Ferten

Ferten

Es gibt etwa 7000 Austriazismen, die auch innerhalb Österreichs zum Teil nur regional üblich sind. In dieser Liste sind alphabetisch geordnet einige speziell in Österreich gebräuchliche Wörter verzeichnet, die in ihrer Mehrzahl nicht als dialektal, sondern gemäß dem plurizentrischen Konzept der deutschen Sprache als ebenso „hochdeutsch“ wie die norddeutschen Äquivalente gelten. Viele dieser Wörter sind auch in Nachbarregionen Österreichs (z. B. in Bayern, Südtirol, Ungarn, Tschechien und Slowenien) gebräuchlich.

Für die Definition von österreichischer Standardsprache (Österreichisches Deutsch) ist das Österreichische Wörterbuch (ÖWB) maßgeblich, gegenüber gestellt wird jeweils der Ausdruck aus dem Duden.

A

  • abdrehen (auch in Altbayern), ausdrehen (auch in Altbayern) → abschalten, ausschalten (Wasser, Apparat), vgl. aufdrehen, andrehen
  • abeisen (auch in Altbayern) → abtauen
  • abfieseln (auch in Altbayern) → Knochen abnagen, getrocknete Kräuter von den Blättern befreien, Beeren von den Trauben lösen
  • abgehen (auch in Deutschland) → fehlen, vermisst werden
  • Abwasch (f) → Geschirrspülbecken, Spüle
  • Achterl (n) → Achtelliter(glas) (meist für Wein verwendet)
  • Adabei (m; auch in Altbayern) → jemand, der bei allem auch dabei sein will, neugieriger Mensch, Wichtigtuer, Promi
  • adaptieren → üblicherweise: anpassen; in Österreich auch: neu herrichten
  • Adjunkt (m) → üblicherweise: veraltet für: Gehilfe; in Österreich auch: Beamtentitel, z. B. Forstadjunkt
  • adjustieren → üblicherweise: anpassen, eichen; in Österreich auch: einkleiden, mit Uniform versehen
  • Adjustierung → Uniformierung, auch Art bzw. Ausstattung der Uniform (z. B. „in Sommeradjustierung“)
  • Agentie (f) → Geschäftsstelle der DDSG (veraltet)
  • agentieren → Kunden werben
  • agnoszieren → üblicherweise: anerkennen; in Österreich auch: identifizieren (einen Toten), feststellen
  • Agrasel → Stachelbeere
  • Ahndl/Ahnl (f) → mundartlich: Großmutter
  • Ahndl/Ähndl/Ahnl/Ähnl (m) → mundartlich: Großvater, Ahne
  • Ahndln/Ahnln (m; Plural) → mundartlich: Ahnen, Vorfahren
  • à jour → üblicherweise: bis zum (heutigen) Tag; à jour sein: auf dem Laufenden sein; in Österreich auch: ajour [mit der Bedeutung: eingefasst (Edelstein); durchbrochen (Gewebe)]
  • ajourieren → in Ajourarbeit (Durchbruchsarbeit) herstellen; in der Beamtensprache auch: ein Verzeichnis auf den Stand des jeweiligen Tages bringen
  • Akzessist (m) → Anwärter auf den Gerichts- und Verwaltungsdienst (veraltet)
  • Algebra (f) → Lehre von den Gleichungen; algebraische Struktur; österreichische Aussprache: al’ge:bra
  • aliquot → anteilig (lat., wird in Verträgen verwendet)
  • allfällig → sowohl in Österreich als auch in der Schweiz: möglicherweise (vorkommend), gegebenenfalls
  • allweil, alleweil → sowohl in Österreich (Dialekt) als auch in Bayern: immer
  • Almer (m) → Senner/Almerin (f) → Sennerin
  • Altjahrstag (m) → Silvester
  • Alumnat (n) → üblicherweise: zu einer Schule gehöriges Schulheim; in Österreich auch: Priesterseminar
  • Ananas(erdbeere)(f; veraltet; regional auch in Altbayern) → Gartenerdbeere
  • Anbot → Angebot
  • and(e)rer (-r, -s) → sowohl in Österreich als auch in Süddeutschland: in den Formen: jemand/ niemand and(e)rer, mit jemand/niemand and(e)rem reden, jemand/niemand and(e)ren fragen
  • anders → sowohl in Österreich als auch in Süddeutschland: in den Formen: jemand/niemand anders, mit jemand/niemand anders reden, jemand/niemand anders fragen
  • anfahren (auch in Altbayern) → an etwas anfahren (→ wegfahren)
  • angreifen (auch in Altbayern) → nicht nur attackieren, sondern auch berühren, anfassen
  • annadeln → mit Nadel anstecken; ich nad(e)le es an
  • anpicken (auch in Altbayern) → ankleben (Umgangssprache)
  • Ansuchen (n) → Gesuch
  • Anwert (m) → Wertschätzung; einen Anwert haben: geschätzt/geachtet werden
  • Apfelkoch/Äpfelkoch (n; auch in Altbayern) → Apfelmus
  • Arena (f) → üblicherweise: Kampfplatz, Sportplatz mit Zuschauertribünen, Zirkusmanege; in Österreich auch: Sommerbühne
  • Aschanti (f) → Erdnuss; ostösterreichisch auch: Aschantinuss (f)
  • Atout (m) → (aus dem franz. a toutes) Trumpf im Kartenspiel
  • auf der/die Nacht (auch in Altbayern) → am Abend (Dialekt)
  • auflassen (ein Geschäft, eine Tankstelle) → stilllegen, den Betrieb für immer beenden
  • Auflauf (m) → üblicherweise: Menschenansammlung; in Österreich und in Altbayern hauptsächlich Bezeichnung einer Mehlspeise
  • Aufnahmsgebäude (n) → Empfangsgebäude
  • Aufsitzer (m) → Reinfall, Täuschung
  • Auf Wiederschau(e)n (auch in Altbayern) → auf Wiedersehen
  • ausfassen → gesammelt übernehmen (Munition, Uniform), aufgebrummt bekommen (Strafe), siehe auch tschechisch „vyfasovat“
  • sich ausgehen (auch in Altbayern) → knapp ausreichen oder passen (zeitlich, räumlich, finanziell …)
  • ausfolgen → (postalisch:) zustellen
  • Ausnehmer (m) → Altenteiler
  • sich ausrasten (auch in Altbayern) → ausruhen
  • ausreiben → scheuern/Ausreibtuch → Tuch zum Scheuern
  • Ausrufzeichen (s)(auch: Rufzeichen) → Ausrufungs-/Ausrufezeichen
  • ausschroten → üblicherweise: zermahlen; in Österreich auch: (zum Verkauf) zerlegen (Fleisch)
  • äußerln → (den Hund) ausführen
  • Autodrom (n) → besonders auf Jahrmärkten: Fahrbahn für elektrische Kleinautos (Skooter)
  • Aviso (n) → eigentlich: spanisch: kleines, schnelles Kriegsschiff (dann maskulin); in Österreich auch: Form von Avis (französisch): Benachrichtigung, Ankündigung

