Ferrocarriles de Vía Estrecha


Ferrocarriles de Vía Estrecha
FEVE-Schmalspurbahn im Bahnhof von Ferrol
FEVE-Bahnhof in Santander

Ferrocarriles de Vía Estrecha (dt.Schmalspureisenbahn“), abgekürzt FEVE, ist eine spanische Eisenbahngesellschaft mit einem Meterspur-Netz.

Inhaltsverzeichnis

Netz

Das Streckennetz der FEVE umfasst etwa 1.200 km in Meterspur. Die Hauptstrecke verläuft entlang der Nordküste Spaniens von Bilbao über Santander und Oviedo nach Ferrol. Sie durchquert dabei die autonomen Gemeinschaften Baskenland, Kantabrien, Asturien und Galicien und verläuft weitgehend parallel zur Nordroute des Jakobsweges, dem Camino del Norte. Auf dieser Strecke verkehrt im Sommer auch ein Hotelzug namens Transcantábrico, der Urlaubern eine achttägige Rundreise entlang dem kantabrischen Meer ermöglicht.

Eine weitere Strecke verbindet die Städte Bilbao und León, allerdings mit nur einer Verbindung pro Tag und einer Fahrtzeit von über sechs Stunden. Diese Strecke wurde aufgrund technischer Mängel in den 1990er Jahren stillgelegt. Im Jahre 2003 wurde der Betrieb nach einigen Sanierungsmaßnahmen wieder aufgenommen. (siehe Hauptartikel: Ferrocarril de La Robla)

Eine kurze Strecke ohne Verbindung zum übrigen Netz in Nordspanien existiert in der Region Murcia zwischen Cartagena und Los Nietos.

Neben den Hauptstrecken gibt es Nebenstrecken in den Regionen Kantabrien und Asturien, die für den S-Bahn-Betrieb genutzt werden sowie einige Stichstrecken zur Anbindung von Industriestandorten, Bergwerken und Häfen für den Güterverkehr. Dabei handelt es sich teilweise um Strecken, die aufgrund von technischen Mängeln im Personenverkehr nicht mehr genutzt werden können. In den offiziellen Karten sind diese Strecken in rot eingezeichnet.

Betrieb

FEVE Zug in Mieres

Die Firma FEVE ist ein staatliches Unternehmen und transportiert Personen und Güter. Am stärksten ist das Streckennetz frequentiert im unmittelbaren Umkreis der Städte Oviedo und Gijón. Dort, im Zentrum von Asturien, sowie an den S-Bahn-Linien von Santander und Bilbao ist das Netz elektrifiziert und teilweise mehrgleisig ausgebaut.

Personenverkehr

FEVE betreibt S-Bahn-Linien in den Großräumen Bilbao, Santander, Asturien, León und Ferrol. In León und Ferrol ist das Netz derzeit nicht elektrifiziert und der S-Bahn-Betrieb mit Dieselzügen umgesetzt. Auf den Netzabschnitten mit S-Bahn-Betrieb verkehren Züge in der Regel je nach Bedarf viertelstündlich bis stündlich. Darüber hinaus verkehren dieselbetriebene Regionalzüge zwischen diesen Zentren, wobei es meist nur einzelne Verbindungen pro Tag gibt. Diese halten in den Regionen mit S-Bahn-Betrieb nur an wenigen, wichtigeren Stationen. Im Linienverkehr werden ausschließlich Triebwagen eingesetzt. Darüber hinaus gibt es unregelmäßige Nostalgie- und Touristenfahrten, bei denen sehr unterschiedliche, meist lokbespannte Personenzüge zum Einsatz kommen. Neben dem Luxuszug Transcantabrico verkehren Sonderzüge im Rahmen von Wochenendausflügen zu unterschiedlichen Sehenswürdigkeiten, wobei die Fahrkarten meist im Rahmen von Pauschalangeboten verkauft werden, bei denen Verpflegung und Eintrittsgelder inbegriffen sind. Für die stattfindenden Ausflüge wird in den Bahnhöfen auf Flugblättern geworben.

Güterverkehr

Die Schmalspurbahn spielt eine wichtige Rolle im nordspanischen Güterverkehr. Insbesondere in Bergwerken geförderte Rohstoffe werden zur Weiterverarbeitung in Schwerindustrie-Betriebe transportiert. Zum Zwecke des Güterverkehrs gibt es im FEVE-Netz auch Streckenäste, die im Personenverkehr nicht bedient werden. Das Unternehmen ermöglicht auch einen Gütertransport außerhalb des eigenen Netzes. Das Netz des baskischen Betreibers EuskoTren ist durch ein Übergangsgleis in Bilbao an das eigene Netz angeschlossen. Ein Gütertransport in andere spanische Regionen und das Ausland wird ermöglicht, indem Schmalspurgüterwagen mittels Tiefladewagen auf Güterzüge anderer Spurweiten aufgeladen werden. Dieses Konzept nutzen auch andere Schmalspur-Eisenbahnunternehmen im Gütertransport.

