Fidschianische Rugby-Union-Nationalmannschaft

Fidschianische Rugby-Union-Nationalmannschaft
Fidschi
Logo
Verband Fiji Rugby Union
Trainer FidschiFidschi Ilivasi Tabua
Kapitän Moses Rauluni
Kit left arm.png Kit body fiji.png Kit right arm.png
Kit shorts.png
Kit socks.png
Meiste Länderspiele
Nicky Little (63)
Meiste erzielte Punkte
Nicky Little (641)
Meiste erzielte Versuche
Sanivalati Laulau (20)
Erstes Länderspiel
TongaTonga Tonga 9:6 Fidschi FidschiFidschi
(15. August 1924)
Höchster Sieg
NiueNiue Niue 4:124 Fidschi FidschiFidschi
(11. September 1983)
Höchste Niederlage
NeuseelandNeuseeland Neuseeland 91:0 Fidschi FidschiFidschi
(10. Juni 2005)
Weltmeisterschaft
Teilnahmen: 5
Bestes Ergebnis: Viertelfinale 1987 und 2007
IRB-Kürzel  : FJI
IRB-Rang : 16. (68.78 Punkte) (Stand: 24. Oktober 2011)[1]

Die Fidschianische Rugby-Union-Nationalmannschaft vertritt Fidschi auf internationaler Ebene in der Sportart Rugby Union. Sie wird vom Weltverband International Rugby Board (IRB) in die zweite Stärkeklasse (second tier) eingeteilt. Die Mannschaft konnte sich bisher außer 1995 für alle Weltmeisterschaften qualifizieren und erreichte 1987 sowie 2007 mit dem Einzug ins Viertelfinale ihr bestes Ergebnis. Sie nimmt jedes Jahr am Pacific Nations Cup teil (bis 2005 am Pacific Tri-Nations). Der zuständige Verband ist die Fiji Rugby Union. Im Rahmen der Pacific Islands Rugby Alliance organisiert der Verband sporadisch Spiele der Pacific Islanders, einer gemeinsamen Auswahlmannschaft dreier Pazifikstaaten.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeine Situation

Fidschi ist eines der wenigen Länder, in denen Rugby Union Nationalsport ist. Von den rund 860.000 Einwohnern sind etwa 80.000 lizenzierte Rugbyspieler. Allerdings gehen dem Land zahlreiche Talente verloren, da diese meist in den Profiligen Australiens, Europas oder Neuseelands spielen und oft vom jeweiligen Zielland eingebürgert werden. Die bekanntesten Beispiele sind Joe Rokocoko und Sitiveni Sivivatu (Neuseeland) sowie Lote Tuqiri (Australien). Fidschianer, die ihre ursprüngliche Nationalität behalten, können nicht immer frei eingesetzt werden, da vor allem englische Vereine selten eine Freigabe für Spiele der Nationalmannschaft gewähren.

Die Fidschianer gehören im Rugby Union (15er-Rugby) zu den zwölf besten Mannschaften der Welt. Noch erfolgreicher sind sie jedoch im 7er-Rugby, dessen Regeln auf jenen des 15er-Rugby basieren. So gewannen sie zwei der bisher fünf Austragungen der 7er-Rugby-Weltmeisterschaft.

Geschichte

Rugby wurde 1884 erstmals von Europäern und fidschianischen Soldaten in Ba auf der Insel Viti Levu gespielt. 1913 gründeten europäische Siedler die Fiji Rugby Union. Im Dezember desselben Jahres machten die neuseeländischen All Blacks, die von einer erfolgreichen Tour in Kalifornien zurückkehrten, einen Zwischenhalt in Fidschi. Die Fiji Rugby Union organisierte ein Spiel, das die aus Europäern zusammengesetzte Auswahl mit 3:67 verlor.

Das erste Länderspiel der Fidschianer fand am 15. August 1924 in Apia (Samoa) im Rahmen eines Dreiländerturniers gegen Tonga statt und ging mit 6:9 verloren. Die Mannschaft des Auckland University College war 1926 die erste, die in Fidschi zu Besuch war. Im selben Jahr spielten die Fidschianer gegen Tonga erstmals in ihrer traditionellen Spielkleidung, die aus weißem Hemd mit Palmenemblem und schwarzen Shorts besteht.

