Falklandkrieg

Falklandkrieg
Falklandkrieg
Datum 2. April 1982 – 20. Juni 1982
Ort Falklandinseln
Ausgang Sieg Großbritanniens
Friedensschluss Am 20. Juni 1982 erklärte Großbritannien den Krieg für beendet; Status Quo Ante Bellum
Konfliktparteien
ArgentinienArgentinien Argentinien Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Befehlshaber
- Präsident General Leopoldo Galtieri
- Vizeadmiral Juan Lombardo
- Brigadegeneral Ernesto Crespo
- Brigadegeneral Mario Menéndez
- Premierministerin Margaret Thatcher
- Admiral Sir John Fieldhouse (von London)
- Konteradmiral Sandy Woodward
- Generalmajor Jeremy Moore
Verluste
649 Tote
1.068 Verwundete
11.313 Gefangene
258 Tote
777 Verwundete
59 Gefangene
Schlachten
28. Mai Eroberung Darwins und Goose Green
12. Juni Eroberung des Mount Tumbledown
14. Juni Eroberung von Wireless Ridge

Der Falklandkrieg (englisch Falklands War/Crisis, spanisch Guerra de las Malvinas/Guerra del Atlántico Sur) war ein bewaffneter Konflikt zwischen Argentinien und dem Vereinigten Königreich um die Falklandinseln (auch Malwinen) sowie Südgeorgien und Südliche Sandwichinseln zwischen April und Juni 1982. Wenngleich durch den argentinischen Angriff auf die Inseln überrascht, war Großbritannien schließlich überlegen und die Inseln blieben in britischer Hand, was den Wünschen ihrer Bevölkerung entsprach. In Argentinien führte der Ausgang des Krieges zum Sturz der Militärjunta und zur Wiederherstellung des demokratischen Systems.

Siehe auch Zeittafel des Falklandkrieges, Geschichte der Falklandinseln

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Hintergrund

Historische Besitzansprüche auf die Falkland Inseln

Die Besitzansprüche auf die Inseln waren lange umstritten. 1600 sichtete der Holländer Sebald de Weert eine Gruppe von drei Inseln, die zu den Falklands gehörten. Bald darauf waren sie in holländischen Seekarten verzeichnet. 1690 betrat Captain John Strong als erster die Inseln und gab ihnen den Namen Falkland Islands, nach dem Chef der Admiralität, Lord Falkland. Zwischen 1698 und 1712 kartographierten französische Kapitäne die Inseln. Auf ihren Karten, 1716 bei Frezier in Saint Malo veröffentlicht, waren sie – bezugnehmend auf den Namen der Stadt St. Malo – als „Iles Malouines“ verzeichnet. 1764 gründete der Franzose Louis Antoine de Bougainville die erste Kolonie, die im Oktober 1766 durch die französische Krone an Spanien verkauft wurde. Am 1. April 1767 wurde die Kolonie formal an die Spanier übergeben, die behielten den – spanisch abgewandelten – Namen der Inseln als „Malvinas“ bei. Bereits im Dezember 1766 war jedoch der britische Captain John McBride auf Saunders Island (span. Isla Trinidad), damals „Falkland“ genannt, gelandet und hatte eine kleine Truppe unter Captain Anthony Hunt hinterlassen, um britische Ansprüche zu sichern. Der Name Falkland war somit zunächst im Singular zu verstehen und bezog sich nicht auf das benachbarte East Falkland (Isla Soledad), der Plural „Falklands“ wurde erst sehr viel später von den Briten benutzt. Im November 1769 begegneten sich im Falklands Sound Captain Hunts Sloop und ein spanischer Schoner. Beide forderten sich gegenseitig auf, die Falklands zu räumen, jedoch kam niemand diesen Forderungen nach. Einige Monate später entsandte der spanische Gouverneur in Buenos Aires Francesco Bucarelli fünf Fregatten, die am 10. Juni 1770 dreizehn von Hunt stationierte Briten schnell zur Aufgabe zwangen. Ein bevorstehender Krieg zwischen Großbritannien und Spanien wurde durch eine geheime Friedensdeklaration am 22. Januar 1771 abgewendet, in der Spanien nachgab, sich allerdings Souveränitätsrechte über die Falklands vorbehielt. In einem weiteren Vertrag am 16. September 1771 anerkannten beide Seiten gegenseitig ihre bisherigen Rechte in Bezug auf die Falklands bzw. Malvinas[1]. Allerdings machten die Briten in den nachfolgenden Jahren keinen erkennbaren Versuch, die Inseln dauerhaft zu besiedeln.

Mit der Entthronung des bisherigen Königs und der französischen Machtübernahme in Madrid 1808 verstärkten sich die Autonomiebestrebungen in den spanischen Kolonien in Südamerika. Am 25. Mai 1810 erklärte sich Buenos Aires für Autonom. Erst als nach Vertreibung der Franzosen der wiedereingesetzte spanische König Ferdinand VII. die Autonomie der südamerikanischen Kolonien nicht anerkennen wollte, erklärten sich die „Vereinigten Provinzen am Rio de la Plata“ am 9. Juli 1816 für unabhängig.[2] In den nachfolgenden Kriegen beanspruchten die Vereinigten Provinzen am la Plata in Buenos Aires nachdrücklich sämtliche Gebiete die jemals Teil des spanischen Vizekönigreichs am La Plata gewesen sind, wozu – ungeachtet der noch immer bestehenden britischen Ansprüche – auch die Falklandinseln (bzw. spanisch: Islas Malvinas) gehörten.[3] Dies führte nicht nur zu Kämpfen mit spanischen Truppen, sondern in den nachfolgenden Jahrzehnten auch zu mehreren Kriegen mit Uruguay, Paraguay, Bolivien, Brasilien und mit Chile,[4] mit dem die Grenzstreitigkeiten wegen der beiderseitigen Ansprüche auf Patagonien und Feuerland erst nach dem Falklandkrieg von 1982 abgeschlossen werden konnten (mit dem Verzicht Argentiniens auf die Inseln im Beagle-Kanal am 25. 11. 1984).

Die letzte spanische Garnison auf den Malwinen (Falkland Inseln) zog sich 1811 zusammen mit den Einwohnern der Siedlung Puerto Soledad (Port Louis) nach Montevideo in Uruguay zurück. Danach waren die Inseln praktisch unbesiedelt und wurden nur (meist zur Reparatur von Schiffen und Aufnahme von Frischwasser) vorübergehend von Seeleuten und Walfängern verschiedener Nationen aufgesucht.[5] Die Rolle, die David Jewitt 1820/21 spielte, ist heute umstritten. Jewitt war ein amerikanischer Freibeuter, der 1820 als Kapitän des Schiffs „Heroine“[6] mit offizieller Erlaubnis der Regierung von Buenos Aires Jagd auf spanische Schiffe machen sollte (dabei aber mehrfach Schiffe anderer Nationen überfiel). Als sein Schiff während eines Sturms beschädigt wurde, landete er im Oktober 1820 auf Ostfalkland, wo er Kapitän James Weddell, den bekannten britischen Seefahrer und Polarforscher antraf, der ihm half, es wieder seetüchtig zu machen. Als das Schiff wieder seetüchtig war, verließ Jewitt nach etwa einem halben Jahr die Inseln wieder (im April 1821). Nach moderner argentinischer Ansicht nahm Jewitt während dieser Zeit die Inseln „für Argentinien“ in Besitz.[7] Allerdings wurde dieser Anspruch damals nirgends veröffentlicht (anscheinend nicht einmal in Buenos Aires)[8] oder gar anderen Regierungen mitgeteilt. Der Anspruch wurde erst bekannt, als über ein Jahr später Zeitungen in den USA und in Europa über den Prozess gegen den Kapitän des Freibeuterschiffes „Heroine“ berichteten, der damals in Lisabon wegen Seeräuberei angeklagt wurde.[9]

Erst im Juni 1829 ernannte Buenos Aires förmlich einen Gouverneur der Inseln.[10] Der neue Gouverneur war Louis Vernet, ein in Hamburg geborener französischer Kaufmann mit US-amerikanischen Pass, der 1826 erstmals aus privaten wirtschaftlichen Gründen auf die Falklands gekommen war, um mit Hilfe von argentinischen Gauchos die inzwischen recht zahlreichen verwilderten Rinder auf den Inseln zu fangen und aufs Festland zu verbringen. Zu diesem Zweck erreichte er dort 1828 auch eine Siedlung.[11] Allerdings kam es schon 1831 zum so genannten „Lexington“-Zwischenfall, als der von Buenos Aires ernannte Gouverneur Louis Vernet drei Schiffe von amerikanischen Robbenjägern beschlagnahmen ließ. Die USA entsandten daraufhin die Korvette „Lexington“, die Vernets Siedlung auflöste und die Falklands für frei(d.h. zu keinem Staat gehörig) erklärten, wodurch auch in Europa das Interesse wieder auf die Inseln gelenkt wurde. Dennoch postierte Buenos Aires 1832 erneut einen Gouverneur auf den Inseln, mit der Aufgabe, dort eine Strafkolonie aufzubauen. Dieser wurde jedoch bald ermordet. Argentinien sandte einen Schoner mit Truppen, um die Mörder festzunehmen. Fast zur gleichen Zeit landete das britische Kriegsschiff „Clio“, um britische Ansprüche zu sichern. Deren Kapitän, John James Onslow, ließ am 3. Januar 1833 die argentinische Flagge niederholen und erneuerte die britische Souveränität. Nachfolgende argentinische Proteste wies Großbritannien zurück.

Die 1862 gegründete Republik Argentinien als Nachfolgestaat der Vereinigten Provinzen am Río de la Plata gab zwar formell ihren Anspruch auf die „Malvinas“ niemals auf, unterhielt trotzdem bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges meist sehr gute Beziehungen zu Großbritannien und erhob während dieser Zeit nur indirekt Ansprüche auf die Falklandinseln.[12] Während dieses Krieges kühlten sich die Beziehung zwischen den beiden Staaten merklich ab, da Argentinien trotz des Drucks aus London[13] bis fast zum Schluss neutral blieb (die Kriegserklärung an Deutschland erfolgte erst am 27. März 1945). Erst nach dem Krieg und der Gründung der UNO vertrat Argentinien im Rahmen der Diskussion der „Entkolonialisierung der Welt“ wieder aktiv seine Position in Bezug auf die Falkland-Inseln.[14]

Verhandlungen zwischen Argentinien und Großbritannien über die Falkland – Inseln (1965 – 1981)

Als Mitte des 20. Jahrhunderts das britische Kolonialministerium ins Außenministerium integriert wurde, begannen mehrere aufeinander folgende britische Regierungen, die Debatte über die Falkland-Inseln als ein eher unwichtiges Problem anzusehen, dessen sie sich gern entledigt hätten. Allerdings lehnten es die etwa 1.800 Einwohner (Kelper) ab, unter die Herrschaft Argentiniens zu geraten und beriefen sich auf Artikel 73[15] der UN-Charta, um ihre Position zu stärken. Im Jahr 1965 begannen Großbritannien und Argentinien, unter UN-Resolution 2065 über die Zukunft der Inseln zu verhandeln, doch bis zum Ausbruch des Krieges 17 Jahre später war es zu keiner Übereinkunft gekommen.

1968 besuchte Lord Chalfont die Falklands sowie Argentinien. Sein Bericht wies darauf hin, dass die Einwohner der Falklands britisch bleiben wollten, Argentinien auf seinem Anspruch bestand und ohne Lösung des Problems ein Konflikt zu erwarten sei. 1975 machte der britische Botschafter in Argentinien, Derek Ashe, der damaligen argentinischen Präsidentin Isabel Peron das Angebot, mit britischer Hilfe die Falklands ökonomisch durch Argentinien entwickeln zu lassen. Argentinien misstraute diesem Angebot und ließ Ashe abberufen.