Geschichte

Als man auf der iberischen Halbinsel den Eisenbahnverkehr einführte, entschied man sich letztendlich, eine Breitspur von 1674 mm (ab 1955 dann 1668 mm) als Norm zu nehmen, um durch breitere Züge einen stabileren Lauf zu gewährleisten und mehr Güter bzw. Menschen in einem Zug transportieren zu können. Neben allen Vorteilen des Breitspurformates wurden aber auch Nachteile entdeckt, insbesondere die Schwierigkeit, eine Breitspurstecke durch Gebirge zu bauen und der größere Platzbedarf. Als Konsequenz daraus wurden in Spanien parallel zur Breitspur-Infrastruktur mehrere voneinander unabhängige Schmalspurstrecken gebaut, die meist von kleinen privaten Unternehmen betrieben wurden. Von den Stillegungswellen in den 1960er und 1970er Jahren war auch Spanien betroffen. Die Privatbahnunternehmen waren dabei von einer Konkurswelle bedroht. Um zu verhindern, dass ein Großteil des Bahnverkehrs durch Pleiten der Betreiber lahmgelegt würde, gründete man FEVE zunächst als staatliches Unternehmen mit dem Ziel, diese Betreiber treuhänderisch zu übernehmen. Unrentable Strecken wurden dabei stillgelegt. Mittlerweile wurden jedoch einige Schmalspurstrecken wieder von regionalen Betreibergesellschaften übernommen und befinden sich in einem stabilen Zustand. Dazu zählen die SFM auf Mallorca, EuskoTren im Baskenland, FGC in Katalonien und FGV in Valencia. Die Schmalspurstrecken im Großraum Madrid wurden von der Staatsbahn RENFE übernommen und, mit Ausnahme der Linie C-9 (ehemals Ferrocarril Eléctrico del Guadarrama) zwischen Cercedilla und Cotos, auf Breitspur umgebaut. Die Strecke Ponferrada-Villablino in Kastilien-Leon ging in die Verantwortung der Landesregierung über und wird heute nur noch für gelegentliche Rohstofftransporte genutzt. Die meisten stillgelegten Strecken sind heute immer noch vorhanden, jedoch nicht mehr betriebsbereit. Ob es von Nutzen ist, einzelne Strecken zu modernisieren und den Betrieb wieder aufzunehmen, wird ständig untersucht und wurde zum Teil auch in die Tat umgesetzt. Strecken, die sich weiterhin als unrentabel erweisen, wurden hingegen im Rahmen des Projektes Vías Verdes (grüne Wege) zu Radwanderwegen umgewandelt.

Projekte und Zukunft

Laufende Projekte

  • Neubaustrecke von Matallana nach Vegacervera für eine neue S-Bahn-Linie im Großraum Leon [3]
  • S-Bahn-Tunnel in Gijón zwischen dem Bahnhof Jovellanos und dem Stadtteil Cabueñes [4]
  • S-Bahn-Tunnel in Bilbao (teilweise in Betrieb) [5]
  • Verlängerung der von Collanzo nach Felechosa [7]
  • Konvertierung der Bahnstrecke Cartagena - Los Nietos in eine Stadtbahn [8]

Zurückgestellte oder nicht mehr weiter verfolgte Projekte

  • Ferrocarril De Las Cinco Villas

Hier bei handelt es sich um ein Projekt für eine neue Bahnstrecke, die von Ribadesella entlang der Küste nach Gijón führen soll und im Osten der Stadt in den gerade sich im Bau befindlichen S-Bahn-Tunnel einmünden soll. Ob und wann dieses Projekt umgesetzt werden soll ist unklar, da die Finanzierung des Baus nicht gesichert ist

Ehemalige Strecken

Es gab in allen Landesteilen Schmalspurstrecken, die in den letzten Jahrzehnten stillgelegt worden sind. Einige Strecken wurden abgebaut oder in Radwege umgewandelt - andere Strecken sind immer noch vorhanden. Die Grundstücke befinden sich meist noch im Unternehmensbesitz. Aufgrund von Untersuchungen, die in der Sanierung und Reaktivierung einzelner Strecken einen positiven Kosten-Nutzen-Faktor sehen, liegen politische Anträge vor, die eine oder andere stillgelegte Strecke zu reaktivieren.

Dem Unternehmen wurden in den 1970er Jahren diverse Schmalspurbahnen übertragen, die jedoch nur sehr kurzlebig weitergeführt wurden, da es sich meist um isolierte Strecken handelte, für die sich der Aufwand eines Einzelbetriebes nicht lohnte. Die folgende Tabelle zeigt eine Auswahl an Strecken, auf denen FEVE der letzte Betreiber war:

Streckenverlauf Region heutiger Zustand
Málaga - Coin Andalusien Radweg
Málaga - Fuengirola Andalusien auf Breitspur umgebaut und von RENFE übernommen
Arriondas - Covadonga Asturien wird für Museumsbetrieb mit Dampfzügen hergerichtet
Calahorra - Arnedo La Rioja Radweg
Haro - Ezcaray La Rioja Radweg

Weblinks

 Commons: FEVE – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://www.tranvia.org/modules.php?name=News&file=article&sid=15487&mode=&order=0&thold=0
  2. http://www.tranvia.org/modules.php?name=News&file=article&sid=16173&mode=&order=0&thold=0
  3. http://www.tranvia.org/modules.php?name=News&file=article&sid=17117&mode=&order=0&thold=0
  4. http://www.tranvia.org/modules.php?name=News&file=article&sid=17116&mode=&order=0&thold=0
  5. http://www.elcorreo.com/vizcaya/20090329/vizcaya/retrasan-actuaciones-olabeaga-amezola-20090329.html
  6. http://archivo.lavozdeasturias.es/html/488790.html
  7. http://archivo.lavozdeasturias.es/html/477043.html
  8. http://www.trenmania.com/387/feve-convertira-en-tranvia-su-linea-de-cartagena-a-los-nietos.html

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