B

Ein Geschäft für Sanitätswaren
  • Backhendl (n) (auch in Altbayern) → Backhuhn
  • Bagstall (m) → (beigestellter) Pfosten, Stützpfeiler
  • Bahnfrevel (m) → Beschädigung von Eisenbahnanlagen oder Fahrzeugen
  • Ballawatsch/Pallawatsch (m) → italienisch, nur Singular: Durcheinander, Unsinn
  • Bandagist → Geschäft für Sanitätswaren, Orthopädietechniker
  • Bankomat (auch in den meisten anderen mitteleuropäischen Ländern) → Geldautomat
  • Bankomat-Karte → Karte für Geldautomaten
  • Barterl (n) → Lätzchen
  • Bartwisch (m) → auch in Ostbayern: Handbesen, -feger
  • Base (f) → üblicherweise: alkalisch reagierende chemische Verbindung; sowohl in Österreich als auch in der Schweiz zusätzlich: Tante/manchmal auch Kusine (auch in Süddeutschland)
  • Bassena (f) → öffentliche Wasserstelle in einem alten Mietshaus
  • Bauschen (m) → österreich für Bausch: in der Wendung: in Bausch und Bogen: alles zusammen, ohne es genau zu nehmen
  • Bauxerl (n) → kleines, reizendes Kind
  • Bazi (m) → sowohl in Österreich als auch in Bayern: scherzhaft für: Gauner
  • beanständen → beanstanden
  • Bedienerin (f) → Reinigungs-/Aufwarte-/Zugehfrau
  • bedingte Strafe → Bewährung
  • beflegeln → beschimpfen
  • befürsorgen → betreuen/Befürsorgung → Betreuung
  • Beilagscheibe → U-Scheibe bzw Unterlegscheibe
  • beiläufig → üblicherweise: nebenbei; in Österreich auch: ungefähr
  • Beiried (n/f) → Rippenstück vom Rind, Roastbeef
  • Beisl/Beisel (n) → von jiddisch bajis (Haus) und auch tschechisch pajzl, sowohl in Österreich als auch in Bayern: (eher kleines) Lokal bzw. Wirtshaus
  • Beistrich (m) → Komma
  • beledern → mit Leder beziehen (Sessel); mit neuer Dichtung versehen (Wasserhahn)
  • Benützer (m), benützen → sowohl in Österreich als auch in Altbayern und der Schweiz für: Benutzer, benutzen
  • Best (n) → Preis, Gewinn
  • Beuschel (n) → Name eines Gerichts aus Lunge und Herz bzw. als Bezeichnung für die Lunge und das Herz. Auch verwendet bei Beuschelreißer – starke Zigarette
Blunzengröstl, Backhendlsalat, dann Palatschinken mit Marmelade oder doch lieber Kaiserschmarren mit Zwetschkenröster?
  • Bewerb (m) → Wettbewerb
  • Bim (umgangssprachlich) → Straßenbahn
  • Binkel (m) → Bündel, auch Warze oder Pickel
  • blahd (auch in Altbayern) (=aufgebläht) → fett (meist nur bei Personen)
  • Blasbalg (m) → Blasebalg
  • Blunzn (auch in Altbayern) → Blutwurst; abwertend für etwas korpulentere Damen („de oide blunzn“); auch für egal sein („ist mir Blunzn“)
  • Blutzer (m) → siehe Plutzer
  • bocken (auch in Altbayern) → etwas nicht wollen, dagegen wehren
  • Bramburi → tschechisch, nur Plural; scherzhaft für: Erdäpfel, Kartoffeln
  • brandeln (auch in Altbayern)→ nach Brand riechen
  • Branntweiner (m) → Branntweinschenker, Säufer
  • brenzeln/brenzlig (auch in Altbayern) → nach Brand riechen/d
  • Brösel (f) → Semmelbrösel bzw. Ärger, Gewaltandrohung
  • Bub (m) → sowohl in Österreich als auch in Süddeutschland und in der Schweiz: männliches Kind
  • Buchel (f) → Buchecker
  • Budel (f) (auch in Altbayern) → Verkaufstheke, Anrichte
  • Buffet (n) → Büfett; in Österreich auch mit der Bedeutung: Gaststätte (z. B. Bahnhofsbuffet)
  • Bummerl (n) → rundliches Ding, aber auch Schlechtpunkt beim Schnapsen
  • Bundesdeutsche (f, pl), Bundesdeutscher (m); in ganz Österreich für Staatsangehörige(n) der Bundesrepublik Deutschland
  • Bure (f) auch Burenwurst → eine Wurstart
  • Bürde (f)/Bürdel (n) → Bündel (z. B. Stroh)
  • bürdeln → zu Bündeln schnüren
  • Bursch(e) (auch in Altbayern) → männlicher Jugendlicher zwischen 14 und 18, (übertragen auch für junge Männer allgemein)
  • Buschenschenke/-schänke → Straußwirtschaft
  • Buschenschank → Bezeichnung für Heurige in der Steiermark und Südtirol, in Wien meist nur im Rechtsbereich üblich
  • Busserl (auch in Altbayern) → Kuss, vgl. tschechisch und Kroatisch pusa
  • Butte (f)/Büttel (n) → österreichisch, süddeutsch und schweizerisch: Bütte/nur österreichisch: kleine Bütte mit nur einem Griff, norddeutsch: Kiepe