Ab 1976 wurde Argentinien wieder von einer Militärregierung regiert, die im Rahmen des 'Prozesses der Nationalen Reorganisation' bis 1983 etwa 30.000 Oppositionelle ermordet haben soll, von denen die Mehrzahl einfach spurlos verschwand. Dies wurde mit dem Kampf gegen die linke Guerilla der Montoneros begründet, die allerdings nur wenige tausend Mann zählte. Das Land litt bereits vor dem Machtantritt der Militärs unter großen wirtschaftlichen Problemen, die sich während deren Herrschaft weiter verschärften.

Im Oktober 1977 warnte der britische Geheimdienst vor erhöhten militärischen Aktivitäten im Süden Argentiniens. Großbritannien entsandte daraufhin vorsorglich zwei Fregatten und ein U-Boot in den Südatlantik (was nicht öffentlich bekannt gemacht wurde und daher von Argentinien gar nicht bemerkt wurde) und erklärte eine (wirtschaftliche) Sperrzone 25 Seemeilen um die Falklands.

Am 22. Dezember 1978 startete die Junta die Operation Soberania, um die mit Chile umstrittenen Inseln am Kap Hoorn militärisch zu besetzen und in Chile einzumarschieren. Sie wurde aber wenige Stunden später abgebrochen.

1979 wurde von der neuen britischen konservativen Regierung Nicholas Ridley als neuer Unterhändler ernannt. Nach einer Reise auf die Falklands machte er den Vorschlag, die Souveränität an Argentinien zu übergeben, jedoch die Inseln nach dem Hongkong-Modell an die Bewohner auf unbestimmte Zeit zu verpachten. Weder bei den Inselbewohnern noch im Parlament fand sein Vorschlag Zustimmung. Im September 1981 wurde Ridley durch Richard Luce ersetzt. Verhandlungen mit Argentinien waren für den Dezember 1981 angesetzt und Luce sah sich nicht in der Lage, konstruktive Vorschläge vorzubringen. Das argentinische Militär hatte bis 1981 die linke Guerilla durch einen geheimen Schmutzigen Krieg vollständig ausgeschaltet (siehe auch Prozess der Nationalen Reorganisation, Staatsterror). Es gab etwa 30.000 Opfer unter der Zivilbevölkerung; die Wirtschaft wurde zerrüttet: Die Inflation betrug 140 %. 1981 kam es zu zwei Regierungswechseln: zunächst übernahm der relativ liberale Viola die Macht und sorgte für eine kurze Zeit relativer Meinungsfreiheit; im Dezember 1981 stürzte General Leopoldo Galtieri ihn.[16] Daraufhin wurden die Verhandlungen auf Wunsch Argentiniens verschoben. Das britische Foreign Office sah in diesem Zeitgewinn eine Chance.

Galtieri beabsichtigte, öffentliche Kritik über die wirtschaftliche Lage und Menschenrechtsfragen mit einem schnellen, patriotischen „Sieg“ in der Malwinen-Frage zu überdecken. Als Vorwand diente der 150. Jahrestag der Ermordung des letzten argentinischen Gouverneurs 1832. In der UN wurde mit einer subtilen Andeutung einer Invasion Druck ausgeübt; die Briten ignorierten diese Drohung. Die Argentinier werteten die britische Haltung als Rückzug und glaubten, die Briten würden die Inseln bei einer Invasion kampflos überlassen. In diesem Glauben bestärkt wurden sie durch den Rückzug der letzten, überalterten Einheit „HMS Endurance“ der Royal Navy 1981 und durch die British Nationality Bill von 1981, die die britische Staatsbürgerschaft eines großen Teils der Kelper einschränkte. Die neue Freundschaft (auf Grund der Unterstützung der antisandinistischen Contras in Mittelamerika) zu den USA bestärkte Galtieri in seiner Überzeugung, dass Großbritannien ohne US-amerikanische Unterstützung keinen Krieg im Südatlantik führen könne. In Konsultationen mit dem Oberkommandierenden der Marine, Admiral Jorge Anaya, wurde beschlossen, die Falkland-Inseln/Malvinas binnen eines Jahres zurück zu Argentinien zu bringen.

Die argentinischen Pläne sahen vor, nach einer erfolgreichen Einnahme der Falklandinseln auch die Inseln südlich des Beagle-Kanals militärisch zu erobern.[17][18] Im Dezember 1978 hatte die argentinische Junta schon einmal die Operation Soberania im letzten Moment abgebrochen. Anaya sah vor dem argentinisch-chilenischen Konflikt um den Beagle-Kanal eine Chance, eine für Chile nicht erreichbare Militärbasis auf den Malvinas zu etablieren.

Militärische Ausgangslage

Argentinien

Die argentinische Luftwaffe (Fuerza Aérea Argentina, kurz FAA) verfügte über eine große Anzahl moderner Flugzeuge und Waffen, darunter Mirage-III-Jagdflugzeuge, Mirage-5-Jagdbomber und ältere, aber immer noch sehr leistungsfähige Douglas-A-4-Jagdbomber. Außerdem verfügte sie über die in Argentinien entwickelten FMA-IA-58-Pucará-Erdkampfflugzeuge, die von kurzen und improvisierten Flugplätzen starten konnten. Das war besonders für einen Einsatz auf den Falklands wichtig, da dort nur eines der drei Flugfelder betoniert war. Des Weiteren hatte die FAA noch veraltete English-Electric-Canberra-Bomber im Bestand.[19]

Die argentinische Luftwaffe war jedoch speziell auf einen Krieg gegen Chile oder die Guerilleros vorbereitet und somit eher für einen Kampf gegen Bodenziele auf kurzen Distanzen gerüstet als für einen Kampf auf langer Distanz gegen Schiffe. Daher verfügte Argentinien nur über zwei zu Betankungsflugzeugen umgebaute Lockheed C-130 für die FAA und die Marine. Die Mirage waren nicht zur Luftbetankung ausgerüstet. Außerdem verfügte die FAA nur über unzureichende Aufklärungsflugzeuge und veraltete Luft-Luft-Raketen.[19] Die damals hochmodernen Exocet-Luft-Schiff-Raketen, die eine ernsthafte Bedrohung für die britische Flotte hätten werden können, waren zwar in Frankreich bestellt, es standen bei Kriegsbeginn aber nach argentinischen Angaben nur vier davon zur Verfügung.

Zu diesen Streitkräften der Luftwaffe kamen noch fünf Dassault Super Étendards der Marineflieger, die für Luftbetankung ausgerüstet waren. 14 Flugzeuge waren bestellt, aber bis zum Ausbruch des Krieges waren nur fünf geliefert, wovon eines infolge eines Embargos als Ersatzteilspender am Boden bleiben musste.

Die Seestreitkräfte bestanden aus einer Flugzeugträgerkampfgruppe, einer Kreuzerkampfgruppe, einer Korvettenkampfgruppe und zwei U-Booten.

Die Flugzeugträgerkampfgruppe (Grupo de Tareas 79.1) bestand aus dem alten Flugzeugträger ARA Veintecinco de Mayo mit einer Staffel Skyhawks, zwei modernen britischen Zerstörern (ARA Santísima Trinidad und ARA Hércules) als Begleitschutz und dem Flottenversorger ARA Punta Médanos.

Die Kreuzerkampfgruppe (Grupo de Tareas 79.3) bestand aus dem 13.500 t verdrängenden Kreuzer ARA General Belgrano mit Begleitschutz. Die Belgrano, die 1938 als USS Phoenix in Dienst gestellt und später von den Argentiniern übernommen worden war, verfügte über fünfzehn 155-mm- und acht 127-mm-Geschütze. Der Begleitschutz bestand aus den zwei Zerstörern ARA Hipólito Bouchard und ARA Piedra Buena aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Zur Kampfgruppe gehörte zudem der Flottenversorger ARA Punta Delgada.

Die Korvettenkampfgruppe (Grupo de Tareas 79.4) bestand aus drei modernen französischen d'Estienne d'Orves-Korvetten mit Exocet-Flugkörpern: ARA Drummond, ARA Granville und ARA Guerrico.

Die argentinische U-Bootflotte bestand aus zwei Unterseebooten des Zweiten Weltkriegs und zwei modernen, in der Bundesrepublik Deutschland hergestellten Küstenunterseebooten der U-Boot-Klasse 209. S-22 Santiago del Estero wurde als Ersatzteillieferant für S-21 Santa Fe benutzt, und S-31 Salta war noch nicht zum Kampf bereit. Die S-32 San Luis dagegen erwies sich für die Royal Navy als sehr problematisch.

Vereinigtes Königreich

Die Royal Navy war zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Krieges nicht darauf eingestellt, die Hauptkraft einer derartigen maritimen Operation in einem so weit entfernten Gebiet zu sein. Sie war vielmehr auf den Einsatz in einem möglichen Dritten Weltkrieg innerhalb der NATO-Struktur ausgerichtet. Da in einem solchen Fall ihre Hauptaufgabe die Sicherung der transatlantischen Verbindungswege, insbesondere der G-I-UK-Lücke, gegen die sowjetische Nordflotte gewesen wäre, wurde das Hauptgewicht auf die U-Boot-Abwehr gelegt. Da nach westlicher Einschätzung die gleichzeitige Gefahr sowjetischer Luftangriffe im Nordatlantik gering gewesen wäre, verfügten die britischen Schiffe nur über begrenzte Fähigkeiten zur Luftabwehr. So wurden Ende der 1970er-Jahre die im Unterhalt teuren großen Flugzeugträger HMS Eagle und HMS Ark Royal außer Dienst gestellt, ebenso die entsprechenden Trägerflugzeuge des Typs Blackburn Buccaneer. Aufgrund der hohen Kosten lehnte die britische Regierung eine Überholung der erst 1972 kampfwertgesteigerten Ark Royal ab. Auch die Ausmusterung der verbliebenen kleinen Flugzeugträger war bereits beschlossen, die Australien war man sich über den Verkauf der relativ neuen HMS Invincible einig geworden. Im Zuge der Erweiterung der U-Boot-gestützten Raketenwaffe wurde die Anzahl der Überwasserkräfte weiter reduziert.[20] Die Royal Air Force war im Begriff, die Avro Vulcan zugunsten des Zug um Zug eingeführten Panavia Tornado außer Dienst zu stellen. Beim Heer genoss die Modernisierung der British Army of the Rhine Vorrang. Im Mai 1981 hatte Verteidigungsminister John Nott ein neues Weißbuch mit drastischen Umbaumaximen herausgegeben.

Zur Stärke der beteiligten Streitkräfte

Wegen der geplanten Besetzung der Falkland-Inseln und des drohenden Krieges mit Chile zog Argentinien 1982 gleichzeitig zwei Rekrutenjahrgänge ein.[21] Daher besaßen die argentinischen Streitkräfte in diesem Jahr eine Stärke von 181000 Mann[22], zu denen noch die paramilitärische Nationale Gendarmerie (spanisch „Gendarmería Nacional“) und die Küstenwache (spanisch „Prefectura Naval Argentina“) zu zählen sind, die beide ebenfalls Einheiten auf die Malvinas entsandten. Damit verfügte Argentinien eine Streitmacht von mehr als 200000 Mann[23]. Als nach der Besetzung der Inseln klar wurde, dass Großbritannien keineswegs gewillt war, sich mit der gewaltsamen Annexion der Falklands abzufinden, entsandten die Argentinischen Streitkräfte noch Teile von drei Brigaden der Armee sowie ein verstärktes Bataillon der Marineinfanterie auf die Inseln. Zu Ihrer Unterstützung stationierten außerdem die Luftwaffe, die Nationale Gendarmerie sowie die Küstenwache weitere Einheiten auf den Inseln. Allerdings unterband dann die britische Seeblockade eine weitere Verstärkung der argentinischen Truppen.

