldfläche des Schönbuchs, im Nordwesten der Glemswald an. Die Filderebene wird hauptsächlich durch die in west-östlicher Richtung zum Neckar durchfließende Körsch entwässert.

Inhaltsverzeichnis

Name

Der Name Filder lässt sich durch die landwirtschaftlichen Nutzung erklären. Die „Filder“ sind Mehrzahl zum Wort Fild. Diese Wortbildungen entsprechen unseren heutigen Wörtern Feld/Felder. Die Form „Fildern“ wird nur im Dativ korrekt gebraucht (z. B. in der Wendung „auf den Fildern“).

Geologie

Die Filder werden hauptsächlich aus Schichten des Keupers aufgebaut, der vom Schwarzem Jura (Lias) überdeckt wird. Die Schichten des Keupers bestehen aus Bunten Mergeln, Kieselsandstein, Stubensandstein und Knollenmergel. Im Eiszeitalter wurde auf die Filderebene eine mächtige, bis zu vier Meter starke Lössschicht aufgeweht, die in den Kälteperioden der Eiszeiten in anderen Gebieten durch Winderosion abgetragen und hier abgelagert wurde. Später entstand daraus durch Verwitterung Lösslehm (Filderlehm), der für die fruchtbaren Böden der Filderebene verantwortlich ist. Seit der Jungsteinzeit (ca. 5500 v. Chr.) lassen Siedlungsspuren auf Ackerbau schließen.

Historische Reklame

Nutzung

Mit den besonders fruchtbaren Lössböden ist die Filderebene sehr gut für die landwirtschaftliche Erzeugung geeignet. Weithin bekannt sind die Filder durch das spitzköpfige Filderkraut, das aber durch die maschinelle Verarbeitung immer mehr von rund wachsenden Krautsorten ersetzt wird. Angebaut wird aber auch vermehrt Gemüse zur Versorgung der Region.

Die landwirtschaftliche Nutzung wird jedoch zunehmend durch Verkehrs- (Flughafen Stuttgart, geplante ICE-Neubaustrecke) und Gewerbeansiedlungen (Neue Messe Stuttgart) zurückgedrängt. Um diesem Verlust entgegenzuwirken und wichtige Naturräume von Bebauung freizuhalten, wird das Konzept eines Naturparks Filderpark entwickelt. Mit diesem Konzept soll auch die Nutzung der Landschaft zur Naherholung bei der Raumplanung berücksichtigt werden.

Gemeinden

Auf der Filderebene, die zum größten Teil zum Landkreis Esslingen gehört, leben rund 295.000 Menschen. Wichtige Städte auf den Fildern sind Filderstadt, Leinfelden-Echterdingen und Ostfildern, weitere Gemeinden Neuhausen auf den Fildern, Denkendorf und Wolfschlugen. Im Norden liegen die Stuttgarter Stadtbezirke Birkach, Degerloch, Möhringen, Plieningen, Sillenbuch und Vaihingen. Im Osten, am Hang zum Neckartal, befinden sich die Esslinger Stadtteile Berkheim und Zollberg, in der Stadt Aichtal am südlichen Rand fällt die Hochebene in das gleichnamige Tal ab.

Weblinks


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