C

  • Causa (f) → bezeichnet eine vor Gericht zu verhandelnde Sache, einen Prozess
  • Cercle (m) → üblicherweise: Empfang, vornehmer Gesellschaftskreis; in Österreich auch: die ersten Sitzreihen im Theater oder Konzertsaal
  • Cerclesitz (m) → Theater-/Konzertplatz in den vorderen Reihen
  • Chemie (f) → [Aussprache in Österreich und Bayern: ke-; analoge Aussprache bei: Chemiker, chemisch, Chemismus, Chemo-/chemo-, usw.]
  • Chiffon (m) → leichtes, seidenes oder kunstseidenes, schleierartiges Gewebe
  • China → [Aussprache in Österreich und Bayern wie auf italienisch: ki-; analoge Aussprache bei: Chinese, Chinin, Chirurg, Chitin, Chiton, usw.]
  • Christkind/Christkindl (n)→ österreichisch und süddeutsch: Jesuskind, auch mit der Bedeutung: Weihnachtsgeschenk
  • Christkindlmarkt (m) (auch in Altbayern) → Weihnachtsmarkt, Adventsmarkt
  • Christtag (m) (auch in Altbayern) → 1. Weihnachtsfeiertag
  • Corner (m)→ üblicherweise: beim Boxen: Ringecke, Korner: Vereinigung von Kaufleuten zu Ankäufen zwecks Preissteigerung; in Österreich auch: im Fußball: Eckball
  • Cottage (n) → üblicherweise: kleines englisches Landhaus; in Österreich auch: Villa (vgl. Cottageviertel in Wien), wird gedehnt ausgesprochen: Koteesch, in Wien die „Koteesch“.

D

Debreziner, Frankfurter und Burenwurst
  • da → hier (im Gegensatz zu → dort); sowohl österreichisch als auch altbayerisch
  • dal → Abkürzung für Dekaliter
  • dam → Abkürzung für Dekameter
  • Dechantei (f) → Dechanat, Dekanat (in der katholischen Kirche: Amtsbereich des Leiters eines Kirchenbezirks (Dechant, Dekan) innerhalb einer Diözese), Aussprache im Österreichischen: Die Betonung liegt auf dem „e“ der ersten Silbe.
  • Défilé (n) → üblicherweise: Defilee: Hohlweg, Engpass oder Parade-/Vorbeimarsch; in Österreich und in der Schweiz ebenfalls möglich bei letzterer Bedeutung;
  • Deka → Kurzform für Dekagramm
  • Delogierung → zwangsweise Kündigung, Zwangsräumung einer Wohnung
  • Depp (m) (auch in Süddeutschl.) → Dummkopf, Tölpel (Steigerungsform: depperter Depp, Trottel, Idiot)
  • deppert (auch in Altbayern) → dumm, das Benehmen eines Deppen
  • detto → dito
  • Dillenkraut (n) → Dill, Dille
  • dimber (n) → schwül, nebelig
  • Dirndl (n) (auch in Altbayern) → Mädchen, junge Frau, auch Trachtenbekleidung (=Dirndl bzw. Dirndlkleid)
  • Dirndlstrauch (m) (auch in Altbayern)→ Kornelkirsche
  • doppeln (auch süddet. ma.) → Schuhe sohlen
  • Doppler (m) → Weinflasche von zwei Litern Füllmenge, ugs. Fernglas, Feldstecher
  • dort → nicht → da
  • Dragoner (m) → üblicherweise: im Militärbereich: leichter Reiter; auch: Rückenspange an Rock oder Mantel
  • drapp/drappfarben → sandfarben
  • drawig (v. a. OÖ) → eilig
  • Dreid(e)l (m) → ein Kreisel mit vier Seiten
  • Dressen (m) (auch in Altbayern) → Plural von Dress, sonst: Dresse
  • Duliäh (n/m) → Ausgelassenheit/leichter Rausch, Schwips
  • durchwegs (auch in Altbayern) → durchweg, gänzlich, ausnahmslos

E

  • Ecke (f) (auch in ganz Deutschland) → Eck (n)
  • Egart (f) → nur Singular, sowohl österreichisch als auch süddeutsch: Grasland
  • eh → österreichisch und bayerisch: doch, ohnehin, sicher, sowieso
  • e. h. → Abkürzung für „eigenhändig“
  • Eichkätzchen (auch in Altbayern) → Eichhörnchen
  • Eierschwammerl (n) → Pfifferlinge
  • Eierspeis (f) → Rührei
  • Einbahn (f) → Kurzform für Einbahnstraße
  • einbekennen → eingestehen
  • Einbrenn (f, auch in Altbayern) → Mehlschwitze
  • einfärbig → einfarbig
  • einheben (Gebühr) → erheben
  • einlangen (Brief) → ankommen
  • Einsatz → sowohl österreichisch als auch bayrisch: Pfand
  • Einspänner → üblicherweise: Kutsche für ein Pferd; jemand, der gern allein lebt; in Österreich auch: schwarzer Kaffee mit Schlagobers
  • Einvernahme/einvernehmen → Vernehmung, Verhör/vernehmen, verhören
  • einzwicken → sowohl österreichisch als auch altbayerisch: einklemmen
  • Eismänner (m) → nur Plural, sowohl österreichisch als auch süddeutsch für: Eisheilige (in Norddeutschland: 11. bis 13. Mai, hier: 12. bis 14. Mai)
  • Eitrige (Dialekt) → Käsekrainer
  • Elite → [österreichische Aussprache selten auch: -lit; französisch]
  • Endel (n)/endeln → Webkante/einfassen (Stoffrand)
  • Engrossist (m) → Grossist
  • entrisch oder enterisch &rarr (auch altbayerisch); nicht ganz geheuer
  • Eprouvette (f) → Probierröhrchen, Reagenzgläser (für chemische Versuche)
  • Erdapfel (auch in Altbayern, Württemberg und regional darüber hinaus), -birne; Grundbirne → Kartoffel
  • Er(ge)tag (veraltet; auch in Altbayern) → Dienstag
  • Erlag (m) → nur Singular: Hinterlegung
  • Erlagschein → Zahlschein für Bareinzahlungen oder Überweisungen
  • Evidenz → Herleitung und Darstellung eines Lagerbestands; Nachweis, Akte (vgl. Evidenzbüro)
  • Exekution (z. B. in Wörtern wie Exekutor, Gehaltsexekution) → Pfändung
  • Exekutor → ug. für Gerichtsvollzieher