Insgesamt kamen für kürzere oder längere Zeit etwa 15000 bis 16000 Argentinier auf den Falkland-Inseln. Diese Zahl ist höher als die Anzahl der Soldaten, die am 15. Juni auf den Falklands in britische Gefangenschaft gerieten (rund 12700)[24], da u.a. die meisten Einheiten, die im April die Inseln besetzt hatten, wieder aufs Festland zurückkehrten und außerdem in den Wochen vor der Kapitulation noch ein großer Teil der Kranken und Verwundteten ausgeflogen werden konnte. Noch höher war die Zahl der am Krieg beteiligten argentinischen Soldaten. Unmittelbar nach dem Krieg (1983) gab die Argentinische Armee offiziell an, es hätten 14200 Soldaten am Krieg teilgenommen. Bis 1999 wurde diese Zahl dann sukzessive auf 22200 Mann angehoben.[25] Der argentinische Verband der Falklandveteranen rechnete 2007 mit „ungefähr“ 24000.[26] Da jedoch (zumindest zeitweilig) fast die gesamte argentinische Luftwaffe und Marine in die Kämpfe verwickelt waren, die zusammen 55000 bis 60000 Mann zählten, kann diese Zahl - die sich überdies im Laufe der Jahre langsam erhöhte - so nicht stimmen. Sie erklärt sich wohl daraus, dass offiziell lediglich solche Soldaten als „Falkland Veteranen“ anerkannt werden,[27] die sich während des Krieges dauerhaft im Bereich des TOM („Teatro de Operaciones Malvinas“, auf deutsch etwa „Kriegsschauplatz Malvinen“)[28] oder im Bereich des TOAS („Teatro de Operaciones del Atlántico Sur“, auf deutsch in etwa „Kriegsschauplatz Südatlantik“)[29] aufgehalten und an militärischen Operationen direkt teilgenommen haben.[30] Nicht mit zu den Kriegsveteranen gezählt werden deshalb auch alle Soldaten und Wehrpflichtigen, die den ganzen Krieg (wegen der damals gleichzeitig drohenden Kriegsgefahr mit Chile) in den Anden entlang der chilenischen Grenze verbracht haben.

Die britischen Streitkräfte umfaßten 1982 rund 327000 Mann.[31] Das Zahlenverhältnis der beiden Streitkräfte war demnach etwa 3 : 2 zu Gunsten der Briten. Der größte Teil der britischen Streitkräfte waren allerdings durch ihre Aufgaben in der NATO und durch den Konflikt in Nordirland fest gebunden. Daher konnte die Heeresführung nur auf die beiden Brigaden der „UKMF“ (United Kingdom Mobil Force, d.h. die mobile Eingreifreserve) zurückgreifen. Zunächst war man dort überdies der Ansicht, dass man die Angelegenheit alleine mit der 3. Commando Brigade der Marineinfanterie (rund 3500 Mann) lösen könne. Als in London bekannt wurde, dass Argentinien inzwischen schon etwa 10000 bis 12000 Mann auf die Insel gebracht habe, entschloss man sich, die Brigade durch zwei Fallschirmjäger-Bataillone der 5. Brigade, Teile der „Special Forces“[32], sowie weitere Unterstützungstruppen zu verstärken. Dazu gehörten insbesondere Artillerie und Luftabwehreinheiten. Schließlich wuchs die Brigade auf insgesamt fast 7500 Mann an.[33] Da die Argentinier tatsächlich schon mehr als 12000 Mann auf die Inseln gebracht hatten, entsandte London auch noch die gesamte 5. Brigade in den Südatlantik.[34] Da inzwischen der größte Teil dieser Brigade bereits auf dem Weg in den Südatlantik war, suchte die britische Führung „quer durch die Armee“ alles zusammen, was noch verfügbar war. Dabei griff man zögernd, aber notgedrungen, auf zwei Bataillone der Garde zurück („Welsh Guards“ und „Scots Guards“). Diese waren als repräsentative Wachbataillone überwiegend zu zeremoniellen Zwecken in London stationiert, hatten weder das notwendige Training oder spezielle Ausbildung noch die erforderliche Ausrüstung und Bekleidung für einen Kampf im Winter unter subarktischen Bedingungen.[35] Die Stärke der britischen Landstreitkräfte (Armee und Marineinfanterie) betrug nun rund 11000 Mann. Hinzu kamen noch die Schiffbesatzungen und die Marineflieger[36] sowie die Einheiten der Luftwaffe[37], wodurch insgesamt fast 30000 Mann an der britischen Operation im Südatlantik beteiligt waren (ergänzt noch durch rund 2000 zivile Seeleute der Handelsmarine)[38].

Krieg

Argentinische Invasion

Britische Marine-Soldaten ergeben sich argentinischen Spezialeinheiten

Der Invasionsplan wurde von Admiral Jorge Anaya entwickelt. Dem Angriff ging die „Invasion“ Südgeorgiens (1300 km südöstlich der Falklandinseln) am 19. März 1982 durch eine Gruppe argentinischer Zivilisten und Marinesoldaten unter dem Kommando von Alfredo Astiz voraus. Dem Antarktis-Patrouillenschiff HMS Endurance der Royal Navy wurde am 20. März 1982 befohlen, diese Zivilisten und Militärs von der Insel zu bringen. Am 23. März kam aus London die Anweisung, in Grytviken zu stoppen und weitere Anweisungen abzuwarten. Später entdeckten britische Soldaten vor Leith Harbour (Südgeorgien) das argentinische Schiff Bahia Paraiso. Das Foreign Office sowie das Ministry of Defense in London verboten eine "Polizeiaktion" seitens der HMS Endurance und wiesen stattdessen an, Patrouille zu fahren. Am 27. März verließ die Bahia Paraiso Leith Harbour, patrouillierte aber ebenso parallel zu HMS Endurance. Am Abend des 31. März wurde HMS Endurance durch London benachrichtigt, dass eine Invasion der Falklands bevorstehe und wurde nach Port Stanley zurückbefohlen.

Um 15:30 Uhr am 1. April 1982 erhielt der britische Gouverneur der Falklands, Rex Hunt, eine Nachricht aus London, dass eine argentinische Invasion kurz bevorstehe. Daraufhin ließ er die 86 Royal Marines unter dem Kommando von Major Mike Norman Verteidigungsmaßnahmen vorbereiten. Um eine Landung mit Flugzeugen zu verhindern, wurden auf den Startbahnen des Flugfeldes von Port Stanley Fahrzeuge geparkt. Mögliche Küstenabschnitte, die für eine Landung geeignet waren, wurden mit Stacheldraht versperrt. Der Fischkutter Forrest unter Jack Sollis wurde ausgeschickt, um mittels Radar Ausschau nach argentinischen Landungsbooten zu halten, die gegen 05:15 Uhr am 2. April gesichtet wurden. Bereits um 4:30 Uhr landeten 120 Soldaten der argentinischen Spezialeinheit Buzo Tactico mit Hubschraubern westlich von Port Stanley am Mullet Creek. Ein Teil der Einheit griff die Unterkünfte der Royal Marines an, in der Hoffnung, diese im Schlaf zu überraschen, während ein anderer Teil das Gouverneursgebäude angriff. Dieses wurde durch 31 Royal Marines, elf Mannschaftsmitglieder der HMS Endurance und einen Ex-Marine verteidigt. Bei dem Kampf wurden drei argentinische Soldaten getötet und drei weitere gefangen genommen. Um 6:30 Uhr landete die argentinische Hauptstreitmacht im Yorke Bay, nahe dem Flugfeld mit AAV7 Amtrac-Transportpanzern. Einer der Panzer konnte beim Vormarsch abgeschossen werden. Ein Landungsboot wurde beim Versuch, in den Hafen von Port Stanley einzufahren, durch Beschuss mit einer FFV Carl Gustaf-Panzerbüchse versenkt. Gegen 8:30 Uhr verhandelte der Gouverneur über eine Kapitulation, nachdem klar wurde, dass ein weiterer Kampf gegen die Argentinier, die nun über schwere Waffen verfügten, sinnlos war. Bei dem Kampf starben fünf argentinische Soldaten, siebzehn wurden verwundet, während die Briten keine Verluste zu beklagen hatten.[39] Die Royal Marines, der Gouverneur und alle anderen, die es wünschten, wurden nach Großbritannien verschifft.

In Buenos Aires überfluteten riesige fahnenschwenkende Menschenmassen den Platz vor dem Präsidentenpalast, die Plaza de Mayo, als sie die Nachrichten hörten. In London war die Regierung schockiert über diesen „Schwarzen Freitag“.

Versuche einer diplomatischen Lösung

Die Briten konnten schnell diplomatischen Druck gegen Argentinien organisieren. Während die öffentliche Stimmung in Großbritannien einen Versuch unterstützte, die Inseln zurückzuerobern, war die internationale Meinung stark geteilt. Die Argentinier propagierten, dass Großbritannien eine Kolonialmacht sei, die versuche, eine Kolonie von einer lokalen Macht zurückzuerobern. Die Briten verwiesen auf das UN-Prinzip der Selbstbestimmung und erklärten sich kompromissbereit. Der damals amtierende UN-Generalsekretär Javier Pérez de Cuéllar sagte, er sei über den vom Vereinigten Königreich angebotenen Kompromiss erstaunt gewesen, doch Argentinien lehnte diesen ab und stützte seine Besitzansprüche auf Ereignisse vor der Gründung der UNO 1945. Viele UNO-Mitglieder waren sich bewusst, dass – sollten derart alte Ansprüche wieder aufleben – ihre eigenen Grenzen nicht sicher wären, und so verabschiedete die UNO am 3. April eine Resolution, die den Rückzug der argentinischen Truppen von den Inseln und das Ende der Feindseligkeiten forderte.[40] Am 10. April stimmte die EWG Handelssanktionen gegen Argentinien zu.

Für die Vereinigten Staaten stellte der Krieg ein besonderes Dilemma dar: Ersteinmal war "mitten im Kalten Krieg" ein Krieg zwischen zwei westlichen Staaten in der Vorstellungswelt nicht vorgesehen, darüber hinaus waren sie mit beiden Seiten verbündet und beide Seiten erwarteten von ihnen Unterstützung. Argentinien sah die Frage des Besitzes der Inseln als einen Kolonialkonflikt an und erwartete, dass die USA gemäß der Monroe-Doktrin den Versuch einer „Rekolonialisierung“ verhindern würden. Großbritannien hingegen erwartete von seinem wichtigsten politischen und militärischen Verbündeten ebenfalls Unterstützung bei der Verteidigung der Inseln, die es als legitimes britisches Territorium betrachtete. Ein Ausbleiben der Unterstützung oder gar eine aktive Behinderung Großbritanniens würde verheerend für die amerikanische Position innerhalb der NATO sein, da dann die Zuverlässigkeit der amerikanischen Beistandzusagen auch im NATO-Bündnisfall angezweifelt werden würde. Die Falkland-Inseln selbst fielen aufgrund ihrer Lage auf der Südlichen Erdhalbkugel zwar nicht unter den Wirkungsbereich des Nordatlantikvertrages, andererseits wurde hier aber ein NATO-Mitglied direkt angegriffen.