Von 1924 bis 1938 spielten Fidschi und Tonga jedes zweite Jahr eine Serie von drei Länderspielen. Damals waren dies die einzigen internationalen Spiele überhaupt. 1938 kamen erstmals die New Zealand Māori nach Fidschi. Die Fidschianer wiederum unternahmen 1939 ihre erste Reise nach Neuseeland. Sie gewannen alle ihre Spiele gegen die Auswahlmannschaften der Provinzverbände, ein Spiel gegen die neuseeländische Nationalmannschaft, die All Blacks, wurde jedoch nicht organisiert.

Eine weitere Tour in Neuseeland folgte 1951. Die Tour nach Australien im darauf folgenden Jahr bewahrte den australischen Verband, die Australian Rugby Union, vor dem Bankrott. Gegen die Wallabies resultierte je ein Sieg und eine Niederlage. 1954 fand eine zweite Tour nach Australien statt, die wiederum alle Besucherrekorde brach. 1957 tourten die Fidschianer wiederum in Neuseeland.

1964 wurde erstmals eine Tour nach Europa organisiert. 1970 bezwangen die Fidschianer in England die Barbarians und 1974 verloren sie mit nur einem Punkt Unterschied gegen Neuseeland. Im August 1977 wurden die British Lions, die in Fidschi einen Zwischenhalt einlegten, mit 21:25 bezwungen. Von 1982 bis 1984 blieben die Fidschianer während 15 Spielen ungeschlagen.

Mit der Einführung der Pacific Tri-Nations im Jahr 1982 ergaben sich für Fidschi mehr Spielmöglichkeiten. Die Mannschaft wurde 1987 zur ersten Weltmeisterschaft eingeladen und erreichte das Viertelfinale. Bei der WM 1991 verlor Fidschi alle drei Vorrundenspiele und fand sich am Ende der Tabelle wieder. In der Qualifikation zur WM 1995 scheiterte Fidschi an den pazifischen Konkurrenten Tonga und Samoa. Nach diesem Tiefpunkt wurde die Mannschaft neu aufgebaut, die sich für die WM 1999 qualifizierte. Mit Siegen gegen Kanada und Namibia schaffte sie den Einzug in die Zwischenrunde der Gruppenzweiten, scheiterte dort aber an England.

Bei der WM 2003 gewannen die Fidschianer gegen Japan und USA, verpassten aber mit dem dritten Gruppenrang den Einzug ins Viertelfinale. Am 10. Juni 2005 mussten sie in einem Freundschaftsspiel gegen Neuseeland mit 0:91 die schwerste Niederlage der Verbandsgeschichte hinnehmen. Bei der WM 2007 erzielten die Fidschianer drei Siege in der Vorrunde und schieden im Viertelfinale gegen den späteren Weltmeister Südafrika aus. Bei der Weltmeisterschaft 2011 konnte in der schweren Vorrundengruppe D nur gegen Namibia gewonnen werden.

Der Cibi

Der Cibi vor dem WM-Spiel gegen Kanada 2007

Vor jedem Spiel führt die Mannschaft einen als Cibi bezeichneten Kriegstanz auf, um den Gegner einzuschüchtern und sich selbst Mut zu machen. Erstmals wurde er 1939 während der Tour in Neuseeland getanzt, um dem berühmten Haka der All Blacks etwas Gleichwertiges entgegenzusetzen. Ratu Sir George Cakobau, der damalige Mannschaftskapitän, hatte sich an Ratu Bola, dem Oberhäuptling des Kriegerstammes Navusaradave in Ba, gewandt und ihn gebeten, für die Nationalmannschaft einen neuen Tanz zu entwickeln.