F

In der Fleischerei gibt’s Putengeselchts, Wurstknödl, Leberkäs, faschierte Laibchen und natürlich Schnitzel
  • fadisieren (sich) → sich langweilen
  • Fadl (s) → Ferkel, junges Schwein
  • Fadlschneider (m) → landwirtschaftliche Hilfskraft für das Kastrieren von → Fadl
  • Fallott → Gauner, Spitzbube
  • Faschiertes (regional auch in Altbayern) → Hackfleisch
  • Fassbinder (auch in Altbayern) → Küfer
  • Fauteuil → Polstersessel
  • Feber (teilweise auch in Altbayern) → Februar (teilweise auch in Österreich verwendet)
  • Federpennal → Federmappe[1][2]
  • Feit(e)l (auch in Altbayern) → kleines Messer, „Jausen-/Brotzeitmesser“, Taschenmesser, großes Messer!
  • ferten → im Vorjahr (auch in der fränkischen Schweiz)
  • Feschak (m)→ fescher Mann
  • fett → betrunken
  • Fetzen (m) → eine Fünf, bzw. „nicht genügend“ → Schulnote; auch: Fahne (Betrunkenheit)
  • Fetzenlaberl (n) → umgangsspr. für Fußball
  • Fetzenschädel (m) (auch in Altbayern)→ derbes, umgangssprachliches Schimpfwort
  • Fisolen (Wien), Strankalan (Kärnten), Bohnschoten, Bohnschårln (Steiermark) → Grüne Bohnen
  • Fix Laudon!, Fluch
  • Fleischhacker (m) oder Fleischhauer (m) für Fleischer, Metzger
  • Fleischlaibchen, -laiberl (gespr. oft: Fleischlaaberl, auch in Schwaben) → Frikadelle
  • Flieder (m) → (umgangspr.) Geld (auch: Moos, Kies)
  • Fluchtachterl (n) → letztes Glas Wein vor dem Aufbruch (selten auch für andere alkoholische Getränke verwendet und nicht zwangsläufig ein „Achterl“)
  • Fotzen (f) (auch in Altbayern) → mundartlich, derb: Ohrfeige (Wiener Dialekt); Auch verwendet für: derb: Mund; Frau (als Schimpfwort); vulgär für Vagina
  • Fotzhobel (m) (auch in Altbayern)→ mundartlich für: Mundharmonika
  • Frankfurter (Würstel) → Wiener Würstchen (auch in Vorarlberg), in Ostbayern → Duana-Würstel
  • Frittaten → in Streifen geschnittene Eierkuchen als Suppeneinlage
  • Fußgeherzone → Fußgängerzone
  • führen (jemanden) → fahren (jemanden)
  • Funze (f) → schwache Beleuchtung
  • Fut (f) (auch in Altbayern) → vulgär für Vagina etym fututio: lat. Beischlaf

G

  • gefinkelt → schlau, raffiniert
  • geh! → (Ausruf) „Das gibt's doch nicht!“, „Was soll denn das?“, häufig auch „Na geh!“
  • Gelse (f) → Mücke (vor allem Stechmücke)
  • Gendarmerie (f), uniformierte Polizei außerhalb der Städte, 2005 in die Polizei übergeführt
  • Germ (m/f) (auch in Altbayern) → Hefe
  • Geschoß (n) (auch in Altbayern) → Geschoss (andere Schreib- und Sprechweise: langes -o-)
  • Geselchtes (n) (auch in Altbayern) → Kasseler
  • Gespritzter (m) (auch: G'spritzter) → Wein mit Mineralwasser; (umgangsspr.) Betrunkener, verwirrte Person
  • Gewand (n) (auch in Altbayern) → normale Kleider, Kleidung (in Deutschland nur „Prunkgewand“)
  • Gewurl (n) (auch in Altbayern) → Gewusel, Gedränge
  • Gitschn (m) → Mädchen
  • Golatsche (f) (teilweise auch in Altbayern) → Kolatsche
  • Grammel (f) (Gremmeln in Altbayern) → Griebe
  • Grüß Gott (n) (auch in Bayern und Württemberg) → je nach Tageszeit Guten Morgen, Guten Tag, Guten Abend
  • G'schamster Diener → Gehorsamster Diener, alte wienerische Höflichkeitsfloskel.
  • Gugerschecken (auch Guckerschecken) (umgangssprachlich) → Sommersprossen (vor allem in Ostösterreich)

H

Kaffee trinkt man aus Häferln
  • Haberer (m) → Kumpel, Freund
  • hackeln → arbeiten
  • Hackn (f) → Arbeit, Arbeitsstelle
  • hatschen (auch in Altbayern) → langsam bzw. mühevoll gehen; hinken
  • Häferl (n; auch in Altbayern), Heferl → hohe Tasse
  • Hafer (m) (auch in Altbayern) → Kanne
  • Häfen (m) → Gefängnis
  • hättiwari (auch in Altbayern) → „hätte ich – wäre ich“ (Selbstmitleid)
  • Häusl (n) (auch in Altbayern; Schwaben) → WC
  • Hetscherl (n) → Hagebutte
  • heuer (auch im gesamten süddeutschen Raum und in der Schweiz) → dieses Jahr
  • Heurige → diesjährige (heurige) Kartoffel (nicht zu verwechseln mit Heuriger)
  • Heuriger (m; vor allem in Niederösterreich und Wien) → Buschenschank, Ausschank ausschließlich eigener Weine eines Winzers mit kaltem, ev. auch warmem Buffet
  • Heizhaus (n) → Bahnbetriebswerk, Lokschuppen
  • Hieferl, Hüferl, Hieferschwanzl, Hüferschwanzl (n) → Wiener Dialekt: eine Rindfleischsorte
  • Hofrat→ einer der ranghöchsten Amtstitel sowie ein Berufs(Ehren-)titel für leitende Beamte
  • Hochschaubahn → Achterbahn
  • Holler (m; auch in Süddeutschland) → Holunder bzw. Unsinn (ugs.)
  • Hosensack (m, auch in Altbayern und der Schweiz) → Hosentasche

I

  • i-Tipferl (n) → der Punkt auf dem „i“; wesentliche Kleinigkeit
  • i-Tipferlreiter (m) → rechthaberischer Mensch, Prinzipienreiter
  • Installateur (m; auch in Altbayern) → Klempner