Die USA versuchten daher eine diplomatische Lösung zu erreichen und einen Krieg zwischen ihren Verbündeten zu verhindern. Berühmt wurde Präsident Ronald Reagans Ausspruch, er könne nicht verstehen, warum sich zwei Alliierte um „ein paar eisige Felsen“ streiten. Alexander Haig, der US-Außenminister, leitete kurzfristig vom 8. April bis zum 30. April eine „Shuttle-Diplomatie“-Mission, bevor Reagan schließlich erklärte, Großbritannien zu unterstützen, und Sanktionen gegen Argentinien in Gang setzte. Dies war zunächst unsicher gewesen und ist angeblich das Resultat des Drängens von US-Verteidigungsminister Caspar Weinberger, der dem Präsidenten vorschlug, das Vereinigte Königreich zu unterstützen. Mit dem Verteidigungsfall Großbritanniens war eine amerikanische Nichteinmischung ohnehin unmöglich geworden, denn Teile der in britischem Besitz befindlichen Atlantikinsel Ascension waren an die Amerikaner vermietet, die Briten benötigten die Insel aber wieder als logistische Basis. Die USA lieferten zudem Luftabwehrraketen (wenngleich veraltete) und sollen, wie Weinberger später behauptete, einen Flugzeugträger verliehen haben, was jedoch sowohl von den USA als auch von Großbritannien dementiert wurde. Überdies unterstützten die USA die Briten mit nachrichtendienstlichen Informationen wie entschlüsseltem Fernmeldeverkehr der argentinischen Streitkräfte, Satellitenaufklärung und Kommunikationshilfe. Gleichzeitig wurden Munitionsbestände von Bündnispartnern an die britischen Streitkräfte geliefert oder für diese freigegeben, die unter Sperrvorbehalt für die Verteidigung Mitteleuropas standen.

Britische Kriegsvorbereitungen

Das britische Jagdflugzeug Sea Harrier

Die Briten planten, sich auf eine Marine-Eingreiftruppe zu verlassen. Diese bestand aus mehreren Teilen:

  • der Eingreiftruppe um die Flugzeugträger HMS Invincible (befand sich noch in der Erprobungsphase) und HMS Hermes (die an Indien verkauft werden sollte), befehligt durch Konteradmiral J. F. Woodward (besser bekannt als Sandy Woodward) und
  • der amphibischen Sturmtruppe, befehligt von Commodore M. C. Clapp.

Sowohl Clapp als auch Woodward unterstanden direkt dem Commander in Chief Fleet (CINCFLEET), Admiral Sir John Fieldhouse, in Großbritannien, der der Gesamtkommandeur der Operation war. Am 5. April 1982 lief der erste Flottenverband aus britischen Häfen Richtung Südatlantik aus.

Um die neutrale Schifffahrt während des Krieges aus dem Kampfgebiet zu halten, erklärte das Vereinigte Königreich ein Gebiet von 360 Kilometern (200 Seemeilen) um die Falklandinseln zur ‚Kriegsausschlusszone‘, bevor es die Operationen startete. Da es keine Pläne für eine Rückeroberung der Falklands gab, wurden die britischen Pläne für den Fall einer sowjetischen Invasion in Norwegen und die darauf folgende Landung britischer Einheiten adaptiert und für die Falklands angepasst.[41] Das bekannte Passagierschiff Queen Elizabeth 2 wurde neben anderen Schiffen requiriert und als schneller Truppentransporter in Marsch gesetzt.

Mitte April hatten die Briten eine große Luftstreitmacht auf Ascension gesammelt, einschließlich einer ansehnlichen Zahl von Tankflugzeugen sowie Jagdflugzeuge vom Typ F-4 Phantom, um diese zu beschützen. Indessen fuhr die britische Haupt-Marine-Taskforce von Großbritannien aus südlich, während eine kleine Streitmacht sich von ihr trennte, um Südgeorgien zu erstürmen.

Innerhalb nur weniger Tage wurden die Harrier-Kampfflugzeuge – die ursprünglich eigentlich für den Luft-Boden-Kampf konzipiert waren – mit Luft-Luft-Raketen vom Typ Sidewinder ausgestattet.

Rückeroberung Südgeorgiens

Karte von Südgeorgien
Margaret Thatcher

Die Argentinier hatten zwei Militärstationen auf Südgeorgien, eine in Leith und eine in Grytviken. Sie bewegten sich kaum außerhalb dieser Stationen, weswegen Mitarbeiter des British Antarctic Survey (kurz BAS) und zwei Mitarbeiter von Independent Television (ITV) unentdeckt auf der Insel bleiben konnten. Die HMS Endurance beobachtete die Argentinier aus etwa 60 NM Entfernung, versteckt zwischen Eisbergen, und hielt auch Kontakt mit den Mitarbeitern des BAS und ITV.[42]

Die Südgeorgien-Streitmacht, die mit der Durchführung der Operation Paraquet beauftragt war, bestand aus dem Zerstörer HMS Antrim und der Fregatte HMS Plymouth mit Truppen von Special Air Service (SAS) und Special Boat Service (SBS) an Bord sowie einer Kompanie der Royal Marines auf dem Hilfsschiff RFA Tidespring. Am 19. April klärte die HMS Conqueror, ein U-Boot der Churchill-Klasse, die Nordküste Südgeorgiens auf. Am 20. April wurde die Insel von einem radarkartographierenden Aufklärungsflugzeug vom Typ Handley Page Victor, der auf Ascension gestartet war, überflogen. Es wurden keine argentinischen Schiffe in der Nähe der Insel entdeckt.[42]

Vor der geplanten Invasion der Royal Marines landeten am 21. April zunächst die ersten Aufklärungstrupps von SAS und SBS. Wegen schlechten Wetters konnten sie nicht den geplanten Beobachtungspunkt erreichen und mussten auf einem Gletscher übernachten. Nachdem am nächsten Tag ein Sturm aufzog, forderten die SAS-Soldaten Hilfe an. Beim Versuch, sie mit Hubschraubern abzutransportieren, stürzten zwei Hubschrauber durch Whiteouts ab. Ein weiterer Versuch gelang jedoch.[42]

Am 23. April wurde bei den Briten U-Boot-Alarm ausgelöst, und die Operation wurde unterbrochen; die RFA Tidespring drehte Richtung Hochsee ab, um eine Begegnung zu vermeiden. Am 24. gruppierte sich der britische Verband neu und versuchte, das argentinische U-Boot, die ARA Santa Fe (ex-USS Catfish (SS-339) der US-amerikanischen Balao-Klasse) anzugreifen. Am 25. wurde das U-Boot lokalisiert und anschließend in einem Angriff mit Hubschraubern, MG-Feuer und AS.12-Anti-Schiff-Raketen so schwer beschädigt, dass es sich tauchunfähig zur südgeorgischen Küste zurückziehen musste, wo es aufgegeben wurde. Die Besatzung ergab sich den britischen Kräften.[42]

Die Briten beschlossen nun schnell anzugreifen. Da die RFA Tidespring mit dem Großteil der Soldaten noch weit entfernt war, wurden drei improvisierte Teams mit insgesamt 72 Soldaten zusammengestellt, die mit Hubschraubern auf der Insel landeten. Bei Grytviken bezogen die Soldaten Stellung, und die HMS Plymouth und HMS Antrim gaben 235 Schuss in die Umgebung des Dorfes ab, um den Argentiniern ihre Feuerkraft zu demonstrieren. Diese ergaben sich daraufhin. Am nächsten Tag ergaben sich auch die argentinischen Soldaten bei Leith.[42]

Dies wurde tags darauf auch offiziell durch die Briten bekannt gegeben. Premierministerin Margaret Thatcher brachte die Neuigkeiten in die Medien und forderte: „Rejoice, rejoice!“ (dt.: „Freut euch, freut euch!“).

Der damalige britische Verteidigungsminister Sir John Nott gab später an, dass die Rückeroberung Südgeorgiens vor allem dem Füllen der Nachrichten und der Steigerung der Moral dienen sollte.[43]

Operation Black Buck

Ein Avro-698-Vulcan-Bomber, wie er in der Operation Black Buck eingesetzt wurde
Hauptartikel: Operation Black Buck

Am 1. Mai begann die Operation gegen die Falklandinseln mit der Angriffsoperation Black Buck 1, welche die RAF von Ascension aus mit einem Bomber vom Typ Avro 698 Vulcan auf den Flugplatz bei Port Stanley durchführte. Die Vulcan war für Mittelstreckenmissionen in Europa entworfen. Deshalb reichte ihre Tankkapazität für einen direkten Flug bei weitem nicht aus. Die hin und zurück 13.000 km lange Strecke machte daher mehrere Luftbetankungen notwendig. Die Tankflugzeuge der Royal Air Force waren umgebaute Bomber vom Typ Victor. Wegen ihrer ebenfalls beschränkten Zuladung musste ein aufwendiges Verfahren angewandt werden: Um eine Vulcan mit 21 Bomben ins Ziel zu bringen, starteten zwei Vulcan-Bomber und elf Tankflugzeuge für Luftbetankung, davon ein Bomber und zwei Tankflugzeuge als Reserve. Die Tankflugzeuge betankten nacheinander die Bomber bzw. die anderen Tankflugzeuge, und kehrten dann um. Das letzte Tankflugzeug betankte die angreifende Vulcan noch einmal kurz vor dem Ziel und wurde auf dem Rückweg von einem ihm wieder entgegen fliegenden Tankflugzeug erwartet und betankt. Dem vom Angriff zurückkehrenden Bomber flogen noch einmal drei Flugzeuge entgegen, ein umgerüsteter Fernaufklärer vom Typ Nimrod und zwei weitere Tankflugzeuge. Mit diesem enormen logistischen Aufwand wurde beim ersten Angriff – plangemäß – nur ein Bombentreffer in der Start- und Landebahn bei Port Stanley erzielt. Die anderen Bomben verursachten zum Teil jedoch Schäden an anderen wichtigen Teilen des Flugplatzes. Somit hatte dieser Angriff einen recht begrenzten taktischen Erfolg, wichtiger war die politische und psychologische Wirkung (vgl. auch Doolittle Raid).

Nur wenige Minuten nach der Black Buck-Operation führten neun Sea Harriers von der Hermes einen Angriff durch, indem sie Streubomben auf Port Stanley und den kleineren Grasflugplatz bei Goose Green warfen. Beide Angriffe führten zur Zerstörung von Flugzeugen auf dem Boden und beschädigten die Flugplatzinfrastruktur geringfügig. Drei britische Kriegsschiffe beschossen zusätzlich das Flugfeld in Port Stanley.[19] Währenddessen hatte die argentinische Luftwaffe bereits einen eigenen Angriff begonnen, in der Annahme, dass britische Landungen im Gange seien oder unmittelbar bevorstünden.

Die Grupo 6 griff ohne eigene Verluste die britischen Seestreitkräfte an. Zwei Flugzeuge anderer Verbände wurden von Sea Harriers abgeschossen, die von der Invincible aus operierten. Es kam zu einem Luftkampf zwischen Harriers und Mirage-Jägern von der Grupo 8. Beide Seiten wollten sich zunächst nicht auf einen Kampf auf der optimalen Flughöhe des Gegners einlassen, bis schließlich zwei Mirages tiefer gingen, um anzugreifen: Eine wurde abgeschossen, der Pilot der zweiten wollte schließlich wegen Treibstoffmangels in Port Stanley landen, wo das Flugzeug durch eigene Truppen abgeschossen wurde.