Fidschianisch Deutsch

Ai tei vovo, tei vovo
E ya, e ya, e ya, e ya
Tei vovo, tei vovo
E ya, e ya, e ya, e ya

Rai tu mai, rai tu mai
Oi au a virviri kemu bai
Rai tu mai, rai ti mai
Oi au a virviri kemu bai

Toa yalewa, toa yalewa
Veico, veico, veico
Au tabu moce koi au
Au moce ga ki domo ni biau

E luvu koto ki ra nomu waqa
O kaya beka au sa luvu sara
Nomu bai e wawa mere
Au tokia ga ka tasere

Bereite dich vor, bereite dich vor
Oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh *
Bereite dich vor, bereite dich vor
Oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh

Schau hierher, schau hierher
Ich baue einen Kriegszaun für dich
Schau hierher, schau hierher
Ich baue einen Kriegszaun für dich

Ein Hahn und eine Henne,
Sie greifen an, greifen an, greifen an
Es ist mir nicht erlaubt, zu dösen
Außer beim Geräusch der hereinbrechenden Wellen

Dein Schiff liegt tief versunken,
Denke nicht, dass ich auch ertrunken bin.
Deine Verteidigung wartet nur darauf
Zu bröckeln, wenn ich in sie hineinsteche

* wie eine Warnung ausgesprochen

Erfolge

Länderspiele

Stand: 5. Juli 2008

Land Spiele Gewonnen Verloren Unentschieden
ArgentinienArgentinien Argentinien 4 1 3 0
AustralienAustralien Australien 18 2 15 1
Barbarians 1 1 0 0
BelgienBelgien Belgien 1 1 0 0
British and Irish Lions British and Irish Lions 1 1 0 0
ChileChile Chile 1 1 0 0
CookinselnCookinseln Cookinseln 1 1 0 0
EnglandEngland England 4 0 4 0
FrankreichFrankreich Frankreich 7 0 7 0
HongkongHongkong Hongkong 3 3 0 0
IrlandIrland Irland 3 0 3 0
ItalienItalien Italien 7 4 3 0
JapanJapan Japan 10 8 2 0
KanadaKanada Kanada 8 6 2 0
NamibiaNamibia Namibia 1 1 0 0
NeuseelandNeuseeland Neuseeland 4 0 4 0
NeuseelandNeuseeland New Zealand Māori 27 7 18 2
NiueNiue Niue 1 1 0 0
Papua-NeuguineaPapua-Neuguinea Papua-Neuguinea 3 3 0 0
PortugalPortugal Portugal 1 1 0 0
RumänienRumänien Rumänien 1 0 1 0
SamoaSamoa Samoa 44 26 15 3
SchottlandSchottland Schottland 4 1 3 0
SalomonenSalomonen Salomonen 2 2 0 0
SudafrikaSüdafrika Südafrika 2 0 2 0
SpanienSpanien Spanien 1 1 0 0
TongaTonga Tonga 79 52 24 3
UruguayUruguay Uruguay 1 1 0 0
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 4 3 1 0
Wales Wales 7 1 6 0
Total 251 129 112 9

Weltmeisterschaften

Pacific Tri-Nations

Sieger: 1983, 1985, 1986, 1995, 1996, 1998, 1999, 2002, 2004

Bekannte Spieler

  • Seremaia Bai
  • Sireli Bobo
  • Rupeni Caucaunibuca
  • Vilimoni Delasau
  • Alifereti Doviverata
  • Bill Gadolo
  • Sisa Koyamaibole
  • Norman Ligairi
  • Nicky Little
  • Alifereti Mocelutu
  • Apenisa Naevo
  • Seru Rabeni
  • Simon Raiwalui
  • Jacob Rauluni
  • Mosese Rauluni
  • Ifereimi Rawaqa
  • Radike Samo
  • Viliame Satala
  • Waisale Serevi
  • Koli Sewabu
  • Greg Smith
  • Aisea Tuilevu
  • Alfred Uluinayau
  • Joeli Veitayaki
  • Marika Vunibaka

Weblinks

Einzelnachweise

  1. IRB World Rankings - 17 January 2011. In: IRB.com, 24. Oktober 2011. Abgerufen am 31. Oktober 2011.

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