J

  • Jänner (m) (mundartlich auch in Altbayern; früher im gesamten süddeutschen Raum) → Januar
  • Jause (f) kommt von slowen.: južina „Mittagessen“, Zwischenmahlzeit vor- oder meist nachmittags
  • Jungfernbraten → Lendenbraten vom Schwein (analog zu tschechisch panenka)
  • juridisch → juristisch: die Rechtswissenschaft betreffend
  • Journaldienst (m)→ Bereitschaftsdienst
  • Jus (n; Sg.; auch in der Schweiz) → Jura (Rechtswissenschaften): Plural von Jus

K

Kipferl und Kolatschen
  • Kajola (f, Südösterreich) → Schubkarren
  • Kapazunder → Koryphäe, fähiger Mensch
  • Karfiol (m; aus dem Italienischen, auch in Süddeutschland) → Blumenkohl
  • Karotte (f; auch in Süddeutschland neben Gelbe Rübe) → Möhre
  • Kassa (f; auch in der Schweiz) → Kasse, Schalter
  • Kasten (m; auch in Süddeutschland und der Schweiz) → Schrank
  • Kiberer (m; aus dem jiddischen) → Polizist
  • Kipferl (n; auch in Altbayern, in Süddeutschland als Kipf, in der Schweiz als Gipfeli) → Hörnchen
  • Klappe (f; auch Tschechisch „klapka“) → Nebenstelle, Durchwahlnummer (Telefon)
  • Kletze (f; auch in Altbayern) → Dörrbirne, auch allgemein Dörrobst
  • Klub (m) → Fraktion
  • Klubchef bzw. Klubobmann (m) → Fraktionsvorsitzender
  • Kluppe (f; auch in Altbayern) → Wäscheklammer
  • Knödel (Singular, Plural) (auch in Süddeutschland, vgl. mit tschechischem „knedlík“, ugs. „knedla“ ) → Kloß (Singular), Klöße (Plural)
  • Kohlrübe (f; Wien, Wiener Kochbücher)→ Kohlrabi
  • Kohlsprossen (f, nur im Plural)/Sprossenkohl (m) → Rosenkohl
  • Kolatsche (f; aus dem Tschechischen „koláč“; auch in Altbayern) → mit Marmelade (auch Powidl) und Rosinen gefüllter Kuchen, in Wien und Niederösterreich eher: Golatsche
  • kommod (auch in Altbayern) → angenehm, bequem (in Kärnten/Steiermark: kamot)
  • Koschpl (f) → (steir. von) Kochspüle; urspr. Abwaschwasser, das als Sautrank an die Schweine verfüttert wird
  • Kracherl (n) (auch in Altbayern), in Österreich veraltet für mit Kohlensäure abgefüllte Limonade, früher zumeist in einer speziellen Flasche mit Glaskugelverschluss, der beim Öffnen krachte
  • Krainer (f; von Krain: Westteil von Slowenien) (auch in Altbayern) → Wurst, die meist gesotten wird (aus Slowenien stammend „Kranjska Klobasa“)
  • Krachen, Krachn (f) → Schusswaffe (das a wird Richtung o verdumpft gesprochen)
  • Krampen (m; auch in Altbayern) → Spitzhacke
  • Kredenz → spezielles Möbelstück mit Ablagefläche und Kästchen (auch Tschechisch, Slowenisch, Kroatisch)
  • Kren (m; slawisches Lehnwort, auch in Bayern) → Meerrettich
  • Krätze (f) → Wundschorf; umgangspr. Taugenichts
  • Krida (f) → die betrügerische Herbeiführung der Zahlungsunfähigkeit
  • Krügerl (n) → kleiner Krug; in Südösterreich v. a. in der Bedeutung „ein halber Liter offenes Bier“
  • Kübel (m; auch im gesamten Deutschland)→ Eimer
  • Kuchen (m) → engere Bedeutung als in Deutschland, meist für rechteckige, gebackene Mehlspeisen
  • Kücken (n) → Küken
  • Kukuruz (m; slawisches Lehnwort, auch in Ostbayern) → Mais
  • Kundmachung (f) (auch in Deutschland) → Bekanntmachung
  • Kuss/Buss(er)l/Bussi (m/n) → sowohl in Österreich als auch in Altbayern für: Küsschen, Büss (regional), Schmatz (regional), Guschl (regional)

L

Leintücher
  • Lackl (m; auch in Altbayern) → ein großer (ggf. auch ungehobelter) Mensch
  • Landl (n) → kleines Land, aber auch umgangsspr.: Landesgericht bzw. Landesgerichtliche Gefangenenhaus (→ Häfn)
  • Leermeldung (f) → Fehlanzeige
  • Leiberl, Leibchen (n; auch in Altbayern) → T-Shirt, Trikot (Hemd)
  • Leichenbeschau → Leichenschau
  • Leintuch (n) → Betttuch
  • leiwand (Wienerisch, aber auch sonst recht verbreitet) → gut, toll
  • Lenker (m; nur in Österreich, hier jedoch hochsprachlich) → Fahrer (eines Kraftfahrzeuges)
  • Lokalaugenschein (m) → Ortstermin
  • Lungenbraten (m) → eine Fleischsorte (Filet/Lendenbraten)
  • Lurch (m) → knäuelartige Staubansammlung (Staubmaus)
  • Luster (m; auch in Altbayern) → Lüster (Kronleuchter)

M

Mehlspeis (hier sogar im Singular)
  • Marille (f; aus dem Spanischen, auch in Slowenien, Kroatien, Bosnien, Serbien, Slowakei, regional auch in Altbayern) → Aprikose
  • Marmelade (f) → Konfitüre
  • Marmeladinger (m) → Bezeichnung für (Nord)deutsche
  • Maroni (f; auch in Altbayern und der Schweiz) → Esskastanie, Edelkastanie
  • Masche (f), Bandschleife
  • Mascherl (n) → Fliege (Bekleidungsstück), kleine Bandschleife
  • Matura (f;, informell; auch in der Schweiz, Italien, Tschechien, Slowenien, Kroatien, Bosnien, Serbien, Polen) → Reifeprüfung, Abitur
Die Reifeprüfung heißt informell Matura
  • Maxerl (n) → Strichmännchen
  • Mehlspeise (f; auch in Altbayern) → Süßspeise
  • Melange → Milchkaffee mit schäumender Milch
  • Melanzani (f; aus dem Italienischen) → Aubergine
  • Mesner/Mesmer/Messner (m; auch in Bayern) → Küster
  • Mezie → Schnäppchen (vor allem in Ostösterreich), auf dem i betont
  • Mist (m; auch in Altbayern) → Abfall, Schmutz, Müll
  • Mischung (f) → verdünnte Weinmischung (weiße oder rote)
  • Mistkübel (m; auch in Altbayern) → Abfalleimer
  • Mistplatz (m) → Abfallsammelstelle
  • Mitvergangenheit (f) → Präteritum
  • Most (m; auch in Altbayern, Württemberg und der Schweiz) → je nach Region: Apfelwein, Traubenmost