Der Luftangriff und die Ergebnisse der Luftkämpfe hatten strategische Auswirkungen. Das argentinische Oberkommando sah die gesamte argentinische Festlandsküste von britischen Angriffen bedroht und verlegte deshalb Grupo 8, die einzige mit Abfangjägern ausgerüstete Gruppe der argentinischen Luftwaffe, weiter nach Norden, so dass auch der Großraum Buenos Aires noch in ihrer Reichweite lag. Die über den Falklandinseln zur Verfügung stehende Einsatzzeit für die Flugzeuge schrumpfte durch die längere Anflugdauer nochmals erheblich. Auch die offenbar gewordene Unterlegenheit der Mirages gegenüber den Harriern, im Wesentlichen bedingt durch ihre Bewaffnung mit unzulänglichen Luft-Luft-Raketen, führte dazu, dass Argentinien die Luftherrschaft über den Falklandinseln faktisch schon zu Beginn des Krieges aufgeben musste.[44]

Seekrieg

Untergang der ARA Belgrano

Am 2. Mai wurde der technisch veraltete, noch aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg stammende, aber modernisierte argentinische Leichte Kreuzer ARA General Belgrano, durch ebenfalls veraltete Torpedos aus dem Zweiten Weltkrieg des Atom-U-Boots HMS Conqueror (S48) außerhalb der Ausschlusszone versenkt. Da die Belgrano bereits nach 20 Minuten aufgegeben werden musste und die Begleitzerstörer der Belgrano nach dem Angriff zunächst abliefen und erst nach der späteren Rückkehr mit der Rettung der Schiffbrüchigen begannen, führte die Versenkung zum Verlust von 323 Menschenleben. Dieser Verlust verhärtete die Haltung der argentinischen Regierung und machte eine Verhandlungslösung unmöglich. Der Verlust der Belgrano wurde ein „cause célèbre“ für Kriegsgegner (etwa Tam Dalyell), die verkündeten, dass das Schiff sich zu dieser Zeit von den Falklandinseln fortbewegte. Der britischen Regierung wird vorgeworfen, sie hätte die Belgrano absichtlich versenkt, um einen laufenden Vermittlungsversuch der USA scheitern zu lassen. Nach britischen Angaben war das Schiff zwar veraltet, war aber bei der Modernisierung unter anderem mit niederländischen Radaranlagen und Exocet-Raketen bewaffnet worden, die eine große Bedrohung für die britischen Schiffe darstellten.[43] Die britische Boulevardzeitung The Sun titelte darauf ihre berühmte Schlagzeile Gotcha (dt. Erwischt), die aber relativiert wurde, nachdem klar wurde, wie viele Menschen starben. Die argentinische Marine zog jedoch nach diesem Zwischenfall ihre Schiffe zurück, und auch der argentinische Flugzeugträger, der das eigentliche Ziel der Conqueror war, blieb im Hafen. Um die britischen Schiffe anzugreifen, verließen sich die Argentinier nur noch auf Kampfflugzeuge. Auch die Versorgung der Insel verlief nur noch über C-130-Hercules-Transportflugzeuge, die bei Nacht landeten.[19]

Zwei Tage nach der Versenkung der Belgrano verloren die Briten am 4. Mai einen Zerstörer des Typs 42, die HMS Sheffield, durch ein Feuer, das durch den Einschlag einer Exocet-Rakete ausgelöst wurde. Bei dem Zwischenfall starben 20 Seeleute. Nachdem zwei Schiffe durch ein Patrouillenflugzeug der argentinischen Marineluftwaffe (COAN) entdeckt wurden, starteten zwei COAN-Super Étendards, die mit jeweils einer Exocet bewaffnet waren. Nach einer Luftbetankung durch eine C-130 Hercules kurz nach dem Start gingen sie in den Tiefflug über, stiegen zwecks Radarmessung auf und feuerten die Raketen aus 30 bis 50 km Entfernung ab. Eine verfehlte die HMS Yarmouth, die andere traf die Sheffield. Der Gefechtskopf der Exocet detonierte nicht, aber der Resttreibstoff setzte das Schiff in Brand. Es wurde Stunden später aufgegeben und sank nach sechs Tagen. Währenddessen wurden die beiden anderen Zerstörer von ihrer unsicheren Position zurückgezogen. Das britische Militär wäre einem Angriff schutzlos ausgeliefert gewesen.

Nach dem Zwischenfall gab es Pläne für eine Kommandoaktion des SAS gegen die mit Exocet-Raketen ausgerüstete Einheit der FAA. Dabei sollten SAS-Soldaten nach ersten Plänen gar mit C-130-Transportflugzeugen auf dem Flugfeld landen, die Raketen und Flugzeuge zerstören und danach die Piloten töten. Später wurde der Plan abgeändert. Die Soldaten sollten mit einem U-Boot zur Küste gebracht werden und nach dem Einsatz nach Chile fliehen. Der Plan wurde jedoch nicht durchgeführt, nachdem ein Hubschrauber, der ein Aufklärungsteam absetzen sollte, entdeckt wurde und daraufhin nach Chile flog.[45]

Die Tatsache, dass Argentinien mit französischem Kriegsmaterial ausgerüstet war, war eine große Belastung für die Briten, da die Franzosen in Europa schon damals sehr eng mit den Briten verbündet waren. Auch Frankreich war im Dilemma, da es zusehen musste, wie das eigene Kriegsmaterial bei einem der engsten Verbündeten großen Schaden anrichtete.

Eine argentinische Kommandoaktion (Deckname Operation Algeciras) gegen britische Kriegsschiffe in Gibraltar konnte durch die spanische Polizei verhindert werden.[46]

SAS-Kommandoaktion auf Pebble Island

Den Briten gelang es nicht, die Luftüberlegenheit zu sichern, was für eine amphibische Landung aber von entscheidender Bedeutung war.[41] Dies wurde besonders dadurch erschwert, dass die britischen Flugzeugträger außerhalb der Reichweite der Exocet-Raketen stationiert werden mussten. Am 14. Mai unternahm der SAS auf Pebble Island eine Kommandoaktion, bei der zahlreiche Hubschrauber und elf Flugzeuge zerstört wurden. Die SAS-Truppen waren mit Faltbooten gelandet, womit die argentinischen Truppen nicht gerechnet hatten. Die Vernichtung der Hubschrauber schränkte die Bewegungsfreiheit der Argentinier ein, die ihre Truppen im Inneren der Falklands stationiert hatten und sie bei einer Landung mittels Hubschrauber zu den Landungsorten transportieren wollten.[47][48]

Landung auf den Falklands

Infanterie-Aufmarsch in Ostfalkland nach der Landung in San Carlos

Die Geschwindigkeit der Vorgänge wurde während der zweiten Maihälfte durchgehend erhöht.

Am 21. Mai lief die Rückeroberung mit einer amphibischen Landung bei Port San Carlos an der Nordküste Ostfalklands an. Vor der Landung wurde ein Beobachtungsposten der Argentinier von SBS-Kommandos zerstört, wobei zehn Argentinier getötet und sechs gefangen wurden. Die Marine und der SAS unternahmen Ablenkungsangriffe gegen Port Stanley und Darwin/Goose Green. Um 4:40 Uhr lokaler Zeit landeten die ersten Truppen mit Booten bei Fanning Head. In einer verlassenen Walfangstation wurde ein Feldlazarett eingerichtet, wo es den restlichen Krieg über stationiert war. Bei Sonnenaufgang wurden 105-mm-Geschütze und Rapier-Luftabwehr-Systeme in Stellung gebracht, wobei sich der Aufbau der Rapier-Systeme verzögerte, so dass diese beim ersten Gegenangriff der Argentinier noch nicht einsatzfähig waren. Auf britischer Seite gab es Probleme mit der Koordination: Als sich die Anlandung von Einheiten, welche die Siedlung Port San Carlos von argentinischen Truppen befreien sollten, verzögerte, waren die britischen Hubschrauber, die zur Unterstützung anflogen, nicht informiert, und es gelang den Argentiniern, zwei Aérospatiale SA-341/342-Gazelle-Hubschrauber abzuschießen und einen weiteren schwer zu beschädigen. Dabei starben drei Besatzungsmitglieder. Die argentinischen Soldaten konnten sich in die Berge zurückziehen, von wo sie mit Hubschraubern nach Port Stanley transportiert wurden.[49]

Daraufhin griff die FAA um 10:30 Uhr die Schiffe im Falklandsund an: Die Angriffe waren zunächst unkoordiniert, und führten nur zu geringen Schäden und einigen Verwundeten auf britischer Seite. Diesen gelang es im Gegenzug, vier argentinische Luftfahrzeuge abzuschießen. Am Nachmittag kam es zu einem erneuten Angriff, bei dem die HMS Argonaut beschädigt wurde (drei Tote), die Argentinier aber eine der sechs A-4 Skyhawks verloren. Die Fregatte HMS Ardent, die sich südlich der Bucht befand, wurde noch schwerer bombardiert und erhielt sieben Treffer (22 Tote). Die Ardent wurde daraufhin aufgegeben und sank am nächsten Tag. Die Piloten der FAA und der argentinischen Marine kämpften erbittert und trotzten der schlechten eigenen Koordination sowie der stärkeren Bewaffnung der Briten. So flogen sie Angriffe unterhalb der Masthöhe der britischen Schiffe mit waghalsigen Manövern, was aber oft dazu führte, dass die Bomben in dem kurzen Fall nicht scharf gestellt wurden.[49]

Am Ende des D-Day waren fast alle Fregatten, die an der Landungsoperation beteiligt waren, durch die Luftangriffe beschädigt,[41] dennoch war es gelungen, 3000 Soldaten und 1000 Tonnen Material anzulanden und den Brückenkopf zu sichern. Die Argentinier verloren insgesamt 13 Flugzeuge.[49]

Die HMS Coventry

Am 23. Mai sank die HMS Antelope ebenfalls nach einem Bombentreffer. Dies demonstrierte die eklatante Schwäche der Nahbereichs-Luftabwehr der britischen Schiffe.

Am 25. Mai sank, nach einem Treffer einer Exocet-Rakete, das Containerschiff Atlantic Conveyor (zwölf Tote). Es hatte für den weiteren Gefechtsverlauf wichtige Hubschrauber, Ausrüstung zum Bau von Start- und Landebahnen und Zelte geladen. Ebenfalls am 25. Mai wurde der Zerstörer HMS Coventry durch Bomben versenkt, was 19 Seeleute das Leben kostete. Bei diesem Angriff wurde zudem die Fregatte HMS Broadsword schwer beschädigt. Die Argentinier verloren bei diesen Angriffen 21 Luftfahrzeuge.

Schlacht von Goose Green

Karte der Schlacht um Goose Green

Die Briten planten, am 28. Mai Darwin und Goose Green, die zweitgrößte Siedlung auf den Falklands, zu erobern. Der Angriff auf Goose Green sollte hauptsächlich die Moral der britischen Truppen stärken, die sich bisher eingegraben hatten.[50] Die Soldaten des 2 Para sollten den Angriff durchführen, unterstützt von einer Batterie mit 105-mm-Geschützen und der HMS Arrow mit 4,5-Zoll-Geschützen. Durch den Verlust der Hubschrauber auf der Atlantic Conveyor mussten die Soldaten das Material per Fußmarsch transportieren, da der Weg für Fahrzeuge nicht passierbar war.[51] Durch einen Fauxpas der BBC wurde die Invasion auf Goose Green im BBC World Service gemeldet, bevor sie überhaupt stattfand.

Die Argentinier waren gewillt, den Ort energisch zu verteidigen, da die Landenge von Darwin/Goose Green zum einen taktisch wichtig war und sich zum anderen hier das zweitgrößte Flugfeld der Insel befand. Die Argentinier hatten die hier stationierten 500 Angehörigen der Luftstreitkräfte um 950 Mann vom Mount Kent verstärkt.[20] Sie hatten bei Goose Green nach der Invasion das Flugfeld für die Erdkampfunterstützung durch Pucarás-Flugzeuge ausgebaut. Außerdem wurden gute und stark befestigte Verteidigungsstellungen aufgebaut. Die Truppen verfügten über drei 105-mm-Geschütze und 35-mm-Flugabwehrkanonen. Das Verhältnis an Soldaten betrug drei zu eins für die Argentinier.[51]

Nachdem die britischen Einheiten in Position gegangen waren, entdeckten sie drei Stellungen der Argentinier und forderten Luftunterstützung durch Harrier an. Ein Harrier wurde bei dem Angriff abgeschossen, der Pilot überlebte jedoch und wurde zwei Tage später von einem britischen Hubschrauber gerettet. Zwei britische Kompanien gingen zum Angriff über, stießen aber auf heftige argentinische Gegenwehr aus gut positionierten und gesicherten Stellungen. Nach schwerem Kampf konnten die Briten die Oberhand gewinnen und stießen bis zum Abend nach Goose Green vor. Dort befanden sich 114 Zivilisten, weshalb der britische Befehlshaber einen Kampf für zu gefährlich hielt. Er schickte zwei gefangene Argentinier mit einer Aufforderung zur Kapitulation nach Goose Green. Der argentinische Kommandant willigte ein, nachdem er einsah, dass seine Einheiten umstellt waren – wobei er die Zahl britischer Soldaten weit überschätzte.[51]

1500 argentinische Soldaten wurden gefangen genommen, 45 starben. Auf britischer Seite starben 17 Soldaten, darunter auch der Bataillonskommandeur Colonel H. Jones, der den Angriff zunächst geleitet hatte. 37 Soldaten wurden verwundet.[51] Jones fiel beim persönlichen Angriff auf eine argentinische MG-Stellung, die den Angriff des Bataillons zeitweilig flankierend niederhielt und schwere Verluste verursachte. Da in unmittelbarer Umgebung keine Reserve zur Verfügung stand, entschloss sich der Kommandeur, mit seiner Stabsgruppe des beweglichen Bataillonsgefechtsstandes diese Stellung anzugreifen. Jones wurde postum mit dem Victoria-Kreuz, der höchsten Auszeichnung Großbritanniens für überragende Tapferkeit im Angesicht des Feindes, ausgezeichnet.

Schlacht um Port Stanley

RFA Sir Tristram nach einem Bombentreffer

Am 31. Mai landeten weitere 5000 britische Soldaten in der Berkley-Bucht und konnten Mount Kent ohne große Schwierigkeiten erobern. Port Stanley war daraufhin umstellt.[41] Die argentinischen Luftangriffe dauerten an und töteten am 8. Juni 33 Welsh Guards und 18 weitere Männer auf der RFA Sir Galahad und der RFA Sir Tristram; viele andere erlitten schwere Verbrennungen. Sie waren nur an Bord, weil der Verlust der Hubschrauber auf der Atlantic Conveyor dazu führte, dass sie über See transportiert werden mussten, und sie nicht zu Lande durch den Verlust der Zelte vor dem schlechten Wetter auf den Falklandinseln ungeschützt sein wollten.

Der 12. Juni 1982 war ein weiterer Tag blutiger Gefechte – auf dem Mount Longdon starben 23 britische und 29 argentinische Soldaten; bei der Eroberung des Mount Tumbledown wurden 25 Menschen getötet. Weitere 13 wurden getötet, als die HMS Glamorgan durch eine von einem Lastwagen aus abgefeuerte Rakete vom Typ Exocet getroffen wurde, was erneut die Verwundbarkeit von Schiffen durch Angriffe mit technisch vergleichsweise einfachen Mitteln aufzeigte.

Kriegsende

Zurückgelassene Waffen in Port Stanley

Am 14. Juni 1982 war die argentinische Garnison in Port Stanley besiegt. Der Kommandeur, Brigadegeneral Mario Menéndez erklärte die Kapitulation, 9800 Soldaten gingen in Port Stanley in Kriegsgefangenschaft. Am 20. Juni eroberten die Briten die südlichen Sandwichinseln zurück und erklärten die Feindseligkeiten für beendet.

Der Konflikt dauerte 72 Tage; 236 (einer anderen Angabe nach 255) britische und 649 argentinische Soldaten (davon 323 auf dem Kreuzer ARA General Belgrano) wurden getötet. Über 11.000 argentinische Soldaten gerieten insgesamt in Kriegsgefangenschaft. Während der UN-Generalversammlung in New York City am 3. Oktober 1982 beharrte Argentinien weiterhin auf dem Besitzanspruch der Malwinen/Falkland-Inseln.

Am 17. Oktober 1982 stationierte Großbritannien eine neue Luftüberwachungsstaffel (Flight 1435) in Port Stanley mit vier Kampfflugzeugen vom Typ F-4 Phantom. Die Phantoms wurden 1992 durch modernere Tornado F.3 abgelöst, welche 2009 durch den Eurofighter Typhoon ersetzt wurden[52].

Eine von Argentinien in der UN-Generalversammlung am 4. November 1982 eingebrachte, unter anderem von den USA unterstützte Resolution zur Wiederaufnahme britisch-argentinischer Verhandlungen über die Zukunft des Archipels löste in der britischen Regierung Enttäuschung aus und gilt als erste diplomatische Niederlage in dem Konflikt.[53]

Ende Januar 1983 gewährte Großbritannien der argentinischen Regierung einen Kredit über 170 Millionen Pfund.

Analyse

Militär

Argentinische Kriegsgefangene in Port Stanley
Denkmal für die argentinischen Gefallenen in Buenos Aires
Denkmal für die britischen Gefallenen in London

Militärisch war der Falkland-Krieg bedeutend, weil in diesem Krieg eine der wenigen Seeschlachten nach dem Zweiten Weltkrieg stattfand. Der Falkland-Krieg veranschaulichte die Verwundbarkeit von Schiffen auf offener See, sowohl durch Raketen als auch durch U-Boote. In der Folge wurden Kriegsschiffe verstärkt unter Verwendung schwer entflammbarer Materialien und neuartiger Feuerlöschanlagen (Halone als Löschmittel etc.) gebaut. Die Exocet-Raketen wurden zu einem Verkaufsschlager in allen Erdteilen. Über ein Nahbereichsverteidigungssystem verfügten die britischen Schiffe nicht, solche Systeme wurden in den Jahren nach dem Falklandkrieg von fast allen Seestreitkräften unverzüglich eingeführt oder entwickelt.

Auch für die an Land operierenden Streitkräfte ergaben sich aus dem Krieg zahlreiche Schlussfolgerungen. Vor allem auf britischer Seite wurden Panzerabwehrhandwaffen und Panzerabwehrlenkwaffen wie die MILAN gegen Feldbefestigungen der Argentinier mit Erfolg eingesetzt.

Die unwirtlichen klimatischen Bedingungen und die Tundra der Falklandinseln stellten die Streitkräfte beider Seiten auf harte Proben. Auf argentinischer Seite kamen Einheiten zum Einsatz, die vergleichbare klimatische Bedingungen bisher nicht erlebt hatten. Ihre Belastbarkeit und Einsatzfähigkeit waren dadurch deutlich eingeschränkt. Da es sich bei den argentinischen Verbänden zumeist um Wehrpflichtige aus dem feucht-heißen Inland handelte, konnten sich die aus Berufssoldaten des British Parachute Regiment und Royal Marines bestehenden britischen Verbände durchsetzen, die in Schottland und Norwegen Ausbildungsmöglichkeiten hatten, die dieser Klimazone nahe kamen und dort erste Erfahrungen sammeln konnten. Bewährt hatten sich bei der Unterstützung der Infanterie je vier leichte Panzerfahrzeuge FV101 Scorpion und FV107 Scimitar der britischen Aufklärungstruppe.

Erstmals seit dem Winterkrieg und den sich ab 1941 anschließenden Operationen der Wehrmacht in Finnland während des Zweiten Weltkriegs wurden wieder Infanteriegefechte in der subpolaren Klimazone geführt. Die Bekleidung erwies sich insbesondere auf argentinischer Seite für diese Witterungsverhältnisse als nicht ausreichend. Besonderheiten dieser Klimazone sind neben hohen Windgeschwindigkeiten in bedeckungsarmem Gelände die Kälte und Bodenfeuchtigkeit, welche die Schutzwirkung von Kampfstiefeln aus Leder herabsetzt. So traten auf britischer Seite erstmals nach dem Ersten Weltkrieg wieder Fälle von trench foot auf, dem Grabenfuß. Aus diesem Grund wurden in der Folge Stiefel mit PTFE-Membran (auch Gore-Tex genannt) entwickelt, da als anderweitig geeignete Fußbekleidung nur Gummistiefel zur Verfügung standen. Lehren konnten für die Bekleidung und die Feldausstattung sowie die Bewaffnung der Infanterie gewonnen werden. Dazu gehört unter anderem die Einführung von Wind- und Nässeschutzbekleidung mit dampfdiffusionsoffener PTFE-Membran.

Die im Verhältnis mangelnde Leistungsfähigkeit des britischen Standardgewehrs FN FAL L1 A1 als Selbstlader ohne Dauerfeuer zeigte sich insbesondere in mangelnder Nachtkampffähigkeit durch Zurüstung eines Nachtsichtgeräts und durch das Fehlen eines Zielfernrohrs als nicht mehr ausreichend. Deshalb wurde das bis dahin eingesetzte FN durch das SA80 ersetzt.

Lehren konnten für die Ausbildung und über die Psychologie eines Soldaten und seiner Kampfbereitschaft innerhalb der kleinen Kampfgemeinschaft durch Kohäsion gewonnen werden. Unterschiede in der Ausbildung zeigten sich besonders zwischen den Fallschirmjägern und den Angehörigen der Garderegimenter. Fester Bestandteil der Ausbildung ist daher seitdem auch dort eine mental, aber auch physisch fordernde Ausbildung, unter anderem durch Abseilen.

Weiterführende Lehren konnten im Sanitätsdienst und in der Selbst- und Kameradenhilfe gewonnen werden. Da sich auf Grund des Klimas und des Wetters – Kälte führt zu einem Zusammenziehen der Venen, das Anlegen einer Infusion über einen peripheren oder zentralvenösen Zugang ist bei Verwundung für einen ungeübten und nicht ausgebildeten Soldaten nicht möglich – wurde ein Volumenersatz rektal über einen flexiblen Kunststoffkatheter durchgeführt. Erste Erfahrungen mit Kryogenen in Form natürlicher Unterkühlung konnten bei der Verwundetenversorgung gewonnen werden. Blutverlust und nachfolgender physischer Schock wurden dadurch minimiert. Gleichzeitig mussten die Soldaten insgesamt, aber besonders die Verwundeten vor Hypothermie bewahrt werden. Trotz dieser Erfahrungen beschäftigt sich erst heute die Forschung führend in den USA mit dieser „Erstversorgung“ eines Polytrauma-Verletzten durch Kryogene, um diesen bis zu einer Vollversorgung in einem Krankenhaus stabil zu halten.

Politisch

Politisch zeigte der Krieg, dass durch Fehleinschätzungen auch in der Zeit des auf gegenseitige Abschreckung ausgerichteten Kalten Krieges militärische Konflikte entstehen können. Der Krieg hatte auf beiden Seiten innenpolitische Gründe und politische Auswirkungen, allerdings in verschiedenem Ausmaß. Sowohl die argentinische Militärjunta, die durch eine schwere Wirtschaftskrise starkem inneren Druck ausgesetzt war, als auch die konservative Regierung in London, die eine wirtschaftsliberale monetaristische Politik des sozialen Umbaus der Gesellschaft verfolgte, nutzten den Krieg für ihre jeweiligen innenpolitischen Ziele.