N

  • Nagele → wilde Nelke (vgl. veraltet Näglein: „mit Näglein besteckt schlüpf unter die Deck“)
  • neidig (auch in Altbayern) → neidisch
  • sich niedersetzen (auch in Altbayern), sich niederlegen (auch in Altbayern) → hinsetzen (sich), hinlegen (sich), (niederlegen = auch für schlafen gehen)
  • Nachtkastl (n) (auch in Altbayern), Nachtkästchen (n) → Nachttisch
  • Nationalrat (m; auch in der Schweiz) → Bezeichnung für eine Kammer des Parlaments
  • Nudel (f, auch in Altbayern) → eine Teigware, auch gefüllt (auch tschechisch: „nudle“); im Wiener Dialekt (auch in Altbayern) auch Bezeichnung für eine umtriebige, eventuell auch nicht besonders intelligente jüngere Frau

O

  • Obers, Schlagobers (n) (regional auch in Altbayern) → Schlagrahm, Schlagsahne
  • Ohrwaschel (n; auch in Altbayern) → (im Raum Wien gebräuchlich, Dialekt, derb) Ohr(en)
  • Ordination (f) → Arztpraxis, ärztliche Sprechstunde (auch tschechisch: „ordinace“)
  • oposch’n → umgangspr. (aus dem jiddischen) abhauen
  • Owezahra, Owizahra (m) → einer der wenig arbeitet (wörtlich: Hinunterzieher)
  • owizahn ("hinabzerren") → faulenzen, faul sein

P

Polster
  • Palatschinke(n) (f; außerhalb Deutschlands in ganz Mitteleuropa gebräuchlich, urspr. romanisches Lehnwort, das sich über das Ungarische, Rumänische, letztendlich vom lateinischen placenta für Kuchen ableitet) → Eierkuchen, Pfannkuchen
  • Panier (f; auch in Altbayern) → Überbackung (Panierung) z. B. bei Wiener Schnitzel; scherzhaft für: Kleidung
  • Parte (f) → Todesanzeige
  • Patschen (m; auch in Altbayern) → Hausschuhe, Pantoffel
  • Patschen (m) → Reifenpanne (ugs.)
  • Paradeiser (n; auch in Slowenien, Kroatien, Bosnien, Serbien, Slowakei, Ungarn) → Tomate (auch in Kärnten, Vorarlberg, Tirol)
  • penzen (benzen) (auch in Altbayern) → beharrlich bitten (oft mit einem wimmernden Unterton)
  • Petergstamm → Alpenschlüsselblume, Aurikel
  • Pfiff (m) → in Südösterreich auch für „ein Achtelliter offenes Bier“
  • picken → kleben, klebrig sein
  • Pickerl (n; auch in Altbayern) → Aufkleber, Sticker; ugs. für die §57-a Prüfplakette; Maut- oder Autobahnpickerl für die österreichische Autobahn-Vignette
  • pickig (auch in Altbayern) → klebrig (Dialekt)
Das Gewand bringt man in die Putzerei
  • Piefke → deutscher Staatsbürger (meist augenzwinkernd)
  • Plastiksackerl (n; auch in Altbayern) → Plastiktüte
  • Plutzer/Blutzer (m) → Kürbis; ein Steingefäß; kugelförmiger, enghalsiger Tonkrug; scherzhaft: Kopf
  • Pönale (n) → Geldbuße, die bei der Überschreitung einer vertraglich vereinbarten Frist bezahlt werden muss.
  • Polizze (f) → (Versicherungs-)Police
  • Polster (m; auch in Altbayern) → Kissen
  • Pölzung (f) → Verbau
  • Powidl (m; aus dem Tschechischen) → Zwetschkenmarmelade/-mus; salopp, ostösterreichisch in der Wendung: das ist mir Powidl (Wurst, Blunzen, egal)
  • Powidltascherl (n)/Powidltatschkerl (n; besonders Wiener Dialekt) → eine (böhmische) Mehlspeise
  • präpotent; Präpotenz (f) → Überheblichkeit, Unverschämtheit
  • Primarius (m; oft auch nur Primar, auch im Tschechischen) → Chefarzt
  • Puffe, Puffn (f) → Schusswaffe (Dialekt)

Q

  • Quirl → Mixaufsatz

R

Neujahrswünsche vom Rauchfangkehrer
  • Rahm, Schlagrahm (auch in Altbayern, Baden-Württemberg, Schweiz) → Schlagsahne
  • Rahm (Wien, Wiener Kochbücher)→ saure Sahne, Sauerrahm
  • Ratz (m)→ Ratte
  • Rauchfang (m; regional auch in Altbayern) → Schornstein, Kamin
  • Rauchfangkehrer → Schornsteinfeger, Kaminkehrer
  • Realitäten → Immobilien
  • Rechnung → Kassenbon
  • Rettung (f) → Notarzt, Krankenwagen
  • Reindl (auch in Altbayern) → Pfanne, Kochtopf
  • rehrn, rean (auch in Altbayern) → heulen, weinen, klagen (Dialekt)
  • reversieren, mit dem Auto zurücksetzen oder umdrehen
  • Ribis(e)l (f; vom lateinischen Ribes; auch in Niederbayern, Tschechien, Slowenien, Kroatien, Bosnien, Serbien, Ungarn) → Johannisbeere (auch in Kärnten, Vorarlberg)/Ribiselsaft (m) → Johannisbeersaft
  • Rigatze → Jostabeere
  • Ringelspiel → Karussell
  • Röster (m) → Kompott, insb. Zwetschkenröster, Beigabe zu manchen Süßspeisen
  • Rodel (f) (auch in Altbayern) → Sackkarre oder kleinerer Schlitten (z. B. Rennrodel)
  • Rohr (auch in Altbayern, Serbien: rerna) → Backofen
  • Rufzeichen (n) (auch in Altbayern) → Ausrufezeichen, Ausrufungszeichen