So war der Krieg ein massiver Schub für die Popularität Margaret Thatchers und spielte eine Rolle in der Sicherung ihrer Wiederwahl 1983, obwohl mehrere Mitglieder ihrer Regierung zurücktraten, einschließlich Sir John Nott, der ehemalige Verteidigungsminister. Der Krieg hatte indirekt wichtige Auswirkungen auf Argentinien, denn die Niederlage des Landes zwang den Machthaber Leopoldo Galtieri nach heftigen Demonstrationen im Land zum Rücktritt. Galtieri wurde durch General Reynaldo Bignone ersetzt. Am 9. Dezember 1983 kehrte das Land zur Demokratie zurück.

Langfristig beendete das Debakel die regelmäßige Einmischung des argentinischen Militärs in die Politik und diskreditierte sie vor der Gesellschaft. In Comodoro Rivadavia, Sitz der argentinischen Gerichtsbarkeit für das Kriegsgebiet, wurden 70 Offiziere und Unteroffiziere wegen inhumaner Behandlung von Soldaten während des Krieges angeklagt.[54]

Die Niederlage Argentiniens beendete die militärische Alternative für die Lösung des Beagle-Konflikts, bis dahin die bevorzugte Option für die Falken in der argentinischen Regierung, und führte später zur Unterzeichnung des Vertrags von 1984 zwischen Chile und Argentinien.[55][56]

Verluste und Kriegskosten

Großbritannien

Kriegskosten: ca. 2,5 Milliarden britische Pfund.

264 Falklandveteranen haben sich in den 20 Jahren, die auf das Kriegsende folgten, auf Grund von PTBS das Leben genommen.

Argentinien

  • 649 Gefallene (einschließlich 18 ziviler Seeleute) und 1.068 verwundete Soldaten, Seeleute und Flieger
  • 1 Kreuzer: ARA General Belgrano
  • 1 U-Boot: ARA Santa Fe (beschädigt und aufgegeben)
  • 2 Patrouillenboote: PNA Río Iguazú und PNA Islas Malvinas (erbeutet)
  • 3 Frachter: Río Carcarañá, ARA Bahía Buen Suceso, ARA Isla de los Estados
  • 1 Spionagetrawler: Narwal
  • 1 ziviles Tankschiff: Yehuin (erbeutet)

Kriegskosten: unbekannt

Die Zahl der argentinischen Veteranen, die innerhalb von 20 Jahren nach Kriegsende auf Grund von PTBS Suizid begingen, beträgt über 450.[57]

Medizinische Kriegsfolgen

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Zahl der Opfer durch Kampfeinwirkung auf beiden Seiten inzwischen geringer ist als die Anzahl der heimgekehrten Veteranen, die sich selbst das Leben nahmen, weil sie unter posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) litten. Eine Versorgung der Veteranen fand sowohl in Großbritannien als auch in Argentinien nicht statt.

Atomwaffen im Falklandkrieg

Nachdem in den 1990er-Jahren Informationen durchsickerten, denen zufolge britische Kriegsschiffe während des Krieges Atomwaffen an Bord gehabt hätten, verlangte die britische Tageszeitung The Guardian Aufklärung. Nach mehrfacher Weigerung der britischen Regierung, hierzu Angaben zu machen, klagte die Zeitung das Recht auf Information ein und bekam nach einem jahrelangen Rechtsstreit Recht. Am 5. Dezember 2003 bestätigte das Verteidigungsministerium in London, dass mehrere Schiffe während des Krieges Atomwaffen an Bord gehabt hatten.[58] Ein Einsatz der Waffen sei jedoch von Anfang an ausgeschlossen worden. Zudem habe keines dieser Schiffe südamerikanische Gewässer angelaufen. Der argentinische Präsident Néstor Kirchner forderte am 7. Dezember 2003 eine offizielle Entschuldigung Großbritanniens, da sein Land durch die britischen Atomwaffen in unangemessener Weise bedroht und gefährdet worden sei. Der damalige britische Premierminister Tony Blair wies diese Forderung mehrfach als unangebracht zurück.[59]

Im Juni 2005 wurde offiziell bestätigt, dass die Fregatten HMS Broadsword und HMS Brilliant zu Beginn des Krieges taktische Atomwaffen vom Typ WE.177 zum Einsatz gegen feindliche U-Boote an Bord hatten. Aus Sicherheitsgründen und um einen Verstoß gegen internationales Recht zu vermeiden, wurden diese Waffen noch auf der Fahrt in den Südatlantik auf die Flugzeugträger HMS Invincible und HMS Hermes sowie die Versorgungsschiffe RFA Fort Austin, RFA Regent und RFA Resource umgeladen, die während des Krieges außerhalb der Hoheitsgewässer der Falklandinseln operierten.[60]

Zeittafel

Detaillierte Angaben unter Zeittafel des Falklandkrieges

Vorgeschichte

1502 Die Inseln werden erstmals von dem Italiener Amérigo Vespucci gesichtet
1520 Die Inseln werden von dem Portugiesen Esteban Gomes gesichtet und San Antón-Inseln genannt
1592 Die Inseln werden von dem Engländer John Davis gesichtet und Davis-Inseln genannt
1690 Der Engländer John Strong landet auf den Falklandinseln und gibt der Inselgruppe ihren heutigen (englischen) Namen
1764 Die erste französische Siedlung auf Ostfalkland (Port Saint Louis). Die Siedler sind Fischer und Seefahrer aus St. Malo, was Louis Antoine de Bougainville dazu veranlasst, die Inseln danach zu benennen – die Franzosen nennen die Inseln fortan: Les Nouvelles Malouines
1766 Erste englische Siedlung auf Westfalkland Port Egmont getauft
1770 Port Egmont wird von den Spaniern geräumt
1774 Die Briten ziehen sich zurück
1811 Die Spanier ziehen sich zurück
1820 Argentinien beansprucht die Inseln als Erbe Spaniens
1833 Die Briten besetzen entgegen massiver argentinischer Proteste den gesamten Archipel
1960er UNO-Resolution, die eine Lösung im Sinne der Einwohner der Inseln fordert. Bei Abstimmungen entscheiden sich die Einwohner stets für die Zugehörigkeit zu Großbritannien

Der Falklandkrieg 1982

April (Argentinische Invasion und britische Kriegsvorbereitung)

2. April Argentinische Marineinfanteristen und Fallschirmjäger landen auf Ostfalkland (Isla Soledad)
3. April Argentinische Landung auf Südgeorgien (Georgia del Sur)
4. April Argentinien annektiert die Malwinen (Falklandinseln), Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln
5. April Der britische Außenminister Lord Carrington, sein Stellvertreter Humphrey Atkins, sowie der Staatsminister im Außenministerium Richard Luce reichen ihren Rücktritt ein
12. April Großbritannien erklärt eine Zone von 200 sm um die umstrittene Inselgruppe zur Seemilitärischen Sperrzone (MEZ, Maritime Exclusion Zone)[61]
14. April Das britische Unterhaus bestätigt im Zuge einer Sondersitzung militärische Maßnahmen
25. April Der erste britische Flottenverband erreicht das eigentliche Kriegsgebiet der Falklandinseln/Malwinen
28. April Inzwischen sind die argentinischen Streitkräfte auf den Falklandinseln/Malwinen auf 12.630 Mann verstärkt. Der größte Teil (7.000) ist in Port Stanley (Puerto Argentino) stationiert
30. April Großbritannien erklärt ab 12:00 Uhr UTC die totale See- und Luftblockade (TEZ, Total Exclusion Zone) in einem 200-Seemeilen-Radius um die Falklandinseln/Malwinen

Mai (Beginn der Rückeroberung)

1. Mai Die Rückeroberung wird am frühen Morgen eingeleitet mit einem Fernluftangriff auf das Flugfeld von Port Stanley (Black Buck 1).
Erste Luftkämpfe
2. Mai Das britische Atom-U-Boot HMS Conqueror torpediert den argentinischen Kreuzer ARA General Belgrano
4. Mai HMS Sheffield wird durch eine Exocet-Rakete versenkt
15. Mai Eine britische Kommandoeinheit landet auf Pebble Island (Isla de Borbón) und zerstört 11 Flugzeuge.
21. Mai Britische Landung in der 80 km westlich von Port Stanley gelegenen San-Carlos-Bucht
HMS Ardent wird versenkt
23. Mai HMS Antelope wird versenkt
25. Mai HMS Coventry wird versenkt
27. Mai Die Briten beginnen aus dem Brückenkopf auszubrechen. Ziele sind Darwin und Port Stanley
29. Mai Nach hartem blutigem Kampf nehmen 600 britische Fallschirmjäger Goose Green (Pradera del Ganso) ein
31. Mai In der Nacht zum 1. Juni landen die Briten mit weiteren 2630 Mann etwa 25 km von Port Stanley entfernt im südlichen Teil der Berkeley-Bucht (Berkeley Sound; Bahía de la Anunciación). Angenommene Truppenstärke betrug damals etwa 5000 Mann der Royal British Marines. Von San Carlos aus umstellen die Marines Port Stanley, die Hauptstadt der Inseln.

Juni (Ende des Krieges und britischer Sieg)

3. Juni Black Buck 6 setzt erfolgreich AGM-45 Shrike gegen argentinische Radarstellungen in Port Stanley ein, muss aber aufgrund technischer Probleme in Brasilien notlanden und wird interniert
8. Juni Die RFA Sir Galahad wird schwer beschädigt und ist nicht mehr einsatzfähig
12. Juni Britische Bodentruppen beginnen die Offensive auf Port Stanley aus drei Richtungen
14. Juni Britische Truppen dringen in Port Stanley ein.
Der argentinische Brigadegeneral Menéndez schlägt eine Waffenruhe vor
15. Juni
(Kriegsende)
Um 01:15 Uhr MEZ (21:15 Uhr 14. Juni Falklandzeit) werden die Kampfhandlungen endgültig eingestellt

Siehe auch

 Commons: Falklandkrieg – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Literatur

Einzelnachweise

  1. Im Vertrag heißt es „… his said Catholick Majesty [the king of Spain], to restore to his Britannick Majesty the possession of the port and fort called Egmont, cannot nor ought in any wise to affect the question of the prior right of sovereignty of the Malouine islands, otherwise called Falkland’s Islands.“ (Übersetzung aus dem französischen Original: Goebel, The Struggle for the Falkland Islands, New York, 1927, 358-359) Diese Stelle ist etwas zweideutig und wird deshalb von beiden Seiten unterschiedlich interpretiert (vgl. dazu auch R. Dolzer. Der völkerrechtliche Status der Falkland-Inseln (Malvinas) im Wandel der Zeit (1986); Eddy, Linklater u. Gillman, Falkland. Der Krieg vor den Toren der Antarktis, 1984, 56ff).
  2. auf dem Kongreß von Tucumán (Encyclopedia Americana (1970), s.v. Argentina)
  3. Allerdings waren die erst nach 1964 von der Regierung in London an die Falklandinseln angeschlossenen Inseln South Georgia, South Thule South Sandwich Islands und South Orkney Islands niemals ein Teil des spanischen Vizekönigreichs am La Plata.
  4. A. Curtis Wilgus, Latin America (1943)
  5. Pascoe and Pepper, Getting it right: the real history of the Falklands/Malvinas, 2008, 8
  6. eine ältere Fregatte, die früher der französischen Kriegsmarine gehört hatte
  7. da seit der neuen Verfassung von 1819 in Buenos Aires der Reihe nach zwölf verschiedene Regierungen an der Macht waren und sich erst mit der Machtübernahme von Commodore Rivadavia die Lage am La Plata wieder stabilisierte, waren die Interessen der Regierenden damals zumeist auf ganz andere Dinge gerichtet, als auf die kleinen Inseln im Atlantik (Pölitz, Die Staatensysteme Europas und Amerikas seit 1783, Bd. 3, Zeitraum 1814 – 1825, 1856, S. 381 – 387)
  8. Ein 1825 erschienener ausführlicher anonymer Bericht (von Thomas Lore?) „Five Years’ Residence in Buenos Ayres during the years 1820 bis 1825“ erwähnt zwar (auf S. 139) die Kaperfahrt von Captain Jewitt mit der „Heroine“, die mit deren Gefangennahme durch die portugiesische Marine endete, aber nichts von einer öffentlichen Proklamation der „Inbesitznahme der Malwinas“. Das Schiff gehörte nicht der Regierung in Buenos Aires, sondern privaten „Investoren“, die sich reiche Beute versprachen, aber wegen dessen Aufbringung durch die portugiesische Marine hohe Verluste erlitten.
  9. Der Kapitän des Schiffes war mittlerweile von einem anderen US-Amerikaner namens Mason ersetzt worden. Mason wollte mit dieser Aussage beweisen, daß er sozusagen im amtlichen argentinischen Auftrag gehandelt habe und nicht einfach „ein gewöhnlicher Seeräuber“ sei (Pascoe and Pepper, Getting it right: the real history of the Falklands/Malvinas, 2008, 9).
  10. Pascoe and Pepper, Getting it right: the real history of the Falklands/Malvinas, 2008, 10
  11. d.h. er ließ einige Hütten für seine Gauchos und deren Tiere errichten (Pascoe and Pepper, Getting it right: the real history of the Falklands/Malvinas, 2008, 10 - 13)
  12. die Falklands wurden während dieser Zeit in Argentinien häufiger – anscheinend aber nicht immer – auf Landkarten als argentinisches Territorium eingezeichnet. Die beiden Regierungen vermieden eine öffentliche Diskussion dieser Frage. (Eddy, Linklater u. Gillman, Falkland. Der Krieg vor den Toren der Antarktis, 1984, 58ff)
  13. sowohl die USA als auch Großbritannien unterstellten Argentinien Sympathien für Italien und Deutschland (Curtis Wilgus, Latin America, 1943, 317)
  14. Eddy, Linklater u. Gillman, Falkland. Der Krieg vor den Toren der Antarktis, 1984, 61
  15. Charta der Vereinten Nationen in deutscher Übersetzung. Vereinte Nationen, S. 17, abgerufen am 22. August 2011 (PDF).
  16. Offene Wunde. In: Der Spiegel. Nr. 53, 1983, S. 70-71 (online).
  17. Der Chef der argentinischen Luftwaffe während des Falklandkrieg Basilio Lami Dozo bestätigte diese Pläne in einem Interview (Después de Malvinas, iban a atacar a Chile vom 22. November 2009, abgerufen am 22. November 2009) mit der argentinischen Zeitung Perfil:
    Para colmo, Galtieri dijo en un discurso: „Que saquen el ejemplo de lo que estamos haciendo ahora porque después les toca a ellos“.
    (Übersetzung: „Dazu sagte Galtieri in einer Rede: Die Chilenen sollen genau sehen, was wir jetzt gerade machen, denn später sind sie dran.“)
  18. Auch der ehemalige Außenminister Argentiniens, Óscar Camilión (der letzte vor dem Krieg – vom 29. März 1981 bis zum 11. Dezember 1981), bestätigte diese Absichten, indem er später in seinem Buch „Memorias Políticas“, Editorial Planeta, Buenos Aires, 1999, Seite. 281, äußerte:
    „Los planes militares eran, en la hipótesis de resolver el caso Malvinas, invadir las islas en disputa en el Beagle. Esa era la decisión de la Armada…“
    (Übersetzung: „Die militärische Planung war, im Falle einer Lösung der Falkland-Frage die umstrittenen Inseln im Beagle-Kanal militärisch zu besetzen. Das war der Entschluss der Kriegsmarine.“
    Auch Kalevi Jaakko Holsti kam zu diesem Schluss, in The State, War, and the State of War Cambridge Studies in International Relations, 1996, 271 pages, ISBN 0-521-57790-X. See also here On page 160:
    Displaying the mentality of the Argentine military regime in the 1970s, as another example, there was „Plan Rosario“ according to which Argentina would attack the Malvinas and then turn to settle the Beagle Channel problem by force. The sequence, according to the plan, could also be reversed.
    Der Gedanke war schon oft in der argentinische Presse ausgesprochen worden, beispielsweise vom Reporter Manfred Schönfeld vom La Prensa (Buenos Aires) am 2. Juni 1982 über den Kursverlauf des Krieges nach dem Falkland-Aufmarsch (damals hielt man in Argentinien den Krieg noch für gewonnen):
    Para nosotros no lo estará [terminada la guerra], porque, inmediatamente después de barrido el enemigo de las Malvinas, debe serlo de las Georgias, Sandwich del Sur y de todos los demás archipiélagos australes argentinos, ...
    (Übersetzung: „Für uns wird er [der Krieg] nicht [beendet] sein, weil, sofort nachdem der Feind von den Falklands weggefegt ist, muss er auch aus von [Süd-]Georgien, Südsandwich und alle anderen südlichen argentinischen Archipelen [weggefegt werden]“)
    Alle von Manfred Schönfeld in „La Prensa“ vom 10. Januar 1982 bis zum 2. August 1982 veröffentlichten Artikel finden sich in „La Guerra Austral“, Manfred Schönfeld, Desafío Editores S.A., 1982, ISBN 950-02-0500-9
  19. a b c d Dr. James S. Corum: Argentine Airpower in the Falklands War: An Operational View. Air & Space Power Journal, abgerufen am 20. August 2011.
  20. a b Rainer Lambrecht: Der Krieg im Südatlantik: die argentinisch-britische Konfrontation um die Falklandinseln, Malwinen 1982, 2. Auflage. Militärverlag der DDR, 1989, ISBN 3327000239, S. 29
  21. d.h. der Jahrgang 1962 wurde nicht entlassen, gleichzeitig wurde jedoch der Jahrgang 1963 einberufen
  22. Stockholm International Peace Research Institut (SIPRI), The Falkland/Malvinas Conflict, 1983, 9; Gavshon and Rice, The Sinking of the Belgrano, 1984, 41
  23. verschiedene Jahrbücher für das Jahr 1981 geben für die argentinischen Streitkräfte bereits eine Friedensstärke von 175000 Mann an. Demnach ist die Angabe „200000 Mann“ mit Sicherheit als Untergrenze anzusehen.
  24. Middlebrook, Argentine Fight for the Falklands, 2009, 282
  25. Bicheno, Razor’s Edge, 2007, 347
  26. Fundación Veteranos de Guerra de las Islas Malvinas (http://www.fundacionmalvinas.org.ar/ - zuletzt abgerufen am 5. November 2011).
  27. eine offizielle Bescheinigung darf nur das argentinische Verteidigungsministerium ausstellen
  28. das Gebiet der Falkland Inseln von Süd Georgien und den südlichen Sandwich Inseln
  29. das Gebiet direkt an der Atlantikküste südlich des 42. Breitengrads
  30. Dadurch wird jedoch ein nicht unbeträchtlicher Teil der Marine und Luftwaffe, deren Stützpunkte sich nördlich davon befanden, nicht mit erfasst – genauso wenig wie viele Versorgungs- und Unterstützungseinheiten, die sich damals zwar in den genannten Bereichen aufgehalten haben, aber nicht direkt in Kämpfe verwickelt gewesen sind.
  31. Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI), The Falkland/Malvinas Conflict, 1983, 9; Gavshon and Rice, The Sinking of the Belgrano, 1984, 41 (nach R&F, The Britisch Army, 1984, 4, betrug die Stärke 323000 Mann)
  32. SAS (Special Air Service) und SBS (Special Boat Squadron)
  33. Bicheno, Razor’s Edge, 2007, 349
  34. zu der außer den beiden Fallschirmjäger Bataillonen auch noch ein Bataillon "Gurkhas" (das 7th Bataillon Gurkha Rifles) gehörte
  35. Bicheno, Razor’s Edge, 2007, 204 – 207, 351; van der Bijl and Andea, 5th Infantery Brigade in the Falklands, 2003, passim
  36. Royal Navy (die Kriegsmarine, einschließlich der Marineflieger) und die Royal Fleet Auxilliary (die Unterstützungsflotte)
  37. die Staffeln der Royal Air Force mit dem Bodenunterstützungsflugzeug „Harrier“ GR.3 und die strategischen Bomberstaffeln, die von der Insel Ascension aus operierten.
  38. Merchant Navy, d.h. die zivilen Seeleute auf den für den Krieg requirierten Handels- und Fahrgastschiffen
  39. Falkland Islands – The Argentine Invasion. Royal Air Force, abgerufen am 20. August 2011.
  40. UN-Resolution 502. Vereinte Nationen, 3. April 1982, abgerufen am 22. August 2011 (PDF).
  41. a b c d The Falklands war. The Guardian, abgerufen am 22. August 2011 (Interview mit Brigadier Julian Thompson).
  42. a b c d e Falkland Islands – The recapture of South Georgia. Royal Air Force, abgerufen am 20. August 2011.
  43. a b The Falklands war. The Guardian, abgerufen am 22. August 2011 (Interview mit Sir John Nott).
  44. 20 Jahre Luftkrieg um die Falkland's. airpower.at, abgerufen am 23. August 2011.
  45. SAS 'suicide mission' to wipe out Exocets
  46. Giles Tremlett: Falklands war almost spread to Gibraltar. The Guardian, 24. Juli 2004, abgerufen am 22. August 2011.
  47. The Falklands war. The Guardian, abgerufen am 22. August 2011 (Interview mit Ltd Col Mike Rose).
  48. Falkland Islands – The SAS raid on the airfield at Pebble Island - 14th May 1982. Royal Air Force, abgerufen am 20. August 2011.
  49. a b c Falkland Islands – D Day - The British Task Force lands at San Carlos - 21st May 1982. Royal Air Force, abgerufen am 20. August 2011.
  50. The Falklands war. The Guardian, abgerufen am 22. August 2011 (Interview mit Robert Fox).
  51. a b c d Falkland Islands – Goose Green - The first major land victory - 27/28 May 1982. Royal Air Force, abgerufen am 20. August 2011.
  52. Typhoons Arrive in Falklands. Falkland Islands Government, 18. September 2009, abgerufen am 22. August 2011.
  53. UN-Rsolution A/RES/37/9: Question of the Falkland Islands (Malvinas). Vereinte Nationen, abgerufen am 22. August 2011 (PDF).
  54. Confirman el juzgamiento por torturas en Malvinas, (In Spanischer Sprache), Clarin, Buenos Aires, 27. Juni 2009
  55. A history of Chile, 1808–1994 von Simon Collier and William F. Sater, Cambridge University Press, hier, Seite 364:
    Argentina's defeat by Great Britain in the brief Falklands War (April–June 1982) – during which Chile gave descreet and totally unpublicized assistance to the British – dispelled the prospect of further military adventures from that quarter.
  56. The Vatican Mediation of the Beagle Channel Dispute: Crisis Intervention and Forum Building, de Mark Laudy, hier, Seite 306:
    What ultimately changed that situation and facilitated the eventual settlement of the dispute was the Falkland Islands War and the subsequent return to democratic government in Buenos Aires.
  57. Argentiniens unbewältigte Vergangenheit
  58. Falklands ships had nuclear arms, BBC News. 5. Dezember 2003. 
  59. Argentina seeks nuclear apology, BBC News. 7. Dezember 2003. 
  60. Operation Corporate – The carriage of nuclear weapons by the Task Group assembled for the Falklands campaign, Ministry of Defence, 2005.
  61. http://www.mod.uk/DefenceInternet/FactSheets/ChronologyOfEvents.htm

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