S

Stiege
  • Sackerl (Sack) (n/m; auch in Altbayern) → Tüte, →Plastiktüte
  • Sacktuch (n) → Taschentuch
  • Sauce Tatare (f) → Remouladensoße, Tataren-Sauce
  • Salettl, Salettel (n) (auch in Altbayern) → Gartenpavillon
  • Sandler (m) (auch in Altbayern) → Obdachloser
  • Schachtelwirt (m) → McDonald’s Restaurant (ironisch)
  • Schale, Häferl (f/n; auch in Altbayern) → Tasse
  • schauen (hochdeutscher Begriff, auch in ganz Deutschland gebräuchlich) → sehen
  • Scheibtruhe (f) → Schubkarre
  • schiach (schirch) (auch in Altbayern) → hässlich
  • Schlagobers (n), Schlagrahm, Schlag (m; auch in Altbayern) → Sahne, (siehe auch Obers)
  • Schlapfen (m; auch in Altbayern) → Pantoffel, im Dialekt auch Mund (halt dein Schlapfen= sei still)
  • Schlegel/Schlögel (m; auch in Altbayern) → Hinterschenkel (z. B. des Kalbs)
  • Schlier (m; nur Singular) (auch in Altbayern) → Mergel
  • Schmankerl (n; auch in Altbayern) → Leckerbissen
  • Schmafu (m) → Blödsinn, Schwachsinn
  • Schmatt(es) (m) → Trinkgeld
  • Schmus (m) → (aus dem jidd.) Gerücht, aber auch Blödsinn
  • schnaxeln (auch in Altbayern) → miteinander schlafen, Liebe machen
  • Schneuztuch (Schneuzquadrat) (n; auch in Altbayern) → Taschentuch
  • Schnürlsamt (m) → Cord/Kordsamt
  • Schrick (m) → Sprung in einer Schüssel, einem Glas, einer Tasse oder aber auch in einer Mauer
  • Schuhband (n; auch in Altbayern) → Schnürsenkel
  • Schwammerl (n; auch in Altbayern) → Pilz
  • Schwarzbeere (f; auch regional in Altbayern) → Blaubeere bzw Heidelbeere
  • Sechzehner Blech → Ottakringer Bier Ottakring → 16. Bezirk Wiens
  • Seid(e)l (n) → 0,35 l offenes Bier (nördlich des Semmerings; südlich: → 1 Glas Bier)
  • sekkieren → belästigen, quälen, hänseln, necken (von italienisch seccare)
  • Semmel(f; auch regional in Altbayern) → Brötchen
  • Sessel (m; auch in Altbayern) → Stuhl
  • Sesselleiste (f) → Fußleiste
  • Servus (n; auch in Altbayern, Schwaben, Franken, Ungarn, Slowenien; Polen: Serwus, Rumänien: Serbus) abgeleitet von lat. servus = Diener; vgl. auch die in Wien früher gebräuchliche höfliche Begrüßung „G’schamster Diener“ für "Ihr gehorsamster Diener") → Hallo, aber auch als Verabschiedung: Auf Wiedersehen, Tschüss (norddt.)...
  • Soletti (n) → sehr dünne Salzstange
  • Spagat (m; aus dem Italienischen, auch in Altbayern, Tschechien, Kroatien gebräuchlich) → Bindfaden
  • Spital (n; auch in Altbayern, Schweiz) → Krankenhaus
  • Sprossenkohl (m) → siehe Kohlsprossen
  • Stanitzel (n; auch z. B.: Eis-) → Tüte
  • Staubzucker → Puderzucker
  • Staunzen (f; auch in Altbayern) → Mücke
  • Stelze oder Haxen (f; auch in Altbayern) → Eisbein
  • Stefanitag (m; auch in Altbayern) → 2. Weihnachtsfeiertag
  • Stiege (f; auch in Altbayern) → Treppe
  • Striezel (m; auch in Altbayern) → Hefezopf
  • sudern → sich (pausenlos) beklagen
  • Szepter (n) → Zepter

T

Tafelspitz, Meisl und Scherzel
  • tachinieren (Tachinierer (m))→ faulenzen, „sich durch Überbetonen von Problemchen vor der Arbeit drücken wollen“
  • Tagsatzung → Gerichtstermin in Zivilsachen
  • Tasse (f) → oft für flache Gefäße, z. B. Duschtasse, Fleischtasse (= Assiette); auch Untertasse
  • Taxilenker → Taxichauffeur, Taxifahrer
  • Taxler (m; auch in Altbayern) → der Taxifahrer, Chauffeur
  • Teebutter → Markenbutter
  • Topfen (m; auch in Altbayern) → Quark, im Dialekt auch: Unsinn
  • Torte → allgemeiner auch für diverse Mehlspeisen, die in Deutschland eher „Kuchen“ genannt werden
  • Trafik (f; eigentlich Tabaktrafik auch in Ungarn, Tschechien) → Verkaufsstelle für Tabakwaren, Zeitungen und Magazine; vergleichbar einem Kiosk – wird am i betont
  • Trennwart (m), veraltet → FI (Schutzschalter für elektrische Anlagen)
  • trenzen → sabbern; Flüssigkeit verspritzen; Weinen
  • Treppelweg → Leinpfad
  • Trum(m) (n; auch in Altbayern) → großes Stück (Dialekt)
  • Tschick (teilweise auch in Altbayern) → Zigarette
  • Tuchent (f; auch in Ostbayern) Ableitung von tschech. Duchna → Bettdecke)
  • (sich) tummeln (auch in Altbayern) → (sich) beeilen
  • (der/das) Tunnel (n, Betonung auf dem E; auch in Altbayern) → Tunnel
  • Türken (der) → Mais
  • Türschnalle (f; auch in Altbayern) → Türklinke

U

  • Überling (m) → übersteigender Teil, (Betrag etc.)
  • Übersiedelung (f) → Umzug
  • urassen (auch in Altbayern) → verschwenden
  • Urgenz (f) → Dringlichkeit
  • Urgenzschreiben (n) → Schriftstück, mit dem etwas → urgiert wurde
  • urgieren → drängen, dass etwas erledigt wird, nachfragen, einfordern (im Geschäftsverkehr gebräuchlich)
  • Untam (m) → unbeholfener Mensch, auch: unhandlicher Gegenstand
  • unterfertigen → unterschreiben

V

  • Veigerl (n; auch in Altbayern) → Veilchen
  • Verkühlung (f; auch in Altbayern) → Erkältung
  • auf etwas vergessen (auch in Altbayern) → etwas vergessen (siehe auch tschechisch: zapomenout na)
  • Verschub (m) → Rangierdienst
  • Vogerlsalat – (auch in Altbayern), Rapunzelsalat (m) → Feldsalat, Rapunzelsalat
  • vorferten (auch in Altbayern, fränkische Schweiz) → vor zwei Jahren
  • Vorrang (m) → Vorfahrt

W

Weckerl sind kleine Wecken
  • wacheln → etwas andauernd schwenken (z.B.: rote Fahne beim Rangieren eines Eisenbahnfahrzeugs)
  • Watsche/n (f) (auch in Altbayern), Tätschen/Dätschen (von „tatschen“ → „klatschen“) → Ohrfeige
  • Weckerl (n), jede Form von Brötchen die keine Semmel, Semmerl oder Flesserl ist, kleiner Wecken
  • Weichsel (f) (auch in Altbayern) → Sauerkirsche (Ableitung von lat. „viscum“ =Mistel, Vogelleim (wurde aus dem Harz der Weichsel gewonnen.))
  • weiters (auch in Altbayern) → weiterhin (in der Bedeutung: darüber hinaus) bzw. außerdem
  • Werkzeugkiste (f) → Werkzeugkasten
  • Wiederschaun (n; auch in Bayern) → Wiedersehen
  • Wimmerl (n) (auch in Altbayern) → 1.: der (Gesichts-)Pickel, 2.: kleine Bauchtasche
  • wuzeln → etwas zwischen den Fingern drehen (eine Zigarette selber drehen), Tischfußball spielen
  • Wuzerl → kleine, von Hand geformte Röllchen aus Kartoffelteig (ähnlich wie Schupfnudeln)
  • Wuzler (m) → Tischfussball

Z

Zigaretten (Tschick) kauft man in der Trafik
  • zaach (auch in Altbayern) → zäh
  • zausig → zerzaust, zerrauft (Haare)
  • zeitlich → üblicherweise: die Zeit betreffend; irdisch, vergänglich; in Österreich regional auch: zeitig, früh
  • zensurieren → zensieren
  • (Doppel-)Zentner (m; Abkürzung: dz; 1dz = 100 kg; in Österreich, der Schweiz und Altbayern) → Zentner (m; Abkürzung: Ztr.; 1Ztr. = 100 Pfund = 50 kg)
  • Zeremonie (f) → [österreichische Aussprache nur: -monj? mit Betonung auf dem „o“]
  • Zibebe → Rosine
  • Ziment (n; auch in Altbayern) → metallenes, zylindrisches Hohlmaß (der Gastwirte)
  • zimentieren (auch in Altbayern) → mit dem Ziment abmessen
  • Zimmerfrau (f) → (Unter-)Vermieterin eines Zimmers
  • Zniachterl (n; auch in Altbayern) → schwächlicher Mensch, halbe Portion
  • Zores → Ärger, Probleme
  • Zuckerl (n; auch in Altbayern) → Bonbon
  • Zugehör (n) (nur in juristischer Fachsprache gebräuchlich) → sowohl im Österreichischen als auch in der Schweiz für: Zubehör
  • Zugförderung (f) → Bahnbetriebswerk, Traktion
  • Zugsführer (m) → Zugführer, militärischer Dienstgrad
  • Zugsverkehr (m) → Zugverkehr
  • zuhause (sein, bleiben) → sowohl im Österreichischen als auch in der Schweiz übliche Form von: zu Hause (sein, bleiben); in Deutschland seit August 2006 auch zulässig
  • zuhausegehen → nach Hause gehen (nur im Dialekt: zhausgehn)
  • zum Fleiß [etwas tun] → mit voller Absicht [etwas tun], z.B. "Jemanden zum Fleiß ärgern"
  • zurückschieben (mit dem Auto) → zurücksetzen
  • zusperren (auch in Altbayern) → abschließen
  • Zuwaage (f) (auch in Altbayern) → sowohl in Österreich als auch in Altbayern für: Knochenzugabe (beim Fleisch)
  • zuzeln/zutzeln (auch in Altbayern) → saugen, lutschen; Bsp.: ein Bonbon/an etwas zuzeln
  • Zuzz(i) (m) → Schnuller
  • Zwetschke (f) → entlehnt aus lat. damascena (Frucht aus Damaskus), bairisch, schwäbisch, schweizerisch, badisch, (kur)pfälzisch: Zwetschge; sonst: Zwetsche = blaue, längliche Pflaumenart (vgl. tschechisch „švestka“)
  • Zwutschgerl (n, auch in Altbayern) → kleines Stück; auch: kleinwüchsiger Mensch

Siehe auch

Mundart, Regionale Küchenbegriffe

Literatur

  • Lutz J. Heinrich: Wörterbuch der Austriazismen. 7. Auflage. Eigenverlag, Linz 2006, Bezug: [1]
  • Robert Sedlaczek: Das österreichische Deutsch. Wie wir uns von unserem großen Nachbarn unterscheiden. Ueberreuter Verlag, Wien 2004, ISBN 3-8000-7075-8.
  • Wolfgang Teuschl: Wiener Dialekt Lexikon. Residenz Verlag, St. Pölten 2007, ISBN 978-3-7017-1464-3.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Stephan Elspaß, Robert Möller: Atlas zur deutschen Alltagssprache (AdA) – Vierte Runde: Ergebnisse, Behältnis für Schreibutensilien, 21. Dezember 2007
  2. Gregor Retti: Datenbank zur deutschen Sprache in Österreich: Federpennal, das, Substantiv, Kompositum, Bedeutung: Etui für Schreibzeug, Abruf: 22. März 2008

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